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Die Kellershämmer hatten eine wechselvolle Geschichte

Durchbruch am Kellershammer. Foto: MeierVom Johanneshammer gehen wir wieder durch den Wald am Eschbach vorbei und kommen nach etwa 500 Metern in der Region Kellershammer an. Historische Bausubstanz sieht man schon von weitem, denn die gesprengte Staumauer und die Steinbrücke der ehemaligen Eisenbahntrasse sind nicht zu übersehen. Als die Eisenbahntrasse der Wermelskirchen-Burger-Eisenbahn gebaut wurde, musste sie bei Kellershammer I erneut den Eschbach überqueren. Dafür wurde eine schone Steinbogenbrücke gebaut und der dahinterliegende Felsen durchbrochen. Bei dieser Maßnahme fand Dr. Julius Spriestersbach in den geologischen Schichten des Felsens die Versteinerungen des Urmeeres, das vor x-Millionen Jahren das Bergische Land überflutet hatte. Dieser Nachweis war eine historische Sensation und wurde in der ganzen Welt beachtet. Zusammenhängend sind diese Funde von Spriestersbach leider nirgendwo zu betrachten, da die Stadt Remscheid … diesem Thema nicht die nötige Gewichtung zukommen lässt.  Geschichtlich fangen wir auch hier wieder bei den Ursprüngen an. Bis zum Eingang in das Hammertal unterhalb Tyrol bildet der Eschbach die Grenze zwischen Wermelskirchen und Remscheid. Am Zusammenfluss von Eschbach und Lobach beginnt das Gebiet der (Stadt) Burg. Hier zeigt sich die Ausnutzung der Wasserkräfte aufs Höchstmögliche gesteigert. Dicht gedrängt und nur durch die mächtigen Stauweiher getrennt, folgt in der Talenge Werk an Werk, jedes von besonderer Bedeutung und mit mehrhundertjähriger Vergangenheit. Es ist das Gebiet der "Kellershämmer", ursprünglich Kellnershämmer "auf dem großen Steeg" nach ihrem Erbauer, dem herzoglich Bergischen Kellner Johann Bernhard Francken, der hier "auf der Eiffischen Bach" (wie der Eschbach früher hieß) einen doppelten Eisenhammer anlegte.

Oberer Kellershammer. Sammlung: Reinhard BaadeAm 29. Februar 1686 verpachtete der Komtur des Johanniterordens zu Herrenstrunden, Freiherr Bernhard Gisbert von Capell, Herr zu Wittering, dem Kellner die zur Kommende Burg gehörige fünf Viertel Morgen große Wiese am Teufelsteich  auf 29 Jahre.  Gleichzeitig erhielt der Kellner die Genehmigung, auf dem "wüßten Plätzchen über gemelter Wiesen gegenüber dem Teufelsteich an die eiffische Bach" einen Reckhammer zu setzen. Wie der Ordenskomtur zur Begründung bemerkte, hatte der Vater des Kellners den Johannitern wertvolle Dienste geleistet. Da auch der Herzog Johann Wilhelm (Jan Wellem) seine Zustimmung gab, konnte der Bau beginnen. Wie der Kellner selbst in seiner Jahresrechnung von 1692 ausführt, errichtete er am großen Steg (in der Nähe des Überganges über den Eschbach) einen doppelten Eisenhammer. Als jährliche Abgabe für die Nutzung des Wassergefälles musste er 1/2 Goldgulden an den Landesherrn abführen. Später fügte er noch ein drittes Werk unterhalb der Lobachmühle hinzu, das man als den untersten Kellnershammer (ich nenne ihn den mittleren) bezeichnete.

Das Wehr am oberen Kellershammer. Sammlung: Reinhard BaadeKellner veröffentlichte sein Vorhaben in der Kirche: "Ihre Hochfürstliche Durchlaucht Haben mir, dero Kellnern hochgnädigst erlaubt, daß ich zu mein und meiner Erben behuff auf meinem eigenen erb an das große Stegh oben der Burg an die Eiffische Bäche einen doppelten eisenhammer erbawen und darauf das nötige Wasser auss dem Bach führen möge, orth Goldg". Wie es in dem Pachtvertrag heißt, sollte der Inhaber der betreffenden Reckhammer nach 29 Jahren "bei einem zeitlichen Komtur neue Werbung tun und in der Werbung um Pachtung andern vorgezogen werden", d.h. nach Ablauf der Pachtzeit hatte der Orden das Recht, über das Gelände wieder frei zu verfügen; er konnte also unter Umstanden selbst die Kellershämmer in Besitz nehmen.

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Veranstaltungen des Teo Otto Theaters im April

Dienstag, 30. April, 19.30 Uhr
Berlin Comedian Harmonists „Atemlos!“
Buch und Regie: Lars Wernecke
Ausgerechnet zu ihrem 20-jährigen Bühnenjubiläum fliegt den Berlin Comedian Harmonists ein Blumenstrauß mit einer mysteriösen Nachricht entgegen. Eine geheimnisvolle Liebes- botschaft stellt die Welt der sechs Herren so richtig auf den Kopf; die Hormone tanzen Tango, das Geschehen schlägt seine Kapriolen, und die musikalischen Champagnerkorken knallen. Mit den Hits ihrer großen Vorbilder sowie neuen Arrangements von Udo Jürgens, den Beatles und Beach Boys bis hin zu Helene Fischer bahnt sich schließlich eine Lösung an …
Seit über 20 Jahren begeistern die Berlin Comedian Harmonists ihr Publikum und präsentieren sich frisch und brillant wie am ersten Tag. Mehr denn je verfügen sie über eine wunderbare Bandbreite und glänzen neben den Liedern der „Comedian Harmonists“ auch mit Arrangements aktueller Top-Hits.
Erleben Sie ein großes Jubiläums-Feuerwerk!
Karten Kat. II ab 21 €; Jugendticket fünf €; ewr-card; Wahlabo.

Blaupolierte Gewehrläufe aus Burg wurden frech imitiert

Nach 1600 und zum Teil noch früher entsandte die Remscheider und Solinger Eisenindustrie ihre Vorposten ins Burger Gebiet. Erstere durch ihre Eisen- und Stahlhammer, die sich vom Remscheider Hammertal und aus dem mittleren Eschbachgebiet immer weiter ins Burgtal vorschoben, letztere durch ihre Schleifkotten an der Wupper. Wie die späteren pfälzischen Regenten bemüht waren, die Entwicklung der Burger Eisenindustrie zu fördern, geht aus verschiedenen Verordnungen und Verleihungen des 17. Jahrhunderts hervor. Der glänzende Aufschwung der märkischen Drahterzeugung veranlasste sie zu dem Versuch der Verpflanzung dieses einträglichen Gewerbes ins eigene Gebiet. Das Burgtal, das durch seine alten Beziehungen zur Remscheider Eisen- und Stahlerzeugung und durch seine starken Wasserkräfte die besten Vorbedingungen aufwies, wurde zur Versuchsstätte ausersehen. In einer kleinen Walkmühle am Eschbach ließ der Herzog Johann Wilhelm II., den der Volksmund später mit dem Namen "Jan Wellem" beehrte, um 1680 eine Feindrahtmühle einrichten, und in der stillstehenden Öl- und Walkmühle an der Wupper wurde auf seinen Befehl hin um 1690 ein Versuch mit der Herstellung gröberer Drahtsorten gemacht. Beide Unternehmungen misslangen, wahrscheinlich, weil es an geübten Arbeitern mangelte und der Bezug des zur Drahtbereitung erforderlichen märkischen Eisens auf Schwierigkeiten stieß.

Mehr Erfolg hatten die landesherrlichen Bemühungen um die Einführung der Gewehrfabrikation, die zuerst im Büchsenschmiedskotten des unteren Burgtales am Burger Bahnhof, später auch in der verlassenen Drahtmühle an der Wupper und an anderen Stellen betrieben wurde und sich bis ins 19. Jahrhundert hinein als lebensfähig erwies. Werfen wir auch hier einen etwas tieferen Blick in die Geschichte: Die Burger Büchsenschmiederei hatte ihre Grundlagen in dem Remscheider Eisengewerbe, wurde aber durch das Eingreifen der Landesregierung gestützt und gefördert. Herzog Wilhelm III. (1539-1592) veranlasste um die Mitte des 16. Jahrhunderts die Errichtung einer Schleif- und Bohrmühle und gewährte den Burger Buchsenschmieden ein Privilegium. Im Jahre 1692 besaßen dann Johann Schmidt zu Burg und Heinrich Schmidt zu Westhausen am Eschbachsteg beim späteren E-Werk einen Kotten, worin sie die Buchsenläufe bohrten und schliffen. Das Remscheider Lagerbuch von 1675 nennt in Westhausen Heinrich und Hans Büchsenschmidt als Hofbesitzer. Im Jahre 1747 besichtigte der Kurfürst Karl Theodor, der in den ersten Jahrzehnten seiner langen Regierungszeit der bergischen Industrie ein lebhaftes Interesse entgegenbrachte, auch die Burger Büchsen- und Laufschmiede. Zeitweilig hatte die Burger Büchsenschmiederei, teils infolge mangelnden Absatzes, teils durch unlauteren Wettbewerb auswärtiger Schmiede und Kaufleute, die ihre minderwertigen Waren mit den angesehenen Burger Zeichen, besonders dem "Wilden Mann" versahen, mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Besonders traurig war die Lage in den Jahren 1768 bis 1770. In der Burger Gewehrlauffabrik waren nur noch drei Meister vorhanden. Die Beamten des Kurfürsten Karl Theodor befürchteten den Untergang des alten Gewerbes, weshalb sie die Unterstutzung desselben durch geeignete Verordnungen und die besondere Berücksichtigung der Burger Werkstatten bei der Gewehrbeschaffung für das jülich-bergische Militär empfahlen.

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1970: Mini-Demo für den Minirock auf der Alleestraße

Die Minirock-Demo 2070 auf der Remscheider Alleestraße. Fotos: Schwandrau

Von der Remscheider Malerin Christa Schwandrau stammen diese Farbfotos von einer Aktion, die sie heute, fast 50 Jahre später, noch schmunzeln lässt. Nicht zuletzt wegen des Transparents „Maxi, der Monetenklau, denunziert den Unterbau". So demonstrierten im Jahr 1970 einige kurzberockte junge Frauen gegen die damals gerade aufgekommene Maxi-Mode. Sie wollten auf ihre liebgewonnene Mini-Mode nicht verzichten. Die Idee zu dieser Aktion hatte eine 17-jährige Verkäuferin (Angelika) aus der Modeabteilung von Karstadt; sie durfte aber gegenüber der Polizei nicht als Veranstalterin auftreten, weil noch nicht volljährig. Das übernahm daraufhin Christa Schwandrau, und die notwendigen 50 Mark, um die Demo versichern zu können, steuerte das CDU-Ratsmitglied Peter Wolf bei.

Dem Mini-Demonstrationszug ging die Wahl einer „Miss Mini Remscheid“ voraus. Zu den wenigen jungen Mädchen, die sich trauten, der männlichen Jury ihre schlanken Beine zu zeigen, gehört Gunda Ehlis, 13 Jahre alt. Den roten Minirock, in dem sie sich den Blicken der fünfköpfigen Jury und der Zuschauer/innen stellte, hatte sie vorher noch um ein paar Zentimeter gekürzt. Und tatsächlich war ihr Rock kürzer als die ihrer Konkurrentinnen. Dafür gab’s dann den Titel und eine Schärpe. Ein (so) kurzer Rock gezieme sich nicht für ein junges Mädchen (für wen, wenn nicht für diese?), kritisierte später einer ihrer Lehrer am Gertrud-Bäumer-Gymnasium.

Vorne Angelika mit einem Megaphon, dahinter dann ein Buggy mit Gunda und ihrer Schärpe und eine kleinen Schar von Demonstrantinnen (und Demonstranten) – das war der Mini-Demonstrationszug, den Kradfahrer der Polizei sodann über die Alleestraße geleiteten, die damals noch keine Fußgängerzone war. Deshalb musste die Straße auch für die kurze Zeit der Demo für den Verkehr gesperrt werden.

Veranstaltungen und Termine im Ev. Kirchenkreis

Gründonnerstag, 18. April, 19 Uhr
Feierabendmahl Reinshagen
Ort: Gemeindehaus (Reinshagener Straße 11)
Das Feierabendmahl ist unser spirituelles Angebot für Leute, die aktiv im Berufsleben stehen, die mitten in der „Familienphase“ sind, also Eltern von Kindergarten-, Schulkindern und Jugendlichen, aber auch für Singles und alle, die sich ein Angebot für das „Mittelalter“ in unseren Gemeinden wünschen.
Wir feiern zusammen in der Tischgemeinschaft Abendmahl und wollen dann bei einem gemütlichen Abendessen gemeinsam über ein aktuelles Thema sprechen.

Karfreitag, 19. April, 18 Uhr
Klagelieder – Musik zum KarfreitagOrt: Evangelische Stadtkirche Remscheid (Markt)
Eintritt: Spende
Maria, die ihren Schmerz über das Sterben ihres Sohnes klagt, Jeremia mit seinen Klageliedern: Am Karfreitag bedenken wir den schmerzvollen Tod Jesu am Kreuz.
Die Musikerinnen singen und spielen Passionsmusik von Claudio Monteverdi, François Couperin und anderen Komponisten aus Renaissance und Barock.
Mitwirkende: Hae Min Geßner (Sopran), Gudrun Fuß (Gambe), Ursula Wilhelm (Cembalo).

15. bis 18. April
 Ökumenische Kinderbibelwoche 2019
Freunde fürs Leben - Jonatan und David

Die diesjährige ökumenische Kinderbibelwoche findet vom 15.bis 18. April  täglich von 10 bis 16 Uhr im CVJM-Haus, Gertenbachstr. 38, statt. Zu biblischen Geschichten erwartet Kinder vom 1. Bis 6. Schuljahr Spiel, Spaß und Spannung.
Für Donnerstag, 18. April, 14 Uhr, sind wieder alle Eltern, Großeltern, Freunde und Lüttringhauser zum Abschlussgottesdienst in die Hl. Kreuz-Kirche, Richard-Pick-Str. 4 eingeladen. Die KiBiWo endet an diesem Tag gegen 15 Uhr an der Kirche. Der Eintritt ist frei, um eine Spende zur Deckung der Material und Essenskosten wird gebeten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Auch dieses Jahr bietet der CVJM Lüttringhausen e.V. wieder eine Frühbetreuung mit Frühstück ab 8 Uhr an. Hierfür wird ein Kostenbeitrag von zehn € erhoben. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich. Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung für die Frühbetreuung bei Sabine Wunsch (wunsch@cvjm-luettringhausen.de">wunsch@cvjm-luettringhausen.de, Tel. RS 953520) und im Jugendbüro des CVJM. (Klaus Rörig, CVJM Lüttringhausen e.V.)

Ostermontag, 22. April, 10 Uhr
Neuer Organist stellt sich vor
Zur musikalischen Vorstellung des neuen Organisten für die Kirchengemeinde der Evangelischen Stiftung Tannenhof, Martin Storbeck,  wird herzlich zum feierlichen Gottesdienst für den Ostermontag, 22. April, um 10 Uhr in die Kirche der Stiftung Tannenhof, Remscheider Str. 76, eingeladen. Martin Storbeck hat Kirchenmusik studiert, spielt virtuos auf Orgel und Klavier und entlockt auch der Blockflöte ungeahnte Melodien. Gern möchte der Musiker gemeinsam mit Mitgliedern der Kirchengemeinde der Evangelischen Stiftung Tannenhof einen neuen Chor ins Leben rufen. Die Kirchengemeinde würde sich zum Ostermontags-Gottesdienst über viele Besucher freuen. (Katrin Volk)

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Remscheider Institutionen berichten oder laden ein

Eine herzliche Bitte an
alle Vereine und Institutionen,
die diese Rubrik nutzen.

Vergessen Sie zum Datum Ihrer Veranstaltung bitte nicht den Tag. Also nicht “am 31. März”, sondern “am Sonntag, 31. März”. Die Leserinnen und Leser des Waterbölles, die sich für Ihre Veranstaltung interessieren, werden es Ihnen danken. Die Jahrszahl können sie dafür gerne weglassen, es sei denn, der Termin wäre erst nach dem 31. Dezember. ;-)

Öffnungszeiten am Gründonnerstag. Am Gründonnerstag, 18. April, sind die Agenturen für Arbeit in Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie die Berufsinformationszentren in Solingen und Wuppertal und auch die Familienkasse Wuppertal bis 13 Uhr geöffnet. Das Jobcenter in Remscheid schließt um 12.30 Uhr für den Publikumsverkehr, danach ist der Zugang für terminierte Beratungsgespräche möglich. Folgende Servicenummern beiben am Gründonnerstag von 8 bis 18 Uhr erreichbar: Agentur für Arbeit, kostenlose Servicerufnummer für Arbeitnehmer 08004555500 bzw. für Arbeitgeber: 08004 555520, Familienkasse 08004 5555 30, Jobcenter Remscheid 02191/95180.

Im vorigen Jahr im „Rosengarten“

AWO Lennep-Lüttringhausen  & SPD Lennep /  Alle Jahre wieder. Bereits zum dritten Mal laden die Arbeiterwohlfahrt Lennep-Lüttringhausen und der SPD-Ortsverein Lennep zu einer gemeinsamen Ostereiersuche für Kinder ein. Diese findet statt am Samstag. 20. April, von 11 bis 13 Uhr im „Rosengarten“ an der Wupperstraße in Lennep. Wie in den vergangenen Jahren werden in mehreren Runden Plastik-Ostereier versteckt, die von den Kindern gesucht werden können. Für je drei gleichfarbige Eier gibt es am Stand ein kleines Präsent.
„Die Ostereiersuche hat sich bewährt – deshalb ist es selbstverständlich, dass wir sie auch dieses Jahr wieder anbieten“, so die Bezirksvertreterin Katharina Janotta, die vor zwei Jahren die Idee mit der Ostereiersuche hatte. Während die Kleinen auf die Suche nach Ostereiern gehen, können die Großen bei einem Stück Kuchen und einer Tasse Kaffee auf ihren Nachwuchs warten. In diesem Jahr wird von Seiten der Veranstalter komplett auf Einwegbesteck und Einweggeschirr verzichtet. „Wir schleppen in diesem Jahr lieber Geschirr als blaue Müllsäcke!“ so der Vorsitzende der AWO Lennep / Lüttringhausen, Antonio Scarpino. Falls größere Gruppen an der Ostereiersuche teilnehmen möchten, würde er sich über einen Hinweis unter Tel. RS 662626 freuen.

Steffenshammer / Anschmieden. In diesem Jahr eröffnet der Steffenshammer  seine 11. Saison am Ostersamstag, 20. April, mit dem „Anschmieden“. In der Zeit von 14 bis 18 Uhr schmieden an der Feldesse Martin Cramer-Backhausen und Bernd Schochow, und im Hammergebäude wird das bewährte Team um Dieter Orth und Fritz Halbach historische Schmiedetechnik vermitteln und zum Mitmachen einladen. Der Ausflug in die Vergangenheit lohnt sich. Lassen Sie sich das nicht entgehen! Wie immer ist auch für eine Stärkung in den Pausen gesorgt. Parkmöglichkeiten stehen bei Fa. Hermann Kemper, Gerstau 34 und auf dem Gelände ehemals Teppichknoten, Clemenshammer 34 sowie bei der Firma Wenesit AG, Clemenshammer 59a zur Verfügung. Das Steffenshammer – Team freut sich über Ihren Besuch und wünscht ein sonniges und angenehmes Osterfest.

SPD-Unterbezirk Remscheid / Ostersonntag zur Ostereiersuche in den Stadtpark. Bereits zum sechsten Mal laden die Remscheider Jusos (das sind die jungen SPD-Mitglieder) zu Ostern (diesmal zu Ostersonntag, 21. April, von 11 bis 13 Uhr) zur Ostereiersuche in den Stadtpark am Schützenplatz ein. Die Ostereiersuche findet statt auf der Fläche des Staudengartens unterhalb des großen Spielplatzes unterhalb des Schützenhauses. „In den vergangenen fünf Jahren haben wir schon alles erlebt: Sonne & Regen, Wind und Wetter - aber war eines immer vorhanden: der Spaß der Kinder. Deshalb laden wir in diesem Jahr wieder zur traditionellen Ostereiersuche ein und freuen uns auf viele, viele neugierige Kinder.“ so der Juso-Vorsitzende Burhan Türken.
Während die Kleinen sich auf der Suche nach Plastikostereiern begeben, die am Stand gegen Schokoladenhasen eingetauscht werden, können sich die Erwachsenen bei einem Stück Kuchen die Zeit vertreiben. Kosten entstehen keine - das Alter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist auf zwölf Jahre beschränkt. Die Kinder werden gebeten, Osterkörbe mitzubringen. Falls Gruppen teilnehmen möchten, ist eine kurze Information unter UB.Remscheid.NRW@spd.de erwünscht.

Kurzmeldungen zu späteren Terminen siehe nächste Seite:

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Das Fischerei-Recht hatten Familien aus Burg

Romantisches Eschbachtal: Der Johanneshammer im Jahr 2005. Foto: G. SchmidtNachdem die Bergischen Grafen um 1118 die Burg an der Wupper zum Mittelpunkt ihrer Herrschaft erhoben hatten, entstanden auf der Höhe des Burgberges und im Tal des Eschbachs bald eine Reihe von Ansiedelungen, so das das neue Gemeinwesen schon früh zu einer "Freiheit" erhoben werden konnte, während die benachbarten älteren Siedlungen Wermelskirchen und Remscheid sich noch mit der Bezeichnung von Dörfern zufrieden geben mussten.  Im Norden schneidet die quer über den Westhauser Berg gezogene Grenze die Südspitze der Honschaft Remscheid ab. Im Westen musste das Solinger Gebiet den Zipfel des Jagenbergs hergeben, und im Suden und Osten steuerte die Dorfhonschaft Wermelskirchen den Löwenanteil zur Burger Gemeinde bei. Hierzu gehörte auch das einzige Gebiet, das eine landwirtschaftliche Nutzung lohnte und dadurch zur Ernährung der Burger Bewohner beitragen konnte.

Doch die meisten Insassen der neuen „Freiheit“ waren damals Fischer und Handwerker, die zum Hof des Grafen in engerer Beziehung standen. Die Wupper wie auch der Eschbach lieferten damals eine Menge der köstlichsten Fische, die nicht nur den Schlossbewohnern, sondern auch den Landsleuten im weiteren Umkreis eine beliebte Speise boten. Die Ausübung der Fischerei in den benachbarten Gewässern war aber bis ins 18. Jahrhundert hinein Burger Familien vorbehalten. Es ist daher verständlich, das man bei der Abgrenzung des Burger Gemeinwesens einen erheblichen Teil des Eschbachs zu erfassen suchte und die Grenze am Hang des Westhauser Berges entlang bis in die Gegend des späteren Kellershammers hinauf und ebenso auf der Wermelskirchener Seite über die Sellscheider Höhen hinüberzog, so dass das Burger Gebiet hier einen schmalen Zipfel den Eschbach entlang nach Norden entsandte. Die Strecke von der Einmündung des Lobachs bis zur Wupper wurde daher "die Burger Bach" und die Landschaft "das Burgtal" genannt.

Aber noch auf andere Weise versuchten die Bergischen Regenten ihrer neuen Gründung Leben einzuflößen. Zwar diente die Errichtung der Kameralmühle zu Unterburg in erster Linie eigenen Zwecken, da sie den herzoglichen Hof mit feinem Mehl zu versorgen hatte. Um dem Müller aber seinen Unterhalt zu sichern, wurden neben den Burger Bewohnern auch die Besitzer der benachbarten Remscheider und Wermelskirchener Hofe dem Mahlzwang der herzoglichen Mühle unterworfen. Den Bergischen Landesherren schien damals schon bald die Einsicht gekommen zu sein, dass die Burger Freiheit nicht allein von der Gnade des Hofes gedeihen könne, sondern dass dazu vor allem die Pflege der Industrie vonnöten sei. So wurde von ihnen die Einführung der Tuchweberei im 15. Jahrhundert oder noch früher unterstutzt und ihre weitere Entwicklung durch verschiedene Privilegien gefördert. In den Dienst der Tuchweberei wurde nun auch der Unterlauf des Eschbachs gezwungen, der im Burgtal die zur weiteren Behandlung der Gewebe erforderlichen Walkmühlen zu treiben hatte. Durch die Gewährung der Zollfreiheit für die Wolleneinfuhr im Jahre 1490 sowie durch die Zunftordnung von 1546 erhielt die Burger Tuchweberei kräftigen Aufwind. Als sie später in Verfall geriet, zögerte der Kurfurst Johann Wilhelm II nicht, die alten Privilegien des Burger Wollenhandwerks im Jahre 1706 auf die Deckenweberei zu übertragen. Das neue Gewerbe entfaltete sich derart kräftig, dass im Jahre 1710 schon 122 Deckenfabrikanten in Burg vorhanden waren. Auch dieser Industrie mussten der Eschbach und die Wupper zum Betrieb von Öl- und Walkmühlen ihre Kräfte leihen. Die Burger Deckenindustrie ist längst erloschen. Das laute Dröhnen der Hämmer und das Kreischen des Stahles unter den Händen der Schleifer gehört ebenso der Vergangenheit an, doch vieles deutet auch heute noch darauf hin, dass im Eschbachtal eine der ältesten bergischen Industriestätten heimisch war. (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)

Als Eichhörnchen im Johanneshammer im Kochtopf landeten

Johanneshammer-Belegschaft. Foto: Hubert Felder300 Meter unterhalb des Altenhammer steht im Eschbachtal der Johanneshammer. Johannes Bertrams II war Besitzer eines Reckhammers im Mukkenbachtal. Dieser Hammer war jedoch zu Klein, und der Muckenbach führte zu wenig Wasser, so das er sich Bertram im Jahre 1677 entschloss, auf dem Farrenblech im Eschbachtal ("auf die Eiffische Forellenbach") den Johanneshammer zu bauen, und zwar auf einem zuvor zerfallenen. "1625" steht als Jahreszahl über der Ture, und diese Jahreszahl ist auch in einer Chronik der Stadt Wermelskirchen genannt. Vielleicht stammt dieser Balken aus dem Vorgängerhammer?

Nach bergischer Schmiedekunst wurden Im Johanneshammer Sensen hergestellt. Johannes Bertram war Sohn des gleichnamigen Vaters, der die Tochter Maria des Wilhelm Hasenclever I heiratete. Wilhelm Hasenclever I war Gründer des Hasenclever Clans.  Bertram II stammte vom Hof Hasenclever zu Ehringhausen. Er wurde im Jahre 1633 geboren. Und er war 43 Jahre alt, als er den Johanneshammer errichtete. Nur 15 Jahre hat Bertram II dort der Erzeugung von Raffinierstahl seine Kräfte widmen können. Auf einer Reise ist er am 29. Januar 1692 "ohngefähr um 4 Uhr nachmittags zu Düsseldorf auf öffentlicher Straße niedergestochen und kurz darauf verschieden", berichtet Beltgen in seinem Kirchenbuch. Johannes Bertram ist auf dem Kirchhof zu Remscheid begraben.

Johanneshämmer 1942 Foto: Klaus Gieß1771 bis 1830 gehörte der Johanneshammer dem Bernhard Hasenclever zu Ehringhausen. Um 1780 wird er von Peter Caspar Hasenclever bestellt. 1841 wird lt. Wermelskirchener Mühlenkataster der Sensen-Breithammer von Joh. Bernhard Hasenclever & Söhne zu Ehringhausen geführt. Diese Firma stellte Sensen her. Die Herstellung erfolgte fabrikmäßig, da die der Fa. Hasenclever gehörenden Hämmer ihre Arbeitsvorgänge aufeinander Abgestimmt hatten. 1853 werden in der Regierungsliste "beide Johanneshämmer" genannt. Sie sind als Stahlhämmer ausgerichtet. 1867 ist der erste Hammer zwar noch aufgeführt, aber in desolatem Zustand des ersten Hammers um etwa 1925.

Ein Hammer stirbt: Johanneshammer II. Foto: Osthoff 1951Hammer II wurde 1845 am gleichen Teich durch Johannes Bernhard Hasenclever & Söhne errichtet. Er hat einen Bruchsteinunterbau und steht heute noch. 1853 ist der Sensenbreithammer mit einer Schlacht und 12-15 PS angegeben. Im Jahre 1912 zog der Hammerschmiedemeister Karl Menn in den damals zur Firma Gottlieb Ernst Hasenclever gehörenden Johanneshammer ein und machte sich selbständig. 1920 erwarb er den Hammer und stellte dort mit seinen Söhnen Kurt und Hans unter anderem "ausgeschlagene Gewichtsfeilen" her. 1923 gab die Stadt Remscheid einen Geldschein mit dem Johanneshammer (500.000,- RM als Inflationsgeld) heraus.

Johanneshammer I und II. Sammlung: Reinhard Baade.Die Gebrüder Menn führten nach dem Tod ihres Vaters den Hammer bis März 1962 als Lohnschmiede fort. Sie waren aber auch eifrige Angler, und so mancher Karpfen und so manche Forelle wurde aus dem Teich gezogen. Die Fischzucht lag beiden am Herzen. In dem kleinen Kontor, nahe bei den Glühofen, den Transmissionen und Werkzeugen, wurde auch so mancher Schnaps ausgeschenkt, wenn Förster, Jäger oder Remscheider Freunde kamen. Aber auch wenn schon mal einen gemütlichen Tag gab, so wurden doch im Monat bis zu 25 Tonnen Feilenrohlinge an die Feilenhauereien geliefert. In den letzten Jahren ihrer Arbeit sagten die Brüder übereinstimmend, das sie zwar ihr Auskommen hätten und die Wasserkraft recht billig sei, dass aber das Wirtschaftswunder an ihnen vorbeigegangen sei („Kein Vorwarts und kein Zurück!“).  Zeitweilig gesellte sich der Kunstschmied Kurt Jorzyk vom Bergfrieder Weg im Johanneshammer hinzu, um verschiedene Kunstobjekte zu schmieden. Unter anderem hat er einige Damaszener Schwerter nach alter Tradition geschmiedet.  In einem der beiden Hämmer arbeitete auch Fritz Jogan, der als Junggeselle in einer Dachkammer über dem Hammer wohnte. Er war nicht nur ein fachkundiger Schmied, sondern hatte sich auch der Kunst und dem Waidwerk verschrieben, wenn auch auf eine besondere Art und Weise. Wie dem alten Rauhaus am Neuenhammer neben seiner Arbeit noch Goethe, Schiller, Shakespeare Lebensinhalt waren, so waren es dem Fritz Jogan das Klavier und das Schnitzmesser, mit dem er aus Eichenstumpfen allerlei Tierkopfe schnitt mit denen er die Zaunpfähle zierte. Das "Weidwerk" betrieb er an seinem Dachkammerfenster, von wo aus er mit seiner Flinte manches Eichhorn in den nahen Haselnusstauden traf und es dann in seinen Kochtopf wandern ließ.

Jenseits ihres 60. Lebensjahres und aus gesundheitlichen Gründen gaben die Gebrüder Menn 1969 auf. Der Hammer war ihnen mehr als nur Arbeitsstätte, und so war es ihnen auch nicht egal, wer diesen Hammer übernehmen sollte. Ein glücklicher Zufall bescherte den Verkauf an den Bergischen Kreis der Alt- Nerother Wandervogel; siue bauten den Hammer zu einem Wochenendwanderhaus mit Schlafgelegenheit aus. Eine alte Francis-Turbine, die für den Hammer das Licht erzeugte, ist heute noch intakt und wird von den Nerothern gepflegt. (Ein verbliebener Einmannbunker erinnert auf dem Gelände an den zweiten Weltkrieg, der selbst das so friedliche Eschbachtal nicht verschonte.)

Beim Bau der Remscheider Talsperre wurde mit den Schmieden des Eschbachtales ein Vertrag abgeschlossen, in dem die Pumpstation, die damals noch mit Wasserturbinen arbeitete, verpflichtet wurde, täglich zur Versorgung der Wasserräder der zahlreichen Hammer eine bestimmte Menge Wasser an den Eschbach abzugeben. Als nach und nach einige Schmieden aufgaben, hielten sich die Stadtwerke nicht mehr an die Abgabemengen, so dass das Wasser in den übrigen Hämmern und Kotten rar wurde. Trotz vieler Proteste der Anlieger hielten sich die Stadtwerke aber nicht an die vertraglichen Abgabemengen, somit war das "nasse Gut" ein seltenes Element in den Hammerteichen. (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach) (Foto ganz oben aus: „Remscheid“ von Hans Funke, erschienen 2002 im Sutton-Verlag in Erfurt in der Reihe „Archivbilder“)

Gestern zwei Schwerverletzte bei Unfällen

  • An der Einmündung "Am alten Flugplatz"/Otto-Lilienthal-Weg verletzte sich gestern Nachmittag gegen 16.30 Uhr ein fünfjähriges Mädchen schwer. Das Kind war auf einem Fahrrad und in Begleitung ihrer Mutter auf der Straße "Am alten Flugplatz" unterwegs. In Höhe der Einmündung Otto-Lilienthal-Weg verlor sie die Kontrolle über ihr Fahrrad und stieß mit dem Chevrolet eines 49-jährigen Remscheiders zusammen. Durch den Zusammenstoß stürzte das Kind und verletzte sich schwer. Der Rettungsdienst brachte es zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
  • Ein Autofahrer stieß gestern gegen 19.15 Uhr auf der Straße Vieringhausen in Richtung Güldenwerth mit seinem Wagen aus bislang ungeklärter Ursache frontal gegen einen geparkten Pkw. Durch die Wucht des Aufpralls überschlug sich das Auto des 23-Jährigen und blieb auf dem Fahrzeugdach liegen. Der abestelle Pkw wurde gegen eine Mauer und eine Hecke eines Wohnhauses geschoben. Der Remscheider verletzte sich schwer und musste zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht werden. Sein Wagen wurde abgeschleppt. Es entstand circa 10.000 Euro Sachschaden. (aus dem Polizeibericht)

Als die Lenneper Oberschüler noch Mützen trugen

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Das Osterfest naht, und ein Gruß aus Lennep mit einer historischen Postkarte ist da nicht unangebracht. Das Gasthaus am Alten Markt namens "König von Preußen" gibt es heute noch. Die Geschichte dieses Lokals, später zum Hotel ausgebaut und mit einem großen Saal auf der Rückseite, in dem ich mich in meiner Jugend noch an Theaterproben beteiligte, geht weit ins 19. Jahrhundert und noch weiter zurück. Zahlreiche Lenneper Traditionsvereine, wie z.B. die Freiwillige Feuerwehr oder die Schützen, feierten früher dort ihre Feste. Wie viele Wirte werden da wohl Eigentümer und Pächter gewesen sein? Auf verschiedenen historischen Ansichtskarten kann man mindestens fünf oder sechs ausmachen.

Auf unserem heutigen Bild liest man den Namen von Robert Hildebrandt, den man z.B. im Lenneper Adressbuch von 1902 wiederfindet. Die Ansichtskarte zeigt auch das alte Amtsgericht, 1791 erbaut und 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört, das von 1836 bis 1891 als Rathaus und anderen Verwaltungszwecken diente. Als massives Steinhaus und auch in der architektonischen Form passte es von Anfang an nur schwer zur Lenneper Altstadt mit seinen Fachwerkhäusern.

Eine weitere bis heute eindrucksvolle Örtlichkeit in Lennep ist natürlich die Wetterauer Straße (auf der zweiten "colorierten" Abbildung links in der Zeit kurz nach 1900 zu sehen). Worauf der Anfang des 19. Jahrhunderts entstandene Name der Straße zurückzuführen ist, ist  unbekannt. Auch die Buchhändlerfamilie Schmitz aus der Wetterauer Straße, in Lennep seit 1850, einst auch mit Verlag und Druckerei, ansässig, machte sich darüber Gedanken, so steht es in einem alten Zeitungsartikel, und sie fand auf alten Karten in Richtung Siegen und Hessen den Namen Wetterau, bei Geografen und auch bei Matthäus Merian natürlich in der altertümlichen Form "Wetteravia".

Wetterauer Straßen gab es früher übrigens häufiger im Bergischen Land, und sie hatten wohl mit den uralten Handelswegen zu tun, die beispielsweise von Solingen und Remscheid über Hückeswagen, Wipperfürth und Rönsahl, also über das eisenfördernde Siegerland nach Hessen führten, wo es bekanntlich bis heute die Region der "Wetterau" gibt, die mit ihren Grenzen im 19. Jahrhundert anders als heute weit in das Preußische Gebiet hinein ragte.

Aber wie dem auch sei, uns Heutige sollen jetzt eher die Bewohner und Geschäfte in der Wetterauer Straße interessieren, so wie sie auf unserer ca. 120 Jahre alten Ansichtskarte verewigt sind. Geschichtsinteressierten Lennepern ist natürlich die ehemalige Buchhandlung Richard Schmitz bekannt, vielen wohl auch das Kaufhaus Dörrenberg, das nach und nach in der Wetterauer Straße, später dann in der Kölner Straße unterhalb des Kölner Tors am Kraspütt und zuletzt als Vorläufer von Karstadt/Hertie an der Ecke Kölner und Wupperstraße residierte. Dort ist der Altbau vom Beginn der 1910-er Jahre mit mannigfaltigen Veränderungen  noch heute präsent.

Auch das ehemalige Café Grah kennen wir. Als Röntgen-Schüler gingen wir samstags nach dem Unterricht immer dorthin, nachmittags oft auch in die dazugehörige Milchbar mit ihrer Music Box. Ich höre es noch wie heute: Connie Francis sang 1964 "Schöner fremder Mann". Allerdings war das Café Grah auf dem vorliegenden Bild aus der Zeit um 1900 so noch nicht vorhanden. Vielmehr hatte dort längere Zeit der Conditor und "Cafetier" Richard Isenburg sein Geschäft, ein sehr geschichtsinteressierter Lenneper.

Die ursprüngliche "Markt-Apotheke", deren spätere Form manche von uns noch mit dem Namen Kreth verbinden, lag mit ihrem Verkaufsraum seinerzeit nicht an der Hausecke gegenüber von Schmitz` Buchhandlung, sondern links daneben in dem großen bergischen Haus. Dessen Besitzer Emil Halbach verdiente wohl gut, er ließ sich später in der nach ca. 1904 neu angelegten Schillerstraße von der Lenneper Firma Wender & Dürholt eine großzügige private Villa im "altbergischen Styl" errichten. An der Straßenecke auf unserem Bild gab es vielmehr die "Huthhandlung" von Karl Isken jr., was auf unserem Bild sehr gut zu erkennen ist. Links neben dem Kaufhaus Dörrenberg sehen wir noch das Schuhwarengeschäft von Wilhelm Bremicker und ganz, ganz hinten links die am Schieferhaus angebrachte Werbung der Firma Hermann Platte. Im Adressbuch wurde 1902 dazu auch "Uniformmützenfabrik" angegeben. In diesem Geschäft wurden fast bis in unsere Zeit Hüte, Zylinder, Mützen und Schirme verkauft, manches davon habe ich noch zuhause, einen wesentlichen Anteil am Verkauf hatten in früher Zeit auch die Schülermützen der Höheren Schüler, also der Lenneper Oberrealschüler und Gymnasiasten.

Allen Freunden Lenneps und des Bergischen Landes nunmehr eine besinnliche Karwoche und ein schönes Osterfest.

Schüsse in die Luft bei Hochzeitskonvois

Fast zeitgleich meldeten Zeugen der Polizei in Wuppertal und in Remscheid gestern Mittag zwischen 14 Uhr und 15 Uhr voneinander unabhängig verdächtige Schussgeräusche. Auf der Wortmannstraße in Wuppertal-Elberfeld und UF der Salemstraße in Remscheid hatten Angehörige von Hochzeitsgesellschaften aus Autokonvois heraus in die Luft geschossen. In beiden Fällen konnte die Polizei die Kolonnen stoppen und kontrollieren. In Wuppertal gab sich der Schütze zu erkennen und händigte den Beamten freiwillig seine Schreckschusspistole aus. In Remscheid hatte sich ein Fahrer vor Eintreffen der Einsatzkräfte entfernt. Die Ermittlungen hierzu dauern an. Die Polizei fertigte Strafanzeigen. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0202/284-0 bei der Polizei zu melden. (aus dem Polizeibericht)