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Glocken der Versöhnung

von Alma Mühlhausen

Im weißen Winterschweigen lag die Landschaft, als am letzten Adventsonntag Bauer Hegepeter über den schmalen Feldweg, der die Höfe Falkenberg und Berghausen verband, durch den knietiefen Schnee stapfte. In der Luft zitterte die Kälte, und wer nicht hinaus musste, blieb daheim in der warmen Stube. Am breiten Fahrweg angelangt, spähte der Bauer angestrengt in den Tann. Doch außer dem Flügelschlag eines Raubvogels störte kein Laut den weißen Frieden. Die Hände in den Manteltaschen vergraben, bahnte sich Hegepeter einen Weg durch das Brombeergestrüpp, dabei leise Verwünschungen ausstoßend gegen die Christbaumdiebe, die ihn aus der warmen Stube getrieben hatten. Noch in der letzten Nacht hatte man ihm einige der besten Tannen abgesägt. „Wenn ech i'enen dobie ertapp, demm gi'eht et schleit, murmelte der Bauer.

Eine halbe Stunde mochte verstrichen sein, als ihn ein Geräusch aufhorchen ließ. Und schon sah er, wie ein etwa elfjähriger Junge mit einem Tännchen der Fahrstraße zueilte. „Halt!", schrie der Bauer und lief auf den zu Tode erschrockenen Jungen zu, der gebannt auf dem Fleck stehen blieb. Dann aber kam Leben in den Erstarrten, und die Tanne wegwerfend, lief er auf den Hammerteich zu, der eine spiegelglatte Eisdecke trug. Doch da glitt der Junge aus. Als er sich wieder aufrichtete, stieß er einen Wehlaut aus. Der Junge schien sich den Fuß verstaucht zu haben, denn nur noch hinkend konnte er sich vorwärts beilegen. Aber da keuchte auch schon der Bauer heran, und seine Pranke klatschte in das blasse Kindergesicht. Die wüstesten Schimpfworte prasselten auf den in Angst und Schmerzen aufheulenden Kleinen. Seine Entschuldigungen, dass der Vater schon so lange krank wäre und sie kein Geld für ein Tännchen übrig hätten, lehnte der Erzürnte hohnlachend ab.

„Du kass dienern Vatter sagen, dat ech en aanze'igden, datte dech tom Stehlen en denn Bosch gescheckt heär. Dös Kiehr köhm he nit su le'ite drvan wie do-mols." Die Versicherung des Jungen, dass seine Eltern nichts von seinem Tun wüssten, ließ der Erzürnte nicht gelten.

Als sich der Bauer entfernt hatte, hinkte der kleine Rudolf mühsam nach Hause. Eine heiße Angst saß in dem Kinderherzen. Wenn Bauer Hegepeter, der seit langen Jahren mit seinem Vater verfeindet war, seine Worte wahr machte? Der Vater würde außer sich sein und die Mutter . . .? Wie würde sie sich grämen, dass ihr Junge gestohlen hatte. War es denn wirklich Diebstahl?

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Forderung nach einem Kino kam vom Jugendrat

Schöne Kinder haben einem Sprichwort zufolge viele Väter. Das gilt auch für das neue Kino am Bahnhof, das gestern eingeweiht wurde. Dazu haben sich CDU und SPD zu Wort gemeldet. In ihren Pressemeldungen erinnern sie an den Kommunalwahlkampf von 2010 und schreiben dem damaligen Oberbürgermeisterkandidaten Jochen Siegfried (CDU) bzw. Burkhard Mast-Weisz (SPD) die Forderung nach einem Kino zu.

Eigentlich ist es egal, wer als erster die Idee hatte. Hauptsache, das Kino ist endlich da. Aber der Waterbölles hat dennoch mal zurückgeblättert. Und nach seiner Chronologie war es der Jugendrat, der im März 2010 in einem Brief an die Oberbürgermeisterin im Ansatz über Freiheitangebote ein Kino erwähnt hat. Es folgte am 5. März 2014 Burkhard Mast-Weisz. Er sprach das Thema im Lindenhof vor SPD-Mitgliedern an.

Jochen Siegfried wurde von der CDU erst am 24. März 2014 in der „Event-Arena“ am Remscheider Hauptbahnhof zum Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters  gewählt. Seine damalige Rede hat der Waterbölles dokumentiert. Darin wird die Forderung nach einem Kino ebenfalls erhoben. Ob Siegfried schon viel früher davon gesprochen hatte, ist dem Waterbölles nicht bekannt.

Remscheid freut sich auf sein neues Kino

Remscheid freut sich auf das "Kino mit Gleisanschluss"“, titelte der Waterbölles am 10. Juni 2016, nachdem tags zuvor im „Bahnhofsgarten“ am Remscheider Hauptbahnhof die Bauarbeiten für einen Kino-Neubau begonnen hatten. Im Herbst 2017 solle das neue Multiplex-Kino der CineStar-Gruppe eröffnet werden, hieß es damals. Später dann wurde daraus „Ende 2018“. Und dieser Termin, auf den Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gewettet hatte, wird nun eingehalten, rechtzeitig vor den Festtagen.

Das Multiplex-Kino Cinestar Remscheid präsentierte sich auf der heutigen Pressekonferenz mit (im Bild v. re. n. li.) Kino-Leiter Jörg Bender, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Cinestar-Geschäftsführer Oliver Fock, Investor Oliver Kropp, Geschäftsführer der familieneigenen Unternehmensgruppe Kropp mit Sitz in Großenlüder im Landkreis Fulda/Hessen, und Peter Heinze, Technischer Beigeordneter der Stadt Remscheid, als ein Millionen-Objekt mit voll digitalisierten Projektionsstandards und herausragender Tontechnik in zwei größeren und vier kleineren Kinosälen auf zwei Etagen mit insgesamt 1.094 Sitzplätzen. Am Abend zeigt sich das neue Kino den zahlreichen geladenen Gäste auf  einer Premieren-Party.

Die ersten regulären Filmvorführungen wird es am morgigen Donnerstag, 13. Dezember, geben. Für Samstag, 15. Dezember, hat  Theaterleiter Jörg Bender einen „Tag der offenen Tür" geplant und für Sonntag, 16. Dezember, ein Kinderfest mit Vorführungen des Films „Der kleine Drache Kokosnuss 2".

Übrigens: Die alte Remscheider Bahnhofsuhr wurde nach dem Gebäudeabriss eingelagert und wird derzeit wieder in Gang gesetzt. Sie soll, wie der OB heute verriet, an der Außenfassade des neuen Kinos angebracht werden.

BV unterstützt Wunsch von Anliegern nach Spiegel

Grundstücksausfahrt durch Verkehrsspiegel sicherer?“, fragte der Waterbölles am 24. September 2016 vor einer Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid. Die Bewohner des Hauses Eberhardstraße 39 hatten sich an Bezirksbürgermeister Otto Mähler gewandt mit der Frage, ob die Ausfahrt von ihrem Grundstück auf die verkehrsreiche Straße durch Anbringen eines Spiegels verbessert werden könne. Das hatte zuvor die "Verkehrsbesprechung" abgelehnt. Da konnte auch die BV zunächst nicht weiterhelfen. Erst ein knappes Jahr später, am Donnerstag, 31. August 2017,  konnte der Waterbölles berichten, dass die Verkehrsbehörde ein Einsehen und den beantragten Verkehrsspiegel genehmigt hatte. Es lägen bereits ähnliche Anträge von weiteren Anliegern der Eberhardstraße vor, berichtete damals Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann der Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Das konkretisierte er in der gestrigen Sitzung dahingehend, dass der Verkehrsbesprechung jeden Monat fünf bis sechs Anträge auf Installation eines Verkehrsspiegels vorgelegt würden.

Erst kürzlich kam ein Antrag der Hofgemeinschaft Unterhölterfelder Straße 40 bis 40k hinzu – und wurde von der Verkehrsbesprechung abgelehnt. Prompt war das gestern ein Thema in der BV. „Alles, was mehr Sicherheit bringt, sollten wir unterstützen“, meinte Bezirksbürgermeister Otto Mähler. Jürgen Beckmann hielt entgegen, der von den Anliegern der Unterhölterfelder Straße beantragte Verkehrsspiegel sei „zwar möglich, aber nicht nötig“. Denn die Sicht auf den fließenden Verkehr sei an der für den Spiegel vorgesehenen Stelle nicht schlechter als anderswo. Zumal sich der Ziel- und Quellverkehr in bzw. aus Richtung Holz in Grenzen halte. Bei der nach der Straßenverkehrsordnung gebotenen Vorsicht sei die Unfallgefahr gering.

Im Namen der Anlieger verwies Heinz Liebig auf den Kindergarten in der Nachbarschaft. Da könne ein Verkehrsspiegel nur hilfreich sein, und die Anlieger seien auch bereit, ihn zu bezahlen, weil ihnen die Sicherheit der Kinder am Herzen liege. Der Lichtmast, an dem er angebracht werden könne, stehe ja bereits an günstiger Stelle. Dafür plädierte in der BV-Sitzung nach Otto Mähler auch Beatrice Schlieper (Grüne), Alexander Ernst (W.i.R.) und Rosemarie Stippekohl (CDU). Der Spiegel werde die Landschaft gewiss nicht verschandelt, meinte Schlieper und schlug vor, die Anwohner ein halbes Jahr nach Installation des Verkehrsspiegels nach ihren Erfahrungen zu fragen. Die Empfehlung an die Verkehrsbesprechung, ihr Nein zu überdenken, fiel jedenfalls einstimmig aus.

Vorsitzender Frank vom Scheidt ist zuversichtlich

Kompetentes Team für verantwortungsvolle Aufgabe“, titelte der Waterbölles am 19. September 2018. Damit war der neue Vorstand der Remscheider Tafel e.V. gemeint, der in einer Mitgliederversammlung kurz zuvor gewählt worden war. 1. Vorsitzender wurde der frühere Landesrat (beim Landschaftsverband Rheinland) Frank vom Scheidt, stellvertretende Vorsitzende wurden Rolf Meyer und Günther Patz, Schriftführerin wurde Bettina Stamm und Kassierer Karl Strock. Sozialdezernent Thomas Neuhaus wünschte dem neuen Vorstand damals „großzügige Sponsoren für Spenden und Lebensmittel, damit die Versorgung der Bedürftigen in Remscheid mit Lebensmittel weiterhin gut funktioniert.“ Nun, knapp drei Monate später, nachdem sich Frank vom Scheidt in die Vorstandsarbeit eingearbeitet hat, wollte der Waterbölles vom ihm wissen, wie es um den Verein bestellt ist – auch finanziell.

Schwerer Verkehrsunfall auf der A1 bei Blitzeis

Nach einem  Hagelschauer war die A1 heute Morgen  gegen 3.14 Uhr zwischen Lennep und Ronsdorf zu eher spiegelglatten Fläche geworden. In Folge dessen gab es einen leichteren Auffahrunfall auf der linken Fahrspur in Richtung Dortmund gegeben. Die beteiligten Personen hatten sich von der Fahrbahn gerettet, als ein weiterer Pkw auf der Überholspur auf die Unfallwagen auffuhr. Dieses Fahrzeug schleuderte danach auf die rechte Seite und blieb auf der Standspur liegen. Mit diesem Fahrzeug kollidierte sodann ein weiterer Pkw. Damit hatte sich die Fahrbahn in einTrümmerfeld verwandelt mit fünf an drei Unfällen beteiligten Fahrzeugen.

Die Feuerwehr Remscheid sperrte komplett alle Fahrspuren der A1 in Richtung Dortmund. Zwei Notärzte und vier Rettungswagenbesatzungen der Feuerwehr versorgten eine schwerstverletzte Person, eine Person mit mittelschweren Verletzungen und drei leicht verletzte Personen. Ein schwerst- bzw. mittelschwer verletztes Ehepaar  wurde mit Rettungswagen in ein Krankenhaus nach Wuppertal gebracht. Fünf Personen wurden von der Feuerwehr in einem Mannschaftstransportwagen aufgewärmt und betreut. Neben diesen rettungsdienstlichen Tätigkeiten wurden Batterien abgeklemmt und auslaufende Flüssigkeiten mit Bindemitteln abgestreut. Die Unfallaufnahme und die Bergungsarbeiten nahmen sechs Stunden (bis etwa 9.15 Uhr) in Anspruch.  (aus dem Bericht der Feuerwehr Remscheid und der Polizei)

Wochenrückblick vom 3. bis 9.Dezember 2018

Die Flugzeugkatastrophe vom 8. Dezember 1988

In den Mittagsstunden des 8. Dezember 1988 stürzt ein in Nörvenich stationierter US-Kampfbomber vom Typ A 10, "Thunderbold II", auf dem Stadtgebiet Remscheids ab und hinterlässt an der Stockder Straße eine Spur der Verwüstung. Tragische Bilanz des Absturzes: Sieben Tote und zahlreiche Verletzte. Zwanzig Häuser werden beschädigt oder völlig zerstört, Teile der Maschine, die auf einem Firmengelände zerschellt, finden sich später noch in mehreren hundert Metern Entfernung wieder.

Ein Waterbölles-Bericht aus früheren Jahren,
nach vorne geholt aus
Anlass des 30. Jahrestages.

Jan Schulte las am 8. Dezember 1988 Zeitung, als das Unglück geschah: „Gegen 13.15 Uhr  befand ich mich in unserem Wohnraum. Ich hatte vor meiner Schicht noch einen Augenblick Zeit zum Zeitunglesen. Da hörte ich plötzlich ein lautes Düsengeräusch. „Donnerwetter, der fliegt aber niedrig“, dachte da, da folgte auch schon eine ohrenbetäubende Detonation und neben unserem Haus schlug irgendetwas Schweres auf dem Boden auf. Ich sprang auf, in einem Satz war ich am Fenster und schaute in Richtung Stockder Straße. Mir stockte der Atem: Ich sah einen Explosionspilz von riesigem Ausmaß, der alle Spektralfarben hervorbrachte. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass etwas Schreckliches passiert war. Ich rannte auf die Strasse, ebenso unsere Nachbarn. Wir blickten alle schockiert in dieselbe Richtung. Baum- und Astspitzen brannten kurze Zeit, überall lag Munition ,die auch teilweise detonierte. Es war ein unbeschreibliches Inferno; so muss sich Krieg anhören.

Nachdem ich unser Haus auf mögliche Schäden kontrolliert hatte, tat ich etwas, was meine Frau bis heute nicht verstehen kann - ich setzte mich ins Auto und fuhr an Absperrungen vorbei zur Arbeit. Dort erfuhr ich dann durch Meldungen aus dem Rundfunk, was eigentlich geschehen war. Mir wurde klar, welch ein ungeheueres Glück wir gehabt hatten.“

Zur Zeit des Flugzeugabsturzes befand sich Ehefrau Christa Schwandrau, die bekannte Remscheider Malerin, in der Remscheider Innenstadt. Um nach Hause zu gelangen, musste sie eine militärische Absperrung passieren. „Ich war sehr schockiert, die Absturzstelle war nur 50 Meter Luftlinie von unserem Haus entfernt! Es roch sehr streng nach einem unbekannten Verbrennungscocktail. In der Siedlung Vorm Berg, in der wir wohnen, waren all Anwohner fassungslos und aufgeregt. Munition lag bei uns bis auf den Hof. Um mir ein weiteres Bild zu machen, ging ich durch den Busch zur David-Dominikus-Straße. Überall lag Munition. Auf dem Grundstück der Familie Tesche lag die Turbine des Jets. Frau Tesche hatte sie, da sie noch qualmte, mit Wasser gelöscht.

Der Fallschirm des Piloten war in Höhe ehemals Bremsershaus in einem Baum hängen geblieben. Auch sein Helm fand sich dort. Viele Soldaten liefen aufgeregt herum. Es war eine schreckliche Stimmung! Die Hubschrauber der Fernsehteams vollführten sich über unseren Köpfen riskante Flugmanöver, um die besten Aufnahmen von der Absturzstelle zu bekommen.

Abends kam mein Mann von der Arbeit. Er hatte die Explosion von unserem Haus aus miterlebt. Für mich war es kaum nachvollziehbar, wie er in diesem Ausnahmezustand arbeiten gehen konnte.

Als es morgens hell wurde, gingen wir sofort zur Familie Wolf mit ihren vier Söhnen, die in unmittelbarer Nähe der Absturzstelle wohnten. Auf der Wiese vor ihrem Haus lagen unzählige blaumetallische Päckchen in Zigarettenformat, Trimmgewichte des Düsenjägers, die ein amerikanischer Soldat mit umgehängter Maschinenpistole eiligst zusammenklaubte. Andere US-Soldaten schleppten aus den Vorgärten der anderen Häuser der David-Dominikus-Strasse große Behälter mit Munition und auch Flugzeugteile fort. Mein Mann entdeckte darunter auch scharfe Munition. Da er selbst beim Militär gewesen war, kannte er sich aus.

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Katzenschutzverordnung soll Leid der Tiere lindern

Die SPD hat die Verwaltung aufgefordert, eine Katzenschutzverordnung für Remscheid zu entwerfen und dem Rat zur Beschlussfassung zuzuleiten. Der Antrag stand zunächst auf der Tagesordnung der Ratssitzung vom vergangenen Donnerstag, wurde zu Beginn der Sitzung jedoch vertagt und zunächst an den Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung (BUKO) verwiesen. „Aber im Februar sollte sich dann der Rat damit befassen. Denn es ist eilig“, betonte Christine Krupp (SPD) in der Sitzung. Sie hält in der Partei Kontakt zum Verein „Straßenkatzen Remscheid“.

Die Stadt Remscheid erhebt selbst keine Zahlen über das Vorkommen freilaufender und verwilderter Katzen. Die Mitglieder  des Vereins „Straßenkatzen Remscheid“ – und auch das Tierheim Remscheid – stellen aber seit Jahren ein kontinuierliches Anwachsen der unkontrollierten Population von freilebenden und freilaufenden Katzen fest. Die SPD in ihrem Antrag: „ Davon ausgehend, dass sich die Katzen in einem Umkreis von 5 km um die Futter- bzw. Fundstellen herumbewegen, kann man darauf schließen, dass das Stadtgebiet Remscheid eine hohe Anzahl an Katzen aufweist.  Zunehmend wird dabei festgestellt, dass sich die entlaufenen, ausgesetzten oder zurückgelassenen Hauskatzen und deren Nachkommen in einem äußerst schlechten Gesundheits- und Ernährungszustand befinden.“

Nach Angaben der Tierschutzorganisationen in Remscheid zeigen nahezu alle aufgenommenen Katzen erheblich Krankheitserscheinungen. Insbesondere Katzenschnupfen mit Fieber und Augenschädigungen bis hin zur Erblindung. Katzenseuche und hohe Sterblichkeitsraten insbesondere bei Jungkatzen werden bei sehr vielen Tieren festgestellt.  Ohne die vielen Ehrenamtlichen Helfer, das Tierheim Remscheid oder die temporäre Aufnahme kranker Katzen einiger Remscheider wäre die Situation bereits viel schlimmer und unkontrollierter. Die Ausbreitung der Krankheiten und des Leidens wird durch die hohe Katzenpopulation beschleunigt. Anders als bei Wildtieren regelt sich die Populationsdichte bei Hauskatzen nicht auf natürliche Weise, da es keine natürlichen Feinde gibt. Wegen der hohen Vermehrungsrate und der fehlenden tierärztlichen Versorgung und Prävention, z. B. durch Impfungen, Entwurmungen, verbreiten sich Krankheiten sehr schnell.

Durch das Ausweisen von Schutzgebieten mit dem Gebot zur Unfruchtbarmachung von „“Freigängern“ und durch den Erlass einer Katzenschutzverordnung für das Stadtgebiet Remscheid (nach dem Beispiel der die Katzenschutzverordnung des Oberbergischen Kreises) sei zu erwarten, dass die Katzenpopulationen langfristig kleiner, der Leidensdruck der Tiere verringert und sich der Gesundheitszustand der Populationen stark verbessern werde. Zudem schlägt die SPD eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigänger-Katzen vor.

Hintergrund: Katzen werden sehr früh geschlechtsreif und werfen in der Regel zwei bis dreimal jährlich bis zu sieben Welpen. Unkastrierte Freigänger-Katzen nehmen zwangsläufig Kontakt mit freilebenden Katzen auf, so dass sie fortlaufend zum Vermehrungsgeschehen beitragen. Die von den Tierschutzvereinen und ehrenamtlichen Tierschützer durchgeführten Maßnahmen, insbesondere das Einfangen und Kastrieren freilebender Katzen sowie eine tierärztliche Versorgung erkrankter Tiere, konnten bisher keine dauerhafte Abhilfe schaffen.

Aufgrund der bundesweit bekannten Problemlage der freilebenden Katzenpopulationen hat der Bundesgesetzgeber den Ländern im § 13 b Tierschutzgesetz die Möglichkeit gegeben, durch Rechtsverordnungen den unkontrollierten, freien Auslauf fortpflanzungsfähiger Katzen zu reglementieren, soweit dies zur Vermeidung erheblicher Schäden, Leiden und Schmerzen bei den im betroffenen Gebiet lebenden Katzen erforderlich ist. Die Ermächtigung zum Erlass entsprechender Regelungen ist in § 5 Zuständigkeitsverordnung zum Tierschutzgesetz NRW auf die Kreisordnungsbehörden-, Kreise und kreisfreie Städte übertragen worden.

Eine Erzieherin mit Herz, Seele und Verstand

Katharina Wolf, die Leiterin der städtischen Kita am Holscheidsberg, wurde gestern von den Mitarbeiter/innen, langjährigen Wegbegleitern und Freunden in den Ruhestand zum 1.1.2019 verabschiedet. Ein herzlicher Abschied, aber auch mit Wehmut.

Als Erzieherin im Anerkennungsjahr fing Katharina Wolf 1975 in der Kita Paulstraße bei der Stadt Remscheid an. Von 1990 bis 1997 war sie Leiterin Kita Henkelhof. Zur Kita Eberhardstraße, aus der die neue Kita am Holscheidsberg hervor ging, kam sie 1997. Der Beruf war für Katharina Wolf immer auch Berufung. Dank und Anerkennung für 35 Jahre Kita-Leitung sagten gestern u. a. auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Sozialdezernent Thomas Neuhaus und der für Kitas in der Stadtverwaltung zuständige Abteilungsleiter Peter Nowack.

Dass sie mit Herz, Seele und Verstand, engagiert und interessiert, Erzieherin sei, bescheinigte ihr gestern u. a. auch Bezirksbürgermeister Otto Mähler, der sie  seit 1980 auf ihrem beruflichen Weg begleitet hat. Katharina Wolf (ihr Vater Peter Wolf war vom 8. Mai 1963 bis zum 19. Oktober 1964 Oberbürgermeister der Stadt Remscheid) kündigte an, sich im Ruhestand mehr um ihr Pferd und um ihren Hund kümmern zu wollen: „Ein Couchpotato werde ich bestimmt nicht!“. Und im Übrigen reise sie auch sehr gerne. Alles Themen, über die sich Otto Mähler mit Katharina Wolf gerne unterhalten würde. Aber ein Thema hätten sie in den vergangenen Jahren stets ausgespart – die Kommunalpolitik. Vater Wolf war CDU-Mitglied.