Skip to content

Die Zeit für eine Entscheidung sollte langsam reif sein

Waterbölles-Kommentar

Sollten Sie eine eigene Homepage mit Links auf andere haben, können Sie dieses Banner gerne verwenden.

„Wir werden unsere Schullandschaft teilweise neu ordnen müssen. Die Kinder mit ihren Eltern, die jährlich von den Gesamtschulen wegen fehlender Kapazitäten zurückgewiesen werden, verlangen Maßnahmen. Das vor kurzem abgeschlossene Schulanmeldungsverfahren zeigt: Wir haben nach den jüngsten Anmeldezahlen, auf die Schülerzahlen bezogen, ein Gymnasium und zwei Hauptschulen zu viel und eine Gesamtschule zu wenig. Darüber werden wir uns im interfraktionellen Arbeitskreis zur Schulentwicklung in wenigen Tagen unterhalten müssen. Wir wollen weiterschreiten auf dem Wege zu mehr Ganztagsschule bzw. -betreuung. Wir wollen den immer weniger werdenden Kindern durch verbesserte Schulen die Chancen für das weitere Leben erhöhen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke in seiner Etatrede am 24. März.

Dass die Anmeldezahlen zu den beiden Gesamtschulen und Realschulen die Politik über kurz oder lang zum Handeln zwingen, hatte zuvor bereits Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz betont. Und war dafür von der CDU öffentlich gerügt worden. Vehement setzt sie sich für den Erhalt aller vier Remscheider Gymnasien ein. An den Zahlen kommt die CDU jedoch nicht vorbei. Und danach würden in Remscheid mittlerweile drei Gymnasien ausreichen. Denn voll ausgelastet ist nur das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium.  Dort haben sich für das neue Schuljahr 122 Jungen und Mädchen angemeldet. Das reicht für vier Eingangsklassen. Beim Gertrud-Bäumer-Gymnasium sind dagegen nur 90 Neuanmeldungen zu verzeichnen, beim Röntgen-Gymnasium 75 und beim Leibniz-Gymnasium ebenfalls 75 (20 davon allerdings aus Wuppertal). Mit anderen Worten: Keines der letztgenannten drei Gymnasien kann aufgrund der allgemein rückläufigen Schülerzahlen – 120 Plätze bleiben dort insgesamt frei - eine vierte Eingangsklasse bilden. Und wenn man dann noch hört, dass die Hauptschule Klausen im nächsten Schuljahr gerade mal elf neue Schüler/innen bekommt und die Hauptschule Rosenhügel 13, dann ist der Handlungsdruck klar, unter den die Schulverwaltung und die Schulpolitiker stehen.

Klientelpolitik zu Gunsten der Gymnasien kann hier nicht weiterhelfen. Hans Peter Meinecke hat mit seinem Satz „Wir haben ein Gymnasium und zwei Hauptschulen zu viel und eine Gesamtschule zu wenig“, völlig recht. An den beiden bestehenden Gesamtschulen mussten in diesem Jahr bekanntlich 160 Schüler/innen aus Platzmangel abgewiesen werden. Die Fraktion der Linken zog daraus schon am 27. September 2010 den eindeutigen Schluss: „Die 3. Gesamtschule wird dringend benötigt!“  Im Schulausschuss war zuvor auf Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Meinecke eine interfraktionelle Arbeitsgruppe eingerichtet worden, um nach Klärung der Basisdaten möglichst einvernehmlich die Weichen für eine neue Schulpolitik in Remscheid zu stellen. Nächste Woche Dienstag tagt der Arbeitskreis ein weiteres Mal. Die Zeit für eine Entscheidung sollte langsam reif sein.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Erklärung der Remscheider Gymnasialdirektoren… am :

... zur Haushaltsrede von Hans Peter Meinecke: „Mit Befremden haben die Remscheider Gymnasialdirektoren die Ausführungen des Vorsitzenden des Remscheider Schulausschusses, Herrn Hans Peter Meinecke (SPD) zur Kenntnis genommen, in Remscheid „seien zwei Hauptschulen und ein Gymnasium zu viel“. Mit seiner Äußerungen hat Herr Meinecke, aus unserer Sicht voreilig, den erfolgversprechenden Weg der Zusammenarbeit der Parteien und der Schulleitungen in Remscheid im Interfraktionellen Ausschuss zu einer einvernehmlichen Gestaltung der zukünftigen Schullandschaft erschwert und in den Schulgemeinden der vier Remscheider Gymnasien für Aufregung und Unruhe gesorgt. Vor der bevorstehenden Sitzung am 5. April scheinen damit Vorentscheidungen bereits gefallen zu sein, werden schulpolitische Gräben aufgerissen und Fronten verstärkt, wie manche Reaktionen bereits erkennen lassen. Die Remscheider Gymnasialdirektoren wollen den begonnenen konstruktiven, behutsamen Dialog mit allen Beteiligten fortsetzen. Im Vordergrund stehen dabei für uns der klar erkennbare Eltern- und Schülerwille. Danach wollen die Eltern eine Schule, in der ihr Kind optimal gefördert und die Option für den bestmöglichen Schulabschluss so lange wie möglich offen gehalten wird, zudem eine ortsnahe Schule mit einem verlässlichen Betreuungsangebot und schließlich eine überschaubare Schule, mit der sich die SchülerInnen identifizieren können. Vor allem aber wollen sie Verlässlichkeit und Klarheit für die Schullaufbahnplanung ihrer Kinder. Im letzten Anmeldungsverfahren für die 5.Klassen sind wiederum etwa 150 Kinder von den beiden Remscheider Gesamtschulen abgelehnt worden. Die Schließung eines Gymnasiums ist keine Lösung für dieses Problem, denn nur zehn Schüler hatten davon eine uneingeschränkte oder eingeschränkte gymnasiale Empfehlung, die auch alle einen Platz an ihrem gewünschten Gymnasium gefunden haben. Die abgelehnten SchülerInnen haben wie in den letzten Jahren auch vorwiegend eine Haupt- oder Realschulempfehlung. Um dem Elternwillen Rechung zu tragen, wäre aus unserer Sicht die Gründung einer Gemeinschaftsschule zielführender. Zur Aufnahme dieser SchülerInnen nach der Qualifikation in die gymnasiale Oberstufe bzw. zu einer Kooperation mit dieser Gemeinschaftsschule sind alle Remscheider Gymnasien bereit. Die Ankündigung von Herrn Meinecke hat angesichts der aktuellen Raumnot in allen Gymnasien nur Unverständnis und Kopfschütteln bei allen Beteiligten hervorgerufen. Eine Schließung eines Gymnasiums hätte auf Jahre hinaus hohe Klassenfrequenzen und Raumnot zur Folge – trotz des demographischen Wandels. Wir zitieren aus dem Schulentwicklungsplan, den Prof. Garbe im Auftrag der Stadt 2008 erstellt hat: „Für die vier Gymnasien ¬- Ernst-Moritz-Arndt, Gertrud-Bäume, Röntgen und Leibniz - wirkt sich dieser Rückgang, formal betrachtet, nicht bestandsgefährdend aus, da die Mindestgröße für alle Gymnasien im Prognosezeitraum gewährleistet ist. Für die Schulen dürfte sich ab dem Schuljahr 2009/2010 auf den ersten Blick eine Entspannung in der Raumsituation ergeben. Gleichzeitig wächst aber der Bedarf an Räumen, um die Forderungen des Lehrplans hinsichtlich der Unterrichtsentwicklung und der individuellen Förderung von Schülern umsetzen können. Darüber hinaus ergeben sich bereits heute räumliche Anforderungen für die Mittagsbetreuung und die Betreuung für den im Prognosezeitraum deutlich zunehmenden Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund.“ Wenn wir gemeinsam die Zahl der AbiturientInnen auf die landesweit gültige Prozentzahl von ca. 35 Prozent heben wollen, brauchen wir kleinere Klassen und mehr Raum für Förder- und Betreuungsmaßnahmen. Auch die Aufrechnung von einheimischen und auswärtigen SchülerInnen erscheint uns nicht stichhaltig. Wir sollten eher stolz darauf sein, wenn auswärtige SchülerInnen das Bildungsangebot in Remscheid vorziehen. Aus all diesen Gründen ist aus unserer Sicht kein Gymnasium in Remscheid zu viel. Die Remscheider Gymnasialdirektoren sehen sich ihren jetzigen und ihren künftigen Schulgemeinden verpflichtet, eine zukunftsorientierte, mehrheitsfähige und qualitätsbewusste Schullandschaft in Remscheid mitzugestalten. Dies kann nur aus einem konstruktiven, behutsamen Dialog mit allen Betroffenen entstehen, daran mitzuwirken sind wir weiterhin bereit. gez. Michael. Birker für die Remscheider Gymnasialdirektoren

gerda spaan am :

Es ist für die Remscheider Eltern und Kinder wohl kaum nachzuvollziehen, daß die Repräsentanten jeder Schulform nur die eigene Schulform im Blick halten und wahren wollen. Wenn das so weitergeht, wird Remscheids Schullandschaft sich nicht weiterentwickeln, dem Elternwillen nicht Rechnung getragen werden. Das würde ich sehr bedauern. Ich kenne die Ängste, Nöte und Sorgen der Eltern um einen Platz in einer Gesamtschule sehr genau. Hunderte Eltern, deren Kinder in den Betreuungsgruppen der Verlässlichen e.V. den Offenen Ganztag besuchen, haben ihre Sorge und Not schriftlich zum Ausdruck gebracht. Sie haben wochenlang Unterschriften gesammelt. Für eine 3.Gesamtschule in Remscheid. Wo sind die Schulleiter, die bereit sind, aktiv hier die Eltern und Kinder - notwendigen Änderungen mitzugestalten? Über Raumnot haben alle Schulen und Schulformvertreter zu klagen. Auch über fehlende Turnhallen und Mehrzweckräume. Seien Sie gewiss: Auch dieses nehmen Eltern wahr und beklagen es ebenso. Hier geht es aber noch um etwas ganz anderes: Eltern und ihren Kindern die wirkliche Chance auf mehr Bildungsgerechtigkeit - um Teilhabe an Bildungsgerechtigkeit - zu geben. Jeder Schulleiter weiß, daß wir in Remscheid keine neue Schule bauen können. Die Rektoren der Gymnasien wissen auch, daß in jedem Jahr mehr oder weniger Schüler von auswärts kommend Ihre Plätze auffüllen. Verständnis habe ich nur dann für die Aufnahme externer Schüler, wenn es sich um Gesamtschulplätze handeln würde. Die gibt es nämlich nicht in Radevormwald, Hückeswagen,Wermelskichen usw. Ich würde mir wünschen, die Vertreter - hier die Rektoren - der weiterführenden Schulen - der Gymnasien und der Realschulen und auch der Hauptschulen - würden genauere Vorstellungen äußern und nicht nur eine Situation beklagen. Sie sind - mit ihren Schulen - die eigentlich geforderten Akteure. Gefordert, die Bedingungen aktiv zu verändern und neu zu gestalten. Das würde auch heißen, folgende Fragen z.B. zu beantworten: - Wer wäre bereit mit wem zu kooperieren, damit eine Gemeinschaftsschule gebildet werden kann? - Wo soll der Standort einer Gemeinschaftsschule oder einer dritten Gesamtschule sein ? Bei allem Verständnis für ein Engagement für den Erhalt des eigenen Schulsystems - so kommen wir in Remscheid wirklich nicht weiter - oder anders gesagt: Butter bei die Fische !

Eija Tirkkonen am :

Schüler in Gesamtschulen bundesweit schneiden schlechter in Abiturprüfungen ab als Schüler in Gymnasien. Das zeigen alle Vergleichsstudien. In Deutschland will man eine Schulform durchsetzen, die die Qualität der Schulbildung herabsetzt. Das soll Elternwille sein? Die Chancengleichheit erreicht man im Vorschulalter, indem man alle Kinder unabhängig vom sozialen oder Migranten-Hintergrund auf dasselbe Sprachniveau und auf dieselbe Schulreife bringt. Wenn das nicht gewährleistet wird, bringt ein längeres gemeinsames Lernen gar nichts. Durch diese halbherzige Änderung der Schulform ohne eine wirkliche Verbesserung der Bildungsqualität bleibt der soziale Hintergrund des Kindes verstärkt bestimmend für sein späteres Bildungsniveau und letztendlich für seine Karrierechancen. Die Bildungsqualität ist unabhängig von einer Schulform, während eine Änderung der Schulform in Zeiten knapper Kassen mit Qualitätsverlust einhergeht. Es ist Feigheit und Verlogenheit der Politiker den vermeintlichen Elternwillen vorzuschieben, um das politische Aktionismus zu begründen. Die Schulform „Gesamtschule“ plakatiert ein politisches Versprechen an die Eltern, das nicht eingelöst wird.

Kommentar schreiben

Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Formular-Optionen

Die einzelnen Beiträge im "Waterbölles" geben allein die Meinung des Autors / der Autorin wieder. Enthalten eingeschickte Texte verleumderische, diskriminierende oder rassistische Äußerungen oder Werbung oder verstoßen sie gegen das Urheberrecht oder gegen andere rechtliche Bestimmungen oder sind sie nicht namentlich gekennzeichnet nebst E-Mail-Adresse, werden sie nicht veröffentlicht. Das gilt auch für substanzlose Bemerkungen ("Find ich gut/schlecht/blöd...etc."). Aus den oben genannten juristischen Gründen sowie bei längeren Texten sind auch Kürzungen nicht ausgeschlossen.

Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!