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Landesgremium betont Bedeutung des Seniorenbeirats

In einem Brief an Oberbürgermeisterin Beate Wilding haben die Vorsitzende der Landesseniorenvertretung NRW mit Sitz in Münster, Gaby Schnell, und ihr Stellvertreter, Dr. Martin Theisohn, gegen den am 8. Juli auf Antrag der Fraktionen von SPD, FDP und Bündnis90/Die Grünen gefassten Ratsbeschluss protestiert, den Seniorenbeirat der Stadt Remscheid über die im Jahre 2014 endende Wahlperiode hinaus nicht fortzuführen. Die Landesseniorenvertretung NRW, deren Mitglied der Seniorenbeirat Remscheid ist, sei von diesem Beschluss unterrichtet worden und ist davon sehr betroffen, heißt es in dem Brief. Und weiter:

 

„Dieser Beschluss bedeutet ja nicht nur, dass ein städtisches Gremium aufgelöst wird, sondern auch, dass die Stadt Remscheid eine unabhängige, überparteiliche, aktive und engagierte Vertretung der Interessen der älteren Bürger von Remscheid und sei­nen Ortsteilen nicht mehr haben will. Die Stadt verzichtet damit auf das sehr erfolg­reiche ehrenamtliche Engagement ihres Seniorenbeirates und bedeutet gleichzeitig den Mitgliedern des Seniorenbeirates, dass sie seine bisherige Arbeit nicht schätzt und eine weitere Unterstützung nicht braucht. Von außen ist dies nicht nachvollziehbar.

In der vergangenen Wahlperiode hat der Seniorenbeirat den Seniorenkompass he­rausgegeben. Er hat eine große Befragung der Remscheider Bürger durchgeführt (Wünsche für ein Leben und Wohnen im Alter) aus deren Ergebnissen die Rem­scheider Seniorenagenda hervorgegangen ist. Es wurde der „Runde Tisch 50+" gegründet mit regelmäßig tagenden Arbeitsgruppen. Dies hat dazu geführt, dass die Freiwilligenzentrale „Die Brücke" sowie sechs „Begegnungs- und Beratungszentren" gebildet wurden. Daneben nahmen Mitglieder des Senioreinbeirates an den Sit­zungen vieler Gremien teil und arbeiteten mit den Seniorenvertretungen der Städte Solingen und Wuppertal zusammen. Es wurde eine Seniorenwoche durchgeführt mit vielen Programmpunkten und Mitmach-Möglichkeiten.

Der Seniorenbeirat der Stadt Remscheid war überdurchschnittlich aktiv und erfolgreich. Er hat dazu beigetragen, dass sich viele ältere Bürgerinnen und Bürger am Leben in den Stadtteilen beteiligen und sich ehrenamtlich für die Stadt und ihre Bürger einsetzen. Der Seniorenbeirat hätte noch wirksamer sein können, wenn die Stadt Remscheid von den Möglichkeiten der Gemeindeordnung Gebrauch gemacht hätte und Mit­glieder des Seniorenbeirates als sachkundige Einwohner in die verschiedenen Aus­schüsse des Rates berufen hätte.

Auch in Remscheid nimmt der Anteil der älteren Bürgerinnen und Bürger zu (demo­grafischer Wandel). Diese wollen gehört werden, sich einmischen, mitgestalten und mitbestimmen. Durch den Ratsbeschluss soll nun aber die Struktur zerstört werden, die dieses erst ermöglicht. Ein Verweis auf die älteren Mitglieder des Rates, die in ihren Fraktionen jeweils eingebunden sind, trägt dafür nicht.

Die Landesseniorenvertretung sieht auch, dass die Finanzsituation der Städte und Gemeinden katastrophal schlecht ist. Durch die Einsparung von ca. 5.000 € ab 2015 wird sie aber nicht besser, sondern schlechter, weil das kostbare ehrenamtliche Engagement der Bürgerinnen und Bürger dadurch missachtet wird und verloren geht und so deutlich höhere Kosten im Rahmen der Pflichtausgaben entstehen wer­den. Darüber hinaus ist der Ratsbeschluss das falsche Signal für die Zukunft der Engagementkultur Ihrer Stadt. Wie sollen junge Menschen Engagement als Bestandteil der Stadtkultur erfahren, wenn es die Älteren unter wertschätzenden Rahmenbedin­gungen nicht vorleben können?

Die Landesseniorenvertretung NRW bittet Sie deshalb eindringlich, diesen Ratsbeschluss nochmals zur Diskussion zu stellen und schließlich aufheben zu lassen. Nur so kann der jetzt gewählte Seniorenbeirat seine erfolgreiche Arbeit fortsetzen. Gleichzeitig sollte der Rat von der Möglichkeit der Bestellung von sachkundigen Ein­wohnern nach § 58 (4) GO Gebrauch machen und damit zeigen, dass er die von den Mitgliedern des Seniorenbeirates geleistete Arbeit Wert schätzt und achtet.

Die Landesseniorenvertretung NRW vertritt inzwischen 147 unterschiedlich organi­sierte kommunale Seniorenvertretungen in Nordrhein-Westfalen und ist federführend für die Geschäfte der LAGSO (Landesarbeitsgemeinschaft der ehrenamtlichen Senio­renvertretungen) verantwortlich. Die Landesseniorenvertretung informiert und berät die kommunalen Seniorenvertretungen. Es werden Projekte durchgeführt, begleitet und befürwortet, an der sich Gemeinden mit Seniorenvertretungen beteiligen können. Zur Qualifizierung bietet sie Tages- und Wochenseminare für Seniorenvertretungen an und stellt diesen vielfältige Arbeitsmaterialien zur Verfügung (s. www.lsv-nrw.de).
Mit freundlichen Grüßen“

Trackbacks

Waterbölles am : http://www.waterboelles.de/archives/8316-unknown.html

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„Einsatz für Remscheider Senioren nur noch bis 2014?“, fragte der Waterbölles am 26. August. Kaum hatte der Rat der Stadt am 8. Juli auf Antrag und mit den Stimmen der „Ampel-Koalition“ (SPD, FDP und Grüne) beschlossen, den Seniorenbeirat der Stadt mit de

Waterbölles am : Einsatz für Remscheider Senioren nur noch bis 2014?

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In einem Brief an Oberbürgermeisterin Beate Wilding zeigte sich die Landesseniorenvertretung NRW kürzlich „betroffen“ über den am 8. Juli auf Antrag der „Ampel-Koalition“ (SPD, FDP und Grüne) durchgesetzten Ratsbeschluss, den Seniorenbeirat der Stadt m

Kommentare

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Chronist am :

Für eine umfassende Übersicht der aktuellen und zukünftigen Seniorenarbeit der Städte haben die Wuppertaler Soziologin Prof. Dr. Ludgera Vogt und ihre Mitarbeiter im Auftrag der Deutschen Post eine Studie mit 15 NRW-Kommunen durchgeführt. Eines der Ergebnisse: Die Vielfalt an Seniorenangeboten wird hauptsächlich von Vereinen und Verbänden sowie selbstorganisierten Seniorengruppen gewährleistet. „Ältere Bürger interessieren sich zunehmend für zielgruppenspezifische Angebote und beteiligen sich an Bürgerprojekten“, so Prof. Ludgera Vogt. Die auf ehrenamtlicher Basis entstandenen Angebote im Bereich Kultur, Sport, Weiterbildung, Fitness, Gesundheit, Geselligkeit und Reisen unterstützen die Kommunen durch die Schaffung von Rahmenbedingungen, z.B. in Form von Pressearbeit oder Bereitstellung von Räumen. Prof. Vogt: „Alternde Städte und Gemeinden in Deutschland sowie gesetzliche Veränderungen in der Pflegeberatung haben dazu geführt, dass sich Kommunen in NRW stärker mit ihrer Seniorenarbeit auseinandersetzen.“ (aus Pressemitteilung der Universität Wuppertal)

Klaus Kowakowski am :

Demokratie im Sinne einer funktionierenden Zivilgesellschaft beruht auf der Selbstbestimmung Autonomie fähiger Bürger. Deshalb verstößt jede Behinderung oder Einschränkung dieser Autonomie und Selbstbestimmung - wie der Ratsbeschluss zur Abschaffung des Seniorenbeirats - gegen alle moralischen Leitnormen. Politik im Sinne demokratischer Prozesse ist die Voraussetzung für Sinn Verwirklichung und Teilhabe des Menschen an demokratischer, gesellschaftspolitischer Entwicklung. Aktive und wirksame Politik hat heute längst erkannt, dass der Weg von oben nach unten die einzig wirksame Bedingung für den Erhalt unserer Demokratie ist. Der Schritt von "Gestaltungsmehrheit" von SPD, Grüne und FDP, durch Ratsbeschluss vom 08. 07. 2010, den Seniorenbeirat ab 2014 aufzuheben, ist ein Schlag ins Gesicht von mehr als 30.000 Remscheider Bürgerinnen und Bürger im Lebensalter über 60, der für die "Gestaltungsmehrheit" nicht ohne nachteilige Folgen bleiben wird.

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