Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Wochen gegen Rassismus noch bis zum 29. März

Vision: Gemeinsam
für Vielfalt

In ganz Europa und auch dem Rest der Welt beobachten wir einen Zuwachs von Extremismus
und Feindseligkeit, anstatt Gemeinschaft wird nach Gründen gesucht sich zurückzuziehen und einzuigeln. „Europa wählt Menschenrechte“ – unter diesem Motto wollen wir dieses Jahr gemeinsam die internationalen Wochen deutschlandweit austragen, um wieder mehr zueinander zu finden. Um zu zeigen, dass wir zusammen für Menschlichkeit einstehen und Brücken für eine gemeinsame Zukunft bauen wollen.
Wir laden auch im Jahr 2019 dazu ein, den Veranstaltungen im Rahmen der Internationalen Wochen
gegen Rassismus in Remscheid beizuwohnen und gemeinsam zu erleben was es heißt, wenn verschiedene Menschen sich finden und gemeinsam für Solidarität und Menschenwürde einstehen. Wenn aus „ihr“ „wir“ wird und wir uns bewusst machen, welche Dinge uns verbinden, statt unterscheiden.

Freitag, 22. März, 19 Uhr, Versöhnungskirche der Evangelischen Auferstehungskirchengemeinde an der Burger Straße,
LACHEN LEIDEN LUST AM LEBEN - Die befreiende Kraft der Religion“
Autorenlesung des Katholischen Diakons Willibert Pauels zu seinem neuen Buch.
Remscheid Tolerant hat es sich mitunter auf die Fahne geschrieben, Menschen verschiedener Religionen Empathie und Toleranz entgegen zu bringen. Sozusagen „prophylaktisch“ geht es Remscheid Tolerant auch darum, Ausgrenzung Andersgläubiger entgegen zu wirken. Da die Bedeutung der Religion der zu uns kommenden Flüchtlinge nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, hat sich Diakon Pauels aus seiner persönlichen  katholischen Sicht in seinem Buch darüber Gedanken gemacht, die er in seiner Autorenlesung Interessenten näherbringen möchte. Darum freut sich Remscheid Tolerant, dass Herr Pauels im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom Ökumene Kreis Remscheid Süd zu seiner Autorenlesung zu gewinnen war. Herr Pauels freut sich im Anschluss auf eine Diskussionsrunde.

Samstag, 23. März, 14 bis 19 Uhr, im Vaßbendersaal, Schulgasse 1,
„Hand in Hand – für die Ärztliche Kinderschutzambulanz Bergisch Land e.V.“
Im wahrsten Sinne des Wortes „Hand in Hand“ arbeiten die Arbeiterwohlfahrt, die Alevitische Gemeinde, die Remscheider SPD & die Jugendhilfeeinrichtung „Die Schlawiner“, um die „Ärztliche Kinderschutzambulanz Bergisches Land e.V.“ zu unterstützen. Sie laden gemeinsam ein zu einem einen vergnüglichen Nachmittag mit einem abwechslungsreichen Programm („Moments of Music“, „Coro italiano“ und die Tanzgruppe „Os Campinos“). Für das leibliche Wohl wird gesorgt sein: Von Waffeln & Kaffee über Bratwurst bis hin zu türkischen und italienischen Spezialitäten werden alle Geschmäcker bedient. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Eintrittskarten (sechs Euro im Vorverkauf, acht Euro an der Tageskasse) sowie aus dem Verkauf von Speisen und Getränken geht an die Ärztliche Kinderschutzambulanz Bergisches Land e.V., die Kinder und Jugendliche behandelt, die von körperlicher Misshandlung, Vernachlässigung und/oder sexueller Gewalt betroffen sind bzw. bei denen ein solcher Verdacht besteht.

Artikel vollständig lesen

Sondersitzung zum BAF e.V. (5): Das sagen die Anwälte

In der gestrigen Sondersitzung des Rates lag für Ratsmitglieder und Presse auch die Gutachterliche Stellungnahme der Düsseldorfer Rechtsanwälte Goodarzi & Polster aus, die die Stadt Solingen dort „in Amtshilfe“ für die Stadt Remscheid eingeholt hatte. In der Ratssitzung am 28. Märtz wird sie als Drucksache 15/5976 auf der Tagesordnung steht. Als solche kann sie von interessierten Bürger/&innen auch jetzt schon im Ratsinformationssystem der Stadt eingesehen werden. In der Vorlage bestätigen die Anwälte, dass sich eine außerordentliche Kündigung des Dienstleistungsvertrages mit dem BAF e.V. wohl nicht rechtfertigen ließe. Es bleibt somit nur eine ordentliche Kündigung des Dienstleistungsvertrags ist mit einer Frist von neun Monaten zum Jahresende: „Kündigungszeitpunkt wäre somit spätestens der 31. März 2019, um den Vertrag zum 31. Dezember 2019 zu beenden.“

In ihrer Stellungnahme stellen die Anwälte „nach den uns erteilten Informationen“ fest, dass „die Durchführung der Tätigkeit des BAF e.V. durch das Verhalten des Vorstandes (z. B. durch Verhinderung ordentlicher Vorstandssitzungen, durch unberechtigte Abmahnungen gegenüber Mitgliedern der Geschäftsführung, etc.) bereits seit längerem erheblich beeinträchtigt“ werde. Auch sei dem Abschluss des Dienstleistungsvertrags (zwischen Stadt und BAF e.V.) kein förmliches Vergabeverfahren vorausgegangen. Zitat: „Der Dienstleistungsvertrag ist nach unser Einschätzung nicht in vergaberechtlich zulässiger Weise mit dem BAF e.V. geschlossen worden. Denn bei dem Dienstleistungsvertrag handelt es sich um einen öffentlichen Dienstleistungsauftrag, dessen Wert den maßgeblichen EU-Schwellenwert übersteigt und der deshalb nach den einschlägigen Vergaberechtsbestimmungen hätte europaweit ausgeschrieben werden müssen.“ Der Dienstleistungsvertrag stehe nicht im Einklang mit dem EU-/GWB-Vergaberecht, da er als öffentlicher Dienstleistungsauftrag bereits im Jahr 1996 europaweit hätte ausgeschrieben werden müssen.  Und: „Von der Möglichkeit einer vergaberechtsfreien Förderung der Tätigkeit des BAF e.V. im Wege eines Zuwendungsbescheids hat die Stadt Remscheid keinen Gebrauch gemacht.“

Zudem äußern die Anwälte Zweifel, ob die pauschale Kostenerstattung gem. § 6 des Dienstleistungsvertrags ein marktübliches Entgelt für die von der BAF e. V. erbrachten Dienstleistungen darstelle. Der BAF e. V. könnte durch diese Pauschale beihilfenrechtswidrig begünstigt sein.

„Im Hinblick auf die gebotene Kontrolle der Stadt Remscheid über die Erfüllung der Aufgabe der Verwaltung der städtischen Übergangseinrichtungen sehen wir in der derzeitigen vertraglichen Struktur erhebliche Defizite“, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Zwar stehen der Stadt Remscheid nach unserer Kenntnis keine Mitgliedschaftsrechte an dem BAF e.V. im Sinne des § 53 HGrG zu, so dass die fehlenden Kontrollmechanismen in der Satzung des BAF e.V. nicht zum Tragen kommen. Jedoch bestehen nach Maßgabe des Dienstleistungsvertrags nur eingeschränkte Möglichkeiten der Stadt Remscheid, auf die ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung durch den BAF e.V. Einfluss zu nehmen. Zwar hat die Stadt Remscheid durch das Zuweisungsrecht, die Beschaffungsleistungen nach § 2 des Dienstleistungsvertrags und das haushalterische Prüfrecht nach § 8 ein gewisses Maß an faktischen Informations- und Einflussmöglichkeiten. Jedoch fehlen weitere Überwachung- und Einflussnahmerechte.“

Sondersitzung zum BAF e.V. (3): Infos der Dezernentin

Die Presseerklärung, die Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in seiner am Dienstag, 12. März, eilig einberufenen Pressekonferenz abgegeben hatte, wurde in der gestrigen Ratssitzung von Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke aktualisiert und fortgeschrieben. Sie war auch ohne diesen informativen Vortrag das Mitglied des Verwaltungsvortandes, die in der Sondersitzung am häufigsten zu Wort kam. Denn die Flüchtlinge und deren bisheriger Betreuungsverein BAF fallen ich ihre Zuständigkeit. Und so überließ der der Oberbürgermeister der Beigeordneten mit dem CDU-Ticket allzu gerne die (vermeintlich) kritischen Fragen, mit denen die CDU lieber ihn selbst gelöchert hätte. Nachfolgend Auszüge aus der Stellungnahme von Barbara Reul-Nocke:

„Auch jetzt nimmt die Stadt jährlich 200 bis 250 Flüchtlinge auf. Aktuell sind 1000 Flüchtlinge in Remscheid untergebracht und müssen betreut werden. Zu Höchstzeit waren es 1500 Flüchtlinge. Nach der Normalisierung der Zuweisungen von Asylbewerbern nach Remscheid ab den Jahren 2017/2018 war daher eine Überprüfung der Strukturen und Arbeitsabläufe des BAF e. V. notwendig. Am 13. Februar 2018 bat Oberbürgermeister Mast-Weisz nach  zahlreichen vorangegangenen Gesprächen die Stadt Solingen im Rahmen von Amtshilfe um eine Überprüfung der strategischen Positionierung und Aufgabenwahrnehmung des Vereins BAF e. V. In der Sitzung des Rates am 22. Februar erklärte der Oberbürgermeister, dass diese prozessorientierte Organisationsprüfung des BAF e. V. unter Beteiligung des Rechnungsprüfungsamtes erfolgen soll. Die Organisationsuntersuchung zu den Strukturen und Arbeitsabläufen innerhalb des BAF e. V., dessen Ergebnis jetzt vorliegt, kam u.a. zu dem Ergebnis, dass eine Fortführung der Aufgabenwahrnehmung nur unter erheblichen organisatorischen Veränderungen und einer grundsätzlichen Neuausrichtungen möglich ist.

Ferner wurde empfohlen, eine Kurzuntersuchung der Arbeitszeit- und Schichtmodelle der Objektbetreuung vorzunehmen. Auch dies ist zwischenzeitlich erfolgt und liegt den Fraktionen und Gruppen vor. Aktuell beschäftigt der BAF e. V. 104 Mitarbeitende, davon 70 Vollzeitbeschäftigte, 3 Teilzeitbeschäftigte und 31 geringfügig Beschäftigte.

Der Auftrag der Stadt an den eingetragenen Verein mit den vorgegebenen Satzungsstrukturen (allein nach außen vertretungsberechtigter ehrenamtlicher Vorstand ohne Kompetenz - oder Vertretungsbefugnisse für die Geschäftsführung) stellt auf Dauer keine funktionsfähige Rechts- und Organisationsform da. Aus der derzeitigen Struktur des Vertrages und der zu Grunde liegenden Vereinssatzung ergeben sich erhebliche Defizite und Risiken für die Stadt Remscheid. Es bestehen nur eingeschränkte Kontrollmöglichkeiten und beschränkte Möglichkeiten, auf eine ordnungsgemäße und effektivere Aufgabenerfüllung Einfluss zu nehmen. (...) Neue Arbeitsverträge durfte die Geschäftsführerin des Vereins laut Satzung nicht abschließen, aber der Vereinsvorstand war nicht beschlussfähig, um die Satzung ändern zu können.(...) Aufgrund der derzeitigen Zusammensetzung des Vorstandes, bestehen seitens der Stadt Remscheid erhebliche Bedenken, dass der Vorstand seinen satzungskonformen Aufgaben nachkommen und die Geschäfte des Vereins ordnungsgemäß führen kann. Dies wurde von zwei Vorstandsmitgliedern gegenüber der Verwaltungsspitze bestätigt. Satzungsändernde Mitgliederversammlungen konnten durch den Vorstand nicht erfolgreich durchgeführt werden. (...) Die Aufgabe der Unterbringung und Betreuung ausländischer Flüchtlinge kann unter den bestehenden Voraussetzungen mit dem Vertragspartner BAF e. V. nicht mehr adäquat erbracht werden. Die Verwaltung wird dem Rat daher am 28.3.2019 empfehlen, die Verträge mit dem BAF e. V. ordentlich zum 31.03.2019 mit Wirkung zum 31.12.2019 zu beenden. (...)

Um künftig die Pflichtaufgabe der Unterbringung und Betreuung ausländischer Flüchtlinge ordnungsgemäß sicherstellen zu können, favorisiert die Verwaltung, diese Aufgabe durch die Stadt Remscheid sicherzustellen. Hierzu sollen alle Mitarbeitenden des BAF e. V. in die Organisationsstruktur der Stadt Remscheid zeitnah integriert werden. Dies gilt auch für den Betreuungsvertrag zur Notschlafstelle Schüttendelle. Dies schließt nicht aus, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Gründung einer organisatorisch rechtlich selbstständigen Einheit mit Beteiligung der Stadt Remscheid (ggf. gGmbH) abschließend geprüft und vorgenommen wird. Ein entsprechendes Genehmigungsverfahren nimmt allerdings erhebliche Zeit in Anspruch. (...) Die Bezirksregierung Düsseldorf hat keine Einwendungen gegen diese Planungen der Stadt Remscheid.

Ziel ist es, zur Sicherstellung und Fortsetzung der qualitativ guten Arbeit alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Wahrung ihrer Besitzstände in ein Arbeitsverhältnis bei der Stadt Remscheid zu übernehmen. (...) Die B.A.F. verfügt über eine betriebliche Altersversorgung für die Mitarbeitenden. Diese ist bei der Betrachtung der tariflichen Altersvorsorge bei der Zusatzversorgungskasse mit einzubeziehen. Die neu einzurichtenden Stellen setzen sich zusammen aus dem Bedarf der Stellen für alle zu übernehmenden Mitarbeiter sowie einem erforderlichen Bedarf für die Überführung von geringfügig Beschäftigten im Hausmeisterdienst. Die gutachterlich festgestellten Personalbedarfe sind im weiteren Prozess aufgabenkritisch zu betrachten. (...)

Eine aufgabenorientierte Reduzierung des Personalaufwandes ist im Rahmen der Altersfluktuation vorgesehen. Aufgrund der Altersstruktur bei der BAF e. V. scheiden bis zum 31. Dezember 2030 insgesamt 55 Mitarbeiter mit Erreichen der Regelaltersgrenze aus.“

Sondersitzung zum BAF e.V. (2): Dank und Kritik

Für den Beschlussvorschlag der Verwaltung zur Ratssitzung am 28. März in Sachen BAF e.V. sprachen sich in der gestrigen Sondersitzung des Rates Sprecher von SPD, Grünen, FDP, Linken und WiR aus. „Der Vorschlag der Stadtverwaltung ist ein sehr positives Signal an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BAF. Damit erhält die Belegschaft künftig sichere Strukturen und zugleich faire und verlässliche Arbeitsverhältnisse. Die Stadt und wir als Politik sind verpflichtet, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Perspektive zu bieten“, betonte beispielsweise Sven Wolf, der Fraktionsvorsitzende der SPD. „Wir dürfen nicht vergessen: Seit Jahren suchen immer häufiger Menschen in Not unseren Schutz in Remscheid. Diese wichtige Aufgabe hat die BAF hervorragend und solide gemeistert. Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen gab es bei uns vor Ort nur wenige Bedenken und kaum Beschwerden. Das ist ein großer gemeinsamer Verdienst der BAF, der Verwaltung und der solidarischen Stadtgesellschaft!“ Die Stadt Remscheid müsse diese Pflichtaufgabe auch in den nächsten Jahren weiter erfüllen, fuhr Wolf fort. Durch die vorgeschlagene Umstrukturierung könne die Verwaltung diese kommunale Pflichtaufgabe wieder direkt innerhalb ihrer eigenen Strukturen erfüllen, ohne den ehrenamtlich getragenen Verein BAF e.V. unnötig zu überfordern.

Und dann folgte Kritik an der CDU: „Was die umtreibt ist uns unklar. Warum jetzt künstlich Hektik und Panik verbreitet werden soll, ist uns unverständlich. Fehlende Transparenz sehen wir nicht. Uns war allen klar:

  • Die Mehraufgaben stiegen, damit stieß der ehrenamtliche Vorstand an seine Grenzen.
  • Eine Organisationsuntersuchung wurde beauftragt, die wir gemeinsam im Rat einvernehmlich um die Prüfung durch den Rechnungsprüfungsausschuss ergänzt haben.
  • Die Ergebnisse, teilweise aus diesem Monat, wurden uns nun überlassen, und es gehört dann zum guten Ton, zunächst die Belegschaft zu informieren.“

Die Situation der BAF beschäftige den Rat der Stadt schon seit Längerem. Hierüber habe die SPD-Fraktion mehrfach in ihren Sitzungen beraten und diskutiert. „Unser Oberbürgermeister hatte im letzten Jahr hierzu eine Untersuchung der Abläufe und Organisation beauftragt, sodann informierte er uns im Rat, und wir baten, auch das Rechnungsprüfungsamt einzubeziehen. Am Samstag, 9. März, informierte der Oberbürgermeister, die federführende Beigeordnete Barbara Reul-Nocke und weitere Mitglieder des Verwaltungsvorstandes Vertreterinnen und Vertreter einzelner Fraktionen und Gruppen des Rates, darunter auch Vertreter der CDU-Fraktion, über diese Ergebnisse. Für die SPD-Fraktion nahm der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Lothar Sill teil.

Der Vorschlag der Verwaltung sieht die Eingliederung der Aufgaben und die Überführung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Stadtverwaltung vor. Diese wird keine finanziellen Auswirkungen auf den Haushalt haben. Damit konnte kurzfristig für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BAF eine tragfähige Perspektive gefunden werden, um diese verpflichtende Aufgabe unserer Stadt auch dauerhaft solide zu erfüllen und den ehrenamtlich getragenen Verein BAF e.V. nicht unnötig zu überfordern.“

In dem Gespräch im Rathaus habe die Verwaltung zweimal die Bitte geäußert, zunächst die Belegschaft und anschließend die Öffentlichkeit zu informieren. Dieser Bitte habe niemand widersprochen, so Sven Wiertz. „Diese Ergebnisse wollte die Stadtverwaltung in einer Vorlage für die politischen Gremien zusammenfassen, so dass anschließend weitere Fragen gestellt und beantwortet werden können. Trotz der unwidersprochenen Bitte, zunächst die Belegschaft zu informieren und die Vorlage abzuwarten, beantrage die CDU-Ratsfraktion am 11. März eine Sondersitzung des Rates. Nach § 47 Abs. 1 Gemeindeordnung NRW ist diese Sitzung unverzüglich einzuberufen, da ein Fünftel der Ratsmitglieder oder eine Fraktion diese verlangt hat.“

In mehreren Telefongesprächen hatte der OB nach dem Antrag auf Sondersitzung den CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Peter Nettekoven gebeten, eine für Freitag,  14. März, angekündigte Pressekonferenz zu verschieben, weil die Stadt Vorstand, Betriebsrat und Belegschaft der BAF erst am gestrigen Montagnachmittag über ihre Pläne hatte informieren willen. Das hatte die CDU abgelehnt. Daraufhin verlegte der OB das Gespräch mit der BAF auf den 14. März vor und setzte die Presse auf die Schnelle ins Bild setzen, um noch halbwegs Herr der Verfahrens zu bleiben und der CDU das Feld nicht allein zu überlassen. Obwohl die Beschlussvorlage für die Ratssitzung erst gestern, zur Sondersitzung, fertig wurde, fand die Pressekonferenz der CVDU statt. Darin kündigte sie für die Sondersitzung zahlreiche Fragen an, und Nettekoven warf dem Oberbürgermeister wegen dessen Bitte um Vertagung Nötigung vor. Sven Wolf nannte diese Kritik in seiner gestrigen Stellungnahme unanständig. „Das lassen wir ihnen nicht durchgehen, Herr Nettekoven!“

Dem Dank von Wolf an die Mitarbeiter der BAF schlossen sich Beatrice Schlieper (Grüne), Wolf Lüttinger (FDP), Fritz Beinersdorf (Linke) und Thomas Brützel (WiR) an. Und Schlieper auch der Kritik an der CDU: Es sei „traurig und empörend“, dass die CDU mit ihrer Pressekonferenz die am 9. März vereinbarte Vertraulichkeit gebrochen habe, nur um „öffentlich groß rauszukommen und sich zu profilieren“. Für Beinersdorf war der Vorwurf der CDU, die Verwaltung lasse Transparenz vermisse, „unter aller Kanone“. Er erinnerte daran, dass der BAF das organisatorische Rückgrat gewesen sei, als viele Remscheider bereit gewesen seien, den Flüchtlingen zu helfen. Und durch den Übernahmevorschlag der Stadt könnten Flüchtlinge nun ihre gewohnten Ansprechpartner behalten. Thomas Brützel sei darin „nichts Dramatisches, sondern einen normalen und wahrscheinlich unabweislichen Vorgang“. Das hätte er auch am Donnerstag im Hauptausschuss sagen können. Dafür hätte er keiner Sondersitzung bedurft!

Wolf Lüttinger wunderte sich, dass diese Entwicklung die CFDU-Fraktion überrascht habe: „Wir wissen doch nicht erst seit einer Woche um die Struktur-Probleme bei der BAF, sondern schon seit mehr als zweieinhalb Jahren!“ Diese Probleme bestätigte gestern auf erneute Nachfrage von Nettekoven auch Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke. Ihr gegenüber hätten zwei Mitglieder des dreiköpfigen BAF-Vorstandes eingeräumt, dass der Vorstand nicht handlungsfähig ist. Eine Aussage, an der es nicht zweifle, betonte Thomas Brützel.

Sondersitzung zum BAF e.V. (1): OB bezieht Stellung

Mit einer Stellungnahme von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz begann gestern um 16.30 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses die Sondersitzung des Rates der Stadt, die von der CDU-Fraktion beantragt worden war. Grund war die von der Stadt beabsichtigte Kündigung des Betreuungsvertrages mit dem BAF e.V. (Begegnen, Annehmen, Fördern) beschäftigt, der seit 1996 mit der Hausverwaltung der städtischen Übergangsheime und der Betreuung der Flüchtlinge betraut ist. Die Stadt wirft dem Verein Strukturlosigkeit (um nicht zu sagen organisatorisches Chaos) vor und will ihm deshalb kündigen zum 31. März kündigen. Das soll vom Rat am 28. März beschlossen werden, ebenso die Übernahme der hauptamtlichen Mitarbeiter/&innen des Vereins in die Belegschaft der Stadtverwaltung. Dazu der OB gestern, beginnend mit zwei Zitaten:

Remscheid im Stress, Remscheid in Aktion. Die Stadt meistert die Herausforderungen. Gerade so und nur dank der ehrenamtlichen Helfer." (Zitat der Deutschen Welle vom 24. September 2015)

****

Ich möchte zum Schluss noch etwas mit Blick auf Deutschland und die Nachbarstaaten sagen. Es glaube doch keiner, dass wir ohne kommunale Selbstverwaltung - ohne das, was die eigenverantwortlichen Bürgermeister und Stadträte in diesen Wochen zusammen mit den Sozialverbänden und den Ehrenamtlichen leisten -, sondern allein mit irgendeiner Zentralverwaltung auf Bundes- oder Landesebene bei der enormen Zahl von Flüchtlingen, die nach Deutschland kommen, auch nur annähernd so relativ gut mit dem Thema klarkämen. Nein, auch da beweist sich: Es ist ein enormer Trumpf, ein enormer Vorteil und eine enorme Stärke unserer Demokratie, dass wir diese starken selbstverwalteten Kommunen haben, und dabei muss es bleiben. Dafür setzen wir uns ein." (Zitat aus der Rede von Jürgen Hardt, MdB, anlässlich der Plenardebatte vom 24. September 2015 zur Situation der Kommunalfinanzen)

****

Sehr geehrte Damen und Herren, wer von uns erinnert sich nicht an die Jahre 2015-2017, als innerhalb kurzer Zeit viele Flüchtlinge in unsere Stadt kamen. Ich erinnere mich noch sehr an den 20. Juli 2015, als nachmittags um 16 Uhr ein Fax der Bezirksregierung Arnsberg eintraf, aus dem hervorging, dass binnen 24 Stunden eine Unterbringung von 150 Personen zu erfolgen habe. Das haben wir gemeinsam gestemmt - und die Beschäftigten des BAF waren dabei, um mit anzupacken. Ähnliche Herausforderungen haben wir auch in den Folgemonaten erlebt, als wir in Kremenholl und Hölterfeld vor der gleichen Herausforderung standen.

Die Beschäftigten des BAF haben in den vergangenen Jahren eine für unsere Stadtgesellschaft extrem wichtige Arbeit geleistet - und dies in hervorragender Weise. Sie stellen die Betreuung der zu uns gekommen Menschen vor Ort sicher, sind Ansprechpartner für die Nachbarn, kümmern sich um Wohnungsherrichtungen und vieles mehr. An der Schüttendelle stellen sie sicher, dass niemand in unserer Stadt auf der Straße schlafen muss. Und das alles, meine Damen und Herren an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr.

Ich möchte mich bei Vorstand, Geschäftsführung, Beschäftigten und Ehrenamtlichen ausdrücklich für die bisher geleistete Arbeit bedanken (allgemeiner Beifall im Plenum). Es ist im Wesentlichen ihrem Einsatz zu verdanken, dass der soziale Friede in unserer Stadt auch in schwierigsten Zeiten Bestand hatte.

Der Personalbestand des Vereins hat sich in den vergangenen vier Jahren verdreifacht. Daher habe ich im Februar 2018 den Auftrag erteilt, die Arbeitsstrukturen und Verträge unter externer Begleitung zu überprüfen. Denn ich darf daran erinnern, der BAF übernimmt in unserem Auftrag Pflichtige Aufgaben der Kommune wahr. Diese Arbeiten müssen - auch in der Güte - von der Kommune sichergestellt werden.

Zu dieser Bestandsaufnahme gehört auch die Frage, ob es verantwortbar ist, dass ein Unternehmen mit über 100 Beschäftigten ehrenamtlich geführt wird. Das Ehrenamt ist ein sehr hohes Gut. Wir stehen daher in der Verantwortung, darauf zu schauen, dass wir das Ehrenamt nicht überfordern. Und diese Belastungsgrenze ist, das zeigen die Ergebnisse des Projekts, überschritten worden. Das dürfen wir nicht ohne Konsequenzen geschehen lassen.

Ich habe in den vergangenen Tagen Äußerungen zum angeblich schlechten Krisenmanagement gelesen. Mit solchen lapidaren Aussagen übernimmt man keine Verantwortung, vor allem dann nicht, wenn man zuvor schon informiert worden ist und die Ankündigung zu weiteren zeitnahen, umfassenden, alle Fragen beantwortenden Informationen ignoriert. Verantwortung ist eine Führungsaufgabe, die ihren Ausdruck darin findet, Dinge zu analysieren, zu entscheiden und dann zu handeln. Diese Verantwortung nehme ich gerne wahr. Denn:

  • Wir stehen in der Pflicht, die Betreuung der Flüchtlinge und der von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen weiterhin in guter Qualität und rechtssicher sicherzustellen, und
  • wir stehen in der Verantwortung für die Menschen, die diese Arbeit ehren- wie hauptamtlich leisten. Bei den Ehrenamtlichen müssen wir einen Beitrag zu ihrer Entlastung leisten, den Beschäftigten, auf die wir auch künftig dringend angewiesen sind, ihre berufliche Existenz sichern.

Daher, meine Damen und Herren, beabsichtigt die Verwaltung, allen Beschäftigten des Vereins ein Angebot zu unterbreiten, damit sie zeitnah unter der Regie der Stadt ihre Arbeit in der gewohnten und erforderlichen Qualität fortsetzen.

Ich möchte mich bei allen eingebundenen Kolleginnen und Kollegen unseres Hauses für die sehr gute Zusammenarbeit in den letzten Tagen bedanken. Mein abschließender Dank gilt unseren Partnern im Vorstand des BAF, der Geschäftsführerin Daniela Krein und dem Betriebsratsvorsitzenden Tilo Hörter für die sehr offenen und konstruktiven Gespräche.“ (Beifall im Plenum und auf der Zuschauertribüne)

Mit Herbert Wehner über den Roten Platz

Mit dieser Broschüre hat die Stadt Remscheid den vielen Remscheider Frauen, die wegen ihrer politischen Überzeugung, menschlichen Verantwortung oder aus ganz persönlichen Gründen während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und inhaftiert wurden, ein Denkmal gesetzt. Die teilweise umfangreich geschilderten Lebensschicksale waren ganz unterschiedlich und haben mich sehr berührt. Ich lernte die politisch engagierten Frauen als starke, selbständig denkende und handelnde Persönlichkeiten kennen, die teilweise ihre männlichen Partner an Aktivität und Kreativität übertrafen. Viele hatten auch vor der Nazizeit wichtige politische Funktionen bekleidet. Nur wenige Frauen standen im Schatten ihrer männlichen Partner oder sonstigen Familienangehörigen. Ihren Beitrag zur Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt ans Licht treten zu lassen und sie nicht zu vergessen, ist die Absicht dieser Broschüre.
Die 2. Auflage dieser Broschüre aus dem Jahr 2007 hält die Erinnerung wach an die vielen Frauen und Männer, die in der Zeit des Nationalsozialismus litten und ermordet wurden.

(Christel Steylaers, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte)

Margarete Müller wurde am 7.8.1904 in Lennep, das 1929 nach Remscheid eingemeindet wurde, geboren. Sie kam aus einer Arbeiterfamilie: Die Mutter war von Beruf Köchin und der Vater Heizer und Maschinist. Sie und ihre Geschwister erlebten die schwere Zeit des 1. Weltkrieges als Heranwachsende. Der Vater war im Krieg und die Mutter musste die Familie ernähren und Feilen im Schraubstock bearbeiten. „Wir Kinder mussten mit hungrigem Magen den schweren Wagen voll beladen mit den Feilen zur Feilenfabrik Offermann in Lennep fahren“, berichtete Margarete Müller in ihren Aufzeichnungen. „Meine Mutter kämpfte wie ein Löwe um etwas Milch für meine kleine Schwester, die 1915 geboren wurde. Sie beschwerte sich am Rathausamt Lennep über schlechtes Brot, in dem Steine und Asche waren.

Margarete Müller hat schon mit 13 Jahren in der Granaten-Fabrik Haas in Lennep an einer Drehbank arbeiten müssen. Sie schreibt: „Im Winter bei bitterer Kälte mussten wir jungen Mädchen die Rohlinge, die auf dem Fabrikgelände aufgestapelt waren, von Hand zu Hand in den Betrieb bringen. Dabei klebten die Rohlinge an den erstarrten Händen und rissen die Haut ab.

Nach dem Krieg war sie als Spinnerin und als Zuschneiderin in Textilbetrieben tätig. Die Eltern waren zunächst Mitglieder der USPD. Die Mutter war später Mitbegründerin der KPD in Lennep. Auch Margarete Müller wurde Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes (KJVD) und der KPD. Sie arbeitete aber auch in einer Reihe anderer Arbeiterorganisationen mit: dem Arbeiter-Sportverein, den Naturfreunden, dem Freidenkerverband, dem Esperanto-Club und dem Arbeiter-Fotografenverein.

Artikel vollständig lesen

Immer wieder gerne ins Deutsche Werkzeug-Museum

Freitag, 22. März, 19 Uhr
Leckeres Obst in flüssiger Form
Wir wissen alle, dass Obst sehr gesund ist und unbedingt zum Speiseplan gehören sollte. Manche Menschen mögen es aber in seiner eigentlichen und natürlichen Form nicht so gerne. Hierfür haben wir eine Lösung: Obst in flüssiger Form. Allerdings sind damit keine Obstsäfte gemeint.
Spaß beiseite! Am Freitag, 22. März, um 19 Uhr werden wir gemeinsam verschiedene Obstbrände verkosten und zwei ganz unterschiedliche Regionen und ihre Besonderheiten kennenlernen. Dazu gehören natürlich auch die Herstellungsmethoden und deren Eigenheiten. Es ist spannend, wie die intensiven Gerüche bereits einen Eindruck vom Geschmack geben und wie fein die Geschmacknuancen sind. Ganz entscheidend ist aber, dass keiner der Brände scharf oder brandig schmeckt. Durch den Abend führen der 1. Vorsitzende des Förderkreises Deutsches Werkzeugmuseum, Michael Schwerdtfeger, sowie Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht. Die Kosten für diese Veranstaltung betragen pro Person 29 Euro. Bitte melden Sie sich unter der Tel. RS 162519 oder E-Mail Werkzeugmuseum-Hiz@remscheid.de">Werkzeugmuseum-Hiz@remscheid.de  bis spätestens 20. März an.

Historische Postkarte von der Stadthalle am Stadtpark. Historisches Zentrum RemscheidDienstag, 26. März, 19 Uhr
Die Geschichte des Stadtparks

Stadtarchivarin Viola Meike freut sich, Sie zu diesem unterhaltsamen Vortrag am Dienstag, 26. März, um 19 Uhr begrüßen zu dürfen. Wer hat keine sentimentalen Erinnerungen an verträumte Sommertage im Remscheider Stadtpark? Wer ist als Kind nicht dort im Winter Schlittschuh gelaufen? Mit dem Stadtpark verbindet jeder etwas – er bildete in den über 130 Jahren seines Bestehens die Kulisse für unendlich viele Veranstaltungen des gesellschaftlichen Lebens, für Kirmes und Konzerte, Turnfeste und Jubelfeiern. Die prächtige Stadtparkhalle war der Mittelpunkt des kulturellen Lebens in unserer Stadt.

Wohltätige Menschen aus der „guten alten Zeit“ machten den Park der Remscheider Bevölkerung zum Geschenk. Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen war ihm beschieden. Blicken wir gemeinsam in die wechselvolle Geschichte des Bürgerparks, der sogar dem Nikolaiker Stinthengst zur neuen Heimat wurde. Auch dieser Aspekt soll bei einem Vortrag über die Entstehungsgeschichte und den Werdegang des Remscheider Stadtparks nicht zu kurz kommen!

Freitag, 29. März, 18 Uhr
Hopfen und Malz, Gott erhalt's!

In toller Atmosphäre gehen wir am Freitag, 29. März, ab 18 Uhr mit Andreas Arens auf eine Reise durch die Welt der vergessenen deutschen Bierstile. Andreas Arens ist der einzige Biersommelier im Bergischen Dreieck und wir freuen uns, Ihnen für eine weitere Bierverkostung haben gewinnen können. Viele trinken Bier und haben ihre Lieblingssorte, aber wie kommt es eigentlich zu diesem speziellem Geschmack. Was darf in Deutschland im Bier drin sein und seit wann gibt es das Reinheitsgebot?

An diesem Abend gehen wir auf die Suche nach dem heute nicht mehr Alltäglichen. Deutsche Bierstile, die kaum noch einer kennt, geschweige denn trinkt. Mainstream, große Brauereien oder Fernsehbiere sind bei der Verkostung nicht wirklich angesagt. Lassen Sie sich auf einen Abend mit unbekannten und vergessenen Bierstilen ein. Auch die Brauereien werden wir alle nicht kennen. Andreas Arens wird viele Geheimnisse lüften und uns mit auf eine besondere Entdeckungsreise nehmen. Freuen Sie sich auf einen spannenden und bierseligen Abend. Die Kosten für diese Veranstaltung betragen pro Person 25 Euro.

Wichtig: Bitte melden Sie sich unter Tel. RS 162519 oder per E-Mail (Werkzeugmuseum-Hiz@remscheid.de">Werkzeugmuseum-Hiz@remscheid.de) bis spätestens 27. März zu der Veranstaltung an.

Artikel vollständig lesen

Wer arbeitete, hatte bessere Überlebenschancen

Hermine Schmidt lebte und arbeitete ihr ganzes Leben (mit Ausnahme ihrer Haftzeit) in dem kleinen bergischen Haus an der Straße zwischen Remscheid-Lennep und Wuppertal-Beyenburg, in dem sie am 28. Juli 1905 geboren wurde. In diesem Häuschen haben der Vater, Hermine Schmidt und ihre beiden Brüder als Bandwirker gearbeitet. Nach dem ersten Weltkrieg war Hermine Schmidt aber auch in dem Nachbarörtchen Dahlerau als Weberin tätig. Hier beteiligte sie sich schon mit 18 Jahren an dem Generalstreik im Jahre 1923 zur Verbesserung der sozialen Lage der Arbeiterinnen und Arbeiter.

Mit dieser Broschüre hat die Stadt Remscheid den vielen Remscheider Frauen, die wegen ihrer politischen Überzeugung, menschlichen Verantwortung oder aus ganz persönlichen Gründen während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und inhaftiert wurden, ein Denkmal gesetzt. Die teilweise umfangreich geschilderten Lebensschicksale waren ganz unterschiedlich und haben mich sehr berührt. Ich lernte die politisch engagierten Frauen als starke, selbständig denkende und handelnde Persönlichkeiten kennen, die teilweise ihre männlichen Partner an Aktivität und Kreativität übertrafen. Viele hatten auch vor der Nazizeit wichtige politische Funktionen bekleidet. Nur wenige Frauen standen im Schatten ihrer männlichen Partner oder sonstigen Familienangehörigen. Ihren Beitrag zur Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt ans Licht treten zu lassen und sie nicht zu vergessen, ist die Absicht dieser Broschüre.
Die 2. Auflage dieser Broschüre aus dem Jahr 2007 hält die Erinnerung wach an die vielen Frauen und Männer, die in der Zeit des Nationalsozialismus litten und ermordet wurden.

(Christel Steylaers, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte)

Obwohl sie nie einer Partei angehörte, nahm sie doch an der politischen Entwicklung von Jugend an regen Anteil, denn sie kam aus einer politisch engagierten Familie. Ihr Vater war bis zur kommunalen Neugliederung kommunistischer Stadtverordneter in dem Städtchen Lüttringhausen, das 1929 nach Remscheid eingemeindet wurde.

Gleich nach der Machtübernahme der Nazis war in dem Schmidt’schen Haus eine Durchsuchung. Die SS suchte eine Schreibmaschine und einen Vervielfältigungsapparat. Der Vater und die beiden Brüder wurden zum Verhör in das berüchtigte „Hermann-Göring-Haus“ (heute Kreishaus) in Remscheid-Lennep gebracht.

Während der Zeit des Faschismus haben sich in ihrem Haus von Anfang an Widerstandskämpfer und Widerstandskämpferinnen verborgen. Zu Beginn des Jahres 1943 kam es dann zu der großen Verhaftungswelle, der auch Hermann und Hermine Schmidt zum Opfer fielen.

Hermann und Hermine Schmidt kamen nach ihrer Inhaftierung zur Untersuchungshaft in das Polizeipräsidium Wuppertal, auch viele andere ihrer Leidensgefährten. Hermine Schmidt berichtete, dass sie zehn Wochen in Einzelhaft gewesen sei und die ganze Untersuchungshaft neun Monate gedauert hätte. Es wurde Hermann und Hermine Schmidt zur Last gelegt, die beiden kommunistischen Funktionäre Wilhelm Knöchel und Willi Seng in ihrem Haus versteckt zu haben. In den Verhören habe sie sich dumm gestellt, berichtete Hermine Schmidt. Auf die Frage, warum Willi Seng bei ihnen gewesen sei, habe sie geantwortet, sie habe gedacht, er wolle sie heiraten. Geheime Nachrichten aus dem Gefängnis habe sie in die Säume ihrer Schlüpfer eingenäht. Ihre Schwester habe sie beim Besuch gebeten, neues Gummi einzuziehen. Das habe immer wieder funktioniert.

Artikel vollständig lesen

Spitze: Alexander Ober und Sina Böhne

Kurzweilig wie in früheren Jahren war auch diesmal wieder die „Nacht des Sports“ mit dem besten Sportler/innen und Mannschaften des Jahres 2018, für die in den vergangenen Wochen die Remscheider Bürgerschaft votiert hatte. Aber anders.  Gekürt wurden die Preisträger nicht wie früher gemeinsam von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Reinhard Ulbrich, dem Vorsitzender des Sportbundes Remscheid. Sie waren es gewohnt, sich dabei die verbalen Bälle so zu zuzuspielen, dass sich das Publikum auch hierbei gut unterhalten fühlt. Als Moderator führte diesmal der Journalist Guido Radtke durch den Abend, der wie gewohnt bei Getränken und Büffet im Foyer des Teo Otto Theaters endete.Für das eigentliche bunte Rahmenprogramm sorgten diesmal auch keine sportlichen Darbietungen, sondern der Komödiant, Clown und Pantomime Julien Cottereau, bekannt aus dem Cirque du Soleil und dem Apollo-Theater, sowie der junge Remscheider Musiker Florian Alexander Kurz (Teilnehmer bei „Voice of Germany“).

Die Sportler des Jahres 2018, die sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen konnten, sind Alexander Ober (19) vom Rollhockey-Bundesligisten IGR Remscheid und Sina Böhne, Duathletin von TriForce-Vital; sie war trotz vorheriger Verletzungen beim „Swim & Run Cologne“ auf den dritten Platz gekommen, und Jugendsportler Nino Zirkel (Leichtathletik). Die Mannschaft des Jahres 2018 ist das „Magic Team“ des Remscheider TV; die Rollkunstläuferinnen waren im vergangenen Jahr Deutscher Vizemeister sowie Fünfte bei der EM. Jugend-Mannschaft des Jahres wurde der Nachwuchs der Artistic Jumpers (Kunstturnen); der hatte sich im vergangenen Jahr für das Bundesfinale qualifiziert.

Artikel vollständig lesen

Auf Erkundung mit einem Remscheider Stadtführer

23. März, 18 bis 19.30 Uhr
Schlemmertour
Begleiten Sie unseren Stadtführer auf seinem Weg vom Zentrum der modernen Stadt, dem Rathaus bis zum Entstehungsort der Stadt rund um die Stadtkirche. Mit Hilfe von Geschichtchen und Bildern lässt er die vergangene Schönheit des historischen Stadtkerns wieder auferstehen. Und für Ihr Wohl wird auch gesorgt – mit anschließender Verkostung bergischer Köstlichkeiten, teilweise im neuen Gewand, in der Erlebbar. Leitung: Lars Johann. Treffpunkt: Erlebbar, Hindenburgstraße. 29 Euro. Anmeldungen unter Tel. RS 666861 oder E-Mail IGStadtfuehrer.RS@T-online.de.

Lars Johann. Foto: Lothar KaiserSamstag, 30. März, 13.30 bis 15 Uhr
Von einem verschwundenen Dorf zur Müngstener Brücke
Tief unten im Tal der Wupper, zwischen Remscheid, Solingen und Wuppertal, liegt die Hofschaft Müngsten, bis ins 19. Jahrhundert Sitz der Sensenfabrikation Remscheids und Wohnsitz der Familie Halbach. Heute prägen die Müngstener Brücke, Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke, der noch immer betriebene Schaltkotten und der Brückenpark diesen Ort.
Tauchen Sie mit unserem Stadtführer in die Geschichte und Industriegeschichte dieses Ortes ein und erfahren, warum es dort auch um Napoleon und Tempelchen geht.
Leitung: Klaus Fickert. Treffpunkt: Schotterparkplatz Brückenpark, Solinger Straße. Fünf Euro. Anmeldungen erbeten unterTel. RS 666861 oder E-Mail IGStadtfuehrer.RS@T-online.de. Es  sind noch einige Plätze frei.

.

Auf der folgenden Seite finden Sie das komplette Jahresprogramm:
 

Artikel vollständig lesen

Die Opfer der Knöchelorganisation

Willi Seng.Mit Beginn des 2. Weltkrieges 1939, insbesondere aber nach dem vertragsbrüchigen Überfall der Hitler-Armeen auf die Sowjetunion verstärkten sich die antifaschistischen Aktivitäten in Deutschland. So wurde versucht, von Amsterdam aus Kontakt zu den Widerstandsgruppen im Rheinruhrgebiet herzustellen. Diese Bemühungen fügten sich in den Plan des Zentralkomitees der KPD in Moskau, regionale illegale Leitungen und eine operative Leitung der KPD für ganz Deutschland zu schaffen. Als ersten Instrukteur ließ die Abschnittleitung West in Amsterdam Willi Seng im August 1940 ins Rhein-Ruhr-Gebiet reisen. Er kam aus Berlin und war von Beruf Schneider.

Willi Seng verfügte über große Erfahrungen in der illegalen Arbeit und umfangreiche Verbindungen im Bergischen Land, am Niederrhein und im Ruhrgebiet. Im Juli 1941 kam Alfons Kaps aus Wuppertal als Instrukteur ins Rheinland. Die­ser verfügte über Verbindungen insbesondere in Wuppertal und Düsseldorf. Im Herbst 1941 reiste Alfred Kowalke über das Venloer Flugfeld zunächst nach Köln. Da Köln schon stark bombardiert war und er keine Verbindung zur Parteiorganisation fand, reiste er nach Berlin weiter. Hier bekam er über den Arbeitersportler Werner Seelenbinder Kontakt zur Bezirksleitung der KPD und nahm ab November 1941 an der Arbeit der operativen Leitung der KPD für Deutschland teil.

Im Laufe des Jahres 1942 fuhren noch die Instrukteure Lissi Rieke, Wilhelm Beuttel und Jakob Welter von Amsterdam nach Deutschland. Am 8.1.1942 verließ das Mitglied des ZK der KPD Wilhelm Knöchel Amsterdam, nach­dem ihm der Mitropakellner Traugott Lazina eine „Stelle“ als Silberputzer in seinem Speisewagen besorgt hatte. Im Laufe des Jahres 1942 teilten die Instrukteure Knöchel und Kowalke der Leitung der KPD in Moskau mit, dass sie Verbindungen nach Berlin, Düsseldorf, ins Ruhrgebiet, ins Bergi­sche Land und andere Gebiete hätten. Illegale, im Ausland und im Inland gedruckte Schriften wurden verteilt, Berichte aus dem Inland über Ams­terdam nach Moskau gegeben. Diese rege Tätigkeit entsprach zwar nicht dem Umfang der Widerstandstätigkeit zu Beginn des Faschismus, doch er war schon beachtlich, wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen die Illegalen leben mussten. Viele waren schon seit 1933 illegal, immer verfolgt und in wechselnden Quartieren, ohne Lebensmittelkarten. (Sehr tragisch war das Schicksal von Wilhelm Knöchel, der an Tuberkulose erkrankte und dringend gute Nahrung und eine ruhige Wohnung brauchte. So haben seine Genossen hochwertige Nahrungsmittel für ihn besorgt, wie Fleisch, Zitronen, Milch und Butter).

In Wuppertal wurde die Widerstandsgruppe von Walter Böhne geleitet. Im Raum Solingen - Remscheid sammelte sich um Hugo Paul eine Gruppe von Kommunisten, die mit gemeinsamen ausgedehnten Wanderungen einen intensiven persönlichen Kontakt pflegten, der es ihnen erlaubte, relativ un­verdächtig politische Informationen auszutauschen.

Mit dieser Broschüre hat die Stadt Remscheid den vielen Remscheider Frauen, die wegen ihrer politischen Überzeugung, menschlichen Verantwortung oder aus ganz persönlichen Gründen während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und inhaftiert wurden, ein Denkmal gesetzt. Die teilweise umfangreich geschilderten Lebensschicksale waren ganz unterschiedlich und haben mich sehr berührt. Ich lernte die politisch engagierten Frauen als starke, selbständig denkende und handelnde Persönlichkeiten kennen, die teilweise ihre männlichen Partner an Aktivität und Kreativität übertrafen. Viele hatten auch vor der Nazizeit wichtige politische Funktionen bekleidet. Nur wenige Frauen standen im Schatten ihrer männlichen Partner oder sonstigen Familienangehörigen. Ihren Beitrag zur Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt ans Licht treten zu lassen und sie nicht zu vergessen, ist die Absicht dieser Broschüre.
Die 2. Auflage dieser Broschüre aus dem Jahr 2007 hält die Erinnerung wach an die vielen Frauen und Männer, die in der Zeit des Nationalsozialismus litten und ermordet wurden.

(Christel Steylaers, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte)

Zu Beginn des Jahres 1943 begann eine große Verhaftungswelle in Berlin, Düsseldorf, dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land, um die Knöchel-organisation zu zerschlagen. Mehr als 200 Frauen und Männer wurden verhaftet, davon ca. 40 aus dem Bergischen Land. Ganze Familien wur­den geholt. Fast die Hälfte der Verhafteten waren Frauen. 52 Männer und Frauen fanden den Tod, davon wurden 23 hingerichtet, unter ihnen Wilhelm Knöchel und Willi Seng, 9 wurden in der Untersuchungshaft ermordet oder haben sich selbst das Leben genommen, einer nahm sich bei der Verhaf­tung das Leben, 11 starben im Zuchthaus oder KZ, vier wurden im April 1945 in der Wenzelnbergschlucht umgebracht, vier sind an den Folgen der Haft 1945/46 gestorben.

Unter den 51 Todesopfern waren fünf Frauen:

  • Charlotte Garske, Berlin, Quartierswirtin von Wilhelm Knöchel wurde in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
  • Anna Forterie, eine Holländerin, setzte im Zuchthaus Celle selbst ihrem Leben ein Ende.
  • Elisabeth Kaps aus Wuppertal starb 53-jährig kurz nach der Einlieferung in das KZ Ravensbrück.
  • Luise Rieke aus Duisburg, illegale Instrukteurin der KPD, wurde am 5.1.1945 in Dortmund, dreißigjährig, hingerichtet.
  • Hildegard Ebbinghaus aus Wuppertal-Ronsdorf starb 54-jährig an den Folgen der Haft kurz nach dem Krieg zu Hause.

Die Familie Kaps aus Wuppertal traf die Nazi-Barbarei besonders hart: Drei Brüder Kaps, alle um die Jahrhundertwende geboren, verloren ihr Leben: Paul Kaps wurde hingerichtet, Alois und Alfons Kaps starben durch Mord oder Selbstmord in der Untersuchungshaft. Alle drei Lebensgefährtinnen bzw. Ehefrauen wurden in Haft genommen, ebenso Schwiegersohn und Tochter von Alois Kaps sowie ein Schwager.