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Alter Steinbruch der Ziegelei Schäfer wächst langsam zu

Foto: Lothar Kaiser

Vom Dach des modernen Verwaltungsgebäudes der Remscheider Stadtwerke aus fotografierte der Waterbölles in der vergangenen Woche die rund 100 Busse fassende Wagenhalle der Verkehrsbetriebe auf dem großen Werksgelände an der Neuenkamper Straße für einen Vorbericht zum großen „Evergreen-Konzert“. Dabei kam die Erinnerung auf an die Ziegelei Schäfer, die einst gleich neben der Wagenhalle gestanden hatte. Wie lange wurden in ihr eigentlich Ziegel gebrannt? Wann war für die Stadtwerke endgültig klar, dass ihr lang gehegter Plan, auf dem knapp 189.000 Quadratmeter großen Areal der Ziegelei ihr neues Verwaltungsgebäude zu errichten, in Erfüllung geben würde? Für das Historische Archiv der Stadtwerke ist Wilhelm Matthies verantwortlich. Von ihm bekam der Waterbölles auf Anfrage die beiden untenstehenden Fotos. Das eine zeigt rechts oben die Wagenhalle.

Am 18. Dezember 1991 war es publik geworden: Die LEG (Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen) hatte das Gelände für einen zweistelligen Millionenbetrag (in D-Mark) gekauft, um es weiter zu vermarkten (Möbelhaus Knappstein / 51.000 Quadratmeter für die Stadtwerke). Der Landtagsabgeordnete Robert Schumacher (SPD) begrüßte damals gegenüber dem RGA den Deal, weil dadurch eine städtebaulich verträgliche Entwicklung ermöglicht und eine unkontrollierbare Vermarktung verhindert werde. Dass die verbliebenen 15 Mitarbeiter/innen der Ziegelei Schäfer davon hielten, ist nicht überliefert. Für die war am 30. Juni 1992 endgültig Schluss. Am 21. Mai 1999 wurde auf dem Gelände die neue Hauptverwaltung der Stadtwerke im Rahmen einer nachträglichen Grundsteinlegung und gleichzeitigen Einweihung feierlich eröffnet. Nicht zuletzt dem damaligen Einsatz des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) ist es zu verdanken, dass der alte Steinbruch als Refugium für Pflanzen und Tiere erhalten blieb (Foto oben). Über dem kleinen Naturschutzgebiet erhebt sich heute die Sophie-Scholl-Gesamtschule.

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Kommentare

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Felix Staratschek am :

Die Ziegelei hat bis in die 80-er Jahre eine Feldbahn betrieben. Per Bagger wurden die Loren gefüllt, dann setzte der Baggerfahrer den Zug in Bewegung, sprang auf den Bagger, um vor den Zug am Endpunkt der Strecke zu sein. Dort sprang der Baggerarbeiter auf die Lok und stoppte den Zug mit dem Rohmaterial für die Ziegel. Es war sozusagen die letzte Kleinbahn im Bergischen Land (Ronsdorf- Müngsten, Wermelskirchen- Burg, Marienheide- Engelskirchen, Bielstein- Waldbröl, Gummersbach- Dümmlinghausen sowie weitere Strecken im Märkischen Kreis). Davor soll der Feldbahnbetrieb mal viel größer gewesen sein. Immerhin hatte die Ziegelei einen Gleisanschluss, der die B 229 querte.

Lothar Kaiser am :

Davon wünsche ich mir mehr - Leser/innen des Waterbölles, die mit schreiben an der Geschichte dieser Stadt, die ihre Erinnerungen mit anderen teilen, im Internet jederzeit nachlesbar.

Armin Gerhardts am :

Vielen Dank, vor allem für die letzten beiden, historischen Ansichten. In der alten Barracke sind wir als Kinder mal drin gewesen, und ein Schwefelsäure-Kanister hat mich eine Jacke gekostet, glücklicherweise nur die. Der Steinbruch bestand übrigens nicht nur aus dem eigentlichen Bruch ,wie im Bild zu sehen. Rechts davon gab es einen riesigen Berg Geröll (Kiesgröße), auf dem man mehr oder weniger gut hoch (auf den Hohenhagen) oder runter (Richtung Ziegelei) kam. Was ist daraus geworden? An die Lorenbahn, von der Felix schreibt, kann ich mich auch noch diffus erinnern. Die gab es m.W. noch sehr lange! Und existiert noch der begehbare, ins Massiv gehauene Ofen oberhalb des Bruchs (Karl-Kahlhöfer-Straße)? Ich glaube, ich muss mir auch die Kamera packen uns losgehen. Dann buddele ich auch direkt noch die Packung Feuerwerkskörper aus, die wir zum Zugriffsschutz der Eltern dort vergraben und vergessen haben, und schmeiße auf die gute alte Zeit noch mal einen in den Bruch.

Ulrike Lieb-Schaefer am :

Das war keine Fortsetzung der " Feldbahn", sondern ein Anschluss der normalen Reichsbahn mit ihren Transportwaggons. Es muessten hier noch Fotos zu finden sein!

Wilhelm Wunderlich am :

Der Steinbruch war der schönste Abenteuerspielplatz in Remscheid, zumindest für mich bis ca. 1950. Nach Betriebsschluss sind wir mit bis zu 50 Jugendlichen und Kindern aus den Notunterkünften an der Neuenkamper Straße unter den Stacheldrahtzäunen durchgeschlüpft und haben dort unsere Abenteurspiele veranstaltet. Auf der Lederhose wurden die steilsten Abhänge gemeistert! Man glaubt es kaum: Keinem ist was passiert dabei!

Manfred Koppe am :

iIch bin als Vierjähriger mit meinen Eltern und Schwestern 1955 in das untere der beiden Bundesbahnhäuser gezogen, wir hatten dort eine schöne, wenn auch in vielen Dingen enthaltsame Kindheit bzw. Jugend, der "Schacht", wie wir ihn nannten, war unser Lieblingsort, wir spielten dort Fußball, fingen im Katzenteich Fische, im Winter spielten wir auf dem zugefrorenen Schachtteich mit leeren Kondensmilchdosen und gebogenen Stöcken Eishockey, wenn wir Ferien hatten, ärgerten wir den Lorenfahrer bzw. Baggerführer Manfred Eschinger, indem wir in seiner Abwesenheit dicke Steine auf die Gleise der Bahn legten, wir saßen dann auf dem Klavier und schauten zu, bis er uns einmal überraschend erwischte und uns die Ohren lang zog. Es war eine schöne Zeit, die ich nie vergessen werde, einmal wurde ich Zeuge, wie auf dem Flugplatz, wo nun die schule beheimatet ist, ein Flugzeug abstürzte. 1977, ich war da schon 26, wurden die Häuser der Bahn abgerissen, ich erinnere mich gern an diese Zeit, und es zieht mich noch oft dorthin zurück.

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