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Dr. Luckhaus eröffnet "Kinderwunschklinik" in alter IHK-Villa

Zufriedene Käufer und Verkäufer vor der neuen 'Kinderwunschklinik'. Foto: Lothar Kaiser

„Industrie- und Handelskammer“ wird auch künftig über dem Eingang der um 1900 von Karl Berhard Luckhaus erbauten Villa an der Elberfelder Straße stehen. Doch im Inneren steht ab November die Familienplanung, das Elternglück, im Vordergrund. Der Vollversammlung der IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid in Wuppertal verkündet IHK-Präsident Friedhelm Sträter in diesen Minuten die gute Nachricht: Für das Gebäude der IHK-Geschäftsstelle Remscheid, das schon 2001 nach dem Auszug der letzten Mieter für einen Hausmeister und eine IHK-Mitarbeiter viel zu groß geworden war, ist endlich ein Käufer, die „M+MI Grundstücksverwaltung KG“ in Himmelpforten bei Stade, und ein neuer „Ankermieter" gefunden worden, Dr. Johannes Luckhaus. Dem bekannten Remscheider Frauenarzt und ausgewiesenen Spezialisten für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin waren die Räume im einstigen „Ärzte-Casino“ des Remscheider Krankenhauses zu klein geworden. In den vergangenen elf Jahren haben er und seine 14 Mitarbeiter/innen rund 2.000 Paaren, die meisten aus dem Bergischen, zum lang gehegten Kindersegen verholfen, der sich auf dem üblichen Wege nicht hatte einstellen wollen. In der neuen „Kinderwunschklinik“, die Luckhaus Ende November im Wohnhaus seines Ururgroßonkels eröffnen will, können dann jährlich rund 1.000 Paare beraten werden, doppelt so viele wie heute. „Nicht alle entscheiden sich nach eingehender Beratung für eine Behandlung“, sagte Dr. Luckhaus (sein Vater praktizierte lange Jahre als Frauenarzt in Hasten)  heute Vormittag auf der Pressekonferenz, zu der die IHK mit ihrem Präsidenten und den „Vize“  Heinz-Helmut Kempges und Dr. Manfred Diederichs eingeladen hatte. „Denn sie werden natürlich darauf hingewiesen, dass die Erfolgschancen mit zunehmendem Alter abnehmen." Aber drei von vier Paaren, die sich zu einer Behandlung entschlossen hätten, bekämen dann den ersehnten Nachwuchs.

„Ich freue mich sehr, dass unsere langjährigen Bemühungen, einen Käufer für unsere ‚Remscheider Villa' zu finden, endlich zum Erfolg geführt haben", sagte Sträter. Die IHK werde auch künftig im Hause präsent bleiben sowie den Saal (mindestens in den nächsten zehn Jahren) für Veranstaltungen nutzen. Für die Geschäftsstelle wurden von Investor Heiner Meyer (er war durch seine Lenneper Lebensgefährtin auf das Objekt aufmerksam geworden)  im Erdgeschoss zwei Räume angemietet, in der auch Besprechungen und Prüfungen durchgeführt werden können. Bis Ende November wollen Mayer und Architekt Herbert Mügge den notwendigen Umbau getätigt haben. Sie rechnen mit Baukosten von einer Million Euro. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Nur so viel von Sträter: „Gegenüber dem Preisgutachten von 1999 mussten wir 30 Prozent nachlassen!“ In dieser Zeit seien die Grundstückspreise allgemein stark gefallen. „Aber den Preis im Gutachten von 2009 haben wir fast erreicht“, ergänzte Hauptgeschäftsführer Wenge.

IHK-Präsident Sträter ging auf der Pressekonferenz auch auf die Geschichte des Gebäudes ein, eigentlich ein Gebäudekomplex, bestehend aus der Villa (1900), dem „Saalbau“ (1954) und den rückwärtigen „Neubau“ (1965/66). Im Jahr 1977, bei der Fusion der bis dahin selbstständigen Industrie- und Handelskammern Wuppertal, Solingen und Remscheid zur Drei-Städte-Kammer habe ein Streit der in Auflösung befindlichen Kammern dazu geführt, dass in Remscheid noch bis 1983 „ein leibhaftiger Hauptgeschäftsführer" residiert habe. Noch 2002 hätten an der Elberfelder Straße zwölf IHK-Mitarbeiter/innen ihren festen Arbeitsplatz gehabt.  „Seit 2006 gibt es hier nur noch eine kleine, aber feine Geschäftsstelle mit einer Mitarbeiterin und einem Hausmeister. Unsere Bemühungen, dieses Objekt zu verkaufen, sind mittlerweile schon legendär, gab es doch vielversprechende Ideen wie die eines Kultur- und Musikhauses unter Federführung der dann immer ärmer werdenden Stadt Remscheid, die schließlich finanziell nicht mehr zum Kauf dieser Immobilie in der Lage war.“ Und ein Düsseldorfer Makler habe das Anwesen sogar als Heimstätte für das „horizontale Gewerbe“ vermitteln wollen. Das aber sei für die IHK nicht in Frage gekommen. Sträter: „Umso mehr freute es uns, dass eines Tages die heute hier sitzenden Herren aus Stade an uns herantraten und sich durch wichtige Merkmale deutlich von allen anderen Nachfragern unterschieden: Sie boten von vorneherein einen fairen Preis für eine ausgesprochen sympathische Nutzung des Gebäudes an!“

Schnell wurden sich Investor und IHK einig. Und schnell, das lobte Sträter heute ausdrücklich, habe auch die Stadt Remscheid auf ihr Vorkaufsrecht für die vordere Verkehrsfläche verzichtet. Mit der Baugenehmigung rechnen Heiner Meyer und Herbert Mügge für die kommende Woche. Die unterschiedliche Geschosshöhe der drei Gebäudeteile bereiteten dem Architekten Probleme; doch die sind längst gelöst. „Alles wird behindertengerecht!“

Nächste Woche soll auch mit dem Anbau eines Aufzuges begonnen werden, sollen Wände niedergerissen und andere errichtet werden. Kernstück der neuen „Kinderwunschklinik“, eine von insgesamt 120 Einrichtungen dieser Art in der Bundesrepublik, wird in der alten Villa das Labor sein, rund 200 Quadratmeter groß. Insgesamt wird Luckhaus künftig 60 Prozent mehr Fläche zur Verfügung haben als in seiner bisherigen Klinik.

Für den zum Teo Otto Theater hin gelegene „Neubau“ sucht die „M+MI Grundstücksverwaltung KG“ noch Mieter. Im ersten und zweiten Obergeschoss stehen Büros mit jeweils rund 150 Quadratmetern zur Verfügung. Die einstige Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss („mit perfekter Südlage“) soll zum Penthouse umgebaut und dann ebenfalls vermietet werden. Heiner Meyer: „Vielleicht an einen Arzt aus der Luckhaus-Klinik…!“

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Chronist am :

Auf WDR 5 diskutiert heute ab 20.05 Uhr Dr. Johannes Luckhaus, der Leiter des Bergischen Kinderwunsch-Zentrums, Remscheid, mit dem Publizisten Dr. Oliver Tolmein, Hamburg, und Prof. Dr. Hille Haker (Kath. Theologische Ethik, Universität Frankfurt) über die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID). Das Verfahren macht es möglich, dass Eltern, die unter schweren erblichen Krankheiten leiden, ein gesundes Kind zur Welt bringen, indem unter den künstlich erzeugten Embryonen ein unbelasteter Embryo ausgewählt wird und die anderen aussortiert werden.

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