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Bürger entscheiden Dienstag über Testverkehr auf der Allee

Die untere Alleestraße mit Markt und Stadtkirche. Archivfoto: Lothar Kaiser

Innenstadtentwicklung: "Mehr Ruderer müssen ins Boot!"“, titelte der Waterbölles am 17. März nach der gut besuchten SPD-Veranstaltung im Timescafé zur Zukunft von Markt und unterer Alleestraße. Alle beteiligten waren sich an diesem Abend einig: Dort muss etwas passieren. Fragt sich nur: Was? Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein stellte heute gemeinsam mit Andreas Meike (Stadtmarketing) und Joachim Karp (Stadtentwicklung & Verkehr) in einer Pressekonferenz im Rathaus das weitere Procedere in Sachen „Öffnung der unteren Alleestraße für den Fahrzeugverkehr“ vor. Einer Auflage der Bezirksregierung folgend lädt die Stadt für Dienstag, 30. März, alle Anwohner, Hausbesitzer und Einzelhändler im Quartier Markt/Blumenstraße/Konrad-Adenauer-Straße für 19 Uhr in den Großen Sitzungssaal des Rathauses ein, um zu erfahren, ob die Mehrheit der Anwesenden den zunächst probeweisen Pkw-Verkehr auf der Alleestraße befürwortet oder nicht. Dementsprechend werde die Verwaltung dann der Politik ein Beschluss vorlegen und zugleich der Bezirksregierung in Düsseldorf berichten.

In anderen Städten, u.a. im Ruhrgebiet, wird derzeit sehr aufmerksam verfolgt, ob und was sich in Remscheid tut. Denn auch dort wird an einen Rückbau von Fußgängerzonen gedacht, der einst mit Landesmitteln finanziert worden ist. Um diese nicht zurückzahlen zu müssen, hat die Stadt darauf zu achten, dass alle Anwohner der unteren Alleestraße – also nicht nur die Hausbesitzer und Einzelhändler, sondern auch die Mieter (die womöglich um ihren Wohnwert fürchten) im Vorfeld der Ratsentscheidung zu Wort kommen. Der Bürgerversammlung kommt daher entscheidende Bedeutung zu. Denn an eine schriftliche Befragung der Bürgerschaft ist nicht gedacht.

Ich wage mal eine Prognose: Die Öffnung der „Allee“ für Pkw (als Einbahnstraße von Markt Richtung Mandtstraße) wird das Problem nicht lösen. Es muss viel grundsätzlicher angegangen werden. Am 17. März wurde das bereits diskutiert. Macht es nicht viel mehr Sinn, die obere Alleestraße ähnlich des „Alleecenters“ grundlegend zu modernisieren und die untere als Geschäftszone langfristig aufzugeben? Ohne kostspielige Investitionen in energetische Dämmung könnten die Hausbesitzer ihre Ladenlokale auf Dauer wegen zu hoher Energiekosten gar nicht mehr vermieten, meinte am 17. März Stadtplaner Sonnenschein. Und Andreas Meike wies heute darauf hin, dass Remscheid pro Einwohner von allen drei bergischen Großstädten die meiste Verkaufsfläche habe: 1,6 Quadratmeter. In Wuppersoind es 1,4, in Solingen 1,3. Zuvierl Fläche angesichts des unanwendbaren Bevölkerungsrückgangs?!!

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Testphase der „offenen Allee“ ließ Sonnenschein heute unbeantwortet. Nur so viel: Geld von der Stadt wird es dafür nicht geben können. Bislang haben lediglich die Wirtschaftsjunioren 3.000 Euro für das Gutachten in Aussicht gestellt, das die Ergebnisse (Umsatz- und Verkehrsentwicklung, Wohnwert) festhalten soll (auch eine Auflage der Bezirksregierung), während der Einzelhandelsverband und der Marketingrat sich mit ihren Fördersummen noch nicht festgelegt haben. Und was passiert nach der Testphase, wenn die Bezirksregierung dem Rückbau der unteren Alleestraße tatsächlich zugestimmt haben sollte. Dann wäre der untere Brunnen, an dem rechts vorbei (bergwärts) der „Probeverkehr“ fließen soll (Foto), ebenso wenig zu halten wie das benachbarte Straßencafe. Und auch die Mandtstraße müsste an der Einmündung in die Alleestraße zu Lasten der Fußgängertreppe verbreitert werden. Auch für diese Rückbaumaßnahmen steht die Stadt als Geldgeber nicht zur Verfügung. Vielleicht sollte man diese Finanzfragen im Vorfeld klären und erst dann den Versuch starten – wenn man ihn nicht doch lieber gleich ad acta legt.

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Kommentare

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Chronist am :

Schriftlich hatte das Stadtmarketing im Dezember 2009 Hauseigentümer und Händler befragt. Das Ergebnis: Es wurden 36 Eigentümer angeschrieben, 17 Fragebogen wurden ausgefüllt zurückgesandt, von denen 13 eine probeweise Öffnung befürworteten und vier ablehnten. probeweise Öffnung. - Das Ergebnis der Befragung der Geschäftsanlieger: 65 wurden befragt, zurück kamen 23 Bögen, von denen 16 für eine probeweise Öffnung der unteren Alleestraße waren und sieben dagegen. Auffällig: Die geringe Rücklaufquote.

Roland Kirchner am :

Ich bin mir relativ sicher, dass da noch irgendwer eine Idee entwickeln wird, wie man den Probelauf noch weiter verzögern kann. Seit fünf Jahren, genauer seit dem 24. Mai 2005, wird in der Politik offiziell darüber diskutiert, ob der Versuch durchgeführt werden soll - leider ohne Ergebnis. Lasst Euch Zeit. Eine so weitreichende Entscheidung wie über einen dreimonatigen Probelauf muss gut vorbereitet und beraten werden...

Peter Matzner am :

Am Erfolg der Rückläufer kann man das Interesse ablesen. Dies ist nicht vorhanden. Der Einizige, der immer wieder nach einer Öffnung ruft, ist Herr Schmidt. Ich denke, man wird öffnen, und ich wünsche Herrn Schmidt viel Erfolg und bessere Umsätze. Gut gekämpft Herr Schmidt. Warten wir mal den Erfolg ab. Ich prognostiziere keinen. Das Angebot der Geschäfte stimmt im Großen und Ganzen nicht im Bereich der unteren Allee. Sehen Sie sich doch auch mal die Fluktuation an. Im Center kann ich auch nicht bis vor die Türe der Geschäft fahren. Auch da muß ich laufen. Was bitte soll die Öffnung bringen?

Chronist am :

Nicht vergessen: Wer sich mit seiner Meinung zur geplanten probeweisen Öffnung der unteren Alleestraße für den Fahrzeugverkehr öffentlich einbringen will, hat dazu heute Gelegenheit. Die Stadt Remscheid lädt alle Interessierten zur Bürgerversammlung um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses ein.

Chronist am :

Der Haupt- und Finanzausschuss hat der testweisen Öffnung der Alleestraße gestern zugestimmt. Was der Regierungspräsident davon hält, ist noch nicht bekannt.

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