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Pfingsten zu Lennep in längst vergangenen Tagen

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Von alters her, wie man so sagt, ist es zu Pfingsten Sitte, ein Schützenfest und eine Pfingstkirmes zu veranstalten. So auch in Lennep, zu der Zeit, als Lennep bergisch-preußische Kreisstadt war, aber auch schon früher und dann später, in der Weimarer Zeit, in den 1930-er Jahren und bis heute. Natürlich wissen wir alle, ob katholisch oder evangelisch, dass das Pfingstfest und die damit zusammen hängenden Feierlichkeiten kirchlichen Ursprungs sind. Die frühere gesellschaftliche Bedeutung des Festes lässt sich noch an dem Ausspruch erkennen: „Dä hätt singen pingstbesten Antuch an“. Aber nicht nur für den Pfarrer machte man sich fein.

Der Name „Pfingsten§ leitet sich von dem griechischen Wort pentekoste, der Fünfzigste, ab. In seiner ursprünglichen Bedeutung verweist er auf den zeitlichen Abstand zu Ostern (50 Tage). Pfingsten folgt immer auch zehn Tage auf Christi Himmelfahrt, und mit Pfingsten endet insgesamt die österliche Zeit. Was an Pfingsten jedoch eigentlich gefeiert wird, weiß heutigen Umfragen zufolge nur noch eine kleine Minderheit der Deutschen. Im Neuen Testament wird in der Apostelgeschichte erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum jüdischen Fest Schawuot in Jerusalem versammelt waren. Dieses Ereignis wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden.

Vor allem in ländlicheren Gegenden wurde Pfingsten in wesentlich größerem Umfang gefeiert als heute. Davon zeugen nicht nur die vielfältigen Bräuche, die heute z.T. verlorengegangen sind, sondern auch Jahrmarkts-Veranstaltungen mit Karussells, Buden und Ständen. Insbesondere im Rheinland und in Westfalen warten die Veranstaltungen immer wieder mit einer Fülle von Attraktionen auf. Im Rheinland veranstalten auch so genannte Pfingstreiter Aus- und Umritte sowie pittoreske Reiterspiele. Derartige Pfingstbräuche haben ihren Ursprung in früheren Heerschauen, die Volkskundlern zufolge sogar bis ins alte Rom zurückgehen. Mit dem Heiligen Geist haben sie weniger zu tun.

In meinem Lennep-Archiv stieß ich vor längerer Zeit auf ein paar Fotos aus der Zeit um 1927, die einen Schützenumzug am Kölner Tor vor dem damaligen Kaufhaus Karstadt zeigen. Ich selbst kann mich noch erinnern, dass meiner Familie in Lennep während der Kirmeszeit am Mollplatz das Trommler- und Pfeifer-Korps am sonntäglichen Morgen in aller Frühe den Schlaf raubte. Das Korps zog dann zunächst zum Ehrenmal auf der Knusthöhe, manchmal zogen wir Kinder auch mit durch die Stadt und sahen z.B. beim "König von Preußen" oder bei " Käse-Kuge" zu, wie sich die Musiker dort mit einem Klaren oder Bittern stärken ließen.

Das Marschieren auf den Straßen, die Ausmärsche der Vereine sind heute seltener als noch in der Nachkriegszeit und seltener vor allem als in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Wenn man bedenkt, was das "Kölner Tor" in Lennep allein in der Zeit der Weimarer Republik und der Hitlerzeit an Aufmärschen erlebt hat, so wird man dies vielleicht auch gut heißen. Gänzlich unpolitisch waren übrigens auch die Aufmärsche der Schützen und Turner nicht. Sie hatten in der Regel ebenfalls eine nationalpolitische Bedeutung, wenn auch versteckter als bei den Aufmärschen der Nationalsozialisten und Kommunisten, von denen es in Lennep in den 1920-er Jahren und bis 1933 bekannter Weise auch sehr viele gab. Damals gab es bei den Konfrontationen auch in Lennep Todesopfer.

Aber nicht alles war bei den Umzügen und Aufmärschen nur politisch. „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten...“, das gab es auch im Bergischen Land, und man verlor oft nicht nur seinen Jüngsten im Gewühl. Im Gegensatz zur geordneten Marschform zu Beginn der Festlichkeiten verhalfen die Produkte der Kornbrennerei Finger an der Kölner Straße oder der Beyenburger Schnapsbrennerei Braselmann nicht nur zur gehobenen Stimmung, und so manche "Alte" hat, wie im Berliner Volkslied, auf ihrem nächtlich heimkehrenden "Helden" ne volle halbe Stunde herum "poliert".

Remscheider Institutionen berichten oder laden ein

Bergisches Museum Schloss Burg an der Wupper / Ritterspiele im Mai. Es ist der Hauch von Abenteuer, der Traum vom Heldentum, die Mischung aus Romantik und “Action“ und nicht zuletzt die eigene Phantasie, die den Familienverein der „Georgs Ritter“ immer wieder animiert, Jeans und T-Shirt gegen Kettenhemd und Gewand eintauschen. Mit Helm und Standarte reiten sie auf den Turnierplatz und liefern sich, angefeuert von den Zuschauern, heiße Zweikämpfe mit Schwert, Axt oder Morgenstern. Die „Georgs Ritter“ zeigen Pfingsten (19. und 21. Mai, Samstag, 12 und 15 Uhr, Sonn- und Feiertag 11, 14 und 16 Uhr) spannende Schauspiele mit Kämpfen, die trotz allem Schrecken der Historie ein heiteres Spiel bleiben, das Jung und Alt gleichermaßen begeistert und damit eine Gelegenheit für einen Familienausflug ist. Die eigens hierfür geschriebenen Stücke spielen gegen Anfang des 13. Jahrhunderts und handeln z.B. von zu Unrecht verurteilten Pferdedieben oder Hexen, die von tapferen Rittern verteidigt werden. Die „Georgs Ritter“ legen dabei besonders Wert darauf, dass auch Kinder die Handlung nachvollziehen können, um so richtig mitfiebern und mit einbezogen werden zu können, indem sie die “guten“ Ritter lautstark unterstützen. Eintritt: Erwachsene 6,50 Euro, Kinder vier Euro, Kleingruppen 18 Euro. Reservierungen und Kartenvorbestellungen sind nicht möglich.

Sportclub Rot-Weiß e.V. / Jazz meets Tennis. Der TC Blau‐Weiß und der SC Rot‐Weiß laden alle Tennisfreunde und Jazz‐Fans zur Matinee für Pfingstmontag, 21. Mai, ab 11 Uhr in den Rot‐Weiß-Clu, Hägener Strasse 12, ein. „Good time five“ spielt Jazz von New Orleans bis Chicago ‐ für das leibliche Wohl sorgt das Team von Pfeffer & Salz. (Anja Wessel)

„Die Schlawiner“ GGmbH / Ferienaktion „BesserEsser“. Das Jugendteam der Schlawiner veranstaltet in den Pfingstferien ab Dienstag, 22. Mai, bis Freitag, 25. Mai, ein Schulferienprogramm für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Sie erwartet ein buntes Programm rund um Ernährung. Geplant ist ein Besuch auf dem Wochenmarkt, die Herstellung von Frischkäse, die Zusammenstellung einer Brotbackmischung und vieles mehr. Auch die Naturschule Grund wird an einem Tag mit ihrem Aktionsprogramm „Vom Korn zum Brot“ bei den Schlawinern vorbei kommen. Beginn ist täglich um 10 Uhr, Ende gegen 16 Uhr. „BesserEsser“ ist für die Kinder kostenfrei. Da es nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen gibt, sollten sich interessierte Eltern schnellstmöglich anmelden  unter Tel. RS 953 266 oder auf der Homepage  www.dieschlawiner.de unter der Rubrik „Projekte“.

AWO-Ortsverein Lennep-Lüttringhausen / „Rommé und Gesellschaftsspiele“. Der Treff „Rommé und Gesellschaftsspiele“ im „AWO-Haus“, Mollplatz 3, in Lennep findet ab sofort donnerstags statt dienstags um 14 Uhr im statt.

Evangelische Stiftung Tannenhof / Informationsveranstaltung über Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder. Für Donnerstag, 24. Mai, um 15 Uhr lädt die Evangelische Stiftung Tannenhof in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und gemeinsam mit dem Sozialpsychiatrischen Zentrum und dem Augusta-Hardt-Horizonte zu einer kostenfreien Informationsveranstaltung in das Café Elling (Konrad-Adenauer-Straße 2-4) ein. Vorgestellt wird das Angebot und die Arbeit der Stiftung Anerkennung und Hilfe, die ehemalige Heimkinder unterstützt. Hintergrund: Bund, Länder und Kirchen richteten 2017 die „Stiftung Anerkennung und Hilfe“ ein. Sie richtet sich an Menschen, die als Kinder oder Jugendliche in den Jahren 1949 bis 1975 (BRD) beziehungsweise 1949 bis 1990 (DDR) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen untergebracht waren und dort Leid und Unrecht erfahren haben. Bis Ende 2019 können sich Betroffene bei der Stiftung anmelden. (Michaela Düngen)

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Wochenrückblick vom 14. bis 20. Mai 2018

Neuer Bus eine Alternative für Zug nach Köln?

Zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr am 28. Juni und des Rates am 5. Juli haben die Fraktionen und Gruppen von SPD, Bündnis 90/DIEGRÜNEN, FDP und W.i.R. den Antrag gestellt, die Verwaltung möge prüfen, „ob eine langfristige Anbindung der Stadt Remscheid nach Köln unter Einbeziehung der Stadt Wermelskirchen, des Rheinisch-Bergischen Kreises und des Oberbergischen Kreises möglich ist. Begründung: „Dass die Anbindung im Personennahverkehr an die beiden Metropolen Köln und Düsseldorf verbessert werden muss, ist seit langem Wunsch von Stadtspitze und Rat. Die Stadt Remscheid kämpft seit langem um Direktverbindungen in die Rheinschiene. Für pendelnde Berufstätige, deren Wohnort in Remscheid liegt, wie auch als Wirtschaftsstandort, für diejenigen, die in den umliegenden Metropolen wohnen und hier einen Arbeitsplatz haben. Zwischenzeitlich haben sich kurzfristigen Chancen auf eine Direktverbindung nach Köln über das derzeit vorhandene Schienennetz deutlich verringert. Daher sollten wir nun nach Alternativen suchen. Wir setzen uns dafür ein, dass verschiedene Betreiber-Modelle wie auch alternative Personenbeförderungsmittel, die nicht schienengebunden sind, geprüft werden. Dazu sollten die Ideen aus unserer Nachbarstadt aufgegriffen werden. Auch unsere Nachbarstädte suchen derzeit nach besseren Direktanbindungen an die Rheinschiene. Der Rat der Stadt Wermelskirchen hat einstimmig Ideen auf den Weg gebracht, um eine nicht schienengebundene Anbindung zu erreichen. Dazu hat der Rat einen umfassenden Prüfauftrag beschlossen. Dabei soll die Stadtverwaltung Wermelskirchen möglichst unterschiedlichste Verkehrsmittel andenken und Gespräche mit den Nachbarn aufgreifen. Das wäre ein erneutes gutes Zeichen für eine engere Zusammenarbeit im Bergischen.“

Zur Schulentlassung ein Broschüre der Stadt

Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland durch den Präsidenten des Parlamentarischen Rates ausgefertigt und verkündet. 2019 jährt sich zum 70. Mal der Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Und: Am 14. August 2019 wird es 100 Jahre her sein, dass die Weimarer Reichsverfassung verkündet wurde. Zugleich jährt sich am 28. März 2019 zum 170. Mal die Beschlussfassung über die Paulskirchenverfassung. Drei Zeitmarken, die die Fraktion der SPD und die Ratsgruppe der W.i.R. veranlasst haben, zur Sitzung des Rates am 5. Juli die Einführung einer „Schulentlassgabe“ für die Remscheider Schülerinnen und Schüler zu beantragen: „Über lange Zeit war es üblich, dass die Stadt Remscheid den Absolventinnen und Absolventen der allgemeinbildenden Remscheider Schulen eine Schulentlassgabe überreicht. Diese Tradition wurde in den 1990er Jahre im Zuge der Haushaltskonsolidierung beendet. Wir würden es begrüßen, wenn diese Tradition wieder auflebt und zu einem festen Bestandteil im Programmablauf der allgemeinbildenden Remscheider Schulen wird!“

Die „Schulentlassgabe“ als Zeichen der Anerkennung für die erbrachten schulischen Leistungen „soll durch den Oberbürgermeister, den stellv. Bürgermeistern, den Bezirksbürgermeistern und den Vorsitzenden des Schulausschusses im Rahmen der Entlassfeier überreicht werden“, heißt es im Antrag. „Die Schulentlassgabe soll den Wortlaut des Grundgesetzes und der Landesverfassung Nordrhein-Westfalen beinhalten. Den regionalen Bezug soll eine Darstellung der Geschichte des Bergischen Landes und der Stadt Remscheid herstellen.“ Zugleich wünschen sich die Antragsteller darin ein Vorwort des Bundespräsidenten.  Die Finanzierung der soll durch Sponsoren und durch einen Eigenanteil der Stadt Remscheid erfolgen. Aufgabe der Verwaltung wird es sein, die Kosten zu ermitteln und nach einem Sponsor zu suchen.

Budget für zwei weitere Beiräte in Aussicht

„In der Klausurtagung des Beirates für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderungen am 11. November 2017 wurde u. a. ein Beschluss zur Gleichbehandlung der Beiräte in unserer Stadt gefordert. Die Fraktionen und Gruppen von SPD, GRÜNEN, FDP und W.i.R. unterstützen diese Forderung und halten eine Gleichbehandlung aller Beiräte für sinnvoll. Um die Arbeit des Behindertenbeirates und des Naturschutzbeirates sicherzustellen und ihre Arbeit entsprechend zu honorieren, muss diesen Beiräten, wie in den anderen, ein Budget zur Verfügung gestellt werden.“ So begründen die Fraktionen und Gruppen von SPD, GRÜNEN, FDP und W.i.R  ihren Antrag zur Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses am 21. Juni  und zur Sitzung des Rates am 5. Juli, „eine Gleichbehandlung der Beiräte sicherzustellen und für den Beirat für die Menschen mit Behinderungen und den Naturschutzbeirat ein Budget (zurzeit 7.000 Euro/jährlich) im Haushalt 2019/2020 einzustellen.“

Einig über das neue Gewerbegebiet „Gleisdreieck“

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (Remscheid), Bürgermeister Rainer Bleek (Wermelskirchen) und Bürgermeister Dietmar Persian (Hückeswagen“ haben sich für ein interkommunales Gewerbegebiet in Bergisch Born ausgesprochen. Das neue Gewerbegebiet „Gleisdreieck“ soll sich über Gesamtfläche von rund 35 Hektar erstrecken - 18 ha auf Remscheider, zwölf auf Wermelskirchener und fünf auf Hückeswagener Stadtgebiet. Dazu unterzeichneten die drei „Stadtspitzen“ heute Nachmittag im Clubheim des SSV Bergisch Born eine gemeinsame „Absichtserklärung zur partnerschaftlichen Flächenentwicklung“. Im Gespräch war das „Gleisdreieck“ schon seit etlichen Jahren. Doch Wermelskirchen, ohne das die Erschließung des Geländes unmöglich ist, zierte sich, wollte auch gerne mit einem Flächenanteil beteiligt sein. Das soll nun gelingen. Und weil „schöne Kinder“ viele Väter haben, brachten die (Ober-)Bürgermeister ihre Planungsstäbe gestern zum Pressetermin auf der derzeitigen landwirtschaftlichen Nutzfläche gleich mit.

Luftbild des geplanten intermonnunalen Gewerbegebietes.Die Erschließung ist im Westen über Wermelskirchener Gebiet und im Osten über Remscheider und Hückeswagener Stadtgebiet geplant. Umgesetzt werden soll das neue Gewerbegebiet zum Jahr 2023. Ein gewichtiges Wort werden bei der Planung die Regionalräte der Regierungspräsidentinnen Gisela Walsken (Köln) und Birgitta Radermacher (Düsseldorf) mitsprechen, denn Remscheid gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf, die beiden Nachbarkommunen aber zum Regierungsbezirk Köln.

Gewerbeflächen sind im Bergischen Land knapp. Durch die gemeinsame Zusammenarbeit direkt an der Stadtgrenze zwischen Remscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen ergibt sich für alle drei Städte die Chance, weitere zusätzliche Gewerbeflächen zu gewinnen. Oberbürgermeister Mast-Weisz: „Wir stehen in der Verantwortung, der Bergischen Wirtschaft ausreichende und geeignete Gewerbeflächen anbieten zu können. Ich möchte unseren hiesigen Unternehmen und Interessenten attraktive Angebote unterbreiten können. Durch die Zusammenarbeit mit Wermelskirchen und Hückeswagen eröffnet sich dazu am Gleisdreieck die Möglichkeit. Die Stadt Remscheid wird darüber hinaus weitere Flächen, so zum Beispiel die Erdbeerfelder, für die gewerbliche Nutzung entwickeln. Das alles dient der Stärkung des Wirtschaftsraums und der Arbeitsplatzsicherung.“

Kurzes Statement nach der Unterschrift

Bürgermeister Persian begrüßt die Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg so: „Wichtig ist, dass wir gemeinsam attraktive Angebote für die Wirtschaft und damit für die Menschen in unserer Region schaffen. Da nur auf das eigene Stadtgebiet zu schauen, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Zusammenarbeit mit Partnern bringt Vorteile für alle Beteiligten. Ich bin mir sicher, dass das Gleisdreieck ein guter Wirtschaftsstandort werden wird.“ Und auch Bürgermeister Bleek setzt große Hoffnung in das gemeinsame Projekt: „Wir müssen die Stärke unseres Wirtschaftsstandortes erhalten. Dies gelingt uns am besten, wenn wir unsere Kräfte über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus bündeln, denn die Nachfrage nach neuen Gewerbeflächen ist sehr groß. Selbstverständlich ist dabei, dass alle drei Partner von der Entwicklung profitieren und es keine Verlierer gibt.“ (Frage dazu an Dietmar Persian, Burkhard Mast-Weisz und Rainer Bleek nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung im nebenstehenden Video)

Nachfolgend die Absichtserklärung im Wortlaut:

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Strafanzeigen nach Gruppen-Schlägerei

Gestern gegen 18.45 Uhr kam es in Remscheid auf der Straße "Am Lenneper Hof" zu einer Schlägerei zwischen zwei Gruppen. Dabei kamen auch Schlagwerkzeuge zum Einsatz. Zwei Männer im Alter von 19 und 21 Jahren verletzten sich dabei leicht und mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Hintergrund der Auseinandersetzung ist nach ersten Erkenntnissen ein länger bestehender Streit zwischen zwei Beteiligten. Um die Situation zu beruhigen, musste eine Vielzahl von Polizisten zum Einsatz gerufen werden. Die an der Schlägerei Beteiligten erwarten nun Strafanzeigen und Befragungen durch die Kriminalpolizei. (aus dem Polizeibericht)

In Kinderheimen einst Leid und Unrecht erlebt

Im Bild Andreas Naylor und Uwe Leicht. Foto: Lothar KaiserPetra Alice Berg war zwölf Jahre alt, als sie im Juli 1968 in ein Kindersanatorium eingewiesen wurde. In ihrer Jugend war sie immer wieder auch in der Psychiatrie. Heute ist die Wuppertalerin 62, kann sich aber noch gut an das erinnern, was ihr vor fünfzig Jahren widerfuhr: „Im Kindersanatorium probierte man ohne Einwilligung meiner Mutter Medikamente an mir aus, die noch nicht im Handel erhältlich waren oder noch nicht an Kindern erprobt wurden - vor allem Neuroleptika aber auch Schlafmittel." Danach hörte sie Stimmen oder bekam  Tobsuchtsanfälle. Diese haben Petra Alice Berg auch später noch lange belastet. Seit 2006 ist sie erwerbsunfähig, auf betreutes Wohnen und eine Haushaltshilfe angewiesen.

So steht es in einer Pressemitteilung des Landschaftsverbands Rheinland, die gestern Vertretern der lokalen Medien im Otto-Ohl-Haus der Evangelischen Stiftung Tannenhof übergeben wurde. Auf der Pressekonferenz kündigten Andreas Naylor vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) und Pfarrer Uwe Leicht, Geistlicher Vorsteher der Stiftung Tannenhof, auch im Namen des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) und von Augusta-Hardt-Horizonte für Donnerstag, 24. Mai, um 15 Uhr im Café Elling im “Haus für Seelische Gesundheit“, Konrad-Adenauer-Straße 2-4, eine Informationsveranstaltung über die Stiftung „Anerkennung und Hilfe" an. Diese bietet Menschen noch bis Ende 2019 Unterstützung an, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit vom 23. Mai 1949 bis zum 31. Dezember 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990 in der DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren mussten und heute noch an Folgewirkungen leiden.

Zum Beispiel Ingrid Brandt, Jahrgang 1933. Ihre schlimmsten Erlebnisse verbindet sie mit der Dürener Provinzial Heil- und Pflegeanstalt, heute eine Einrichtung des LVR. Dorthin kam sie im Frühjahr 1949, kurz vor Gründung der Bundesrepublik. Im Januar 2017 zitierte sie Till Döring im LVR-Magazin „RHEINLANDweit mit den Worten: „Frechheit war für die Ärzte gleichbedeutend mit Krankheit. Und frech war ich für die, denn ich war ein Mädchen, das sich nicht alles gefallen ließ." Für Ingrid Brandt die Erklärung dafür, dass sie damals in die Psychiatrie kam. Ein Gruppenschlafsaal mit Eisenbetten war für sie und 13 andere Mädchen der einzige Aufenthaltsraum der Station. „Die Strafen waren das Schlimmste", erinnert sie sich. Manchmal wurden sie von Pflegerinnen mit eiskalten, nassen Tüchern umwickelt, die dann zusammengenäht wurden. „Man warf uns anschließend in die Zellen der psychisch kranken Patienten. Wir konnten uns nicht bewegen. Ich hatte Angst um mein Leben!"

Heimkinder in den Nachkriegsjahren. Foto: Landschaftsverband Rheinland.„Kinderheime hat es auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof nicht gegeben“, betonte gestern Pfarrer Uwe Leicht. Bekannt sind Schlagzeilen, die das inzwischen aufgelöste „Gut zur Linde“ der Bergischen Diakonie Aprath in Wülfrath einst machte. Der Diplom-Sozialpädagoge Andreas Naylor leitet beim LVR die Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder beim Landschaftsverband Rheinland (LVR). Das erfahrene Leid sei für die Betroffenen kein singuläres Ereignis, sagt er. Es sei für sie vielmehr traumatisch und präge in vielen Fällen ihr ganzes Leben. Aufgabe der Anlauf- und Beratungsstelle ist es, Menschen beim Beantragen von finanziellen Leistungen aus der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ zu unterstützen, die im Januar 2017 von Bund, Ländern und Kirchen ins Leben gerufen wurde. Sie bietet Menschen Geld und Unterstützung erhalten, die das dam,als erlittene Unrfecht glaubhaft machen können und die Folgen des Erduldeten bis heute nicht völlig überwinden konnten.

Zur Anerkennung des Unrecht und zur Linderung der Folgewirkungen können Betroffene von der Stiftung eine pauschale Geldleistung in Höhe von 9.000 Euro erhalten. Und wer in den Einrichtungen nach dem 14. Lebensjahr sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden, bekommt darüber hinaus eine einmalige Rentenersatzleistung von bis zu 5.000 Euro. „Insgesamt haben sich leider noch zu wenig Menschen bei uns gemeldet", sagt Andreas Naylor. Schätzungsweise 3.300 Menschen könnten in NRW Leistungen der Stiftung erhalten. Im Rheinland haben sich bisher 704 Menschen gemeldet. Von diesen haben 306 inzwischen Geld aus der Stiftung, davon 217 auch Rentenersatzleistungen. Die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ ist beim Landschaftsverband Rheinland unter Tel. 0221 809-5001 oder E-Mail anerkennung-hilfeßlvr.de erreichbar. Dort arbeiten drei Berater. Sie stellen gemeinsam fest, wer in Ergänzung der gesetzlichen Sozialleistungssysteme grundsätzlich Leistungen aus der Stiftung erhalten kann. Bei einem Beratungstermin in Köln oder am Wohnort des/der Betroffenen werden mögliche finanzielle Leistungen aus der Stiftung vereinbart. „Es handelt sich um keine Wiedergutmachung“, sagt Andreas Naylor, „sondern – auch in individuellen Gesprächen – um eine Anerkennung des erlittenen Unrechts!“

Doch nicht alle Betroffenen melden sich. Vielleicht, weil die Erinnerung an das Erlebte nicht wieder aufgewühlt werden soll. Deshalb wenden sich die Berater des LVR mit der Informationsveranstaltung am 24. Mai auch und gerade an die Betreuer von Betroffenen. Nicht ausgeschlossen, dass auch in Remscheid noch Menschen leben, die damals in Heimen Schlägen, Waterboarding, Eingesperrtsein, Zwangsjacke, stundenlanger Fixierung auf einem Stuhl oder psychischem Druck ausgesetzt waren.

Die Eschbach-Elfen

von Alma Mühlhausen

Ein schöner Tag war vergangen. Die Sonne hatte ihr Leuchten vom wolkenlosen Himmel über die grünen Hänge der Wupperberge gestreut. Nun lag noch der Duft der Wiesenblumen über der schlaftrunkenen Landschaft, und der Wind trieb Wellen in das Blütenmeer der Margaretenwiese, die nahe der Burg der Grafen von Berg zur Höhe hinaufkletterte. Hinter den Kronen der alten Eichen stieg der runde Mond hervor. Er schaute auf die Stätte, an der sich in Vollmondnächten die Eschbachelfchen mit den Müngstener Zwergen ein Stelldichein gaben, um über das Wohl und Wehe der Bergischen Heimat zu beraten.

Heute war es ein besonderes Geschehen, das die Zwerge von Müngsten durch den unterirdischen Gang unterhalb der alten Grafenburg hierher geführt hatte. Aus dem Felsspalt schlüpften sie auf die Margaretenwiese und schwenkten ihre Silberbeilchen. Eine Weile schauten sie still dem Schleiertanz der Elfchen zu. Dann rief Zwergkönig Wupperich mit grollender Stimme: „Genug, ihr Elfchen.' Beendet euren Tanz! Ihr wißt, mas uns heute zusammenführt. Es gilt, das schändliche Treiben des liederlichen Müllers zu vereiteln, damit den braven Schmiedleuten Hammer und Heim erhalten bleibt." Schnell ließen die Elfchen ihre zarten Schleiergespinste sinken und umringten die Zwerge. Und nun begann ein eifriges Beratschlagen.

Während noch die Stimmen der kleinen Leute über die Wiese schwirrten, trat plötzlich eine lichte Gestalt aus dem Dunkel des Waldes. Es war die Waldraune, die Königin der bergischen Wälder. Ehrerbietig verneigten sich alle und ließen die Fee in ihre Mitte treten. Es war, als säusele der Wind in den Blättern des Bergwaldes, als die Waldraune sagte: „Ich weiß, was euch heute zusammenführt und bin gekommen, um euch zu sagen, dass ich den Schmiedsleuten helfen will. Den bösen Müller aber wird seine Strafe erreichen. Morgen, zur selbigen Stunde, findet euch wieder an dieser Stätte ein, dann werden Bärbel und Peter, die Hammerschmiedskinder, unter euch sein." Verwundert riefen die Elfchen: „Bärbel und Peter? Wie ist es möglich, dass Menschenkinder unser Märchenreich betreten können?" Die Waldraune lächelte: „Die Heimatliebe wird sie zu euch führen."

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