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Veranstaltungen und Termine im Ev. Kirchenkreis

Kirchenmusikdirektor Christoph Spengler hat zusammen mit seiner Frau Anja und Natalie Lutschinski, Studentin der Pop-Akademie einige Lieder aufgenommen, die „in dieser merkwürdigen Zeit ein klein wenig Trost spenden mögen.“ Die gesamte Playlist („Trost-Lieder“):  https://www.youtube.com/playlist?list=PLw5JH7-sbb24rY2VQX6LgZMQokpOlLmMm

Die einzelnen Lieder gibt es zum Abrufen bei YouTube unter

Nähme ich Flügel der Morgenröte
https://youtu.be/1BK2ikR81ws

In der Stille angekommen (Beten)
 https://youtu.be/-Zo5X7yTm4E

Mögen sich die Wege (Irischer Segen)
https://youtu.be/rk_Kox9i75g

Lobe den Herrn, meine Seele
https://youtu.be/YV--JmqD_40

Du bleibst an meiner Seite (Treu)
https://youtu.be/9YIH7QmH76o

Du bist heilig

https://youtu.be/TC-jqOAMUmY
Da berühren sich Himmel und Erde
https://youtu.be/xvwbA6JIfdI

Anker in der Zeit

https://youtu.be/ACtqDxWswSI

 

Liebe Freunde der Remscheider Citykirche,

Liebe Freunde der Citykirche für Remscheid, aus aktuellem Anlass mussten wir für den April sämtliche geplanten Veranstaltungen und Konzerte in unseren Gemeinden absagen. Das ist gerade vor dem Osterfest ganz besonders schmerzlich. Wir möchten Sie in diesem Monat aber auf neue geistliche und diakonische Angebote aus unseren Alt-Remscheider Gemeinden und dem Kirchenkreis Lennep hinweisen:

Gemeinschaft im Gebet: Da auch die Gottesdienste an der Remscheider Stadtkirche (Citykirche) aufgrund der Corona-Krise derzeit leider ausfallen müssen und wir dort keine Möglichkeiten haben, einen digitalen Gottesdienst aufzuzeichnen, laden wir alle Remscheiderinnen und Remscheider dazu ein, an den Sonntagen gemeinsam zu beten.

Jeden Sonntag um 10 Uhr läuten die Glocken der Evangelischen Stadtkirche am Markt in Remscheid für fünf Minuten. Damit beginnt die gemeinsame Gebetszeit, die jede und jeder für sich oder mit der Familie nutzen kann, um seine Gefühle, Sorgen, Ängste und Hoffnungen vor Gott zu bringen. Dass wir so zur gleichen Zeit beten, soll uns stärken und uns wissen lassen, dass wir gerade in schweren Zeiten auch über die räumliche Distanz hinweg miteinander im Geist verbunden bleiben.

Gottesdienste online: Unter www.evangelischaufdemhasten.de können sSe am Sonntagmorgen um 10.30 Uhr Gottesdienste aus der Evangelischen Pauluskirche sehen. Sie sind dabei mit all denjenigen verbunden, die dann ebenfalls vor dem Bildschirm, Handy oder Tablet sitzen.

Auf der Homepage unseres Kirchenkreises unter www.ekir.de/lennep/ finden Sie aktuelle geistliche und gottesdienstliche Angebote in Ihrer Nähe.

Auf www.ekir.de können Menschen an jedem Sonntag einen Gottesdienst aus einer Gemeinde der Evangelischen Kirche im Rheinland mitfeiern.

Gottesdienste im Fernsehen und im Radio: Die Auferstehungskirchengemeinde hat eine Auflistung von aktuellen gottesdienstlichen Angeboten im Fernsehen und im Radio zusammengestellt.

Hotline der Diakonie: Unter dem Motto: „ Wir sind für Sie da! – Die Diakonie-Corona-Hotline hilft!“ startet die Diakonie im Kirchenkreis Lennep ab Montag, dem 30. März 2020, eine extra eingerichtete Hotline unter Tel. RS 5916066. Sie ist von Montag–Freitag von 9 bis 16 Uhr erreichbar.

Die Diakonie-MitarbeiterInnen unterstützen durch Beratung und Vermittlung. Die Hotline bietet aber ausdrücklich keine gesundheitliche Beratung rund um Corona an.
Die Corona-Pandemie hat nicht nur massive Auswirkungen auf das Gesundheitswesen. Soziale Kontakte sind stark eingeschränkt. Bis auf weiteres können auch die Anlaufstellen für die Beratungsangebote der Diakonie nicht persönlich aufgesucht werden. Gleichzeitig erkranken immer mehr Menschen, immer mehr Menschen sind in häuslicher Quarantäne oder Isolation. Die Medien sind mit immer neuen Nachrichten überflutet. Vor allem für ältere Menschen und für Menschen ohne Angehörige und Freunde, aber auch für Familien in schwieriger Lage ist diese Situation eine große Herausforderung.

Mit der Telefon-Hotline will das Diakonie-Team einen Beitrag dazu leisten, der Vereinsamung und Überforderung entgegenzuwirken und bei der Suche nach Unterstützung zu helfen. Die derzeitige Kontaktsperre bringt außerdem weitergehende Probleme, wie z.B. psychische oder emotionale, aber auch finanzielle Notlagen.

Was also tun, woher bekomme ich Informationen, wer kann mir helfen? Diese und ähnliche Fragen können die Menschen ab sofort über diese Telefonhotline an das Beraterteam der Diakonie richten.

Die Remscheider Tafel: Die Ausgaben der Tafel Remscheid finden weiterhin wie gewohnt statt. Die Tafel möchte sicherstellen, dass Bedürftige auch jetzt mit Lebensmitteln versorgt werden, aber ebenso gilt es die ehrenamtlichen Helfer schützen, welche zum größten Teil zur Risikogruppe bei einer Infektion gehören.

Daher werden die bewährten Teams zurzeit von MitarbeiterInnen der Diakonie, der Citykirche, MyViertel und von Foodsharing-Remscheid unterstützt. Außerdem wurden die Abläufe der Lebensmittelausgabe entsprechend den Hygienevorgaben geändert.

Aktuelle Informationen und Anregungen finden Sie immer auch unter "www.stadtkirchengemeinde.de.

Bleiben Sie gesund und seien Sie herzlich gegrüßt
Ihr
Martin Rogalla
Citypfarrer
Evangelische Stadtkirchengemeinde Remscheid

Remscheider Institutionen berichten oder laden ein

Diakonie im Kirchenkreis Lennep / Die Diakonie-Corona-Hotline hilft. Unter dem Motto: „Wir sind für Sie da! – Die Diakonie-Corona-Hotline hilft!“ hat die Diakonie im Kirchenkreis Lennep eine extra eingerichtete Hotline unter Tel. RS 5916066. Sie istbis auf Weiteres von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr erreichbar. Die Diakonie-Mitarbeiter*innen unterstützen durch Beratung und Vermittlung, bieten aber ausdrücklich keine gesundheitliche Beratung rund um Corona an. Mit der Telefon-Hotline will das Diakonie-Team einen Beitrag dazu leisten, der Vereinsamung  und Überforderung entgegenzuwirken und bei der Suche nach Unterstützung zu helfen. Die derzeitige Kontaktsperre bringt außerdem weitergehende Probleme, wie z.B. psychische oder emotionale, aber auch finanzielle Notlagen. Was also tun, woher bekomme ich Informationen, wer kann mir helfen? Diese und ähnliche Fragen können die Menschen ab sofort über diese Telefonhotline an das Beraterteam der Diakonie richten. In Kürze soll das Beratungsangebot auf die Städte Hückeswagen, Radevormwald und Wermelskirchen, ausgeweitet werden. Diese Kommunen gehören auch zum Einzugsbereich der Diakonie im evangelischen Kirchenkreis Lennep. (Florian Schäfer)

Lüttringhauser Turnverein / Jahreshauptversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben / Maiwanderung fällt aus. Der LTV hat beschlossen, die traditionelle Maiwanderung in diesem Jahr ausfallen lassen. Aufgrund der Ereignisse der letzten Wochen war diese Entscheidung alternativlos. Der LTV trägt die Verantwortung für die Teilnehmer der beliebten Maiwanderung; er bedauert diese Entscheidung.
Der geschäftsführende Vorstand des LTV hat beschlossen, die auf den 24. April 2020 terminierte Jahreshauptversammlung auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Auch diese Entscheidung war unausweichlich. Sobald es die Umstände wieder zulassen, werden wir eventuell über einen neuen Termin entscheiden.

„Das Caritasohr“ hört. In der jetzigen Ausnahmesituation sind weitestgehend alle Beratungs- und Anwesenheitsdienste in den Rückzug gegangen. Der Caritasverband Remscheid will trotz der momentanen Beschränkungen Menschen, die alleine, einsam oder alt sind und nicht besucht werden können, ein Gegenüber sein: „Deshalb organisieren wir unsere ‚Ohren‘ und werden telefonisch für all Anrufer und ihre Anliegen erreichbar sein. Konkret heißt das: Wir werden da sein, einfach zuhören, offene Fragen bestmöglich beantworten und im Bedarfsfall an aktuelle und bestehende Angebote innerhalb der Stadt Remscheid weitervermitteln.“ Erreichbar bleibt die Caritas Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 12.30 Uhr unter Telefon RS 491149.

NABU Remscheid / Krötensammeln im Eschbachtal. Im März/April unterstützt der NABU-Remscheid den RBN Wermelskirchen bei der Kontrolle eines Krötenzauns im Eschbachtal. Jedes Frühjahr wird je nach Witterung im März ein Krötenzaun aufgebaut und dann so lange betreut, bis die Amphibien durchgewandert sind. Bei der Betreuung werden die Tiere täglich morgens oder abends aus den hinterm Zaun eingegrabenen Eimern geholt bzw. von der Straße gesammelt und in Sammel-Eimern sicher in den Teich auf der anderen Straßenseite getragen. Wer Interesse hat ein bisschen mitzuhelfen, ist herzlich willkommen. Wer möchte, kann auch in die bestehende Whats-App-Gruppe aufgenommen werden. Unverbindliche Informationen: Anja Greins, 0163/3769442 (NABU Remscheid).

Berufsbildungszentrum der Remscheider Metall- und Elektroindustrie GmbH / Geschlossen vom 16. März bis 19. April. Die Corona-Krise macht auch vor dem BZI nicht halt. Wir richten uns nach dem Erlass der Landesregierung NRW, demnach bleibt das BZI bis Sonntag, 19. April, geschlossen. Veranstaltungen finden in diesem Zeitraum ebenso nicht statt. Damit schützen wir die Gesundheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, unserer Auszubildenden und Schulungsteilnehmerinnen und -teilnehmer und tragen dazu bei, die Infektionsketten zu durchbrechen. Auch unsere für Dienstag, 17. März, geplante Veranstaltung „Ohne Frauen keine Technik“, fällt aus.

Steffenshammer e.V. / Wegen Corona geschlossen. Aufgrund des Coronavirus–Risikos bleibt auch  der Steffenshammer bis auf weiteres für Besucher geschlossen. Wir bitten um Verständnis!

Sportbund Remscheid e.V. / Jahreshauptversammlungen verschoben. Da zu unser aller Bedauern nicht nur die Sportvereine, sondern auch der Sportbund dem Coronavirus seinen Tribut zollen muss, verschieben wir die Jahreshauptversammlungen von Sportjugend und Sportbund von Freitag, 20. März, auf Dienstag, 28. April. Die Sportjugend tagt an diesem Tag ab 18 Uhr, der Sportbund ab 19Uhr (sofern Corona das zulässt). Sportbund und Stadt Remscheid stehen im engen Austausch über die den organisierten Sport betreffenden Maßnahmen, um die problematische Situation für die Vereine so erträglich wie möglich zu halten. Der Jugendtag der Remscheider Sportjugend wird am 20. März nicht stattfinden.

Lüttringhauser Turnverein / Alle sportlichen Aktivitäten eingestellt. Die Stadt Remscheid hat am 13. März bekanntgegeben, dass alle Schulen, Kitas, Bäder und auch Sporthallen bis zum 19. April  geschlossen bleiben. Der Vorstand des Lüttringhauser Turnverein hat in seiner Sitzung am 13. März beschlossen, dass neben der Geschäftsstelle des Lüttringhauser Turnvereins und des Billardraumes auch das SPOZ an der Remscheider Str. 150-160 geschlossen wird. Bei dringenden Fällen ist der LTV unter der Telefonnummer 02191 / 793 4988 oder per mail vorstand@ltv1869.de">vorstand@ltv1869.de zu erreichen. Ob die für den 24. April 2020 terminierte Jahreshauptversammlung stattfinden wird, wird in zwei Wochen seitens des LTV bzw. der Stadt Remscheid entschieden. Sollte das Veranstaltungsverbot über den 19. April andauern, wird die Jahreshauptversammlung auf unbestimmte Zeit verschoben.

Bergische Industrie- und Handelskammer / Wegen Corona-Virus IHK-Prüfungen abgesagt. Die IHK-Organisation sieht sich angesichts der aktuellen Lage gezwungen, die bundeseinheitlichen Zwischen- und Abschlussprüfungen Teil 1 in allen Ausbildungsberufen bis einschließlich zum 24. April abzusagen. Auch alle Weiterbildungsprüfungen und Prüfungen der Zusatzqualifikationen, die im Zeitraum vom 16. März bis einschließlich 24. April 2020 stattfinden sollten, werden abgesagt. Dies betrifft ebenfalls die Ausbildereignungs-Prüfungen (AdA). Nach aktuellem Stand sind Sach- und Fachkundeprüfungen von dieser Regelung noch nicht betroffen.
Die Prüfungen werden zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. Aktuell kann noch nicht mitgeteilt werden, wann dies der Fall sein wird. Im Einklang mit den für die Pandemie-Bekämpfung zuständigen Behörden werden neue Termine festgesetzt, sobald sich die Risikoeinschätzung wieder verbessert. Nach vorsichtiger Prognose wird dies frühestens im April der Fall sein können.
Die Bergische IHK bittet um Verständnis, dass in der Zwischenzeit weder sie noch der DIHK oder die Aufgabenerstellungseinrichtung (AkA, DIHK-Bildungs-GmbH, PAL, ZFA, ZPA) genaue Details mitteilen können. Deshalb bittet sie, möglichst von direkten Anfragen abzusehen. Aktuelle Informationen stellt die Bergische IHK auf ihrer Webseite und den sozialen Medien zur Verfügung. Den Prüfungsteilnehmern wird empfohlen, sich dort regelmäßig zu informieren.

Eine herzliche Bitte an alle Vereine und Institutionen, die diese Rubrik nutzen.
Vergessen Sie zum Datum Ihrer Veranstaltung bitte nicht den Tag. Also nicht “am 31. März”, sondern “am Sonntag, 31. März”. Die Leserinnen und Leser des Waterbölles, die sich für Ihre Veranstaltung interessieren, werden es Ihnen danken. Die Jahrszahl können sie dafür gerne weglassen, es sei denn, der Termin wäre erst nach dem 31. Dezember
.

 


Kurzmeldungen zu späteren Terminen siehe nächste Seite:

Artikel vollständig lesen

Von Lenneper Litfaßsäulen Mitte des 19. Jahrhunderts

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde des Bergischen Landes, liebe Lenneper, Mitte März gab es in der heimischen Presse Nachrichten über den Abbau früherer Litfaßsäulen, dabei war auch eine am Lenneper Kreishaus, wo das umgebende Areal nunmehr schöner gestaltet werden soll. Stimmt, das Zeitalter der Litfaßsäulen ist vorbei. Im heutigen Zeitalter der digitalisierten Nachrichtenübermittlung und einer Werbung, die sich ja sowieso immer der neuesten technischen Mittel bedient und dies auch muss. Als die Litfaßsäulen Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, da gab es unsere heutige digitalisierte Welt noch nicht, und man wandte die damals zeitgenössisch möglichen Werbemittel an. Im Internet bei Wikipedia lesen wir u.a.: Eine Litfaßsäule ist eine auf dem Gehweg von Straßen aufgestellte Anschlagsäule, an die Plakate geklebt werden. Sie wurde vom Berliner Drucker Ernst Litfaß erfunden und im Jahr 1854 erstmals verwirklicht. Die runde Säule zählt zum Bereich der Außenwerbung. Die Idee, Plakatsäulen aufzustellen, entstand u.a. auch, um der damals um sich greifenden Wildplakatierung entgegenzuwirken.“

Ich selbst kann mich noch gut daran erinnern, dass in Lennep die Litfaßsäulen eine durchaus große Rolle spielten. Am Mollplatz aufgewachsen, stand für mich die nächste Litfaßsäule direkt um die Ecke am Beginn der Lüttringhauser Straße vor dem ehemaligen preußischen Postgebäude, das nunmehr als Polizeistation genutzt wurde. Dort gab es auch eine Bushaltestelle. Und natürlich wurden die Litfaßsäulen vor allem dort aufgestellt, wo sich viele Menschen aufhielten bzw. vorbeikamen. In Lennep war dies der Fall auch am Bismarckplatz, am Kreishaus, an Kreuzungen etwa in der Friedrichstraße oder in der Nähe des Jahnplatzes und der Friedhöfe an der Ecke von Hardt- und Mühlenstraße und selbstverständlich auch am Stadion und am Lenneper Bahnhof.

Da kommt man auf die Idee, auch einmal in den historischen Lenneper Ansichtskarten nachzusehen, ob es bildliche Zeugnisse der Lenneper Litfaßsäulen gibt. Und siehe da, es gibt–– sogar so viele, dass wir sie hier gar nicht alle wiedergeben können. Um 1900 bis 1910, in einer prosperierenden Zeit, in der sehr viele interessante Ansichtskarten gedruckt wurden, entdeckt man u.a. auch solche, die den späteren baulichen Entwicklungen und den Straßenveränderungen durch die beiden Weltkriege weichen mussten, aber auch solche, die noch lange nach dem zweiten Weltkrieg Bestand hatten und genutzt wurden.

Zu den zeitgenössischen Werbemitteln gehörten natürlich auch die Menschen, die sie bearbeiteten und auf dem neuesten Stand hielten. Schließlich gab es ja immer neue Nachrichten und Plakate, früher durchaus auch in kleineren Formaten, und alle mussten natürlich genehmigt und die Präsentation auch bezahlt werden. Schon in der preußischen Zeit ging das natürlich seinen ordnungsgemäßen Gang. Mancher von uns erinnert sich vielleicht noch, wie zwischendurch nach und nach die Papierschichtdicke an den Säulen immer mehr zunahm, und dass nach anhaltenderen Regengüssen dicke Plakatschichten durchweichten und teilweise oder ganz von den Säulen abfielen. Die jüngeren unter uns kennen wohl nur noch die Plakatkleber, die bereits im Auto vor die Plakatsäule fuhren und große Flächen beklebten, aber vor hundert Jahren sahen die "Zettelankleber" noch anders aus. In einem bereits mit Kleister beschmierten Kittel fuhren sie auch in unserem Städtchen Lennep meist auf einem Fahrrad von Säule zu Säule, mit einer umgehängten Tasche, die die gefalteten Zettel und Plakate enthielt, sowie einem Kleistertopf und einem großen Kleisterpinsel. Oft wurden die Arbeitsmittel auch auf einem Fahrradkarren transportiert, es gab um die vorletzte Jahrhundertwende dafür auch Hundegespanne. Ob es wie bei den sprichwörtlichen Berufstodesfällen der Bibliothekare auch Todesstürze von der mitgeführten Leiter gegeben hat, dies ist mir nicht bekannt, gemessen an der Höhe der preußisch genormten Normalsäule war eine besondere Höhe nicht notwendig.

In so manchem Lenneper Histörchen wird natürlich auch davon berichtet, dass Litfaßsäulen schon früh auch unbefugt genutzt wurden, von Verliebten und solchen, die anderen eher "etwas Böses anhängen" wollten, hier also an der Litfaßsäule, aber dies ist eine andere Geschichte und war natürlich bei Strafe verboten.

Die Corona-Krise meistern mit Solidarität

Christine Krupp, die Vorsitzende des SPD-Unterbezirk (UB) Remscheid, ihre drei Stellvertreter Nico Falkenberg, Stefanie Bluth und Ralf Gassen sowie Geschäftsführer Antonio Scarpino sind die Unterzeichner eines Briefes, den gegenwärtig alle Remscheider Parteimitglieder erhalten. Ausführlich gehen sie darin auf die Corona-Krise / SARS-CoV-2-Pandemie ein, die dazu geführt hat, dass in Remscheid seit dem 13. März das öffentliche und private Leben weitgehend ruht. Zitat: „Bund und Länder haben in den vergangenen Wochen drastische Maßnahmen beschlossen mit dem Ziel, die Ausbreitung dieses hochgefährlichen Virus zu verlangsamen. Wir werden noch einige Zeit mit großen Einschränkungen leben müssen: Impfstoffe werden entwickelt, und allen Erkrankten soll schnell und umfassend geholfen werden, ohne dass unser Gesundheitssystem überfordert wird. Das erfordert große menschliche und finanzielle Anstrengungen - aber auch Zeit.“

Der Unterbezirksvorstand der Remscheider SPD war am Mittwoch erstmals via Telefonkonferenz zusammengekommen. Bei diesem Telefonat hatten Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Stadtdirektor/ Kämmerer Sven Wiertz, die beide zum Krisenstab der Stadt Remscheid gehören, über die aktuelle Lage vor Ort berichtet. Und Sven Wolf (MdL) hatte über Beschlüsse des Landtags NRW zur Abmilderung der ökonomischen Folgen der Krise für Kommunen, Beschäftigte und Familien informiert. Der UB-Vorstand: „Es ist beruhigend zu wissen, dass in Remscheid die Zusammenarbeit von Stadtverwaltung, Feuerwehr, Polizei und Gesundheitsbehörden bestens funktioniert. Ebenso erfreulich ist die enge Abstimmung mit Unternehmen und Gewerkschaften, um die Folgen für die Wirtschaft und die Beschäftigten möglichst einzudämmen!“

Überwältigend sei die große Hilfsbereitschaft der Remscheiderinnen und Remscheider untereinander und füreinander, heißt es in dem Schreiben an die Parteimitglieder weiter. Dies sei in zahlreichen Initiativen sichtbar geworden – „von Einkaufshilfen für Seniorinnen und Senioren sowie für chronisch Kranke bis hin zu Initiativen, die alleinlebenden Menschen über telefonische Seelsorge Wege aus der Vereinsamung aufzuzeigen. So wird eindrucksvoll deutlich: Remscheid hält zusammen! Wir als Unterbezirksvorstand der Remscheider SPD stehen solidarisch hinter unserer Stadtspitze. Alt-Kanzler Helmut Schmidt hat einmal gesagt, dass sich in einer Krise der Charakter eines Menschen beweise. Unsere Genossen Burkhard Mast - Weisz und Sven Wiertz haben, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern in der Stadtspitze, Charakter bewiesen - Remscheid ist bei Ihnen in guten Händen! Auch in den kommenden Wochen gelten Sorge und Aufmerksamkeit erst einmal vollkommen der Gesundheit unserer Remscheider Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wir bitten Euch auch weiterhin, so wie es das Robert-Koch-Institut empfiehlt, den direkten Kontakt zu Euren Mitmenschen auf das absolut Notwendige zu reduzieren.“

Solidarität sei in dieser Zeit das Gebot der Stunde, so der UB-Vorstand. „Gebt auf Euch und Eure Gesundheit acht, vergesst darüber aber bitte nicht, die zu unterstützen, die schwächer und gefährdeter sind. Indem Ihr auf „Hamsterkäufe" von Hygiene-Artikeln verzichtet, unterstützt Ihr die Arbeit der vielen Beschäftigten im Gesundheits- und Pflegebereich, die unbedingt auf diese Artikel angewiesen sind. Die Beschäftigten in Kliniken, Alters- und Pflegeheimen sowie bei den Pflegediensten leisten in dieser herausfordernden Situation absolut außergewöhnliches - Sie verdienen unser aller Unterstützung und unseren Respekt!“

Leider sei noch nicht absehbar, wann wieder so etwas wie Normalität einkehren werde. Deshalb habe man die Ortsvereine und Arbeitsgemeinschaften zu Telefonkonferenzen ermuntert. Uns auch die Arbeit am Kommunalwahlprogramm der Remscheider SPD, die zu Beginn dieses Jahres begonnen hatten, würden fortgesetzt, ebenfalls in Telefonkonferenzen. Denn: „Wir wollen so viel Normalität wie möglich in diesen Zeiten erreichen - ohne die Augen vor den Folgen der Corona-Pandemie zu verschließen. (…) Diese Zeiten stellen uns vor bislang nicht erahnte Herausforderungen. Es gibt jedoch keinen Grund zu resignieren. Krisen sind lösbar, auch wenn der Weg zur Krisenlösung noch nicht sichtbar ist. Gut ist, dass wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten hierfür einen Kompass haben, der uns den Weg weist: Solidarität! Gerechtigkeit! Gleichheit!“

Wochenrückblick vom 23. bis 29. März 2020

 

Corona: Zahl der Infizierten steigt weiter

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Nach heutigem Stand sind 41 Remscheider Bürgerinnen und Bürger positiv auf die Covid-19-Erkrankung getestet worden. Von diesen 41 Personen wurden elf Personen als genesen aus der angeordneten Quarantäne entlassen. Eine Person befindet sich in einem Krankenhaus zur stationären Behandlung (nicht intensivpflichtig). 304 Remscheiderinnen und Remscheider befinden sich in angeordneter häuslicher Quarantäne. Eine Erfassung der freiwilligen Quarantäne erfolgt nicht.

Mit Fortschreiten des Infektionsgeschehens gibt es immer mehr Menschen, die an Covid-19 erkrankt sind und unerkannt bleiben. Es ist davon auszugehen, dass sich deutlich mehr Remscheiderinnen und Remscheider als die offiziell bestätigten Personen mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 angesteckt haben. Auch die Dunkelziffer der sogenannten begründet verdächtigen Menschen nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts (RKI) dürfte bereits bedeutend höher sein. Das Infektionsgeschehen ist so weit fortgeschritten, dass die Nachverfolgung der Infektionsketten nicht mehr vollständig möglich ist.

*** Bleiben Sie trotz des guten Wetters zuhause! Reduzieren Sie sämtliche sozialen Kontakte auf ein absolutes Minimum – auch in den eigenen vier Wänden! Das Virus ist der unsichtbare Feind!***

Sozialverträglicher Abbau von 100 Stellen bei Dirostahl

Das Marscheider Tal war die Geburtsstätte von Dirostahl“, titelte der Waterbölles am 21. März. Was vergangene Woche nur ein Gerücht war, hat sich inzwischen bewahrheitet: Das alteingesessene Stahl-Unternehmen mit rund 400-jähriger Geschichte steht vor dem Abbau von 100 Arbeitsplätzen seiner Stammbelegschaft. Derzeit beschäftigt das Unternehmen noch insgesamt 550 Arbeitnehmer.

Zwischen der Firmenleitung und dem Betriebsrat beststand schnell Einigkeit darüber, dass der Arbeitsplatzabbau sozialverträglich geschehen werde. Das bestätigte dem Waterbölles heute der Lüttringhauser Rechtsanwalt Lars Althoff. Ihn hatte der Betriebsrat in den Verhandlungen der vergangenen Wochen mit der Vertretung der Interessen der Belegschaft beauftragt. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht bezeichnete diese Verhandlungen als konstruktiv und fair. (Der RGA zitiert in seiner heutigen Ausgabe Geschäftsführer Dr. Roman Diederichs mit den Worten: „Bei uns gab es noch nie betriebsbedingte Kündigungen.“)

In den nächsten Tagen würden die ersten Kündigungsbriefe verschickt, weiß Lars Althoff. Betriebsrat und Firmenleitung haben sich auf eine Transferngesellschaft verständigt, die für ein Jahr einen Teil der Mitarbeiter aufnehmen soll, für die die Firma keine Arbeit mehr hat.

Der sozialverträgliche Stellenabbau wird nicht in allen Fällen mit einer schriftlichen Kündigung verbunden sein, sondern wird sich bis Ende des nächsten Jahres hinziehen. Das gilt für jene Mitarbeiter, die dieser Zeit das Rentenalter erreichen. Ihre bis Ende 2021 freiwerdenden Stellen gehören zu den 100, die es abzubauen gilt.

Geschuldet ist das aber nicht dem Corona-Virus, sondern einem Rückgang der Konjunktur, insbesondere bei Windkraftanlagen, für die die Firma Bauteile produziert. Diese Branche sei massiv unter Druck geraten, so Diederichs. Jetzt werde daran gearbeitet, wettbewerbsfähig zu bleiben.

"Wirtschaft erleben": Großer Andrang bei "Dirostahl", hieß es im Waterbölles am 3. September 2012 über die gleichnamige Aktion der Wirtschaftsjunioren Remscheid (Wijus), an der sich damals mehr als 75 Firmen beteiligt hatten sowie rund 10.000 interessierte Bürger/innen. Ihnen erschien das Angebot, Archivfoto: Lothar KaiserRemscheider Unternehmen von innen kennenzulernen, umso reizvoller, je größer die „Kulissen“ waren. Bestes Beispiel war dafür die Karl Diederichs KG („Dirostahl“), Lüttringhausens traditionsreiches Stahl-, Walz- und Hammerwerk an der Luckhauser Straße, aus der der Waterbölles  damals die obigen Fotos zeigte. Im Bericht hieß es:

„Nicht nur die Bearbeitung des glühenden Eisens war bei Dirostahl sehenswert, sondern auch die zahlreichen „Rohstofflager“ außerhalb der Produktionsgebäude waren es mit ihren unzähligen – ein Mitarbeiter sagte, „mehreren hundert“ – Stahlblöcken von unterschiedlicher Größe, Form und Farbe; ein Wert von vielen Millionen Euro. Daraus stellt Dirostahl Stabstahl und Schmiedestücke aus unlegierten und legierten Stählen für den gesamten Maschinenbau im In- und Ausland her, insbesondere für den Getriebe- und Anlagenbau, den Bau schwerer Werkzeug-, Kunststoff-, Textil- und Papiermaschinen, für Kraftwerke und nicht zuletzt für den Schiffsbau und die Off-Shore-Technik. Freiformschmiedestücke bis etwa 35.000 kg, nahtlos gewalzte Ringe bis etwa 3.500 mm Außendurchmesser, geschmiedeter Stabstahl bis 1.000 mm Durchmesser / vierkant und bis 15 m Länge, aus unlegierten und legierten Stählen.
Seit mehr als vier Jahrhunderten ist die Familie Diederichs im Gebiet zwischen Remscheid und Lüttringhausen im Schmiedebetrieb tätig. Anfangs in kleinen, von Wasserkraft betriebenen Raffinier-, Reck-, Breit- und Sensenhämmern.   Dem traditionellen Kernbetrieb, der Schmiede, wurden Ringwalzwerke, Wärmebehandlungsbetriebe und Mechanische Werkstätten angegliedert.  So wurde aus dem einstigen Kleinbetrieb ein modernes Stahl-, Walz- und Hammerwerk mit 30-prozentigem Exportanteil  und eine der größten und am modernsten ausgerüsteten privaten Freiformschmieden in Europa und der größte gewerbliche Ausbildungsbetrieb am Ort."

Als man in den Remscheider Bergen noch nach Eisen suchte

Sammlung: BaadeSeit etwa 700 n. Chr. dringen fränkische Siedler aus der Rheinebene nach Osten vor und roden große Teile des Bergischen Landes, das vorher ein unbesiedeltes Waldland war. Dieser Siedlungsvorgang geht bei uns schrittweise vor sich von Opladen bis Radevormwald. Um 1000 n. Chr. sind fast alle heutigen Ortsnamen vorhanden und wurden früher oder später in den Urkunden genannt. Die Besiedlungsperiode war damit abgeschlossen. Die Siedler entdeckten an verschiedenen Stellen im Bergischen Land an der starken braunen Bodenverfärbung lokale Eisenerzvorkommen. Spätestens seit 900 n. Chr. beginnt man bei uns an einigen Stellen, die Eisenerze abzubauen und in einfachen Eisenschmelzöfen zu verhütten. Einen solchen Schmelzofen entdeckte 1935 der verstorbene Heimatforscher Wilhelm Blankertz in der Mul bei Hückeswagen. Die bei diesem Ofen gefundenen und durch Dr. Hans Knübel untersuchten Gefäßscherben von Pingsdorfer Keramik und fränkisch- karolingischen Kugeltöpfen deuten darauf hin, dass er frühmittelalterlich ist und mit großer Wahrscheinlichkeit aus der Zeit um 900 n. Chr. stammt. Dieser Schmelzofen steht heute im Historischen Zentrum in Remscheid (Deutsches Werkzeugmuseum). Die Schlacken solcher mittelalterlichen Eisenschmelzen finden sich verstreut an zahlreichen Stellen unserer Heimat. 1953 wurde an einem Schlackenplatz im Burgholz bei Cronenberg die Schlacke untersucht. Es wurden wieder Scherben von Pingsdorfer Keramik gefunden, die anzeigen,  dass auch diese Eisenschmelze frühmittelalterlich und in die Zeit um 1000 - 1100 n. Chr. einzuordnen ist. Die erste Epoche bergischer Eisenerzgewinnung mit ihrer Verhüttung und Verarbeitung reicht in die frühgeschichtliche Zeit hinab. Ihre Rückstände liegen noch haufenweise in unseren Wäldern oder bis 1, 20 m tief im Wiesenboden unserer engen Täler. Viele der Schlackenberge fassen nach fachmännischer Schätzung 50 - 70 Doppelwaggons Inhalt und enthalten bis zu 69% Eisen. Eine Menge von Fundstücken an den Arbeitsstätten,  kleine Hufeisen, ein Pferdebissel, die älteste bergische Tüllenaxt, ausgeschmiedete Eisenstücke für Werkzeuge, Messer, Lanzen und Schwerter, raue graue Topfreste,  zahlreiche Scherben schwarzer Kugelam- phoren weisen diese älteste bergische Eisenindustrie in die frühgermanische Zeit; die häufig gefundene Pingsdorfer Ware setzt ihr Ende in die erste Hälfte des 9. Jahrhunderts. Der damalige Bergbau war ursprünglich ausschließlich der Tagebau. Zunächst sammelte man die vom Wasser losgelösten und in den Talmulden zusammengetriebenen Brauneisensteinknollen. Fand sich der Brauneisenstein in mannstiefen Löchern, so hob man diese aus, zeigte er sich in Gängen, so folgte man ihnen, bis sie,  oft plötzlich, abbrachen. Bruchstücke von Schmelzöfen finden sich massenhaft in bergischen Wäldern und Tälern. Kalk als Flussmittel ist unbekannt. Nur weiches Schmiedeeisen wurde erzeugt, das aber durch fortgesetztes Abschrecken, Nachglühen und Hämmern stahlhart geschmiedet wurde. Verhüttet wurde mit Holzkohle. Die Meilerplätze sind wieder aufgefunden und liegen teilweise tief in der Erde, wobei man im Gelpetal auch an der Oberfläche Meilerstandorte ausmachen kann. Heimatforscher Blankertz aus Hückeswagen hat etwa 200 der alten Arbeitsbezirke wieder aufgefunden, wobei jeder eine geschlossene Einheit mit Erzabbaustelle, Verhüttungsstätte,  Meileranlage, Schreckteich und Schmiedeplatz darstellte. Um 830 fand diese älteste bergische Eisengewinnung und -verarbeitung ihr Ende. Der Grund war die Erschöpfung des Heimatbodens an nutzbaren Erzen. Nie wieder ist der heimische Bergbau zu solch einer Blüte gelangt. Über mittelalterlichen Erzabbau und die Metallverarbeitung besitzen wir allerdings nur wenige urkundliche Belege. Als wichtigste nennt Blankertz aus einem Beleg: "Karl der Große pflegt das Eisenhandwerk auf seinen Königshöfen und verbietet die Ausfuhr von Eisen- und Eisenwaren." 1120 werden die Erzgruben bei Lüderich genannt, 1137 schenkt Kaiser Rotbart die Silbergruben auf dem Reichshof Eckenhagen seinem Kanzler Reinhold von Dassel, 1275 wird Wipperfürth Münzstätte, 1369 schließt Graf Wilhelm II. mit Remscheider Schmieden einen Erbvertrag über den Hohenwald "das Remscheid" genannt. Vor 1400 gibt es Eisengewinnung und Eisenverarbeitung in Breckerfeld.

Inneres einer Remscheider Eisensteingrube. Sammlung: R. Baade1437 erhalten die bergischen Herzöge das Bergregal, 1480 findet sich "lenneper yser" in den Accisenrollen zu Osnabrück. Von einem heimischen Bergbau ist nur noch andeutungsweise die Rede. Warum ist der Abbau bei uns eingeschlafen? Diese Erklärung ist in bisher allen Unterlagen, die ich eingesehen habe, von allen Autoren falsch dargestellt worden, weil jeder von jedem irgendwie abgeschrieben hat. Karl Roesch und Martin Kühn aus Remscheid haben die bergischen Erze analysiert und kommen 1976 zu dem Schluss, dass bergisches Eisenerz einen zu hohen Phosphor- und Schwefelgehalt hatte. Das gewonnene bergische Eisen konnte ausschließlich zum Gießen benutzt werden, nicht zum Schmieden. Somit ist auch der Bezug von Eisenluppen aus dem Siegerland, speziell aus dem Müsener Berg (15. Jhdt.) über die Eisenstraße und ihre Hohlwege zu erklären. Der Müsener Berg enthielt verschieden Stollen, in denen verschiedenartige Erze abgebaut wurden, welche die Remscheider Schmiede zu ihrem späteren Raffinierstahl zurechtschmiedeten. Das Erz dieses Stahlberges enthielt an verschiedenen Stellen hohen Mangangehalt, dann wieder wenig Phosphor in einem anderen Stollen und im nächsten wenig Schwefel usw. Er wurde in den umliegenden Hütten zu "Stahlkuchen" erschmolzen und dann in Ladungen von 1.000 Pfund auf den sogenannten Hessenkarren nach Remscheid befördert, wo er von den hiesigen Hammerschmieden durch deren besonderes Schmiedeverfahren zu Raffinierstahl und somit zum besten Stahl seiner Zeit verarbeitet wurde. Die von Ploennies gegen 1715 gezeichnete Karte des Amtes Bornefeld zeigt … die alte Wegeverbindung von Remscheid über Birgderkamp, dann nördlich von den Höfen Stöcken und Heydt über Forsten; Wirtshagen und Waag nach Hückeswagen. Unterhalb Forsten, an dem Abstieg zum Dörpetal, ist auffallenderweise die Bezeichnung "Yser- Straße" eingetragen; im Jahre 1997 ist sie als Bodendenkmal unter Schutz gestellt worden. Sie ist ein Beweis, dass wir hier die erwähnte alte Verbindung vor uns haben,  auf der die Rohmaterialien für das Remscheider Eisengewerbe mühsam herangeschafft wurden.

Artikel vollständig lesen

Als die Wiesenstraße noch von Wiese umgeben war

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Lennepfreunde, diese schöne Ansichtskarte aus der Zeit um 1910 zeigt den Blick von der späteren Albert-Schmidt-Allee über die Wiesenstraße und den Lenneper Talkessel auf die heute so genannte Neustadt. Die Wiesenstraße machte damals, wie man sieht, ihrem Namen noch viel Ehre. Das dortige zentrale große Gebäude lag genau im Knick der Wiesenstraße und war ein paar Jahre vor der Entstehung dieser Postkarte von dem Remscheider Syndikus Dr. Thilo in Auftrag gegeben worden. Er realisierte damit ein Projekt der zwischen 1900 und 1910 im Bergischen Land öfters in Erscheinung getretenen Bewegung "Neubauten im Altbergischen Styl", einer Gruppe von Architekten, zu der in Lennep die Baumeister Arthur Schmidt und Paul Dürholt gehörten. Das Gebäude wurde im Krieg beschädigt und später gänzlich abgerissen.

Corona: Einzelhandel und Gastronomie helfen

In einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und den Technischen Beigeordneten Peter Heinze hat der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf im Namen der SPD-Ratsfraktion angeregt, die Einzelhändler und Gastronomen in Remscheid zu unterstützen. Zitat: „Die Corona-Pandemie verändert massiv unser Leben. Neben der vordringlichen Hilfe zur medizinischen Versorgung der Erkrankten und den Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung werden die negativen wirtschaftlichen Folgen bereits jetzt erkennbar groß sein. Mitglieder meiner Fraktion und ich selbst haben in den letzten Tagen viele Gespräche mit Unternehmerinnen und Unternehmen und Verbänden und Gewerkschaften aus unserer Stadt und Region geführt. Am stärksten sind jetzt diejenigen betroffen, die wegen der Schließung ihrer Geschäfte keine oder kaum noch Umsatzerlöse erzielen, aber dennoch laufende Kosten aufbringen müssen.

Neben den vielen Hilfsangeboten von Bund und Land und auch den Möglichkeiten der Stundung von kommunalen Abgaben und Steuern spüren wir aber den großen Wunsch bei den Remscheiderinnen und Remscheidern, selbst zu helfen. Wir regen daher an, die noch verbliebenen Angebote des Einzelhandels und der Gastronomie direkt auf der Internetseite der Stadt Remscheid verbunden mit einem Verzeichnis der Unternehmen zu präsentieren. Hierzu sollten es einen öffentlichen Aufruf der Stadt und aller Akteure geben. Wir sollten gemeinsam unseren örtlichen, stationären Handel unterstützen und dort bestellen oder jetzt Gutscheine erwerben.

Sicherlich kann eine solche Aktivität nicht den Umsatzeinbruch des stationären Einzelhandels oder der Restaurants und Kneipen auffangen. Es kann aber ein klares Bekenntnis sein, dass wir in Remscheid gerade in schwierigen Zeiten zusammenhalten und unsere örtlichen Unternehmen und die dortigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärken wollen.“

Erkennbar ist heute nur noch der Zufahrtsweg und Hammerplatz

Jagenbergshammer. HIZ Remscheid

Etwa 40 Meter unterhalb des Ibachhammers im Hammertal befand sich der Abzweig zum Obergraben des Jagenbergshammers. Heute ist nur noch der Teich zu erkennen. Wie immer hatte auch dieser Hammer viele Namen: Ehringhauser Hammer, Henrichshammer,  Reinshagener Hammer, Hasenclevers Hammer, Jagenbergs Hammer.  Sein Wasser bezog er aus dem erwähnten Obergraben, der immer breiter Wurde und teichähnlichen Charakter hatte. Bereits 1622 ist er erwähnt in einem Erbpachtvertrag des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm, Herzog von Berg. Damals ist der Hammer im Besitz von Peter Sichelschmidt und Henssen Kremenholtz,  die ihn wohl auch gebaut hatten. Somit zählt er zu den ältesten Hämmern im Lobachtal.

Henrichs zu Küppelstein folgt in der Besitzeraufstellung ab 1676. Mit seinem Sohn Rütger betreibt er den Hammer bis Anfang 1700, um ihn dann an die Familie Jagenberg zu Küppelstein abzugeben. Der Burger Kellner berichtet allerdings 1692 in seiner Aufstellung, dass die Witwe Franz Hasenclever zu Ehringhausen den Hammer besitzt mit einer Konzession von 1659 und der Hammer angeblich von ihr völlig restauriert worden ist. Verpachtet ist er zu dieser Zeit an Vater Henrichs und Sohn Rütger von Küppelstein. Erst 1765 erfolgt die Namensänderung auf „Jagenberg, vormals Henrichshammer“.  1810 wird von einem Jagenbergshammer des Johann Bernhard Hasenclever zu Ehringhausen geschrieben.

Am Jagenbergshammer. Foto: Hubert Felder1829 ist die Rede von drei oberschlächtigen Wasserrädern, die einen Hammer und zwei Gebläse treiben. Wie auch bei anderen Hämmern wird immer wieder darauf hingewiesen,  dass in den Sommermonaten aufgrund Wassermangels nicht voll gearbeitet werden konnte. 1834 wird dieser Hammer mit einem Meisterknecht und zwei Arbeitern im alleinigen Lohn des Besitzers betrieben, der eigenes Material verarbeiten lässt, um damit Handel zu betreiben. Nachdem er unter gleichen Bezeichnungen 1852 und 1853 als Raffinierstahlhammer erwähnt wird, ist im Remscheider Lagerbuch 1867 von einem Stillstand die Rede. Doch der währte nicht lange, denn bei Hasenclevers waren die Auftragsbücher immer gut gefüllt. Sie behielten diesen Hammer bis Anfang 1900 und gaben ihn dann an die Firma Altena & Neukirchen ab. Diese schmiedeten bis 1935 verschiedenste Werkzeuge, und der letzte Schmied („de Brida“) war für Paul Reifenrath als damaliger Stadtfotograf  ein beliebtes Fotoobjekt.

Zwischen 1945 und 1947 wurde der Hammer abgetragen und als Baumaterial verwendet. Noch heute lassen sich ein eigener Zufahrtsweg und der Hammerplatz vage erkennen. Auch an diesem Hammerplatz stand ein Wohnhaus.1831 bewohnte es der Tagelöhner David Schulte mit seiner Familie. 1869 gehörte das Wohnhaus der Witwe Ernst Hasenclever zu Ehringhausen; ab 1854 wohnte dort das Ehepaar August Winchenbach. (nach: „Hämmer und Kottenforschung – Lobachtal (Hammertal), Bergbau in Remscheid“, 2007 herausgegeben von Günther Schmidt)

Corona: Zweites Stadtradeln in RS verschiebt sich

Kampagne begann gestern mit dreistündiger Tour“, titelte der Waterbölles am 3. Juni 2019,Zum Auftakt der ersten Kampagne „Stadtradeln“ zur Radverkehrsförderung hatte der Fachdienst Umwelt der Stadt Remscheid in Kooperation mit dem Radsportverein Adler Lüttringhausen tags zuvor alle Radfahrerinnen und Radfahrer herzlich ein zu einer dreistündige Tour über die Trasse des Werkzeugs, durch das Morsbachtal und das Diepmannsbachtal eingeladen. 243 Radelnde nahmen vom 2. bis 22. Juni an der Kampagne teil. Diese fuhren in 24 Teams, wobei das teilnehmerstärkste Team aus 59 Mitgliedern bestand. Gemeinsam legten sie in dem Aktionszeitraum etwa 61.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurück und sparten damit im Vergleich zum Auto neun Tonnen CO2 ein. Im Durchschnitt legten die Radelnden pro Tag zwölf Kilometer zurück. Das entspricht ungefähr der Strecke vom Remscheider Rathaus bis zum Kreishaus in Lennep und zurück. Die neun Tonnen CO2 entsprechen den jährlichen CO2-Emissionen von drei Pkw. Ein Beitrag einem klimafreundlichen Remscheid!

Die vom Rat der Stadt beschlossene gesamtstädtische Mobilitätsstrategie verpflichtet die Stadt zu weiteren klimafreundlichen Motivationskampagnen. Deshalb plante der Fachdienst Umwelt das zweite „Stadtradeln“ für den 10. bis 30. Mai 2020. Remscheids Radfahrer/innen waren aufgerufen, in diesem drei Wochen möglichst viele Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen – beruflich sowie privat. Dann machte das Corona-Virus einen Strich durch die Rechnung. Nun wiord die ganze Aktion auf die zweite Jahreshälfte vertagt. Näheres will die Stadt im Mai/Juni mitteilen.

Der Fachdienst Umwelt schlägt vor, „dass auf freiwilliger Basis interessierte Mandatsträgerinnen und Mandatsträger eine eigene Gruppe bilden und sich beim Stadtradeln anmelden. Dazu muss sich eine Freiwillige bzw. ein Freiwilliger bereiterklären, als Teamkapitän die Gruppe anzumelden und zu „eröffnen“. Interessierte Personen können sich dann in die Gruppe eintragen. Gefahrene Kilometer sollten zeitnah im Gruppenkonto eingetragen werden.“ Eine Kontrolle der tatsächlich gefahrenen Kilometer ist nicht vorgesehen. Die Teilnehmer sollen das Fahrradfahren – trotz der „bewegten Topgraphie“ in Remscheid – „erfahren“. So soll mit Spaß und Begeisterung ein Zeichen für vermehrtes Radfahren gesetzt werden.

Begleitet wird die Kampagne durch verschiedene Aktionen. Geplant ist beispielsweise eine Fahrradtour durch die Stadt Remscheid zum Auftakt (wieder mit dem Radsportverein Adler Lüttringhausen). Ob es bei der Abschlussveranstaltung im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September, bleiben wird, bei der die aktivsten Teams und Einzelpersonen ausgezeichnet werden sollen, muss sich erst noch zeigen.