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Neues Migrantinnenforum für Frauen aus dem Hintergrund

Foto: Lothar KaiserDer Name „Fatma Saricicek“ findet sich im Waterbölles bislang an zwei Stellen. Einmal unter dem Stichwort „Frauenschwimmtag“. Im Januar 2008 hatte die engagierte Türkin im städtischen Migrationsausschuss den Antrag gestellt, das H2O-Bad an einem Tag in der Woche für Frauen zu reservieren (derartige „Frauenbäder" kennen Musliminnen aus ihren Herkunftsländern). Der Antrag wurde von den Stadtwerken damals abgelehnt. Und der Kompromissvorschlag, hierfür das Sportbad am Stadtpark zu nutzen, kam ebenfalls nicht zum Zuge, weil es zu aufwändig gewesen wäre, jedes Mal die großen Fensterflächen des Bades gegen neugierige Blicke zu verhängen.

Und schon vorher, unter dem Datum „23. November 2007“, taucht der Name im Waterbölles auf. Fatma Saricicek gehörte zu den Frauen, die im Rahmen des damaligen Wettbewerbs “Familienfreundliches Remscheid“ für ihr Engagement  bei „Bildungscafé“ und „Rucksack ausgezeichnet wurden.  Das Bildungscafé im Stadtteilbüro Rosenhügel bietet Migrantinnen ein breites Angebot zum Erlernen der deutschen Sprache und zum besseren Kennenlernen von Kultur und Lebensart in Deutschland. Und die Schwerpunkte der Eltern-Stärkungskurse des Förderverein für Interkulturelle Bildung e.V. (IKE) in Kooperation mit der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA), die unter „Rucksack“ firmieren, sind Bildung, Sprachförderung, Förderung der Kinder im häuslichen Bereich sowie das soziale Umfeld. Die Frauen werden mit den Beratungsmöglichkeiten in Remscheid vertraut gemacht und in Deutsch- sowie Integrationskurse vermittelt. 

Fatma Saricicek ist eine rührige Frau, die sich ungern in Schubläden einordnen lässt („Wer ist nun konservativ – der Laizist, der die strenge Trennung von Religion und Staat vertritt, oder der gläubige Muslim?“). Aus Integrationskursen der Caritas kennen sie viele Migrantinnen ebenso wie aus dem Gesprächskreis der AWO, der sich einmal im Monat in Seniorenzentrum Hackenberg trifft, oder aus „Kardelen“ („Schneeglöckchen“) im Lindenhof, der Gruppe meist türkischer Frauen, in der ebenfalls nützliche Informationen über integrationsfördernde Angebote in Remscheid ausgetauscht werden. Beratungsangebote für Ausländer und Migranten kann es in Remscheid nicht genug geben, meint Fatma Saricicek.  Insbesondere für Frauen.

In den türkischen Vereinen stehen traditionsgemäß die Männer im Vordergrund. Die Frauengruppen in den Vereinen spielen in der Öffentlichkeit keine Rolle. Sie leisten dafür umso mehr Arbeit im Hintergrund.  Dabei könnten auch und gerade Frauen in der Öffentlichkeit dazu beitragen, dass sich „die Gesellschaft zum Guten verändert“. Auch Musliminnen ohne hohen Bildungsgrad. Für diese wünscht sich Fatma Saricicek mehr „niederschwellige Angebote“, wie sie das städtische Migrationsbüro ohne eine einzige türtkischsprachige Mitarbeiterin nicht leisten könne. Die Informationen, die die Frauen über die „niederschwelligen Angebote“,  erhielten, könnten sie dann in ihre Vereine tragen, so die Idee. Und die Idee hat auch einen Namen: „Remscheider Migrantinnenforum“. Einmal im Monat soll es künftig an unterschiedlichen Orten stattfinden.

Am 14. Januar ging es im Lindenhof um das deutsche Schulsystem. Und für den 27. Mai haben Kommunalpolitikerinnen und ein Schulleiter ihre Teilnahme zugesagt, wenn um 10 Uhr in der Moschee des konservativen „Verbandes islamischer Kulturzentren“ (VIKZ) an der Kremenholler Straße die Frage beantwortet werden soll „Was erwartet die deutsche Schule von den Eltern der Schüler mit Migrationshintergrund? Wie können die Eltern sich in der Schule einbringen?“ Ein wichtiges Thema!

Andere sind nicht minder wichtig: Was ist der schulpsychologische Dienst? Wie kann er helfen, wenn ein türkischer Junge in der Pubertät über die Stränge schlägt? - „Auch türkische Frauen, die lange Kleider und Kopftuch tragen, brauchen in einem solchen Fall professionellen Rat“, sagt Fatma Saricicek. „Das hat mit Religion nichts zu tun. Die sollte ohnehin Privatsache sein!“  Ihr Wunsch: „Alle Migranten, die in Remscheid wohnen, sollten sich hier auch wohlfühlen!“ Das aber setze Tolerenz auf beiden Seiten voraus, die Bereitschaft „jeden so anzunehmen, wie er ist!“  

Das fällt so manchem Deutschen beim Anblick von Kopftüchern und wallenden Kleidern nicht immer leicht, weiß auch Fatma Saricicek, die am Markt ein kleines türkisches Restaurant betreibt und dennoch die Zeit aufbringt, das „Remscheider Migrantinnenforum“ weiter auszubauen. Sie stellt sich darunter eine Art Dachverband vor, in den jeder Migrantenverein – egal, ob fortschrittlich oder konservativ - zwei seiner weiblichen Mitglieder entsenden kann. Quasi als „Botschafter“, die das dort Gehörte und Erlebte dann in die Vereine tragen.  Und sie sieht sich auf einem guten Weg: Lediglich zwei Vereine hätten noch keine Frauen in das neue Forum entsandt.

Ob die Männer, die in diesen Vereinen das Sagen haben, befürchten, die Frauen könnten selbständiger werden? Wer in Remscheid wirklich ankommen und sich wohlfühlen will, darf sich nicht abschotten.

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