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Der ersten Einbürgerungsfeier der Stadt sollen weitere folgen

 

Der Vater Türke, die Mutter Bosnierin: Die Töchter Rabia und Nalan Baygin, im Bild mit ihren in Deutschland geborenen Schwestern Semra und Merve sowie ihrer Mutter, gehörten heute zu den neuen deutschen Staatsbürgerin, die Oberbürgermeisterin Beate Wilding im Rathaus zur ersten Einbürgerungsfeier der Stadt begrüßte. Ebenso die aus dem Iran stammenden Brüder Ali Raze und Amir Hossein Bahram. Foto: Lothar Kaiser

Beethovens 9. Sinfonie – „Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium, wir betreten feuertrunken, Himmlische, Dein Heiligthum“ – stand am Beginn der  ersten Einbürgerungsfeier der Stadt Remscheid, zu der heute Oberbürgermeisterin Beate Wilding zwölf neue deutsche Staatsbürger/innen und deren Angehörige im Großen Sitzungssaal des Rathauses willkommen hieß. Die meisten stammten aus Süd- oder Osteuropa. Feierlich erklärten sie, das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland zu achten und alles zu unterlassen, was ihr schaden könnte. Zu den ersten Gratulanten gehörten neben Beate Wilding, die die Einbürgerungsurkunden nebst Grundgesetz überreichte, auch Martin Sternkopf (Zentraldienst Integration und Migration) und sein Mitarbeiter Markus Wewer (Einbürgerungsbehörde). Bei ihnen hatten die Erwachsenen noch eine Unterschrift zu leisten – für die unter 18 Jahre alten Neubürger taten das die Eltern –, bevor die Feier mit dem Deutschlandlied ausklang. Im Kleinen Sitzungssaal wartete sodann Kaffee auf die Gäste der Stadt.

„Der heutige Tag ist ein besonderer Tag. Er besiegelt Ihren Entschluss, Deutsche zu werden. Ich freue mich darüber“, begann Beate Wilding ihre Rede. „Ich bin sicher, mit dieser ersten Einbürgerungsfeier begründet die Stadt Remscheid eine gute neue Tradition. Sie, liebe Neubürgerinnen und Neubürger, haben sich für dieses Land entschieden, Sie wollen ein anerkannter Teil dieser Gesellschaft sein. Gleich werden Kinder, Frauen und Männer im Alter von elf bis 43 Jahren ihre Einbürgerungsurkunden erhalten. Ihre Herkunft ist genauso unterschiedlich wie ihre Geschichten oder die Motive, die Sie nach Deutschland geführt haben. Die einen kamen aus Liebe, andere flohen vor Verfolgung, und einige sind hier aufgewachsen. Sie alle haben wohl nicht von heute auf morgen entschieden, die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen. Sie haben sich diesen Schritt gut überlegt. Sogar wenn Sie schon lange hier leben, bedeutet es doch einen Schnitt, sich darüber klar zu werden, hier bleiben und zugehörig sein zu wollen. Ein solches Bekenntnis bedeutet auch einen Abschied, auch dann, wenn Sie Ihre alte Staatsbürgerschaft nicht verlieren, weil Sie eine neue annehmen.“

Aber dieses Bekenntnis sei auch ein Anfang, fuhr Wilding fort. „Ihr Lebensmittelpunkt liegt jetzt hier, und deshalb möchten Sie gleichberechtigt am gesamten öffentlichen Leben teilhaben. Ich kann Ihnen zu dieser Entscheidung nur gratulieren und freue mich, dass Sie Remscheid als Ihre Heimat ansehen. Integration, das wissen wir alle, ist kein leichter Prozess. Wir haben eine jahrelange Migrationserfahrung hinter uns mit vielen guten Schritten, aber auch vielen Herausforderungen.“ Integration fordere viel – von beiden Seiten. Alle müssten Integration wollen, so die Oberbürgermeisterin, alle müssten sich dafür anstrengen. Denn Integration sei ein wechselseitiger Prozess. „Unsere Gesellschaft erfährt durch Sie als Neubürgerinnen und Neubürger eine Bereicherung. Denn Sie bringen ja viel ein an Kenntnissen und Fähigkeiten sowie an interkultureller Kompetenz, die in einer globalisierten Welt immer bedeutsamer wird. Von anderen Kulturen zu lernen, Fremdes aufzunehmen und weiterzuentwickeln, das hat, wie die Geschichte zeigt, Gesellschaften immer schon weitergebracht.“

Die deutsche Staatsbürgerschaft sei mit Rechten und Pflichten verbunden. Zu den Verpflichtungen gehörten, die Verfassung und die Gesetze zu beachten und anzuerkennen, betonte Wilding. Mitsamt allen Festschreibungen, auch denen, die man in der Heimat der Neubürger nicht kenne. Zu den Rechten gehöre insbesondere das Wahlrecht. „Und da kann ich Sie nur ermuntern: Nutzen Sie dieses Recht. Gehen Sie zur Wahl oder kandidieren Sie selbst; beteiligen Sie sich an der politischen Willensbildung in Remscheid, in Nordrhein-Westfalen und im Bund. Bringen Sie sich ein in diese Gesellschaft; engagieren Sie sich, auf welche Weise auch immer, in Ihrem Umfeld. Ich hoffe, dass sich die Erwartungen, die Sie mit Ihrer Einbürgerung verbinden, erfüllen werden, und wünsche Ihnen und Ihren Familien in diesem Sinne alles Gute!“ (Nach Angaben der Stadt lassen sich in Remscheid alljährlich zwischen 220 und 250 Bürger/innen mit Migrationshintergrund einbürgern)

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Chronist am :

Im vergangenen Jahr wurden in Remscheid 186 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert, d.h. sie bekamen einen deutschen Pass. Es waren 101 Männer und 85 Frauen, davon 57 bis 17 Jahre alt, 124 zwischen 18 und 64 Jahren sowie fünf 65 Jahre oder älter.

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