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Bis 2013 große Nachfrage nach Tagesmüttern und -vätern

Um Familie und Beruf miteinander vereinbaren zu können, wollen Eltern ihre Kinder tagsüber in guten Händen wissen – in Kindertageseinrichtungen oder in der Tagespflege. Im Januar 2009 betreuten in Remscheid 25 qualifizierte Tagesmütter 53  Kinder, berichtete der Waterbölles am 26. Februar 2009. Seitdem hat sich einiges geändert. Am 16. Dezember 2010 beschloss der Rat der Stadt, in der Tagespflege mehr Plätze für Kinder unter drei Jahren anzubieten. Er folgte damit einer Aufforderung des Gesetzgebers: 2005 durch das Tagesbetreuungsgesetz und 2008 durch das  Kinderförderungsgesetz war das Sozialgesetzbuch VIII verändert worden. Danach besteht ab 1. August 2013 ein uneingeschränkter Anspruch auf Betreuung von Kindern ab Vollendung des 1. Lebensjahres. Für die Kommunen ist das keine Ermessensfrage zu tun, sondern  eine Pflichtaufgabe. Und die ist für eine finanzschwache Stadt wie Remscheid nicht leicht zu erfüllen. 

Egal, ob sich Eltern für einen Platz in einer Kindertagesstätte oder in einer Tagespflegestelle entscheiden – sie zahlen in beiden Einrichtungen einkommensabhängig den gleichen Betrag (Geschwisterkinder sind beitragsfrei). Beispielsweise beträgt der Monatsbeitrag bei einem Jahreseinkommen von 37.000 Euro bei einer Betreuung bis zu 25 Wochenstunden 43 Euro, bis zu 35 Wochenstunden (am häufigsten nachgefragt) 47 Euro und bei bis zu 45  Wochenstunden 75 Euro. Im Durchschnitt geht die Stadt pro Tagespflegeplatz von einer Beitragseinnahme in Höhe von 924 Euro und von einem Landeszuschuss von 736 Euro aus.  Von den Gesamtkosten pro Platz in der Tagespflege im Jahre 2011 in Höhe von 8.337 Euro bleibt folglich der größte Teil -  6.677 Euro - als Etatbelastung übrig. Und die Ausgaben werden weiter steigen:

In den kommenden drei Jahren will die Stadt die Plätze in der Kindertagespflege bedarfsgerecht auf 300 aufstocken. 2010 waren es 50, derzeit sind es 65 (verteilt auf 24 Tagesmütter und einen Tagesvater, der vier Kinder betreut), im Laufe dieses Jahres sollen weitere 25 hinzu kommen, 40 in 2012 und  schließlich 170 in 2013. Im gleichen Zeitraum soll die Zahl der Plätze für unter Dreijährige in Remscheider Kindestageseinrichtungen vom 419 auf 600 ansteigen. Macht dann zusammen mit den 300 Plätzen bei Tagesmüttern und –vätern 900 U3-Plätze in Remscheid. Damit wäre dann eine Ausbauquote von 35 Prozent erreicht.

Petra Hellmann-Wien. Foto Lothar KaiserFür Ende 2011 geht die Verwaltung von 30 Tagesmüttern und vätern aus, 2012 von 43 und 2013 von 100. Deshalb würden sich Petra Hellmann-Wien (Foto rechts), die neue Leiterin des städtischen Fachbereiches Jugend, Soziales und Wohnen, und Abteilungsleiter Peter Nowak  in nächster Zeit über viele Anfragen von interessierten Männern und Frauen freuen, die sich die Tagespflege von Kindern als neue Aufgabe vorstellen könnten. Denn ohne zusätzliche Tagesmütter und –väter ließe sich der geplante Ausbau der Kindertagespflege nicht verwirklichen. Wie Petra Hellmann-Wien und Peter Nowak  gestern in einer Pressekonferenz erläuterten, sind folgende Formen von Kindertagespflege möglich:

  • im Haushalt der Tagesmutter / des Tagesvaters, eventuell zusammen mit deren / dessen eigenen Kindern.  Bis zu fünf Kinder können so betreut werden, sofern die Räumlichkeiten dies zulassen (Platz zum Spielen, entwicklungsförderndes Spielmaterial, ruhige Schlafmöglichkeiten / siehe Sicherheits-Checkliste unter www.handbuch-kindertagespflege.de). Für diese Art der Betreuung ist eine Erlaubnis durch das städtische Jugendamt erforderlich (nach Einzelgesprächen bzw. Hausbesuchen). Diese Pflegeerlaubnis benötigt jeder, der Kinder außerhalb deren Wohnung mehr als 15 Stunden wöchentlich und insgesamt länger als drei Monate gegen Entgelt betreuen will (§ 43 SGB VIII). Die Erlaubnis befugt zur Betreuung von bis zu fünf fremden Kindern und muss nach fünf Jahren erneuert werden (Einzelheiten unter "Die rechtliche Situation").
  • im Haushalt der leiblichen Eltern. Hierfür ist keine „amtliche Erlaubnis“ erforderlich. Zwischen Eltern und Kinderbetreuer/in  besteht ein Anstellungsverhältnis.
  • in anderen geeigneten Räumen, die eine Tagesmutter / ein Tagesvater mit Zustimmung des Jugendamtes angemietet hat
  • in einer Großtagespflegestelle, die von mehreren Tagesmüttern/Tagesvätern mit Genehmigung des Jugendamtes gemeinsam betrieben wird. Dort können bis zu neun Kinder betreut werden.

In all diesen Pflegeformen sollen die Kinder einen anregenden Tag erleben, um sich positiv zu entwickeln und viel lernen zu können (mit Wald- oder Parkanlagen in erreichbarer Nähe). Das erfordert engagierte, motivierte und qualifizierte Betreuungspersonen.  In einer Broschüre des Bundesfamilienministeriums heißt es, die Kindertagespflege biete sich insbesondere für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger mit pädagogischer Ausbildung und Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer an: „Ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger, Sozialassistentinnen und Sozialassistenten können in der Kindertagespflege selbstständig und selbst organisiert eine kleine Gruppe von Kindern betreuen“. Oder auch Erzieher/innen in der Elternzeit.

Aber auch für Frauen und Männer, die noch keine pädagogischen Qualifikationen vorweisen können, aber Freude am Umgang mit Kindern haben und die Entwicklung von Kindern begleiten möchten, kann die Kindertagespflege unter Umständen eine berufliche Perspektive sein. Denn diese Qualifikationen können erworben werden, u. U. sogar parallel zur Kindesbetreuung, beispielsweise beim Sozialdienst katholischer Frauen Remscheid e.V. (SKF). Für den nächsten Kursus, der im Auftrag der Stadt Remscheid angeboten wird, liegen bereits elf Anmeldungen vor; einige Plätze sind noch frei. Der Kursus beginnt am 16. März, umfasst 160 Unterrichtsstunden und kostet 100 Euro. Nach Ablauf erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Anmeldungen sind nur über das städtische Jugendamt möglich (Tel. RS 16-3517).

Peter Nowak. Foto Lothar KaiserMit welchem Monatseinkommen kann eine Tagesmutter / ein Tagesvater rechnen? Die Staffelung der wöchentlichen Betreuungszeiten entspricht denen der Kindertageseinrichtungen:

  • 455 Euro pro Kind und Monat bei bis zu 25 Wochenstunden
  • 637 Euro pro Kind und Monat bei bis zu 35 Wochenstunden
  • 819 Euro pro Kind und Monat bei bis zu 45 Wochenstunden.

Hinzu kommen eine 50-prozentige Erstattung der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie der erforderlichen Sachaufwendungen. Ein Betrag für das Mittagessen ist unmittelbar zwischen Pflegekraft und Eltern zu vereinbaren.

Noch existiert in Remscheid keine Großtagespflege. Doch das kann sich schnell ändern. Eine Remscheider Firma habe sich nach Konditionen für die Einrichtung einer solchen „Krabbelgruppe“ bzw. „Mini-Kita“ erkundigt, berichtete Peter Nowack (Foto rechts) gestern. Denkbar auch, dass zwei Tagesmütter sich entschließen, geeignete Räume anzumieten, um dort gemeinsam neun Kinder betreuen zu können. 35 Wochenstunden pro Kind zugrunde gelegt, könnte jede von ihnen nach Abzug der Miet- und Heizkostenkosten (gerechnet wurde mit 800 Euro) noch mit einem Monatseinkommen von 2.466,50 Euro rechnen.

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Waterbölles am : "Ich hole nachmittags immer ein fröhliches Kind ab!“

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„Bis 2013 große Nachfrage nach Tagesmüttern und –vätern“, titelte der Waterbölles am 26. Februar. Zurzeit betreuen in Remscheid 24 qualifizierte Tagesmütter mit amtlicher Erlaubnis 86  Jungen und Mädchen im „U3-Alter“ (im Februar waren es

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