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Zur Diskussion gestellt: Spaziergänge in Stakelhusen (3)

Eingangshalle Sona. Der Mann aus dem Vertrieb stellt uns vor: Das sind Bekannt von mir. Ja, wir suchen das Stadtviertel Stachelhausen. Auweia; ich komme aus Wuppertal. (…) Also, ich kenne wenige, die Stachelhausen wirklich benennen können. Bei Vieringhausen oder Honsberg ist es einfacher. Meinen Sie denn, dass das Viertel wirklich existiert? Also, es ist ne Bushaltestelle und ne Straße, die so heißt, weil Stachelhausen auf Remscheider Platt Stakelhusen ausgesprochen wird. Sprechen Sie Remscheider Platt? Ich versteh es noch einigermaßen, aber mein Vater spricht es noch. Ich kann noch „Krüenselstrüekelschen“ sagen. Das ist ein Stachelbeerstrauch. Kommt Stachelhauser Straße von Stachelbeeren? Keine Ahnung, es gibt vom Bergischen Geschichtsverein den „Bergischen Sprachschatz“, da stehen so Sachen drin. Ist aber schwierig zu kriegen. Haben Sie zufällig vom Städtebauprozess gehört? Ich weiß, dass hier vor Jahren mal so Bürgerbeteiligungssachen liefen, wie nennt sich das noch, wo dann ein paar Bürger sich hinsetzen, ja... Ideenwerkstatt. Mitgemacht? Ne, ich hab nur darauf aufgepasst, dass die Leute nicht ins Werk laufen. Das wurde hier gemacht, sogar in den Räumlichkeiten, da war Thyssen Krupp froh, dass sie mal das leere Gebäude kurzzeitig vermietet hatten.

Da ging es damals um den Stadtumbau Süd und da war Stachelhausen am Rande mit dabei. Aber was daraus geworden ist, weiß ich nicht. Stachelhausen nimmt man nie so als Stadtteil wahr. Der ist so dazwischen. Wenn ich mir den so vorstelle, dann ist er so zwischen Alexanderstraße und die Freiheitstraße gequetscht. Alexanderstraße, ist das schon Honsberg? Für mich ist die Grenze zu Honsberg die Bahnlinie, nicht die Trasse, die aktive Bahnlinie, das wäre für mich die Trennung. Das ist vor 150 Jahren technisch dahin gebaut worden. Da ist auch tatsächlich die Bebauung getrennt. Ich würde das als Trennlinie nehmen. Gibt es denn hier wirklich einen Tag der Offenen Tür? Es gibt teilweise sehr alte Maschinen hier, die arbeiten noch. Ist eigentlich eine Perle von Remscheid. Ist ja auch außerhalb von Remscheid gelegen. Die haben das hier gebaut, weil hier Platz war und weil hier die neue Bahnlinie langlief. Der Stadtkern war ja oben. Wir hatten früher auch Schlüssel von der anderen Werkseite. Und da stand drauf: Eingang Stachelhausen. Das heißt also, ein Teil des Werkes gehörte zu Stachelhausen. Und die Straße markierte eine Grenze und lief hier durch.

(aus „Spurensicherung in Stakelhusen“, herausgegeben vom Caritasverband Remscheid e.V. im August 2019, 94 Seiten, Auflage: 500. Redaktion: Roland Brus, Ursula Lauterjung und Martina Richard. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Caritas.)

Die Bodenplatte für das neue Hospiz wird jetzt gegossen

Christliches Hospiz erhält Montag Baugenehmigung“, überschrieb der Waterbölles am 12. November 2021 eine Pressemitteilung der Stadt Remscheid . „Nun also rückt der Bau des Hospizes auf dem Grundstück Bornefelder Straße 50 … in absehbare Nähe. Bei einer geschätzten Bauzeit von 14 Monaten wird das Christliche Hospiz Bergisches Land … im nächsten Jahr den Betrieb aufnehmen können“, hieß es darin. Inzwischen ist die Bodenplatte soweit vorbereitet, dass sie in dieser Woche gegossen weden kann. Danach kann das Bauwerk dann „zügig Gestalt annehmen“, so der Architekt, Dipl. Ing. Daniel Wiedenkeller . Das erfuhr ein kleiner Kreis von Unterstützern des gemeinnützigen Projekts gestern ab Ort und Stelle im Anschluss an einen Gottesdienst, der auf einem Firmengrundstück im benachbarten Gewerbegebiet von Pastor Andre Carouge (Friedenskirche) gehalten wurde unter Mitwirkung der evangelischen und katholischen Gemeinde. Dazu eingeladen hatten Andreas Holthaus, Vorsitzender des Fördervereins Christliches Hospiz Bergisch Land e.V., dessen Geschäftsführerin Corinna Dräger und Wolfgang Jakobi, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Christlichen Hospiz Bergisch Land gGmbH. Zum Programm dieses Baustellenbesichtigung gehörten ein Talk mit Horst Kläuser und musikalische Beiträge von Dr. Mojo.

Einem Flyer, der gestern verteilt wurde, konnten Interessenten entnehmen, dass für den Bau des Hospizes bisher rund2,3 Millionen Euro gesammelt wurden. Zitat: “Die erste Kostenschätzung stammt aus 2012, dem Grün­dungsjahr unseres Fördervereins. Zwischenzeitlich ist der Baupreisindex nicht nur linear gestiegen, sondern in der letzten Zeit leider exponentiell. Rohstoffpreise und Löhne für Gewerke schießen nach oben. Daher rechnen wir mit Baukosten in Höhe von ca. 3,3 Millionen Euro.“
Nach der Eröffnung des Hospizes werden die Krankenkassen 95 Prozent der Betriebskosten tragen. Das heißt auch: Fünf Prozent werden dauerhaft durch weitere Spenden aufgebracht werden müssen. „Daher sind die Menschen auch weiterhin aufgerufen, zu spenden und das Hospiz dauerhaft zu unterstützen!“ (Der Förderverein hat die IBAN-Nummer DE86 3405 0000 0012 1036 85)

Aus tristem Hinterhof wurde ein kleines Schmuckstück

Als vor einigen Jahren der Bebauungsplan „Neue Mitte Lüttringhausen“ im Bereich zwischen Rathaus Lüttringhausen und Kreuzung Eisernstein nicht realisiert werden konnte, ergriff der Heimatbund Lüttringhausen die Initiative. Daran erinnerte am Samstag bei der Einweihung der  neuen Grün- und Platzanlage neben dem Lüttringhauser Rathaus Peter Maar, der Ehrenvorsitzende des Heimatvereins Lüttringhausen. Weitere Redner waren Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser. Viele örtliche Vereine beteiligten sich am Programm der mehrstündigen Einweihungsfeier – ein echtes Bürgerfest!

Kreishandwerkerschaft kann auf Nachwuchs stolz sein

Andreas Ehlert, Präsident der Handwerkskammer Düsseldorf, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Kreishandwerksmeister Detlef Weißenfeld, Fred Schulz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Remscheid, und der Lehrlingswart der Remscheider Tischlerinnung, Oliver Möller, gratulierten gestern Jasmin Dohr zur Auszeichnung als „Lehrling des Monats Mai 2022“. Dazu waren sie in der Tischlerei von Oliver Möller an der Hohenhagener Straße zusammengekommen, denn Möller war in den  vergangenen drei Jahren zugleich der Ausbilder der jungen Frau, die sich ab nächste Woche auf ihre Gesellenprüfung vorbereitet. Für die hat sie eine Kommode aus Eichenholz entworfen.

Mit Jasmin Dohr kommt bereits fünften Mal ein „Lehrling des Monats“ im Handwerk an Rhein, Wupper und Ruhr aus Remscheid. Andreas Ehlert: „In keiner anderen Stadt haben wir als Handwerkskammer gemeinsam mit einer Kreishandwerkerschaft auch nur annähernd so häufig einem besonders begabten jungen Menschen diese Auszeichnung verleihen können. Die Heimatstadt der Werkzeugmacherkunst ist also auch eine absolute Qualitäts-Schmiede für top-ausgebildeten Fachkräfte-Nachwuchs im Handwerk!“

In einer Urkunde wird der 18-Jährigen ein großes plastisches Vorstellungsvermögen bescheinigt. Sie konnte dafür selbst ein Beispiel nennen: „Meine erste größere freie Arbeit, einen Wohnzimmertisch, konnte ich exakt so planen und ausführen, wie ich es mir zuvor in einem Traum vorgestellt hatte.“ Oliver Möller bestätigte das: „Sie hat das Bild, das sie im Kopf hatte, präzise schildern, nahtlos skizzieren und eins zu eins ins Werk setzen können.“ Zugleich ob der Ausbilder den Umstand hervor, dass Jasmin Dohr sich in ihrer Freizeit bei der Remscheider Lebenshilfe ehrenamtlich um Menschen mit Schwerbehinderungen kümmert. Ganz nebenbei hält die naturverbundene 18-Jährige zwei eigene Pferde nahe Schloss Burg - und erledigt auch alle anfallenden baulichen Arbeiten einschließlich der Reparatur von Weidezäunen selbst.

Sobald sie ihre Lehre abgeschlossen und den Gesellenbrief im Tischlerhandwerk erhalten hat, steht für Jasmin Dohr eine zweite Ausbildung an. Bei der Lebenshilfe Remscheid will sie Heilerziehungshelferin werden und also solche später in deren  Tischlerei arbeiten. Im Waterbölles-Video betont Oliver Möller, in seiner Werkstatt für Jasmin Dohr „immer eine offene Tür“ zu haben. Wer weiß also, wohin das Leben die ehrgeizige junge Frau noch führen wird…

Der neue Park in zwei Minuten Video

Bürgerfest zur Einweihung der neuen Grün- und Platzanlage“, titelte der Waterbölles am Dienstag, 17. Mai. Am morgigen Samstag in der Zeit von 15 bis 22 Uhr wird die Neugestaltung des Rathaushofes und des Rathausgartens mit einem vom Heimatbund Lüttringhausen organisierten großen Bürgerfest eröffnet. Es wird ergänzt um den „Tag der offenen Tür“ der Nebenstelle Lüttringhausen der Städt. Musik- und Kunstschule, die im Untergeschoss des Rathauses untergebracht ist. Der Heimatbund Lüttringhausen und die Nebenstelle Lüttringhausen der Städt. Musik- und Kunstschule laden herzlich ein: „Endlich ist wieder was los im Dorp!“ Für alle, die morgen aus irgendeinem Grunde nicht mitfeiern können, hat der Waterbölles heute den neuen Park schon mal in zwei Minuten Video „eingefangen“.

Geheime Wahlen kosteten den Rat 20 Minuten mehr

Blumen nach der Wahl für Thomas Neuhaus, Barbara Reul-Nocke und Sven Wiíertz, Foto: Lothar KaiserIn seiner gestrigen Sitzung in der Aula des Albert-Einstein-Gesamtschule hat der Rat der Stadt die Beigeordneten Barbara Reul-Nocke, Sven Wiertz und Thomas Neuhaus in gleichbleibender Zuständigkeit für weitere acht Jahre gewählt. Dies erfolgte auf Antrag der Faktion der Linken geheim (Murren im Saal; der OB: "Ich bedauere das sehr, aber es ist Ihr demokratisdhes Recht!") – und nahm deshalb keine fünf, sondern 25 Minuten in Anspruch. Denn jedes Ratsmitglied musste von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in den drei Wahlgängen einzeln aufgerufen werden, um dann seinen angekreuzten Wahlzettel im Flur vor der Ala in die Wahlurne zu werfen. Die anschließenden Beschlüsse über den Beginn der neuen Amtszeit der Dezernentin und der beiden Dezernenten erfolgten dann in offener Abstimmung und fielen allesamt einstimmig aus. Das galt auch für die Bestellung von Sven Wertz zum Stadtkämmerer und Stadtdirektor als ständiger Vertreter des Oberbürgermeisters.

Dass er mit den Gewählten die gemeinsame Arbeit im Verwaltungsvorstand weiterführen könne, freue ihn sehr, betonte der Oberbürgermeister: „Angesichts der facettenreichen Herausforderungen und Fragestellungen, auf die wir als Stadtspitze im Interesse der Menschen in Remscheid Antworten finden müssen, ist die Kontinuität dieses Gremiums ein ganz wesentliches Gut. Unsere jahrelange Zusammenarbeit ist von tiefem Vertrauen und hohem Respekt füreinander geprägt. Ich bin den Ratsmitgliedern sehr dankbar, dass sie mit ihren heutigen Beschlüssen die erfolgreiche Arbeit der wiedergewählten Personen anerkennen und ihnen einen weiteren klaren Entscheidungs- und Handlungsauftrag für die Zukunft mitgeben. Barbara Reul-Nocke, Sven Wiertz und Thomas Neuhaus gilt mein herzlicher Glückwunsch zur Wiederwahl. Ich freue mich sehr auf die weitere gemeinsame Vorstandsarbeit.“

In der geheimen Abstimmung erhielt Sven Wiertz (bei 56 abgegebenen Stimmen) 50 Ja- und fünf Nein-Stimmen. Ein Ratsmitglied enthielt sich der Stimme. Auf Thomas Neuhaus entfielen (bei 57 abgegebenen Stimmen) 47 Ja- und zehn Nein--Stimmen. Barbara Reul-Nocke kam auf 40 Ja- und 13 Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen (ebenfalls bei 57 abgegebenen Stimmen).

„Beigeordnete können nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung NRW sechs Monate vor Ablauf ihrer Wahlzeit wiedergewählt werden, um allen Beteiligten Planungssicherheit zu geben. Bestätigt der Rat ihre Wiederwahl, müssen die Beigeordnetenstellen nicht ausgeschrieben werden“, teilte die Stadtverwaltung anschließend zum Prozedere mit.

Sven Wiertz ist seit dem 21. Oktober 2014 im Amt und seit Februar 2018 auch allgemeiner Vertreter des Oberbürgermeisters. In seine Zuständigkeit fallen die Bereiche Finanzen, Gebäudemanagement und Kultur. Seine Neubestellung und Wiederwahl gilt für die Zeit vom 21. Oktober 2022 bis zum 20. Oktober 2030 (Besoldung nach B 5). Thomas Neuhaus ist seit dem 1. November 2014 im Amt; er ist zuständig für die Bereiche Bildung, Jugend, Soziales, Gesundheit und Sport. Seine neue Amtszeit läuft vom 1. November 2022 bis zum 31. Oktober 2030 (Besoldung nach B 4). Barbara Reul-Nocke wurde für den Zeitraum 15. November 2022 bis 14. November 2030 wiedergewählt. Als Wahlbeamtin verantwortet sie seit dem 15. November 2014 die Bereiche Recht, Sicherheit und Ordnung, Standesamtswesen, Umwelt, Zuwanderung sowie Feuerschutz und Rettungsdienst (Besoldung nach B 4).

Allen drei Beigeordneten gratulierten die Ratsmitglieder nach Verkündung ihres Wahlergebnisses mit langanhaltendem Applaus und später auch persönlich, nachdem der OB ihnen Blumen überreicht und sie sich damit den Fotografen gestellt hatten. Und auch Burkhard Mast-Weisz wurde gestern beschenkt. Das hatte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Kötter einfallen lassen, ohne die Parteikasse groß zu belasten. Er überraschte das Stadtoberhaupt als „Fan von Roland Kaiser“ (davon wusste der OB bis dato noch gar nicht 😉 ) mit der Schallplatte „Seitenblicke“ des deutschen Schlagersängers aus dem Jahre 1988 und zitierte einzelne Lieder daraus, darunter „Noch ist Licht in Deinen Augen“. Mast-Weisz: „Ich habe gar keinen Plattenspieler mehr!“

Schule Stuttgarter Straße weicht neuen Wohnungen

Als SPD, Grünen und FDP („Gestaltungsmehrheit“) Anfang März mit dem Plan an die Öffentlichkeit traten, die Fläche des bisherigen Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung an der Stuttgarter Straße zu einem „Wohnstandort mit Grünflächen“ machen zu wollen, ernteten sie nicht nur Lob, sondern auch Kritik. Erst in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid, dann im Bauausschuss, später im Hauptausschuss und – nach einem Vertagungsantrag der CDU – auch im Schulausschuss. Die dort geführte heftige und zeitaufwendige Diskussion wurde, was manche frustrierte, in der gestrigen Sitzung des Rates fortgesetzt, wiederum angeführt von der CDU-Fraktion, unterstützt aber auch von der Fraktion der Linken und der Wählergruppe der W.i.R. Alle drei Gruppierungen wiederholten ihre schon früher geäußerte Ansicht, bei den in den nächsten Jahren vor allem in der Innenstadt wachsenden Schülerzahlen könnte das alte Schulgebäude an der Stuttgarter Straße noch von großem Nutzen sein. Waltraud Bodenstedt (W.i.R.): „Jetzt schon auf das Gebäude zu verzichten wäre voreilig!“ Das meinten auch Brigitte Neff-Wetzel (Linke) und Bettina Stamm (echt. Remscheid e.V.). Mehrfach meldeten sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Kötter und sein Fraktionskollege Alexander Schmidt zu Wort: „Dieser Schulraum wird uns eines Tages noch fehlen!“

Dagegen hielt die „Gestaltungsmehrheit“ an ihrer Meinung fest, das Schulgebäude sei marode und könne keiner Grundschule als neues Quartier angeboten werden. David Schichel, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Alle Gremien des Rates haben sich für eine Wohnbebauung ausgesprochen. Diese demokratische Mehrheit kann nicht weggeredet werden!“

Doch leicht machen wollten es die Kritiker gestern den Fraktionen von SPD, Grünen und FDP nicht. Vielmehr beantragte Markus Kötter namentliche Abstimmung, und zwar über alle drei Anträge zur Stuttgarter Straße, über die schon der Schulausschuss abgestimmt hatte, zwei ablehnend und einem zustimmend. Und so musste denn Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bei allen drei Abstimmungen die Namen der 57 anwesenden Ratsmitglieder aufrufen und nach ihrem Votum fragen. Die Ergebnisse dieser Abstimmungen entsprach dann wie erwartet denen des Schulausschusses: Der Antrag der CDU wurde mit 32 Nein-Stimmen (25 Ja; keine Enthaltungen) abgelehnt, ebenso wie anschließend der Antrag der Linken. Danach setzte sich die Gestaltungsmehrheit mit 32 Ja- bei 25 Nein-Stimmen durch.  Indirekt ist damit der Abriss des alten Schulgebäudes beschlossene Sache.

Stachelhauser Kornbranntwein ist Geschichte

Dr. Rainer Frantzen, bisher Geschäftsführer der traditionsreichen Brennerei Gebr. Frantzen GmbH & Co. KG, Alte Freiheitstraße 24, hat die traditionsreiche Destille an die Unternehmensgruppe „Mayestate“ in Beckum verkauft. Gleich neben dem neuen Quartiersplatz von Stachelhausen, auf dem Gelände hinter der Destille, sind acht Servicewohnungen (Betreutes Wohnen) sowie eine Verbund-Pflegeeinrichtung mit 60 vollstationären Plätzen, einer solitären Kurzzeitpflegeeinrichtung mit 14 Plätzen, einer Demenz-Wohngemeinschaft und einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit jeweils zwölf Plätzen geplant. Ein breites Angebot der Gesundheitsfürsorge auf einer Bruttogeschossfläche von 10.600 Quadratmetern, dass der Investor für 30 Millionen Euro zügig realisieren will, um es dann in die Verantwortung einer fachkundigen Betreibergesellschaft zu geben. In der umgebauten Destille wird es dann auch ein Café-Bistro geben, das durch historische Gegenstände und Fotos die Erinnerung an die alte Kornbrennerei wachhalten soll. Das berichten dem Waterbölles im Video Dr. Rainer Frantzen und die beiden Projektentwickler Stefan Fellhölter und Nikas Schwolle.

Bauantrag und Ausschreibung stehen noch aus

Suche nach Baufirmen für Quartiersplatz beginnt bald“, titelte der Waterbölles am 23. September 2021. Doch das ist bis heute noch nicht geschehen. Bauantrag und Ausschreibung stehen noch aus, mussten der Technische Beigeordnete Peter Heinze und Monique Neumann (Städtebauförderung der Stadt Remscheid) am Samstag einräumen, als sie der Waterbölles auf dem Gelände an der Honsberger Straße befragte. Dorthin hatte die Stadt für 13 Uhr die Anwohner eingeladen, um sich auf großen Schautafeln anzusehen, was sie im kommenden Jahr, wenn alles gut geht, im neuen „Stachelhausenpark“ erwartet. Dafür war der Bauzaun an drei Stellen geöffnet worden, und mit Flatterband hatte man die einzelnen Parzellen abgegrenzt, die nach Fertigstellung der Freizeitanlage ganz spezielle Aufgaben übernehmen sollen. Welche das sein werden, verriet ein Schild auf der jeweiligen Parzelle (Foto unten). Dafür war das Geländer eigens gemäht worden. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher war allerdings gering.

Fotos: Lothar Kaiser

FC-Vorstand hat mit Lenneper Röntgen-Stadion viel vor

Der Vorstand des FC Remscheid – 1. Vorsitzender Ralf Niemeyer, 2. Vorsitzender und Geschäftsführer Thorsten Greuling und Schatzmeister Ralf Trögel – sind einer Meinung: „Das Röntgen-Stadion muss erhalten bleiben!“ Als traditionsreiche Fußballstätte, die schon viele Größen des deutschen und internationalen Fußballs gesehen habe, und als Kulturgut. Das betonten die drei gestern in einer Pressekonferenz im Vereinsheim „1908 Treff“. Das Stadion habe zwar „seine Schwächen“, sei aber auch keinesfalls eine „Bruchbude". Mit Ausnahme der „Südtribüne" seien gleich zwei Tribünen nutzbar: Die Haupttribüne, die der in Reinshagen in allen Belangen überlegen sei, ebenso wie die Pressetribüne, die bei höherklassigem Fußball durchaus wieder wichtig werden könnte. Auch sei im Stadion eine Fantrennung möglich, erforderlich schon ab der Oberliga. Und dann der Rasen: hervorragend gepflegt, so dass kein Ball verspringen könne und die Verletzungsgefahr niedrig sei.

Warum dieses Loblied? Weil der FC-Vorstand sich mit dem Plan der Stadt Remscheid nicht anfreunden kann, dem Verein künftig im Stadionspielen zu lassen. Die fast hundert Jahre alte Tribüne und das ganze Stadion Reinshagen versprühe „den Charme der 1960er Jahre – alles andere als zeitgemäß!“ Das könne keine Heimspielstätte mit Zukunft sein. Ralf Niemeyer (Foto oben rechts): „Reinshagen ist absolut dezentral und hat keine gute Verkehrsanbindung.“ Das schrecke neue, talentierte Spieler von auswärts ab, was wiederum die ambitionierten Ziele des FCR gefährde. Und aus Lüttringhauser Sicht liege das Stadion Reinshagen genau am anderen Ende der Stadt. Thorsten Greuling (Foto oben links):  „In Lüttringhausen ist der FCR beheimatet. Von dort und aus Lennep kommen die meisten Fans. Ob die zum Umzug ins weit entfernte Reinshagen bereit sein würden, ist mehr als fraglich.“

Also soll es auch künftig das Röntgen-Stadion sein, verkleinert auf eine Kapazität von ca. 5.000 Zuschauern. Die Pläne des FC-Vorstands sind ambitioniert: Die Rückwand und das Dach der Haupttribüne sollen abgebaut werden. Angebaut werden soll ein modernes Multifunktionsgebäude mit Überdachung der Tribüne. Auf dem neuen Dach LED-Strahler, um den Fußballplatz ausleuchten zu können. Auf Nord- und Südkurve soll verzichtet werden. Dafür sollen Dach und Technik der Pressetribüne saniert werden. Auf dem neuen Dach der Haupttribüne sowie im Bereich Südkurve wäre Platz für Sonnenkollektoren zur eigenen Stromerzeugung.

Zur Geschichte des Röntgen-Stadions in Lennep

Gebaut 1925 als „Kampfbahn für Turnen und Sport". Genutzt für Schul- und Leichtathletikwettkämpfe. Seit den 1970er Jahren Heimat der 1. Mannschaft des FC Remscheid. • Nach einer fulminanten Aufstiegsserie, die den FC Remscheid bis in die 2. Bundesliga führte, bekam das Stadion einen neuen „Anstrich" und wurde für mehrere Millionen Mark ausgebaut. Wiedereröffnung 1982 mit einem Spiel gegen den FC Schalke 04. Zum dritten Aufstieg in die 2.Bundesliga (1991) erhielt die Arena den Namen „Röntgen-Stadion".

Den großen Neubau hinter der Haupttribüne stellt sich der Vorstand dreigeschossig vor,

  • mit Kabinen, Lagerräume, Schiedsrichterraum, Medizinraum, Dopingkontrollraum, Fan-Shop, Kiosk, Speisen und Getränke auf  der Untere Ebene,
  • mit Gastronomie, VIP-Räume, Veranstaltungsräume auf der mittlere Ebene und
  • mit Büroräume zur Vermietung und einer Wohnung für den Platzwart auf der oberen Ebene.

Apropos Speisen und Getränke. Unter „Gastronomie“ versteht der FC-Vorstand  keine Beköstigung allein während der Sportveranstaltung, sondern ein vermietetes Lokal, geöffnet wie jedes andere. Unter einer „modernen Sportanlage für Sport, Freizeit und Kultur“ versteht der Vorstand  „die Nutzung für Konzerte (Indoor/Outdoor), Lesungen, Tagungen, Kongresse, kleinere Hausmessen, Sommer-Open-Air-Festival, Kinoabend, Publik Viewing etc.“

Aus der Portokasse wäre dieser Plan nicht zu finanzieren. Niemeyer sprach gestern von vier bis fünf Millionen Euro an reinen Baukosten. Hinzu käme der Kaufpreis für das Gelände, das derzeit der Stadt Remscheid gehört. Macht zusammen einen zweistelligen Millionenbetrag aus, den der FC Remscheid nicht hat. Deshalb ist an die Gründung einer Gesellschaft gedacht, an der sich vermögende Vereinsanhänger („gerne aber auch die Stadt“) beteiligen sollen. „Der FC Remscheid e.V. ist mit namhaften Unternehmern und Persönlichkeiten unserer Stadt in intensiven Gesprächen“, hieß es gestern. „Wir bitten um Verständnis, dass wir die Namen zum heutigen Tage noch nicht veröffentlich dürfen. Dies wird zeitnah nachgeholt!“ Der Finanzierungsplan sei „aktuell in Arbeit“ und werde „selbstverständlich ebenfalls nachgereicht“.

Natürlich sei noch nicht alles „in Stein gemeißelt“, räume Ralf Niemeyer ein. Das Ganze sei zunächst nicht mehr als eine Diskussionsgrundlage. Zugleich setzt der FCR auf „viele Unterstützer“ und zeigt sich überzeugt davon, „dass das Röntgen-Stadion noch viele Jahre Mittelpunkt großartiger Veranstaltungen sein wird - für Sport, Freizeit und Kultur“!
Dass Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz für die Stadt Remscheid andere Pläne mit dem Lenneper Stadion verfolgt, weiß der FC-Vorstand. Und seit gestern hat er es auch schriftlich: Zitat aus der Pressemitteilung der Stadt, die der Waterbölles gestern zwei Stunden vor Beginn der Pressekonferenz erhielt und veröffentlichte: „Mast-Weisz stellte zugleich aber auch klar, dass die Stadt aufgrund der Haushaltssicherung an rechtliche Voraussetzungen gebunden ist: ‚Die Stadt darf aus Haushaltsmitteln keine doppelte Infrastruktur schaffen. Das bedeutet, dass zusätzliche Einrichtungen nicht finanziert werden können.‘ Als Beispiele nannte er unter anderem neue Sportstätten, Veranstaltungsflächen oder Bildungseinrichtungen“. Das bezog sich auf die neue Infrastruktur der Sportanlage Hackenberg, in die die Stadt Remscheid gegenwärtig rund 1,8 Millionen Euro investiert.

Entlastung der Alexanderstraße nur für ein paar Jahre?

Die künftige Verkehrsführung auf der Alexanderstraße. Grafik: Stadt Remscheid.Noch im Laufe dieses Jahres soll die Alexanderstraße zur Einbahnstraße werden in Fahrtrichtung Stachelhauser Straße / Blumentalstraße. Das freut viele Autofahrer, die derzeit noch bei Gegenverkehr im „Slalom“ durch die Straße bugsieren müssen. Es freut aber auch die Radfahrer. Sie sollen nicht an die Einbahnstraßenregelung gebunden sein, sondern die Straße weiterhin in beide Richtung befahren dürfen. Das haben am Mittwoch bei einem Ortstermin Burkhard Fey, Leiter der städtischen Verkehrsplanung, und der Verkehrsplaner Nikita Brilovic bestätigt. Auf dem Straßenbelag soll für die Radfahrer am Anfang und am Ende der Einbahnstraße eine Schutzstreifen-Markierung aufgetragen werden, 1,50 Meter vom Fahrbahnrand entfernt,  um Radfahrerinnen und Radfahrer auf die Sonderregelung aufmerksam zu machen.

Zu dem Ortstermin eingeladen hatte Bezirksbürgermeister Otto Mähler auf Anregung der Stachelhauser Anwohnerin Ursel Bickenbach-Schmidt aber aus einem anderen Grunde: Die Deutsche Bundesbahn möchte, dass die Stadt Remscheid, wenn in einigen Jahren der Ausbau des Bahnübergangs Blumentalstraße ansteht, die Einbahnstraßenregelung auch für das letzte Teilstück der Stachelhauser Straße gelten soll, von der Trassenbrücke bis zu den Bahngleisen. Mit anderen Worten: Die direkte Anfahrt zur Blumentalstraße von der Weststraße über die Stachelhauser Straße wäre demnach in ein paar Jahren nicht mehr möglich, sondern nur noch über die Alexanderstraße. Deren Entlastung durch die Einbahnstraßenregelung wäre damit dann verpufft. Denn der gesamte Schwerlastverkehr zu den Firmen an der Blumentalstraße müsste sich dann durch die Alexanderstraße zwängen. Keine gute Idee, finden nicht nur Otto Mähler und Ursel Bickenbach-Schmidt, sondern auch die Verkehrsplaner der Stadt. Sie wollen hierüber noch einmal mit der Deutschen Bahn AG sprechen.  Vielleicht ließe sich der von der Bahn befürchtete Verkehrsstau im unmittelbaren Bereich des (ausgebauten) Bahnübergangs ja auch dadurch verhindern, dass an der Trassenbrücke  der Verkehr auf der Stachelhauser Straße talwärts durch eine zusätzliche Verkehrsampel geregelt würde.

Ein Trommelworkshops war der große Renner

Spielplatzfest auf dem Hohenhagen am 11. Mai“, überschrieb der Waterbölles am 7. Mai eine Pressemitteilung, in der die Stadt Remscheid alle daran beteiligten Einrichtungen, Initiativen und Vereine aufgeführt und beschrieben hatte, was Jung und Alt diesmal auf dem einstigen Flugplatzgelände erwartet. Wie sich gestern schon am frühen Nachmittag kurz nach der Eröffnung des Festes durch den stellvertretenden Bezirksbürgermeister Sven Chudzinski herausstellte, war ein Trommelworkshops für die Kleinen der große Renner, wie das Waterbölles-Foto beweist.