Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Der Musikvirtuose Rodenbusch vom Stahlfeld

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Lenneper, Ja, diesen Lenneper Herrn gab es wirklich, bei meinen Führungen zum Thema "Schräge Typen im alten Lennep" hatte ich den Musikvirtuosen Rodenbusch vom Stahlfeld immer dabei. Er wohnte um die vorletzte Jahrhundertwende "Am Stahlfeld 2" in Lennep. Bei seiner Eigenbezeichnung, nicht nur auf dieser Werbekarte, haute er immer ein wenig "auf den Putz". Im Adressverzeichnis von 1903 wurde er – seriöser – als Musiklehrer geführt. 

Wochenrückblick vom 20. bis 26. Januar 2020

Auflagen einer Bauplanung gelten für alle Bauherrn

Waterbölles-Kommentar

Wie passt das zusammen? Am Dienstag vor einer Woche berichtete Fachdienstleiter Jörg Schubert im Bauausschuss über den jüngsten Prüfbericht der Gemeindeprüfanstalt NRW. Die hatte der Stadt Remscheid attestiert, dass sie mit einer durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von 53 Tagen je Bauantrag Spitzenreiter in Nordrhein-Westfalen sei. „Ein extrem positives Ergebnis“, freute sich in der Sitzung der Technische Beigeordnete Peter Heinze.  Und zwei Tage später treten die Remscheider Architekten Harald Schlößer, Sabine Reps, Philipp Künz, Johannes Schenk, Daniel Wiedenkeller, Guido Geißler und Friedhelm Reska an die Öffentlichkeit und sprechen von weitaus längeren Wartezeiten. Sechs, sieben Monaten sollen es sein.

Das klingt sogar plausibel. Denn in der Bauaufsichtsbehörde sind wegen der Mutterschaft von zwei Mitarbeiterinnen bis Mai nur vier von sechs Planstellen besetzt. V o r der großen Sparwelle im Rathaus waren es einmal zehn. Und trotz dieser enormen Personaleinsparungen soll das Remscheider Amt die Bauanträge von Architekten landesweit am schnellsten geprüft haben? Das verwundert. Doch Peter Heinze hält daran hartnäckig fest. Und diese Wahrheit müssten auch die Architekten zur Kenntnis nehmen!

Was aber steht nun genau in dem Gemeindeprüfbericht? Der sei noch nicht für die Öffentlichkeit freigegeben, verlautete aus dem Rathaus. Dann war die Bekanntgabe der positiven Zahlen zur Bearbeitung von Bauaufträgen im Bauausschuss also ein Schnellschuss. Kann man machen, sollte angesichts des Protestes der Architekten aber um die passende Passage aus dem Bericht ergänzt werden, und zwar möglichst bald. So etwas gehört nun einmal zu einer guten Öffentlichkeitsarbeit einer Stadtverwaltung. (Aber die ist in Remscheid bekanntlich ein „weites Feld“...)

Nicht ausgeschlossen ist bis zur Veröffentlichung aller relevanten Prüfzahlen, dass sich der vermeintliche Widerspruch in den Aussagen auflöst. Denn eine durchschnittliche Bearbeitungszeit schließt keine negativen Ausreißer aus. Möglich ist also durchaus, dass manche Bauakte mehrere Monate in der Behörde lag, bis sie den beantragten Prüfstempel bekam. Je größer das Bauprojekt, desto schwieriger kann die Prüfmaterie sein.

Gerade bei Neubauten von heimischen Firmen könne die Behörde ruhig mal einen Zahn zulegen, ließen die Architekten durchblicken. Auch das sei Wirtschaftsförderung. Kann man so sehen. Aber gleich „mutige Entscheidungen“ zu Gunsten der Unternehmen zu fordern, wie geschehen, das klingt nach Klientelpolitik! Die aber sollte im Rathaus verpönt sein. Auch und gerade in der Baubehörde. Die (vielen) Auflagen, die mit einer Bauplanung verbunden sind, gelten nun einmal für alle Bauherrn. Prinzipiell und ohne Extrawürste.

Kunstrasen in Reinshagen mit Muskelhypothek der Sportler?

Über den Bau von zwei Kunstrasenplätzen in Reinshagen berichtete der Waterbölles am 14. März 2019. Weil Untersuchungen ergeben hatten, dass es keinen Kunstrasenbelag gibt, der den drei Sportarten Fußball, Hockey und American Football gleichermaßen gerecht wird und darüber hinaus einen idealen Untergrund für eine dieser Sportarten bietet, war vom Sportausschuss empfohlen worden,

  • den bisherigen Tennenplatz zum einem mit einem Granulat verfüllten Kunstrasen mit langem Flor und entsprechender Größe umzubauen nebst Linierung für den Wettkampfsport für Fußball und American Football
  • und den alten Kunstrasenplatz  mit einem ungefüllten Kunstrasen mit kurzem Flor, mit Beregnungsanlage und entsprechender Größe und Linierung für den Wettkampfsport für Hockey und Fußball zu versehen.

Gesamtkosten in Höhe von 2.038.000 Euro. „Der Sportbund Remscheid (SBR) begrüßt den Vorschlag, ebenso die betroffenen Vereine“, berichtete damals der Waterbölles. „Im Übrigen schlägt die Verwaltung eine Eigenbeteiligung der (sechs) Vereine in der bisher üblichen Form (Sportanlage Bergisch Born, Neuenhof und Bliedinghausen) vor.“ Die Verwaltung hatte sich das so gedacht: Die auf Reinshagen ansässigen Vereine der Sportarten Fußball, Hockey und American Football steuern für die beiden umzubauenden Plätzen durch Mitfinanzierung und Muskelhypothek 100.000 Euro bei. „Details zur Verteilung auf die Vereine und die genaue Form müssten mit den Nutzern noch abgesprochen werden,“ so die Verwaltung.

Danach war dann lange Zeit von beiden Seiten Funkstille. Als in der vergangenen Woche die Verwaltung eine prozentuale Kostenverteilung vorlegte entsprechend an der auf den jeweiligen Vereine entfallenden Platzbelegung, soll der Sportbund die Möglichkeit der körperlichen Eigenleistung (Muskelhypothek) bezweifelt haben. Daniela Hannemann, die Geschäftsführerin des Sportbundes Remscheid, hält die Klärung von Versicherungsfragen für notwendig, da die sechs in Reinshagen auftretenden Sportvereine keine Pächter des Geländes seien, sondern es ich um ein Grundstück der Stadt Remscheid handele. Tatsche ist: Die Vorlage wurde zurückgezogen und ein Rechtsgutachten zur Eigenleistung etc. in Auftrag gegeben. Zugleich erwartet Sportdezernent Thomas Neuhaus, dass die Sportvereine einen eigenen Vorschlag zur Kostenaufteilung vorlegen. Das lässt vermuten, dass die Bauaufträge erst vergeben werden, wenn das Projekt finanziell in trockenen Tüchern ist. Das bisherige Schneckentempo zu Grunde gelegt, könnte der Beschluss zur Auftragsvergabe einer der ersten Beschlüsse des neuen Stadtrats nach der Kommunalwahl im September werden.

Ev. Gemeinde Lennep braucht 450.000 Euro für Turmsanierung

Dr. Gerhard Wollnitz und Thomas Schmidtkamp von Lennep Offensiv e.V., denen seit Jahren die Weihnachtsbeleuchtung der evangelischen Stadtkirche in Lennep ein Anliegen ist, waren sich schnell einig: „Da muss geholfen werden!“ Denn: „Eine Turmbeleuchtung ohne Turm geht gar nicht.“ Und um den ist es schlecht bestellt! Wenn Regenwasser von außen in breite Risse ins Mauerwerk läuft, insbesondere auf den moosbewachsenen Gesimsbändern. Risse, die inzwischen schon teilweise mehrere Zentimeter breit sind! Würde dagegen nichts getan werden, verlöre der 57 Meter hohe Turm der Kirche (eingeweiht 1756) über kurz oder lang seine Standfestigkeit.

Die erste Spendenaktion hat bereits stattgefunden: Während des traditionellen Weihnachtstreffs auf dem Alten Markt standen an allen Ständen Sammelbüchsen, und Moderator Lothar Vieler, der bekannte Lenneper Stadtführer, ging persönlich mit der Sammelbüchse über den Platz und sammelte mehr als 1.300 Euro ein. Zusammen mit dem Inhalt der übrigen Büchsen waren es 1823,04 Euro, die Lennep Offensiv gestern der Kirchengemeinde für die Turmsanierung übergeben konnte.

Da bleibt noch viel zu tun, um auf eine Summe von 450.000 Euro zu kommen. So viel wird die Turmsanierung nach Angaben eines Architekten letztlich kosten. Darum soll sich nun der neue „Förderverein Evangelische Stadtkirche Remscheid-Lennep e.V.“ kümmern, der zum Jahreswechsel gegründet wurde. Vorsitzender: Gemeindemitglied Mark Benecke. Bis zum 13. März dürfte das Finanzamt die Gemeinnützigkeit anerkannt haben, passend zur dann um 18 Uhr in der Kirche beginnenden Versammlung der sieben Gründungsmitglieder und möglichst vieler hinzugekommenen Mitglieder. Von ihnen erhofft sich die Kirchengemeinde nicht nur ideelle, sondern auch und gerade finanzielle Unterstützung; ein erstes Fundraising soll 75.000 Euro erbringen. Unterstützung (50.000 Euro) kommt von der „Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland“ (Stiftung KiBa), und ein weiterer (noch nicht bewilligter) Spendenantrag ging an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Auch die evangelische Kirchengemeinde selbst wird sich an der Turmsanierung beteiligen, berichtete gestern in einer Pressekonferenz Pfarrer Joachim Pöplau. Das Geld werde man aus der „Baurücklage“ der Gemeinde entnehmen müssen. Für andere Gebäude der Gemeinde werde dann in den nächsten Jahren nicht mehr viel übrig bleiben…

Zwei wichtige Bauaufträge wurden bereits vergeben – an einen Gerüstbauer (über 30.000 Euro) und an einen Steinmetz (über 250.000 Euro). Baukirchmeister Hans-Helmut Hammes wünscht sich eine zügige Sanierung des Turmes, um weitere Schäden zu verhindern. „Vielleicht werden die Handwerker im Herbst schon fertig!“ Da dürfte der neue Förderverein wohl mit Fundraising noch länger zu tun haben. Merke: In den vergangenen zehn Jahren erforderten Sanierungsarbeiten an der heute 264 Jahre alten Kirche (u. a. für Außenputz und neue Kirchenfenster) Ausgaben von fast einer Million Euro.

Team des Reparatur-Cafés gab Spenden gerne weiter

Über 1000 Euro in bar bzw.in Sachspenden konnte sich gestern das Diakonische Werk freuen. 500 Euro waren für die Aktion „Fit Kids“ unter dem Dach der Suchtberatung bestimmt, und 500 Euro in Form eines Stausaugers, einer Kabeltrommel, eines Trennschleifers, eines Trennschleifers und anderer elektrischer Werkzeuge, die Handwerkern die Arbeit erleichtern,  bekam das Werkstatt-Atelier „Jobfit Plus“ in der früheren Friedhofsgärtnerei Vetter an der Kirchhofstraße. Das Geld hatte sich im vergangenen Jahr als Spenden zufriedener Remscheider/innen, denen im Reparatur-Café am Markt hatte geholfen werden können, in einer Spendendose angesammelt. Und zum Jahreswechsel hatte das ehrenamtliche Team dieser segensreichen Einrichtung sich darauf verständigt, wer es erhalten sollte.

Melanie Clemens von der Suchtberatung der Diakonie: „Wir setzen die Spende ein für Kinder und Jugendliche, deren Eltern Suchtprobleme haben. Indem sie bei uns oder in einem Jugendzentrum, was wir vermitteln, ein größeres Selbstwertgefühl entwickelt, kann vielleicht verhindert werden, dass sie selbst eines Tages süchtig werden!“ So wie etwa 30 Prozent aller Kinder suchtkranker Eltern, wie die Statistik sagt. Mittlerweile kommt in Deutschland schon jedes sechste Kind aus einer Familie mit Suchtproblemen, weiß Melanie Clemens. Darauf will sie am 13. Februar, dem „Nationalen Tag der Kinder aus suchtbelasteten Familien“ im Rathaus mit einer gesonderten Kunstaktion aufmerksam machen, für die sie die Remscheider Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck gewonnen hat. Das „Jedes sechs Kind…!“ soll dabei im Rathaus unübersehbar werden.  „All diese Kinder sind von der Sucht ihrer Eltern am meisten betroffen, auch ohne selbst süchtig zu sein!“

Die ehrenamtlichen Helfer des Reparatur-Cafés wissen die Spenden ihrer Kunden in beiden Einrichtungen gut angebracht – und hoffen darauf, dass sich auch in diesem Jahr die Spendenbox wieder füllt. Der große Andrang, der gestern im Nebenraum des Faßbendersaals herrschte, wo an zusammengestellten Tischen Besitzer von technischen Geräten mit kleineren oder größeren Macken auf Hilfe der pensionierten Experten hofften, lässt in zwölf Monaten eine weitere Spendenübergabe erwarten.

Übrigens: Die Reparatur-Cafés in Deutschland sind mittlerweile miteinander vernetzt und tauschen Gebrauchs- und Reparaturenanleitungen aus. Das vergrößert die Erfolgsquote und sicher auch die Dankbarkeit derjenigen, denen technisch geholfen werden konnte.

Teilsanierung des Freibades auf Kosten der Stadt

Stadt hofft auf rund 13 Millionen Euro vom Land NRW“, berichtete der Waterbölles am18. November 2019. Zur damaligen Sitzung des Sportausschusses hatte die Verwaltung auf der Grundlage der Machbarkeitsstudie vom 27. August 2018 die Gesamtkosten der notwendigen Sanierung des Freibades Eschbachtal mit 14.418.000 Euro beziffert. Für einen Förderantrag beim Land NRW im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Investitionspakt soziale Integration im Quartier“ sah die Stadt damals gute Chancen.

Doch es kam anders: Der Regionalrat beim Düsseldorfer Regierungspräsidenten habe den Förderantrag der Stadt als nicht förderungsfähig eingestuft, hieß es am 16. Januar in einem Waterbölles-Kommentar der Ratsgruppe der W.i.R. Das hat die Verwaltung inzwischen in einer schriftlichen Mitteilung zur heutigen Sitzung des Sportausschusses bestätigt. Zitat: „Der Strukturausschuss des Regionalrates hat in seiner Sitzung vom 20.12.2019 das Freibad Eschbachtal in die Förderpriorität C (keine bewilligungsreifen, nicht kurzfristig zu qualifizierenden Unterlagen, nicht förderfähig) eingestuft. (…) Als kritisch wurde eine fehlende exakte Kostenermittlung gesehen.“

Die Machbarkeitsstudie aus 2018 sei zwar vom beauftragten Architekturbüro mit Kostenberechnungen versehen worden, und sei habe auch eine überschlägige Prüfung durch das Gebäudemanagement gegeben, doch das erschien der Bezirksregierung zu unpräzise. „Der entscheidende Punkt ist allerdings die hohe Antragssumme von 14,4 Millionen €“, teilt die Verwaltung weiter mit. „Diese war das ausschlaggebende Kriterium zur Ablehnung des Antrags.“

Am Geburtstag begann das Software-Chaos

Waterbölles-Zwischenruf

Das ist mir noch nie passiert: Habe doch glatt am 19. Januar den 14. „Geburtstag“ des Waterbölles vergessen. Leider hatte ich dafür einen verständlichen Grund: Beim Update von Windows 7 auf Windows 10 waren mir außer der Betriebssoftware alle anderen Anwendungen „abhandengekommen“, also WORD, Video-Schnittsoftware, Quicken (für die Bankverbindung), FTP-Transfer, E-Mail-Programm und was sich sonst noch alles im Laufe von fünf Jahren auf dem Laptop angesammelt hatte.  Das alles wieder aufzurüsten, hat, mich die letzten drei Tage in Atem gehalten, und noch ist kein Ende abzusehen.

Kurios und lästig zugleich ist zurzeit der folgende Fehler: Liegt der Laptop auf der Dockingstation, die mit Netzwerk, Router, Internet und Drucker verbunden ist, und muss aus welchem Grunde auch immer neu gestartet werden, erscheint statt des Login-Fenstern ein schwarzer Bildschirm, darauf in weißer Schrift „Boot filename received, Exiting Intel Boot Agent“. Nehme ich dann den Laptop von der Station und starte ihn neu, läuft alles normal ab. Um die Peripheriegeräte dann wieder nutzen zu können, muss ich den Laptop wieder auf die Station legen. Ein ärgerliches Hin und Her. Die Support-Software „Restoro“, von der ich mir eine Lösung versprach, hat den PC zwar durchgearbeitet und danach gemeldet, nun sei alles wieder in Ordnung. Aber nach einem Neustart – siehe oben!

Gespräche mit den Hausbesitzern beginnen im Februar

Seit 2018 sind in Bochum die Stadtplaner und Architekten Yasemin Utku und Stephan Gudewer die Gesellschafter des Büros „STADTGUUT“. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen, wie es auf ihrer Homepage heißt, „in den Bereichen Städtebau und Stadtentwicklung, Städtebauliche Denkmalpflege und Stadtgestaltung, Stadterneuerung und in der Stadtforschung (...) bei Aufgabenstellungen an der Schnittstelle von Architektur und Stadtplanung.“ Das gewährleiste eine bedarfsgerechte fachübergreifende Bearbeitung für öffentliche und private Auftraggeber gewährleistet „eine bedarfsgerechte fachübergreifende Bearbeitung für öffentliche und private Auftraggeber“. Dazu gehört jetzt auch die Stadt Remscheid.  „STADTGUUT“ wurde mit „vorbereitenden Untersuchungen und dem Rahmenplan Innenstadt“ beauftragt, soll sich – im Zusammenhang mit dem vom Rat beschlossenen „Sanierungsgebiet Alleestraße“ – beispielsweise die Häuser entlang der Fußgängerzone näher ansehen – die Leerstände, die Nutzungsarten, ihre Erschließung, mögliche künftige Verwendungswecke und den baulichen Zustand. Bei der Bürgeranhörung am 14. September im früheren Schuhhaus Deichmann, Alleestraße 34,hatte frühere Schuhhaus Deichmann, Alleestraße 34, hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an die Hausbesitzer appellierte, die Chancen des Sanierungsgebietes zu nutzen, „hier etwas Schönes zu gestalten!“ Und er hatte eingeräumt: „Ja, dem einen oder anderen Gebäude sieht man die letzten 18 Jahren des Niedergangs an; da schlägt man die Augen nieder!“

Aus der Sicht der Städteplaner wäre es ein Idealfall, wenn sich bei der Untersuchung des Sanierungsgebietes herausstellen würden , dass gerade an den Stellen zwischen Friedrich-Ebert-Platz und Alleestraße Häuser stehen, die einen so hohen Sanierungsbedarf haben, dass ein Ankauf durch die Stadt und der anschließende Abriss zugunsten einer oder mehrerer neuer Querverbindungen für Fußgänger die wirtschaftlichere Lösung wäre. Auf die Suche danach werden sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Büros „STADTGUUT“ in nächster Zeit begeben – und dabei auch Gespräche mit den Hausbesitzern führen.

Inzwischen kann man bereits von einem Netzwerk aus Architekten und Stadtplanern reden, das sich um Remscheid Zukunft kümmert. Seit Jahren in Remscheid unterwegs ist das Planungsbüro Stadt+Handel Beckmann und Föhrer Stadtplaner PartGmbH (Stadt+Handel) mit Sitz in Dortmund. Es verfasste für die Stadt Remscheid vor einigen Jahren ein neues Einzelhandelskonzept und legte später zum geplanten DOC eine Verträglichkeitsanalyse vor. Hinzu kommen die SAL Landschaftsarchitektur GmbH und das Ingenieurbüro Lindschulte, beide aus Münster. Diese haben von der Stadt den Auftrag erhalten, insgesamt sechs Remscheider Innenstadtstraßen zu überplanen, alles Maßnahmen aus dem vom Rat der Stadt beschlossenen Revitalisierungskonzept für die Remscheider Innenstadt (von dem das künftige Sanierungsgebiet nur ein Teil ist).

Kurios fand es am Donnerstag im Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr Jens Peter Nettekoven (CDU), dass sich der Landschaftsarchitekt Stefan Bracht von der SAL mit der Neugestaltung des Fastenrathstraße (Foto) in dem dortigen Taxistand befasst, er die „Zange“ wenige Meter unterhalb auf der Alleestraße aber nicht unter die Lupe nehmen darf. Nettekoven: „Das kommt mir vor wie ein Patient, um den sich gleich drei verschiedene Ärzte kümmern!“ Für den Technischen Beigeordneten Peter Heinze nichts Verwunderliches: „Spezialisten in unterschiedlichen Fachgebieten gibt es nicht nur in der Medizin, sondern auch im Bauwesen!“ Dazu passt der folgende Satz auf der Internetseite von „STADTGUUT“, man bewege sich „in einem interdisziplinären Netzwerk“.

Die „Zange“ gehört zum Sanierungsgebiet, um das sich die „STADTGUUT“ GmbH kümmert. Die Ausgangslage: „Städtebauliche, immobilienwirtschaftliche und soziale Herausforderungen in der Remscheider Innenstadt. Zunehmende Leerstände, Defizite in der Bausubstanz, weiterhin zunehmende Funktionsverluste entlang der Alleestraße“, wie es Stephan Gudewer am Donnerstag im Entwicklungsausschuss darstellte. Ziel sei ein „Gesamtkonzept zur dauerhaften Stabilisierung und zukunftsfähigen Weiterentwicklung der Remscheider Innenstadt“.

Folgende Schritte sind vorgesehen:

  1. Datenerhebung
  2. Analyse und Auswertung
  3. Strukturkonzept
  4. Rahmenplan
  5. Maßnahmenplanung
  6. Kosten- und Finanzierungsübersicht
  7. Umsetzungsstrategie
  8. Beteiligung und Kommunikation
  9. Beratung

Zur inzwischen angelaufenen Datenerhebung gehört die Auswertung und Aufbereitung städtischer Studien, Untersuchungen und Materialien (Revitalisierungskonzept, Einzelhandelskonzept, Mobilitätsstrategie, ISG Alleestraße) sowie die Festlegung der erforderlichen ergänzenden Erhebungen und Aktualisierungen im Abgleich mit §141 BauGB. Der Entwurf des Rahmenplan soll der Öffentlichkeit in einer „Öffentlichen Werkstatt“ im Juni vorgestellt werden, ebenso später (im November?) der Entwurf der Sanierungssatzung. Zur fortlaufenden Einbindung der Öffentlichkeit soll (im März) auch ein halbtägiger Workshop mit Verwaltung und lokalen Akteuren gehören. Ab Februar sind eine schriftliche Eigentümerbefragung und Einzelgespräche mit „Schlüsselakteuren“ vorgesehen.

 

Kinobesucher scheuen vor Vandalen zurück

„Vandalismus im P&R-Gebäude am Hauptbahnhof“, überschrieb der Waterbölles am 24. Dezember eine Pressemitteilung der Stadt Remscheid. In dem Parkhaus hatten Unbekannte mehrere Türen des Treppenhauses und des Aufzugs eingeschlagen und schwer beschädigt. In der 13. Etage bestand sogar die Gefahr eines Absturzes in den Aufzugsschacht. Zur Sitzung des Ausschusses für Bauen, Gebäudemanagement, Liegenschaften und Denkmalpflege am Dienstag hatte daraufhin die SPD-Fraktion den Antrag gestellt, die Verwaltung möge ihre Überlegungen für eine noch weitergehende Vandalismusprävention im P+R-Parkhaus am Remscheider Hauptbahnhof in der nächsten Sitzung des Gremiums vorstellen. An einer Videoüberwachung gehe wohl kein Weg vorbei.

Dem stimmte für die CDU Rosemarie Stippekohl  mit Hinweis auf den „Vandalismus in der übelsten Form“ (der Technische Beigeordnete Peter Heinze) vor Weihnachten zu: „Da bleibt uns gar nichts anderes übrig angesichts von Menschen, die noch weniger im Hirn haben als Stroh“. Und Bezirksbürgermeister Otto Mähler ergänzte, die Investition in eine Videoüberwachung sei durch die bisherigen Schäden bzw. die Kosten für deren Beseitigung gerechtfertigt.  Jürgen Kucharczyk (SPD): „Jetzt ist Ende Gelände; da muss etwas passieren!“ Allerdings sei eine Videoüberwachung nicht wirkungsvoll, wenn das Videosignal auch rund um die Uhr unter Beobachtung bleibe.

Ralf Wieber (CDU) verwies auf die Unternehmen im Umfeld des Hauptbahnhofs: „Die haben auch ein großes Interesse am mehr Sicherheit!“ Als Beispiel nannte er Jörg Bender, Geschäftsführer des Cinestar-Kinos: „Herr Bender hat mir berichtete, gerade ältere Menschen würden sich nicht mehr ins Parkhaus trauen; ihm seien deshalb schon Kinobesucher weggeblieben!“

Unfallflucht: Polizei sucht schwarzen Pickup

Am vergangenen Samstag gegen 16:05 Uhr fuhr eine 31-Jährige mit ihrem VW auf der Freiheitstraße. Als sie den Fahrstreifen wechselt, kam es zum Zusammenstoß mit einem bislang unbekannten Fahrzeug. Die Frau zog sich dabei eine leichte Verletzung zu. Ihr 38-jähriger Beifahrer blieb unverletzt. Bei dem flüchtigen Fahrzeug soll es sich um einen schwarzen Pickup-Transporter handeln. Am Fahrzeug der 31-Jährigen entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 1000 Euro. Die Polizei bittet Zeugen, sich unter der Rufnummer 0202/284-0 zu melden. (aus dem Polizeibericht)

'Aufrichtigkeit, Mut, Klarheit – das sind Ihre Stärken!'

„Remscheid ist eine Stadt, auf die ihre Einwohnerinnen und Einwohner zu Recht stolz sein können! Remscheid ist eine Stadt, für die es sich lohnt sich zu engagieren. Das machen viele hundert Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Hierfür sind wir als Remscheider SPD dankbar.“ Mit diesem Vorwort zeichnet die Remscheider SPD seit 2015 Bürgerinnen und Bürger aus, die sich um unsere Heimatstadt verdient gemacht haben. Die erste Preisträgerin war damals ehemalige Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Sie war gestern beim Neujahrsempfang ihrer Partei im Saal des Neuen Lindenhofs unter den Gästen, als Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz die Laudatio auf die diesjährige Preisträgerin hielt: die 97 Jahre alte Berlinerin Ursula Durach, die seit 1947 in Remscheid lebt. Der zweite Preisträger ist 100 Jahre alt und ein gebürtiger Remscheider: Siegmund Freund. Er hatte 1936 nach dem „Einjährigen“ die früheren Staatlichen Realgymnasium (heute EMA) verlassen müssen, weil er Jude ist. Er überlebte die KZ von Sachsenhausen und Ausschmitz und lebt heute in Frankfurt. Dort will ihm die SPD ihren Preis übergeben. Im Dezember 2010 kam er nach Remscheid, als vor der EMA ein Denkmal für die ehemaligen jüdischen Schüler enthüllt wurde. 2006 hatte ihm die Schule das Ehrenabitur verliehen.

Seine ganze Familie sei ein Fan von Ursula Durach, bekannte der OB in seiner Laudatio. „Vorneweg meine Tochter Lisa. Ich möchte das erklären. Im Wahlkampf 2014 kandidierte erstmals die Partei Pro Deutschland, eine Partei, die wir mittlerweile leider auch im Rat haben und die sich fast ausschließlich durch Hetze, Provokation und Diskriminierung hervortut. Bei einer Wahlkampfveranstaltung dieser Partei waren Sie, liebe Frau Durach, sehr mutig und sind auf die Akteure zugegangen. Sie waren empört, Sie haben die Redner konfrontiert. Sie haben ihnen gesagt, dass sie keine Ahnung von der nationalsozialistischen Zeit hätten. Sie haben denen erzählt, dass Sie diese Zeit miterleben mussten.“ Tochter Lisa sei von der Aufrichtigkeit und dem Mut von Ursula Durach tief beeindruckt gewesen. „Aufrichtigkeit, Mut, Klarheit, das sind Stärken, die Sie auszeichnen und die heute in der Politik ein rares Gut geworden sind.“ Seit einer gefühlten Ewigkeit ist die agile Seniorin politisch aktiv in der FDP. Burkhard Mast-Weisz konkretisierte das: „Es ist vor allem die FDP von Gerhart Baum, Burkhard Hirsch und Annegret Hamm-Brücher, den großen liberalen Köpfen, die Sie geprägt hat.“

1945 kam Ursula Durach von Berlin ins Bergische. In Berlin hatte sie die Gräuel des Faschismus, die Verfolgung von jüdischen Freunden erlebt. Seit 1947 lebt sie nun in Remscheid. Der OB: „Unsere Stadt ist Ihnen ans Herz gewachsen. Sie haben 1947 geheiratet, um ein Zimmer zu bekommen. Das war in der Zeit nach dem Krieg nichts Außergewöhnliches.“ Auch heute noch genieße Ursula Durach die kulturelle Vielfalt in unserer Stadt, fuhr der Oberbürgermeister fort. Und auch heute noch besuche sie regelmäßig politische Veranstaltungen, diskutiere mit, vermittele Erfahrungen. „Nicht drängend, sondern als Angebot, immer sympathisch!“ Politik liege ihr nun mal am Herzen, vor allem die Bildungspolitik: „Investition in Bildung ist und bleibt Ihre politische Forderung. Im Sozialausschuss haben Sie fünf Vorsitzende erlebt. Man kann sagen, die Vorsitzenden kommen und gehen, Ursula Durach bleibt!“

Wichtig sei ihr auch das Miteinander aller Menschen in unserer Stadt, das der hier geborenen und der Zugewanderten. „Respekt vor der anderen Kultur, dem anderen Glauben, der anderen Herkunft, dass zeichnet Sie aus. Sie geben mit Ihrer Haltung und Ihrem Handeln denjenigen eine klare Antwort, ein klares Nein, deren politische Inhalte aus Hetze, Diskriminierung, Ablehnung und Ausgrenzung bestehen Sie sind ein politisches und ein menschliches Vorbild. Sie dafür auszuzeichnen ist nicht nur sehr angemessen, sondern für uns alle eine Ehre!“

Ursula Durach dankte nach langanhaltendem Beifall gerührt für die Ehrung und warnte vor der Verharmlosung von Rechtsradikalismus. "Dem müssen wir widerstehen!" Und sie verriet, dass zuhause auf ihrem Schreibtisch steht  ein Schild mit dem Spruch "Lieber ein Licht anzünden als über die Finsternis klagen!"