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Fahrradtrasse kommt, Stadtwerke kaufen die Grundstücke

Dr. Thomas Hoffmann. Foto: Lothar Kaiser

Der Aufsichtsrat der EWR GmbH hat heute dem Plan der Geschäftsführung zugestimmt, die stillgelegte Bahnstrecke zwischen Lennep und Bergisch-Born („Balkantrasse“) zu kaufen und darauf unterirdisch eine neue Stromleitung zu verlegen zur besseren Versorgung des Industriegebietes in Bergisch Born.  „Nach Kauf der Grundstücke durch die EWR GmbH kann die Stadt Remscheid die Trasse dann für einen Fahrradweg nutzen und trägt dafür auch die Folgekosten“, heißt es in der heute beim Waterbölles eingegangenen Pressemitteilung der Stadtwerke. Die Realisierung der Fahrradtrasse erschien gefährdet, nachdem der Regierungspräsident Jürgen Büssow der hochverschuldeten Stadt jegliche weiteren „freiwilligen Leistungen“ untersagt hatte. Bereits vor einigen Wochen hatt Dr. Thomas Hoffmann, der Geschäftsführer der Stadtwerke, im Gespräch mit dem Waterbölles betont, dass es sich dabei nicht um ein freundliches Entgegenkommen oder ein „in die Bresche Springen“ handele. Die Entscheidung für die „Balkantrasse“ sei vielmehr nach einer gründlichen Kostenberechnung getroffen worden mit dem Ergebnis, dass sich dadurch gegenüber einer konventionellen Verlegung im öffentlichen Straßenbereich mehr als 100.000,- Euro sparen ließen. Die Verlegung der neuen Stromleitung ist noch in diesem Jahr vorgesehen.

Bergisch Born und die beiden Gewerbegebiete in Bergisch-Born werden gegenwärtig aus der Übernahmestation Lennep über ein ca. 4,5 Kilometer langes Leitungssystem versorgt, das weitgehend ausgelastet ist. Bei Ausfall dieses Systems komme die EWR GmbH an die Grenzen der Versorgungssicherheit; größere Leistungszusagen könnten in überschaubarer Zeit können nicht mehr macht werden, heißt es in der Pressemeldung von heute. Eine Verstärkung bzw. die Verlegung mindestens eines weiteren 10-kV-Kabelsystems sei deshalb notwendig.

Würde die neue 10-kV-Trasse primär im Bereich des öffentlichen Straßenverkehrs (u. a. auch Bundesstraßen) bzw. in der unmittelbaren Nähe von Straßen verlegt werden, wäre mit einer Bauphase von. mindestens zwei Jahre zu rechnen, und, so Dr. Hoffmann, „aufgrund der komplizierten Trassenführung und des sehr hohen Planungsaufwandes auch mit hohen Verlegekosten. Negativ für die Bevölkerung wären spürbare Verkehrsbeeinträchtigungen über einen relativ langen Zeitraum - sowohl an der Trecknase als auch an der Bundesstraße nach und in Bergisch-Born.“

Beim Kauf des Stromnetzes von den RWE im Jahr 1995 hatten die Stadtwerke Remscheid nur zwei der vorhandenen drei 10-kV-Leitungssysteme übernehmen können. Das dritte System wird weiterhin von RWE / BEW genutzt. Inzwischen ist die Anschlussleistung der übernommenen beiden Leitungen (8.800 kVA) durch Leistungszusagen bzw. konkreten Leistungsabnahmen nahezu komplett verbucht. Bei Ausfall dieses Systems stünden nur max. 4.400 kVA über andere Versorgungswege zur Verfügung. Hoffmann: „Bereits heute müssen besondere Spitzenlasten einer im Industriegebiet Bergisch Born ansässigen Technologiefirma auf das Wochenende verschoben werden!“ Neuanschlüsse in den Gewerbegebieten Bergisch-Born I und II seien im Übrigen nur mit deutlichen Einschränkungen möglich, größere Leistungszusagen ab 1.000 kVA dagegen nicht mehr. „In der Vergangenheiten mussten mehrfach entsprechende Anfragen von Industrieunternehmen mit dem Hinweis auf eine Netzverstärkung erst in ca. zwei Jahren beantwortet werden.“

Der Bau der neuen 10-kV-Trasse auf der stillgelegten Bahntrasse zwischen Lennep und Bergisch-Born ist nach Angaben der Stadtwerke gegenüber der herkömmlichen Variante in der Hälfte der Zeit (ein Jahr) machbar. Zu weiteren Kosteneinsparungen käme es, würde die BEW, wie überlegt wird, ebenfalls auf der Trasse ein neues Stromkabel verlegen oder den Stadtwerken eine der beiden alten Leitungen abkaufen.

Zunächst war geplant, dass die Stadt Remscheid die Grundstücke kauft; dafür steht nun kein Geld mehr zur Verfügung. Dass nunmehr die Stadtwerke als Käufer auftreten, ist an eine Bedingung geknüpft:  Die Mitarbeiter der Stadt wickeln operativ das Projekt „Fahrradtrasse“ (wie geplant), und die Stadt übernimmt zukünftig auch die Verkehrssicherungspflicht für die Trasse. Dies muss vertraglich noch geregelt werden.

Insgesamt hat das Projekt „Strom/Fahrrad“ ein Volumen von 1.251.000 Euro. Davon entfallen 786.000 € auf die Kosten für die Kabeltrasse und 465.000 € auf die zu erwartenden Fördermittel für die Fahrradtrasse. Die privaten Mitgesellschafter der Stadtwerke haben dem Projekt zugestimmt. Eine Beschlussvorlage für den Rat der Stadt steht noch aus.

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Kommentare

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Fraktion der W.i.R. am :

Nach Kauf der Grundstücke durch die EWR GmbH kann die Stadt Remscheid die Trasse für einen Fahrradweg nutzen und trägt dafür auch die Folgekosten. Diesen Vorgang begrüßt die W.i.R.-Fraktion. Lt. Beschlussvorlage 20/3 “Radweg Bahntrasse Lennep–Bergisch Born“ soll der Ausbau der Balkantrasse 2,8 Mio. Euro kosten. Um eine Landesförderung zu erhalten, muss seitens der Stadt Remscheid oder eines Dritten ein Eigenanteil von 375.000,- Euro aufgebracht werden. Des Weiteren muss die Stadt Remscheid die laufenden Unterhaltungskosten tragen. Die W.i.R. Fraktion bittet zur nächsten Hauptausschuss-Sitzung um die Beantwortung folgender Fragen: Hat die EWR auch die für die Kabelverlegung nicht benötigten Grundstücke zwischen der B 237 (Bornefelder Straße) und der Ortsgrenze Wermelskirchen gekauft? Wenn ja: Wie ist die kostenfreie Überlassung an die Stadt steuerrechtlich zu bewerten? Wie wird dies in der Gewinnausschüttung dargestellt? Wenn nein: Wie will die Stadt den Kauf des Restgrundstückes finanziell darstellen? Gibt es für die Kabelverlegung inkl. Grundstückskauf Fördermittel? Wie bzw. durch wenn soll der Eigenanteil aufgebracht werden? Wie hoch werden die Unterhaltungskosten für die Trasse geschätzt? Wie sollen die Unterhaltskosten (Freiwillige Leistung!) dargestellt werden?

Lothar Kaiser am :

Weder in der Hauptausschuss-Sitzung Anfang Mai noch in der gestrigen Ratssitzung bekam die W.ir. Antwort auf ihre Fragen zur Balkantrasse. Sie sei einige Tage in Urlaub gewesen, sagte Oberbürgermeisterin Beate Wilding zur Entschuldigung. Die nächste Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ist im Juni. Der neue Sitzungsturnus lehrt die Ratsmitglieder, sich in Geduld zu üben...

Roland Kirchner am :

Kurze Anmerkung: Nicht nur die Ratsmitglieder, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger dürfen sich in Geduld üben. Denn für die haben W.i.R. ja auch gefragt.

Chronist am :

"Beim Bau soll der vorhandene Schotter auf der Trasse durch ein neues Verfahren als Tragschicht für den Asphalt genutzt werden, so dass der Bau kostengünstig durchgeführt werden kann. Hier werden zudem Verkaufserlöse (für die EWR) durch den Verkauf der Gleise als „Stahlschrott“ einkalkuliert. Eine eventuelle zukünftige Wiedernutzung nach Ablauf der Bindefrist der Förderung als Bahntrasse ist durch das Entfernen der Gleise nicht grundsätzlich ausgeschlossen , da die Strecke stillgelegt, aber noch nicht freigestellt ist.“ (aus dem Protokoll der Sitzung des Remscheider Landschaftsbeirates vom 27. April)

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