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Syrischer Goldschmied: Facharbeiter in 18 Monaten

Die berufliche und gesellschaftliche Integration von geflüchteten Menschen in die Gesellschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die unter anderem intensive Bemühungen zur Eingliederung in Ausbildung und Beschäftigung erforderlich macht. Integration funktioniert am besten über Arbeit und Ausbildung. Die Motivation vieler Geflüchteter ist hoch -mit entsprechender Unterstützung und Deutschkenntnissen kann die betriebliche Ausbildung gelingen - die Sprache ist der Schlüssel. Ein besonders anschauliches und gelungenes Beispiel dafür wurde der lokalen Presse gestern bei der Firma ELORA-Werkzeugtechnik GmbH in Remscheid am Blaffertsberg präsentiert. Dort war der Syrer Youssef Chawa (43) in verkürzter Ausbildung (18 Monate) zur Fachkraft für Metalltechnik ausgebildet wurden, und Firmenchef Andreas Rauch hatte ihn anschließend in eine Festanstellung übernommen, total beeindruckt davon, wie schnell der gelernte Goldschmied aus Aleppo, im Januar 2016 binnen 14 Tagen ohne jede Deutschkenntnisse in die Bundesrepublik geflüchtet war, Deutsch lernte. „Durch seinen kulturellen Hintergrund und mit seiner offenen Art ist er eine Bereicherung für uns!"

Nach Remscheid war Youssef Chawa damals mit Unterstützung von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gekommen und dank der ehrenamtlichen Betreuerin Annelie Schwierz, der Qualifizierungsberaterin der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, Martina Wildförster, und Gerda Becker, Mitarbeiterin des Bildungszentrums der Industrie (BZI). Mit dem Angebot „Willkommenslotsen" des BZI hatte sie Youssef Chawa bekannt gemacht. So fand er einen Arbeitgeber, der ihm zunächst ein Praktikum ermöglichte. Und dieses verlief für dem Goldschmied aus Syrien so erfolgreich, dass darauf eine Ausbildung, sprich: Umschulung wurde, gefördert von der Arbeitsagentur. (Durch das seit Jahresbeginn geltende Qualifizierungschancengesetz sollen Arbeitnehmer gefördert werden und so gute Chancen haben, sich durch Umschulung auf den Arbeitsmarktwandel einzustellen. Unternehmen, die das Angebot nutzen oder mehr dazu wissen wollen, können sich direkt mit den Qualifizierungsberaterinnen der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal in Verbindung setzen.)

Die Qualifizierungsberaterin Martina Wildförster berichtet begeistert: „Ohne aktives Mitwirken der Arbeitgeber können unsere Förderprogramme zur Fachkräftesicherung nicht erfolgreich ihr Ziel erreichen. Herr Chawa hat großes Glück mit der Firma ELORA gehabt, wo ihn alle so gut unterstützt haben. Die Gesamtkonstellation ist ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Ich wünsche mir, dass dieses Beispiel viele Unternehmen motiviert, eventuell vorhandene Vorbehalte zu überwinden und die Fördermöglichkeiten zu nutzen. Gleichzeitig sehen wir hier, dass mit Motivation, Unterstützung und durch Zusammenarbeit vieles möglich ist, was zunächst unerreichbar scheint."

Seine Ausbildung bei der Firma ELORA-Werkzeugfabrik GmbH in Remscheid zur Fachkraft für Metalltechnik mit Schwerpunkt Zerspanungstechnik begann Youssef Chawa mit Beginn des Ausbildungsjahres 2017. Anfangs bereiteten ihm die mangelnden Sprachkenntnisse große Schwierigkeiten. Diese Hürde hat längst überwunden. Obwohl es anfangs keiner für möglich hielt, hat er seine Ausbildung als Fachkraft für Metalltechnik mit Schwerpunkt Zerspanungstechnik erfolgreich abgeschlossen – mit unbedingtem Willen und starker Motivation. Youssef Chawa sei bestens in den Betrieb integriert und eine Bereicherung für seine Kolleginnen und Kollegen, die ihn mit Freude und Engagement auf seinem Weg unterstützt hätten, betonte Dipl. Ing. Andreas Rauch. „Sie gaben ihm zum Beispiel Nachhilfe in Maschinenkunde!“ – „Ohne die enorme Unterstützung seines Umfeldes wäre diese Erfolgsgeschichte nicht möglich gewesen“, bestätigte Martin Klebe, Chef der Arbeitsagentur in Wuppertal. Die Agentur war daran beteiligt durch Beratung und Förderung des Praktikums und der Ausbildung.

Youssef Chawa hat längst den Antrag bei den Behörden gestellt, seine Ehefrau und seine beiden Töchter, die in den Irak geflüchtet waren, nach Deutschland holen zu dürfen.

Februar 2009: Der Waterbölles blättert zurück

Unternehmer und IHK suchten 2009 Wege aus der Krise. „Die Situation ist ernst, für die Automobilzulieferer sogar sehr ernst“, hieß es im Februar 2009 in einer Pressemitteilung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Wuppertal-Solingen-Remscheid. Es gehe jetzt vor allem darum, die Liquidität der Unternehmen zu sichern. Wenn man damals schon die heutige Diesel-Krise mit den Betrügereien von Automobilhersteller geahnt hätte...

Überhaupt war der Februar 2009 für einige Remscheider unternehmen ein Fiasko. Insolvenzanträge stellten damals Edscha und die Firmengruppe Runkel mit der  Bauunternehmung Christian Runkel GmbH & Co. KG, der Christian Runkel Bauunternehmen GmbH, und der Betonform GmbH. Und die Firma Thyssen-Krupp Gerlach, Hersteller von Pkw-Kurbelwellen, macht ihr Remscheider Werk dicht. Darüber wurden die 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am 21. Februar 2009 in einer außerordentlichen Betriebsversammlung informiert. Grund: die schlechte Auftragslage.

Am Aschermittwoch 2009 war für Sinn-Leffers alles vorbei. An einer Schaufensterscheibe des Textilkaufhauses Sinn-Leffers an der Alleestraße klebte damals ein handgemaltes Schild: „Hier sterben wieder Arbeitsplätze“. Und darunter 38 Kreuze. Den Verkäuferinnen im Inneren des gähnend leeren Verkaufsraums standen zum Teil Tränen in den Augen. Ein Reporter der WDR-Lokalzeit aus Wuppertal würde gerne mit ihnen sprechen. Doch die Reaktion ist nur ein Kopfschütteln. Ob ihnen von der Geschäftsleitung ein Sprechverbot erteilt wurde oder ob ihnen in dieser Situation die Worte fehlen, ist unklar – die Türen bleiben geschlossen.

Den Antrag auf eine sinnvolle Nutzung der Aula der Albert-Einstein-Schule stellte zur Ratssitzung am 12. Februar 2009 die SPD-Fraktion, und der Fraktionsvorsitzender Hans Peter Meineckesprach von einem bisher kaum genutzten Juwel. Der Umbau könne darin bestehen, dass die Räumlichkeiten in der Aula aber auch im Foyer zu einer multifunktionellen Nutzung hergerichtet würden zwecks erweitertet Veranstaltungsnutzung. Leider dauerte es zehn Jahre, bis der Plan realisiert wurde.

'Fairness und Stil sind öfter verloren gegangen!', stellte der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke in der Ratssitzung vom 12. Februar 2009 fest. Den Kommunalpolitikern gab er mit auf den Weg: „Ich würde mich freuen, wenn wir wieder eine echte Diskussionskultur hier im Rat zeigen könnten. Was in den vergangenen Jahren und insbesondere in den letzten Wochen und immer mehr festzustellen war, lässt nur eine Folgerung zu: Der Rat, dieses oberste Organ unserer Stadt, entzieht sich seiner Aufgabe, führt keine Diskussionen mehr, sondern die Fraktionen haben eine Art Verlautbarungskultur entwickelt, die nicht meinen Vorstellungen einer demokratischen Streitkultur entspricht!“ In einem Kommentar nahm der Waterbölles darauf zwei Tage später Bezug: „Tagesordnungspunkte (werden) im Schweinsgalopp abgehandelt, und die gelegentlichen, meist kurzen Wortwechsel zwischen Ratsmitgliedern und Mitarbeitern der Verwaltung wirken auf die Bürgerinnen und Bürger ... nicht selten wie Kauderwelsch.“

Von der Disco ‚Exit‘ ist nur noch eine Baugrube geblieben“, berichtete der Waterbölles vor zehn Jahren von der legendären Rockdisco  im Brückenpark Müngsten, die im November 1986 eröffnet worden war. Viele Jahre lang hieß das Gebäude „Bergische Schweiz“ und war als Sommerfrische und Hotel-Restaurant bekannt. Auf Fotos vom Bau der Müngstener Brücke (Kaiser-Wilhelm-Brücke) ist es schon zu sehen. Die Geschichte des Gebäudes hat der Solinger Michael Tettinger auf einer Internetseite in Text und Bild anschaulich dargestellt.

Im Februar 2009 kündigten Bernd Liebetrau vom Diakonischen Werk, Maria Wickendick von der Albert Einstein Gesamtschule und Marion Marxen vom Röntgengymnasium ein Arbeitspapier an zur Ausbildung von Schülern („Peers“) als Ansprechpartner zum Thema Sucht. Denn an den Remscheider Schulen sei eine  verstärkte Suchtprävention geboten. Und Frauke Türk vom Fachdienst Gesundheitswesen berichtet im Jugendrat, in den voraufgegangenen fünf Jahren habe sich die Anzahl Jugendlichen verdoppelt, die extrem riskant Alkohol konsumieren und auffällig werden. Das örtliche Krankenhaus schätze, dass jedes Wochenende ein bis zwei Kinder/Jugendliche aufgrund von Alkoholmissbrauch eingeliefert werden. Im gleichen Monat wurden beim Rosenmontagszug in Lennep bei einem 17-Jährigen 2,4 Promille festgestellt. Mit 26 Jungen und Mädchen unter 18 Jahren war die Zahl er alkoholauffälliger Jugendlicher damals aber rückläufig. Nur eine Momentaufnahme?

Viele Häuser an der Kölner Straße sind sanierungsbedürftig“, hieß es im Februar bei einer kaum besuchten Bürgeranhörung in die Aula der Freiherr-vom-Stein-Schule in Lennep. Dabei hatte die Stadt Remscheid die Bewohner des Viertels ausdrücklich aufgefordert, am Erneuerungsprozess des „Stadterneuerungsgebietes Bahnhof Lennep“ mitzuwirken. Private Investoren seien, so Stadtplaner Michael Happe damals, an der Kölner Straße gefordert. Die werde zwar mit Einzelhandel, Dienstleistern und Gastgewerbe dem Anspruch eines städtischen „Nebenzentrums“ durchaus gerecht, nicht aber dem eines „Boulevards“. Dagegen sprächen leerstehende Ladenlokale und der bauliche Zustand vieler Häuser, insbesondere zwischen Kölner Straße und Alter Kölner Straße.
Was leider fehle, sei eine Sichtachse zwischen dem Bahnhof Lennep und der Altstadt. Um diese herzustellen, bedürfe es öffentlicher Mittel für den Abriss der alten Parkpalette an der Bergstraße. Diese Möglichkeit sahen die Planer damals durchaus, ebenso eine Grünzone in diesem Bereich. Die die Parkpalette fand sich dann später ein Investor...

Das Möbellager befände sich nunmehr an der Königstraße, teilte am 9. Februar 2009 in einer Pressemitteilung die Arbeit Remscheid gGmbH mit. Sie hatte das Mietverhältnis im Möbelbunker in Remscheid-Honsberg zum 31.12.2008 gekündigt und war schon im Laufe des Dezembers in das frühere OBI-Gebäude Königstr. 27 – 35, umgezogen. Dass der Geschäftsführer der Arbeit Remscheid, Michael Hagemann, im Juni 2009 die Leitung des Berufsbildungszentrums der Metall- und Elektroindustrie (BZI) übernehmen werde, kündige das BZI zwei Wochen später an.

Angekündigt wurde von der Stadt vor zehn Jahren auch ein ambitionierter Ideenwettbewerb mit folgendem Satz: „Eine freizeitbezogene und in die Landschaft eingebundene Folgenutzung der rund 22 Hektar großen Fläche  der Deponie Solinger Straße eröffnet jetzt große Chancen - für unsere Stadt und für die ganze Region. Ein Lehrpfad für regenerative Ideen, eine Mountainbike-Arena und die Anbindung an die Trasse des Werkzeugs und damit an den zukünftigen Bergischen Trassenverbund - dies sind bereits schon jetzt Ideen, die in die Auslobung des derzeit laufenden Wettbewerbs einfließen.“ Es handele sich um ein „regional bedeutsames Projekt - nicht nur von der Größe her, sondern insbesondere auch von seiner tourismuswirtschaftlichen Dimension“. Ziel des Wettbewerbs sei die Entwicklung der Deponiefläche zu einem bedeutsamen landschaftlichen Freizeitschwerpunkt, der auch Angebote einer wohnortnahen Grünfläche für die Bevölkerung biete. Da scheinen noch ein paar Jahre voller Geduld von Nöten zu sein.

Auch im kalten Eis kann die Phantasie Blüten treiben. Das bewies die Remscheider Fotografin Maria Müller vor zehn Jahren mit ihrem Bild "Eis-Phantasien" (Foto rechts)  im Waterbölles. Selten war es im Bergischen so lange kalt wie 2009.

Als Nachfolgerin des am 24. Mai 2008 abberufenen n Beigeordneten und Stadtkämmerers Jürgen Müller, wählte der Rat der Stadt am Dienstag, 10. Februar 2009, einstimmig Bärbel Schütte (CDU), seit Juli 2001 als Stadträtin (Beigeordnete) bei der Stadt Celle. Sie war von der Firma Kienbaum Executive Consultants GmbH und der städtischen Personalfindungskommission die geeignetste gehalten worden. Die „Gastspiel“ in Remscheid währte nicht lange.

64 Bürgerinnen und Bürger gründeten am 18. Februar 2009 in der Hauptschule an der Ewaldstraße einen Bürgerverein will für den Stadtteil Rosenhügel. In den Vorstand wurden gewählt: Vorsitzende Angelika Saure, Hans Herbert Wilke als stellv., Vorsitzender, Schatzmeisterin Manuela Hasse, Schriftführer Friedhelm Hucke sowie Erden Ankay-Nachtwein, Silke Eller und Osman Tissoudali als Beisitzer.

Taller de Casqueria hat mit dem Honsberg einiges vor

Im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau West“ wurden seit 2007 eine Reihe von Konzepte und Maßnahmen erarbeitet – und einige davon auch umgesetzt –, um Funktions- und Strukturmängeln im Stadtteil Honsberg zu begegnen. Es gab Mitteln der Städtebauförderung für ein Integriertes Handlungskonzept, ein intensiver Beteiligungsprozess im gesamten Quartier band zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger ein, etwa in eine Quartierswerkstatt zur „Neuen Mitte Honsberg“, um Gelder zur Städtebauförderung flossen auch in Projekte einzelner Honsberger Bewohner sowie in den Bau des Gemeinschaftshauses „ Neuer Lindenhof“. Und nun soll der Honsberg einen weiteren Impuls-Schub bekommen. Ausgehend von der geplanten Ansiedlung der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFHK) mit dem Studiengang „Produktionstechnik“ und den Aktivitäten von Künstlergruppen wie dem Verein Kulturwerkstatt / Ins Blaue e. V. der in bis dahin unbewohnten Häusern der GEWAG im Honsberger Süden .

Durch Aktionen der Künstler sei die „Montag Stiftung Urbane Räume gAG“ (MUR) und das (vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen getragene) Büro Startklar „Initiative ergreifen“ auf den Remscheider Stadtteil Honsberg seine Potentiale aufmerksam geworden, vermutet man im Rathaus. Stiftung gehört zur Gruppe der Montag-Stiftungen in Bonn und engagiert sich für die gemeinwohlorientierte Entwicklung von sozial und wirtschaftlich benachteiligten Quartieren. „Sie prüft derzeit, ob durch eine Investition im Rahmen des Programms ‚Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung‘ ein weiterer wirksamer Entwicklungsimpuls auf dem Honsberg gesetzt werden kann“, heißt es in einer Mitteilungsvorlage der Verwaltung, die am 7. März auf der Tagesordnung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr steht. In enger Zusammenarbeit zwischen der MUR, der GEWAG und der Stadt Remscheid sei die Idee entstanden, für den Honsberg durch ein externes Planungsbüro „in einem kooperativen Planungsverfahren eine Zukunftsvision entwickeln zu lassen und die notwendigen Schritte zur Umsetzung in einer Quartiersentwicklungsstrategie festzuhalten“, heißt es darin. Es geht gezielt um „besondere Impulse für die Entwicklung des Stadtteils..., die über das bisherige Stadtentwicklungskonzept hinausgehen“. Die Rede ist von einer Erkundungs- und Planungsphase vor Ort (Residenztage) und einer Quartierswerkstatt unter Berücksichtigung von Akteuren / Bewohnern und Organisationsstrukturen auf dem Honsberg  mit dem Ziel, „Ideen zu neuen, ergänzenden wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Aktivitäten und Nutzungen“ zu entwickeln.

Der erste Schritt dafür wurde bereits getan, wie die Vorlage verrät: „In einem Vorauswahlverfahren wurde für die Projektleitung „aus drei renommierten Planungsbüros ... mit großer Mehrheit das Büro „Taller de Casqueria“ aus Madrid ausgewählt“.  Dessen Konzept sieht vor, auf dem Honsberg mit Experten aus verschiedenen Bereichen eine "Arbeiterkooperative" aufzubauen, die die Erneuerung des Quartiers und seiner Bauten mitgestaltet, von dieser profitieren und so die Identität des Stadtteils neu prägen soll. Neue Arbeitsplätze sollen geschaffen und so auch neue Einwohner gewonnen werden. Zitat: „ Das Ziel wäre es, unter Einbeziehung der lokalen Kammern, Institutionen und Verbände eine Art ‚Honsberger Gilden‘ zu gründen“. Diese sollen im Stadtteil und darüber hinaus dauerhaft tätig bleiben.

Sobald das Büro von der beauftragt ist, soll es zügig vorangehen. Als Termin für die Residenz-Tage nennt die Verwaltung die Zeit vom 11. bis 18. März. Die Kosten des Verfahrens teilen sich die MUR, die GEWAG und die Stadt Remscheid jeweils zu einem Drittel. Für die Stadt Remscheid entstehen dadurch Kosten in Höhe von 10.000 €. Diese können allerdings aus Stadtumbau-Fördermitteln zu 80 Prozent finanziert werden. Das Ganze ist also für die Stadt kein finanzieller Kraftakt und schon von daher den Versuch wert.

Arbeitsgruppe soll Züge nach Düsseldorf ermöglichen

In einer Resolution plädierte der Rat der Stadt Remscheid im September 2018  für Züge nach Düsseldorf und Köln: „Der VRR wird aufgefordert, die von uns geforderte und vom VRR in Aussicht gestellte Direktverbindung von Remscheid nach Düsseldorf umzusetzen. Gleichzeitig muss gemeinsam mit dem VRS die Direktverbindung nach Köln vorangetrieben werden.“ Zuvor bereits hatte der Kreis Mettmann gemeinsam mit den Städten und Verkehrsbetrieben im bergischen Städtedreieck eine regelmäßige Direktverbindung der S-Bahn 7 nach Düsseldorf befürwortet.

Martin Husmann, bis Ende 2018 Vorstandssprecher des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR), hatte im Januar vergangenen Jahres vor dem Haupt- und Finanzausschuss Rat und Verwaltung Hoffnungen auf eine Direktverbindung von Remscheid nach Düsseldorf gemacht: Diese sei fahrplantechnisch möglich und würde die Reisezeit von 51 Minuten auf 40 Minuten reduzieren. Die Beschaffung der zusätzlich notwendigen Fahrzeuge müsse der Streckenbetreiber Abellio kalkulieren. Eine Direktverbindung von Remscheid über Solingen nach Köln sah Husmann dagegen damals wegen der „sehr dichten Trassenbelegung“ zwischen  Solingen und Deutz und dem „Nadelöhr Hohenzollernbrücke“ nicht.

Was folgte war eine Absage: Mit Schreiben vom 21. August 2018 teilte der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr mit, dass die vom VRR zu tragenden Kosten, insbesondere für die zusätzliche erforderliche Fahrzeugbeschaffung, so hoch seien, „dass eine Umsetzung aus wirtschaftlichen und finanziellen Gründen nicht möglich ist“. Aus einer Direktverbindung würden sich jährliche Mehrkosten von rd. 1,1 Mio. € bzw. über drei Mio. € ergeben, „für die aktuell keine Finanzmittel zur Verfügung stehen“. Diese Ausgaben wären „aufgrund der negativen verkehrlichen Auswirkungen auch nicht zu rechtfertigen“. Kein Verständnis für Position des VRR-Chefs zeigte damals Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Er werde im neuen Jahr „die von allen als notwendig erachteten Direktverbindungen nach Düsseldorf und nach Köln weiterverfolgen“, kündigte er im November an. Er habe sich diesbezüglich auch mit der Bezirksregierung Düsseldorf verständigt, die das Vorhaben unterstütze.

Gut, dass am Sprichwort „neue Besen kehren gut“ ein Fünkchen Wahrheit zu sein scheint. Denn beim VRR weht inzwischen ein frischer Wind. Martin Husmann wurde in den Ruhestand verabschiedet und Ronald R. F. Lünser als sein Nachfolger ins Amt des VRR-Vorstandssprechers eingeführt. Lünser kam von Abellio, war dort „einer der qualifiziertesten Manager in unseren Reihen“, wie ihm Abellio-CEO Stephan Krenz Ende Januar bescheinigte. Und gestern trafen Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf in Gelsenkirchen mit Ronald R. F. Lünser zusammen.

Es sei ein sehr angenehmes, konstruktives Gespräch gewesen, sagte der OB anschließend am Autotelefon. Für direkte Züge nach Köln habe der neue VRR-Chef aus den bekannten Gründen zwar wenig Hoffnungen machen können („Das bleibt unser grundsätzliches langfristiges Ziel!“), dafür aber sei man überein gekommen, sich in nächster Zeit mit einer Direktverbindung nach Düsseldorf in den Hauptverkehrszeiten (!) näher zu befassen: Lünser habe den „sehr guten Vorschlag“ gemacht, den bisherigen Schriftwechsel als wenig zielführend ad acta zu legen und unter Beteiligung der städtischen Verkehrsplanung eine Arbeitsgruppe einzurichten, um herauszufinden, unter welchen verkehrstechnischen und finanziellen Bedingungen eine Direktverbindung nach Düsseldorf machbar ist. Mast-Weisz: „Und das unter dem Vorzeichen, dass es klappen soll, und nicht, um die Hindernisse voranzustellen. Ziel soll sein, Zwischenergebnisse schon vor der Sommerpause vorlegen zu können!“ Gemeinsames Ziel sei es, die neue Verbindung zum Fahrplanwechsel 2019/2020, spätestens aber 2020/2021 zu realisieren.

Zu Köln sagte Sven Wolf nach dem Gespräch in Gelsenkirchen, eine Zwischenlösung könne vielleicht eine Schnellbusverbindung sein. Die hatten der Rheinisch-Bergische und der Oberbergische Kreis im Zusammenmit ihr „ihrer“ Regionale 2025 ins Gespräch gebracht.

Erster Kongress für Schülerfirmen im Bergischen Land

Pressemitteilung der Universität Wuppertal

Nachhaltige Schülerfirmen bieten jungen Menschen die Chance, sich mit aktuellen und künftigen Fragestellungen der gesellschaftlichen Entwicklung auseinanderzusetzen. Möglichkeiten zur Gründung und zum Betrieb solcher Schülerfirmen werden am Dienstag, 19. Februar, bei einem Kongress auf dem Campus Freudenberg der Bergischen Universität Wuppertal vorgestellt (Hörsaalzentrum FZH, Rainer-Gruenter-Str.). Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und die interessierte Öffentlichkeit sind herzlich eingeladen. Auf dem Kongress werden zunächst Projekte regionaler Schülerfirmen vorgestellt. Im Anschluss daran stehen Vorträge und Podiumsdiskussionen auf dem Programm.

„Mit der Ausrichtung dieses Kongresses wollen wir der breiten Öffentlichkeit die Möglichkeiten nachhaltiger Schülerfirmen vorstellen. Aktuell wird hierzu ein schlagkräftiges regionales Netzwerk aufgebaut, welches Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Schulen insgesamt unterstützend zur Seite stehen möchte. Seitens der Bergischen Universität Wuppertal wird u.a. ein Zertifikatsprogramm entwickelt, das Schülerinnen und Schülern offensteht und den Erwerb von Leistungspunkten bereits zu Schulzeiten ermöglicht“, erklärt Organisator Wolfgang Kuhn, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft – Schumpeter School of Business and Economics der Bergischen Universität. „Nachhaltige Schülerfirmen im Bergischen Land“ ist ein Projekt der Bergischen Universität Wuppertal in Kooperation mit KURS 21 e.V. und dem Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V. Gefördert wird das auf drei Jahre angelegte Vorhaben durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit einem Fördervolumen von knapp 125.000 Euro.

Preis in Berlin für zwei Projekte mit kleinem Budget

Pressemitteilung der Stadtsparkasse Remscheid

Zum ersten Mal reichte die Stiftung der Stadtsparkasse Remscheid bei „DAVID“, dem Stiftungswettbewerb der Sparkassen-Finanzgruppe,  zwei von ihr geförderte Projekte ein und kam damit sogleich in die engere Wahl (Top 10). Besondere Aufmerksamkeit erzielte der von der Stiftung der Stadtsparkasse zum elften Mal geförderte BRSNW Cup. Stiftungsvorstand Michael Wellershaus hatte bei der bei der Stiftungsfachtagung in Berlin gemeinsam mit Stephan Schürmann vom Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW e.V. diesen integrativen Schwimmwettkampf vorgestellt. Dabei bestreiten Schwimmer mit und ohne Behinderung gemeinsam einen Wettkampf. Damit die Leistungen aller Teilnehmenden fair vergleichbar sind, erfolgt die Wertung nicht nach Zeit, sondern nach Punkten. Wiederholt fand dieser Schwimmwettbewerb in den vergangenen Jahren im Sportbad am Remscheider Stadtpark statt.

Auch die von der Stiftung der Stadtsparkasse Remscheid unterstützte Vogelbeobachtungsstation der Natur-Schule Grund wurde als vorbildliches Beispiel gewürdigt und in die Wettbewerbsbroschüre aufgenommen. Hierbei bauten Sparkassen-Azubis eine viel beachtete Vogelbeobachtungsstation auf dem Gelände der Natur-Schule in Remscheid. 

Beide Projekte wurden von der Stiftung der Stadtsparkasse Remscheid mit je 5.000 Euro unterstützt. „Wir freuen uns sehr, dass gleich zwei der von uns eingereichten Konzepte im ersten Anlauf die Wettbewerbsjury beeindruckt haben. Das zeigt, dass wir bei den von uns sorgsam ausgewählten Initiativen ein gutes Händchen beweisen. Denn der ‚DAVID‘ zeichnet ja gerade die Projekte aus, die für ihre Region eine große Wirkung haben“, erklärte Michael Wellershaus erfreut.

Der Stiftungspreis der Sparkassen-Finanzgruppe wurde im Rahmen der Stiftungsfachtagung in Berlin zum 13. Mal verliehen. Der „DAVID“ zeichnet Projekte der deutschen Sparkassenstiftungen aus, die trotz eines relativ kleinen Budgets von unter 25.000 Euro für Nachhaltigkeit stehen und Vorbildcharakter haben. Weiterhin macht es der „DAVID“ möglich, dass die verschiedenen Projekte einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden, so Strahlkraft über die jeweilige Region hinaus entwickeln und beispielgebend für andere Stiftungen sind.

Stadtsparkasse behauptet sich als Marktführer

Frank Dehnke, für weitere fünf Jahre vom Rat der Stadt bestätigt als Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Remscheid, sieht das führende Geldinstitut der Stadt auf einem „erfolgreichen Weg der Veränderung“, und das trotz der unverändert herausfordernden Rahmenbedingungen. Das belegte er in der gestrigen Pressekonferenz mit einer Bilanzsumme per 31. Dezember 2018 von 1.610 Millionen Euro (ein Plus gegenüber dem Geschäftsjahr 2017 von 3,21 Prozent). Diesen Erfolg könnten sich alle 316 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sparkasse auf die Fahnen schreiben, betonte Dehnke. Das Geschäftsjahresergebnis entspreche mit einem Kreditvolumen 1.180 Millionen Euro und Vermögensanlagen in Höhe von 1.592 Millionen Euro den Erwartungen. „Außerdem konnten wir unsere Eigenkapitalquote steigern. Damit haben wir unsere starke Marktposition behauptet und sind in Remscheid nach wie vor Marktführer im Privat- und Firmenkundengeschäft.“ Dass die Stadtsparkasse das Vertrauen ihrer Kundinnen und Kunden besitze, machte Dehnke auch daran fest, dass  im Geschäftsführ 2018 3.700 aufgegebenen Giro- und Tagesgeld-Konten 4.300 neu angelegte gegenüberstanden.

Mit rund 280 Projekten im letzten Jahr bleibt die Stadtsparkasse Remscheid einer der größten Förderer von gemeinnützigen Projekten vor Ort. Spenden und Sponsoring gab es unter anderem für Schulen, Kindertagesstätten und für Vereine in den Bereichen Sport, Kultur, Soziales, Wissenschaft und Bildung. „Uns ist wichtig, die Spenden möglichst breit zu streuen, damit viele gesellschaftliche Bereiche davon profitieren. Wir wissen: Ohne unsere Unterstützung wären viele Projekte nicht zu realisieren“, sagte Vorstandsmitglied Michael Wellershaus. Den jährlichen Spendentopf von 60.000 Euro aus dem Stiftungsvermögen aufzufüllen, ist bei den kaum spürbaren Zinsen auch für die Experten der Sparkasse nicht mehr möglich. Deshalb wird das Spendenvolumen inzwischen mit eigenen Spenden aufrechterhalten. So kann auch in diesem Jahr wieder der „Remscheider Sommer“ gefördert werden.

Auch mit den Kreditgeschäften ist der Sparkassenvorstand zufrieden; man habe alle Kreditwünsche der Kunden erfüllen können, wobei man darauf geachtet habe, dass ein Kreditnehmer seine Zahlungsraten auch werde einhalten können und kein Risiko eingehe. Bei der Baufinanzierung (Neuerwerb, Renovierung, Sanierung Modernisierung.) konnte die Stadtsparkasse in eine Steigerung von rund neun Prozent im Vergleich zu 2017 verzeichnen. Und im ImmobilienCenter wurden Immobilien im Wert von 9,4 Millionen Euro vermittelt.

Auch das Anlagegeschäft florierte, allerdings bei veränderten Schwerpunkten. Weil bei festverzinslichen Anlagen kaum noch eine Rendite zu erzielen ist, wandten sich mehr als früher Geldanleger, die auf Tagesgeldkonten nicht unbedingt schnell und flexibel Geld zur Verfügung haben müssen, den Aktien zu. Nachgefragt werde aber auch der Sparkassenkapitalbrief mit Nachrangabrede. „Der ist mit einem Zinssatz von bis zu 2,25 Prozent für die heutigen Verhältnisse durchaus attraktiv“, sagte Herbert Thelen.

Wer auf einen Schlag mindestens 250.000 Euro anlegen will, kann von der Stastsparkasase Remscheid ebenfalls bedient werden: Über die zum Sparkassenverbund gehörende Vermögensverwaltung VVS der Frankfurter Bankgesellschaft. Es wird ein individuelles Anlegerprofil ermittelt, abgestimmt auf die finanzielle Situation, die Anlegermentalität und die kurz-, mittel- und langfristigen Wünsche der Kunden. 18 Remscheider Sparkassenkunden nutzten im vergangenen Jahr dieses Angebot legten insgesamt 18 Millionen Euro an. Sämtliche Privatkunden der Sparkasse legten in 2018 rund drei Mal so viel Geld an wie 2017.

Wie die Kunden die Dienstleistungen der Sparkasse in Anspruch nehmen, beobachtet der Vorstand sehr aufmerksam. Denn Ausgaben für Service- Angebote, die nicht in Anspruch genommen werden, kann sich in Zeiten, in denen die Bankaufsicht das Eigenkapital der Banken im strengen Blick hat, kein Geldinstitut mehr leisten. Dem entsprechend will die Stadtsparkasse im Laufe dieses Jahres, wie frühzeitig angekündigt, ihr Filialnetz optimieren, d. h. auf sechs Geschäftsstellen und 20 SB-Standorte reduzieren.

  • Die Geschäftsstelle Vieringhausen wird zum 1. April geschlossen. Der dortige Geldautomat sollte zu einem Discounter in der Nähe verlegt werden. Doch dort winkte man ab; ein SB-Geldautomat bringe keine neuen Kunden. Die könnten sich Geld auch an der Ladenkasse auszahlen lassen. Der SB-Automat soll nun am aten Standort erhalten bleiben.
  • Die SB-Geschäftsstellen Bergisch Born, Bliedinghausen, Honsberg und Kremenholl werden zum 31. Mai geschlossen, die auf dem Hasenberg  zum 30. September. Die SB-Geschäftsstelle im Allee-Center wurde zum 30. September 2021 gekündigt. Der Plan in Bergisch Born, den Geldautomaten in die Nähe ALDI-Marktes zu verlegen, ging nicht auf; er bleibt nun am alten Standort.
  • Aus der SB-Geschäftsstelle Markt wird zum 31. Mai ein reiner Geldautomaten-Standort.
  • Der Geldautomat am Lenneper Kreishaus wird am 29. März außer Betrieb genommen.
  • Die SB-Geschäftsstellen Phoemix und Hackenberg bleiben bestehen.
  • Für Honsberg wird derzeit ein neuer Geldautomaten-Standort geprüft.

Herbert Thelen, stellvertretendes Vorstandsmitglied: „Ein Kunde der Stadtsparkasse Remscheid nutzt nach der Statistik nur noch einmal im Jahr eine Filiale, die Internetseite aber hundert Mal und die Sparkassen-App seines Smartphone sogar 200 Mal. Die Kunden möchten ihre Bankgeschäfte heutzutage eben flexibel erledigen!“ Diesem Anspruch trage ein modernes, leistungsstarkes und sicheres Online-Banking Rechnung. „In 2018 gab es über 5,5 Millionen Besuche der Internetfiliale, das entspricht rund 15.300 Besuchen pro Tag. Mittlerweile nutzen etwa 50 Prozent aller Privatkunden das  Online-Banking, im Firmenkundenbereich liegt die Quote bei rund 77 Prozent.“

Eine deutliche Steigerung gab es auch bei den Nutzern der Sparkassen-App, mit der knapp 11.000 Kunden ihre Bankgeschäfte erledigten. „Die Nachfrage nach digitalen Leistungen steigt stetig. Aber die Kundinnen und Kunden wünschen weiterhin bei komplexen Finanzfragen den persönlichen Kontakt“, betonte Thelen am Donnerstag. Dafür biete sich neben dem KundenCenter an der Alleestraße und  den personenbesetzten Filialen in Hasten, Handweise, Lennep und Lüttringhausen vor allem das Kundenservicecenter an, telefonisch erreichbar an sechs Tagen in der Woche an insgesamt 58 Stunden. Im vergangenen Jahr sei dort  rund 110.000 Mal angerufen worden.

Das im letzten Jahr gegründete StartupCenter wird sich in diesem Jahr auch des wachsenden Problems der Unternehmensnachfolge in heimischen Unternehmen annehmen. Vorstandsmitglied Michael Wellershaus: „Wir wollen zu einem erfolgreichen Generationenwechsel in den Betrieben beizutragen.“ Eine Art „Nachfolger-Börse“ ist für den 25. Februar um 19 Uhr in der Zentrale an der Alleestraße geplant.

In der Geschäftsstelle Lennep wird ab 1. März 2019 analog zu den anderen Geschäftsstellen von 12.30 bis 14 Uhr eine Mittagspause eingeführt. Unabhängig davon können die Kundinnen und Kunden selbstverständlich individuelle Beratungszeiten vereinbaren und den Selbstbedienungsbereich nutzen. Ab Juni wird die Geschäftsstelle Lennep (nach Hasten, Lüttringhausen und Handweiser) vier Wochen zur „Azubi-Geschäftsstelle“.

Derzeit hat die Stadtsparkasse  19 Auszubildende (Bankkaufleute, Versicherungskaufleute und IT-Kaufleute). Einen Unterschied zwischen Azubis mit Abitur und solchen mit Mittlerer Reife habe man nicht festgestellt, freute sich Frank Dehnke. „Auch die mit Mittlerer Reife haben die Ausbildung ein halbes Jahr früher erfolgreich beenden können!“ Für dieses Jahr stehen wieder sechs Ausbildungsplätze zur Verfügung. Gleichwohl geht der Sparkassenvorstand von einem weiteren Stellenabbau von zwei bis drei Prozent jährlich aus. „Aber geräuschlos und sozialverträglich, also ohne Kündigungen“, wie Dehnke betonte. Eigenkündigungen von Mitarbeiter/innen gebe es bei der Stadtsparkasse nicht: „Die Quote liegt bei null!“ Das spreche für die Attraktivität der Sparkasse als Arbeitgeber.

 

Grillardor-Projekt noch nicht in trockenen Tüchern

Der Treckerfreunde Remscheid e.V. muss umziehen“, titelte der Waterbölles am  22. Dezember 2018. Im November 2012 hatte der Verein die alte Wagenhalle der früheren Straßenmeisterei des Landesbetriebs Straßen NRW an der Lüttringhauser Straße / Ringstraße in Lennep angemietet,  um dort seine historischen Trecker und Landmaschinen unterzustellen. Inzwischen gehört das Gelände der Stadt, steht aber zum Verkauf: Arndt Krienen und Frederik Kappenstein interessieren sich dafür. Das Grundstück liegt 200 Meter von der Autobahnanschlussstelle Lennep entfernt gegenüber dem Gartencenter Kremer und hat eine Größe von ca.7.760 Quadratmetern. Platz genug also, um dort einen Grillfachmarkt mit 800 m² Fläche, eine Gastronomie mit Eating-Area (Grill-Bistro) nebst Grillschule und ein neues Wohnhaus zu errichten. Investitionsvolumen: Rund zehn Millionen Euro.

Ausführlich haben die Investoren ihr „Grillardor“-Projekt in der Bezirksvertretung Lennep und im Bauausschuss  kürzlich vorgestellt. Und alles schien in trockenen Tüchern zu sein, da machte am vergangenen Donnerstag im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung die CDU-Fraktion ein Fass auf und stellte dezidierte Fragen. Die konnte die Verwaltung anscheinend nicht ad hoc beantworten, jedenfalls wurde der Beschluss über den Grundstücksverkauf vertagt. Bis zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 21. Februar sollen der Politik die Antworten vorliegen. Was genau die CDU an dem Verkauf des Geländes störte, wurde bislang nicht bekannt.

Hakan Eren (28), Künstler mit Universitätsabschluss

Aus Kindern werden Leute. Das Sprichwort fiel mir ein, als ich die Nachricht hörte, Hakan Eren habe sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf erfolgreich abgeschlossen. Hakan Eren? Ich lernte ihn 2006 kennen, da war der Waterbölles gerade mal zwei Monate alt und Hakan kandidierte mit 15 Jahren für den Remscheider Jugendrat. Als dessen Mitglied erlebte ich ihn fortan häufiger. Seine künstlerische Ader machte sich schon 2009 bemerkbar, als er am Entwurf für ein Graffiti beteiligt war, das von Rene Schneider an der Mauer zwischen Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und Ludwigstraße realisiert wurde.

Im Oktober 2010 sahen die Leserinnen und Leser des Waterbölles Hakan  Eren ein weiteres Mal im Bild: Zusammen mit anderen Jugendlichen fragte er damals "Wo sind die Fürsprecher für die Kunst- und Musikschule?!", als die Tage der Remscheider Musik- und Kunstschule gezählt zu sein schienen. Da war Hakan längst in der Kunstschule aktiv. 2011 gehörte er zu den Jugendlichen, die Oberbürgermeisterin Beate Wilding in der Kraftstation für ihr ehrenamtliches Engagement auszeichnete.  

Als Student der Kunstakademie in Düsseldorf (ab 2012) trat Hakan Eren erstmals 2014 in Remscheid öffentlich in Erscheinung - in der „Nacht der Kultur“. Damals stellte er bei “Küchendesign Wichard“  hinter der ev. Stadtkirche an der Schulgasse Collagen aus. In den Folgejahren erlebte ich ihn immer wieder als fantasievollen Ballonkünstler, der bei Stadtteilfesten und in der Jugendhilfe (z.B. in der Kinderstadt)  für Kinder die tollsten Figuren „zaubern“ konnte.

Von 2015 an erhielt Hakan ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes. Am vergangenen Wochenende präsentierten Studenten der Kunstakademie Düsseldorf ihre Abschlussarbeiten. Und einer von ihnen war Hakan Eren, inzwischen 28 Jahre alt. Seine besonderen Fähigkeiten hatten ihn in den vergangenen Jahren zum Meisterschüler von Prof. Katharina Fritsch gemacht. Am Sonntag kamen viele Freunde aus Remscheid und seine ehemaligen LehrerInnen nach Düsseldorf, um Hakan Eren zu seinem erfolgreichen Studienabschluss zu gratulieren. Darunter waren auch Sozialdezernent Thomas Neuhaus (oben links im Bild) und zwei Weggefährten seit der Zeit im Jugendrat: Gerd Wingender, schon 2006 Geschäftsführer des Jugendrates, und dessen „Seniorbetreuer“ Rüdiger Schneider (unten links im Bild), für Hakan Eren seit langem ein väterlicher Freund. Der Träger der Bürgermedaille der Stadt Remscheid unterstützt ihn bei seiner künstlerischen Arbeit bei Ausstellungen oder durch die Lagerung seiner künstlerischen Arbeiten.

Wie es für den Künstler Eren nun weitergeht? Sein beruflicher Weg hat hoffnungsvoll begonnen: Seine Objekte fanden in der Ausstellung in der Kunstakademie Düsseldorf großes Interesse und viel Anerkennung. Und vor allem: Seine Werke werden bereits über die Internet-Kunstagentur einsvonelf auf dem Kunstmarkt angeboten. Da bleibt nur zu hoffen, dass Remscheider Künstler mit Universitätsabschluss eigene Werke demnächst auch einmal in Remscheid ausstellt oder sich an einer Kunstaktion in seiner Heimatstadt beteiligt.

Ladestation für E-Autos am Haus der Kirche in Lennep

Besucher und Mitarbeiter im Haus der Kirche, Geschwister-Scholl-Straße 1a, in Lennep, die mit einem Elektroauto  unterwegs sind, können die Batterie ihres Fahrzeugs ab sofort während ihres Aufenthaltes im Kirchenkreis-Gebäude aufladen. Gleich neben dem Treppenaufgang wurde die 11 kW-Box für Elektroautos angebracht und dafür ein Pkw-Stellplatz reserviert. Die Wandladestation, die die EWR GmbH zur Verfügung gestellt hatte, ist mit Schlüsselschalter bedienbar und verfügt über einen geeichten digitalen Energiezähler.

„Wir verstehen die Installation dieser Ladestation als ganz konkreten Beitrag unseres Kirchenkreises zu unserer  Verantwortung für die Schöpfung Gottes. Wenn bis 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen fahren sollen, dann muss die vernetzte E-Mobilität noch weit mehr Fahrt aufnehmen. Jede weitere Ladestation trägt dazu bei“, begründete Superintendent Hartmut Demski (links im Bild) gestern Mittag die Neuerung. Rechts Marc Droste, Fachbereichsleiter des Kirchen kreise Lennep für Bau- und Liegenschaften.