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"Zugangstor", Hilfeplaner, Netzwerker und Kinderschützer

„Der Allgemeine Sozialdienst ist der sozialpädagogische Basisdienst innerhalb der Stadtverwaltung und in der Regel die erste Anlaufstelle für Hilfe und Rat suchende Einwohnerinnen und Einwohner, insbesondere Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Volljährige bei familiären, sozialen und persönlichen Schwierigkeiten, Menschen mit Behinderung und Seniorinnen/Senioren. (…) Ziel der Arbeit ist es stets, im Zusammenwirken aller Beteiligten eine Veränderung zur Verbesserung der Lebenssituation der Hilfesuchenden zu erreichen.“ So beginnt die Präambel zu einem umfangreichen Konzept und Leitbildes Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) der Stadt Remscheid, das die Verwaltung jetzt den politischen Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt hat. Ein Thema u.a. für den Jugendhilfeausschuss, den Sozialausschuss, Jugendrat, Behinderten- und Seniorenbeirat. Der Waterbölles zitiert auszugsweise:

„Der Allgemeine Sozialdienst der Stadt Remscheid erbringt als Organisationseinheit des Fachdezernates Bildung, Jugend, Soziales, Gesundheit und Sport Leistungen für Kinder, Jugendliche und Familien sowie für Seniorinnen, Senioren und Menschen mit Behinderung auf den gesetzlichen Grundlagen insbesondere der Sozialgesetzbücher SGB VIII (Kinder-und Jugendhilfegesetz) und SGB XII (Sozialhilfe). Kinder- und Jugendhilfe ist gemäß dem Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfegesetz) Pflichtaufgabe der Städte und Kreise, die hierfür ein Jugendamt einzurichten und die örtliche Jugendhilfe in kommunaler Selbstverantwortung zu gestalten haben. (…) Die Sozialen Dienste sind als eine Abteilung ein wesentlicher Teil der Verwaltung des Jugendamtes und beinhalten den Allgemeinen Sozialdienst (ASD) und die Wirtschaftliche Jugendhilfe / Beistandschaften (WJH). (…) Die  Jugendhilfe (soll) jedem jungen Menschen zu seinem Recht auf "Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit" verhelfen. (…) Der Allgemeine Sozialdienst ist

  • das offene "Zugangstor" zu Informationen, Beratung, Unterstützung und Hilfe für junge Menschen, Familien, Senior/innen, Menschen mit Behinderung und Institutionen
  • der kommunal verankerte professionelle sozialpädagogische Basisdienst zur Ausgestaltung von Rechtsansprüchen für junge Menschen, Familien, Senior/innen und Menschen mit Behinderung
  • "Leistungsgewährer" von geeigneten und notwendigen Hilfen zur Erziehung gemäß SGB VIII
  • der "Schnittstellengestalter" und Vermittler zwischen Handlungsfeldern der Kinder-und Jugendhilfe, der Hilfen für Senior/innen und Menschen mit Behinderung und anderen Leistungsbereichen wie Schulen, Gesundheitswesen oder Justiz
  • "Hilfeplaner" in der Jugendhilfe sowie "Infrastrukturentwickler" im Sozialraum
  • "Netzwerker" mit Lebenswelt- und Bedarfsorientierung
  • "Seismograph" für gesellschaftliche Entwicklungen und daraus sich ergebende Bedarfslagen von jungen Menschen, Familien, Senior/innen und Menschen mit Behinderung
  • aktiver "Kinderschützer" und gewährleistet das Kinderschutzmanagement im Rahmen der kommunalen Verantwortungsgemeinschaft.

Der ASD hat seinen Arbeitsschwerpunkt (ca. 85 %) in der Jugendhilfe. Trotz der demographischen Entwicklung (sinkende Geburtenrate) ist der Bedarf an Jugendhilfeleistungen angestiegen, gleichzeitig stellen sich mehr und komplexere Problemstellungen bei den jungen Menschen und innerhalb der Familien dar. (…)

In den letzten Jahren ist eine deutliche Steigerung an Hilfeempfängern zu verzeichnen. Dies betrifft primär die ambulanten Hilfen, die Zahl der stationären Hilfen blieb relativ konstant. Gründe hierfür liegen u.a. in den dramatischen Ereignissen zum Nachteil von Kindern und dem gestärkten gesetzlichen Auftrag zum Schutz bei Kindeswohlgefährdung und der damit verbundenen gestiegenen Aufmerksamkeit für Belange des Kinderschutzes in der Öffentlichkeit und bei den Fachkräften. (…)

Im Vergleich zum Vorjahr (2008: 1071) haben in Remscheid im Jahre 2009 1104 Kinder, Jugendliche und junge Volljährige Leistungen zur Hilfe zur Erziehung, bzw. Jugendhilfe erhalten. Dies bedeutet noch einmal eine Steigerung um 33 Hilfeempfänger. Auch die Meldungen auf Verdacht einer Kindeswohlgefährdung sind auf einem relativ hohen Niveau geblieben. So sind im Jahr 2009 insgesamt 95 Meldungen im Jugendamt eingegangen, die nach einem festgelegten internen Verfahren unter Beteiligung einer insoweit erfahrenen Fachkraft und nach dem Vier-Augen-Prinzip sofort überprüft worden sind. In 14 Fällen war eine unmittelbare Herausnahme der Kinder und eine stationäre Unterbringung erforderlich, in 14 weiteren Fällen wurde zur Abwendung einer Gefährdung eine ambulante flexible Hilfe eingesetzt. In 45 Fällen wurden weitere Beratungsgespräche vereinbart bzw. bestand ein weiterer, aber nicht akuter Klärungsbedarf. Lediglich 22 Meldungen entbehrten jeglicher Grundlage einer Kindeswohlgefährdung.

Im Rahmen der Familiengerichtshilfe ist die Zahl der Anfragen vom Familiengericht und somit der Sorgerechts- und Umgangsrechtsregelungen um fast 30 Prozent angestiegen. Waren es im Jahr 2008 noch gesamt 229 Anfragen, sind es im Jahr 2009 bereits 294. In 185 dieser strittigen Fälle bedurften die Kindeseltern einer intensiven Beratung und Konfliktregelung hinsichtlich der Erarbeitung eines einvernehmlichen Konzeptes zur Wahrnehmung der elterlichen Sorge für ihr/e Kind/er. In 48 Fällen wurde vom Allgemeinen Sozialdienst zu Begleitetem Umgang beraten, dieser eingeleitet und eng mit dem Leistungserbringer begleitet. Begleiteter Umgang ist eine Form der Unterstützung und Förderung des Kontaktes zwischen Kind und nicht mit ihm zusammenlebenden wichtigen Menschen wie z.B. Vater, Mutter, Geschwister, Großeltern oder sozialen Eltern. Begleiteter Umgang ist erforderlich bei hohem Konfliktpotential der Beteiligten, schweren Loyalitätskonflikten des Kindes, Erstanbahnung des Kontaktes zwischen Kind und einem Beteiligten, Elternentfremdung und starken physischen oder psychischen Beeinträchtigungen eines oder mehrerer Beteiligter."

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Waterbölles am : Beim Kindeswohl steht die Politik in der Verantwortung

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Schon im Dezember 2008 standen sechs neue Stellen für den Allgemeinen Sozialdienst und den Pflegekinderdienst der Stadt Remscheid zur Debatte. Der Sozialdienst sei „’Zugangstor’, Hilfeplaner, Netzwerker und Kinderschützer“, hieß es dann  im Mai 2010

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Kommentare

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Lothar Kaiser am :

Miteilungsvorlagen der Verwaltung sind nüchtern, sachlich, gelegentlich abstrakt. All das trifft auch für die Aufgabenbeschreibung des Allgemeinen Sozialdienstes zu - und geht wohl auch gar nicht anders. Ein mündlicher Vortrag, und den hörten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses heute ergänzend in eben der Sitzung, in der sie die Vorlage zur Kenntnis nahmen, kann plastischer, farbiger sein. Erst recht, wenn es - wie bei den Aufgaben des ASD - um das pralle Leben" geht. Hier hätten sich Fallbeispiele angeboten. Die kamen aber leider nicht; alles blieb "blutarm", eine mündliche Wiederholung des schon Gelesenen.

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