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Kein Verständnis für weniger Stunden in Schulsekretariaten

Unerledigte Streichlisten gab es auch schon in früheren Jahren“, titelte der Waterbölles am 18. Januar 2010. „da war die „Giftliste“ der Verwaltung üner die aktuellen Sparmaßnahmen als Folge des städtischen Finanzs´desasters noch gar nicht bekannt. Der damalige Artikel betraf vielmehr  eine Mitteilungsvorlage des damaligen Stadtdirektors und Stadtkämmerers Jürgen Müller vom 29. März 2105 in die Hände, die an den Finanzausschuss adressiert war. Unter den Sparvorschläge der Verwaltung für 2002 findet sich in dieser Liste auch die Forderung nach „Abbau der Stundenzahlen bei Schulsekretärinnen“. Doch erst in der Ratssitzung am 24. März 2011 wurde daraus ein Grundsatzbeschluss des Rates der Stadt im Rahmen des Haushaltsicherungskonzeptes der mittelfristigen Finanzplanung 2010-2015. Der Auftrag an die Schulerwaltung lautete, „die Kapazitäten (Wochenstunden) in den Schulbüros der Remscheider Schulen, unter Verwendung neuer Messgrößen, ab dem Schuljahr 2011/2012 neu zu berechnen.“  Daraus ergab sich für die Sitzung des Schulausschusses  am 11. Mai eine ausführliche Beschlussvorlage der Verwaltung. Über sie wurde in der Sitzung jedoch nicht abgestimmt, sondern sie wurde auf den 30. Juni (Haupt- und Finanzausschuss) vertagt, um den Schulleitern Gelegenheit zu geben, dazu Stellung zu nahmen. Und nachdem erste kritische Stimmen laut geworden waren, baten die Fraktionen um eine Bewertung durch die Verwaltung, da ihnen Detailkenntnisse fehlten. Ab 1. August (Schuljahr 2011/2012) möchte die Stadtverwaltung im Stellenplan für die Schulbüros folgende Wochenstunden festsetzen (berechnet nach einem Zeitanteil pro Woche und Schüler): Grundschulen 194,25 Wochenstunden (Faktor 0,0469),  Hauptschulen 97,5 Wochenstunden (Faktor 0,0625), Realschulen 81,25 Wochenstunden (Faktor 0,0625), Gymnasien 215,50 Wochenstunden (Faktor 0,0625), Gesamtschulen 158,75 Wochenstunden (Faktor 0,0625), Förderschulen 73,5 Wochenstunden (Faktor 0,1250) und Berufskollegs 197,75 Wochenstunden (Faktor 0,0469).

Die Zahl der Wochenstunden in den Schulbüros der Remscheider Schulen waren zuletzt am 5.6.2001 zum Schuljahr 2001/2002 berechnet worden, und zwar nach der Zügigkeit einer Schule (Zahl der Klassen in den einzelnen Jahrgängen). Durch die immer stärker zurück gehenden Schülerzahlen in unterschiedlicher Höhe an den einzelnen Schulen habe sich nun die Situation ergeben, dass  in Schulen mit gleicher Zügigkeit, die Schülerzahlen je Klasse sehr verschieden sein könne, das Wochenstundenkontingente in den Schulbüros aber gleich geblieben sei. Fazit der Verwaltung: „Durch die … demografische Entwicklung, die … Schließung von Schulen, die bereits beschlossene Umsetzung von Grundschulverbünden, sowie unter Berücksichtung der Schülerzahlprognosedaten, sind mittel- bis langfristig Kapazitätsreduzierungen von 153 Wochenstunden bzw. maximal vier Vollzeitstellen  zu erwarten.“ Nachfolgend Zitate aus den Stellungnahmen der Schulleiter (Sprecher für die jeweilige Schulform):

Gymnasien: „Der neue Berechnungsmodus der Schulbürostunden nach Schülerzahlen findet im Sinne einer gerechten Verteilung der Stundenkontingente unsere ungeteilte Zu­stimmung, ebenso die jährliche Anpassung der Stundenzahlen. (…) Aber der Schlüssel pro Schülerin/Schüler von 0,0625 Stunden ist aus unserer Sicht zu niedrig angesetzt und entspricht nicht dem realen Arbeitsaufwand in den der­zeitigen Schulbüros. (…) Denn, das Schulministerium NRW, die Bezirksregierung Düsseldorf wie die Stadt Remscheid verlagern viele Aufgaben, die früher zentral von den Schul­abteilungen geleistet wurden, im Sinne einer selbstständigen Schule auf die Schulbüros der einzelnen Gymnasien. (…) Von daher haben Intensität, Vielfalt, Termindichte und Umfang der Anforderungen und Aufgaben eines gymnasialen Schulbüros erheblich zugenommen, eine Kürzung der Schulbürostunden, wie sie die Vorlage in drei von vier Gymnasien vorsieht, wird unweigerlich zu Verzögerungen in der Abwicklung, mangelnder Arbeitskontinuität bei Standortwechseln von Schulsekretärinnen und insgesamt zu einer Qualitäts­minderung der Arbeit in den Schulbüros führen.

Sophie-Scholl-/ Albert-Einstein-Gesamtschule:Der neue Berechnungsmodus auf der Basis von Schülerzahlen … findet unsere Zustimmung. Schlüssel zur Berechnung pro Schülerin / Schüler von 0,0625 Std. ist aus unserer Sicht zu niedrig und entspricht nicht dem realen Arbeitsaufwand. Die alten Arbeitsplatzbeschreibungen, die aus dem Schuljahr 2001/2002 zugrunde gelegt wurden, treffen den im Schuljahr 2011/2012 tatsächlichen Aufwand nur sehr unzureichend. Für unsere Schulform sind an neuen zusätzlichen Aufgaben zu nennen: Neue Aufgaben aus dem Schulministerium und den Bezirksregierungen ( schulscharfe Einstellungsverfahren, (...) Zentralabitur), Überwachung   und   Verwaltung   von   Budgets   (Fortbildung,   Geld   statt   Stellen, Wanderetat, Kultur und Schule), Aufgaben  des  Schulträgers  (Fahrkostenanträge,  Anträge  aus  dem  Bildungs-  und Teilhabepaket, aufwändige Etatbestellungen, diverse Statistiken, Anmeldeverfahren [Schülerzahl ca. 500, sehr hoher Verwaltungsaufwand]). Zukünftig (ab Schuljahr 2012/13) ist im Rahmen der Maßnahmen zur „Eigenverantwortlichen Schule" eher davon auszugehen, dass sich die Aufgaben der Schulsekretariate weiterhin ausweiten, so dass wir darum bitten, die Einsparmaßnahmen zu überdenken, damit die Remscheider Schulen leistungsfähig bleiben.“ (B. Borgstedt / A. Lück-Lilienbeck)

Berufskolleg Technik: „Im Laufe der letzten Jahre hat sich die Anzahl der Maßnahmen im Zusammenhang mit der Überwa­chung der Schulpflicht vervielfacht. Die Einleitung der Ordnungswidrigkeitenverfahren verursacht um­fangreichen Schriftverkehr, der vor allem von den Sekretärinnen umgesetzt wird. Auch die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Qualitätsanalyse NRW erzeugt für Kolle­gium, Schulleitung und in der Folge auch in den Sekretariaten einen enormen, nach Maßgabe der Schulgröße entstehenden Umfang an zusätzlichen Schreibarbeiten. (…) Bitte bedenken Sie auch, dass die Berufskollegs erheblich mehr Klassen mit Abschlussprüfungen und den zusätzlichen Kontakt zu Ausbildungsbetrieben und Maßnahmeträgern bei der wöchentlichen Kon­trolle der Schulbesuchspflicht haben. Außer den schuleigenen Prüfungen der Fachhochschulreife und der Allgemeinen Hochschulreife, je­weils verbunden mit der Prüfung beruflicher Kenntnisse, sind auch noch die Prüfungen der zuständigen Stellen (Ärztekammer, Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer sowie der Steuerberater­kammer) mit jeweils anderen Erfordernissen abzuwickeln. Auch die damit zusammenhängenden Kon­takte sind vielfältig und laufen alle über die Schulbüros. (…) Eine weitere Erhöhung des Druckes in den Sekretariaten gefährdet die Gesundheit der Sekretärinnen!“ (H. Schödder)

Käthe-Kollwitz-Berufskolleg: „Unter Berücksichtigung der Anmeldungen für das Schuljahr 2011/12  ist am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg seit 2009 eine Steigerung der Schülerzahlen um fast 20 Prozent zu verzeichnen (von 697 auf 832). Dieser Steigerung und dem damit verbundenen Mehraufwand für das Schulbüro ist bislang nicht Rechnung getragen worden.“! Die beabsichtite Reduzierung der Schulbürostunden gefährde den Bildungsauftrag der Schule. (M. Hamacher)

Grundschulen: „Alle Remscheider Grundschulen ersuchen den Schulausschuss, die 25%ige Kürzung der Sekretärinnenstunden nicht zu realisieren, da

  • es nach Einführung der OGS und der damit verbundenen Verwaltungs-Mehrarbeit keinerlei Aufstockung der Sekretärinnenstunden für die Grundschulen gab, aber viel mehr Verwaltungsarbeit anfällt;
  • das Mail-Aufkommen in den letzten Jahren um mehr als 100 Prozent angewachsen ist;
  • die Summe der Anfragen und Abfragen in den letzten Jahren drastisch zugenommen hat;
  • nachdem die Hausmeister/innen zwei Schulen übernehmen müssen, die Schulbüros fast gar nicht mehr besetzt sind und weder Eltern, noch Lehrer, noch Kinder und vor allem auch keine Dienstleister (Firmen) dort einen Ansprechpartner finden;
  • die im nächsten Jahr anstehende Einführung der „Eigenständigen Schule" im Grundschulbereich zu einem drastischen Anstieg der Verwaltungsarbeiten führen wird. (…)

In der neuen Sekretärinnenstunden-Berechnung wird die schwerwiegende Doppel­belastung für die Verwaltung der bestehenden Schulverbünde in keiner Weise be­rücksichtigt. Bei zwei Schulstandorten, zwei getrennten Elternschaften, zwei lokal getrennten Schülerschaften und Lehrerkollegien ist die zeitweise Präsenz einer Schulsekretärin sowohl am Hauptstandort als auch am Teilstandort unabdingbar not­wendig. Daher muss hier ein Sockelbetrag von mindestens drei Stunden zusätzlich eingezogen werden." (M. Halbach) 

Förderschulen: „Trotz der schon eingetretenen und weiter bevorstehenden demografischen Entwicklung …und des einhergehenden Ausbaus des gemeinsamen Unterrichts in den Remscheider Grundschulen und der integrierten Lerngruppen in den weiterführenden Schulen hat sich grundsätzlich an der seit 2001 bestehenden Arbeitsplatzbeschreibung und den zu erfüllenden Aufgaben in den Schulbüros nichts geändert. Viel mehr geben wir zu bedenken, dass die wesentlichen Arbeiten in den Sekretariaten der vier Förderschulen trotz der in manchen Schulen verminderten Schülerzahlen … eher umfangreicher und zeitaufwendiger geworden sind. So sind die zu erledigenden Tätigkeiten der Schulsekretärinnen insbesondere durch die Einführung des offenen Ganztags mit dem entsprechenden Verwaltungsaufwand in der Kooperation mit den einzelnen Trägern, die Pflege des Schild-Verwaltungsprogramms, die aufwendigere Kontenführung oder auch der erhöhte Schriftverkehr durch die Kooperationen mit anderen Institutionen, Trägern und Behörden im Rahmen eines inzwischen gut funktionierenden sonderpädagogischen Netzwerks deutlich umfangreicher geworden. Zudem geht nach wie vor sehr häufig wertvolle Arbeitszeit dadurch verloren, dass der Computer in den Schulbüros in Anbindung an den städtischen Server sehr oft nicht einwandfrei arbeitet, keine Eingaben möglich sind oder Office-Programme plötzlich beendet werden.“ (D. Schatton)

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Waterbölles am : Wochenstunden der Schulsekretärinnen werden verringert

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Mit neun Ja-Stimmen (SPD/FDP/Grüne) gegen sechs Nein-Stimmen (CDU/Linke/W.i.R.) hat der Haupt- und Finanzausschuss die ursprüngliche Verwaltungsvorlage zur Stundenreduzierung in den Schulsekretariaten und damit zum Planstellenabbau abgesegnet. Allerd

Kommentare

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Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Stadtverband Remscheid am :

Durch die Ausweitung des Ganztags, bei den Grundschulen des Offenen Ganztags, ist es zu einem erheblichen Mehraufwand an Verwaltung gekommen. Das mail-Aufkommen – oft verbunden mit Abfragen, Anfragen und Aufträgen der Schulaufsicht - hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Die SchILD- und SchIPS-Pflege und Bearbeitung haben an Arbeitsaufwand deutlich zugenommen. Die Einführung der eigenverantwortlichen Schule ab 2012 wird zu einem erheblichen Mehraufwand an Verwaltung an den Schulen führen. Schon von daher verbietet sich eine Reduzierung der Zeiten, in denen die Schulbüros besetzt sind. Schulen im Verbund oder mit mehreren Standorten oder mit besonderen Mehrbelastungen (z.B. hohe Anzahl an Fahrschülern) benötigen darüber hinaus einen Zuschlag, da hier an zwei Standorten zwei Elternschaften, zwei Schülerschaften und zwei (Teil-)Kollegien unterstützt werden müssen. Schulleitungen und Lehrkräfte müssen im Wesentlichen von Verwaltungsarbeit freigehalten werden, damit sie sich dem pädagogischen Auftrag in vollem Umfang widmen können. In einer Zeit, in der von einer Bildungsoffensive gesprochen wird und wo Bildung endlich den ihr zustehenden hohen Stellenwert bekommt, darf nicht am nichtpädagogischen Personal der Schulen über Gebühr gespart werden. Aber das nichtpädagogische Personal hilft nicht nur, damit Pädagogen ihre pädagogische Arbeit entsprechend leiosten können. Dieses sogenannte nichtpädagogische Personal (Schulsekretärinnen und Schulhausmeister) rundet oftmals die pädagogische Arbeit ab und ergänzt sie. Die GEW fordert daher, die Zeiten der Schulsekretärinnen zwar ggf. wegen aktuellerer Zahlen anzupassen, aber wegen der neuen Anforderungen zu erhöhen. Im Übrigen ist eine Vertretungsregelung (Feuerwehr) einzuplanen. (Resolution der GEW-Hauptversammlung)

Chronist am :

Bis zur nächsten Ratssitzung erwartet die W.i.R. die Antworten der Verwaltung auf ihre Anfrage vom 10. Juni ("Kürzung bei Schulsekretariaten – was wird wirklich gespart?") sowie die ergänzenden Punkte aus der Anfrage der Gestaltungsmehrheit vom 20. Juni. Ferner bittet die W.i.R.-Fraktion um eine Aufstellung der Öffnungszeiten der Schulbüros in Beziehung zum Schulbetrieb (Ist-Zustand und geplante Veränderung), bezogen auf die einzelnen betroffenen Schulen. Zitat: „Die W.i.R.-Fraktion ist nicht in der Lage, die Antworten der Verwaltung abschließend zu bewerten. Dazu sind aus Sicht der W.i.R.-Fraktion nur die betroffenen Schulen in der Lage.“ Deshalb schlägt die Fraktion vor, den Schulvertretern auch die jüngste Vorlage der Verwaltung (siehe: http://tinyurl.com/65dkbxa) zur Stellungnahme vorzulegen und das Thema auf die letzte Ratssitzung vor der Sommerpause zu verschieben.

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