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50.000 Pfund Roheisen pro Jahr erscheint übertrieben

Schmitzkotten, Foto: HIZ RemscheidDer Mückenbach stellte in früherer Zeit seine Wasserkraft von der Unterführung (Nähe Bahnhof)  bis zur Haddenbach zur Verfügung. Der an diesem Bach gelegene Schmitzkotten ist im Lüttringhauser Verzeichnis von 1853 mit einem Alter von 260 Jahren angegeben. Rechnen wir zurück, ergibt sich als Baujahr 1593, wobei überlieferte Angaben aber erst bei 1710 anfangen. Der Schmitzkotten ging  aus der Nüdelshalbacher Mühle hervor, die 1710 als Bertrams Mühle ihren Dienst versah. Sie wurde auch "et Möllschen" und "et Köttschen" genannt. 1749/50 wird sie als "Mahlmühlgen in der Nüdelshalbach" geführt. Die Gewässer waren Eigentum des Landesherrn, der für die Benutzung der Wasserkraft Steuern erheben ließ. Stursberg erwähnt 1773, dass die Mühle von einem Krasch (Crasch) geführt wird. Näheres ist nicht bekannt. 1800 ist zu lesen, dass die Mahlmühle der "Erbgemeinschaft Loes in der Nüdelshalbach, von alten privilegiert, 2 Reichstaler, 8 alb." zu zahlen habe.

1834 taucht die Mühle als Ambosshammer von Gottlieb Hasenclever in der Nüdelshalbach auf, und es ist im Adressbuch zu lesen: "Gottlieb Hasenclever, Entrepeneur eines Ambosshammers".  1842 ist J.P. Kuhler als Inhaber angegeben. Dieser betreibt den Hammer mit drei Arbeitern und einem Inventar von 2 Herdfeuern und einem Amboss, wobei angeblich 50.000 Pfund Roheisen pro Jahr geschmiedet wurden. Das scheint mir aber erheblich übertrieben zu sein, denn in dieser Hammergrößenordnung mit drei Arbeitern waren üblicherweise nur etwa 40.000 Pfund pro Jahr zu schaffen.

Ausrecken des Stabstahls unter dem Dampfhammer,  Repro: G. Schmidt1853 taucht in der Regierungsliste der Kuhlershammer wieder auf, jetzt aber als Schleifkotten mit einem Wehr und ohne Konzession. Das machte für Kuhler auch Sinn, denn am Teich darunter hatte er bereits seit 1798 einen Ambosshammer stehen. 1867 ist die Witwe Josua Schmitz als Besitzerin des Schleifkottens aufgeführt. Sie behielt den Kotten bis 1914, um ihn dann an einen Straube zu veräußern. Straube richtete hier eine Feilenschmiede ein. Wann der Kotten ein Wohngeschoß bekam, ist nicht überliefert. Fest steht jedenfalls, dass er bereits 1914 eins besaß. Straube betrieb die Feilenschmiede bis 1950. Die einstige Schleiferei im Untergeschoß wurde dann zu einem Büro umgebaut und vermietet; und der dahinter liegende Anbau stammt aus den späten 70er Jahren. (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

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