Skip to content

Auch Planung von Profis kann Schuss „Lokalkolorit“ vertragen

Zur Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Lüttringhausen am 17. August hat Sebastian Hahn, Sprecher der CDU-Fraktion in der BV, die Verwaltung im Auftrag der CDU-Fraktion um Auskunft gebeten über den aktuelle Sachstand und Zeitplan für den Umbau der Kreuzung Eisernstein zu einem Kreisverkehr, den bewilligten Fördergeldern vom Land, sowie eventuell gestiegenen Kosten und Lieferschwierigkeiten der Firmen beim Baumaterial. Hahn: „In welcher Form können Lüttringhauser Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Unternehmen und sonstige Interessierte ihre Ideen für die Gestaltung einer der künftigen „Visitenkarten“ Lüttringhausens, der Kreiselmitte, einbringen? Wie könnte eine Abstimmung über die zu erwartenden vielfältigen Ideen erfolgen?“

In seinem Antrag erinnert er daran, dass die ersten Ideen zum Umbau der Kreuzung am Eisernstein auf die frühen 1990-er Jahren datierten. Zitat: „Im Frühjahr 2021 wurde den Mitgliedern der Bezirksvertretung Lüttringhausen die damalige Planung für den Kreisverkehr vorgestellt, und vor gut einem Jahr wurden die Förderunterlagen bei der zuständigen Stelle des Landes Nordrhein-Westfalen eingereicht. Wie jüngst der Lokalpresse zu entnehmen war, liegen mittlerweile Förderzusagen vor. Daraus folgend sollte die Zeitplanung nun verbindlicher formuliert werden können.“ Die Mitglieder der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung seien bereits mehrfach darauf angesprochen worden, ob auf die Gestaltung der Kreiselmitte noch Einfluss genommen werden könne. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass auch die Planung erfahrener Profis einen Schuss „Lokalkolorit“ vertragen könne. Aktuelles Beispiel dafür sei der neue Park am Lüttringhauser Rathaus.

2023: Suche nach Sanierungsbedarf von Sporthallen

Mündlich berichtete Thomas Judt, der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, in der gestrigen Sitzung des Sportausschusses über den Sanierungsbedarf der städtischen Sporthallen. Den wolle der Fachdienst gemeinsam mit dem Sportamt bis Mitte des nächsten Jahres ermittelt haben. Eine neue Version der gegenwärtig zur Ermittlung des baulichen Zustands der einzelnen Gebäude sei leider nur für viel Geld zu haben. Deshalb habe sich die Verwaltung nach einer kostengünstigeren Lösung umgesehen – und sie auch gefunden. Allerdings steht die Übertragung der Daten von der alten auf die neue Software noch aus. Auch müssten diese anschließend sicherheitshalber noch einmal überprüft bzw. aktualisiert werden. Das soll bei Ortsbegehungen geschehen,. Mit denen rechnet Judt für Anfang 2023. Ein Merkposten wird dann auch die Barrierefreiheit sein.  Mit einer Prioritätenliste („Wo ist die Not am größten?“) der anstehenden Sanierungen sei dann im Sommer zu rechnen.

Zur Diskussion gestellt: Spaziergänge in Stakelhusen (4)

Herr Schmidt, Stakelhusen, hat das was mit Stachelbeere zu tun? Nein, Stakel hat man als Palisaden zur Befestigung benutzt. Angespitzte Holzpfähle oder Staken, die man auch bei Schiffen auf den Kanälen sieht. Daher kommt dieses Stakel, das hat mit Stachel nichts zu tun. Und Stakelhusen ist auch falsch, das muss Stakesen heissen. Stakesen, das ist richtig Remscheider Platt. Nicht Stakelhusen. Wurden die Palisaden hier auch aufgestellt? Das war die Befestigung des Hofes gegen Übergriffe. Vermutlich aus dem 30jährigen Krieg oder früher. Das Hofgut war befestigt mit einem Wall und da oben drauf dann die Palisaden, die Staken. Und Stakelhusen war eine Hofschaft, so wie Remscheid überhaupt aus lauter Hofschaften entstanden ist.

Stachelhausen, das waren drei Hofschaften. Richtung Bahnhof. Da wo auch die Stachelhauser Straße ist, da war Kleinstachelhausen. Dann gab es noch Schmalhausen, ganz klein zwischen Kleinstachelhausen und Großstachelhausen. Und unterhalb der Schienen, also der Sekundärbahn, war dann Honsberg. Und am Kremenholler Kopf, wo die Denkerschmette ist, da unterhalb ist Kremenholl. Da wo das Alexanderwerk war? Ja, noch ein bisschen weiter. Das ist Stachelhausen. Ja dann ist das ja endlich geklärt.

Herr Schmidt, wann ist Stachelhausen entstanden? 1369. Nicht entstanden, aber registriert. Wir haben Dokumente aus der Zeit, wo alle Höfe im Raum Remscheid erfasst wurden. Denn Remscheid ist ja nicht von innen nach außen gewachsen wie andere Städte, sondern durch die Hofschaften. Die Hofschaften breiteten sich immer weiter aus und sind dann bis hoch zum Frohnhof hingewachsen, da wo heute unsere Stadtkirche ist. Da gab es ein Ober- und ein Unterdorf. (…) Unterlagen und Dokumente darüber gibt es im Stadtarchiv. Das Besondere an Stachelhausen ist, dass hier alles zusammen kam. Hier hat man Gänge in die Berge gehauen und Erze geschürft. (…)

Wir sind hier an einem historischen Punkt auf der Trasse. Auf dem Gelände hier wo dieser türkische Supermarkt ist, war vorher Kaufpark. Und vorher war da das Stahl-Walzwerk Ibach. Einige hundert Jahre stand vorne an der Ecke ein kleines Fachwerkhaus, das gehörte zu dem Herrenhof Stachelhausen. Dieser Herrenhof war eine Stiftung des Grafen von Berg an die Johanniter und wurde dann Johanniterhof genannt. Und hier fand jährlich im Mai die Zusammenkunft aller umliegenden Höfe von Ehringhausen bis Westhausen und Reinshagen statt. Die kamen hierhin, mussten ihre Abgaben entrichten in Form von Pfennigen, Hühnern, Schweinen oder Schafen. Danach wurde ein großes Fest gefeiert, mit viel Alkohol. Und das fand genau an dieser Stelle statt. Hier war eine Hofschaft. Remscheid ist aus lauter Hofschaften entstanden, und die sind alle 1369 registriert worden.

(aus „Spurensicherung in Stakelhusen“, herausgegeben vom Caritasverband Remscheid e.V. im August 2019, 94 Seiten, Auflage: 500. Redaktion: Roland Brus, Ursula Lauterjung und Martina Richard. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Caritas.)

Der BV 10 kommt dem Ziel eines Kunstrasenplatzes näher

„Es geht bergauf“, rief in der gestrigen Sitzung des Sportausschusses dessen Vorsitzender Torben Clever (FDP) ermunternd Berthold Fahl zu. Der Geschäftsführer des Ballspielvereins 1910 e.V. (BV 10) war gekommen, weil er sich für Punkt 12 der Tagesordnung interessiert, die geänderte Fortschreibung der Remscheider Sportentwicklungsplanung. Dieser hatte der Ausschuss wenige Sekunden vor dem Zuruf vom Podium einstimmig zugestimmt. Der Beschluss im Wortlaut: „Nach der umgesetzten Grundstücksübereignung des Sportplatzes Neuenkamp vom RSV an die Stadt Remscheid wird die mit Bescheid vom 29. Juli 2021 erteilte Förderzusage über 1.354.979 € zur Modernisierung und Instandsetzung des Bestandsgebäudes des Sportparks am Fürberg an den RSV, Fürberger Straße 32, an den RSV weitergeleitet. Die Stadt übernimmt den zehnprozentigen Eigenanteil in Höhe von150.553 €. Dieses ist vertraglich zu sichern.“

Ursprüngliches Ziel des RSV war der Bau eines neuen Mehrzweckraums am Fürberg. Doch entpuppten sich die Kosten als zu hoch. In Abstimmung mit den Fördergebern wurde daraufhin der Fachdienst Sport und Freizeit beauftragt, aus „Neubau“ im Förderantrag die „Modernisierung und Instandsetzung des Bestandsgebäudes“ zu machen. Und am 31. März bestätigte die Bezirksregierung Düsseldorf die Änderung der Zweckbindungsänderung und die neuen Kostenberechnungen per E-Mail. Auf der Grundlage des aktualisierten Zuwendungsbescheid führte danach die Stadt die Gespräche mit dem RSV über die Vertragsgestaltung, um die Auflagen der Bezirksregierung rechtssicher umzusetzen. Ist der Vertrag notariell beurkundet, kann die Fördersumme aus Düsseldorf nah Remscheids fließen.

Dieser Deal zwischen Stadt, RSV und BV 10 war schon im August 2020 vereinbart worden: Fördergelder des Landes sollten dafür sorgen, dass der „klamme“ RSV sein in die Jahre gekommenes Sportzentrum Fürberg modernisieren und das durch Dioxin belastete „Marsberger Kieselrot“ auf dem Sportplatz am Neuenkamp durch einen neuen Natur- oder gar Kunstrasen ersetzt werden.  könne. Die damalige Übereinkunft, die wegen der Kostenexplosion im Bauwesen wieder in Gefahr geriet: Die Stadt Remscheid erwirbt den Sportplatz Neuenkamp für einen Euro und übernimmt die Kaufnebenkosten (Notar). Nach der Grundstücksübereignung vom RSV an die Stadt erhält der RSV die Förderzusage über 1.354.979 €, und die Stadt trägt den zehnprozentigen Eigenanteil des RSV in Höhe von 150.553 €. Heimat des BV 10 bleibt die Sportanlage Neuenkamp, deren Tennenspielfeld wird zum Kunstrasenplatz umgebaut. Diesem Ziel ist der BV 10 gestern einen großen Schritt nähergekommen.

Stadtteilentwicklungskonzept für Lennep steht an

Die Stadt Remscheid strebt die Ausschreibung eines Stadtteilentwicklungskonzepts Lennep mit den Themenschwerpunkten Aktives und Lebendiges Zentrum, Mobilitätsentwicklung, Entwicklungsimpuls Tourismus und klimagerechte Wohnentwicklung an. Zur Sitzung am 25. Mai hat sie der Bezirksvertretung Lennep einen entsprechenden Beschlussvorschlag unterbreitet. Zitat: „Das Ziel des Stadtteilentwicklungskonzepts ist es, eine Grundlage für zukunftsfähige Planungen zur Attraktivitätssteigerung Lenneps zu schaffen. Es dient u.a. der langfristigen, koordinierten und zielgerichteten Umsetzung von Maßnahmen im öffentlichen Bereich.“

Nach der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im Januar 2022 und der Beendigung der Projektentwicklung zum DOC müssten die Themen des Stadtteilentwicklungskonzepts mit dem Entwicklungsprozess für die neuen Quartiere Lennep abgeglichen werden, so die Verwaltung. Die zu beauftragenden Büros würden sich hierfür laufend abstimmen. Die Vorlage beschreibt die vier Themenfelder im Einzelnen wie folgt:

  • Aktives und Lebendiges Zentrum: Die Kölner Straße und die Altstadt weisen eine Mischung von vielfältigem Einzelhandel, Dienstleistung sowie Wohnen auf. Der besondere Charakter des Gebietes verdient es, zukünftig zu klären, ob diese Funktionen beibehalten werden können und welche zentrale Funktion – unter Betrachtung des Denkmalschutzes – hier im Fokus liegen wird. Zu einem aktiven und lebendigen Zentrum gehört dabei auch die Stärkung des Erholungs- und Freizeitsektors. Dabei fördern potenzielle Grünentwicklungen nicht nur die Gesundheit, sondern auch das Klima. Die zukünftige straßenbauliche Gestaltung der Kölner Straße wird durch eine separat zu beauftragende Straßenplanung abgedeckt.
  • Mobilitätsentwicklung: Um zu einer gut funktionierenden und nachhaltigen Mobilität im Ort zu kommen, müssen auch die Freizeitbereiche auf kurzem Wege nachhaltig angebunden sein. Hierzu ist es notwendig, neue Anreize zu schaffen und ein Wegeleitsystem für zu Fuß Gehende und Radfahrende zu entwickeln. Weiterhin ist hier das Thema des Parkens in der Altstadt ein zentraler Punkt, der durch das Konzept thematisiert werden soll. Das Thema des ÖPNV-Angebots wird im Nahverkehrsplan behandelt, kann aber entsprechend mit der vorliegenden Mobilitätsentwicklung verzahnt werden.
  • Entwicklungsimpuls Tourismus: Lennep bietet ein hervorragendes touristisches Potenzial. Der gesamte Altstadtbereich steht als Rundling unter Ensembleschutz, ebenso tragen die Einzeldenkmäkler zur Qualitätsbildung bei. Kulturelle Einrichtungen, wie z.B. das Röntgenmuseum, Klosterkirche oder Stadtbibliothek sind vorhanden und werden rege genutzt. Die Freizeitgestaltung unter dem Thema „Wasser“ (Talsperren, H2O, Gradierwerk und Kneipp-Becken) nimmt neben der Landschaft einen großen Raum ein. Diese vorhandenen Qualitäten gilt es weiter zu entwickeln und auszubauen. Es sollen unter Berücksichtigung bestehender Grundlagen und Personengruppen inhaltliche Ziele für einen erfolgreichen Tourismus benannt werden, um diesen aus der Innenperspektive mit Stahlkraft heraus zu entwickeln.
  • Klimagerechte Wohnentwicklung: Die klimagerechte Entwicklung von (Bestands-)Immobilien und Siedlungen ist eine der großen Herausforderungen im Bauwesen. Hier sind besonders zwei Bereiche im Fokus: Für die bestehenden GEWAG-Wohnhäuser an der Ring- und Zeppelinstraße (erbaut zu Beginn des 20. Jahrhunderts im Stil einer Gartenstadt/Arbeitersiedlung) gilt es im Konzept darzustellen, wie die Gebäude mit Betrachtung der Lage und Zustand zukünftig genutzt werden können. Dabei sollen Varianten eines Umbaus im Bestand oder einer Niederlegung der leerstehenden Gebäude mit anschließendem Neubau unter städtebaulichen und klimabezogenen Aspekten verglichen werden. Zusätzlich ist das Neubaupotenzial Knusthöhe hinsichtlich einer klimagerechten Siedlungsentwicklung zu betrachten.“

Die Stadt will die Öffentlichkeit intensiv an der Erarbeitung des Konzepts beteiligen; ein entsprechendes Beteiligungskonzept sei Bestandteil der Ausschreibung. Auch die laufende Rückkopplung zur Entwicklung der Brachflächen an der Röntgenstraße / Mühlenstraße zu neuen Quartieren für Lennep werde Bestandteil der Aufgabenstellung sein. (Ausgangspunkt war eine Online-Konferenz zur Zukunft von Lennep mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern im September 2021.)

Sanitäranlagen von sechs Sportstätten vor Sanierung

Zur heutigen Sitzung des Ausschusses für Sport und Freizeit hat die Verwaltung den Ausschussmitgliedern empfohlen, grünes Licht zu geben für die  Planung zur Sanierung der Sanitäranlagen auf den Remscheider Sportanlagen gemäß dieser Prioritätenliste

  • Sportanlage Struck
  • Sportanlage Bergisch Born
  • Sportanlage Honsberg
  • Sportanlage Hackenberg
  • Sportanlage Am Stadtpark
  • Sportanlage Bliedinghausen.

Die erforderlichen Haushaltsmittel in Höhe von jeweils 445.700 € im Doppelhaushalt stünden zur Verfügung, so die Verwaltung. Dank des Kunstrasenprogramms, das in Zusammenarbeit mit den Technischen Betrieben entwickelt und in den vergangenen Jahren umgesetzt worden sei, hätten viele Vereine, die bis dahin nur ein Tennenspielfeld hatten, ihre Mitgliederzahlen zumindest gehalten können bei zunehmenden sportlichen Aktivitäten. „Zeitverzögert musste allerdings festgestellt werden, dass die Infrastruktur auf allen Sportanlegen … nicht mehr den modernen Anforderungen entspricht und entsprechend störanfällig ist. Insbesondere die Sanitäranlagen der Sportstätten unterliegen einer hohen Beanspruchung – seit Jahren Thema in den Gesprächen mit den Vereinen.“

Im Stadtbezirk entscheidet die Bezirksvertretung

Eine Fahrradstraße von der Engelsburg durchs Feldbachtal Richtung Kräwinklerbrücke wird es nach Auffassung der Stadtverwaltung nicht geben. Begründung: Für diesen Antrag der Fraktionen von SPD, Grünen und FDP sei allein die Bezirksvertretung Lennep zuständig, und die habe den Antrag am 30. März abgelehnt. Dies hat die Stadt der BV Lennep zur Sitzung am 25. Mai mitgeteilt, ferner dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Mobilität (2. Juni) und dem Hauptausschuss (9. Juni). Die Entscheidungsbefugnis für die Errichtung einer Fahrradstraße sieht die Verwaltung in diesem Fall ausschließlich bei der BV Lennep: Für die Gemeindestraßen, deren Ausbau, Instandsetzung Unterhaltung und „Umgestaltung … zur Erreichung angepasster Fahrgeschwindigkeiten“ seien nach der Gemeindeordnung NRW (§ 37) die Bezirksvertretungen zuständig, aber  n i c h t für die Widmung einer Gemeindestraße als Fahrradstraße ohne baulichen Maßnahme nicht zuständig – hätte es da nicht 1984 eine Novellierung der Gemeindeordnung gegeben. Seitdem haben Bezirksvertretungen „eine gesetzliche Entscheidungsbefugnis … grundsätzlich in allen Angelegenheiten, deren Bedeutung nicht wesentlich über den Stadtbezirk hinausgeht; Vorschiften der Hauptsatzung dürfen den gesetzlichen Zuständigkeitsbereich weder einschränken noch erweitern (siehe Urteil des Verwaltungsgerichts Düsseldorf vom 14. Februar 1997, AZ 1K 833/96 und des OVG vom 7.7.1997, AZ 1_K_833_96).

Abbiegen in spitzem Winkel erhöht die Sturzgefahr

zur Sitzung der Bezirksvertretung Lennep haben die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP den Antrag gestellt, die Verwaltung möge die Einrichtung einer Radfahrspur auf dem Bürgersteig vor dem Bahnhof Lennep prüfen. Begründung: „Die bisherige Zuführung von Radfahrenden am Bahnhof Lennep auf die Balkantrasse ist nur schwer zu erkennen. Als Folge davon nutzen die meisten Radfahrenden verbotswidrig den Bürgersteig des Bahnhofs. Dies ist für Fußgänger und Radfahrende eine nicht ganz ungefährliche Angelegenheit und führt häufig zu Konflikten. Zudem ist die bisherige Führung für Radfahrende über den P+R-Parkplatz alles andere als sicher, da dort an haltenden Bussen vorbei, deren Fahrbahn kreuzend, abgebogen werden muss und gegen die Ausfahrt des P+R-Parkplatzes eingebogen werden soll.“

Für von der Balkantrasse kommenden Radfahrerinnen und Radfahrer stelle sich, so die Antragsteller, eine andere Gefahrensituation dar, die entschärft werden sollte: „Um von der Balkantrasse wieder auf die Robert- Schumacher-Straße zu kommen, muss bisher in einem sehr spitzen Winkel auf den P+R- Parkplatz abgebogen werden, der für ältere und weniger bewegliche Radfahrende die Sturzgefahr erhöht. Daher wird auch aus dieser Richtung kommend der Bürgersteig sehr häufig verbotswidrig von den Radfahrenden genutzt.“ Für beide Richtungen sei die Beschilderung zudem kaum zu sehen und somit wirkungslos.

Ab Dezember im Stundentakt schneller nach Düsseldorf

Das Remscheid eine stündliche Direktverbindung auf der Schiene nach Düsseldorf bekommen soll, RE 47 genannt, ist keine neue Nachricht. „Zug nach Düsseldorf ab Ende 2022 bzw. Anfang 2023“, titelte der Waterbölles am 26. Juni 2021, nachdem Frank vom Scheidt die Information aus der Verbandsversammlung des  Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) in der damaligen Sitzung des Rates der Stadt verkündet hatte. „Das ist eine riesige Chance für Remscheid als Wohn- und Arbeitsstandort!“, freute sich damals Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Und David Schichel (Grüne) zeigte sich überzeugt, „dass diese Verkehrsverbindung viele Leute vom Auto in den Zug locken wird!“ Das bedeute aber auch, dass sich Rat und Verwaltung in nächster Zeit um weitere P&R-Parkplätze in Remscheid kümmern müssten.

Davon war bislang noch nicht die Rede. Stattdessen fand die FDP-Fraktion ein Paar in der Suppe: Der neue Direktzug  werde in Güldenwerth nicht alten, kritisierte sie am 24. März 2022 in einer Pressemitteilung. Und damit werde dann „der gesamte Remscheider Westen und auch Fahrgäste vom Hasten und Teilen der Innenstadt von dem RE 47 abgekoppelt“. Das sei nicht nachvollziehbar. Zumal „ die beiden Haltepunkte Solingen-Grünewald und Solingen-Mitte angefahren werden, obwohl diese nur einige hundert Meter auseinanderliegen.“

Wer daraufhin annahm, der VRR würde seine Pläne n och einmal überdenken, täuschte sich, wie jetzt eine Vorlage der Stadt Remscheid zur Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Mobilität am 2. Juni deutlich macht. Demnach wird der neue Regionalexpress 47 folgende Bahnhöfe / Haltepunkte ansteuern:

  • · Remscheid-Lennep,
  • · Remscheid Hauptbahnhof,
  • · Solingen Mitte,
  • · Solingen Grünewald,
  • · Solingen Hauptbahnhof,
  • · Hilden,
  • · Düsseldorf-Eller Mitte,
  • · Düsseldorf Hauptbahnhof.

In Güldenwerth soll der Zug also nicht halten, ebenfalls nicht an den Düsseldorfer Haltepunkte Volksgarten und Oberbilk. Auf diese Weise verkürze sich „die Fahrzeit zwischen Remscheid-Lennep und Düsseldorf Hauptbahnhof um zehn Minuten im Vergleich zur aktuellen Direktverbindung der S7“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Und weiter: „Die neue Linie … soll ab dem Fahrplanwechsel im Dezember … die Verstärkerfahrten der S7 ersetzen. (…) Weitere Informationen folgen zu gegebener Zeit.“

Ukraine-Begegnungscafé war gut besucht

Kennenlernen in der Denkerschmette. Foto: Lothjar KaiserIn Kooperation mit dem Verein "Bergisch Land Hand in Hand e.V." hatte die Denkerschmette am Samstag ukrainische Flüchtlinge, Helfer und Unterstützer zu einem Begegnungscafé eingeladen. Und konnte sich über den guten Zuspruch freuen. . Bei Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken ließen sich Kontakte knüpfen und Erfahrungen und Informationen austauschen. Der Verein "Bergisch Land Hand in Hand e.V." kümmert sich aktuell sehr um die Belange der ankommenden Flüchtlinge aus der Ukraine in Remscheid. Er unterstützt sie mit Rat und Tat bei Behördengängen, richtet Wohnungen ein und versorgt die Menschen mit allen nötigen Dingen des täglichen Lebens. Und dies soll in nächster Zeit, was Beratungen angeht, auch zweimal in der Woche in der Denkerschmette geschehen. Der Verein finanziert sich aus Spenden und organisiert alle Hilfen ehrenamtlich. Petra und Robert Köser möchten mit dem Ukraine-Begegnungscafé und darüber hinaus helfen, Menschen zu vernetzen und in ungezwungener Atmosphäre zusammenzubringen. Manche Probleme könnten vielleicht unbürokratisch, Hand in Hand, gelöst werden.

Zur Diskussion gestellt: Spaziergänge in Stakelhusen (2)

„Eine Schneiderei. Im Laden eine aus Afrika stammende Kundin. Die Schneiderin kommt aus Süditalien, sie lebt schon länger hier. Sehenswürdigkeiten? Ne. Remscheid hat nix. Wieso? Ne, Remscheid ist tot. Weil das Wetter so schlecht ist? Ne, auch sonst. Die ganze Einkaufsstraße ist tot. Nix Lebendiges. Und keine Arbeit. Das macht was mit den Menschen, macht alles so ernst, so traurig. Was sollte hier denn geschehen? Keine Ahnung! Hier kommen sicher viele Leute und erzählen von ihren Problemen. Sie sind bestimmt eine gute Psychologin! Was denken Sie, was die Menschen hier vielleicht brauchen? Keine Ahnung. Sie lächelt. Schneiderei braucht man immer...

Und dann kommt Mariella: Sie ist oben in der Praxis Arzthelferin. Sie kommt immer runter zum Rauchen. Auch sie ist Italienerin, hier geboren, vielleicht Ende Dreißig. Stachelhausen? Sie weiß, wo Stachelhausen ist. Gleich da vorne beginnt die Stachelhauser Straße. Wir fragen weiter: Was braucht man denn hier in Remscheid? Mariella: Früher, als wir kamen, da durfte man nicht ein Restaurant neben dem anderen machen, da musste immer Abstand dazwischen sein, heute ist kein Abstand mehr dazwischen. Wie meinst du das? Ja, auch in den Häusern müsste mehr durchmischt werden. Deutsche, Brasilianer, Italiener, aber hier ist alles gleich. Alles Döner hier.“

(aus „Spurensicherung in Stakelhusen“, herausgegeben vom Caritasverband Remscheid e.V. im August 2019, 94 Seiten, Auflage: 500. Redaktion: Roland Brus, Ursula Lauterjung und Martina Richard. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Caritas.)

Einsätze wegen Knallkörpern und Zigarettendieben

Knallkörper verursachten größeren Polizeieinsatz: Gestern Vormittag gegen 9.30 Uhr meldeten Anwohner des Honsbergs, dass eine Person mit einer Waffe aus dem Fenster eines Mehrfamilienhauses an der Honsberger Straße geschossen habe. Um eine Gefährdung auszuschließen, sperrte die Polizei den Nahbereich ab. Angeforderte Spezialeinsatzkräfte konnten den 37-jährigen Mann in seiner Wohnung sichern. Dabei zog er sich eine leichte Verletzung zu. Der Rettungsdienst brachte ihn vorsorglich in ein Krankenhaus, wo der Mann hinsichtlich einer psychischen Erkrankung untersucht wird. Erste Ermittlungen deuten darauf hin, dass Knallkörper die vermeintlichen Schussgeräusche verursacht haben.

Zigarettendiebe in Untersuchungshaft: Am vergangenen Freitag gegen 19 Uhr kam es in einem Discountmarkt an der Burger Straße in Remscheid zum Diebstahl von Tabakwaren. Mitarbeiter des Marktes bemerkten ein geöffnetes Fenster in einem Lagerraum und das Fehlen einer Vielzahl von Zigarettenpackungen. Zeitgleich beobachteten Zeugen zwei Männer, die mehrere Kartons über den Zaun eines benachbarten Grundstücks reichten. Die Polizei nahmen die beiden verdächtigen Männer nach kurzer Flucht in Tatortnähe fest. Sie führten Zigaretten im Wert von mehreren tausend Euro und ein Messer mit sich. Die Verdächtigen (27 und 35 Jahre) wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft Wuppertal einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ordnete Untersuchungshaft an. (aus dem Polizeibericht)