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Im Morsbachtal fressen Schafe die Herkulesstauden ab

Das „drüsige Springkraut“ gehört zu den Invasive Neophyten, die Landschaftsgärtnern und Naturschützern Kopfzerbrechen bereiten. Dabei handelt es sich um "importierte" Pflanzenarten (zum Beispiel Goldruten- und Knöterich-Arten, Riesenbärenklau oder amerikanische Astern), die sich so schnell ausbreiten, dass sie viele „heimische“ Pflanzenarten verdrängen. Zum Springkraut an Flussläufen teilte die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung mit: „Das drüsige (oder indische) Springkraut (Impatiens glandulifera) ist eine einjährige Pflanze, die in kurzer Zeit Wuchshöhen von rund einem bis zwei Metern erreichen und so andere Pflanzen überdecken kann. Es kommt seit vielen Jahren flächendeckend in Remscheid vor allem in Bachtälern, aber auch in lichten Wäldern und entlang der Wege vor. Die Pflanzen schleudern ihre Samen bis zu sieben Meter weit weg. Eine Pflanze produziert etwa 1.600 bis 4.300 Samen. Die Keimfähigkeit der Samen bleibt mehrere Jahre erhalten. In Reinbeständen können bis zu 32.000 Samen pro Quadratmeter Boden auftreten.“ An manchen Stellen bedeckt die Pflanze den Boden nahezu vollständig. Sie breitet sich mit einer Geschwindigkeit von zwei bis fünf Kilometern pro Jahr aus. Die Bekämpfung des drüsigen Springkrauts ist schwierig und zeitaufwändig“, so die Verwaltung. „ Dazu müssen die einzelnen Pflanzen vor der Samenreife von Hand ausgerissen oder knapp über Bodenhöhe geschnitten werden. Dies kann dort sinnvoll sein, wo sich die Pflanze erst neu angesiedelt und noch keine großen Bestände gebildet hat oder wo die Verdrängung seltener einheimischer Pflanzen droht. Die Art kann nicht vollständig beseitigt werden, eine Reduzierung der Art kann jedoch durch die regelmäßige Wiesenpflege insbesondere in Naturschutzgebieten erreicht werden. Das Forstamt hat beobachtet, dass Springkrautbestände auf Kahlschlägen oft bereits zwei Jahre nach ihrem Auftauchen zusammenbrechen. Möglicherweise hängt dies mit dem veränderten Nährstoffangebot zusammen.“ Das drüsige Springkraut hat auf Tiere auch positive Wirkungen. Ihr reiches Nektarangebot macht sie zu attraktiven Pflanzen für Blütenbesucher. Sie wird von vielen Bienen und Hummeln genutzt.
Weitere problematischere Pflanzen in Remscheid sind der Riesenbärenklau (Herkulesstaude) und japanischer bzw. Sachalin-Knöterich. Sie kommen an Böschungen und in vielen Tälern vor und verdrängen dort die heimische Fauna. Sollte einzelne Exemplare vorkommen, können sie gezielt ausgestochen und entsorgen werden. Bei der Herkulesstaude ist wegen der Gefahr von Hautverletzungen besonders vorsichtig vorzugehen. Herkulesstauden können durch Schafsbeweidung zurückgedrängt werden, im Naturschutzgebiet Unteres Morsbachtal fressen Coburger Fuchsschafe Bärenklau-Jungpflanzen und pflegen Feuchtwiesen.

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Chronist am :

In einigen Bereichen des Stadtgebietes breitet sich auch in diesem Jahr die Herkulesstaude wieder rasant aus. Betroffen sind insbesondere Bachtäler, beispielsweise das Morsbachtal. Um der starken Verbreitung dieser Staude Einhalt zu gebieten, setzt die untere Landschaftsbehörde dort erneut "tierische" Helfer ein. Die Coburger Fuchsschafe der Schäferei Gerstau fressen die für Menschen gefährlichen Stauden (phototoxischer Pflanzensaft) bis auf die Wurzeln ab – derzeit im Naturschutzgebiet Morsbachtal nahe der Ortschaft Aue.

Chronist am :

„Ratsmitglied Neff-Wetzel bezieht sich auf einen Beitrag im WDR, wonach die Stadt Remscheid als erste und einzige Stadt die Herkulesstaude nicht mehr bekämpft. Sie möchte wissen, ob dies zutrifft, warum so verfahren wird und ob man sich der Gefahr durch diese Pflanze bewusst ist. Beigeordnete Reul-Nocke entgegnet, dass die Herkulesstaude da wo eine Gefährdung er-sichtlich ist, entfernt wird; jedoch werde sie nicht flächendeckend vernichtet. Ratsmitglied Kötter regt an, die Frage des Umgangs mit invasiven Pflanzenarten nochmals im Fachausschuss zu thematisieren.“ (Protokoll der Ratssitzung vom 4. Juli)

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