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Immer wieder gerne ins Deutsche Werkzeug-Museum

Freitag, 15. November, bis 17. Mai 2020
„Donnelwettel. Made in Germany“: Flott. Bohrmaschinen der Extraklasse.
Vom Drillbohrer über Bohrwinden, von der Regulator-Bohrmaschine über elektrische Bohrmaschinen bis zu digital gesteuerten Standbohrmaschinen erstreckt sich die Entwicklungsreihe der Firma Flott. Ständige Innovationen zeichnen die Firma aus und machen sie zum Technologieführer bei den industriellen Bohrmaschinen. Dabei werden regionale und soziale Verantwortung groß geschrieben und unter dem Leitspruch ‚Made in Remscheid‘ zusammengefasst. Nach 165 Jahren ist das Unternehmen immer noch im Familienbesitz. Grund genug für das Deutsche Werkzeugmuseum, in einer Ausstellung die Geschichte der Firma und die Entwicklung der Bohrmaschine aufzuzeigen. An der Ausstellungseröffnung am 14. November um 19 Uhr wird auch der Gesellschafter und Geschäftsführer der Fa. Flott, Jan Peter Arnz, teilnehmen. Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht wird in die Ausstellung einführen. Die Musik- und Kunstschule Remscheid hat die musikalische Umrahmung übernommen.

Freitag, 15. November, jeweils 17 Uhr
Museum im Dunkeln
Mit dem Nachtwächter Balduin Keks auf Kontrollgang
Im Deutschen Werkzeugmuseum zieht unser Nachtwächter jeden Abend seine Kreise. Ganz selten nimmt er einige wenige Interessierte mit auf seinen Rundgang. Am Freitag, 15. November, um 17 Uhr ist es wieder soweit und es heißt „Museum im Dunkeln“. Einmal ein Museum im Dunkeln zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Aber dabei auch noch vom Nachtwächter geführt zu werden und alle seine Aufgaben erläutert zu bekommen, das hat man nicht jeden Tag. Ganz verrückt wird es, wenn der Nachtwächter auch noch Balduin Keks heißt und ein Hund ist. Dieses Angebot von Markus Heip richtet sich natürlich besonders an die Kinder, aber auch für Erwachsene ist das sehr spannend. Melden Sie sich schnell an, diese Veranstaltung ist fast schon zu einem richtigen Klassiker geworden – die Hauptperson ist es auf alle Fälle: Balduin Keks. Ganz wichtig: Unbedingt an Kekse denken, darüber freut er sich besonders. Anmeldung erbeten unter Tel. RS 162519 oder per E-Mail Werkzeugmuseum-Hiz@remscheid.de">Werkzeugmuseum-Hiz@remscheid.de bis spätestens 13. November.

 

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Fassadensanierung von Haus Cleff kann beginnen

Haus Cleff am Abend: Gerüstteile warten darauf, am Haus 'verbaut' zu werden. Fotzo: Lothar Kaiser

Haus Cleff: Rückfall auf den harten Boden der Realität“, titelte der Waterbölles am 13. Juni. Im Kulturausschuss hatte sich herausgestellt, dass das vorhandene Geld für die Sanierung des in den Jahren 1778 und 1779 im Stil des bergischen Rokoko von den Gebrüdern Hilger erbauten Patrizierhauses „Haus Cleff“ lediglich ausreicht,  um die äußere Hülle des Hauses – bestehend aus vielen Holzbalken, diversen Holzarbeiten (an den Fenstern), Ziegeln und Schiefer – vom Mansardendach bis zum steinernen Sockel instand zu setzen. Mehr aber auch nicht.  Und auch das nur, weil im Juni im Rathaus ein Bewilligungsbescheid über Fördermittel in Höhe von 595.000 Euro eingetroffen war, wie Stadtdirektor damals Sven Wiertz berichtete. „Das Geld kommt aus dem Denkmalschutzsonderprogramm der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien sowie von der Stiftung Deutsche Denkmalpflege.“ Für die äußere Restaurierung des Hauses stehen somit 2,6 Millionen Euro bereit.

Und mit der wird jetzt begonnen. Ein Teil des Gebäudes ist bereits eingerüstet. Ein  Bauzaun verhindert das Betreten der Baustelle durch Unbefugte. Wie Architekt und Handwerker bei den Sanierungsarbeiten vorgehen wollen, erfährt die lokale Presse am Freitag, 15. November, vor Ort auf der Pressekonferenz, zu der Stadtdirektor Sven Wiertz zusammen mit dem Architekturbüro Bramlage eingeladen hat.

Veranstaltungen und Termine im Ev. Kirchenkreis

Freitag, 15. November, ca. 16 Uhr
Gottesdienstbesuch in der Bergischen Synagoge
In der Tradition früherer Synagogenbesuche und nach dem Motto „Weißt Du wer ich bin?“ der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (AcK) möchten der Kirchenkreis Lennep und die Friedenskirche Remscheid eine jüdisch-christliche Begegnung realisieren. Am 15.11. haben wir die Möglichkeit, einen Gottesdienst der Jüdischen Kultusgemeinde in der Bergischen Synagoge in Wuppertal-Barmen mitzuerleben. Die Besuchsgruppe wird sich am frühen Nachmittag treffen und gemeinsam nach Wuppertal fahren. Für die Begegnung wünschen wir, dass sich unser eigener Horizont erweitert und wir unsere Nachbarn besser kennen- und verstehen lernen.
Interessierte sind dazu herzlich eingeladen, müssen sich aber bis zum 27. Oktober bei Pastor André Carouge oder Frau Dr. Anna-Barbara Baenkler-Falkenhagen (Adresse: Unterhölterfelder Str. 68, 42857 Remscheid, Tel. 9 160 71, E-Mail: baenkler-falkenhagen@gmx.de) anmelden. Weitere Informationen nach Anmeldung.

Freitag, 15. November, 19.30 Uhr
Hören & Verstehen – Suppé Requiem
Ort: Vaßbendersaal (Ambrosius-Vaßbender-P latz)
Franz von Suppé kennt man vor allem als Operetten-Komponisten. Dass er auch geistliche Musik geschrieben hat, ist weit weniger bekannt. Was er sonst noch komponiert hat und welcher Mensch er war, zeigen in bewährt anregender Weise die Kantoren Christoph Spengler und Ursula Wilhelm. Im Mittelpunkt des Abends steht dabei Suppés Requiem, von dem auch Klangbeispiele zu hören sein werden. Wie schon beim letzten Vortrag erwartet die Zuhörer auch dieses Mal eine kleine Überraschung. Mitwirkende: Christoph Spengler, Ursula Wilhelm. Eintritt: Spende

Samstag, 16. November, 15 Uhr
Seniorentanz im Vaßbendersaal
Ort: Vaßbendersaal (Ambrosius-Vaßbender-Platz)
Heute laden wir wieder alle jung gebliebenen SeniorInnen zum Tanztee in den Vaßbendersaal ein. Bei Kaffee, Kuchen und Dieter an der Musik wird das Tanzbein geschwungen. Mitwirkende: Klaus-Dieter Wiedenhoff & Citybrunch-Team. Verzehr: Getränkepauschale drei € (Schnittchen, Kuchen und Torte, von 0,5 € bis zwei €)

Samstag, 16. November, 10 bis 16 Uhr
9. Kreiskirchlicher Frauentag
„Ente zu verschenken - barfuß unterwegs zu mir selbst" ist der Titel von Schwester Jordanas Buch, aus dem sie zum 9. kreiskirchlichen Frauentag am Samstag, 16. November, vorlesen wird. Der Frauentag findet von 10 bis 16 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus, Ludwig-Beck-Straße 4, in Radevormwald, statt. Neben der Buchlesung der bekannten Dominikanerin von Bethanien (Beginn 10.30 Uhr) stehen unter dem Motto: "Unterwegs im Glauben" am Nachmittag vier inspirierende Workshops auf dem Programm, in denen Frauen sich austauschen, tanzen, singen, meditative Impulse spüren und über die Ermutigung von Segenstexten nachdenken können. Andrea Hansen, Frauenreferentin im Ev. Kirchenkreis Lennep, hat sich zusammen mit dem Ausschuss für Frauenfragen im Ev. Kirchenkreis viele Kooperationspartner ins Boot geholt. Das Programm des 9. Kreiskirchlichen Frauentags entstand in Kooperation  mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid.

Sonntag, 17. November, 10 Uhr
KuK – Kirche und Kyrios
Ort: Evangelische Stadtkirche Remscheid (Markt)
Unsere Gottesdienstreihe „Kirche und K …“ (KuK) widmet sich heute dem „Kyrios“ (griechisch: Herr) und damit dem Herrn der Kirche und dem Weltenrichter.
Mitwirkende: Martin Rogalla (Predigt), Ursula Wilhelm (Orgel).

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Remscheider Institutionen berichten oder laden ein

Eine herzliche Bitte an alle Vereine und Institutionen,
die diese Rubrik nutzen.

Vergessen Sie zum Datum Ihrer Veranstaltung bitte nicht den Tag. Also nicht “am 31. März”, sondern “am Sonntag, 31. März”. Die Leserinnen und Leser des Waterbölles, die sich für Ihre Veranstaltung interessieren, werden es Ihnen danken. Die Jahrszahl können sie dafür gerne weglassen, es sei denn, der Termin wäre erst nach dem 31. Dezember. ;-)

Bergische Industrie- und Handelskammer / Mitarbeiter motivieren und binden. Qualifizierte Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Unternehmens. Wie kann man sie motivieren, ans Unternehmen binden und Konflikte vermeiden? Diese Fragen beantwortet Stefan Kemper, Inhaber von Kemper Business Care, am 14. November ab 18 Uhr in der Bergischen IHK. Das Seminar „Mitarbeiterbindung, Motivation und Generationenkonflikt in KMU“ findet von 18 bis ca. 19.30 Uhr in der IHK-Hauptgeschäftsstelle Wuppertal am Heinrich-Kamp-Platz 2 statt. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Klein.Bergisch.Gut“, die speziell für Kleinunternehmen konzipiert ist. Anmeldungen unter www.bergische.ihk.de, Dokumentennummer 181121933.

Rheinische Fachhochschule Köln gGmbH / Studieren in Remscheid. Im September 2019 hat der neue Studienort Remscheid-Honsberg, Martinstraße, seine Pforten geöffnet - eine Initiative der Rheinischen Fachhochschule Köln und der Stadt Remscheid für die Menschen in der Region und für die Bergische Wirtschaft. Die RFH stellt dort am Montag, 14. November, die Bachelor-Studiengänge Betriebswirtschaftslehre und Produktionstechnik vor. Das Angebot richtet sich an Abiturient*innen, Fachabiturient*innen, Auszubildende, Praktikant*innen oder bereits Berufstätige. Zahlreiche bergische Unternehmen unterstützen das Angebot durch die Möglichkeit einer studentischen Mitarbeit. Mit dem Angebot der Rheinischen Fachhochschule Köln für die Bergische Wirtschaft besteht jetzt in Remscheid eine attraktive Möglichkeit, Beruf und Weiterbildung zu vereinen. Die staatlich anerkannten Studiengänge Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsinformatik und Produktionstechnik werden mit dem akademischen Grad „Bachelor of Art“ bzw. „Bachelor of Science“ bzw. „Bachelor of Engineering“ abgeschlossen.

Cafe Mocca SIN, Hindenburgstr. 10 / Wie kommt das Schiff in die Flasche? Am Donnerstag, 14. November, um 19 Uhr zeigt das Cafe Mocca SIN dwn DVD-Film „Wie kommt das Schiff in die Flasche?“ Die Veranstaltung ist kostenlos, es wird aber ein Sparschwein für eine Spende aufgestellt. Eine Anmeldung ist unbedingt erforderlich per E-Mail an gadiole1951@t-online.de">gladiole1951@t-online.de oder Tel. 0170 800 2913. (Barbara Bontemps)

Bergischer IHK / Gründerberatung. Das STARTERCENTER NRW Wuppertal-Solingen-Remscheid bietet in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Remscheid und der Gründerschmiede Remscheid e.V. am Freitag, 15. November, eine Gründungsberatung an. Bei der Wirtschaftsförderung Remscheid, Elberfelder Str. 32, steht hierfür ein Berater der Bergischen IHK zur Verfügung. Im Rahmen von Einzelgesprächen können Gründungsinteressierte nach vorhergehender Anmeldung ihre Idee vorstellen und Fragen rund um die Selbstständigkeit klären lassen. Weitere Infos und Terminvereinbarung unter Tel.: 0202-2490-777 oder E-Mail startercenter@bergische.ihk.de">startercenter@bergische.ihk.de.  

"Runder Tisch gegen rechts aus Radevormwald" e. V. / Kundgebung und Mahnwache. Gegen die AfD und deren Veranstaltung am Freitag, 15. November, um 18 Uhr im Bürgerhaus in Radevormwald hat der Verein "Runder Tisch gegen rechts aus Radevormwald" e. V. zu einer Kundgebung um 17Uhr auf dem Marktplatz mit anschließender Mahnwache vor dem Bürgerhaus aufgerufen. Das Aktionsbündnis „Remscheid Tolerant“ wird daran teilnehmen.

Röntgen-Gymnasium & Stadtbücherei / Bundesweiter Vorlesetag. Am 15. November lesen 27 LehrerInnen insgesamt 684 SchülerInnen am Röntgen-Gymnasium vor! Wie geht das? -In ihren Schulstunden nehmen LehrerInnen eine nach eigenen Kriterien ausgewählte Lektüre mit in den Unterricht und lesen ihrer Lerngruppe daraus vor. Ob sich die Textpassagen konkret auf den aktuellen Stoff beziehen, diesen erweitern oder einfach eine Inspiration darstellen und zum Nachdenken anregen, ist den LehrerInnen überlassen.Dieser bundesweite Vorlesetag ist das größte Vorlesefest Deutschlands: Über eine halbe Millionen Menschen haben 2018 teilgenommen und ein öffentliches Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens gesetzt. Die Initiatoren (DIE ZEIT, Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung) möchten Begeisterung für das Lesen und Vorlesen wecken und laden in diesem Jahr zum 16. Mal dazu ein. Und das Röntgen-Gymnasium unterstützt diese einzigartige Initiative zur Stärkung der Vorlesekultur in Deutschland. Denn Vorlesen regt die Fantasie an, fördert die Sprach- und Leseentwicklung von Kindern und eröffnet damit Bildungschancen für eine erfolgreiche Zukunft. (Paulina Rasch)
Auch die Öffentliche Bibliothek der Stadt Remscheid nimmt teil – mit einem Angebot für Kinder und einem für Erwachsene. Interessierte sind herzlich zu den kostenfreien Veranstaltungen eingeladen. In der Kinder- und Jugendbibliothek, Scharffstraße 4-6, wird ab 15 Uhr ein Bilderbuchkino gezeigt. Ab 19 Uhr lädt die Stadtteilbibliothek Lennep zur Lesung des Bergischen Autors Peter vom Falkenberg ein. (Violas Juric)

Kurzmeldungen zu späteren Terminen siehe nächste Seite:

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Neue Ideen für eine Einwanderungsgesellschaft

von Dr. Mark Terkessidis
(aus dem Buch „Nach der Flucht“, dass bei Reclam erschienen ist)

Es herrschte nahezu Weltuntergangsstimmung, als neulich im Wartezimmer meiner Ärztin drei etwas betagtere Frauen sich über die Veränderungen auf der Straße unterhielten: Da »draußen« im Straßenverkehr, da gehe es ja so aggressiv zu, man könne ja kaum noch auf die Straße gehen, früher habe es das alles nicht gegeben.

Nun liegt die Praxis in einem Viertel, das gemeinhin als bürgerlich bezeichnet wird – von einem Sicherheitsproblem kann keine Rede sein. Woher also kommt der Eindruck der Gefahr? Es kann kein Zweifel bestehen, dass sich auch die bürgerlichen Viertel in den letzten Jahren verändert haben. Junge Familien sind zugezogen, Familien mit Migrationshintergrund, auch viele »Expatriates«. Diese Personen leben oft weniger in geographischen Nachbarschaften als vielmehr in Netzwerken: Sie kennen oft die Leute nicht, die unmittelbar unter ihnen wohnen, haben aber Bekannte überall in Deutschland und manchmal auch rund um den Globus.

Haben sie Migrationshintergrund, besitzen sie häufiger Wohneigentum im Herkunftsland oder pflegen zumindest andauernde transnationale Familienbindungen. Diese Welt der Netzwerke bildet sich in den Vierteln oft nicht mehr physisch ab. Die traditionelle Bewohnerschaft trifft in den Bäckereien keine Bekannten zum Plausch mehr, der Einzelhandel ist in Händen von Geschäftsleuten türkischer oder afghanischer Herkunft, und in den Kneipen, in denen früher Mundart gesprochen wurde, hört man heute oft Englisch. Gefährlicher ist es durch diese Veränderungen keineswegs geworden, aber die Welt erscheint den angestammten Bewohnern nicht mehr vertraut. Selbst wenn sich gar nichts verändert hat, kursieren in den Medien all die Geschichten über das, was in Paris passiert ist oder in Köln oder in all den anderen Großstädten im »Multikultiwahn«. Das möchte man »bei sich« nicht haben – oft genug sind die Vorbehalte gegen die Einwanderungsgesellschaft dort am größten, wo kaum oder keine Personen Migrationshintergrund leben.

Seit der Flucht von etwa 900.000 Menschen nach Deutschland im Jahr 2015 sind die Auseinandersetzungen um das Thema »Migration« heftiger geworden. Tatsächlich hat dieses Ereignis auch den Letzten klargemacht, dass Einwanderung kein Randthema mehr ist, sondern zentrale Bedeutung auch und vor allem für unsere Zukunft hat. Doch mit der Normalität von Migration tut sich die Republik weiter schwer: Die oft blauäugig begeisterte »Willkommenskultur« schlug schnell um in einen ebenso unangemessenen Pessimismus. Die wohlwollenden Befürworter der Einwanderungsgesellschaft betonen oft, die Vielfalt an sich sei eine großartige Sache – »Vielfalt, das Beste gegen Einfalt«, hieß etwa zwei Jahre hintereinander das Motto der »interkulturellen Wochen«.

Doch ist Vielfalt tatsächlich immer gut? Kann Vielfalt nicht auch Vertrauen zerstören, allen Beteiligten auf die Nerven gehen, Ärger machen? Diversität hat immer dann positive Effekte, wenn sie auch bewusst gestaltet wird. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die üblichen Sondermaßnahmen und Reparaturarbeiten nicht ausreichen, sondern die Institutionen, Organisationen und Einrichtungen der Gesellschaft sich auf eine neue Weise an der unhintergehbaren Vielheit der Bevölkerung ausrichten müssen.

Diese Vielheit – (der stärkere Begriff ist hier bewusst gewählt) – hat keineswegs nur mit Migration zu tun. Es geht eben nicht um Sonderleistungen für die »Hinzugekommenen«. Die Gesellschaft benötigt »Vielheitspläne«, die sich an den unterschiedlichen Voraussetzungen, Hintergründen und Referenzrahmen aller Individuen orientieren. Reformen sind notwendig – und Einwanderung dient beständig als eine Art Passepartout, um viele grundsätzliche Probleme des Wandels zu erörtern. Damit wäre Migration aber auch ein Anlass, um zu lernen. Das wiederum wäre mit dem Eingeständnis verbunden, nicht immer alles zu wissen, sondern sich in einem Prozess der Veränderung zu befinden. Dieser Prozess mag Experimente erfordern, holperig sein und er mag auch mehr als ein paar Jahre dauern. Vielleicht erfolgt aber im Moment ein neues »Kennen-Lernen « der eigenen Gesellschaft, in dem das Vertrauen sich neu bildet.

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Abschiedsgeschenk war ein Trikot des FC Remscheid

Im festlich illuminierten Saal des Schützenhauses reichten gestern Mittag „Anfang und Ende einander die Hände“. Dieses chinesische Sprichwort hatten Frank Dehnke, der zum Jahresende scheidende Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Remscheid, und sein Nachfolger Michael Wellershaus der gemeinsamen Einladung an langjährige Weggefährten vorangestellt in der Erkenntnis, dass Anfang und Ende manchmal eng beieinander liegen und mit dem Wechsel an der Vorstandsspitze der Stadtsparkasse ein neuer Abschnitt eingeläutet wird. Grund genug also, um auf die alten und die neuen Zeiten anzustoßen und in ungezwungener Atmosphäre Erinnerungen austauschen oder in die Zukunft blicken.

Frank Dehnke geht nach Friedberg in Hessen“, hatte der Waterbölles am Mittwoch, 29. Mai, berichtet, nachdem die Aufsichtsgremien der Sparkasse Oberhessen in Friedberg (Hessen) den Arbeitsvertrag mit dem 49 Jahre alten Hückeswagener bestätigt hatten. Die vorherige Ankündigung des Weggangs gegenüber Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hatte diesen überrascht, wie er gestern einräumte. „Ich habe eine Zeitlang gebraucht, um mich an diese Tatsache zu gewöhnen!“ Seine damalige Ankündigung, die Nachfolge alsbald regeln zu wollen, setzte der OB im Juli um: „Michael Wellershaus wird Vorstandsvorsitzender“, teilte die Sparkasse am 5. Juli mit; Tags zuvor hatte der Rat der Stadt die Bestellung von Wellershaus (44) einstimmig beschlossen. An der Dreier-Spitze mit zwei Vorstandsmitgliedern und einem Stellvertreter wird festhalten. Wer der/die Neue auf Wellershaus' bisheriger Stelle als ordentliches Vorstandsmitglied sein wird, ist noch offen. Dritter im Bunde bleibt das stellvertretende Vorstandsmitglied Herbert Thelen. Sein Vertrag war im Sommer für weitere fünf Jahre bis Ende 2024 verlängert worden; er bleibt für sämtliche Vertriebsbereiche verantwortlich, zu denen sowohl die Privat- und Firmenkunden sowie das Immobiliencenter inklusive Baufinanzierung, als auch Private Banking, S-Vermögensmanagement, Versicherungsservice und der Mediale Vertrieb gehören.

Eine „Karriere auf der Überholspur“ attestierte der Oberbürgermeister gestern Frank Dehnke und dankte ihm für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit – „auch in persönlicher Hinsicht“. Denke übergebe die Stadtsparkasse Remscheid an seinem Nachfolge Wellershaus personell gut aufgestellt, „nah am Kunden“. Dafür werde die Stadtsparkasse auch künftig stehen, war sich Mast-Weisz sicher: „In der zurückliegenden Wirtschaftskrise hat die Sparkasse den heimischen Unternehmen den Rücken gestärkt!“ Einfacher geworden seien die Zeiten seitdem nicht. „Die gegenwärtige Niedrigzinsphase mag den Stadtkämmerer erfreuen und mich als Oberbürgermeister dieser Stadt natürlich auch. Aber als Vorsitzender des Aufsichtsrates muss ist das natürlich anders sehen!“

Es gab in den vergangenen Jahren wohl kein Zusammentreffen des Sparkassenvorstands mit dem OB, bei dem nicht einige Minuten über die Fußballbundesliga gesprochen wurde - meist frotzelnd, denn da hat jeder seinen ganz speziellen Verein, dem er die Daumen drückt. Frank Dehnke Borussia Mönchengladbach, Michael Wellershaus Bayer 04 Leverkusen und Burkhard Mast-Weisz Arminia Bielefeld. Da konnte der gestrige Empfang im Schützenhaus also keine Ausnahme machen. Mit Fan-Schal „ihrer“ Vereine, mit denen ein Gast sie überrascht hatte, präsentierten sich der alte und der neue Vorstandsvorsitzende den Fotografen. Und auch das Abschiedsgeschenk des OB an Frank Dehnke hatte etwas mit Fußball zu tun: Es war ein Trikot des FC Remscheid, glatt gebügelt in einem Glasrahmen – mit den Unterschriften aller Mitglieder des Sparkassen-Aufsichtsrates.

Linke schlagen Jugendtreff an der Alleestraße vor

Zur Ratssitzung am 21.November hat die Fraktion der Linken den Antrag gestellt, in einem leerstehenden Lokal an der Alleestraße einen Jugendtreff einzurichten bzw. in die Liste „der Vorschläge zur Umsetzung eines Sofortprogramms und Prüfung von Perspektiven“ aufzunehmen. Begründung: „Bis 2010 bestand im Innenstadtbereich am Markt der erfolgreiche Jugendtreff RIC. Nach Schließung dieses Jugendtreffs waren viele junge Gäste dieser Einrichtung ohne adäquaten Ersatz mit entsprechend negativen Folgen. Dem Jugendrat ist im vergangenen Jahr ein leerstehendes Ladenlokal zur kostenlosen Nutzung über einen gewissen Zeitraum angeboten worden. Die jungen Menschen haben dies begrüßt und sofort Überlegungen für eine mögliche Nutzung angestellt. Leider hat sich diese Angelegenheit zerschlagen. Nach unserer Meinung und der Meinung vieler Jugendlicher fehlt eine Jugendeinrichtung im Innenstadtbereich. Wir sind der Meinung, dass ein Jugendtreff durchaus in die Überlegungen für eine Belebung des Problem- und zukünftigen Sanierungsgebiets einfließen sollte.“

Auf Erkundung mit einem Remscheider Stadtführer

Christine Otto. Foto: Lothar KaiserDonnerstag, 14. November, 19 Uhr,
Nachtschwärmer-Führung durch Lennep incl. Verkostung,
1,5 Stunden, Lothar Vieler, Treffpunkt wird bekannt gegeben, 15 Euro.

Samstag, 23. November, 14.30 Uhr,
Vorweihnachtliches Lennep, “Alle Jahre wieder …”, vorweihnachtliche Altstadtführung,
eine Stunde, Christine Otto Röntgen-Museum fünf Euro.

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Das Umfeld des Lenneper Kreishauses 1909

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Jetzt kann man in den Zeitungen lesen, dass die Haltestelle am Lenneper Kreishaus verschönert werden soll. Ja, das hat sie wohl nötig. Meine Erinnerungen an diese Haltestelle gehen bis in die 1950er Jahre zurück, als ich eine Zeit die nahe "Schule zur Glocke" besuchte. Das Gebäude  des ehemaligen Kreishauses, Kölner Straße 82, entstand 1887–1889. Bis zur Eingemeindung 1929 nach Remscheid war das später als Schule genutzte Gebäude Sitz des Landratsamtes Lennep. Eine Sanierung des Baudenkmals erfolgte nach den Angaben der Stadt Remscheid in den Jahren 1998 – 2000.

Heute weiß kaum noch jemand in Lennep, dass das Gebäude seinerzeit von einem bis heute berühmten und überregional bekannten Baumeister errichtet wurde. Es handelt sich um den Geheimrat Schwechten, der über den damaligen Landrat des Kreises Lennep den Auftrag erhielt. Franz Heinrich Schwechten (* 12. August 1841 in Köln; † 11. August 1924 in Berlin) war ein deutscher Architekt des Historismus, der im gesamten Deutschen Reich und besonders in Berlin mit seinen Bauten berühmt wurde.

Als das Lenneper Kreishaus eröffnet wurde, gab es natürlich ein großes Fest. Der Lenneper Baumeister Albert Schmidt schildert in seinen privaten Lebenserinnerungen, dass seine Ehefrau Maria, geb. Haas, damals eine große Tombola veranstalten musste, und dass die Fotos, die seinerzeit gemacht wurden, leider verloren gingen. Nicht verloren ging allerdings obige Ansichtskarte aus dem Jahre 1909, also heute 110 Jahre alt. Sie lässt das damalige Umfeld des Kreishauses lebendig werden (mit Blick Richtung Trecknase). Aber so schön und ruhig (!) wie damals wird es dort auch nach der Verschönerung wohl nicht mehr werden. Auf der Straße zu stehen, das ist heutzutage niemandem mehr zu empfehlen...

 

Zwei öffentlche Toiletten sollen abgebaut werden

Sicher haben Sie sich auch schon einmal über das Urteil eines deutschen Gerichts gewundert. Was halten Sie von diesem: Weil ein „höchstrichterliches Urteil“ (der Technische Beigeordnete Peter Heintze am Donnerstag im Entwicklungsausschuss) die Kombination von Werbeflächen und einer öffentlichen Toilette für unzulässig erklärt hat, läuft am 31. Dezember der Vertrag der Stadt Remscheid mit einer Werbefirma aus, die die beiden Toiletten auf der Alleestraße und am Zentralpunkt betrieben hat.  Beide Toiletten sollen dann abgebaut werden.

Und was ist mit den „dringenden Bedürfnissen“ von Passanten? „Einrichtung von ‚Netten Toiletten‘ weiter unklar“, titelte der Waterbölles am 6. April. Weil es zu wenig öffentliche Toiletten in Remscheid gebe (da war das Vertragsende für zwei Toilettenanlagen noch gar nicht bekannt) und der Betrieb eigener Toiletten in Pflege und Wartung für die finanzschwache Stadt zu teuer wäre, hatte die SPD vorgeschlagen, heimische Gastronomen zu animieren, ihre Toiletten für die allgemeine Öffentlichkeit zu öffnen. Doch privatrechtliche Vereinbarungen mit Gastwirten waren ausgeblieben. „Weil die Gastwirte an ihrem Lokalen kein Schild ‚Nette Toilette‘ haben möchten“, verriet am Donnerstag Ralf Wieber (CDU, Marketingrat) den Grund. Aber gegen Zahlung von 50 Cent seien „Gastwirte und andere“ durchaus bereit, ihre Toiletten zur Verfügung zu stellen.

Eine Gesellschaft braucht Ziele und Maßstäbe

„Der Monat November erweist sich in der Rückschau auf unsere Geschichte als ein Monat tiefgreifender Ereignisse. Insbesondere dürfen die schrecklichen Geschehnisse der Pogromnacht (9. November 1938) nicht in Vergessenheit geraten!“, betonte der  Verein Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid e.V. und lud für Samstagabend zu einer Gedenkveranstaltung anlässlich des 81. Jahrestages der Reichspogromnacht in „seine“ Gedenk- und Bildungsstätte ein, den ehemaligen Pferdestall der Remscheider Polizei. Auch der Wuppertaler Polizeipräsident Markus Röhrl und Atouri Gourari als Vertreter der Jüdischen Kultusgemeinde nahmen an der Gedenkfeier teil. Nachkommen der Familie Mandelbaum schilderten in dem bis auf den letzten Platz besetzten Saal das Schicksal ihrer Familie, und in Vertretung von Oberbürgermeister Burkhard Mast-sprach Bürgermeister Kai Kaltwasser.

„Der 9. November ist ein entscheidender Tag in der neueren deutschen Geschichte: ein schicksalhafter Tag 1918 (vor 101 Jahren): Ausrufung der Republik und Ende der Monarchie, ein glücklicher Tag 1989 (vor 30 Jahren): Öffnung der innerdeutschen Grenze, und ein grauenhafter Tag 1938 (vor 81 Jahren): die Pogromnacht“, betonte Kai Kaltwasser. „Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gehört zu den schlimmsten Momenten der deutschen Geschichte. Am 9. November 1938 gingen Hass und Gewalt gegen Juden vom Staat aus. Im Jahre 1938 waren Hass und Gewalt vor aller Augen. Die Diskriminierung führte schließlich zu Vernichtung. Unter der nationalsozialistischen Herrschaft wurden Millionen von Menschen jüdischer Herkunft entrechtet, entwürdigt, aus ihrer Heimat vertrieben und ermordet.“

Der 9. November 1938 sei ein Vorbote der späteren Verfolgung und Ausgrenzung gewesen, die zu den Massenmorden in den Ghettos und in den Lagern geführt habe, fuhr Kaltwasser fort. Auch in Remscheid wurden am 9. November 1938 Geschäfte und Wohnungen von Juden zerstört und Juden misshandelt!“

Wie der Remscheider Jochen Bilstein herausgearbeitet habe, sei in jener Nacht kaum eine jüdische Familie in von der Gewalt verschont geblieben. Einige jüdische Familien seien damals aus dem Polizeigefängnis mit einem Sonderzug in das Konzentrationslager Dachau deportiert worden. „Es grenzt daher fast an ein Wunder, dass nach dieser Vertreibung und diesem Massenmord wieder Juden in Deutschland heimisch wurden!“

Und dennoch sei es aktuelle Wirklichkeit, so Kai Kaltwasser, dass es in Deutschland offenen und latenten Antisemitismus gebe und die Anzahl der rechtsextremistisch motivierten Gewalttaten ansteige. Aber: „Fremdenfeindlichkeit und Rassismus haben keinen Platz in unserer Gesellschaft! Jeder Mann und jede Frau müssen sicher sein vor Diskriminierung und Gewalt! Der frühere Bundespräsident Johannes Rau hat einmal gesagt: ‚Wer Minderheiten angreift, der legt einen Sprengsatz an das Fundament unserer demokratischen Gesellschaft! ‘ Vor diesem Hintergrund ist es eine besondere Verpflichtung, die Erinnerung an den grausamen Versuch, jüdisches Leben in Deutschland und in Europa auszulöschen, wach zu halten. Wir müssen wissen, was damals geschah, und die Lehren daraus immer vor Augen halten. Denn: Jüdisches Leben in Deutschland ist eine Selbstverständlichkeit, ist eine Normalität, die nicht extra betont werden muss!“

Keine Gemeinschaft, keine Gesellschaft, auch kein Staat könne ohne Gedächtnis leben, so Kaltwasser weiter.  Denn ohne Erinnerung zu leben würde bedeuten, ohne Identität und damit ohne Orientierung zu leben. „Wenn wir nicht blind in die Zukunft gehen, sondern Ziele und Maßstäbe haben wollen, müssen wir wissen, woher wir kommen“, zitierte der Bürgermeister den früheren Bundespräsident Roman Herzog. Und: „Das Undenkbare ist einmal Wirklichkeit geworden, und damit bleibt es historische Möglichkeit – überall auf der Welt.“

„Mit großem Respekt“ dankte Kai Kaltwasser abschließend „allen, die die Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall in Remscheid auf den Weg gebracht haben und mit Leben füllen. Ihr Tun ist ein entscheidender und wichtiger Baustein gegen das Vergessen und für das Erinnern in unserer Stadt! Ihre Tätigkeit kann man gar nicht hoch genug wertschätzen. Bitte machen Sie weiter so!“

Wochenrückblick vom 4. bis 10. November 2019