Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Suche nach Baufirmen für Quartiersplatz beginnt bald

Hätte die Natur weiterhin freies Spiel auf dem Gelände zwischen „Kraftstation“ und „Trasse des Werkzeugs“ an der Honsberger Straße, wo früher die alte Trafo-Station der Stadtwerke und die ehemalige Kfz-Zulassungsstelle der Stadt Remscheid standen, in drei Jahren wüchse dort ein „Urwald“ aus feinblättrigen Robinien, Birken und Schmetterlingsflieder (Buddleja). Schon jetzt wachsen die Bäume und Büsche dort so dicht nebeneinander, dass ein Durchkommen kaum möglich ist. Doch was der Wind gesät hat, soll in einem Jahr abgeholzt sein, um anderen Bäumen Platz zu machen, aber auch Spielflächen, Sitzgelegenheiten, einer Sonnenwiese und vielem mehr, was sportlicher Betätigung, Naherholung und kindlichem Spiel dienen kann.

  Erste Skizzen zum "Grünes Wohnzimmer Stachelhausen" stellte der Waterbölles bereits am 12. Oktober 2018 vor. Das war damals und ist auch heute noch der Arbeitstitel der Planer für den neuen Quartiersplatz im Stadtteil Stachelhausen, dessen Lage selbst alteingesessene Remscheider:innen nicht genau umschreiben können. Da hat es Sinn, dass in einer digitalen Umfrage des Stadtumbaumanagements Honsberg als neuer Name „Stachelhausen-Platz“ genannt wurde. Das berichtete gestern auf dem Gelände umringt von viel Grün Dr.-Ing. Peter Apel, Nicole Lohrmann und Daniela Gaspar. Sie werden demnächst mit ihrem Büro in die Kraftstation umziehen, um „dichter am Geschehen zu sein. Denn die Planung des Platzes steht kurz vor dem Abschluss. Und weil die Finanzierung schon seit Juni vorigen Jahres steht – damals übergab Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher auf dem künftigen Quartiersplatz dem Oberbürgermeister den Städtebauförderbescheid „Qualifizierung und Ertüchtigung des soziokulturellen Zentrums Kraftstation/Stadtumbau West“ – Ist der nächste Schritt ist die Ausschreibung der Arbeiten. „In einem Jahr der der Platz also ganz anders aussehen. Darauf freue ich mich sehr“, zeigte sich gestern Bezirksbürgermeister Otto Mähler zuversichtlich. Doch Andreas Huth vom Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft und Liegenschaften gab zu bedenken: „Alle Fachfirmen gegen gegenwärtig gut zu tun. Das macht eine Zeitplanung ziemlich schwierig!“ Der Technische Beigeordnete Peter Heinze sah das nicht anders.

Eine klasse Idee, die Aufwertung der Kraftstation. Mit Hilfe von 400.000 Euro aus der Landeskasse, zu denen die Stadt nichts beisteuern muss! Mit neuen Räumen, die von ansässigen Vereinen angemietet werden können, wird das Jugendzentrum „Kraftstation“ ein Teil des neuen Freizeitangebots – mit neuem Eingang vom Quartiersplatz aus (besonders für Senioren sehr bequem, die von dort den Aufzug im vorderen Hauptgebäude bequem werden erreichen können). Geschäftsführer Wolfgang Zöller geht davon aus, dass der Umbau der Räume im Souterrain, die Anlage eines Terrasse für Veranstaltungen  aller Art und der Anbau von öffentlichen Toiletten noch in diesem Jahr beginnen wird. Auch ebenerdige Fenster im Blick auf die Trasse solle es geben.

Was auf dem eigentlichen Quartiersplatz für 840.000 Euro Landesmittel und 180.000 Euro aus dem Stadtsäckel entstehen wird, steht schon lange fest. „Was wird gewünscht und was davon ist finanzierbar?“, hatten sich Erwachsene, Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil in der „Kraftstation“ schon im September 2018 gefragt.  Natürlich könne nicht alles aus der Wunschliste realisiert werden, betonte Andreas Huth gestern. Aber: Am unteren Ende des Gelände, in der Nähe der Trasse des Werkzeugs, sind fünf Fitnessgeräte (auch für Ältere) vorgesehen. „Die Bürger werden ihr Lieblingsgerät noch vorschlafen können“, so Huth. Auch ein „Sonnendeck“  wird es geben (auf der früheren Laderampe der Bahn), weiter oberhalb eine Grünfläche (gut für Picknicks) mit Bäumen (die Regenwasser zugeleitet bekommen sollen) als natürlichem Sonnenschutz, in der Nähe Spielgeräte für Kinder (Klettergerüst, Hangrutsche, ein Trampolin), weiter oberhalb höhere Treppenstufen, auf denen sich auch gut sitzen lässt (bei Freiluftveranstaltungen). Darüber folgt dann der eigentliche Quartiersplatz mit einem separaten „Senioren-Treffpunkt“.

Die örtlichen Vereine erinnerte Peter Apel gestern an den Verfügungsfonds des Landes. Dieser ermöglicht Privatpersonen und Institutionen neue Projekte oder Ideen für die Quartiere Stachelhausen und Honsberg zu realisieren, sollten hierfür ansonsten keine Mittel zur Verfügung stehen. Aber auch Schulen können sich schon mal Gedanken machen, ob und wie sie den neuen Quartiersplatz pädagogisch nutzen könnten. „Ich werde auf die Schulen zugehen“, hat sich Peter Apel vorgenommen. Der neue Quartiersplatz ist für den Stadtteilmanager „ein Leuchtturm-Projekt mit viel Strahlkraft in den Stadtteil Stachelhausen hinein!“ Denn der habe großen Erneuerungsbedarf.

Für ältere Mitbürger hat sich Peter Abel etwas Besonderes einfallen lassen: Auf dem Fußweg in die Stadt („bis zur Alleestraße“ und zurück) werden sie, wenn alles fertig ist, sogenannte „Plateaus“ vorfinden für eine kleine Rast zwischendurch. Und alle „Stakelhusener“ und Honsberger sind eingeladen, im Büro des Stadtumbaumanagements vorbeizukommen, wenn sie etwas auf dem Herzen haben. Sprechstunde ist dort (nach dem Umzug) immer mittwochs von 10 bis 12.30 Uhr.

Ein markiger Etappensieg ohne Langzeitwirkung

BV 10 bekommt sichere Zukunft am Neuenkamp“, titelte der Waterbölles am 14. September, zwei Tage vor der jüngsten Ratssitzung, und zitierte aus einem Beschlussvorschlag der Verwaltung: „Das Tennenspielfeld an der Sportanlage Hackenberg wird umgebaut. Hinzu kommen leichtathletische Nebenangebote auf dem übrigen Gelände am Hackenberg. Die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel von 53.250 € in 2021 und 1.522.500 € in 2022 werden außerplanmäßig bereitgestellt. Die bisherigen Planungen zum Sportzentrum Hackenberg werden eingestellt.“ In der Ratssitzung fassten die Politiker jedoch keinen entsprechenden Beschluss, sondern schoben das Thema dem Sportausschuss zu. Der wird am 7. Oktober im Vorfeld des Hauptausschusses zu einer Sondersitzung zusammenkommen.
Einen Ratsbeschluss am 18. September vorausgesetzt, hatte die Verwaltung die Vorlage der Bezirksvertretung Lennep in der gestrigen Sitzung eigentlich nur „zur Kenntnis“ geben wollen – als Mitteilungs-, nicht als Beschlussvorlage. Wie also jetzt mit der neuen Situation umgehen?? „Zur Kenntnis nehmen“ und alles weitere den folgenden Gremien überlassen? Das hielt der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Kötter nicht für angemessen und beantragte eine Abstimmung. Schließlich habe die BV in der Vergangenheit zu Angelegenheiten des lokalen Sports immer ihre Meinung gesagt. Das sei man den interessierten Bürgerinnen und Bürgern schuldig. Und so ließ Bezirksbürgermeister Rolf Haumann denn abstimmen Mit dem Ergebnis, dass die BV mit einer Stimme Mehrheit (6:5) dem nachfolgenden Beschlussgremium (Hauptausschuss oder Rat blieb in der Sitzung unklar) empfahl, die Verwaltungsvorlage abzulehnen.

Den Auftrag, einen Alternativvorschlag zur Umgestaltung des Sportzentrums Hackenberg auszuarbeiten, hatte der Rat der der Verwaltung am 25. Februar erteilt. Zitat: „Die Verwaltung wird beauftragt eine Alternativplanung für die Sportflächenentwicklung (Fußball, Leichtathletik, Schulsport) incl. Kostenschätzung für die Sportanlage am Hackenberg zu entwickeln. Zusätzlich soll geprüft werden, welche leichtathletischen und schulsportlichen Angebote zukünftig dort angeboten werden können.“

Damit hatte der Rat der Stadt auf die Sorge der Sportgemeinschaft (SG) Hackenberg 1973 e. V. vor einem weiteren Mitgliederschwund reagiert. „Der Ruf nach Hilfe war sehr berechtigt“, meinte gestern in der BV-Sitzung Torben Clever (FDP). „Diesem Hilferuf hat die Verwaltung mit Erfolg Rechnung getragen“, ergänzte Petra Kuhlendahl von den Grünen. „Ich kann der Vorlage zustimmen!“ Jürgen Kucharczyk, Sprecher der SPD, drückte es so aus: „Die SG Hackenberg braucht dringend Zukunftsperspektiven, und das ist eine realistische Lösung, mit der ich mich anfreunden könnte!“ (Bei der Abstimmung gehörte er zu den Befürwortern). Und auch Roland Kirchner (W.i.R.) schien dieser Meinung zu sein. Er erklärte zunächst, mit dem Alternativvorschlag der Vewaltung "gut leben zu können“, ergänzte dann aber „Wenn es beim Röntgen-Stadion bleibt!“. Wenn nicht, fürchte er eine Zusammenballung der Trainingseinheiten der Sportvereine im Stadion Reinshagen, der dieses nicht gewachsen sein könne.  “Die Vereine befürchten nichts dergleichen“, entgegnete Neuhaus.

Als entschiedene Gegner des Verwaltungsvorschlag outeten sich lediglich Markus Kötter (CDU) und Peter Lange (Linke). „Der Vorschlag überzeugt mich nicht“, stellte Kötter fest. „Er ist kein adäquater Ersatz für das Röntgen-Stadion beim Bau des DOC. Lennep bekommt dann nur noch einen Provinzplatz!“ Und Peter Lange machte sein Nein am Verzicht auf eine 400-Meter-Rundlauf für die Leichtathleten fest: „Eine 250-Meter-Markierung auf dem neuen Fußballfeld wäre lediglich eine Alibi-Aktion!“ (Auf der Zuschauertribüne dürften das Klaus Kreutzer vom Verkehrs- und Förderverein Lennep und Gunther Brockmann von der Lenneper Karnevalsgesellschaft e.V. gerne gehört haben). Dass die befragten Sportvereine und Schulen eine solche, sehr teure und erst viel später zu verwirklichende Infrastruktur gar nicht gefordert hätten, wandte Sportdezernent Thomas Neuhaus vewrgeblich ein. Was die Verwaltung jetzt vorgelegt habe, sei schon im kommenden Jahr realisierbar. „Das ist die schnellste Lösung. Sie bietet für alle Sportarten genug Entfaltungsmöglichkeit und wäre für den Lenneper Sport geradezu paradiesisch!“

Ein Sportentwicklungsplan, wie ihn die Stadt Remscheid bei der Universität Remscheid in Auftrag gegeben habe, sei keine Wunschliste, abgesprochen zwischen Verwaltung und Sportbund Remscheid, ließ Neuhaus durchklingen, sondern „eine Bedarfsmessung“. Auf die tatsächlichen Bedarfe der Vereine komme es an! Und die hätten erklärt, mit dem Alternativvorschlag einverstanden zu sein. Der verspreche für die SG Hackenberg einen ähnlichen Aufschwung durch Kunstrasen wir beim TV Hasten und in Bergisch Born.  „Es ist eine gute Lösung“, betonte er Sportdezernent mehrfach.  Aber bei den Lenneper Kommunalpolitikern siegte, wenn auch knapp, das Bauchgefühl vor der Vernunft. Eine knappe Mehrheit von ihnen  brauchte aber offenbar einen markigen populistischen Etappensieg. Auch ohne Langzeitwirkung.

Automatisierungslabor kostet 255.145,81 Euro

In Remscheids Schulen werden Millionen fließen“, titelte der Waterbölles am 3. September. Insgesamt erhält die Stadt Remscheid aus dem Förderprogramm „DigitalPaktSchule“ 5.916.704 €. 8000 mobile Endgeräte (Laptops, Notebooks und Tablets) wurden inzwischen angeschafft. Und einen besonderen technischen „Leckerbissen“ soll das Berufskolleg Technik an der Neuenkamper Straße bekommen, das von 1600 Schülerinnen und Schülern besucht wird - ein sogenanntes Automatisierungslabor. erhalten soll. Eine Förderungszusage des Landes über 255.145,81 Euro  hat die Stadt erhalten, sondern sie von den Gesamtkosten (300.512,34 Euro) nur noch zehn Prozent (28.349,53 Euro) übernehmen muss. Auch diese Gelder des Landes kommen aus dem Fördertopf des Pakts für Digitalisierung der Schulen in Nordrhein-Westfalen. Und bis September 2022 soll die komplette Summe in der Schule „gut angelegt sein“. Darüber informierten gestern auf einer Pressekonferenz im Rathaus Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Schuldezernent Thomas Neuhaus, Schulverwaltungsleiter Arndt Liesenfeld sowie Oliver Lang, der Leiter Berufskollegs Technik, zusammen mit seinen Lehrerkollegen Michael Löseke und Stefan Schmidt. Dass es für die finanzschwache Stadt Remscheid nicht leicht ist, den nötigen Eigenanteil für diese und andere Investitionen aufzubringen, machte aus Anlass eines Treffens der bergischen Oberbürgermeister zum Abschluss des Pressegesprächs Burkhard Mast-Weisz deutlich.

Samstag 21. Röntgen-Classic mit rund 100 Teilnehmern

Vom Mai in den September verschoben startet am Samstag, 25. September, die 21. Röntgen-Classic mit rund 100 Teilnehmern zur traditionellen Ausfahrt. Wieder sind Oldtimer aus neun Jahrzehnten Automobilgeschichte dabei. Für Frühaufsteher stehen Sekt, O-Saft oder Kaffee in der Nähe des Startbogens bereit. Um 8.30 Uhr soll das erste Auto auf die rund 160 Kilometer lange Strecke durch den Startbogen an der Volksbank, Tenter Weg 1 in Lennep, fahren. Im Minutentakt folgen dann die weiteren Teilnehmer. Für alle liegt das Zwischenziel im Sauerland. Nach diversen Prüfungen und Kontrollstellen könnten die ersten nach drei Stunden den Sport- und Segelflugplatz „Auf dem Dümpel“ in Meinerzhagen erreichen. Für die Teilnehmer gibt es dort ein Mittagessen, für die Oldtimer eine Ruhepause, bis es um ca. 14 Uhr auf die rund 90 Kilometer lange Rückfahrt geht.

Das Vorbereitungsteam rechnet damit, dass die ersten Teilnehmer mit ihren Fahrtzeugen gegen 15.30 Uhr die Lenneper Altstadt erreichen werden. Dort sollen dann die automobilen Schätzchen den interessierten Zuschauern präsentiert werden. Die letzte Etappe führt in Richtung Süden. Dort steht auf dem Hof der Firma Kaltenbach der Zielbogen. Für 16 Uhr ist dort die Zielankunft geplant. Dann wird es für Vorbereitungsteam und Teilnehmer spannend. Die Punkte aus den Prüfungen müssen zusammengerechnet werden. Um 19 Uhr sollen die Sieger in den einzelnen Klassen feststehen und geehrt werden. Die Aktion findet im Rahmen dessen statt, der von den Corona-Schutzverordnung festgelegt wird.

Prima Stimmung auf erster Kirmes nach zwei Jahren

Natürlich musste auch das Wetter mitspielen bei der ersten Kirmes in Remscheid nach bald zwei Jahren Corona-Zwangspause. Hat es zum Glück  auch (bisher)! Die Kirmes läuft noch bis zum 26. September. Dass der Andrang auf Karussells und all das andere, was eine richtige Kirmes ausmacht, so groß war, überraschte denn doch. Auf den als Einbahnstraßen gut organisierten Parkflächen wurde am Samstagnachmittag vielleicht alle Viertelstunde mal ein Parkplatz frei (und darauf dann an der richtigen Stelle zu warten, war pure Glücksache). Für die Anfahrt einen Bus der Stadtwerke zu nehmen, wäre ratsamer gewesen. Aber was nutzt diese Erkenntnis, wenn man schon auf dem Platz steht und wartet…

Es war der allgemeine Drang der Remscheider nach Geselligkeit – in den vergangenen Wochen schon in den Lokalen mit Außengastronomie feststellbar –, der dieser Kirmes zum erhofften Erfolg verhalf. Es war aber auch ein guter Mix von Fahrgeschäften und Angeboten für das leibliche Wohl, der diese Kirmes auszeichnete. Da zeigte sich mal wieder, dass Erfahrung der erste Schritt zum Erfolg ist. Und mit dem Kirmesgeschäft kennt sich die Schaustellerfamilie Schmidt schon seit Jahrzehnten aus.

Übrigens: Schicken Sie doch ein Foto von der Kirmes an 1@kailo.de. Ich würde aus dem eingesandten Schnappschüssen gerne eine Fotocollage für den Waterbölles machen (natürlich unter Nennung aller Fotograf:innen. 😉 )

Sascha von Gerishem hat am schnellsten reagiert. Danke für die schönen Fotos:

Klimacamp begann mit Transparenten und Plakaten

aaa Foto: Lothar Kaiser

‚Klimacamp‘ am Rathaus ist zugleich Mahnwache, titelte der Waterbölles am Donnerstag und stellte die erste größere Aktion des neuen „Bündnis Remscheid“ vor, die auf Initiative von Daniel Pilz, damals Schülersprecher des Röntgen-Gymnasiums und Jugendratsmitglied, inzwischen Vorsitzender der Remscheider Jusos, aus der „Fridays for Future“-Gruppe Remscheid hervorgegangen ist. Auf einer Pressekonferenz im Rathaus hatten die vier Organisator:innen Belinda Tillmanns und Sofia Rodriguez Eckwert, Mitglieder der Projektgruppe „Nachhaltigkeit und Klimaschutz" des Remscheider Jugendrates, Julian Ring und Daniel Pilz über die einzelnen Programmpunkt der Aktion berichtet.

Gestern nun war es soweit: Ein Zelt und ein Pavillon wurden aufgebaut, und heute folgte noch ein zweites Zelt – vor allem aber: Es kamen Transparente und Plakate hinzu. Mit diesen machten die Mitglieder der Remscheider Gruppe von „Seebrücke“ auf die Klimakrise aufmerksam und die sich daraus ergebende wachsende Zahl von Flüchtlingen. Morgen um 11 Uhr beginnt vor dem Rathaus ein „Schöpfungsgottesdienst“ zum Artensterben mit der evangelischen Superintendentin Antje Menn und Bruder Dirk aus Beyenburg. Dazu sind nicht nur Kinder und Jugendliche willkommen, sondern auch ältere Bürgerinnen und Bürger (es sollen mehr als 100 Stühle aufgestellt werden).

Es bleibt vorerst beim aktuellen Artenschutzgutachten

Artenschutzgutachten in Zweifel gezogen“, überschrieb der Waterbölles am 17. Mai eine Pressemitteilung der Remscheider Naturschutzverbände zum geplanten „Interkommunales Gewerbegebiet“ in Bergisch Born („Gleisdreieck“). Das Gutachten zum Artenbestand in diesem Gebiet sei fehlerhaft, griff in der Ratssitzung am Donnerstag die Fraktion der Linken das Thema auf und beantragte, die Verwaltung möge das Gutachten bei einem anderen Gutachter neu in Auftrag zu geben – „in enger Abstimmung mit dem Naturschutzbeirat“. Doch nach längerer Diskussion verzichtete die Linke-Sprecherin Brigitte Neff-Wetzel auf eine Abstimmung. In dieser hatte der FDP-Fraktionsvorsitzende Sven Chudzinski des Antrag als „unangemessen“ kritisiert; der Vorwurf an den Gutachter sei falsch. Ein neues Gutachten zum gegenwärtigen Zeitpunkt habe im Übrigen keine Bedeutung, ergänzte David Schichel von den Grünen, weil das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans und zur Aufstellung eines Bebauungsplans noch gar nicht angelaufen sei. Auch sei erst einmal die Kaufbereitschaft der Grundstückseigentümer abzuklären.

Der Technische Beigeordnete Peter Heinze betonte, dass das aktuelle Gutachten, das auch Ausgleichmaßnahmen skizziere, die Machbarkeit des Projektes bestätigt habe. Aber bei der Aufstellung des Bebauungsplans könne das Artenschutzgutachten sehr wohl ergänzt oder sogar erneuert werden. Die Fraktion der Linken sah damit die Intention ihres Antrags erfüllt.

Gegen den Vorschlag der CDU, den Bauausschuss zu befassen, hatte sich zuvor für die SPD Sven Wolf, Jürgen Kucharczyk und Bezirksbürgermeister Otto Mähler ausgesprochen. Wolf: „Jetzt Zweifel zu säen im luftleeren Raum, das hilft nichts!“ – Kucharczyk: „Ein Zurück in den Bauausschuss würde uns auch nicht weiterbringen!“. – Mähler: „Im Bauausschuss wäre diese Diskussion schon möglich gewesen, fand aber nicht statt!“

Wirtschaftsförderung wird ausgeweitet und verlängert

Pressemitteilung der Bergischen Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid

Die Unternehmen im Bergischen Städtedreieck werden aller Voraussicht nach auch in den Jahren 2022 bis 2027 von den Investitionszuschüssen des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms profitieren können. Dies geht aus der Gebietskarte für die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ hervor, die Bund und Länder gemeinsam beschlossen haben. „Dies ist ein wichtiges Signal, dass die Politik auch in Zukunft die Transformationsprozesse in unserer Region unterstützen wird", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge erfreut. Die Abgrenzung der Fördergebiete bedarf jedoch noch der Genehmigung durch die Europäische Kommission. Die Fördergebietskarte sieht vor, dass Solingen als sogenanntes D-Gebiet den bisherigen Förderstatus behält. Remscheid und weite Teile von Wuppertal können als C-Gebiete mit einer höheren Förderung rechnen. Die Förderkonditionen stehen noch nicht fest. Die Landesregierung hat angekündigt, dass für die kommenden sechs Jahre 1,3 Milliarden Euro für die Modernisierung der Wirtschaft und Regionen des Landes NRW zur Verfügung stehen werden. Dies entspricht dem zweieinhalbfachen Volumen der laufenden Förderperiode.

Vier Stimmen fehlten für einen Zusatz zum Stadtnamen

Künftig 'Werkzeug- und Röntgenstadt Remscheid‘", titelte der Waterbölles gestern. Da aber hatte er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Besser wäre es gewesen, ein Fragezeichen hinter die Aussage zu setzen. Aber irgendwie hatte ich mich in den vergangenen Tagen so mit dem Antrag der Wählergemeinschaft W.i.R. angefreundet, die Ortseingangsschilder der Stadt Remscheid um den Schriftzug „Werkzeug- und Röntgenstadt“ zu ergänzen, dass ich gar nicht in Erwägung gezogen hatte, der Rat der Stadt könnte dazu auch Nein sagen. Bestätigt hatte mich in meiner Annahme die befürwortende Stellungnahme der Verwaltung. Doch die erforderliche Mehrheit von 45 Stimmen (bei 52 anwesenden Ratsmitgliedern) kam überraschenderweise nicht zustande. Mit Ja stimmten nur 41. Damit war der Antrag abgelehnt!

Als er den Antrag aufrief, hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz noch einal dafür geworben: „Ich finde das richtig!“ Aber er fügte hinzu: … und bin gespannt auf die weitere Diskussion". Ahnte er da schon etwas? Sein Satz nach der Abstimmung: „Das Thema werden wir erst wieder aufgreifen, wenn aus der Politik ein mehrheitsfähiger Vorschlag kommt!“

Die „Diskussion“ bestand aus einigen kurzen Wortmeldungen von Sven Wolf (SPD) und David Schichel (Grüne), aus denen hervor ging, dass aus ihren Reihen auch Nein-Stimmen zu erwarten waren (was dann auch zutraf), Brigitte Neff-Wetzel (Linke), die für ihre Fraktion ein Ja ankündigte, und Philipp Wallutat (FDP), der als einziger etwas ausführlicher wurde: „In Remscheid ist das seit 2011 schon mehrfach diskutiert worden. Aber es gibt bis heute kein einheitliches Bild, auch in der RGA-Umfrage nicht. Und 88 Prozent aller Kommunen  in NRW haben von der Möglichkeit des Namenszusatzes bisher keinen Gebrauch gemacht.“ Deshalb riet Wallutat von einer Namensänderung ab. Entsprechend stimmte die FDP-Fraktion anschließend mit Nein. Ob geschlossen, war aus der letzten Reihe des Saales leider nicht zu erkennen.

Waterbölles: SPD und Grüne hatten die Abstimmung freigegeben, das bestätigte das Abstimmungsergebnis. Schade nur, dass sich von den Gegnern des Zusatzes „Werkzeug- und Röntgenstadt“ (aus den übrigen Fraktionen und Gruppen außer der FDP) kein Einziger traute, seine Haltung zu begründen. Das hätte dann vielleicht wirklich zu einer Diskussion führen können. So war der Umgang der Politiker:innen mit diesem Thema insgesamt eher enttäuschend.

„Klimacamp“ am Rathaus ist zugleich Mahnwache

Bündnis hat bergische Zukunftsthemen auf der Agenda“, titelte der Waterbölles am 23. Januar. Rund ein Jahr, nachdem die „Fridays for Future“-Gruppe Remscheid (FFF) ihre Arbeit beendete, hat sich damals das „Bündnis Remscheid“ gegründet, um die alten Klimaprojekte der FFF aufzugreifen, aber auch neue Akzente zu setzen. Man versteht sich nicht allein als Klimagruppe, sondern wolle sich auch um andere für die Zukunft wichtige Themen kümmern. Initiator des Bündnisses ist der ehemalige Kopf der Remscheider FFF-Bewegung, Daniel Pilz, damals Schülersprecher des Röntgen-Gymnasiums und Jugendratsmitglied, inzwischen Vorsitzender der Remscheider Jusos. Aus der Corona-Zwangspause will sich das junge Bündnis, dem Jugendlichen und junge Erwachsenen angehören (darunter Mitglieder des DGB, von Greenpeace und der „Seebrücke“), ab kommenden Freitag, 17. September, durch ein „Klimacamp“ befreien, das vom 18. bis 25. September zahlreiche Interessierte auf den Theodor-Heuss-Platz locken soll, die 3G-Bedingungen vorausgesetzt. Über Einzelheiten der Aktion informierten vor einigen Tagen bereits die vier Organisator:innen Belinda Tillmanns und Sofia Rodriguez Eckwert, Mitglieder der Projektgruppe „Nachhaltigkeit und Klimaschutz" des Remscheider Jugendrates, Julian Ring und Daniel Pilz auf einer Pressekonferenz im Rathaus.

„Wir wollen an die Aktionen von vor knapp zwei Jahren auf dem Rathausplatz anknüpfen und noch einmal auf die zwölf Forderungen der Jugend in Remscheid hinweisen, die damals der Politik übergeben wurden“, sagte Pilz. Die seien längst noch nicht alle erfüllt. Siehe dazu auch Waterbölles vom 6. Juli 2019: „Schüler/innen fordern Politiker-Beitrag zum Klimaschutz“. Julian Ring hat aus Berlin kreative Ideen aus Berlin mit nach Remscheid gebracht,. Die sind in das Programm des „Klimacamps“ eingeflossen, von dem sich das “Bündnis Remscheid“ einen neuen Aufbruch, eine neue Chance verspricht, „Klimaschutz in Remscheid wieder nach vorne zu bringen.“ Ziel sei es, die klimaengagierten Menschen zusammenzubringen, denn gemeinsam könne man viel mehr bewegen.

Am 17. September ab 17 Uhr sollen auf dem Rathausplatz Pavillons sowie Zelte und eine Jurte der Pfadfinder aufgestellt werden – die Pavillons für den Fall, dass es in den nächsten Tagen einmal regnen solle, letztere, um darin Feldbetten aufzustellen und Isomatten und Luftmatratzen auszulegen. Denn nachts sollen bis zu sieben Gruppenmitglieder darin übernachten. Schließlich sei das „Klimacamp“ ja auch als eine Art Mahnwache angelegt, so Daniel Pilz. (Und weil das Allee-Center und das Rathaus nachts geschlossen ist, gehört zum Camp auch ein Dixi-Klo.)

Die Aktionstage sind thematisch gegliedert:

  • Samstag, 18. September: Die Klimakrise trifft uns alle.
  • Sonntag, 19. September: „Schöpfungsgottesdienst“ zum Artensterben (mit der evangelischen Superintendentin Antje Menn und Bruder Dirk aus Beyenburg).
  • Montag, 20. September: „Korruption und Versammlungsgesetz NRW“
  • Dienstag, 21. September: Heiteres “Pub-Quiz" zum spielerischen Erkennen von Parteiprogrammen
  • Mittwoch,  22. September, Energie, Wirtschaft und Greenwashing
  • Donnerstag,. 23. September: Arbeit und Infrastruktur
  • Freitag, 24. September, Globaler Klimastreik (Die Demo „Alle fürs Klima“ soll um 13 Uhr auf dem Rathausplatz beginnen. Zitat: "Zusammen mit Euch möchten wir wieder auf die Straße, um der Politik klar zu signalisieren: So geht es nicht weiter. Unsere Zukunft und die künftiger Generationen muss lebenswert bleiben, Und Ihr habt kein Recht sie zu zerstören. Wir sind die letzte Generation, die dafür kämpfen kann!")
  • Samstag, 25. September: Kleingruppenaktion.

 Daniel Pilz: „Wir möchten mit Akteuren in Remscheid über sozialverträglichen Klimaschutz in den Dialog treten undjungen Menschen die Möglichkeit geben, sich außerhalb von Parteien für Klimaschutz einzusetzen.“ Auch die gegenwärtigen Schülervertretungen in den Remscheider Schulen müssten sich des Thema „Klimaschutz“ wieder verstärkt annehmen, ja es gar für sich neu entdecken, ergänzte Belinda Tillmanns. Sie und Sofia Rodriguez Eckwert hatten beim Besuch in einigen Klassen festgestellt, dass das Problem bewusster gesehen werden müsse, „auch von Lehrerinnen und Lehrern!“ Das Interesse der jüngeren Schüler:innen sei jedenfalls geweckt…

Gestaltungsmehrheit wünscht neue Graffiti-Aktion

Archivfotos: Lothar Kaiser

Remscheids größtes Graffiti macht ein Parkhaus bunter“, titelte der Waterbölles am 25. Oktober 2007, nachdem die Grüne Jugend Remscheid und der Parkservice Remscheid (PSR) im Parkhaus am Markt / an der Kirchhofstraße das Ergebnis ihres Graffiti-Projektes präsentiert hatten. Die Remscheider Grünen hatten sich damals energisch dafür eingesetzt, dass das Remscheider Stadtbild bunter wurde. Dazu gehörte eine Mauer (des Gymnasiums) an der Ludwigstraße und – deutlich größer – die Stützwand zwischen Dorfmühler und Haddenbacher Straße. Das Graffiti darauf blieb allerdings bis heute unvollendet. Dort wie anderswo in Remscheid zeigt sich inzwischen, dass Graffitis nicht davor gefeit sind, zu verbleichen und unansehnlich zu werden. Das dürfte auch den Fassaden-Bildern in Honsberg, den Kino-Motiven an der Unterführung am Hauptbahnhof und den jüngsten Werken auf dem Gelände der „Kraftstation“ nicht erspart bleiben.

Der Aspekt des Vergänglichen taucht in dem Antrag von SPD, FDP und Grünen nicht auf, den diese am Dienstag im Sportausschuss eingebracht haben. Darin wird lediglich die Verwaltung um Prüfung gebeten, welche öffentlichen Flächen/Wände als Freiflächen für Graffiti und Street Art ausgewiesen werden können, welche Kosten für die Erstherrichtung einer solchen Fläche entstehen und welche Folgekosten pro Jahr zu erwarten sind, ob und wenn ja mit welchen Institutionen insbesondere der offenen Kinder- und Jugendarbeit in diesem Zusammenhang Kooperationen eingegangen werden können, die Expertise in diesem Bereich haben, ob alternativ ein „Graffiti-Park“ mit Wänden oder anderen Objekten (z.B. Bauwagen, ausrangierte Zugwagons o. ä.) zum Gestalten angelegt werden kann, welche Kosten für die Erstherrichtung eines solchen „Parks“ entstehen und welche Folgekosten pro Jahr zu erwarten sind.

„Graffiti und Street Art haben sich in den Jahrzehnten von einer Kunstform, die viele zunächst nur als Sachbeschädigung wahrgenommen haben, zu einer etablierten Kunst- und Gestaltungsform im öffentlichen Raum entwickelt“, heißt es in der Antragsbegründung. „Wie in jeder Kunstform gehört viel Übung und Ausprobieren zum kreativen Schaffensprozess. Nun liegt es in der Natur der Sache, dass die wenigsten private Leinwände, sprich Hauswände haben, an denen sie sich ausprobieren können. Neben einzelnen Workshops und Initiativen, bei denen legal Wände gestaltet und besprüht werden, fehlt es aber völlig an legalen Möglichkeiten, sich frei von Vorgaben auszuprobieren. Daher sollten alle Möglichkeiten, solche Flächen zu schaffen und zu unterhalten, eingehend und wohlwollend geprüft werden.“

Waterbölles: Und bitte auch mal die ersten Versuche  von Graffiti in Remscheid mal näher in Augenschein nehmen und sich fragen, was damit geschehen soll!

Derzeit ruht die Planung zur Knusthöhe

„In etwa zwei Jahren sollen auf der Knusthöhe in Lennep Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen. ‚Schützenfeld‘ heißt das 32 Hektar große Plangebiet, das derzeit zum überwiegenden Teil landwirtschaftlich  genutzt wird und etwa zur Hälfte bebaut werden soll. Es liegt nördlich der Altstadt  von Remscheid-Lennep und wird im Norden von der Ringstraße (B 51) begrenzt, im Westen von der Heinrich-Hertz-Straße bzw. Platanenallee,  im Süden begrenzt von der Albert-Schmidt-Allee und  im Osten von der Schwelmer Straße.“ Das schrieb der Waterbölles am 21. Februar 2007, also zu Zeiten von Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein.  In einer Vorlage der Verwaltung zur Sitzung des Naturschutzbeirates am 28. September 2021 (!) heißt es aktuell: „Der Fachdienst 4.13, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Liegenschaften, bemüht sich … derzeit, die südlich an das Plangebiet des Bebauungsplans 680 angrenzenden Flächen zu erwerben, die sich im Besitz des Landes befinden, damit eine zusammenhängende Erschließung und Bebauung möglich wird. Die Verhandlungen haben derzeit noch keinen erheblichen Sachstand. (…) Die planerischen Arbeiten an diesem Bebauungsplan ruhen derweil.“