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Hilfsangebote für Familien mit Problemen auf dem Prüfstand

Der Jugendhilfetag 2011 gestern in der Klosterkirche. Foto: Lothar KaiserDas gilt für viele Lebenslagen: Steckt erst mal der Wurm drin, ist er nur schwer wieder herauszubekommen. Und oft kommt dann ein „Wurm“ zum anderen. Wenn beispielsweise Ehemann und/oder Ehefrau arbeitslos geworden sind und die Familie auf „Stütze“ angewiesen ist. In der Sprache der Sozialarbeiter heißt das dann: „Mit dem Armutsrisiko steigen die Probleme in der Kindererziehung.“ Denn wer kämpfen muss, um über die Runden zu kommen, kann sich nicht so um sein Kind/ seine Kinder kümmern wie nötig. Das Gleiche gilt für Alleinerziehende und erst recht, wenn Vater und/oder Mutter psychisch krank sind oder geistig behindert. Wer kümmert sich dann um die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen aus solchen problembelasteten Familien? Dafür steht in den Kommunen der Allgemeiner Sozialdienst (ASD) zusammen mit Freien Trägern bereit. Der ASD der Stadt Remscheid ist mit jeweils acht Mitarbeiter/innen in den drei Bezirken Hasten, Honsberg (Lindenhof) und Lennep/Lüttringhausen tätig und kümmerte sich dort im vergangenen Jahr um insgesamt 1.100 Kinder und Jugendlichen, leiste, so die offizielle Aufgabenbeschreibung, „Hilfen zur Erziehung“. Sie umfassen Familien unterstützende oder ergänzende Leistungen, wenn es Probleme in Fragen der Erziehung gibt, oder Familien ersetzende Leistungen, wenn ein Zusammenleben in der Familie nicht mehr möglich ist.

Auf diese Leistungen haben Eltern/Erziehungsberechtigte einen Rechtsanspruch, und das Jugendamt als öffentlicher Träger ist in der Verpflichtung und Gesamtverant­wortung, die notwendigen Leistungen zu gewähren, die zu einem großen Teil im Sinne des Subsidiaritätsprinzips durch die freien Träger erbracht werden. Denn dem Gesetzgeber war klar, als er den Eltern diesen Anspruch einräumte: Gesellschaftliche und familiäre Veränderungen haben Einfluss auf das Aufwachsen von Kindern und das Zusammenleben der Menschen. Und nahezu jede Problemlage erfordert eine individuelle Lösung bzw. Hilfe.

Die „Hilfen zur Erziehung“ kosteten die Stadt im vergangenen Jahr zwölf Millionen Euro. Und die Tendenz ist steigend, weil auch der Bedarf steigt. Das sah vor zwei Jahren auch die Politik ein. Personelle Verstärkung für die städtischen Sozialdienste“, titelte der Waterbölles am 9. Dezember 2008. Damals waren sechs Stellen im Bereich Allgemeiner Sozialdienst und eine Stelle im Bereich Pflegekinderdienst nach TVöD 9 ab 1.1.2009 neu eingerichtet worden. Wie viele Sozialarbeiter die 13 Freien Träger beschäftigen, die ihre Betreuungsaufträge vom ASD erhalten und deren Arbeit regelmäßiger Kontrollen unterliegen, wusste beim gestrigen „12. Remscheider Jugendhilfetag“ in der Lenneper Klosterkirche niemand genau zu sagen. Wohl aber, dass auch dort der Hilfsbedarf qualifizierter und differenzierter geworden ist. Insofern enthielt die Fragestellung, die über dieser Tagung stand – Erfordern veränderte familiäre Lebenslagen „neue“ Fachkräfte und andere Hilfen zur Erziehung? – schon die Antwort. Allerdings fiel sie im Referat von Dr. phil. Jens Pothmann, Diplom-Pädagoge und wissenschaftlicher Angestellter in der Dortmunder Arbeitsstelle „Kinder- und Jugendhilfestatistik“, weit ausführlicher aus.

Der Jugendhilfetag, veranstaltet vom Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen der Stadt Remscheid in Kooperation mit der AG „Hilfen zur Erziehung“ (AG HzE) fand in diesem Jahr im Rahmen der bundesweiten Kampagne „Das Jugendamt - Unterstützung, die ankommt“ statt. Die AG-HzE ist eine von fünf Arbeitsgemeinschaften nach § 78 SGB VIII, in denen das Jugendamt als öffentlicher Träger der Jugendhilfe mit den anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe und Trägern geförderter Maßnahmen kooperativ und partnerschaftlich zusammenarbeitet. In diesem Kontext sei es auch erforderlich, „dass wir unsere Arbeit, unsere Angebote, Leistungen und unsere Qualifikationen auf den Prüfstand stellen und (selbst)kritisch fragen: Was brauchen die Familien in Remscheid an Unterstützung oder an Ergänzung bei der Erziehungsarbeit heute? Wie wirken sich Veränderungen in Familie und Gesellschaft auf die Anforderungen an diesen Bereich der Jugendhilfe aus? Welche Fähigkeiten und Qualifikationen brauchen die Fachkräfte im Jugendamt und bei den freien Trägern, damit Hilfen zur Erziehung ankommen und wirksam werden können? Sind unsere Angebote überhaupt noch passend?“ So die Organisatorinnen und Organisatoren der Tagung gestern Mittag auf einer kurzen Pressekonferenz in der Mittagspause: Karin Dasbach (Caritasverband Remscheid), Marie-Therese Frommenkord, Claudia Jung, Thomas Küchler und Sabine Poppe von der Stadt Remscheid, Ralf Knaack-Thomsen (Berg. Diakonie Aprath), Michael Schiffer (Ev. Jugendhilfe Bergisch Land) und Martina Sturm-May (Sozialdienst kath. Frauen).

Am Nachmittag wurde in drei Arbeitsgruppen, die den drei Bezirken des ASD zugeordnet waren, über „Die Fachkraft von heute für die Hilfebedarfe von morgen“ diskutiert. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen sollen zusammentragen werden und aufzeigen, was in Alt-Remscheid /Nord /West, im Südbezirk und in Lennep / Lüttringhausen das „richtige“ Angebot ist bzw. wäre, um den Bedarf zu decken, der sich aus den Lebens- und Problemlagen der Familien ergibt.

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Waterbölles am : Fast 1,5 Millionen Kindern in Deutschland fehlt der Vater

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Beim 12. Jugendhilfetag der Stadt Remscheid im Mai vergangenen Jahres standen in der Klosterkirche „Hilfeangebote für Familien mit Problemen auf dem Prüfstand“. Nun steht der 13. Jugendhilfetag bevor: Am Mittwoch, 13. Juni, findet er von 9.30 bis 16.

Kommentare

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Martin Brink (SPD) am :

Auf dem 14. Kinder- und Jugendhilfetag in Stuttgart wurden vom 7. bis 9. Juni unter dem Motto „Kinder. Jugend. Zukunft: Perspektiven entwickeln – Potentiale fördern!“ die kleinen und großen Probleme der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland bewegt. Als Teilnehmer der Delegation des Landschaftsverbands-Rheinland hat mich fasziniert, mit welchem Einsatz die Vertretenen Oragnisationen, Vereine, ‚Einzelkämpfer‘ und auch der eigene Verband für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eintreten. Wichtige Impulse für die Arbeit in Remscheid habe ich insbesondere für den Bereich der inklusiven frühkindlichen Betreung und Bildung sowie für die Steuerung sozialer Hilfeleistungen aus den Fachforen, mit nach Hause genommen.

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