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96 neue Ladepunkte für Remscheider E-Autos in 2022

Die Stadtverwaltung hat der Politik ein „Lade-Infrastrukturkonzept für Elektrofahrzeuge und Pedelecs für das Stadtgebiet Remscheid“ zur Beschlussfassung vorgelegt. Hiermit werden sich zunächst die vier Bezirksvertretungen beschäftigen, beginnend mit der BV Alt-Remscheid am 13. April, gefolgt vom Ausschuss für Wirtschaftsförderung und  Mobilität dem Hauptausschuss und schließlich dem Rat der Stadt (24. Juni). Erarbeitet hatte die Stadt das neue Konzept unter gutachterlicher Beteiligung des Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen, Aachen, und „energieschub Dr. Claudia Brasse“, Köln. In 2022 sehen die Gutachter in Remscheid einen Bedarf an 96 Ladepunkten bzw. ca. 50 Ladesäulen.  Für 2025 wurden 191 Ladepunkte (≈ 100 Ladesäulen) errechnet, für  2030 957 Ladepunkte (≈ 480 Ladesäulen). Mit dem vorliegenden Konzept werde bei Qualifizierung der vorhandenen Ladesäulen und dem Ausbau der bereits vorhandenen Standorte die erste Marke für 2022 erreicht, so die Verwaltung. Auf der Grundlage der „Förderrichtlinie Elektromobilität“ übernimmt das Bundesverkehrsministerium 80.000 Euro für die Konzepterstellung; der Eigenanteil von max. 20.000 Euro kommt im Rahmen eines Kooperationsvertrages von der EWR GmbH.

Über die Bereitstellung der notwendigen Parkplätze entscheiden die Bezirksvertretungen. Die Parkerlaubnis auf den mit dem Schild „Parken“ (und dem Zusatz „Auto mit Stromkabel“ gekennzeichnet Plätze wird auf die Nutzung durch Elektrofahrzeuge beschränkt sein. Die Parkplätze werden der EWR GmbH für die Installation von Ladesäulen (AC-Laden, je Säule zwei Ladepunkte) zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus bietet die EWR GmbH weiterhin Privatkunden die Installation von Wallboxen (Privatkunden) bzw. Ladesäulen (Geschäftskunden) an. Mit dem öffentlichen Lade-Angebot könne die Anschaffung eines Elektrofahrzeugs attraktiv werden für Autofahrer/innen, die ihr Elektroauto nicht zu Hause laden könnten, sondern auf eine öffentliche Infrastruktur angewiesen seien, heißt es in der Vorlage.

Vorgesehen ist, bis Anfang 2022 an 13 Standorten im Stadtgebiet 15 Ladesäulen mit 30 Ladepunkten zu errichten. Bis Anfang 2023 sollen dort bei entsprechender Auslastung weitere 22 Ladesäulen mit 44 Ladepunkten hinzukommen. Es handelt sich um elf öffentliche Standorte, die in der Zuständigkeit der Stadt Remscheid liegen. Dazu kommen zwei Standorte, bei denen Straßen NRW bzw. der Wupperverband zuständig sind.

Die EWR GmbH plant die Abrechnung des getankten Ökostroms mit einem sog. Fahrstrom-Tarif, an den sich ein „Ladeverfügbarkeitsentgelt“ anschließt. Der getankte Strom wird nach Menge (in kWh) abgerechnet. Das Auto kann jederzeit vom Ladekabel abgenommen werden und die Fahrt fortgesetzt werden. Soll das Fahrzeug vollständig betankt werden, so kann das Fahrzeug während der gesamten Ladezeit auf dem Parkplatz verbleiben. Das kann, je nach Ladeleistung der Batterie, mehrere Stunden dauern. Ist der Ladevorgang abgeschlossen und die Batterie gefüllt, so wird nach einer Karenzzeit von 30 Minuten ein Ladeverfügbarkeitsentgelt von der EWR GmbH erhoben. Damit sollen die Parkplätze, auf denen Fahrzeuge stehen, die vollständig aufgeladen sind, möglichst schnell für neu zu betankende Fahrzeuge verfügbar sein. Per SMS werden die Fahrerinnen und Fahrer über den Ladezustand ihres Pkw informiert und auf den Zeitpunkt der Erhebung des Entgelts und dessen Höhe hingewiesen. Die EWR GmbH möchte damit die Wirtschaftlichkeit der Ladesäulen erhöhen und einen hohen Umlauf auf den Parkplätzen erreichen. Die Autofahrerinnen und -fahrer haben somit die Gelegenheit, ihr Fahrzeug rechtzeitig abzuholen und die Erhebung des Ladeverfügbarkeitsentgelts zu vermeiden.

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Geschirr gefällig fürs Familientreffen zu Ostern?

Planen Sie ein Familientreffen zu Ostern? Zwischen dem 1. und 5. April hat die Stadt Remscheid die Corona-Kontaktbeschränkungen ein wenig aufgelockert: Dann dürfen sich zwei Hausstände mit maximal fünf Personen treffen. Und weil Kinder bis einschließlich 14 Jahren nicht mitgezählt werden müssen, könnten das bei drei Kindern unter 14 Jahren aus jeder Familie zusammen elf Personen sein. Komisch, wieso fällt mir ausgerechnet jetzt der Begriff „Hotspot“ ein.  Weil ich gerade gelesen habe, dass wieder Kinder aus Kitas und Grundschule gruppen- bzw. klassenweise in Quarantäne geschickt worden sind.

Übrigens: Sollten es Ihnen für Ihre Familienfeier an Geschirr mangeln, hat ein freundlicher Zeitgenosse auf einem Flaschencontainer etliche Teller und Schüsseln zur freien Auswahl abgelegt. Sogar eine Kaffeekanne ist dabei. Am besten, Sie nehmen erst mal alles mit nach Hause und treffen dort in aller Ruhe Ihre Wahl. Den Rest können Sie ja dann in Ihre Mülltonne werfen. Das hätte den Vorteil, dass den Männern der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) das Aufräumen an der Sammelstelle für  P a p i e r  und  G l a s  etwas leichter fällt. Schöne Ostern!

Antwort auf Frage nach Gurkenwasser für Winterdienst

Mit 250 Euro beziffert die Stadtverwaltung die Kosten der Anfrage, mit der sich die FDP in der Februar-Sitzung des Betriebsausschusses der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) für den Einsatz von Gurkenwasser beim Winterdienst stark gemacht hatte. Die hätten sich die Freien Demokraten im Rat der Stadt sparen können, wenn sie die Zahl der heimischen Gurkenproduzenten recherchiert hätten, bei denen geeignetes Gurkenwasser als Abwasser anfällt.  Denn „Null, nade, niente“ oder ähnlich wäre das Ergebnis gewesen! Doch der Recherche zog die FDP die auf Nichts gestützte Annahme vor, Gurkenwasser könne für die TBR im Stadtgebiet zum Nullplusultra eis- und schneefreier Straßen werden.

Fakt ist: Im Winter 2019 startete in Bayern ein Pilotprojekt, bei dem die niederbayrischen Straßenmeistereien Dingolfing, Landshut und Abensberg Gurkenwasser im Straßenwinterdienst einsetzen. Es stammt aus der Produktion von Salzgurken einer Firma in Dingolfing und musste dort bislang als Abfallprodukt entsorgt und geklärt werden musste. Nunmehr wird das Gurkenwasser recycelt und als Streumittel eingesetzt. Die FDP folgerte haarscharf: Was bei den Bayern klappt, muss auch im Bergischen Land funktionieren. Und entsprechend waren die Fragen an die Verwaltung formuliert:

  • „Hat sich die Stadt Remscheid bereits mit dem Einsatz von Gurkenwasser als Alternative zum Streusalz auseinandergesetzt? Wenn ja, mit welchen Ergebnissen hat sie dies getan?
  • Wird sich die Stadt Remscheid mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW in Verbindung setzen, um den Einsatz von Gurkenwasser als Alternative zum Streusalz gemeinsam wirtschaftlich umsetzen zu können?

Kurze Zusammenfassung der vierseitigen (!) Antwort der Stadt: Für die TBR stellte sich zinächst "die rein praktische Frage, ob in NRW überhaupt Firmen ansässig sind, die nennenswerte Mengen an Gurkenwasser bedarfsgerecht zur Verfügung stellen könnten." Nach ihren Ermittlungen  seien die nächsten größeren Gurkenhersteller am Niederrhein und in Westfalen ansässig. Die Verwendung von Gurkenwasser zur Produktion von Sole für den Straßenwinterdienst in Remscheid scheide daher aus. Der Einsatz von Gurkenwasser sei für die TBR keine Alternative zum Einsatz von Streusalz.

Damit hätte es die TBR belassen können. Aber offenbar hatte sie am Thema Spaß gefunden. Denn sie recherchierte weiter und fand heraus, „dass 2020 ein schlechtes Erntejahr für die Einlegegurke war. Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) mit Sitz in Bonn weist darauf hin, dass die Versorgung mit Einlegegurken in diesem Jahr knapp werden könnte. „Weil im April und Mai nicht genügend Saisonarbeiter zur Verfügung standen, haben die Bauern wesentlich weniger angepflanzt als voriges Jahr. Auch zur Ernte, die Mitte Juni begonnen hat, sind zu wenig Arbeitskräfte auf den Feldern. Bei Einlegegurken wird die Ernte daher mindestens 20 Prozent geringer ausfallen. …  Wo weniger geerntet wird, kann weniger verarbeitet werden. Entsprechend knapp werden die Produkte der Verbandsmitglieder: Essiggurken, Gurkentöpfchen und Gurken-Sticks oder Scheiben.“ (Pressemitteilung des BOGK vom 11.08.2020). Noch dramatischer sei die Situation bei Einlegegurken in Bio-Qualität. Hier liege die Ernte nach Aussage des BOGK um die Hälfte niedriger als erwartet. "Diese Verknappung und der damit verbundene Produktionsrückgang wird auch Auswirkungen auf die Versorgung mit Gurkenwasser im Winterdienst haben."

„Der Pilotversuch in Bayern ist den Technischen betrieben Remscheid (TBR) bekannt“,  heißt es in der Mitteilungsvorlage sachlich weiter. Nach Recherchen der TBR werde in den angesprochenen bayrischen Straßenmeistereien das Gurkenwasser aber nicht als Alternative zum Streusalz eingesetzt, sondern teilweise als Alternative zur Sole, d. h. nach der Anlieferung müsse die ca. fünfprozentige Gurkensole mit zusätzlichem Salz versehen werden, um die ca. 22-prozentige Sättigung zur Verwendung im Winterdienst zu erreichen. Das Wasser aus dem Dingolfinger Großbetrieb reiche dann für die Befüllung von zehn (!) Winterdienstfahrzeugen. Zitat:

„Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass die technische Entwicklung von Fahrzeugen, Geräten und auch Streustoffen im Winterdienst von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der TBR permanent beobachtet, Fachpublikationen studiert und Fortbildungen wahrgenommen werden. In Studien wird gelegentlich auch von Versuchen zur Verwendung alternativer Streustoffe (z.B. Zucker, chemische oder mineralische Streustoffe) berichtet. Für den Winterdienst auf Fahrbahnen ist nach der einhelligen Meinung aller Experten auch unter ökologischen Gesichtspunkten der maßvolle Einsatz von Feuchtsalz alternativlos.“

1. Impftermin für 70- bis 79-Jährige ab Mitte April

In der vergangenen Woche wurden im Impfzentrum Remscheid insgesamt 1.446 Impfungen vorgenommen.  288 mit AstraZeneca (ausschließlich Erstimpfungen), 1.158 mit BioNTech – davon 565 Erstimpfungen und 593 Zweiimpfungen. Insgesamt wurden im Impfzentrum Remscheid seit dem 8.Februar 2021 9.045 Impfdosen gespritzt (4.072 AstraZeneca, 4.973 BioNTech). Die Impfungen erfolgen gemäß der Priorisierung der einzelnen Personen- bzw. Berufsgruppen nach geltender Erlasslage. Keine Spritze bleibt liegen.

Und wie geht es weiter? Nach Auskunft der Stadt Remscheid warten von den mehr als 80 Jahre alten Einwohnern/innen der Stadt noch 3.000 auf ihre Erstimpfung. Von diesen haben allerdings 1.300 inzwischen einen Impftermin bekommen; die letzten für Mai.

Die nächste zur Impfung anstehende Gruppe ist die der 70- bis 79-Jährigen. Das sind in Remscheid insgesamt 10.172. Sie können voraussichtlich ab Mitte April mit einer Erstimpfung im Impfzentrum (Sporthalle West) rechnen nach Anmeldung über die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung. Wann die Gruppe der 60- bis 69-Jährigen – in Remscheid sind das 14.446 – an die Reihe kommen wird, kann derzeit noch niemand sagen.

Jetzt wieder Impfungen mit AstraZeneca

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat gestern mitgeteilt, dass der Corona-Impfstoff von AstraZeneca aus Sicht der Behörde als sicher gilt. Es sei allerdings eine Warnung vor möglichen seltenen Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei den möglichen Nebenwirkungen aufzunehmen. Mit dieser Einstufung steht fest, dass der Impfstoff in Europa weiterhin zugelassen ist und die Behörde sich gegen einen generellen Impfstopp ausgesprochen hat. In der Folge wird der Stoff auch in Deutschland wieder einsetzbar sein. Leider fehlt bis jetzt (Donnerstag, 18.58 Uhr, Eingangsdatum der E-Mail der Stadt, Waterbölles) jegliche Stellungnahme des Bundesgesundheitsministers zu dieser Entscheidung. Insofern können wir für die Stadt Remscheid nur mitteilen, dass wir bei Vorliegen der entsprechenden Anweisungen von Bund und Land die Details für das Impfgeschehen in Remscheid klären und so schnell wie möglich wieder impfen werden.

„Durch das vorübergehende Aussetzen der Impfungen mit AstraZeneca haben die Menschen sehr viel Vertrauen in das Impfgeschehen verloren. Ich begrüße die Freigabe durch die EMA ausdrücklich; dies garantiert uns ein zügiges Vorankommen bei der Frage der Impfungen und den damit einhergehenden Lockerungsmöglichkeiten. Von Bund und Land erwarte ich, dass sie jetzt bei der Empfehlung der EMA bleiben und den Menschen endlich Sicherheit geben. Wir brauchen eine verlässliche Impfstrategie für Deutschland!“, so Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu den aktuellen Entwicklungen.

Das Deutsche Werkzeugmuseum macht auf sich aufmerksam!Aus dem neuen Imageflyer des Deutschen Werkzeugmuseums.

Machbarkeitsstudie nicht ohne Interessenausgleich

Müngstener Brücke: Bahn für Antrag Weltkulturerbe"  überschrieb der Waterbölles am 9. August 2011 eine Pressemitteilung der Bergischen Entwicklungsagentur, wonach die Deutsche Bahn das Vorhaben der Region unterstütze, die Müngstener Brücke zum Weltkulturerbe anzumelden – und dieses große Ziel auch wirklich zu erreichen. Ob das eines Tages gelingen wird, ist auch heute, zehn Jahre später, noch ungewiss. Aber die Hoffnung stirb bekanntlich zuletzt.

Den offiziellen Startschuss für einen gemeinsamen Weg zum Welterbe mit internationalen Partnern hatten die drei Bergischen Oberbürgermeister 2017 zum 120. Geburtstag der Müngstener Brücke gegeben. „Eine Fachjury prüft auf Landesebene die eingereichten Bewerbungen, danach legt das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung dem Landeskabinett einen Vorschlag zur Entscheidung vor. Bis Oktober 2021 meldet jedes Bundesland zwei Vorschläge zur Aufnahme in die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes auf Bundesebene. NRW ist sogar mit drei Meldungen dabei: Die „Kulturlandschaft Ruhrgebiet" kann nach Überarbeitung noch einmal antreten. Im Oktober 2023 trifft die Kultusministerkonferenz (KMK) ihre Entscheidung, im Januar 2024 wird die neue Tentativliste bei der UNESCO eingereicht. 2025 soll das erste Projekt von dieser Liste als Welterbe angemeldet werden“, beschrieb die Stadt Remscheid im November 2020 das weitere Procedere. Entsprechend beschloss der Rat der Stadt am 20. Dezember 2020 einstimmig die „Teilnahme am Interessenbekundungsverfahren des Landes NRW sowie Benennung von Gründungsmitgliedern des zu gründenden Fördervereins "Welterbe Müngstener Brücke e.V." Zugestimmt wurde damals auch der Bereitstellung von 23.000 € aus dem Etat der Wirtschaftsförderung zur Erstellung der Bewerbungsunterlagen durch das Büro für Industriearchäologie Rolf Höhmann für das Interessenbekundungsverfahren des Landes NRW. Die Stadt Solingen hatte das bereits vorliegende Gutachten vorfinanziert. Mit weiteren Kosten für Lektorat, Übersetzung in eine englischsprachige Bewerbung und länderübergreifende Studien zu allen sechs beteiligten Brückenbauwerken müssten sie rechnen, erfuhren die Ratsmitglieder bei der Gelegenheit.

Als „Dazwischengrätschen“ empfand man insbesondere in Solingen im Oktober vorigen Jahr die Idee des Remscheider Ingenieurs Gerd Münnekehoff von einem Fuß- und Radweg in 100 Meter Höhe, einem „Skywalk“ auf der Arbeitsplattform der Brücke gleich unterhalb des Schienenwegs. Schon im November wurde aus der Idee des „Brückenschlags“ ein eingetragener Verein. Und der konnte sich über Unterstützer freuen: Die Fraktionen von SPD, Grüne und FDP im Rat der Stadt Remscheid beantragten am 9. März eine Machbarkeitsstudie für Müngstener „Skywalk“. Aber Bedenken blieben nicht aus. So beantragte die Ratsgruppe der W.i.R. , die Verwaltung möge prüfen lassen, inwieweit der „Skywalk die Anerkennung der Brücke als UNESCO-Weltkulturerbe gefährden könnte.

Was die Stadtverwaltung davon hält, liegt nun in Form einer Mitteilungsvorlage zu den nächsten Sitzungen von zwei Fachausschüssen und des Hauptausschusses (25. März) vor. Zitat: „Die Idee einer Rad- und Fußwegeverbindung … über die Gerüstbrückenebene ist reizvoll und gleichermaßen aus verkehrspolitischer Sicht zukunftsweisend.“ Nichtsdestotrotz erscheint es der Stadtverwaltung jedoch geboten, diese Idee „ dem Interessensbekundungsverfahren und den kulturhistorischen Belangen, die sich aus dem Nominierungsverfahren ergeben, unterzuordnen und somit zurückzustellen. Entsprechend macht die Verwaltung den folgenden Beschlussvorschlag: „Die Verwaltung wird beauftragt, die Machbarkeit für eine Wegeverbindung im Einklang mit dem Interessensbekundungsverfahren … zu prüfen und eine entsprechende Studie zu beauftragen. In der der Studie (sollen gleichermaßen) Vorschläge für den Interessensausgleich zwischen der Eigentümerin DB Netz AG, den beteiligten Kommunen Solingen, Wuppertal und Remscheid und dem Verein „Bergischer Brückenschlag e.V.“ ausgearbeitet werden".

Das klingt nach dem salomonischen Bemühen um eine Quadratur des Kreises. Ob daraus die bergischen Tourismusbetriebe eines Tages wirklich Honig saugen können??

Die Alleestraße, Thema für die nächsten 20 Jahre!?

Erlebnisgastronomie verlangt mutige Investitionen“, überschrieb der Waterbölles am 12. März seinen Bericht über die Beschlussvorlage der Verwaltung zu einer Öffentlichkeitsbeteiligung an der Rahmenplanung für das angestrebte „Sanierungsgebiet Alleestraße“. Die Vorlage  stand gestern auf der Tagesordnung der Bezirksvertretung (BV) Alt- Remscheid im großen Sitzungssaal des Rathauses – und wurde von den BV-Mitgliedern einstimmig beschlossen. Es handelte sich um eine Sondersitzung, die eigens zu diesem Punkt einberufen worden war. Weil die Bürgerbeteiligung einen formalen Beschluss erforderte, wie der Technische Beigeordnete Petzer Heinze zu Sitzungsbeginn sagte. Und damit wollte Rat und Verwaltung offenbar nicht unnötig warten. Denn es gibt viel zu tun an der Alleestraße.

„Da kommt was auf uns zu“, sagte Beatrice Schlieper (Grüne), fragte sich allerdings auch, an welcher Stelle entlang der von den Planern in drei verschiedene Zonen aufgeteilten Fußgängerzone „ wohl der erste Dominostein angestoßen werden würde, der das geplante Positive ins Rollen bringen wird“. Heinze sieht hier zwei Möglichkeiten, beide gleich einschneidend und effektvoll: Der Durchbruch zum Friedrich-Ebert-Platz im Bereich des früheren Kino und der Umzug des Bibliothek („Der 3. Ort“) in das einstige Sinn-/Leffers-Kaufhaus. Nähere Angaben zum Zeitplan machte er allerdings nicht. Denn da gebe es wahrscheinlich noch viele Unwägbarkeiten, zum Beispiel bei den Grundstücksverhandlungen.

Die stehen auch an, wenn es um den Abbruch der drei Pavillons geht, die der GEWAG gehören. Sie seien sicher nicht „aus der Portokasse zu finanzieren“, stellte Sigmar Paeslack (SPD) fest, und niemand widersprach. „Die werden wir nicht geschenkt bekommen“,. meinte Peter Heinze. Die Gebäude hätten schließlich ihren Wert, den die Stadt – mit finanzieller Hilfe des Landes- der Wohnungsbaugesellschaft begleichen müsse.

Von heute auf morgen ist das nicht zu schaffen. Im RGA hieß es kürzlich, das Projekt werde wohl zehn Jahre in Anspruch nehmen. Bernd Quinting (CDU) hält das für zu kurz gedacht. Er geht von mehr als 20 Jahren Planung und Ausführung aus, zumal die Verwaltung in der Baubehörde personell nicht aus dem Vollen schöpfen kann, wie er kürzlich auf Hasten erfahren hatte Das aber wollte der Beigeordnete so nicht stehen lassen. Schließlich handele es sich bei dem Projekt “Alleestraße“ um das vorrangigste Projekt der Verwaltung. Und das sei personell und finanziell gesichert. In die Hand nehmen soll das Projekt ein externer Sanierungsträger, und die Politik soll über einen Sanierungsbeirat eingebunden werden. Darüber hinaus müsse das Thema aber auch künftig regelmäßig auf der Tagesordnung der BV Alt- Remscheid stehen, forderte Rosemarie Stippekohl.  Damit es nicht aus den Augen verloren geht!? „Ich hoffe auf eine Veränderung der Alleestraße, die auch wirklich etwas bringt! In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Allee leider nicht verändert!“

Auch nicht in den fünf aktiven Jahren der Immobilien- und Standortgemeinschaft Alleestraße e.V. (ISG). Wie vom  Gesetzgeber verlangt, befindet sich die befristet angelegte ISG derzeit in der Abwicklung. Peter Heinze geht zwar davon aus, dass der Verein „neu aufgesetzt“ werde und „dass das auch gelingt“. Aber noch gilt: Nichts Genaues weiß man nicht.

Abschließend betonte Peter Heinze, das sich zur  Bürgerbeteiligung jedermann herzlich eingeladen sei. Auch die Mitglieder des Remscheider Beirats für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderungen. Dessen Vorsitzende Friederike Pohl zeigte sich in der gestrigen BV-Sitzung enttäuscht darüber, dass der Behindertenbeirat von dem großen Projekt offiziell noch gar nicht informiert worden sei. Heinze sagte zu, das Projekt im Beirat vorzustellen: „Wir grenzen da niemanden aus!“

Wichtige Arztbesuche nicht aufschieben

Pressemitteilung des Sana-Klinikums

Die Corona-Pandemie begleitet Deutschland nun schon über ein Jahr und abgesehen von zahlreichen Covid-19-Erkrankungen mit unterschiedlichsten Verläufen beobachten die Mediziner zunehmend andere Begleiterscheinungen: Viele Menschen, die aus Angst vor Ansteckung trotz hinreichender Krankheitsanzeichen nicht rechtzeitig zum Arzt zu gehen. „Wichtige Arzt- oder Krankenhaustermine sollten nicht wegen der Pandemie verschoben werden“, erklärt Professor Dr. Ulrich Sliwka, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Neurologie mit Stroke-Unit (Schlaganfallzentrum) im Sana-Klinikum. „Die Schutz- und Hygienemaßnahmen werden auf hohem Niveau umgesetzt und die Impfungen der klinischen Mitarbeiter sind weitgehend schon abgeschlossen.“ Sorgenfalten hingegen bereitet ihm und den anderen Medizinern die Zurückhaltung der Menschen. „Offenbar vermeiden viele den Arztbesuch, obwohl sie eindeutige Krankheitssymptome zeigen“, so Professor Sliwka weiter. „Wir können für unser Haus den deutschlandweit spürbaren Rückgang bei der Behandlung insbesondere von akuten Herz- und Gefäßproblemen wie Schlaganfällen bestätigen. Aber auch Untersuchungen zur Früherkennung von Krebs und anderen Krankheitsrisiken werden vielfach nicht wahrgenommen oder verschoben.“ Generell regen die Ärzte des Sana-Klinikums an, auf den eigenen Körper zu achten. „Fühlen Sie sich nicht wohl oder bemerken Sie bei sich ungewöhnliche Veränderungen, suchen Sie lieber einen Arzt auf“, sagt Professor Sliwka.

In den Augen von Professor Dr. Burkhard Sievers kann das für manche Patienten durchaus Folgen haben. „Viele Krankheiten lassen sich in einem frühen Stadium noch sehr gut behandeln“, sagt der Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Nephrologie und Intensivmedizin. „Untersuchungen bei Erkrankungen beispielsweise des Herzens oder der Lunge nicht wahrzunehmen oder zu verschieben, kann ein hohes Risiko bedeuten. Es gibt ja gute Gründe dafür, dass Vorsorge- oder Kontrolltermine auf genau den angedachten Zeitraum festgelegt sind.“ Ganz allgemein rät er dazu, bei Symptomen wie Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, Schwindel, Leistungsschwäche, Luftnot, Herzrhythmusstörungen oder Wassereinlagerungen in den Beinen einen Arzt aufzusuchen. „Dahinter können sich zahlreiche Erkrankungen des Herzens, der Lunge sowie innerer Organe oder Vorzeichen darauf verbergen. Wichtig ist, der Ursache frühzeitig auf den Grund zu gehen und keine Zeit zu verlieren. Dann können Spätfolgen gemildert oder gar verhindert werden.“

Dem kann Dr. Christine Stanull, Chefärztin der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Stoffwechsel- und Infektionskrankheiten, nur zustimmen: „Wir erleben durchaus eine Häufung von schweren Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt, die auch auf zu intensiven Einsatz von Schmerzmitteln und verspätete Arztbesuche zurückzuführen sind“, erklärt sie. „Die psychische Belastung hat durch die pandemiebedingten Einschränkungen deutlich zugenommen, der Konsum von Alkohol und anderen Substanzen ist steigend. Die Selbstmedikation ohne ärztliche Einschätzung der möglichen Risiken muss aber vermieden werden.“ Von dieser Symptomatik abgesehen sei auch festzustellen, dass bei Krebs-Erstdiagnosen – nicht nur im Magen-Darm-Trakt – verstärkt bereits fortgeschrittene Stadien vorliegen. „Offenbar schieben die Menschen ihre wichtigen Untersuchungen auf oder gehen bei Symptomen wie Blutungen, Schmerzen oder unklarer Gewichtsabnahme nicht oder zu spät zum Arzt.“ Generell gelte, bei derartigen Symptomen unbedingt einen Arzt aufzusuchen, Koloskopien bei Beschwerden vorzugsweise im Krankenhaus durchführen zu lassen. „Für die normalen Vorsorgeuntersuchungen sind weiterhin unsere niedergelassenen Kollegen für Sie da“, rät Dr. Stanull. (Stefan Mülders)

Damit Lebensmittel nicht im Abfall landen

Der Honsberger Stadtteil e.V. und "Foodsharing Remscheid" arbeiten seit gestern zusammen: Einmal in der Woche wollen sie im Neuen Lindenhof, Honsberger Str.38, kostenlos an jedermann Lebensmittel verteilen. Ein weiterer Beitrag zur Aufwertung des Stadtteils und zum konstruktiven Miteinander der verschiedenen Kulturen und Religionen im Quartier. „Foodsharing Remscheid“ sammelt die Ware bei rund 50 Groß- und Einzelhändlern, Discountern und Tankstellen  ein und liefert sie an öffentliche und private „Fairteilstellen“ aus, wo sie dann von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern an alle Interessierte – egal ob reich, arm, alt oder jung – verschenkt werden. Damit keine noch genießbaren Lebensmittel in der Tonne landen, so das oberste Ziel von "Foodsharing Remscheid". Die Organisation mit ihren insgesamt 135 Ehrenamtlichen in Remscheid sucht derzeit in Kremenholl geeignete Räume für eine weitere öffentliche „Fairteilerstelle“. Die Zahl der privaten Verteilerstellen liegt inzwischen bei mehr als 50.

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Ingo Schäfer ist zum 2. Mal der Kandidat der SPD

Bei der Bundestagswahl vor vier Jahren stellten die 13 SPD-Ortsvereine im Bundestagswahlkreis 103 (Solingen – Remscheid – Wuppertal II) über die Delegierten der Wahlkonferenz erstmals den Solinger Feuerwehrmann Ingo Schäfer als Bundestagskandidaten auf. Im Vergleich zu aktuelleren Ergebnissen der SPD bei Landtagswahlen war Schäfers Ergebnis am 24. September 2017 mit 30,83 Prozent der abgegebenen Stimmen durchaus achtbar. Klarer Sieger war jedoch Jürgen Hardt CDU) mit 38,25 Prozent.

Die spannende Frage war nun, für welchen Kandidaten / welche Kandidatin sich die Delegierten aus den SPD-Ortsvereinen der Städte Solingen und Remscheid sowie aus den Wuppertaler SPD-Ortsvereine Cronenberg / Hahnerberg und Ronsdorf in der gestrigen Wahlkreiskonferenz Aula der Erich-Fried-Gesamtschule in Ronsdorf entscheiden würden: Für Ingo Schäfer (55), den die Solinger Ortsvereine wieder nominiert hatten, für die Vikarin Dr. Stefanie Bluth (43), vorgeschlagen von SPD-Unterbezirks Remscheid, oder für den Ronsdorfer Event-Manager Andreas Bergert (59)? Während Stefanie Bluth auf ihren beruflichen Lebensweg und die männlichen Amtsträgern der SPD verwies, die das bergische Städtedreieck im Landtag und Bundestag vertreten – da sei es jetzt Zeit für meine Frau – und erst hierüber ihre politischen Positionen beschrieb, beschränkten sich die beiden männlichen Konkurrenten auf die Sachthemen, die ihnen ein Anliegen sind. Das reichte Ingo Schäfer aber völlig für eine Stimmenmehrheit – im ersten Wahlgang (unter 50 Prozent) und später im zweiten die einfache Mehrheit.

Im ersten Wahlgang entfielen auf Schäfer 28 der insgesamt 58 abgegebenen und allesamt gültigen Stimmen (von 31 Männern und 27 Frauen). Stefanie Bluth kam auf 22 Stimmen, Andreas Bergert auf sieben. Im zweiten Wahlgang, zu dem Bengert nicht mehr antrat, bekam Schäfer mit 32 Stimmen die Mehrheit gegenüber 24 Stimmen für Stefanie Bluth. (Titelfoto: Thomas E. Wunsch)

OB Mast-Weisz hat kein Verständnis für Coronaleugner

Die Zeit der Stimmauszählung bei der heutigen knapp zweistündigen Wahlkreiskonferenz der SPD für den Bundestagswahlkreis 103 (Solingen – Remscheid – Wuppertal II),

auf der der Solinger Feuerwehrmann Ingo Schäfer (55 Jahre)
im endscheidenden zweiten Wahlgang mehr Stimmen bekam
als die Remscheider Vikarin Stefanie Bluth (43) – Videobericht folgt noch –

nutzte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD), um sein Unverständnis zu äußern gegenüber aktuellen Aktionen von Corona-Leugnern im bergischen Städtedreieck. Doch vor der Kritik stand eine Anekdote, die hoffnungsvoll stimmte.