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"Neujahrsgespräch": Déjà-vu-Erlebnisse statt Visionen

Im Bild von li. n. re. Waltraud Bodernstedt (W.i.R.), Markus Kötter (CDU), Hans Peter Meinecke (SPD), Jochen Siegfried (CDU), Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz, Sportamtsleiter Bernd Fiedler, Daniela Hannemann (Geschäftsführerin des Sportbundes), und Dr. Ralf Flügge (stellv. Vorsitzender des Sportbundes).  Foto: Lothar Kaiser
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Bei den Neujahrsgesprächen des RSV wurde heftige Kritik an der Sportpolitik in Remscheid laut“, berichtete die Bergische Morgenpost über das 11. Neujahrsgespräch des Sports mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft im RSV-Restaurant „Classico“ an der Fürberger Straße. Das war – nachzulesen im Internet – am 29. Januar 2007. Und auf der Homepage des RSV heißt es zum 13. Neujahrsgespräch am 31. Januar vergangenen Jahres: „Norbert Tix, RSV-Vizepräsident und Moderator, stellte in einer Rückschau fest, dass seit neun Jahren die Frage nach einer optimalen Möglichkeit, Sport in Remscheid zu betreiben, unbeantwortet geblieben ist. Vielleicht kann er ja im nächsten Jahr, beim 14. Neujahrsgespräch, das Gegenteil feststellen.“ – Das fand gestern statt. 

Um es vorwegzunehmen: Es gab Déjà-vu-Erlebnisse („schon gehört und gesehen“). Wieder musste die Verwaltung Kritik einstecken (wieder von Reinhard Ulbrich; er ist seit nunmehr zehn Jahren als Sportbund-Chef mit dabei). Und wieder blieben viele Fragen offen. Die Frage nach der „Zukunft der (sportlichen) Stadt Remscheid“ könnte daher getrost für das Neujahrsgespräch in 2012 übernommen werden. Denn die von Sportfunktionären und Verwaltung im vergangenen Jahr in Arbeitskreisen vorbereiteten „Handlungsempfehlungen zur Sportentwicklungsplanung 2011 bis 2020“ sind bislang lediglich Prüfaufträge – und wurden am vergangenen Donnerstag im Sportausschuss von Joachim Hartenstein, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Sportbundes Remscheid, teilweise kritisch gesehen (der Waterbölles berichtete). Da besteht offenbar weiterhin viel Gesprächs- und Beratungsbedarf (Markus Kötter, CDU,  sprach in diesem Zusammenhang gestern von Kommunikationsproblemen zwischen Stadt und Sport). Aktuell ist leider festzustellen, dass keine der seinerzeit diskutierten Vorstellungen bisher auch nur ansatzweise verwirklicht wurde.“ Das ist nicht das Fazit dieser gut zweistündigen Diskussion, in der die Politik erst nach einer Stunde zu Wort kam, sondern das ist ein Zitat aus der Einladung zu dem Treffen, auf dem „erneut nach Mitteln und Wegen“ gesucht werden sollte, „um dem Remscheider Sport eine greifbare Perspektive zu geben“. Das klang, als habe der einladende RSV schon etwas geahnt …  

Rechts Moderator Nobert Tix. Foto: Lothar KaiserNach der Begrüßung durch den RSV-Vorsitzenden Hartmut Bau übergab Norbert Tix gestern das Wort an Reinhard Ulbrich zu einer „konstruktiven kritischen Analyse“ (Ulbrich). Sie begann nicht gerade ermutigend: „Jedes Jahr hat es beim Neujahrsgespräch Vereinbarungen gegeben, und jedes Jahr hat das eine oder andere dann doch nicht funktioniert!“ Visionen? Zu einer Integrierten Stadtentwicklung müsse auch der Sport gehören, mahnte der frühere Oberbürgermeister an. „Aber die gibt es ja leider noch nicht. Sonst wüsste man, ob man das Röntgenstadion in Lennep an einen Baumarkt-Interessenten verkaufen kann oder ob es weiter gebraucht wird!“ Auch störte sich Ulbrich am „Beharrungsvermögen“ der Sportverwaltung: Die in die Jahre gekommenen Umkleideräume am Jahnplatz dürfe der FC Remscheid gerne auf eigene Kosten renovieren, aber den Platz in Eigenregie zu führen, das werde ihm nicht zugetraut, sondern lediglich die „Schlüsselverantwortung“, d. h.: „Arbeit ja, Verantwortung nein! Das aber ist nicht machbar!“ Wer den Begriff der „Partnerschaft“ ernst nehme, der müsse dem Partner auch etwas zutrauen, müsse mit ihm kommunizieren.

Im vergangenen Jahr scheiterten die Gespräche zwischen Stadt und Sportbund über ein eigenständiges Dienstleistungsunternehmen („Sport GmbH“). Daran hat Ulbrich bis heute zu „knapsen“. Vielleicht fallen ihm deshalb auch Details auf, bei denen die Sportverwaltung als Dienstleister nicht so gut wegkommt. Stichwort „Landesturnfest“: „In Solingen ist alles klar. In Remscheid steht noch nicht einmal der Termin für eine Begehung der Sportstätten, um die Sicherheitsvorschriften festzulegen!“ (Man gehe eben „hart, aber herzlich miteinander um, kommentierte Tix.)

Visionen? Die wünschte sich Oliver Knedlich, im vergangenen Jahr Sprecher  der Wirtschaftsjunioren Remscheid, nicht nur für den Sport, sondern für Remscheid insgesamt. Er ließ aber selbst auch keine erkennen, einmal von der Forderung abgesehen, Bevölkerungszuwachs („150.000“!) anzustreben. David Schichel von den Grünen schüttelte den Kopf: „Den demographischen Wandel umzukehren, das versuchen alle Kommunen. Ich meine: Remscheid kann sich auch gesundschrumpfen!“ – „Gilt das auch für die Stadtverwaltung“, wollte Hartmut Bau wissen. – „Natürlich!“ Aber 300 Stellen weniger bedeute auch den Verzicht auf Aufgaben, so Schichel.

Auf zwei Trends, die Remscheid gleichermaßen schaden, wies der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke hin: Der Trend aufs Land und der in Metropolen wie Köln und Düsseldorf. „Beide beschleunigen in Remscheid den Einwohnerschwund, und niemand weiß, wie man das aufhalten kann!“ Der CDU-Fraktionsvorsitzende Jochen Siegfried hatte da einen Vorschlag: „Zusätzliche Arbeitsplätze wären das beste Mittel gegen Abwanderung!“ Wie sie geschaffen werden können, sagte er nicht, deutete aber an, dass er den Bereich der Wirtschaftsförderung bei Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein nicht optimal aufgehoben sieht. Ein Thema, auf das kein anderer einstieg.

Visionen für den Sport? Die Stadt habe durchaus „Potenzial, Stärken, an denen wir arbeiten müssen“, blieb Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz, Dezernent für Bildung, Jugend, Soziales, Gesundheit und Sport, recht allgemein. In einem Punkt gab er Knedlich recht: „Unsere Außenwirkung ist  gelegentlich unglücklich!“ Für Hartmut Bau war dies das Stichwort: „Zu den Schwächen zählt ganz gewiss der Internet-Auftritt der Stadt!“ In vier Wochen werde der wahrscheinlich endlich anders aussehen, gab sich Mast-Weisz zuversichtlich (siehe Waterbölles-Kommentar vom 13. Juli 2009). Auf Oliver Knedlich kam sodann Waltraud Bodenstedt von der W.i.R. zurück: Standortanalysen gebe es schon genug (insgesamt drei). Wer Ziele formuliere, dürfe „die Wegbeschreibung nicht vergessen“. Und er brauche die Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger. – „Ziele, die auch die Ehrenämtler motivieren“, ergänzte Hartmut Bau.

Visionen? Die Vorbereitungen für den Sportentwicklungsplan der Stadt Remscheid seien auf allen Ebenen hervorragend gelaufen, lobte Hans Peter Meinecke – und kam sodann auf die jüngste Sportausschuss-Sitzung zurück. „Wenn der Sportbund in einigen Punkten andere Vorstellungen hat, dann sollte er diese schriftlich vorlegen, damit wir darüber reden können!“ Die Politik sei jedenfalls gesprächsbereit und nehme auch Rat an. „Wir sollten das Positive betonen, nicht das Trennende!“ Darin schienen sich im Grundsatz alle Beteiligten einig zu sein: „Nur gemeinsam können wir etwas bewegen!“ (Reinhard Ulbrich). – „Eine Zusammenarbeit, so fair, transparent und planungssicher wie möglich!“ (Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz). – „Ein wunderbares Sportangebot, das die Jugend von der Straße holt!“ (Herbert Schlächter, FDP). „Damit kann sich Remscheid sehen lassen, und wir sind weiter auf einem guten Weg!“ (David Schichel von den Grünen)  – Ein „gutes Bemühen auf allen Seiten“, konstatierte daraufhin Jochen Siegfried.

Reinhard Ulbrich, Vorsitzender des Sportbundes Remscheid. Foto: Lothar Kaiser Aber deswegen gleich Visionen erwarten? Ralf Hesse äußerte Skepsis: „Viele der handelnden Personen sind dazu gar nicht fähig!“ Die nächsten Tage und Wochen zeigen womöglich, ob er sich irrt. Denn der Sportbund will auf seiner Internetseite sportbund-remscheid.de, wie Ulbrich ankündigte, in Kürze ein Diskussionsforum freischalten, das der Zukunft des Sports in Remscheid in all seinen Facetten gewidmet sein soll. (Der Waterbölles wird darauf noch näher eingehen.) Auch an neuen Gesprächsthemen mit der Verwaltung im Allgemeinen und Sportamtsleiter Bernd Fiedler im Besonderen wird es in diesem Jahr nicht mangeln. Einige kündigte Reinhard Ulbrich gestern an, darunter diese:

  • Der Freizeitpark Kräwinklerbrücke müsse weiter entwickelt werden – durch einen neuen Förderverein, an dem sich alle umliegenden Kommunen beteiligen sollten.
  • Um die Bildungsgutscheine für Kinder von Hartz IV-Empfängern wolle sich der Sportbund gerne ebenfalls kümmern, wenn sie denn eingeführt würden. Aber: Bei Übernahme der „Overheadkosten“! Damit meinte Ulbrich vermutlich Verwaltungskosten.
  • Schwerpunktthema aus der Sicht des Sportbundes: „Der Offene Ganztag, bevor die Probleme der Vereine – Stichwort: Mitgliederschwund – überhand nehmen!“

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