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Altlasten eines Galvanik-Betriebes erfordern Gutachten

Die tiefe Baugrube von Hartcrome Feige, aus der der kontaminierte Boden geholt werden musste.Durch Schwermetall, z.B. Chrom, verseuchte Industrieabwässer können leicht Umweltschäden verursachen, die in die Millionen gehen. 4,3 Millionen kostete etwa die umfangreiche Sanierung des Geländes von „Galvanik Hartchrom Feige“ an der Edelhoffstraße (Foto rechts). Sie dauerte von 1994 bis 2003. Ein weiterer Fall, der – auch im Waterbölles – schon mehrfach ein Thema war: Die frühere Firma Blasberg Hartchrom GmbH & Co. KG, Küppelsteiner Straße 3 – 5. Montag, 19. Juni 2006, berichtete der Waterbölles darüber noch in Frageform: "Gefährliche Galvanik-/Chrom-Abwässer im Grundwasser von Küppelstein?"  Überschrift: „Stadt Remscheid weist Vorwürfe der Fa. Blasberg Hartchrom zurück“. Die Überschriften in der Folgezeit: W.I.R.: Umweltskandal erfordert Sofortmaßnahmen der Stadt, Dringlichkeitsliste nennt Remscheider Galvanik-Firma Blasberg und Chrom im Grundwasser zwingt die Stadt zum Handeln.

Jetzt also ein dritter Fall! Gestern wurde er im Umweltausschuss behandelt. In nichtöffentlicher Sitzung, versteht sich in Remscheid ja fast von selbst. Und wieder trifft es den Ortsteil Reinshagen. Wo in den 90-er Jahren auf versiegelten Flächen Einfamilienhäuser entstanden und unbelastete Gartenerde angeschüttet wurde, sieht es in größerer Tiefe düster aus: Chrom und Chromat aus einem Galvanikbetrieb, vor gut 50 Jahren im Boden versichert, findet sich dort in größerer Konzentration, je tiefer man bohrt. In zwölf Metern Tiefe soll es am Ärgsten sein. Schon seit etwa 15 Jahren wird das Grundwasser abgepumpt (wie bei Blasberg) – was allerdings die Schadstoffwerte nicht verringerte. Zumal die Pumpen bis in zwölf Meter Tiefe gar nicht reichen. Also muss nun ein neues Gutachten her. Und wieder ist die finanzschwache Stadt Remscheid die gelackmeierte: Denn von den Kosten des Gutachtens – 135.000 Euro – übernimmt der Abfallentsorgungs- und Altlastenverband Nordrhein-Westfalen (AAV) zwar das meiste, aber eben nicht alles: 27.000 Euro muss die Stadt Remscheid zahlen.

Und wenn der Gutachter zu dem Schluss kommt, dass das Abpumpen und chemische Reinigen der Galvanik-Abwässer nicht reicht und neue, kostspieligere Maßnahmen erforderlich sind? Von den Galvanik-Firmen Feige und Blasberg war damals nicht viel zu holen. Ob das bei „Galvano Fischer“ anders sein wird, muss sich erst noch zeigen. Der 1943 gegründete Betrieb an der Westhauser Straße, spezialisiert auf die Hartverchromung von Serienartikeln, wirbt im Internet  mit der ihm verliehenen Urkunde „Fachbetrieb der Deutschen Galvanotechnik“. Zitat: Besonderen Wert legen wir auf den Umweltschutz. (…) Mit konsequentem Einsatz neuester Technologien, mit mordernsten Erfassungssystemen und Filteranlagen arbeiten bereits heute alle Produktionsanlagen unter den gesetzlichen Auflagen der europäischen Umweltbehörden. Spezielle Verfahrensabläufe sichern die Rückführung der Reststoffe in den Wirtschaftskreislauf.“

Das scheint in früheren Jahren anders gewesen zu sein. Wie sonst wären die Chromabfälle in zwölf Meter Tiefe zu erklären?! - Wie also steht`s mit einer Beteiligung des Unternehmens an den Kosten des Gutachtens? Im Anschluss an die nichtöffentliche Sitzung des Umweltausschusses verlautete, der Stadt läge das Schreiben einer Treuhandgesellschaft vor, die Firma, eine oHG,  sei finanziell nicht in der Lage, sich an den Kosten zu beteiligen. Jede Wette: Dieser Fall wird künftig noch weitere Schlagzeilen machen. Wie wäre es mit „Wirtschaftsförderung der besonderen Art“?
Übrigens: In Remscheid arbeiten noch vier weitere Galvanik-Betriebe….

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Chronist am :

Die Fraktionen von SPD, FDP und Grünen haben den dritten Fall von Umweltbelastung durch Galvanikrückstände aufgegriffen und wollen von der Verwaltung wissen: In wie vielen Remscheider Betrieben entstehen nennenswerte Galvanikabfälle? • In welcher Weise werden die Umweltauflagen für diese Betriebe überwacht, wie wird in Konfliktfällen verfahren? • Gibt es Erkenntnisse darüber, ob in der Zukunft weitere Probleme zu befürchten sind, in denen die Stadt Remscheid bzw. das Land für die Sanierung verantwortlich gemacht werden? "Wie auch schon bei den anderen Fällen war die Stadtverwaltung bereits im Vorfeld bemüht, durch entsprechende Absprachen und Sanierungsvorschläge gemeinsam mit den jeweiligen Eigentümern eine wirtschaftliche und umweltverträgliche Lösung zu erarbeiten. Wie in den anderen Fällen auch, mussten Stadt und Land am Ende für die notwendige Sanierung des Standortes aufkommen."

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