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Schäden auf dem Dach sucht künftig eine Drohne

Im Dachdeckerbetrieb von Andreas Radke, Honsberger Straße 3, hat eine kleines, ferngelenktes Fluggerät, eine so genannte Drohne, bestückt mit einer (Video-)Kamera, so manche Suche in luftiger Höhe nach Schäden an Dachziegeln und Regenrinnen übernommen, die für den Handwerksmeister und seine Mitarbeiter bisher zeitweise recht mühselig war. „Die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen im Dachdecker-Handwerk“ war das Thema eines Fachabends, zu dem Radke am Mittwochabend auch Wilhelm Mertens, den Obermeister der Dachdecker-Innung Remscheid – sie ist die berufsständische Interessenvertretung für die  örtlichen Meisterbetriebe –, Lehrlingswart Dirk Matera und Fred Schulz begrüßen konnte, den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Auf dem großen Hof des Betriebes ließen sich die Gäste von Andreas Radke, stellv. Oermeister, die (kinderleicht wirkenden) Bedienung der wendigen Fliegers vorführen. Der kehrt mit nur einem Knopfdruck sogar automatisch an die Stelle zurück, von der aus er gestartet ist.

Dachdeckern fehlen Nachwuchs und Ersatzteile

Die Gelegenheit einer Drohnen-Vorführung im Dachdeckerbetrieb von Andreas Radke, Honsberger Straße 3, nahm der Waterbölles am Mittwochabend wahr, um mit Wilhelm Mertens, dem Obermeister der Dachdecker-Innung Remscheid, über aktuelle Probleme des Dachdeckerhandwerks zu sprechen, mit denen es in ähnlicher Weise auch die übrigen 24 Remscheider Innungsbetriebe zu tun haben. Dazu zählt die schwierige Suche nach guten Nachwuchskräften und die allgemeine Kostenexplosion. Die macht sich vielfältig  bemerkbar:

Dachdecker legen nicht nur Ziegel aufs Dach: Sie installieren Solaranlagen in Dach- und Wandflächen, sie dichten Flachdächer unter Anwendung neuester Abdichtungstechniken ab und legen Dachbegrünungen an, führen Abdichtungen von Balkonen, Terrassen und im Keller aus und gestalten Außenwände von Gebäuden mit vorgehängten Fassadenbekleidungen. Dachdecker unterstützen Hausbesitzer bei der energetischen Gebäudesanierung und informieren auch über Fördermittel. Technische Neuerungen wie der Einsatz von Drohnen oder die digitale Modellierung von Gebäudedaten werden künftig den Beruf des Dachdeckers mehr und mehr bestimmen.

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Ein Ziel: Neue Postkarten vom Honsberg in alle Welt

Am Projekt „Experiment Raum“ der Art-Gallery „Ins Blaue“ auf dem Honsberg beteiligte sich die Fotografin und Videokünstlerin Beate Gördes aus Köln mit Projektionen auf Hauswänden. Wie Menschen ihr direktes Umfeld sehen – seine schönen, aber auch seine hässlichen Seiten – interessiert sie schon lange. Für „Hier in Niehl – Besondere Orte, früher und heute“ erhielt sie den „Kinderkulturpreis“ im Rahmen des Jugend.Kultur.Preises NRW 2018 beim „See You“-Festival in Neuss. Und heute kommt sie auf den Honsberg zurück, um in den nächsten Tagen gemeinsam mit der Kölner Literatin Adrienne Brehmer und mit „Ins Blaue“ das Projekt „HIER_ am_Honsberg“ zu realisieren, finanziell gefördert vom „Heimat-Scheck NRW“, einer Initiative des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes.

Die beiden Kölnerinnen wollen in den nächsten Tagen den Stadtteil gemeinsam mit AnwohnerInnen künstlerisch und interaktiv neu entdecken. Mit Fotoapparat, Handykamera, Notizbücher und verschiedenen Requisiten möchten sie Bild- und Textmotive für eine Postkartenedition entwickeln.  In Szene gesetzt werden sollen Lieblingsplätze, Erinnerungsorte, Alltagswege und Neuentdeckungen, aber auch der Anwohner / die Anwohnerin selbst mit seinen / ihren individuellen Sichtweisen über das Viertel, wenn sie mögen. Mal mit Ernst und Tiefgang, mal vielleicht auch lustig-verrückt.

“Das wird sich mal so und mal so entwickeln“, sagte Beate Gördes gestern bei einem ersten Kennenlern-Treffen mit Anwohnerinnern und Anwohnern im neuen, noch unfertigen „Nachbarschaftswohnzimmer“ der Art-Gallery im Haus Siemensstraße 23. Fest steht bislang, dass es neben zahlreichen neuen Postkarten vom Honsberg stets eine Kombination von Fotografie und Text, an gleicher Stelle am 29. Oktober auch eine Abschlusspräsentation von “HIER_am_Honsberg“, geben wird als Beitrag der Kölnerinnen / der Art-Gallery „Ins Blaue“ zur Remscheider Nacht der Kultur. Wer Lust hat, in das Projekt noch kurzfristig mit eigenen Ideen / Meinungsäußerungen einzusteigen, ist von Kaja Wickert dazu herzlich eingeladen (E-Mail: gemeinsam@ins-blaue.net">gemeinsam@ins-blaue.net).

Mit dabei war gestern schon Martin Korb. Der pensionierte evangelische Pfarrer, dessen Stelle auf dem Honsberg von der Kirchengemeinde nicht wieder besetzt wurde, verspricht für Beate Gördes und Adrienne Brehmer eine wahre Fundgrube an Geschichten über den Honsberg zu werden. Ein Stadtteil, in dem es einst 13 Kneipen gab, die allesamt gut florierten. Korb: „Früher war der Honsberg das Viertel der armen Leute, um das die Bürger einen Bogen machten. Dann galt er als Kommunisten-Hochburg mit der Besonderheit während der Nazi-Zeit, dass die Mitglieder des CVJM und der Bekennenden Kirche sich dort immer gerne trafen, weil sie dann von den Kommunisten vor den Nazi-Schlägern beschützt wurden. Später wurde aus ‚Klein-Moskau‘ ‚Klein-Istanbul‘. Und jetzt wird daraus ein Künstler-Viertel!“

Rainer Frantzen: „Wir wurden regelrecht überrannt!“

Stachelhauser Kornbranntwein ist Geschichte“, berichtete der Waterbölles am 18. Mai. Im Video hatten Dr. Rainer Frantzen, bisher Geschäftsführer der traditionsreichen Brennerei Gebr. Frantzen GmbH & Co. KG, Alte Freiheitstraße 24, und die beiden Projektentwickler Stefan Fellhölter und Nikas Schwolle dem Waterbölles mitgeteilt, dass die traditionsreiche Destille an die Unternehmensgruppe „Mayestate“ in Beckum verkauft worden ist.. Gleich neben dem neuen Quartiersplatz von Stachelhausen sind acht Servicewohnungen (Betreutes Wohnen) sowie eine Verbund-Pflegeeinrichtung mit 60 vollstationären Plätzen, einer solitären Kurzzeitpflegeeinrichtung mit 14 Plätzen, einer Demenz-Wohngemeinschaft und einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit jeweils zwölf Plätzen geplant. Ein Projekt im Umfang von 30 Millionen Euro.
Dass in der 199 Jahre alten Brennerei Trödel auf Käufer warte, eine Vielzahl von alten Brennerei-Utensilien, verriet Frantzen am 25. August. Und lud für Montag, 3. Oktober, ab 11 Uhr zum Stöbern in die Brennerei ein. Im Angebot: Ölgemälde, Kerzenleuchter für Tisch und Decke, eine Rechenmaschine aus den 1950er Jahren, große Holzfässer und etwa 80 gläserne Kornflaschen. „Die waren besonders gefragt“, sagte er am Montag um 15 Uhr; da war der große Ansturm schon vorbei. „Man hat uns um 11 Uhr regelrecht überrannt. Einige warteten schon um 10 Uhr darauf,  dass geöffnet wurde!“

Honsberger Bäckerei diente 20 Jahre lang als Moschee

„Es-Selamu-Aleykum - Friede sei mit euch!“, begrüßte gestern Nachmittag Bayram Söylemez, Vorstandsmitglied der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş Remscheid e.V., zusammen mit dem Imam Dönmez und dem Vereinsvorsitzenden Cenap Aydin in der großen Moschee an der Neuenkamper Straße zahlreiche Remscheider Nicht-Muslime zum „Tag der Offenen Moschee“ (TOM). Auch im Namen der übrigen neun Moschee-Vereine in der Stadt. Denn sie alle hatten vor einigen Jahren vereinbart, diesen Tag, der seit 1997 in mehr als 1.000 Moscheen in Deutschland begangen wird, nicht länger getrennt voneinander zu organisieren, sondern gemeinsam. Das hatte 2017 bei DITIB an der Stachelhauser Straße begonnen. 2018 war die ATIB an der Industriestraße der Gastgeber, 2019 die Türkischer Föderation Remscheid an der Freiheitstraße, und 2020 wäre die IGMG an der Reihe gewesen. Doch in jenem und dem folgenden Jahr musste der TOM wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Umso intensiver hatte sich die IGMG als Gastgeber auf diesen Tag vorbereitet. Und Bayram Söylemez („Ich bin seit 1978 Remscheider und auf dem Honsberg aufgewachsen!“) freute sich sehr, unter den Gästen auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, die evangelische Superintendentin Antje Menn, die Vorsitzende des städtischen Integrationsrates, Erden Ankay-Nachtwein, und den SPD-Bundestagsabgeordneten Ingo Schäfer begrüßen zu können: „Es ist eine besondere Gelegenheit, die Moschee und damit den Islam und die Muslime als Nachbarn näher kennenzulernen, voneinander zu lernen, Vorstellungen übereinander geradezurücken und damit auch Vorurteile abzubauen sowie religiöse und kulturelle Vielfalt wertzuschätzen“, betonte Söylemez und wünschte allen Teilnehmern „Hoffnung, Kraft und Zuversicht für das Miteinander in der Gesellschaft.“

Der Oberbürgermeister griff das später in seiner Rede auf. „Der Islam ist in Deutschland zu Hause; der Islam gehört zu unserer Stadt!“ Und der habe sich sehr verändert – „weg von den Hinterhof-Moscheen!“ Damit war auch die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş gemeint. Sie wurde 1992 in einer ehemalige Bäckerei im Haus Honsberger Str. 73 gegründet. Söylemez: „Die Räume waren so klein, dass wir genau planen mussten, wer sie wann nutzen durfte - und das ganze 20 Jahre lang, bis es der Gemeinde dann endlich gelang, dieses Gebäude hier zu kaufen. Das war im Jahr 2012.“ Heute zählt der Moschee-Verein 481 Mitglieder (180 Männer, 173 Frauen, 73 Mädchen und 55 Jungen).

Drei Jahre dauerte es, bis die frühere Metallfabrik komplett umgebaut und kernsaniert saniert war, „nach zigtausend Stunden an Eigenleistung unserer handwerklich geschickten Mitglieder! Und finanziert ohne jegliches Fremdkapital von unseren Gemeindemitgliedern durch Spenden, höhere Mitgliedsbeiträge,  Wohltätigkeits-Veranstaltungen, Versteigerungen, Konzerte etc. (…) Der Verein steht schuldenfrei da, Gott sei Dank!“

Die zehn Remscheider Moscheen

  • DITIB Merkez Moschee Remscheid, Stachelhauser Straße
  • Türkische Föderation Remscheid, Freiheitstraße
  • Türkischer Kulturverein ATIB, der Industriestraße
  • Remscheider Bildungs- und Kulturverein, Kremenholler Straße
  • Marokkanische Moschee, Bismarckstraße
  • Buhara Kultur Zentrum, Waldstraße
  • Türkischer Kulturverein Nizami-Alem, Bismarckstraße
  • Bosnisch-Albanische Moschee, Karlstraße
  • Kocatepe Moschee, Klausener Straße
  • Islamische Gemeinschaft Milli Görüş e.V., Neuenkamper Straße.

Eine Leistung, die ein paar Zahlen verdeutlichen können: 2000m² Grundstück, 1350 m² Nutzfläche auf drei Etagen, darunter zwei Gebetsräume (180m² im 1. Obergeschoss für die Männer und 70 m² im 2. Obergeschoss für die Frauen), eine Cafeteria, eine industrielle Großküche und ein 250 m² großer Veranstaltungsraum im Erdgeschoss. Das alles barrierefrei und behindertengerecht (Aufzug für acht Personen), bestückt komplett mit sparsamen LED und fußbodenbeheizt mittels Luft-Wärmepumpe-Technik. Hinzu kam in diesem Jahr eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.

In diesem Jahr stand der „Tag der Offenen Moschee“ unter dem Motto „Knappe Ressourcen - große Verantwortung“, um das Bewusstsein für ein nachhaltiges und klimagerechtes Leben zu wecken oder zu verstärken. Bayram Söylemez: „Denn Moscheen sind nicht nur Gebetsstätten, sondern auch Orte der Bildung, Begegnung und Sensibilisierung.“ Und deshalb haben mehrere Moschee-Gemeinden mit der Stadt Energie-Beratungen für ihre Mitglieder vereinbart – „wie man die Energieverbrauch senken kann, welche staatlichen Unterstützungen es gibt und wie effizient eine Photovoltaik-Anlage, eine Luftwärme- oder Erdwärme-Pumpe sein kann“.

Wochenrückblick vom 26. September bis 2. Oktober

Er kümmert sich um leerstehende Ladenlokale

In einer Pressekonferenz stellten Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, der Technische Beigeordnete Peter Heinze und Christina Kutschaty, die Leiterin des Fachdienstes Stadtentwicklung, Verkehrs- und Bauleitplanung, den Medienvertretern gestern David R. Froessler als den künftigen Zukunftsmanager der Stadt vor. Der 64-jährige selbständige Raumplaner(Büro „urbano“) aus Düsseldorf soll sich der schwerpunktmäßig in Lennep in der Altstadt und an der Kölner Straße um die Reaktivierung von leerstehenden Ladenlokalen kümmern. Aber auch an der Alleestraße solle er Vermietern von Läden und potenziellen Mietern als Berater zur Verfügung stehen. In Remscheid ist Froessler kein Unbekannter. Er war an der Planung des neuen Lindenhofs beteiligt und trat bei einer Bürgersammlung im Schulzentrug Hackenberg zum DOC als Moderator auf. In Lennep soll er nun ein Büro bekommen. „Da warte ich aber nicht, bis jemand kommt, sondern ich werde unterwegs sein und die Geschäftsleute selbst ansprechend!“,  sagte er gestern.

Von Rassismus Betroffene zur Mitarbeit eingeladen

Einstimmig bei zwei Enthaltungen stimmte der Rat der Stadt am 18. November 2021 der umfangreichen Beschlussvorlage „Für Demokratie und Vielfalt in Remscheid“ zu. Darin bekennt sich der Rat der Stadt Remscheid dazu, „jeglichen Formen von Antisemitismus, Rassismus, Antiziganismus, antimuslimischen Rassismus, weiterer gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Diskriminierung entschieden entgegen zu treten.“ Der Beschluss sieht die Einsetzung einer Lenkungsgruppe vor, die aus dem Oberbürgermeister, der Bürgermeisterin und den Bürgermeistern, Vertreterinnen sowie Vertretern aus Sport, Polizei, Feuerwehren, Kultur, Jugendhilfe, Schule sowie Wohlfahrts-, Hilfs- und Katastrophenschutz-Organisationen u. ä. bestehen soll „mit dem Ziel, auf der Basis der vielfältigen Aktivitäten in unserer Stadt eine gemeinsame Strategie für Demokratie und Vielfalt gegen Extremismus zu entwerfen.“ Zuvor war man nach längerer Diskussion übereingekommen, die Frage, ob die Aufgabe eines Extremismus-Beauftragten einer bestimmen Person übertragen werden solle, zurückzustellen, bis die neue Lenkungsgruppe zusammengekommen ist und das gewünschte Handlungskonzept Gestalt angenommen hat.

Seit gestern steht nun fest, dass zwei versierte Frauen dieses Handlungskonzept „nah an der Praxis für und gemeinsam mit Remscheidern“ erarbeiten werden, das aufbauend auf den üblen Erfahrungen von Bürgerinnen und Bürgern mit Rassismus in all seinen düsteren Facetten. Es sind Rabia Gür, Stadt Remscheid, und Kerstin Becklas, Stadtteil e.V. Zusammen mit ihren direkten Ansprechpartnern beim Stadtteil e.V. (Ute Friedrich-Zielas und Ralph Noll) und bei der Stadt (Sabine Räck und Jutta Velte) bilden sie das Projektteam von „NRWeltoffen“, das künftig eng mit der vom Rat beschlossenen Lenkungsgruppe unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zusammenarbeiten wird mit dem ehrgeizigen Ziel eines Handlungskonzepts gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Ein ehrgeiziges Programm, das es in den nächsten eineinhalb Jahren zu erreichen gilt. Ein erster Entwurf des Handlungskonzeptes sollte im Juni/ Juli 2023 vorliegen. Für den September 2023 ist geplant, das fertige Konzept den Gremien des Rates der Stadt Remscheid zur Verabschiedung vorzulegen. Bis Ende Juni 2023 stehen die Sitzungstermine der Lenkungsgruppe bereits fest: 16. November 2022, 14. Februar 2023, 22. März 2023 und 20. Juni 2023, jeweils 16 bis 19 Uhr.

Zwei Seiten eines städtischen Flyers zu einer zusammengefasst. Nicht erst seit den Morden in Hanau, seit dem tödlichen Anschlag auf Walter Lübke, seit den Angriffen auf Synagogen und Moscheen ist klar, dass Extremismus in verschiedenen Subkulturen der Gesellschaft gewissermaßen hoffähig geworden ist. So beschreibt das Forscherteam rund um den Konfliktforscher Andreas Zick von der Universität Bielefeld bereits seit mehr als zehn Jahren eine Zunahme von Radikalisierungs-, Abwertungs-, Rassismus- und Extremismus Tendenzen in unserer Gesellschaft. Bei der Vorstellung des neuen Projekts in einer Pressekonferenz im Rathaus betonte Oberbürgermeister Mast-Weisz , wie sehr sich –spürbar auch im Kontext der Protestaktionen gegen die Corona- Maßnahmen bzw. Energiekrise - eine (Un-)kultur der Beschimpfungen und Abwertungen gegen Politikerinnen vor allem in den so genannten „Sozialen Medien“ breit mache. Leider seien Alltagsrassismus und -diskriminierungen immer noch für viele Remscheiderinnen und Remscheider Realität.

Um – dem Wunsch der demokratischen Fraktionen im Rat der Stadt Remscheid entsprechend –extremistischen Bestrebungen in der Gesellschaft wirksamer entgegenzutreten zu können, stellte die Stadt am 3. Februar 2022 bei der Bezirksregierung in Düsseldorf den Antrag, in das Landesprogramm „NRWeltoffen“ aufgenommen  zu werden. Das Land hatte das kommunale Förderprogramm entwickelt, um Kommunen in ihrer Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu stärken. Dass der Antrag der Stadt bewilligt wurde, machte es finanziell möglich, zwei neue Stellen einzurichten, eine Stelle mit 30 Stunden beim Stadtteil e.V. und eine mit 20 Stunden bei der Stadt. Am 1. Juli nahmen Rabia Gür und Kerstin Becklas ihre Arbeit auf. Die Religions- und Sozialwissenschaftlerin Kerstin Becklas und Rabia Gür, die über die Erfahrungen von Betroffenen bereits eine Magisterarbeit geschrieben und diesen nun auch ihre Doktorarbeit widmen will, sehen es als ihre Aufgabe an, mit Hilfe des künftigen Handlungskonzepts (verunsicherten) Menschen mehr (politische/n) Orientierung und Halt zu geben. Wichtig ist ihnen in den nächsten zwölf Monaten die Teilhabe der betroffenen Gruppen. Erreicht werden sollen diese durch unterschiedlichen Beteiligungsformaten in Stadtkonferenzen. Deren Ergebnisse sollen zusammengefasst und in den Arbeitsprozess der Steuerungsgruppe eingespeist werden. 

Dass Becklas und Gür es mit einem Lenkungskreis zu tun haben werden, der aus rund 20 Vertretern der Verwaltung, der Politik, Schulen, Wohlfahrtsverbänden etc. besteht, hält der Oberbürgermeister „für ein Risiko und eine Chance zugleich“: Ich hoffe darauf, dass die entwickelten Ideen und Konzepte so in der Stadtgemeinschaft schneller ankommen, weil vermittelt von vielen!“

Neuer Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin

Dr. med. Markus Bruckner, Chefarzt für Anästhesie und Intensivmedizin | Foto: Sana-Klinikum RemscheidPressemitteilung des Sana-Klinikums Remscheid

Dr. med. Markus Bruckner übernimmt ab dem 1. Oktober die Chefarztposition für das Zentrum für Anästhesie und Intensivmedizin am Sana-Klinikum Remscheid und am Sana Krankenhaus Radevormwald. Nach beruflichen Stationen am Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt und dem Helios Klinikum Niederberg in Velbert wechselt der Facharzt für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie nun ins Bergische Land.

„Mit Dr. Markus Bruckner haben wir einen überaus erfahrenen und fortschrittlichen Mediziner gewinnen können“, sagt Svenja Ehlers, Geschäftsführerin des Remscheider Sana-Klinikums. „Das gesamte Team freut sich auf die professionelle Zusammenarbeit mit Dr. Bruckner, der mit seinem Expertenwissen die Anästhesie und Intensivmedizin bereichern und zukunftsgerichtet weiterentwickeln wird.“ Auch Dr. Bruckner freut sich auf die neuen Aufgaben: „Neben der Weiterentwicklung der Abteilung ist für mich eine offene Kommunikation zum Wohle der Patientinnen und Patienten von zentraler Bedeutung. Ich freue mich, modernste Verfahren in der Anästhesie und Intensivmedizin einzusetzen und die Ultraschalltechnik voranzubringen.“

Dr. Bruckner stammt gebürtig aus Istanbul und hat an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt Humanmedizin studiert. Er begann seine Laufbahn am Klinikum der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität im Bereich Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, bevor er als Oberarzt und später leitender Oberarzt und stellvertretender Chefarzt der Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin ans Helios Klinikum Siegburg wechselte. Zuletzt war er als Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie sowie als ärztlicher Direktor im Helios Klinikum Niederberg in Velbert tätig. Er verfügt über die Zusatzbezeichnungen Intensivmedizin und Notfallmedizin und ist versiert in der ultraschallgesteuerten Regionalanästhesie. Diese bietet zahlreiche Vorteile, wie beispielsweise eine geringere Belastung des Gesamtorganismus und eine bessere Schmerzkontrolle und Wundheilung nach der Operation im Vergleich zur Vollnarkose. Zudem ist er sehr erfahren in der Anästhesie von Hochrisikopatienten.

Neue Schulwegpläne für alle Grund- und Förderschulen

Für Grundschüler ist diese Straßenkreuzung zu groß.Das Projekt „Schulisches Mobilitätsmanagement für alle Remscheider Grundschulen unter Berücksichtigung von Mobilitätsbildung und Schulumfeldsicherheit“ ist eine Kooperation zwischen den städtischen Fachdiensten Umwelt & Bürger, Sicherheit und Ordnung. Die Stadt Remscheid hat hierfür Fördermittel des Landes NRW in  Anspruch genommen (80 Prozent von maximal 100.000 Euro). Gestartet ist das Projekt am 1. März 2020. Und wahrscheinlich hätte es termingerecht im Sommer 2021 geendet, wäre die Corona-Pandemie nicht gewesen. So verzögerte sich die umfangreiche Besichtigung aller 24 Standorte der 19 Grundschulen sowie der Förderschule Heinrich-Neumann und der Rudolf-Steiner-Schule in Remscheid um mehr als ein Jahr. In Augenschein und bewertet wurde von Dipl.-Ing. (FH) Carsten Elkmann und seinem Dortmunder Team, spezialisiert auf Rad- und Fußgängerverkehrsplanung, auch alle 280 von Kindern,. Eltern und Lehrerschaft genannten Problembereiche in Umfeld der Schulen.

Die Ergebnisse können sich sehenlassen: Am 18. August erhielten die Grund- und Förderschulen eine Unterrichtskiste mit vielfältigen, speziell entwickelte Materialien zur Verkehrserziehung etc. Hinzu kamen Schulwegepläne für die einzelnen Standorte. Damit können nicht nur alle Kinder der 1. bis 4. Klassen ausgestattet werden, sondern auch noch nachfolgende Jahrgänge.  Auch wurde für jeden Grund- und Förderschulstandort ein gesonderter Abschlussbericht ausgearbeitet.

Diese Berichte liegen der Stadtverwaltung bereits digital vor. Zudem finden sich in einem zusammenfassenden Abschlussbericht für alle Standorten mit allen 96 organisatorischen, 74 bauliche und/oder verkehrsrechtliche Maßnahmevorschläge (z.B. klassische Schulwegsicherung, Eltern-Kind-Haltestellen) für eine bessere klassische Schulwegsicherung und neue Eltern-Kind-Haltestellen. Das Ziel: Kinder und Eltern für eine klimafreundliche Mobilität zu sensibilisieren, konkret: durch organisatorischen Maßnahmen zur Verkehrssicherheit den Fußverkehr zu fördern und die Anzahl an „Elterntaxis“ zu verringern. (Alle Berichte können als PDF unter der Überschrift „Schulisches Mobilitätsmanagement und Schulumfeldsicherheit“ auf der Homepage der Stadt oder gleich hier abgerufen werden).

Die Umsetzung von baulichen/technischen Maßnahmen ist nunmehr Aufgabe von Rat und Verwaltung, wobei ein Arbeitskreis aus Schulvertretern und anderen Akteuren wie Verkehrswacht und Polizei zuarbeiten soll. Da dürfte es hin und wieder noch einer nachdrücklichen Einladung der Verwaltung bedürfen. Das deutete Carsten Elkmann am Dienstag an, als er im Ausschuss für Bürgerservice, Ordnung und Sicherheit den zusammenfassenden Abschlussbericht zum Projekt vorlegte. So habe es auf eine Anfrage bei der Polizei keine Rückmeldung gegeben, und das Echo auf eine Schülerbefragung sei in einigen Schulen sehr schwach gewesen.

Erstaunt hat Carsten Elkmann, dass kaum ein Grundschüler / eine Grundschülerin mit dem Fahrrad zur Schule fährt, aber jede/r dritte mit dem „Elterntaxi“ gebracht und abgeholt wird. Dabei sei der eigenständige Schulweg für die Kinder von essentieller Bedeutung. Dadurch könnten die Kinder die nötige Sicherheit im Verkehrsalltag gewinnen, aber auch eine höhere Sozialkompetenz im Umgang mit ihren Schulkameraden. Die von manchen Eltern vorgebrachten Bedenken gegen einen unbegleiteten Schulweg beträfen die fehlende Verkehrssicherheit (zu kleine Querungshilfen für größere Schülergruppen), fehlende sozialer Kontakte auf dem Weg (eventuelle unbestimmte „Übergriff“ und zu geringes Zutrauen dem eigenen Kind gegenüber. Ob dieses Zutrauen umso geringer ist, je älter Mutter und/oder Vater ist/sind, wurde in dem Projekt nicht untersucht.

Spielstraße auf Zeit mehr als eine populistische Idee?

„Temporäre Spielstraßen auf Zeit“ – nach dem Beispiel von Berlin, Dortmund oder Hemer – forderte die CDU-Fraktion in der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Bürgerservice, Ordnung und Sicherheit mit dem Verweis auf „viele Familien mit kleinen Kindern“. Deren Sicherheit im Straßenverkehr und beim Spielen habe für die CDU höchste Priorität. Allerdings sei es nicht überall möglich, eine dauerhafte Spielstraße einzurichten. Hier könnten „temporäre Spielstraßen“ eine Alternative sein. Die Verwaltung möge doch bitte hierfür verschiedene Straßen im Stadtgebiet benennen, wo dies „einfach und auf jeden Fall kostenlos“ möglich sei. Schließlich habe nicht jede Familie einen eigenen Garten, und nicht überall sei der nächste Spielplatz direkt nebenan: „In Wohngebieten gehören die Straßen nicht nur den Autos, auch spielende Kinder mit Kreide und Bobbycar“. Die Verwaltung möge dem Beispiel von Hemer im Sauerland folgen und „den Familien die Möglichkeit zur Beantragung einer ‚Spielstraße auf Zeit‘ einräumen“, zitiert die CDU Fabian Knott, den örtlichen Vorsitzenden ihrer Jugendorganisation Junge Union.

Die Antwort der Verwaltung begann gestern mit der Erklärung des Unterschieds zwischen  einer „Spielstraße“ als  einem verkehrsberuhigten Bereich mit sehr geringem Fahrzeugverkehr und über eine überwiegende Aufenthaltsfunktion auf der einen Seite und einer zeitlich begrenzten Spielstraße, die ein Anlieger bei der Verwaltung beantragt habe, auf der anderen Seite. Für diese müsse „zwingend Vorsorge für den ruhenden Verkehr getroffen werden, d. h.  es müssten temporäre Parkflächen gekennzeichnet werden“. Eine solche Straße gebe es in Hemer, und habe es die Stadtverwaltung mit einem „Veranstalter“ zu tun, „der zugleich die Haftung übernimmt und ggfs. eine Veranstalter-Haftpflichtversicherung abschließt“. In diesem Fall werde der öffentliche Verkehrsraum mittels Absperrschranken und dem Verkehrszeichen 250 (Verbot für Fahrzeuge aller Art) beschildert. Allerdings kämen hierfür „Hauptverkehrs- und Haupterschließungsstraßen, Straßen mit Linienverkehr oder Straßen, an denen gerade eine Baustelle liegt, … nicht in Frage.“ In Hemer müssten Antragsteller die Nachbarschaft über ihr Vorhaben mindestens eine Woche vorher informieren, so die Stadt Remscheid..  Anwohner, die den Termin vergessen hätten, sei die Zufahrt zu ihrem Grundstück zu ermöglichen.

Und die Kosten für den Antragsteller? In Hemer wird die Beschilderung kostenfrei angeliefert und zur Verfügung gestellt; es fallen keine Gebühren an. In Düsseldorf muss dem Antrag eine Skizze mit möglichen Aufbauten beigefügt werden¸ außerdem wird eine Verwaltungs- und Bearbeitungsgebühr fällig. Die Organisatoren müssen dort  die erforderliche Beschilderung selbst mieten und aufstellen. In Bonn muss zudem die Mehrheit der Nachbarn zustimmen. Fazit der Stadt Remscheid: „Grundsätzlich wäre unter den o.g. Bedingungen auch in Remscheid eine ‚Spielstraße auf Zeit‘ denkbar. Auch hier würde der Antragsteller die Haftung übernehmen. Für die Bewilligung und Abnahme wäre eine Verwaltungsgebühr fällig. Die Kosten der erforderlichen Beschilderung müsste der Antragsteller tragen.“. Fraglich sei jedoch, ob ein Bedarf bestehe und ob der Aufwand in einem Verhältnis zu dem Nutzen stehe.

Roland Kirchner (W.R.R) dazu in der gestrigen Sitzung: „Im Prinzip ist die Idee einer solchen Spielstraße auf Zeit gut. Aber ist sie auch praktikabel?“ In der Siedlung in Lennep, in der er wohne,  könne er sich eine Zustimmung aller Anlieger kaum vorstellen. Roland Gedig (CDU): „Die Nachbarschaft müsste natürlich mit ins Boot genommen werden!“

Waterbölles: Man darf gespannt sein, wann der Antrag, dem die CDU zu Beginn der Sitzung noch „großer Potenzial“ beimaß, wieder auf der Tagesordnung stehen wird...

Seltene Ehrung für langjähriges Ehrenamt in der Kommunalpolitik

Günter Bender Grüne
Volker Blum SPD
Waltraud Bodenstedt W.i.R.
Annedore Brüninghaus SPD
Ursula Czylwik SPD
Alexander Ernst W.i.R.
Gunther Galli CDU
Ottmar Gebhardt CDU
Wieland Gühne WiR
Margot Halbach FDP
Heinz Jürgen Heuser SPD
Karl Heinz Humpert CDU
Kai Kaltwasser CDU
Thomas Kase SPD
Gabriele Kemper-Heibutzki CDU
Roland Kirchner W.i.R.
Wilhelm Korff SPD
Markus Kötter CDU
Tanja Kreimendahl CDU
Ilona Kunze-Sill SPD
Gabriele Leitzbach SPD
Dierk Martz Grüne
Brigitte Neff-Wetzel SPD/Linke
Susanne Pütz CDU
Volkmar Richter CDU
Paul Uwe Schabla CDU
David Schichel Grüne
Hans Lothar Schiffer FDP
Beatrice Schlieper Grüne
Thorsten  Schwandt Linke
Jochen Siegfried CDU
Rosemarie Stippekohl CDU
Andreas Stuhlmüller CDU
llsedore Uibel SPD
Peter- Edmund Uibel SPD
Luigi Valitutto Linke
Jutta Velte Grüne
Markus Von Dreusche FDP
Philipp Wallutat FDP
Ernst- Peter Wolf SPD

Hat es in Remscheid seit dem 19. Januar 2006, damals startete der Waterbölles, schon einmal eine Verleihung von Ehrennadeln gegeben? Für Mitglieder der Remscheider Feuerwehr, wie das Archiv des Waterbölles verrät, waren es unzählige. Aber auch für langjährige Kommunalpolitiker/innen? Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern. Und als Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz am Samstag gleich 40 Kommunalpolitikern und -politikerinnen (siehe Kasten rechts) die goldene Anstecknadel verlieh, verbunden mit einer Urkunde, räumte er ein, das sei für ihn die erste Feierstunde dieser Art. (Zitat aus der Einladung: „Nach einigen Jahren des Pausierens wird diese Ehrung nun nachgeholt beziehungsweise wieder aufgenommen.“)

Die Verleihung der Ehrennadel regelt das „Statut über die Verleihung der Bürgermedaille / Ehrennadel / des Ehrenpreises“. Darin heißt es: „Die Ehrennadel wird an Ratsmitglieder und Mitglieder einer Bezirksvertretung als Zeichen und des Dankes als Anerkennung nach zehnjähriger Tätigkeit im Rat / in der Bezirksvertretung verliehen. Über die Verleihung der Bürgermedaille / des Ehrenpreises entscheidet auf Vorschlag des Ältestenrates der Rat mit der Mehrheit von zwei Drittel der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder. Die Ehrennadel ist eine goldene Anstecknadel mit einer verkleinerten, stilisierten Wiedergabe des Stadtwappens der Stadt Remscheid. Über die Verleihung wird eine Urkunde ausgefertigt, die vom Oberbürgermeister und einem weiteren Ratsmitglied unterzeichnet wird.

Wer in der Kommunalpolitik ehrenamtlich mitarbeite, müsse – das im besten Sinne für die Stadt –schon ein wenig „verrückt" sein, bescheinige der Oberbürgermeister den Männer und Frauen aus den Ratsfraktionen und -gruppen und beschrieb ihren Alltag so: „ Montag Fraktion, Dienstag Fachausschuss, Mittwoch Arbeitskreis der Partei oder Bezirksvertretung, Donnerstag Rat oder Hauptausschuss, Freitag Gespräch mit Anliegern, Samstag und Sonntag Lesen von Sitzungsunterlagen.“ Das habe schon vor einigen Jahren eine Untersuchung über den  zeitlichen Aufwand von Menschen in der Kommunalpolitik bestätigt. „Rund 40 Stunden in der Woche mit Partei- und Gremienarbeit, das ist ein zweiter Job, aber einer für die Menschen in dieser Stadt, für Jugend, Sport, Kultur, Stadtentwicklung, Umwelt, Finanzen, Soziales…!“ Dieser zeitliche Aufwand löse in den Familien nicht nur Freude aus, das wisse er aus eigener Erfahrung. Und was ernte der Politiker / die Politikerin dafür in der Öffentlichkeit? „Selten Dank, dafür gerne Kritik, in den sogenannten Sozialen Medien oft unsachlich und unfair!“

Dabei sei Lokalpolitik so wichtig, fuhr der OB fort. In den Städten und Gemeinden, lebendigen Orte der Demokratie, seien politische Entscheidungen aller staatlichen Ebenen unmittelbar und sehr konkret spürbar. Und ebenso die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger: „Verkehrsberuhigung, Kindergartenplatz, Verschmutzungen, Autoraser, Wohngebiete, Radwege…!“

Aber: Politik funktioniere nicht nach dem Motto „wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht". Es gehe immer ums Ganze, es gehe um die Stadt und die hier lebenden Menschen. Ein politischer Einsatz, der mit vielen Herausforderungen verbunden sei und mit vielen unterschiedlichen Problemen. Beispielhaft nannte Burkhard Mast-Weisz Finanzen, Flüchtlinge, Corona, Ukraine / Geflüchtete, Energiekosten, Finanzmisere (Altschulden der Kommunen). „Es steht aber derzeit noch mehr auf dem Spiel: Der Zusammenhalt der Stadtgesellschaft, die Handlungsfähigkeit der Kommune, unsere Demokratie!“

Die Übergabe der Ehrennadeln und Urkunden nahm Mast-Weisz in alphabetischer Reihenfolge vor. Mit einer Ausnahme, was er allerdings nicht verriet und Karl Heinz Humpert als Erster merkte, als er an der Reihe gewesen wäre, aber nicht aufgerufen wurde. Denn ihn hob sich Mast-Weisz als dienstältesten Kommunalpolitiker in der Runde bis zuletzt auf (siehe YouTube-Video). Begonnen hatte  
Humpert seine kommunalpolitische Arbeit (über 45 Jahre und neun Monate hinweg bis heute zumeist mit dem Schwerpunkt Kultur) in der Jungen Union. Sein erstes Amt war das eines Ratsmitglieds. Er trat es am 4. Mai 1975 an. Und hat es noch heute inne. Hinzu kamen die Bezirksvertretungen – die BV Nord/Hasten (16.01.1977 - 26.06.1978), die BV Süd (31.10.1979 -16.10.1984), die BV West (18.10.1989 - 30.09.1999 (BV West) und die BV Alt-Remscheid (1.10.1999 - 20.10.1999).