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Rossetti-Cup: 14.000 Euro für fünf soziale Projekte

Auch in diesem Jahr hat der Hilfsverein Helfende-Handwerker-Remscheid e.V. wieder bei diversen Sport-Events eine stolze Summe (14.000 Euro) zusammengetragen, die auf die eine oder andere Weise Kindern zugutekommt. Beim Helferfest auf dem Gelände der Baufirma von Vereinsgründer Thomas Küster, Auf dem Knapp 3, wurden die Spenden am Samstagnachmittag übergeben. Ganz besonders kann sich in diesem Jahr die Hilda-Heinemann-Schule freuen. Sie erhält 10.000 Euro für das therapeutische Reiten ihrer Schülerinnen und Schüler. Allein 2.500 Euro kamen von der bekannten Pferdeshow „Apassionata“, die sich wie die Helfenden Handwerker für das therapeutische Reiten einsetzt. Vier weitere soziale Projekte werden mit jeweils 1.000 Euro unterstützt, wie der Waterbölles beim Helferfest von Moderator Volker Friese erfuhr – und von den Empfängern der Spenden.

Die Dienstagsmalerinnen auf neuen Wegen

Mit rund 50 Gästen eröffneten am Freitagabend die "Dienstagsmalerinnen" ihre neuerliche Ausstellung in der Remscheider Denkerschmette an der Kippdorfstraße. Die "Fantasien in Aquarell und Acryl" sind Ergebnisse der wöchentlichen Treffen der sechs Remscheiderinnen, die ihrer Mentorin Christa Schwandrau für die fachkundigen Anregungen und für ihre langjährige Freundschaft dankten. Schwandrau ihrerseits würdigte die Fortschritte ihrer Schülerinnen Ruth Gusek, Ulrike Kaiser,  Marianne Klein, Karin Lenz, Rita Schneppe und Angela Wende. Jede habe ihren eigenen Stil entwickelt und dabei zum Teil neue Wege beschritten, was gerade in dieser Ausstellung sehr gut zum Ausdruck komme. Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage durch Ariane Böker (Geige/Klavier). Die Ausstellung wird auch im November noch in der Denkerschmette zu sehen sein.

Damenbesuch in der Unterkunft war strengstens verboten

Domenico Marciano, geboren am 26. Juni 1934 in Nicastro (heute Lamezia Terme) in Calabrien, Italien:

„Ich lebe seit Oktober 1959 hier in Remscheid. Meine Militärzeit habe ich in Rom und Albenga verbracht. Danach arbeitete ich als ausgebildeter Parkettmacher in Bozen. Wir hatten in Bozen beim Arbeitsamt vorgesprochen. Wir wollten eigentlich nach Finnland, erhielten aber vom Arbeitsamt lediglich Angebote für deutsche Städte: Frankfurt am Main, Stuttgart, München und Remscheid.

Für die Ausreise nach Deutschland war eine gesundheitliche Untersuchung in Verona erforderlich. Wir waren 45 Arbeiter; alle kamen dann nach Remscheid zur Firma Bergische Stahl Industrie (BSI). Die Anwerbung und Koordination erfolgte über die Deutsche Kommission in Italien der Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung in Verona auf der Grundlage der Anwerbung der BSI vom 29.12.1958.

Am 1.10.1959 sind wir hier in Remscheid angekommen. Mitarbeiter der BSI haben uns in Solingen Ohligs abgeholt. Zur Begrüßung erhielten wir ein Brot, Milch und Margarine. Gott sei Dank war mein Koffer voll mit italienischen Lebensmitteln: Olivenöl, Käse und hausgemachte Salami. Wir wurden direkt in unsere Sammelunterkunft im Loborn gebracht. Eine Verständigung war nicht möglich, nur über einen Dolmetscher aus unseren Reihen. Wir hatten einen „Kollegen“, das war ein Studierter, der beide Sprachen, deutsch und italienisch beherrschte.

Wir mussten direkt am nächsten Tag mit unserer neuen Arbeit bei BSI hier beginnen. Ich habe dann als Hilfsarbeiter in der Gießerei für einen Stundenlohn von 2,50 DM angefangen. Es bestand aber von Anfang an die Möglichkeit, Überstunden zu machen und oder Akkord zu arbeiten. Nach zwei Tagen habe ich mit Überstunden angefangen. 1959 herrschte hier in Remscheid Wassermangel, so dass wir angehalten wurden, sparsam mit dem Wasser umzugehen. Damals wurde gemunkelt, die Italiener kommen und bringen das schöne Wetter mit. In Remscheid war damals schönes, trockenes Wetter. Wir saßen sogar noch im November 1959 kurzärmlig im Café Conti. Erst im Dezember war dann der Wintereinbruch mit Schnee und Eis. Aber das kannte ich schon aus Bozen. (weiter auf der 2. Seite)

Klicken führt zum'Zeitstrahl' der Ausstellung Zur 200-Jahr-Feier der Stadt Remscheid stellte Heike Hildebrandt vom damaligen Migrationsbüro der Stadt eine Ausstellung („Zeitzeugen-Projekt“) zusammen mit Schilderungen zahlreicher „Zeitzeugen der Zuwanderung“, deren neue Heimat Remscheid geworden war. Das ist jetzt zehn Jahre her. Doch die Geschichten sind es wert, nach vorne gestellt zu werden. Denn darin erzählen die „Zugereisten“, warum sie ihre Heimat verlassen haben, wie sie hier in Remscheid ankamen, welche Erwartungen, welche Hoffnungen, welche Enttäuschungen sie erlebten und warum sie sich trotzdem mit Remscheid verbunden fühlen. Zuwanderung begann aber nicht erst mit den "Gastarbeitern", sondern schon Ende des 19. Jahrhunderts mit italienischen Straßenbauern. Und nach dem nach dem Zweiten Weltkrieg folgten Vertriebene, Flüchtlinge und Heimatlose.

 

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Lassen wir das Küken doch erst einmal piepsen!

Die Waterbölles-Glosse

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In aller Munde war vor zehn Jahren das „Schaufenster der Wirtschaft“. Kaum verging ein Tag, an dem Baudezernent Helmut Kennepohl nicht eine neue Sau durchs Dorf trieb, um das Thema wach zu halten und die heimischen Unternehmer, die er sich als Sponsoren wünschte, wachzurütteln. Gebracht hat es bekanntlich nichts. Denn immer dann, wenn Anmutungen gegen Fakten in einen Wettstreit treten, gewinnen am Ende die Fakten. Die Anmutungen zerplatzen wie eine Seifenblase.

Das möchte ich Peter Heinze nicht wünschen. Der Technische Beigeordnete will mit einem „echten Kracher“ von der Immobilienmesse Expo Real in München nach Remscheid zurückgekommen sein. Das schreibt heute der RGA in seinem Aufmacher auf der ersten Lokalseite in einem fünfspaltigen Artikel, der von der Bergischen Morgenpost übernommen  wurde. Zitat aus dem RGA: „Wie und wo er zündet“ (gem. ist der Kracher) „mochte der Baudezernent ... (noch) nicht verraten. Nur so viel ist klar: Der Kracher ist ein Investor, Projektentwickler oder Unternehmer, den Heinze auf der Expo Real ...getroffen hat“. Aha!

Sagen wir mal so: Unterhaltungswert ungenügend, Nachrichtenwert mangelhaft! Oder: Eine Sau, die keine Beine hat, kann nicht laufen. Manches muss halt erst wachsen, bis es wert ist, von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Peter Heinze tut deshalb gut daran, das Ei mit der guten Nachricht erst einmal auszubrüten. Wenn das Küken dann geschlüpft ist und (in einer ordentlichen Pressekonferenz im Rathaus) ein erstes Mal piepst, bekommt es unsere volle Aufmerksamkeit.

Über die Brücke zu Ehrenämtern aller Art

Mit einem Festgottesdienst in der ev. Stadtkirche am Markt und einem anschließenden Empfang für Freunden und Unterstützern im Vaßbendersaal feierte heute die Freiwilligenzentrale Die Brücke e.V. ihr zehnjährigen Bestehen. Auf diese Weise wollte sich der Vorstand mit seiner Vorsitzenden Annette Potthoff bei allen bedanken, die in diesen zehn Jahren auf unterschiedlichste Weise dazu beigetragen haben, dass die Freiwilligenzentrale heute auf eine erfolgreiche Arbeit bei der Vermittlung von Ehrenamtstätigkeiten verweisen kann. Dank sagte das heutige Brückenteam aber auch allen früheren Brückenteam-Mitgliedern, die durch ihren engagierten Einsatz und die gespendete Zeit die Freiwilligenzentrale  zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Zu den Gratulanten zählten auch Bürgermeister David Schichel (Grüne), Sandra Engelberg (Caritas Remscheid) und Stephanie Krause; sie leitet seit 13 Jahren sie Hagener Freiwilligenzentrale und ist seit drei Jahren auch die Sprecherin aller Freiwilligenagenturen in NRW.

Werkzeugtrasse ist noch keine echte Visitenkarte

Am Samstag beim Kontrollgang der Remscheider SPD auf der Trasse des Werkzeugs

Die SPD-Ortsvereine aus der Innenstadt hatten für heute Nahmittag zum 1. „Kritischen Trassenspaziergang“ auf der Trasse des Werkzeugs eingeladen. Die Mitglieder des OV Stadtmitte / Hasten trafen sich um 14 Uhr auf dem Edeka-Parkplatz auf dem Hasten, die Mitglieder des OV Remscheid-West sammelten sich am Hauptbahnhof. Es ging darum, Zustand der Trasse unter die Lupe zu nehmen und  alles zu notieren, was als verbesserungswürdig wurde oder instandgesetzt werden muss. Im Anschluss an die Wanderung, die ca. eineinhalb Stunden dauerte, trafen sich beide Gruppen in der Gaststätte des Hotels „Abalone“ an der Stockder Straße und tauschten ihre Eindrücke aus. Auf politischer Ebene soll es nach den Herbstferien weitergehen, kündigten Ulla Wilberg und Antonio Scarpino an.

Oktober 2008: Der Waterbölles blättert zurück

Die Überreichung der Urkunde über die Ehrenbürgerschaft. Foto: Lothar Kaiser Neuer Ehrenbürger der Stadt wurde im Oktober 2008 Alt-Oberbürgermeister und Staatsminister a.D. Gerd Ludwig Lemmer im Rahmen der Feierstunde zum Tag der Deutschen Einheit. Auf Vorschlag von Oberbürgermeisterin Beate Wilding und auf Empfehlung des Ältestenrates der Stadt hatte der Rat das am 13. Dezember 2007 beschlossen. In ihrer Laudatio ging Oberbürgermeisterin Beate Wilding auf die wichtigsten Stationen im politischen Wirken des neuen Ehrenbürgers ein. Er denke gerne an die langen, ereignisreichen Jahre zurück, antwortete Gerd Lemmer. Er sei in seiner politischen Arbeit stets um das Wohl der Stadt Remscheid bemüht gewesen. Doch ohne die Unterstützung durch Ministerpräsident Franz Meyers hätte er das für Remscheid Geleistete nicht schaffen können, sagte Lemmer.

2008 gab es noch es viel zu tun in der alten 'Villa Böker' an der Schüttendelle. Fotos: Hans Georg Müller. Dass aus einer alten Villa bis 2010 ein Vier-Sterne-Hotel werden soll, wurde im Oktober 2008 bekannt: Die unter Denkmalschutz stehende „Villa Böker“ an der Schüttendelle, deren Stuckdecken, Parkett- und Marmorfußböden damals beim „Tag des offenen Denkmals“ hatten besichtigt werden können. Joachim Schreiber und Kai-Robert Paulus kündigen an, die Villa aus dem Jahre 1782 aufwendig restaurieren zu wollen. Damaliger (erster) Investitionsrahmen: 950.000 Euro. Bis Frühjahr 2010 werde aus der einstigen Unternehmer-Villa (sie wurde 1902 in den hinteren Teil des Grundstückes umgesetzt) ein Vier-Sterne-Hotel (sechs luxuriös eingerichtete Zimmer und eine Suite, jeweils mit großen Bädern und begehbaren Kleiderschränken) mit Gastronomie (nebst „Raucherzimmer“ und Biergarten) entstehen. Längst bestens bekannt als „Villa Paulus“.
Fotos: Lothar KaiserKurzweil beim Sonntagsspaziergang mit "Auf der Hut". Vor zehn Jahren wurde das Angebot der  Interessengemeinschaft Remscheider Stadtführer gut angenommen. Drei Stunden lang gab es zwischen der Destille Frantzen und dem ehemaligen Bahnhof Vieringhausen an verschiedenen „Stationen“ mit Geschichten und Musik allerlei Kurzweil. Melanie Clemens verriet, dass das „Fringsen“ mit dem Kohlenklau nach Kriegsende zu tun hat. Schade eigentlich, dass "auf der Hut" eingestellt wurde.

Das hat es seitdem nie mehr gegeben: Im Oktober 2008 benannte die türkische Gemeinde Küpeli eine Straße nach Oberbürgermeisterin Beate Wilding. Küpeli liegt in der Region in Zentral-Anatolien, aus der die Mehrheit der türkischen Mitbürger von Remscheid stammt, wie die Verwaltung damals mitteilte. „Die sprichwörtliche Gastfreundschaft, die uns bei jeder Begegnung entgegen gebracht wurde, hat sofort jedes Gefühl von Fremdheit und Distanz vergessen lassen," beschrieb damals Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz sein Reiseerlebnis unmittelbar nach der Rückkehr von einem viertägigen Informationsbesuch in Zentralanatolien mit der Oberbürgermeisterin und Superintendent Hartmut Demski.
Mit dem Rektor der Ahi-Evran-Universität Kirsehir hatten sie die Möglichkeiten eines Bildungs- und Wissenstransfers erörtert, und mit Mehmet Lütfullah Bilgin, dem Gouverneur der Provinz, die Möglichkeiten der interkulturellen Begegnung von jungen Menschen. Dies hatte sich der Freundschaftsverein Remscheid-Kirsehir, der im April 2008 unter dem Vorsitz von Herrn Demski gebildet worden war, zur Aufgabe gemacht. Die Stadt Remscheid hatte Küpeli im September 2006 einen von der Berufsfeuerwehr ausgemusterten Krankenwagen geschenkt, der von Mitgliedern des Remscheider Solidaritätsvereins Küpeli in die Türkei überführt wurde.

Foto: Lothar KaiserPark auf Konsumgelände lässt noch länger auf sich warten“, titelte der Waterbölles am 25. Oktober 2008. Für August hatte die Stadt im Juli 2008 den Abriss des 77 Jahre alten ehemaligen Konsumgebäudes angekündigt. Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein nannte den Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Süd damals den Grund: „Die Firma, die den Auftrag bekommen hatte, hat mit den Arbeiten nicht angefangen!“ Daraufhin wurde die Firma gewechselt.

Die künftige Funktion ist schon erkennbar. Foto: Lothar Kaiser Als beinahe filigrane Stahlkonstruktion entstand vor zehn Jahren das P&R-Parkhaus am Remscheider Hauptbahnhof, später denn häufiger als „Kloake“ in den Schlagzeilen. Im Bild das bereits fertige Treppenhaus und der Aufzugsschacht.

Erste Skizzen zum neuen Quartiersplatz für Honsberg

Duplizität der Ereignisse: Während Andreas Huth vom Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft und Liegenschaften am Dienstag in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid den ersten Entwurf für den neuen „Quartiersplatz“ an der Honsberger Straße vorstellte, tat dies vor Ort, in der „Kraftstation“, die Landschaftsarchitektin Juliane Kopperschmidt vor interessierten Anwohnern, darunter Mitglieder des Quartiersrats Stachelhausen & Honsberg, sowie Vertreter von Institutionen, die in dem vorausgegangenen Beteiligungsverfahren ebenfalls Anregungen gegeben hatten. Und in beiden Prästationen war vom "Grünes Wohnzimmer Stachelhausen" die Rede. Dafür werden derzeit die alte Trafo-Station der Stadtwerke und die ehemalige Kfz-Zulassungsstelle der Stadt Remscheid abgerissen, die talwärts an die „Kraftstation“ angrenzen.

Ein erster Entwurf der Verwaltung zum neuen Quartiersplatz an der Honsberger Straße. Skizze: Stadt Remscheid.Weil der Förderantrag der Stadt an das Land Ende November abgegeben werden muss, damit etwa Anfang 2020, vielleicht sogar schon im Herbst 2019 mit dem Bau des neuen „begrünten Platzes mit Erholungs- und Aufenthaltsqualität“ für Jung und Alt aus den Stadtteilen Honsberg und Stachelhausen begonnen werden kann (Förderbescheid Mitte 2019, dann Beginn der Feinplanung), ist jetzt Eile geboten. Endes dieses Monats soll das Konzept fertig sein und der Politik zur Beratung und Abstimmung vorgelegt werden.

Was wird gewünscht und was davon ist finanzierbar? Das hatten sich am 10. September in der „Kraftstation“ erwachsene Anwohner am 12. September Kinder und Jugendliche gefragt. Und das kam auch am vergangenen Dienstag wieder zur Sprache, schien der erste Planentwurf noch nicht letzte zu sein. Denn auf der Wunschliste hatte auch ein Matsch-Spielplatz mit Wasserpumpe gestanden. Der war aber wegen zu hoher Wartungskosten gestrichen worden. „Gar nicht gut“ befand das am Dienstag die Diskussionsrunde in der Kraftstation, während zeitgleich im Rathaus die fehlende „durchgängige Barrierefreiheit“ in der künftigen Grünanlage kritisiert worden. Aber wie ließe sich die realisieren angesichts des abschüssigen Geländes mit einem Höhenunterschied von 14 Metern? Da wollte sich Andreas Huth verständlicherweise nicht festlegen lassen, verwies jedoch auf einem Weg, der s-förmig durch das Gelände verlaufen soll. Derweil Verena Speer vom Stadtumbaumanagement in der „Kraftstation“ beim Wasser-Spielplatz erneutes Nachdenken – und auch bei mehr Schatten gegen grelle Sonne und Regenschutz. Einen Kiosk wird es aber wohl nicht geben, dafür vielleicht eine „temporären Gastronomie“. Das Symbolfoto, das Andreas Huth dazu in der BV-Sitzung zeigte, erinnerte an das Kaffee-Dreirad von Salvatore Lerose)

Am unteren Ende des Gelände, in der Nähe der Trasse des Werkzeugs, sind Fitnessgeräte (auch für Ältere) und ein „Sonnendeck“ (die frühere Laderampe der Bahn) geplant, weiter oberhalb eine Grünfläche mit Bäumen, unter denen sich gut Picknick machen ließe, dann Spielgeräte für Kinder (Klettergerüst, Hangrutsche, ein Trampolin), weiter oberhalb höhere Treppenstufen, auf denen sich auch gut sitzen lässt (bei Freiluftveranstaltungen). Darüber folgt dann der eigentliche Quartiersplatz mit einem separaten „Senioren-Treffpunkt“ und der „Kraftstation“ nebenan. In deren Unterbeschoss ließen sich sicherlich einige Toiletten einbauen. Ob dafür noch Geld übrig bleibt? Man wird sehen....

Galvanik Blasberg: Boden drei Meter tief verseucht

Chrom im Grundwasser zwingt die Stadt zum Handeln“, titelte der Waterbölles am 26. August 2008. Per Eilentscheid leitete die Stadt Remscheid damals die Grundwassersanierung auf dem Gelände der ehemaligen Galvanik-Firma Otto Blasberg (Vorgänger-Firma) an der Küppelsteiner Straße in die Wege. In der Dringlichkeitsliste 2008 der Bezirksregierung Düsseldorf mit Maßnahmen zur Gefahrenermittlung und –abwehr stand die insolvente Firma damals auf Platz 6. Schon 2007 hatte der Betrieb mit Chromsalzen im Grundwasser Schlagzeilen gemacht. : „Chrom im Grundwasser“. Während die Stadt die Kosten der Sanierung im Dezember 2007 noch mit 300.000 Euro angegeben hatte, davon 240.000 Euro Landesmittel, war im August 2008 von insgesamt 465.000 Euro die Rede. Was für die Stadt Ausgaben von 225.000 Euro bedeutete. Daraus ist inzwischen ein städtischer Eigenanteil von 640.000 Euro geworden. Denn getan hat sich bislang herzlich wenig. Und der neue Sanierungsvertrag mit dem Abfallentsorgungs- und Altlastenverband Nordrhein-Westfalen (AAV) dürfte erst im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Der Verband wickelt in NRW immer dann eine Altlastensanierung ab, wenn ein Verantwortlicher nicht mehr greifbar oder hierzu finanziell nicht in der Lage ist. Und das ist hier der Fall.

Auf ihrer Internetseite brachte die Wählergemeinschaft W.i.R. 2008 den Chromschaden auf dem Gelände in Reinshagen mit einem anderen Umweltskandal in Verbindung. Zitat: „Erinnern Sie sich noch, als sich im Jahr 2001 der Besitzer der Firma Hartchrom Feige (Foto links und Link) aus seiner Verantwortung stahl und dem Bürger Sanierungskosten von über fünf Mio. Euro für das chromverseuchte Grundstück in Hasten hinterließ? Dabei ist die Verwaltung erst eingeschritten, als das Unternehmen insolvent war. (…) Aus unserer Sicht hat die Verwaltung der Stadt Remscheid wieder ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Seit 18 Jahren dokterten die Mitarbeiter des Umweltamtes an dem Problem herum. Schon 1988 wurden starke Chrombelastungen auf dem Grundstück der Firma Blasberg gefunden.“

Mit der Sanierung könne 2020 begonnen werden, kündigte die Verwaltung gestern in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid an. Zu diesem Zweck ließ sie sich die derzeitige Altlastenrückstellung zur Sanierung der Galvanik Blasberg in Höhe von 540.000 € um 100.000  auf 640.000 € erhöhen im Vorgriff auf die noch durch den Rat zu beschließenden Jahresabschlüsse 2017 & 2018. Der Empfehlungsbeschluss der BV an den Rat fiel einstimmig aus. Allerdings kritisierte Fritz Beinersdorf (Linke) die staatliche Ungleichbehandlung von Folgekosten: Während der Bund diese beim Bergbau übernehme, müssten bei Galvanik-Altlasten das Land und die Stadt zahlen. In diesem Fall kommen auf das Land NRW Ausgaben in Höhe von 1.720.000 Euro zu. Das Ziel der geplanten Sanierungsmaßnahmen ist eine Verhinderung von weiteren Schadstoffeinträgen in das Grundwasser, Verhinderung des Abfließens von belastetem Wasser auf benachbarten Grundstücke sowie eine Reduzierung der Chromat- und PFT-Einträge in den Tyroler Bach.

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BV Lüttringhausen wurde gar nicht erst gefragt

Neue Freizeit- und Kulturkarte erhältlich“, überschrieb der Waterbölles am 5. September eine Pressemitteilung der Stadt Remscheid. Darin machte die Stadt darauf aufmerksam, dass die neue Freizeit- und Kulturkarte des Stadtmarketings „Interessierten übersichtlich die wichtigsten Freizeitangebote und kulturelle Highlights der Erlebnisregion Remscheid“ zeige. Der Stadtteil Lüttringhausen kommt darin leider eher am Rande vor. Warum zum Beispiel wird darin nicht auf die alte Bandwirkertradition Lüttringhausens hingewiesen? Schließlich gab es im Lüttroinghauser Rathaus einmal ein so genanntes Bandwirkerzimmer. Richtig, gab es!“ Denn das gibt es nicht mehr, wie die Verwaltung in diesem Monat den Kommunalpolitikern mittteilte. Zitat aus der Vorlage für die heutige Sitzung Bezirksvertretung Lüttringhausen: In der so genannten Bandwirkerstube im 1. Obergeschoss des Rathauses Lüttringhausen befand sich bis zum Sommer 2018 ein etwa 80 bis 90 Jahre alter Bandwirkerstuhl / Webstuhl, welcher wohl Ende der 1980er bis Anfang der 1990er Jahre der Stadt Remscheid von einem Unternehmen mit ehemaligem Betriebssitz an der Olper Höhe zugewendet wurde. Diese Zuwendung erfolgte nach Kenntnisstand der Verwaltung unter Beteiligung des Heimatbundes Lüttringhausen und war mit der Auflage verbunden, das Objekt dauerhaft der Öffentlichkeit als beeindruckendes Schaustück zur  Lüttringhauser Geschichte des Bandwirkens zugänglich zu machen.“ Leider sei der Webstuhl dann in der Folgezeit defekt gewesen, weshalb es keine Vorführungen der Maschine mehr habe geben können.

Daraufhin sei die Bezirksvertretung Lüttringhausen aktiv geworden: „Im Jahr 2014 hat sich dann ein erfolgreiches Lüttringhauser Unternehmen mit Wurzeln in der Bandwirkerei des Webstuhls angenommen. Mit Sachspenden dieses Unternehmens und dem Fachwissen eines ehemaligen Mitarbeiters gelang es, den Webstuhl wieder funktionsfähig zu machen. In der Folgezeit hat der ehemalige Mitarbeiter der Firma für interessierte Bürgerinnen und Bürgern den Webstuhl in der Bandwirkerstube  ein- bis zweimal jährlich in Betrieb gesetzt.

Das änderte sich im vergangenen Jahr, nachdem das Gebäudemanagement den „Auftrag zur Verwaltungsflächenoptimierung“ erhalten hatte dem Ziel, im Rathaus Lüttreinghausen weitere Verwaltungseinheiten unterzubringen. Dazu nun die Verwaltung in ihrer aktuellen Mitteilung: „Im Zuge dessen galt es den Webstuhl aus der Bandwirkerstube zu entfernen, um einen geeigneten Besprechungsraum zu schaffen.“ Die Fa. Halbach Seidenbänder habe sich auf Anfrage spontan bereiterklärt, den Webstuhl mit dem bis dato in der Bandwirkerstube ausgestelltem Zubehör  in ihre Ausstellung an der Ritterstraße aufzunehmen und ihn dort weiterhin nach Absprache der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Auf diesem Wege ist die nachhaltige Sicherung des Erhalts der Betriebsfähigkeit des Webstuhls gewährleistet, da die Firma über das erforderliche Fachwissen im Umgang mit der historischen Maschine verfügt, welches in der Verwaltung nicht vorhanden ist“, so die Verwaltung.  Hierüber habe der Fachdienst Kulturmanagement und Stadtmarketing mit der Firma einen Dauerleihvertrag abgeschlossen. Die zwischenzeitliche Überlegung innerhalb der Verwaltung, den Webstuhl dem Bandwirker-Museum in Wuppertal-Ronsdorf als Leihgabe anzubieten, sei zu Gunsten des Verbleib des Webstuhls in Lüttringhausen verworfen worden.

Hat die Politik der beabsichtigten Aufgabe der Bandwirkerstube im Rathaus Lüttringhausen zugestimmt? Nein! Sie ist vorab gar nicht informiert worden! In der Vorlage wird zwar darauf hingewiesen, dass man die Zustimmung des Heimatbundes Lüttringhausen erbeten und am 18. Juli 2018 auch erhalten habe. Aber: „Die Verwaltung hat versäumt, die Bezirksvertretung Lüttringhausen im Vorfeld der Entscheidung ... zu beteiligen.“