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Firma zieht nach W'kirchen - 80 Arbeitsplätze weg

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Remscheid freut sich über jeden neuen Arbeitsplatz. Denn das hebt die Kaufkraft und lässt Steuern in die Kasse der finanzschwachen Stadt fließen.  Dass eine ganze Firma mit immerhin achtzig Arbeitsplätzen von Remscheid nach Wermelskirchen zieht, sehen Rat und Verwaltung deshalb gar nicht gerne. Aber genau das wird passieren: Voraussichtlich morgen wird Martin Dreiner, Geschäftsführer der bisher im Morsbachtal ansässigen Werkzeugfirma „Padre-Tirem“ den notariellen Vertrag unterzeichnen, der den Umzug in die frühere Kugelfabrik Schulten in Wermlsekirchen möglich macht. Das berichtete heute Baudezernent Helmut Kennepohl den Mitgliedern des städtischen Hauptausschusses. Und er zeigte sich verärgert über Dreiners Erklärung in der Lokalpresse vom vergangenen Samstag, er habe sich in Remscheid als Unternehmer nicht unterstützt gefühlt.

In einem Lager der Firma an der Morsbachtalstraße hatte es im Februar dieses Jahres gebrannt. Kennepohl heute im Hauptausschuss: „ Das schwer beschädigte Gebäude befindet sich in einer wasserschutz- und Überschwemmungszone. Ich habe mehrer Gespräche mit den zuständigen Behörden geführt, damit der Wiederaufbau nach dem alten Stand möglich gewesen wäre!“  Das aber war letztlich gar nicht das Problem. Auf Druck ihrer Kunden hatte die Firma in ihrem Produktionsgebäude an der Oberhützerstraße, in einem Mischgebiet, Nachtschichten einlegt, den notwendigen Antrag dazu aber nicht gestellt. Nach einem Telefongespräch mit dem Geschäftsführer, so berichtete Kennepohl, habe er das „eine Nacht auf meine Kappe genommen“, weil Martin Dreiner ihm erklärt habe, mit ruhestörendem Lärm sei nicht zu rechnen, und in der Vergangenheit hätte sich auch nur ein Anlieger beschwert. Tatsächlich sei es dann in dieser Nacht nach Beschwerden von Anwohnern zu einem Polizeieinsatz gekommen. Daraufhin untersagte Kennepohl die Nachtarbeit per Ordnungsverfügung und erinnerte an den fehlenden Antrag. Vergangenen Freitag seien es sieben Anlieger gewesen, die sich schriftlich bei der Stadtverwaltung nicht nur über Lärm, sondern auch über eine Geruchsbelästigung beschwert hätten. Der Baudezernent: „Ich war also von der Firma nicht vollständig informiert worden!“

Zur Frage, ob und wie die Wirtschaftsförderung der Firma geholfen habe, betonte Kennepohl, man habe alles versucht; in Überfeld zum Beispiel gebe es einen leer stehenden Firmenneubau mit 4.500 Quadratmetern, der für die Firma in Frage gekommen wäre. CDU und W.I.R. erwarten von der Verwaltung demnächst einen ausführlichen Bericht über die Bemühungen der Stadt, die 80 Arbeitsplätze zu erhalten. Wieland Gühne (W.I.R.): “Damit wir für die Zukunft daraus lernen.“

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