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Denkerschmette: Programm im Januar

Montag, 21. Januar, 15.30 Uhr
Singen für Kinder mit Wolf-Dietrich Hörle
Alle Kinder ab dem 1.Schuljahr sind herzlich willkommen.

Dienstag, 22. Januar, 16 Uhr
„Wolle macht süchtig“
Stricken ist wieder gesellschaftsfähig. Nadeln und Wolle einpacken und vorbeikommen. Offener Handarbeitstreff mit Cornelia Schmidt

Donnerstag, 24. Januar, 15 Uhr
Bridge für Fortgeschrittene
Mitspieler /- innen gesucht

Samstag, 26. Januar, 15 Uhr
„Wintercafé“
Wärmendes für Herz und Magen mit Ulla Peters & Ulla Wilberg

Nach einem überaus erfolgreichen „Herbstcafé“ 2018,  wird es am Samstag, 26. Januat, in der Remscheider Denkerschmette ein „Wintercafé“ geben. Die Remscheiderin Ulla Peters spielt wieder auf dem Klavier. Ihr Repertoire reicht von Klassikern bis zu modernen Melodien. „Berliner Luft“ und „Kölsche Lieder“ laden zum Mitsingen ein, passend zur  5. Jahreszeit darf auch geschunkelt werden. Ulla Wilberg, Autorin und Vorleserin aus Remscheid, wird literarische Leckerbissen aus der Weltliteratur vortragen und das Publikum mit kleinen Geschichten und Gedichten  überraschen. Auch wenn die Temperaturen nicht nach einem harten Winter aussehen, ist es in der Denkerschmette schöner als draußen. In gewohnt gemütlicher Atmosphäre gibt es dort Kaffee und Kuchen zu günstigem Preis und freundliche ehrenamtliche Mitarbeiter. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei – der Hut geht rum.

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Pressemitteilungen der Stadt in aller Kürze

Vollsperrung der Remscheider Straße am 26. Januar. Am Samstag, 26. Januar, wird die Remscheider Straße in Höhe des Teilstücks Einmündung Ronsdorfer Straße, Singerberger Hammer von 5 bis 19 Uhr voll gesperrt, weil ein ortsansässiges Unternehmen eine Lieferung per Schwerlastkran erhält. Eine Umleitung über die Ronsdorfer Straße und die Haddenbacher Straße wird ausgeschildert. Die Zufahrt zur LKW-Waschstraße der Beitzel Express-Logistik GmbH bleibt gewährleistet.

Sportplätze im Winter. Aufgrund der Witterung bleiben alle Plätze  gesperrt bis einschl. Montag, 28. Januar. Externes Lauftraining ist auf Anfrage beim Platzwart evtl. möglich. (Sabine Heidfeld, Stadt Remscheid, Fachdienst 2.45 – Sport und Freizeit)

Neues Instrumentenkarussell für Kinder von sechs bis neun Jahren. Das Instrumentenkarussell „inka“ ist ein Kurs, in dem Kinder verschiedene Instrumente wie Gitarre/Ukulele, Violine, Trompete, Schlagzeug, Querflöte und Klavier über jeweils zwei bis drei Wochen genauer kennen lernen und ausprobieren können. Ein neuer Kurs beginnt am 24. Januar und schließt sich an die Musikalische Früherziehung an. Er steht außerdem allen Sechs- bis Neunjährigen offen, die bis dahin noch keine musikalische Ausbildung an der Musik- und Kunstschule (MKS) erhalten haben. Über das instrumentale Angebot hinaus bietet der Kurs die Möglichkeit, am Chor und am Kunstschulunterricht teilzunehmen. Termin: Vom 24.1. bis 2. Mai donnerstags, 14.30 bis 15.30 Uhr, in der Musik- und Kunstschule Remscheid, Scharffstraße 7-9. Kosten: 22 Euro monatlich. Anmeldung bei Sebastian Brüninghaus, Sekretariat MKS, Tel. RS 162529.​

Abwärme effizient nutzen – Empfehlungen für Industrie- und Gewerbebetriebe. Der Fachdienst Umwelt der Stadt Remscheid lädt alle Remscheider Unternehmen herzlich ein zu einer Informationsveranstaltung mit anschließendem Beratungsforum: „Abwärme effizient nutzen – Empfehlungen für Industrie- und Gewerbebetriebe“ am 23. Januar von 15 bis 18 Uhr im Neuen Lindenhof (Kleiner Saal), Honsberger Straße 38. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Nutzung von Abwärme aus industriellen Prozessen bietet häufig ein erhebliches Potential für eine betriebswirtschaftliche Optimierung. Sie zu nutzen ist eine Möglichkeit, den Eigenverbrauch und die Energiekosten zu senken und obendrein das Klima zu entlasten. Neben einem Fachvortrag mit wichtigen theoretischen Grundlagen gibt es zwei Anwendungsbeispiele aus der betrieblichen Praxis. Remscheider Unternehmen berichten von ihren Erfahrungen. Zudem gibt es Informationen über aktuelle Förderprogramme. Im Anschluss an die Vorträge gibt es ein Beratungsforum mit kompetenten Energieberatern aus der Region, die für individuelle Fragen zur Verfügung stehen.

Wintergeschichten in der Kinder- und Jugendbibliothek. Jeden Mittwoch ab 16 Uhr wird in der Kinder- und Jugendbibliothek, Scharffstr. 4-6, eine halbe Stunde lang vorgelesen. Am  23. Januar liest Kuni Viedenz-Ketzer Kindern zwischen vier und zehn Jahren Wintergeschichten vor.

Neue Hundesteuermarken. Remscheider Hundehalter erhalten mit ihren Hundesteuerbescheiden am 1. Februar neue, leuchtendgelbe Hundesteuermarken in Dreiecksform. Bis dahin behalten die roten Kleeblatt-Marken ihre Gültigkeit. Die neuen Marken gelten für die Jahre 2019 bis 2021. Sie müssen beim Gassi-Gang gut sichtbar mitgeführt werden.

Studienreise nach Prag mit der VHS Remscheid. Die VHS Remscheid des Kommunalen Bildungszentrums bietet eine ganz besondere Studienreise nach Prag – die goldene Stadt – in der Zeit vom 2. bis 5. April an. Entdecken Sie die Hauptstadt der Tschechischen Republik, eine moderne Metropole und gleichzeitig ein architektonisches Juwel, dessen historischer Kern seit dem Jahre 1992 zu den Denkmälern des UNESCO-Weltkulturerbes gehört. Besuchen Sie mit der VHS Remscheid weltbekannte historische und religiöse Stätten – die Prager Altstadt, die Prager Burg sowie das Jüdische Viertel und vieles mehr. Ein besonderes Highlight dieser Reise ist die Moldauschifffahrt mit Abendessen und Musik, die auf Wunsch hinzugebucht werden kann. Anmeldeschluss für die Reise ist der 28. Januar. Interessierte erhalten einen Flyer mit allen wichtigen Informationen bei Laura Arevalo Rodriguez, Kommunales Bildungszentrum, Tel. RS 16 3537, E-Mail Laura.ArevaloRodriguez@remscheid.de">Laura.ArevaloRodriguez@remscheid.de.

Spätere Termine/Veranstaltungen siehe nächste Seite:

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Auf der Suche nach Hexenbutter & Co.

Wenn mitten im Winter der Frost eine Pause macht und bei Temperaturen etwas über dem Gefrierpunkt die Luft schön feucht ist, dann sind in den Wäldern des Bergischen Landes die Gallertpilze zu finden, die der Volksmund als "Hexenbutter" bezeichnet. Daneben gibt es u.a. "Judasohren", Austernseitlinge und vielleicht auch Samtfußrüblinge zu bestaunen. Diese besondere Gruppe von Winterpilzen und natürlich auch ihre Lebensräume stellt Biologe Jörg Liesendahl bei einem ganz speziellen Winterspaziergang in der Umgebung von Remscheid-Grund vor.Los geht's am Sonntag, 27. Januar, um 10 Uhr an der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13. Die Teilnahme kostet für Erwachsene sechs Euro und für Kinder bis 15 Jahren drei Euro. Für Familien mit mehr als einem eigenen Kind gibt es einen Rabatt. Bei warmer, dem Wetter angepasster Kleidung und wärmendem Schuhwerk ist dieser auf ca. 3 Stunden angelegte Waldspaziergang auch für Kinder ab sieben Jahren geeignet. Eine Anmeldung ist erforderlich unter Tel. RS 3748239 oder E-Mail info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de.

Behäbige Wetterlagen auf längere Zeit

Eisiger Farn. Foto: Hans Georg MüllerDas Nordhoch "Brigida" zeigt uns wie Winter aussehen kann. Wie überzuckert zeigt sich der alte Farn am Waldrand. Die Meteorologen sagen eine längere Kälteperiode vorraus. Langsamer wird der Wechsel zwischen " Hochs" und "Tiefs" nach Aussagen von Wettermann Sven Plöger . Das Temperaturgefälle von kaltem Norden und warmem Süden ist geringer geworden. Stärkere Unterschiede würden eine schnellere Verwirbelung und schnelleren Transport der Luftdruckgebiete bewirken. Also bekommen Fotografen verstärkt dekorative Eisformationen aufs Bild.
Astrofotografen sind in der Nacht von Sonntag auf Montag wohl eher mit dem " Blutmond" beschäftigt. Ab 5 Uhr 41 beginnt die totale Verfinsterung des Erdbegleiters. Ab 6 Uhr 44 zeigt er sich dann wieder schrittweise. (Tipp: Kamera auf Selektivmessung einsrellen, d. h. auf ein enges Meßfeld).

Wochenrückblick vom 14. bis 20. Januar 2019

 

Autofahrer verletzte zehnjähriges Mädchen und flüchtete

Gestern gegen 7.15 Uhr kam es an der Lüttringhauser Straße / Richthofenstraße zu einem Unfall mit einem zehnjährigen Mädchen. Es überquerte bei grüner Ampel die Fahrbahn, als es zum Zusammenstoß mit einem Auto kam. Der Autofahrer setzte seine Fahrt in Richtung Remscheid-Lennep fort, ohne sich um das verletzte Kind zu kümmern. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um ein größeres, schwarzes Auto, möglicherweise um einen Geländewagen. Das Mädchen musste vom Rettungsdienst zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Zeugen des Unfalls werden gebeten, sich mit der Polizei unter der Rufnummer 0202/284-0 zu melden. (aus dem Polizeibericht)

Vage Versprechungen vermeintlicher Wohltäter

Seit dem 21. August 1961 stand an der Burger Straße in Bliedinghausen der „Blaue Mond“ (Fotos rechts). An der Spitze des stählernen Masts prangte, nachts dank Neon-Beleuchtung hellblau strahlend, das Signet „MW“ (Abkürzung von „Mannesmannröhren-Werke). Und viele Bewohner des Südbezirks erinnerte die markante Baufigur an die bahnbrechende Erfindung der nahtlosen Röhren nur einen Steinwurf entfernt in der „Wiege“ des Mannesmann-Konzerns  durch die Brüder Reinhard und Max Mannesmann. Der 59 Meter hohe Werbepylon war eine weithin sichtbare Landmarke und in Nordrhein-Westfalen die letzte verbliebene dieser Art nach Demontage ähnlicher Türme. Am 4. September 2002 wurde der Turm in die Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen. Nach dem Sturm „Niklas“ wurde sein oberer Teil  mit dem markanten „MW“-Kopf und den darunter montierten Sendeanlagen wegen angeblicher Einsturzgefahr abgeflext und „notdürftig am Fuße des Denkmals gelagert“, so die Stadt Remscheid in einer Veröffentlichung. Seitdem wird über den Wiederaufbau gestritten.

Eine „Unterschriftenaktion für den „Blauen Mond“ startete Ende April 2018 ein kleiner, aber engagierter Kreis von Anwohnern bei einem Treffen in der Gaststätte Rautzenberg an der Burger Straße. Inzwischen haben fast 4.000 Remscheiderinnen und Remscheider, viele davon Kunden des ALDI-Konzerns, den Aufruf zum Erhalt und Wiederaufbau des bekannten Remscheider Wahrzeichens des Südbezirks unterschrieben (siehe pfd-Formular) Wer sich an der vom Waterbölles unterstützten Aktion beteiligen möchte, schickt das unterschriebene Formular bitte an den Mannesmann Haus e.V., Prof. Dr. Horst A. Wessel, Marie-Colinet-Straße 5, 40721 Hilden, oder an die IG „Blauer Mond von Remscheid", Jutta Heinz, Sichelstraße 9, 42859 Remscheid.

Fragen an die Bauverwaltung und die Antworten

Aus der Sitzung der Bürgerinitiative „Blauer Mond“ am Donnerstag ergaben sich für den Waterbölles einige Fragen. Diese hat er noch am gleichen Abend per E-Mail Jörg Schubert gestellt, dem Leiter des Fachdienstes Bauen, Vermessung, Kataster und Untere Denkmalbehörde. Die Antwort ging gestern Nachmittag ein, abgestimmt mit dem Technischen Beigeordneten Peter Heinze.

Frage: Hat die Stadt gegen das OVG-Urteil Beschwerde eingelegt? Wie hat sie diese begründet?

Jörg Schubert: Im Zuge des Berufungsverfahrens vor dem Oberverwaltungsgericht in Hinblick auf die Ablehnung einer Baugenehmigung des Klägers (Klage wurde seitens des Verwaltungsgerichtes zuvor abgewiesen) wurde vom OVG der Bebauungsplan 661 inzident geprüft. Die hierbei durch das OVG gegebenen rechtlichen Hinweise zum Bebauungsplan hat die Verwaltung zum Anlass genommen zu prüfen, inwieweit diese Hinweise auch von grundsätzlicher Bedeutung für künftige „Gewerbe-Bebauungspläne“ sind. Aufgrund des Ergebnisses dieser Prüfung wird die Stadt Remscheid entscheiden, wie sie mit dem Urteil des OVG umgehen wird. Da es sich für die Stadt Remscheid dabei noch um ein laufendes Verfahren handelt, kann die Stadt Remscheid deshalb hierzu derzeit keine öffentliche Aussage abgeben, um ihre Rechtsposition nicht zu gefährden. Hierfür bitte ich um Verständnis.

Frage: Wäre der Bau eines nicht mehr dem Denkmalschutz unterliegenden Turmes mit oder ohne Bauantrag überhaupt möglich?

Jörg Schubert: Der Bau eines völlig neuen Turmes ist aus Sicht der unteren Bauaufsicht genehmigungsbedürftig.

Frage: Was lässt das Einzelhandelskonzept auf dem Gelände derzeit zu? Eine Drogerie (im alten Aldi)? Und einen Frischemarkt auf dem Tennisgelände? Die Erweiterung des neuen ALDI auf 1200 Quadratmeter?

Jörg Schubert: Die Stadt Remscheid hat aufgrund der Anfrage der ALDI-Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG mit Schreiben vom 29. Juni 2017 zum damaligen Zeitpunkt erklärt, dass nach Prüfung der mit Bescheid vom 26. April 2004 erteilten Genehmigung, unter Beachtung des Regelungsinhaltes und der Nebenbestimmungen der Baugenehmigung, noch Bestandsschutz für eine Nachnutzung (des alten Discounters) in diesem Sinne besteht. Ob dieser Bestandsschutz am heutigen Tage noch besteht, wäre bei einer Nutzungsaufnahme aufgrund des fortlaufenden Leerstandes erneut zu prüfen. Ein „großflächiger Markt“ mehr als 799 m² ist derzeit auf dem Gelände nicht realisierbar.
Die Übereinstimmung mit den Vorgaben und Festsetzungen des Einzelhandelskonzepts der Stadt Remscheid der in Ihrer Mail angesprochenen Verkaufsstandorte, wurde im Rahmen der zugehörigen Genehmigungsverfahren geprüft bzw. durch entsprechende Gutachten nachgewiesen (soweit diese überhaupt erforderlich waren). Ein angeblicher Verstoß gegen das Einzelhandelskonzept ist frei erfunden und aus der Luft gegriffen.

Frage: Würde eine Ausnahmeregelung vom Einzelhandelskonzept für den Südbezirk nicht der Präzedenzfall sein, auf den Investoren und Betreiber nur warten, um das ganze Konzept zu kippen und die Stadt mit weiteren Discountern zu überziehen?

Jörg Schubert: Eine „nicht-begründbare“ und/oder gutachterlich nachgewiesene Abweichung von den Vorgaben und Festsetzungen des Einzelhandelskonzepts der Stadt Remscheid kann bei hierauf abstellenden Klagen, wenn diese im schlimmsten Falle gegen die Stadt Remscheid beschieden würden, zu dessen „Nichtigkeit“ führen. Die mit dem Einzelhandelskonzept bezweckte Steuerung des Einzelhandels wäre nur noch erschwert möglich.

Die Aktion wendet sich an den ALDI-Konzern. Er ist seit dem Kauf des Geländes für einen Discounter der Besitzer des „Blauen Mondes“. Die Bürgerinitiative mit ihrem Sprecher Bernd Schützeberg erwartet von dem milliardenschweren Konzern den Wiederaufbau des historischen, denkmalgeschützten Wahrzeichens „als ein Stück unserer Heimat“. Dazu sei ALDI als Besitzer im Übrigen gesetzlich verpflichtet. Und wenn schon nicht an alter Stelle, dann wenigstens in einem (abgetrennten) Eckbereich des Platzes, um im Winter Gefahren für Passanten auf dem Parkplatz durch herunterfallendes Eis auszuschließen, so im Juni vergangenen Jahres ein Kompromissvorschlag von Prof. Dr. Horst Wessel.

Da war der Gegenvorschlag von ALDI schon sechs Monate alt, im Zufahrtsbereich der Salzgitter Mannesmann Stainless Tubes Deutschland GmbH an der Bliedinghauser Straße lediglich das 17 Meter hohe „Kopfteil“ des Mannesmannturmes wieder aufzustellen. Das würde dem Charakter und der Bedeutung des Denkmals nicht gerecht werden, befand die Bezirksvertretung Süd am 13. Dezember 2017. Darauf ging am 6. März 2018 Bernd Schützeberg in einem Leserbrief an den Waterbölles noch einmal ein: Das sei ein unverschämter, ja lächerlicher Vorschlag, kritisierte er ALDI. „Ein denkmalgeschütztes Wahrzeichen in Remscheid, auf das sehr viele Bürger stolz sind, muss leuchten und von überall her zu sehen sein!“

Von Seiten der Stadt Remscheid folgte im Juli eine „Ordnungsverfügung gegen ALDI-Konzern“ mit dem Ziel, den Konzern auch von Amts wegen zum Wiederaufbau des „Blauen Mondes“ zu veranlassen. Doch auf diesen Bescheid reagierte der Konzern ungewöhnlich trotzig und zog vor Gericht. Weil er den stählerne Turm für einen finanziellen Klotz am Bein hält. Begründung: Ein Denkmal müsse, für sich allein betrachtet, finanziell tragbar sein. Und so gesehen, bezogen auf die Einnahmen auf die am Turm installierten Antennen von Mobilfunkanbietern, sei er das eben nicht. Die deutlich höheren Einnahmen aus dem benachbarten Discounter spielten bei der finanziellen „Tragfähigkeit“ des Turmes keine Rolle, sei vor Gericht die Argumentation von ALDI, heißt es.

Ein Ende dieses juristischen Streits ist nicht absehbar. Zumal er in erster Instanz nicht beizulegen sein dürfte. Da klingt dann die Forderung der Bürgerinitiative, ALDI möge „das Denkmal sanieren und es nicht länger ungeschützt verwahrlosen lassen“, eher wie das mutlose Pfeifen im Walde.

Als Helfer in dieser scheinbar ausweglosen Lage boten sich den „Mond-Akteuren“ am vergangenen Donnerstag  bei Rautzenberg ausrechnet die beiden Investoren Rainer Dorn, Geschäftsführer der Projektgesellschaft Dorn & Partner (Chemnitz), und Harald Schlößer, Geschäftsführer der Schlößer-Projekt GmbH (Remscheid), an. Sie hatten 2013 über eine gemeinsame Gesellschaft das hinter dem jetzigen (neuen) ALDI-Discounter liegende Gelände des einstigen Tennisclubs Mannesmann in der Absicht gekauft, dort weiteren Einzelhandel anzusiedeln. Weil das dem städtischen Einzelhandelskonzept widerspricht, streiten sich die beiden Unternehmer seitdem mit der Stadt vor Gericht, zunächst vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf, dann vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster. „Kippt Gericht das städtische Einzelhandelskonzept?“, fragte der Waterbölles am 6. Dezember 2018. Denn vor dem OVG schienen die Investoren zumindest teilweise obsiegt zu haben. Doch noch ist das Urteil nicht rechtskräftig: Die Stadt habe bei einer anderen Kammer des OVG Münster Beschwerde eingelegt, heißt es; die Stadt beantwortet Anfragen seitdem mit dem Hinweis auf ein „schwebendes Verfahren“ (siehe Kasten).

Rainer Dorn gab sich vorgestern ebenso zuversichtlich wie schon nach der BV-Sitzung im vergangenen Dezember: Solche Beschwerden würden meistens zurückgewiesen. Man werde mit der Stadt über das Einzelhandelskonzept reden. Kann es zugunsten der Investoren verändert werden? Diese Frage beschäftigt auch Bezirksbürgermeister Stefan Grote (SPD) und seine Stellvertreterin Elke Rühl (CDU), wie sie am Donnerstag einräumten. Beide fühlen sich „den zahlreichen Bürgern verpflichtet“, die bei ihnen den Bau eines Drogerie- und eines Frischemarktes eingefordert hätten. Dass die Politiker damit zu Steigbügelhaltern der Investoren Dorn und Schlösser werden könnten, stört sie anscheinend nicht.

Rainer Dorn hatte zuvor erklärt: „Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr den Blauen Mond wieder zum Leuchten bringen. Möglichst einvernehmlich, ohne juristische Auseinandersetzung!“ Als neuen Standort schlug er das frühere Tennisgelände vor – und hatte auch gleich einen Plan parat. Mit Harald Schlößer arbeite er nun schon seit 29 Jahren „wie ein altes Ehepaar“ zusammen und sei sich einig, das Projekt finanziell zu unterstützen. „Aber man kann nur Geld ausgeben, das man zuvor verdient hast!“ Ein Wink mit dem Zaunpfahl auf die weiteren an der Burger Straße geplanten Discounter-Projekte. „Wir unterstützen die Rückkehr des Blauen Mondes. Aber natürlich nur, wenn unsere Pläne umgesetzt werden!“ Die „Mond-Akteure“ der Bürgerinitiative zeigten sich ungeachtet der gestellten Bedingung erfreut. Und die Politik deutete Zugeständnisse beim städtischen Einzelhandelskonzept an. „Aber erpressen lasse ich mich nicht“, ergänzte Stefan Grote nach der Sitzung der Bürgerinitiative.

Vielleicht sei es sogar besser, statt des alten einen ganz neuen Turm zu errichten, hatte Dorn in der Sitzung nachgelegt. Die Kosten dafür schätzte er auf 250.000 Euro. Ob sich der ALDI-Konzern daran beteiligen würde? Fragezeichen! Ein neuer Turm an einem neuen Standort, dann ohne Denkmalschutz? Ist das überhaupt für die Stadtverwaltung vorstellbar? Oder ist das eine Rechnung, die Dorn ohne den Wirt (ALDI) gemacht hat? Die Bürgerinitiative täte jedenfalls gut daran, nicht auf vage Versprechungen vermeintlicher Wohltäter zu setzen, sondern weiterhin den Kontakt zu dem Lebensmittelkonzern zu suchen. Denn er – und nicht die beiden Geschäftsmänner – sind die Eigentümer des Denkmals.

Der Waterbölles wird heute 13 Jahre alt

Der Waterbölles, das Forum zur Remscheider Kommunalpolitik und zuGeschichte(n) aus dieser Stadt, ging am 19. Januar 2006 im Internet unter waterboelles.de online. Seitdem informieren sich dort viele Remscheiderinnen und Remscheider, und ihre Zahl wächst langsam, aber stetig. Zahlreiche Bürger/innen haben den Waterbölles in ihrem Internet-Browser längst als Startseite eingerichtet. Denn täglich kommt neuer Lesestoff hinzu. Bislang sind mehr als 20.600 Artikel erschienen und kaum weniger Kommentare und ergänzende Informationen. Das Suchfeld oben rechts auf der Startseite macht es möglich, in der Fülle des Materials gezielt nach einem bestimmten Begriff zu suchen. So kann der Waterbölles auch als Archiv genutzt werden, und Interessierte können sich schnell einen Überblick über das politische Geschehen in dieser Stadt in den vergangenen 13 Jahren verschaffen.

Blausensen verhalfen Sensen-Industrie zu letzter Blüte (I)

Alte Gasse im Ortsteil Büchel. Zu beiden Seiten die eigenwillig und regellos zusammengeschachtelten Wohnungen und Werkstätten der Kleinschmiede. Im Hintergrund ein stattliches Kaufmannshaus, erbaut von Engelbert Luckhaus 1765. Foto: Schmidt.Teil I

Durch die Fabrikation von so genannten Blausensen sollte die Sensen-Industrie im Bergischen nochmals zu einer kurzen Blüte kommen. Aus der Verordnung des Kurfürsten Johann Wilhelm vom 20. März 1709 geht hervor, dass damals schon sogenannte Klopfsensen, das sind Stahlsensen, aus andern Gegenden bei uns eingeführt wurden. Da dieselben sich großer Beliebtheit erfreuten, gaben sich einige der Bergischen Sensenschmiede die größte Mühe, hinter das Geheimnis ihrer Herstellung zu kommen. Es sind also schon vor 1750, namentlich in Cronenberg, Versuche mit dieser neuen Fabrikation gemacht worden, die allerdings durch die Eifersucht der Schleifer und wahrscheinlich auch durch den Mangel an Mitteln stark behindert wurden. Im Jahre 1763 ließ die Düsseldorfer Regierung eine Erhebung darüber anstellen, ob und in welchem Umfange schwarze Sensen in den Ämtern Elberfeld, Bornefeld und Beyenburg hergestellt worden seien. Aus den verschiedenen Berichten geht hervor, dass einzelne Schmieden erhebliche Mengen von Stahlsensen geliefert hatten. In den Jahren 1750 bis 1752 waren 2.242 Stück für die Gebrüder Busch hergestellt worden. Peter Brink hatte im Jahre 1752 500 Stück, Johann Putsch 663 Stück anfertigen lassen, und die Gebrüder Brink versandten in den Jahren 1752 und 1753 1.500 Stück. Auch Johann Tilmans, Johann Ernenputsch, Engel Caspers, Kasper Hahn, Johann Rodt und Clemens Friedrichs, sämtlich in Cronenberg, werden als Hersteller von schwarzen Sensen genannt. Johann Rodt auf dem Sudberg und Clemens Friedrichs in der Kohlfurt sind an anderer Stelle ebanfalls als Erzeuger von schwarzen Sensen urkundlich erwiesen.

Hatte man sich in Düsseldorf vor lauter Erwägungen und Bedenken nicht zu einem Entschluss aufraffen können, so kam nun ein frischer Zug in den Gang der Verhandlungen. Trotz aller Proteste der um ihr Monopol besorgten Schleifer sollte jetzt der Versuch gemacht werden, an die Stelle der veralteten Weißsensenherstellung die Erzeugung der Stahlsensen zu setzen, um der Gewerbetätigkeit wieder aufzuhelfen. Natürlich interessierte man sich in Düsseldorf am meisten für die Frage, ob die bisher heimlicherweise und im Gegensatz zu den Handwerksbestimmungen gefertigten blauen oder schwarzen Sensen sich auf den verschiedenen Märkten als wettbewerbsfähig erwiesen hatten. Man veranlasste deshalb die betreffenden Kaufleute zu einer Äußerung, „ob die schwarzen Sensen so gut als die Steiermärker und Schmalkalder gewesen". (…) Aus den verschiedenen Antworten geht hervor, dass die Cronenberger Sensenschmiede sich eifrig bemüht hatten, die Ge­heimnisse der steierischen Sensen zu ergründen, dass sie aber bis zum Jahre 1763 noch nicht zur „Perfektion", d. h. zur Erzielung einer einwandfreien Ware gelangt waren. (… Zweifellos war aber eine ganze Reihe schätzenswerter Vorarbeiten vorhanden, als sich im Jahre 1769 zahlreiche Remscheider, Cronenberger und Lüttringhauser Kaufleute vereinigten, um die Stahlsensenerzeugung leistungs- und wettbewerbsfähig zu machen. Unter dem Vorsitz des Geheimrats von Buininck fanden sich folgende Kaufleute und Besitzer von Stahlhämmern zur Beratung ein: Johann Peter Hilger, Johann Peter Hasenclever, Peter Busch, Johann Müller für sich und namens Johann Busch, Wittib und Söhne, Gebrüder Honsberg, Peter Johann Arnold Clarenbach, Gebrüder Hilger, Johann Peter Hasenclever in Remscheid, Arnold Hasenclever, Peter Hasenclever, Ehringhausen, Johann Peter Bünger, Cronenberg, Gebrüder Müller jun., Luther Mannes, Johann Graber, Goldenberg, Johann Hasenclever und Söhne, Wilhelm Hasenclever und Söhne, Gebrüder von den Steinen, Johann und Caspar Halbach und Söhne, Johann Hasenclever, Peter Christoph Knipping, Johann Müller, Johann Dietrich Corras, Friedrich Caspar Herbertz, Wilhelm Grund, Gottfried Frantzen Wittib und Söhne, Peter Reinshagen und Gebrüder Berger.

Sie erklärten sich sämtlich bereit, „an der einzuführenden schwarzen Sensenfabrique" teilzunehmen. Es wurde als notwendig erachtet, ein Kapital von 1500 Reichstalern zusammen zu bringen. Dann sollten einige Kaufleute versuchen, in der Steiermark Meister zu werben, die die schwarzen Sensen zu machen verständen. Diese Leute sollten dann die einheimischen Meister und „Fabrikanten" mit den Geheimnissen der steirischen Sensenherstellung bekannt machen. (Schließlich gelang es, den Märkischen Sensenschmied Karl Röntgen nach Remscheid zu ziehen und mit seiner Hilfe das Müngstener Sensenwerk in Gang zu bringen. Letzterer soll einem österreichischen Soldaten, der nach dem Siebenjährigen Kriege in der Mark zurückgeblieben war, das Geheimnis der Stahlsensenbereitung abgelauscht haben. Auch ein sächsischer Bergmann namens Schildbach, wahrscheinlich derselbe, der im Jahre 1765 sich in dem Reinshagener Bergwerk des Jacob Grothaus und der Gebrüder Busch als Steiger betätigte, wird als Mithelfer genannt.)

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