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Fisch als Zeichen der Kritik an Obrigkeit verblasste

Die hölzerne Forelle – anfangs war es ein stinkender Hering –  als Zeichen der Kritik an der preußischen Obrigkeit im Bergischen verblasste beim traditionellen „Forellenzug“, mit dem der Lenneper Schützenverein 1805 e.V. am Samstagmorgen sein 214. Lenneper Schützenfest eröffnete. Vom Alter Markt zogen die Schützen, wie immer angeführt von einer Kapelle, über die Kölner Straße, um an der Wetterauer Straße erste Station zu machen zwecks flüssiger und fester „Wegzehrung“. Dr. Ralf Flügge, der erste Vorsitzende des Schützenvereins, der als einziger noch die Tradition des Forellenzuges pflegt, nutzte diesen Halt, um unter den Teilnehmern den Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu begrüßen. Keine Rede von Kritik! Stattdessen dickes Lob für den OB ob seiner Offenheit und Verlässlichkeit! Wer auch immer von der CDU im nächsten Jahr bei der Kommunalwahl gegen Mast-Weisz als Gegenkandidat für das Amt der Stadtoberhaupt antreten wird - Jens Peter Nettekoven (Lüttringhausen) oder Markus Kötter (Lennep) – dürfte diese Dankesrede wohl noch lange im Ohr tönen.

August 2009: Der Waterbölles blättert zurück

Von li. n. re.: Dieter Orth, Vorsitzender des Hastener Verkehrsvereins,Gerhard Röttger, Vorsitzender der IG Hasten, Oberbürgermeisterin Beate Wilding und Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein. Foto: Lothar KaiserÜberarbeitete Pläne für den Lindenberg-Platz auf Hasten/Feldstellten vor zehn Jahren Oberbürgermeisterin Beate Wilding, Gerhard Röttger, Vorsitzender der IG Hasten, und Dieter Orth, Vorsitzender des Hastener Verkehrsvereins, im Werkzeugmuseum vor. Weil Hastens zentraler Platz „in den letzten Jahren immer mehr von seiner Attraktivität eingebüßt“ habe. Ideenskizzen und Strategien zur Aktivierung, Nutzung und Pflege des Platzes waren bereits im Jahr 2007 auf der „Hastener Meile“ vorgestellt und im März 2008 mit Bürgern und Vertretern der Bezirksvertretung und des Rates diskutiert worden. Gemeinsames Ziel war es, die Aufenthaltsqualität neu zu definieren und ein vielfältiges „Leben auf dem Platz“ zu ermöglichen. Wenn man den Platz heute betrachtet, kann man den Eindruck gewinnen: Es kreißte der Berg und gebar ein Mäuslein! Hausbesitzer Georg Gast war im August 2009 letzter Redner des Abends – und verriet nicht, ob und wann er seine Gebäude abreißen oder renovieren lassen wird. Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein damals: „Herr Gast, Sie können morgen anfangen zu renovieren!“ Verhandlungen über einen Verkauf der Immobilien (das frühere Stahllager Südwestfalen und das Miethaus daneben) an die Stadt hatten zu keinem Ergebnis geführt.

Stadtführung mit Besichtigung des Bunkers Honsberg.Nachdem Anfang 2009 die Arbeit Remscheid gGmbH ihr bisheriges Möbellager aus dem Honsberger Bunker in die ehemalige OBI-Filiale an der Königstraße verlagert hatte, konnten im August 2009 rund 20 an Heimatgeschichte interessierte Remscheider und Remscheiderinnen unter der Führung von Claudia Holtschneider und Harald Neumann den Bunker erstmals besichtigen. Sie erfuhren damals von Markus Bertram aus Wuppertal, dass die Gründung eines der Gründung eines Vereins zum Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes und zum Aufbau eines Museums für Kino- und Luftschutzgeschichtegeplant sei. Und so geschah es dann später auch. In aller Stille.

Was wird aus der Kölner Straße in Lennep. Frischen Wind in eine jahrelange Diskussion brachte im August 2009 auf Einladung der Grünen deren Mitglied Klaus Lellek.  Im Röntgenmuseum stellte er damals seine Pläne vor: „Mein Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität im Zentrum Lenneps wieder zu steigern. Dazu müssen wir den Verkehr beruhigen, Grün schaffen und dem fortschreitenden Funktionsverlust wirksam begegnen.“ Und: „Wir Lenneper Bürger sollten selbst Ideen entwickeln, um unseren Stadtteil neu zu beleben.“ Moderiert wurde die Veranstaltung von der grünen Fraktionsgeschäftsführerin Jutta Velte: „Wenn die Lenneper endlich zusammenhalten würden, könnte man einiges bewegen, ohne viel Geld ausgeben zu müssen!“
Im Röntgenmuseum fand im August 2009 auch ein „Runder Tisch Lennep“ statt mit Einzelhändlern, Gastwirten, Hausbesitzern und Kommunalpolitikern. Dabei forderte Klaus Kreutzer, der Vorsitzende des Verkehrs- und Förderverein Lennep e.V., nicht länger von Alt- und Neustadt zu sprechen, sie womöglich gegeneinander aufzuhetzen, sondern für ein „besseres Image von Gesamt-Lennep“ zu sorgen. Die Bürger müssten sich mit „Lennep insgesamt“ identifizieren.

Am 10. August 2009 schloss sich die Stadtverwaltung Remscheid dem Service-Center der Stadt Wuppertal an. Anrufe bei der Stadt Remscheid unter 1600 werden seitdem in Wuppertal entgegengenommen. Dafür wechselten mehrere Mitarbeiter aus Remscheid zum Team in Wuppertal. Das Wuppertaler Service-Center sei ein voller Erfolg, hieß es damals. Doch wer als Bürger seinen Ansprechpartner genau kennt, ist in Spitzenzeiten besser beraten, die gewünschte Telefonnummer bei Google herauszufinden. Im Internetportal der Stadt Remscheid wäre das übrigens verlorene Liebesmüh.

Foto: Lothar KaiserWo im Juni 2009 noch gegenüber der Bushaltestelle Ehringhausen die Ruinen der einstigen Präzisionsfabrik Strasmann standen, türmten sich zwei Monate später Berge von Schutt, Geröll und zersplittertem Holz. Mitten drin dieser Baum-Veteran, der (wie andere) laut Bebauungsplan nicht angetastet werden durfte. Die Vermarktung des neuen Baugelände lief damals echt schleppe an. Ob der Baumriese  diese Zeit heil überstanden hat?

Fehlanzeige bei Visionen für die Zukunft Remscheids“, überschrieb der Waterbölles am 13. August 2009 seinen Bericht über den Der 75."Presseclub" in der Denkerschmette. Im Mittelpunt standen damals galt die drei OB-Kandidaten Beate Wilding (SPD), Jochen Siegfried (CDU) und Gunther Brockmann (W.i.R.). Sie mussten einräumen, keine großen „Spielräume“ zu haben: Denn damals führten Rat und Verwaltung die Stadt schon seit 15 Jahren mit Nothaushalten. Beate Wilding: „Remscheid nimmt pro Jahr 250 Millionen ein und gibt 300 Millionen aus.“ 90 Prozent aller städtischen Ausgaben ergäben sich aus Pflichtaufgaben der Kommune. „Was nicht finanziert werden kann, wird erst gar nicht geplant!“ Das war damals ein kleiner Seitenhieb auf die CDU und ihre Forderung nach einer Umgestaltung des Ebertplatzes.

Von „Bäumen beiderseits der Freiheitstraße“ und vom Abbruch vieler alter Miethäuser träumten vor zehn Jahren in der städtebaulichen „Planungswerkstatt Stachelhausen“ mehrere Planer. Doch das Preisgericht, das im August 2009 der B.A.S. Kopperschmidt & Moczala GmbH, Weimar, zum Gewinner des Planungswettbewerb um die neue „grüne Honsberger Mitte“ kürte, sei realistisch geblieben, sagte anschließend Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein: „Ein entscheidendes Auswahlkriterium war die schnelle Umsetzbarkeit der Entwürfe.“ Für das Gelände unterhalb der „Kraftstation“ hatte der Preisträger einen kleinen Park mit Kiosk und einen Kinderspielplatz vorgeschlagen mit Zugängen nicht nur von der Honsberger Straße aus, sondern auch über eine neue Treppe, die von der Freiheitstraße auf den Hof der „Kraftstation führt, und einen neuen Weg, der das Gelände zwischen Jugendzentrum und „Destille Frantzen“ erschließt. Das nimmt nun, zehn Jahre später, ganz langsam Gestalt an.

Einwewieunhg des Pirnaplatzes an der Unterfpühreung. Fotoi: Lothar KaiserKommunalpolitiker aus Rat und Bezirksvertretung Süd sowie Mitglieder des Partnerschaftskomitees Remscheid – Pirna e.V. warten dabei, als vor zehn Jahren Überbürgermeisterin Beate Wilding und der stellvertretende Bürgermeister der Partnerstadt Pirna, Prof. Dr. Hans-Peter Schwerg, am Brücken-Center ein Straßenschild enthüllten. Es machte aus dem bisherigen „Südstadtplatz“ den jetzigen „Pirnaplatz“. Dass der Name „Pirna“ im Stadtbild Remscheids auftauche, sei „längst überfällig“ gewesen, betonte dabei die OB.

Millionen für "Ärzte-Zentren" in Remscheid und Lennep standen im August 2009 in Aussicht. Für das Baufeld 6 am Hauptbahnhof und eine städtische Grünfläche unterhalb der Parkpalette an der Ecke Bergstraße/Poststraße (Parkhaus) in Lennep interessierte sich damals die Kölner HCC Der  Remscheider Hauptbahnhof ist mit der Trasse des Werkzeugs verbunden. Foto: Lothar KaiserHealth Centers Consulting GmbH. In gut einem Jahr werde es unter dem Namen „medecum“ ein größeres Facharztzentrum mit 15 bis 20 Praxen und rund 100 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen am Remscheider Hauptbahnhof geben und ein kleineres mit vier bis sechs Praxen an der Bergstraße in Lennep (darunter voraussichtlich die im Stadtteil derzeit fehlende Orthopädie), hieß es damals. Doch weil die Nachfrage unter der Remscheider Ärzteschaft gering blieb, fielen beide Projekte ins Wasser.

 Den Eisenbahnschienen folgend, verbindet ein Asphaltband das bisherige Ende der "Trasse des Werkzeugs" an der Weststraße/Papenberger Straße mit dem Remscheider Hauptbahnhof. Der Anschluss des Hauptbahnhofs an die Werkzeugtrasse erfolgte im August 2009 quasi klammheimlich, weil, so die Stadtverwaltung, der endgültige Ausbau noch ausstehe. Darauf warteten Spaziergänger, Radfahrer und Skater damals nicht.

Der Lobach bediente einst zwölf Wassertriebwerke

Ältestes Bild vom Diederichskotten (1880), oben im Bild der Untere Bergerskotten. Sammlung: EhretEin uralter Standort innerhalb Alt-Remscheids, der auch schon bei der Verleihung der Stadtrechte (1369) Bestand hatte, war Lobach. Schon die Johanniter forderten in damaliger Zeit von den Anwohnern nach einer Erbverpachtung den „Zehnten“ als Zins. Der Ursprung des Namens Lobach ist nicht mehr festzustellen. Hieß es 1369 noch Lobech, wurde daraus 1469 Loebeck, 1487 Loebech und 1634 Lobach. Karl Wilhelm Heuser als Verfasser der Schrift „Das Hammertal“ vertritt die Ansicht, dass er von einem damaligen Bewohner Johann Wolter van Loburne übernommen worden ist. Ich meine, dass die mittelalterliche Eisenschmelzerei und die damit verbundene Lohe den Namen geprägt hat.

Der Lobacher Bach wird gebildet aus dem ursprünglichen (großen) und dem kleinen Burgbach. Der eine wurde im Laufe der Jahre in Lobach und der kleine Burgbach in Vieringhauser Bach (Vierkeser Beek) umbenannt. Der Lobach als Hauptbach ist im unteren Bereich mit 1, 5 Kilometern und im oberen Bereich bis zum Vieringhauser Bach mit 1,1 Kilometern angegeben. Somit ist der Lobach selbst 2, 6 Kilometer lang. Der Vieringhauser Bach ist etwa 1, 3 Kilometer lang und hat seinen Ursprung in zwei Quellgebieten, einmal am Amtsgericht, früher „Spreng“ genannt, und zum anderen am Bruch, früher Schlachthof. Beide Quellgründe waren früher sumpfig und recht wasserreich. Die oberen Bereiche des Vieringhauser Baches sind längst bis an die Waldesgrenze kanalisiert und entsumpft. Seit altersher nennt man den Vieringhauser Siepen auch den Mühlenteichsiepen, weil unterhalb des Mühlenteiches die Arbeit begann.

Die Zahl der Sensenschmiede bei der Begründung ihrer Zunft betrug übrigens 72, davon arbeiteten vier im Lobachtal. Sie stellten jährlich ungefähr 54.000 Sensen her. Im Jahre 1604 wurden davon nach Brabant 17.000, nach Holland 8.000, 14.000 nach Dänemark und in den Ostseeraum über Lübeck abgesetzt, also 39.000 Stück exportiert, der Rest von 15.000 Stück größtenteils in Deutschland verkauft. Der Lobach bediente zwölf Wassertriebwerke als Hämmer oder Kotten, hinzu kommt noch die Loosenhütte als Schmelzhütte, die ebenfalls mit Wasserkraft ihre Blasebälge versorgte. Das erste Triebwerk am Vieringhauser Bach ist der ehemalige obere Bergerskotten. Er wurde gegründet 1785 als 1. Bergers Schleifkotten. Für 1800 fand ich die Eintragung eines „Müller“ von dem „auf dem Müllenteichsiefen zwischen Reinshagen und Kremenholler Höfen gelegenen Grund gebauten Schleifkotten“. Etwa 1810 gehört der Bergerskotten einem Pickert und den Gebrüdern Berger. 1829 nennt er sich „Bergers Schleifkotten“ und ist im Besitz von Benjamin Berger. 1852 hat die Schleiferei Friedrich aus dem Dahl gepachtet. 1853 ist einer Eintragung zu entnehmen, dass ein oberschlächtiges Wasserrad zwei Steine und eine Polierscheibe treibt und 14 Fuß Gefälle herrschen. 1867 besagt eine weitere Eintragung, dass die Schleiferei Carl August Berger gehört. Der Kotten arbeitet von Johanni bis Michaeli (24. Juni bis 29. September) nur ein Drittel der Zeit. In dem Fachwerkhaus wohnte ein Tagelöhner (Peter Päuler aus Wermelskirchen); er arbeitete im Hammer als Schleifer mit. Gustav Berger ist als letzter Besitzer 1867 verzeichnet. Er wohnte zu Schüttendelle. Mit dem Bau der Kläranlage verschwand der obere Bergerskotten, nachdem er in seinen letzten Jahren zweckentfremdet nur noch als Lagerhaus gedient hatte.

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Bei zweitem Geldsegen könnte die Stadt hoffen

Sollte es im kommenden Jahr eine zweite Auflage des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ geben, könnte das Remscheider Freibad im Eschbachtal darauf hoffen, vom Geldsegen aus Berlin doch noch etwas abzubekommen. In diesem Jahr war Deutschlands ältestes „Strandbad“ leider leer ausgegangen. Für eine Fortsetzung des Förderprogramms will sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt einsetzen. Das sagte dieser gestern Stadtdirektor Sven Wiertz und Stefan Grote, dem Vorsitzenden des Fördervereins Freibad Eschbachtal e.V., bei einem konstruktiven Ortstermin.

Im August 2018 hatte die Stadt aus dem Fördertopf des Bundes 4.038.000 € beantragt. Zunächst war von beantragten neun Millionen Euro die Rede gewesen. Ein Fachunternehmen hat den gesamten Sanierungsstau im Freibad auf rund zehn Millionen € geschätzt. Für den ersten Bauabschnitt (Stützwand / Technikgebäude / Technik komplett) waren dann aber „lediglich“ die 4,03 Millionen € beantragt worden. Doch trotz des historischen Hintergrundes als ältestes Binnenfreibad Deutschlands mit künstlicher Wasserzufuhr war der Antrag in der Haushaltssitzung des Deutschen Bundestages am 10. April 2019 nicht berücksichtigt worden. Der Grund, so Hardt gestern: Das Bundesprogramm war mit rund 1.300 Antragstellern neunfach überzeichnet. Stefan Grote hatte daraufhin enttäuscht einen Offenen Brief an den Bundestagsabgeordneten geschrieben: "Dies ist für uns wie ein Schlag ins Gesicht!" Eine Reaktion, für die Grote Hardt gestern um Verständnis bat. Schließlich müsse das Freibad dringend saniert werden, könne aber von der finanzschwachen Stadt die nötigen Gelder nicht erwarten. Das bestätigte bei dem Treffen Stadtkämmerer Sven Wiertz.

988 Jahre alte Münze jetzt auf Schloss Burg

Pressemitteilung des Schlossbauvereins Burg a/d Wupper e.V.

.Die Geschäftsführung und die Museumsleitung sind erfreut und stolz, dass es ihnen gelungen ist, die bisher älteste bekannte Münze aus der Familie der Grafen von Berg für das Museum zu erwerben. Sie ist rund 988 Jahre alt. Es handelt sich um einen Denar Bruno II. von Berg als Erzbischof von Köln (1131 – 1137). Die Münze konnte jetzt vom Schlossbauverein durch Vermittlung des Münzzentrums Rheinland in Solingen-Ohligs erworben werden.

Die Münze ist erstklassig erhalten und hat beste Referenzen. Sie gehörte ursprünglich dem Kölner Stadtbaumeister Karl Band, dessen große Köln-Sammlung wurde 1986 im Münzzentrum (damals noch in Köln) versteigert und das Stück wanderte in die Sammlung der Privatbank Sal-Oppenheimer. Diese Sammlung wurde im Rahmen der Liquidation Oktober 2018 in einer Auktion aufgelöst, wo Heinz-W. Müller die Münze erwarb und jetzt Schloss Burg zum Einkaufspreis unter Hinzufügung einer Spende überlässt. Sie soll in der Ausstellung schon im Vorgriff auf das neue Museumskonzept einen Ehrenplatz bekommen. Das Museum besitzt eine umfangreiche Münzsammlung, die wieder zur Geltung kommen soll. Alle frühen bergischen Münzen sind äußerst selten und kommen nur bei Auflösung alter Sammlungen auf den Markt. Die meisten liegen in Fachmuseen in Deutschland und Europa.

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Der OB schrieb einen Geburtstagsbrief an unsere Stadt

Die Großstadt Remscheid feierte am Samstag ihren 90. Geburtstag. Und das Programm – aus Bordmitteln und ohne großen finanziellen Aufwand gestaltet, wie angesichts der Finanzlage der Stadt auch nicht anders denkbar – war für Jung und Alt gleichermaßen unterhaltsam. Auf großes Interesse stießen vor allem die Jubiläumsausstellung im Rathaus, die Turmführungen und die Rathausführungen mit Museumsleiter a.D. Dr. Urs Diederichs. Der abwechslungsreiche Tag mit Kindermusical „Leo, der König von Remscheid“ Tanzvorführungen der Lenneper Turngemeinde, Stand Up Comedy mit Sascha Korf, der Jim Rockford Band, Präsentationen von Feuerwehr und TBR sowie vielen Spielmöglichkeiten und Zauberei für Kinder klang aus mit einer Party im Rathaus mit Musik der 1920-er Jahre. Das Grußwort von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zum Stadtjubiläum fiel diesmal anders aus als üblich – er hatte daraus einen „Geburtstagsbrief an unsere Stadt“ gemacht:

Liebes Remscheid,

herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. 90 Jahre bist du gerade geworden. Für uns sind 90 Jahre eine Ewigkeit, für eine Stadt befindest du dich in noch sehr jungen Jahren. Du bist als Großstadt jung, obwohl deine Stadtteile sehr viel älter sind. Es sind stolze Stadtteile, früher eigenständige Städte. Jeder Stadtteil hat seine eigene Geschichte.

Dies spürt man noch bis heute. Liebes Remscheid, deine Bürgerinnen und Bürger sind gerne erst einmal Lüttringhauser, Lenneper, Hastener, Kremenholler, Honsberger, Bliedinghauser usw. Und dann erst sind sie Remscheiderinnen und Remscheider. Daran hat sich in den vergangenen 90 Jahren nichts geändert. Die Identifikation mit dem eigenen Stadtteil oder gar Quartier ist etwas, was Remscheid so bemerkenswert macht.

Manchmal ist es anstrengend. Da schauen manche schon mal eifersüchtig auf das, was gerade im anderen Stadtteil geschieht. Dann ist man nicht die gemeinsame Großstadt, dann kämpft man darum, dass es dem eigenen Sprengel mindestens genauso gut geht wie den anderen, am liebsten noch ein bisschen besser.

Häufig, nein meistens aber  ist es liebenswert. Was würdest du, Remscheid, ohne die Menschen machen, die sich in ihren Stadtteilen engagieren. Dann gäbe es keinen Lenneper Sommer, keine Heimatspiele in Lüttringhausen, kein Fest auf Hasten oder Honsberg. Dann gäbe es nicht die tollen Vereine, die so sehr für die Attraktivität in ihrem Stadtteil sorgen. Wie wäre es um dich, Remscheid, bestellt, wenn es nicht die vielen Ehrenamtlichen gäbe, die sich für die Menschen und das Miteinander in den Stadtteilen einsetzen würden.

Ja, Remscheid, du kannst stolz auf dich und deine Stadtteile sein. Und du kannst stolz auf deine gemeinsame Geschichte sein. Egal, ob es nun damals vor 90 Jahren tatsächlich nur vier Stimmen Mehrheit für den Zusammenschluss gab, du hast eine bewegte und bewegende junge Geschichte. Du hast viel erlebt. Als Seestadt auf dem Berge wirst du bezeichnet. Nach wie vor tragen Werkzeug und andere Industriegüter deinen Namen in alle Welt. Du hast die schreckliche Zeit des Faschismus und des fürchterlichen zweiten Weltkriegs erlebt und erlitten. Du bist wieder aufgebaut worden. Manche Narben sieht man heute noch. Nein, auf den ersten Blick zeigst du nicht deine Schönheit. Man muss sich Zeit nehmen und in die Altstädte und die kleinen Hofschaften gehen. Da zeigst du dich von deiner attraktivsten Seite. Manchmal sollte man auch in die Luft gehen. Nicht aus Ärger, sondern um einmal von oben zu ermessen, wie schön unser Umfeld ist. Übrigens reicht dafür schon ein Blick vom Rathausturm.

Deine Bürgerinnen und Bürger sind keine Westfalen und keine Rheinländer. Was sind sie denn dann? Es scheint so, als ob sie von der Mentalität beider Nachbarn etwas in sich vereinen. Sie sind besonnen und herzlich, ohne überschäumend zu sein. Das ähnelt ein wenig dem Westfälischen. Sie können feiern und haben viel Humor. Anleihen ans Rheinische. Seit vielen Jahren sind viele Menschen aus anderen Ländern bei uns heimisch geworden und bringen ganz neue Lebensarten dazu. Das alles zusammen ergibt einen ganz besonderen Menschenschlag:  Sie sind eben Bergische. Manchmal sind sie mir zu pessimistisch und zweiflerisch. Das müssten sie eigentlich nicht sein. Natürlich gibt es Sorgen und Probleme. Die bezeichne ich lieber als Herausforderungen. Das klingt gleich viel optimistischer.

Liebes Remscheid, ja, was ich dir zu deinem Geburtstag vor allem wünsche, ist sehr viel Optimismus. Wenn wir uns alle auf die Stärken dieser Stadt mit ihren so unterschiedlichen Stadtteilen und ihren liebenswerten Menschen hier besinnen, wenn wir alle das Glas immer als halbvoll betrachten, wenn wir uns alle in der Verantwortung sehen, nicht nur danach zu fragen, was du Remscheid für die Menschen tust, sondern, was wir alle für unsere Stadt tun können, dann bin ich für deine Zukunft nicht bange. Deswegen lasst uns alle heute den 90. Geburtstag gemeinsam feiern, nicht als Dinner for one, sondern als schönes gemeinsames Fest für unsere Heimatstadt Remscheid. Ganz herzlichen Dank an alle haupt- und ehrenamtlichen Menschen, die uns dieses Fest durch ihren unermüdlichen Einsatz ermöglichen. Remscheid, Glück auf.

Aktuelle IW-Studie nennt bergische Problemstädte nicht

Wer im Suchfeld des Waterbölles (rechts oben auf der Startseite) den Begriff „Aktionsbündnis“ eingibt, bekommt aktuell 106 Einträge angezeigt. Nicht alle beziehen sich auf das gleiche Bündnis, wohl aber die meisten: Auf das Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden“, das die dramatische Finanznot vieler Gemeinden anprangert. Der erste Bericht darüber im Waterbölles („Kommunen unverschuldet vor dem finanzpolitischen Ruin“) datiert auf den 18. Dezember 2009. Damals zogen die Stadtspitzen und Kämmerer aus 19 Städten des Ruhrgebietes und des Bergischen Landes (darunter für Remscheid Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz und Stadtkämmerin Bärbel Schütte) mit Transparenten (Foto) zum Düsseldorfer Landtag und redeten mit Landtagspräsidentin Regina van Dinther und NRW-Finanzminister Dr. Helmut Linssen Klartext: „Wir wollen, dass die Probleme endlich von der Politik richtig aufgenommen werden. Wir wollen die Kehrtwende, um aus der Schuldenfalle herauszukommen!“

Das ist bis heute nicht gelungen. Trotz vieler ähnlicher Protestaktionen (auch in Berlin) und Mahnschreiben an Landes- und Bundespolitiker. Über den jüngsten Brief der betroffenen Kommunen an die Politik berichtete der Waterbölles am 8. Juli: „Finanzschwache Kommunen brauchen Neustart“. Und einen Tag später kam Oberbürgermeister Burkhard mast-Weisz im Waterbölles in einem Video zu Wort: „Keine Lösung für Altschulden von 70 Kommunen“. Man sollte also meinen, das Finanzproblem hätte sich in den vergangenen zehn Jahren herumgesprochen und sei auch für Experten eine unstrittige Tatsache. Auch für die des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Doch was ich gestern über die jüngste IW-Studie über „Problemregionen“ in Deutschland in Erfahrung bringen konnte, bestätigte meine Vermutung: Das Bergische Land wird in der Studie überhaupt nicht genannt.

In einem Artikel über die neue IW-Studie auf der Titelseite der gestrigen Ausgabe der Westdeutschen Zeitung (WZ) bzw.… des Remscheider General-Anzeigers („Jede fünfte Region könnte den Anschluss verlieren“) steht der Satz: „Städte im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung gehören nicht zu den Krisenregionen“. Richtig wäre gewesen „zu den in der Studie genannten Krisenregionen“. Denn natürlich haben auch die Kolleginnen und Kollegen des RGA in den vergangenen zehn Jahren mehrfach über das Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden“ berichtet.

Bleibt die Frage, warum die Verfasser der Studie Remscheid, Solingen und Wuppertal nicht gesondert erwähnt haben. Ich werde sie dem Institut in Köln in  der nächsten Woche stellen.(„Kommunen unverschuldet vor dem finanzpolitischen Ruin“)

 

Unruhe unter Glassiepen-Mietern wegen neuem Besitzer

Seit dem 1. August überweisen die Mieter der rund 120 Wohnungen in „Hof Glassiepen“, Peterstraße 26, ihre Miete auf ein neues Konto. Denn der Eigentümer des 1992 - 1993 gebauten Gebäudekomplexes hat gewechselt. Auf der Internetseite der AWO Remscheid findet sich diese Information bislang nicht. Dort ist vielmehr nach wie vor die Rede von der „Wohnanlage der AWO Seniorendienste Niederrhein gGmbH“. Das kann den Eindruck erwecken, als sei die AWO nicht nur der Anbieter von Pflegediensten für die dort wohnenden Senioren, sondern auch der Vermieter der Anlage. Tatsächlich aber ist die AWO dort selbst nur Mieter. Besitzer (Vermieter) der Wohnungen war bisher die Gisela Hübeler Immobilienverwaltung, Industriestr. 23. Diese hat ihr Invest zum 1. August an die Wert-Investition Hof Glassiepen Grundbesitz GmbH veräußert. Diese Information haben die Senioren schriftlich – verbunden mit der neuen Kontonummer. Eine Mieterversammlung, auf der sie die neuen Eigentümer hätten kennenlernen können, habe es noch nicht gegeben; entsprechend groß sei die „allgemeine Verunsicherung und Unruhe“, erfuhr der Waterbölles von einer Mieterin.

Mitteilsamer als der neue Eigentümer der Anlage ist im Internet die Online-Plattform „Zinsland“ der Civum GmbH in Hamburg. Zitat: . „Aus dem Kaufpreis wurde die öffentliche Förderung abgelöst, die zehn Jahre nachwirkt und die Mieter entsprechend schützt.“ Dies lässt sich so verstehen, dass den Mietern akut kein Ungemach droht; es könnte jedoch auch genau das Gegenteil bedeuten. Das erforderte eine Rückfrage bei Zinsland/Civum. Die schnelle Antwort von Torben Jensen: „Durch den Besitzerwechsel wird sich für die Mieter für die Dauer von zehn Jahren nichts ändern.“Der folgende Satz auf der Homepage zeigt auf, wohin nach dieser Frist die Reise gehen soll „Es werden noch Renovierungsmaßnahen durchgeführt und die einzelnen Eigentumswohnungen dann verkauft.“ Mit anderen Worten: Wird eine Wohnung durch Auszug oder Tod frei, will der neue Investor sie  zu Geld machen.

Der Vertrieb der Eigentumswohnungen sei bereits angelaufen, heißt es bei „Zinsland“. Und es gibt auch schon eine eigene Internetseite für die künftigen Eigentumswohnungen, überschrieben mit „Service Wohnen Remscheid“. Das macht deutlich, dass hier gezielt die Käuferschicht der Senioren angesprochen wird. Kaufpreis einer Wohnung: ab 101.000 Euro. Bei Zinsland wird das Remscheider Objekt wie folgt beworben: „In insgesamt vier Gebäudekörpern, die um einen Innenbereich mit zahlreichen Grünflächen angeordnet sind, finden sich 124 seniorengerechte 1- bis 3-Zimmer Wohnungen. Die Gesamtmietfläche beträgt ca. 7.074 Quadratmetern. Jede der barrierearm konzipierten Wohnungen verfügt über eine Einbauküche, einen getrennten Wohn- und Schlafbereich sowie einen Kellerraum und in der Regel einen Balkon. Zudem sind alle Wohnungen mit einem Notruftelefon und einer modernen Satellitenanlage für den TV-Empfang ausgestattet. Alle Gebäude verfügen über einen Fahrstuhl, einen eigenen Gemeinschaftsraum für verschiedene Aktivitäten sowie über Abstellräume für Rollstühle und Rollatoren mit eigener Ladestation für elektronische Gehhilfen und Fortbewegungsmittel. Insgesamt stehen zehn Einzelgaragen, 15 Tiefgaragenstellplätze sowie 15 Außenstellplätze als eigene Parkmöglichkeiten zur Verfügung.“  

Bestandteil der gegenwärtigen Mietverträge ist „ein Servicevertrag mit der AWO für Basisdienstleistungen, wobei die Mieter ergänzende Leistungen individuell dazu buchen können.“ Die Frage ist aber, ob die AWO an dem Objekt mittel- und langfristig auch dann festhält, wenn aus vermieteten Wohnungen zunehmend Eigentumswohnungen geworden sind – und die jüngeren (?) Bewohner an Pflegeleistungen kein Interesse haben. Womöglich könnten sich die angebotenen Pflegedienste unter einer bestimmten Zahl von Nutzern nicht mehr rechnen. Der gegenwärtige Pachtvertrag für die Tagespflege läuft allerdings noch fünf Jahre. Und wie Normen Dorloff, der Geschäftsführer der AWO Seniorendienste Niederrhein gGmbH in Essen, auf Nachfrage bestätigte, ist der Ausbau der Tagespflege in „Hof Glassiepen“ von zwölf auf 18 Plätze geplant. Die AWO sei in fünf Jahren an einem neuen Pachtvertrag für „Hof Glassiepen“ interessiert, so Dorloff.

Der neue Besitzer von „Hof Glassiepen“, die Wert-Investition Hof Glassiepen Grundbesitz GmbH (Stammkapital 25.000 Euro) mit Sitz in Sarstedt, Käthe-Paulus-Straße 2a, neu eingetragen beim Amtsgericht Hildesheim unter dem Aktenzeichen HRB 206109 im Februar dieses Jahres, ist Teil einer aus mehreren Projektgesellschaften bestehenden Firmengruppe. „Werner Ströer gründete 1992 gemeinsam mit Heinz Gorsler die Wert-Investition GmbH, aus der im 2016 die Wert-Investition Holding GmbH entstanden ist. Bis heute hat Herr Ströer die Geschäftsführung der Holding sowie aller Projektgesellschaften, wie auch der Wert-Investition Hof Glassiepen Grundbesitz GmbH, inne und realisierte mit seinem Team bereits mehrere hundert Projekte“, heißt es dazu bei „Zinsland“. Dort werden für das so genannte Crowdinvestingprojekt noch Privatanleger gesucht, „die sich in Zeiten von Niedrigzinsen fragen, wo sie ihr Geld noch anlegen sollen“. Geboten wird für eine Geldanlage ab 500 Euro bei einer Laufzeit von zwölf bis 15 Monaten eine Verzinsung von 6,5 Prozent p.a. Von dem angestrebten Fremdkapital von zwei Millionen Euro für „Hof Glassiepen“ seien bisher 1.050.000 € erreicht, so „Zinsland“. Als Höhe der Gesamtinvestition werden zwölf Millionen Euro genannt, davon 7,5 Millionen Fremdkapital, Crowdinvest zwei Millionen, Eigenmittel/ -leistungen: 1,972 Millionen Euro, Mieteinnahmen 528.000 Euro.

6,5 Prozent Zinsen, das lässt bei der allgemeinen Zinsflaute aufhorchen. Die Lösung: Es handelt sich um Nachrangdarlehen. Und das bedeutet für jeden Anleger „das Risiko eines Totalverlustes“, wenn der Darlehensnehmer, die GmbH, in Konkurs gehen sollte. Darauf macht im Internet das „Verbraucherschutzforum“ aufmerksam. Aber daraus macht auch Zinsland.de selbst keinen Hehl und verweist auf § 12 Abs. 2 Vermögensanlagengesetz: „Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.“ Fünf der sieben Projekte, woran die Wert-Investition Holding GmbH beteiligt sei, befänden sich „immer noch ‚im Minus‘“, will das „Verbraucherforum“ herausgefunden haben.

Die Zahl der Nebenjobber in Remscheid steigt

Pressemitteilung des DGB-Stadtverbands Remscheid

Immer mehr Menschen in Remscheid üben neben ihrer Hauptbeschäftigung einen Nebenjob aus. Nach Angaben  der Agentur für Arbeit stieg die Zahl der Minijobberinnen und -jobber im Nebenjob in Remscheid von Dezember  2013 von 3.737 auf 4.407 im Dezember 2018 (+683). Das ist ein Anstieg um 15,4 Prozent. Der Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes Remscheid, Peter Lange: „Das ist ein Alarmzeichen! Wir haben in Deutschland den größten Niedriglohnsektor Westeuropas, jeder  Fünfte muss zu weniger als zehn Euro die Stunde arbeiten. Es sind vor allem die Frauen, die aufgrund von  Teilzeitbeschäftigung und Niedriglöhnen nicht über die Runden kommen. Die Menschen wollen nicht von  Zweit- und Drittjobs leben, sondern von einer sicheren, sozialversicherten und tariflich entlohnten Arbeit.“  Derzeit gibt es 11.583 Minijobberinnen und -jobber in Remscheid. 61,4 Prozent sind Frauen. 38,6  Prozent Männer. Davon haben 5.404 einen Berufsabschluss und 538 einen akademischen  Abschluss. Insgesamt sind 51,3 Prozent Fachkräfte (5.942). An der Spitze der Minijobs standen in Remscheid im Dezember 2018 folgende Tätigkeiten:

  • Reinigung                                         3.007   Beschäftigte
  • Büro und Sekretariat                        1.194   Beschäftigte
  • Verkaufsberufe                                 1.038   Beschäftigte
  • Gastronomie                                        707   Beschäftigte
  • Verkehr und Logistik                           684   Beschäftigte

In der Sozialversicherung sind Minijobs eine Besonderheit, da für die Beiträge geringfügig Beschäftigter in  die Sozialversicherung andere Regeln gelten als für regulär Beschäftigte. Das betrifft die Kranken-, Pflege-,  Renten- und Arbeitslosenversicherung. Der DGB fordert eine grundlegende Minijobreform. ,,Die Kleinst-Arbeitsverhältnisse müssen gebündelt werden  Zu Teilzeit- und Vollzeitjobs im Schutz der Sozialversicherung. Der Boom der Neben- und Minijobs zeigt, dass  sich die Arbeitgeber hier ein Schlupfloch geschaffen haben, um aus den Sozialversicherungssystemen auszusteigen.  Das aber verstärkt den Trend zu Billiglohn und Altersarmut‘‘, so Peter Lange. Nach Berechnungen des DGB  erwirbt man nach 45 Jahren in einem Minijob bei gewerblichen Arbeitgebern und Versicherungsfreiheit nur  einen Rentenanspruch von rund 164 Euro. Peter Lange: ,,Wenn 51,3 Prozent aller Minijoberinnen und -jobber Fachkräfte sind, gibt ein riesiges Potenzial um den Fachkräftemangel in bestimmten Branchen in Remscheid aufzufangen. Das wäre ein Gewinn für alle Seiten.“ (Zahlenquelle: Statistik Agentur für Arbeit, Eigene Berechnungen)

Zuerst viel Wasser von oben und dann beschaulich

Der Anfang des Sommer- und Winzerfest der Lenneper Karnevalsgesellschaft e.V. war am vergangenen Freitagabend nicht gerade vielversprechend. Denn ein Wolkenbruch ging über der Lenneper Altstadt nieder und vertrieb zahlreiche Gäste. Wer unter Regenschirmen ausharrte, habe bald  mehr Wasser in seinem Glas gehabt als Wein, wurde dem Waterbölles berichtet. Der hatte sich frühzeitig entschieden, dem Fest erst am Sonntagnachmittag einen Besuch abzustatten. Und damit lag er richtig. Gestern gegen 17 Uhr ging es auf dem Alter Markt richtig beschaulich zu. Und das Wetter hätte nicht besser sein können.

Die Klosterkirche in Lennep hat eine wechselvolle Geschichte

Die Klosterkirche in Lennep. von Johannes Kessler

Die Klosterkirche in Lennep gilt als der älteste Sakralbau Remscheids. Der Bau wurde 1677 von den Minoriten begonnen und 1696 fertiggestellt. Bezogen wurde er bereits 1681. Bei einer Renovierung Mitte der 1980er Jahre wurde die originale Bodenfensterfassung am Nordfenster der Chorapsis freigelegt. Die Sanierungsmaßnahmen erfolgten, nachdem sich der Verein Klosterkirche RS-Lennep e.V. gegründet hatte, wodurch ein Abriss verhindert werden konnte. Die Klosterkirche hat eine wechselvolle Geschichte. Sie beginnt 1641 mit der Niederlassung weniger Minoriten in Lennep. Ziel der dem Franziskanerorden angehörenden Mönche ist die Ausbreitung der katholischen Gegenreformation in der Metropole des Bergischen Landes, die sich seit Ende des 16. Jahrhunderts nahezu vollständig zum Protestantismus bekennt. Einst als "Tuchstadt" zu Wohlstand und Ansehen gekommen, ist Lennep vom Dreißigjährigem Krieg schwer gezeichnet. (Fotos: Der Bau von Kellerräumen im Hof der Klosterkirche 2011).

Fotos: Claudia Hellwig / Fritz Figge Mit Unterstützung des Landesherrn und des Kölner Erzbischofs beginnen die Minoriten 1677 mit dem Bau einer Klosteranlage auf einem noch innerhalb der Stadtmauern gelegenen Gelände, genannt Bongartshof, das sie nach langwierigen Verhandlungen mit Eigentümer und Stadt erwerben können. Spenden und Stiftungen aus der Bevölkerung stellen die Finanzierung sicher. Das Klostergebäude wird bereits 1681 bezogen, während die Fertigstellung der Klosterkirche bis 1696 dauert. Der Abt des Klosters Altenberg nimmt 1700 die Einweihung vor. Das einschiffige Bauwerk im spätgotischen Stil misst etwa 30 Meter in der Länge,11 Meter in der Breite und 13 Meter in der Höhe. Der Kirchenbau besitzt keinen eigentlichen Turm sondern lediglich einen barocken Dachreiter.

In der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts wird die Klosteranlage durch ein Lagerhaus, das Ökonomiegebäude, und den 1732 fertiggestellten Schulbau erweitert. Wie die Klosterkirche selbst überstehen sie nahezu unbeschädigt den großen Stadtbrand von 1746, der ganz Lennep in Schutt und Asche legt, und fallen erst zwei Jahrhunderte später dem Abriss zum Opfer. Die Minoriten, historische Quellen sprechen von 12 Ordensbrüdern, betreiben nun den systematischen Aufbau ihrer Gemeinde. Rege Missionsarbeit über die Grenzen Lenneps hinaus, Seelsorge und schulische Lehrtätigkeit sorgen für ein stetes Anwachsen ihrer Gemeinde. Trotz anhaltender finanzieller Sorgen erlebt das Kloster bis zur Säkularisierung seine eigentliche Blütezeit.

Dier Lenneper Klosterkirche, Foto: Lothar KaiserDie Aufhebung der kirchlichen Besitztümer zugunsten der weltlichen Fürsten im Zuge der von Napoleon erzwungenen politischen Neuordnung Deutschlands bereitet im Jahre 1803 auch dem Klosterleben in Lennep ein jähes Ende. Auf Anordnung des Landesherrn wird das Minoritenkloster aufgelöst und sein bewegliches Eigentum versteigert. 1810 erwirbt der Lenneper Kaufmann J. D. Fuhrmann den größten Teil des Grundbesitzes. Die Klosterkirche bleibt als Pfarrkirche der katholischen Gemeinde erhalten, befindet sich aber jahrelang in schlechtem baulichen Zustand. Schließlich gelingt 1831 mit Hilfe staatlicher Finanzmittel der innere Ausbau zu einer Emporkirche, um mehr Platz zu schaffen. Wegen ihres ständigen Mitgliederzuwachses und fehlender Ausdehnungsmöglichkeiten in der ehemaligen Klosteranlage ist die Gemeinde in den folgenden Jahrzehnten jedoch gezwungen, den Neubau einer Pfarrkirche an einem anderen Standort voranzutreiben. 1868 wird die Klosterkirche aufgegeben - eine Epoche geht zu Ende.

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