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Es gibt weitere geeignete Grundstücke für Kitas

Von dem seinerzeit ermittelten Bedarf an zusätzlichen 702 Betreuungsplätze in Remscheider Kitas konnten nach Angaben der Verwaltung zwischenzeitlich 100 Plätze bereitgestellt werden – dauerhaft mit der Erweiterung der Kita Zaunkönig und der Kita Steinackerstraße sowie übergangsweise durch die befristete Weiternutzung des Provisoriums am Stadtpark. Mit der Anlieferung des Bauwagens für die Waldgruppe der Kita Steinackerstraße ist laut der Evangelischen Christusgemeinde Remscheid als Träger im Februar zu rechnen. Bis Anschluss, Einrichtung und Genehmigung abgeschlossen sind, wird die Gruppe weiter das Gemeindezentrum übergangsweise nutzen.

„Für fünf mehrgruppige Einrichtungen mit 430 Betreuungsplätzen in allen vier Stadtbezirken sind inzwischen die Planungen soweit fortgeschritten, dass die Träger vom Fachdienst Jugend bereits eine Bedarfsbestätigung erhalten haben. Die Bauarbeiten für die erste Einrichtung haben in der Fritz-Ruhrmann-Straße begonnen“, heißt es in einer Vorlage zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 16. Januar. Für die Initiative Jugendhilfe e.V. errichtet die Volksbank im Bergischen Land dort eine viergruppige Einrichtung. Derzeit entsteht der Rohbau des Untergeschosses. Die Kita wird voraussichtlich spätestens im Herbst 2019 den Betrieb aufnehmen.

„Weitere Standorte sind in der engeren Planung, abzuwarten bleiben noch die näheren Abstimmungen mit den Trägern und deren Investoren, hier sind insbesondere Verhandlungen zu Grundstücken noch nicht abgeschlossen“, so die Verwaltung weiter. „Berechnungen nach der Überprüfung und Aktualisierung der aktuellen Bevölkerungsdaten zum Stand 31.12.2017 durch die Jugendhilfeplanung haben ergeben, dass sich der zusätzliche Bedarf um weitere 82 Betreuungsplätze erhöht auf nunmehr 784 Plätze. Dies entspricht etwa der Größe einer weiteren viergruppigen Einrichtung, allerdings verteilt sich der zusätzliche Bedarf auf die einzelnen Stadtbezirke.“

Für „StepKids“ wird SIGNA als Investor an der Arturstraße eine sechsgruppige Einrichtung errichten. Der Abriss des Gebäudekomplexes ist aufwendig und hat sich verzögert. Der Investor beabsichtigt in Kürze den Bauantrag zu stellen. Angestrebt wird die Inbetriebnahme im ersten Halbjahr 2020.

Für den Träger ISS-Netzwerk gGmbH wird die Firma LINDEX eine viergruppige Einrichtung an der Sedanstraße errichten. Erwartet werden in Kürze der Abschluss des Kaufvertrages über das städtische Grundstück und der Erschließungsvertrag mit den Technischen Betrieben (TBR) zur Errichtung eines Wendehammers durch den Investor. Beabsichtigt ist eine schnell umsetzbare Bauweise im Holzständerwerk. Die Inbetriebnahme der Einrichtung ist ebenfalls im ersten Halbjahr 2020 beabsichtigt.

Die Abstimmungen der Planungen mit Trägern und deren Investoren für die weiteren beiden viergruppigen Einrichtungen an den Schulstandorten Hackenberg und Oststraße sind weiter fortgeschritten. Für die übrigen zu errichtenden Kindertageseinrichtungen sind mehrere geeignete Grundstücke gefunden worden. Vertragsabschlüsse stehen noch aus. Mit der Vorlage von Entwürfen und Raumkonzepten wird die Abstimmung mit den Trägern, dem Fachdienst Jugend und dem Landesjugendamt beginnen können. Inbetriebnahmen sind frühestens zum Kindergartenjahr 2020/2021 zu erwarten.

Schulpolitik im neuen Orchestersaal der Waldorfschule

Im neuen „Orchestersaal“ der Rudolf-Steiner-Schule Remscheid tagte gestern erstmals der städtische Schulausausschuss. Besonders die hölzerne Dachkonstruktion des Saales beeindruckte die Kommunalpolitiker. Dort tagt normalerweise nicht nur das Schulorchester, sondern dort findet auch der Musikunterricht statt. Auf beides sei die die Raumakustik ausgelegt, berichtete vor der Sitzung Udo Clemens, der Geschäftsführer des Träger- und des Fördervereins der Waldorfschule. In der zweiten und dritten Klasse besteht die Möglichkeit, erste Erfahrungen auf einem Streichinstrument zu machen und das gemeinsame Musizieren in der sogenannten Streicherklasse zu erfahren. Diese Orchestererfahrungen können die Schüler später im Vor-, Mittel- und Oberstufenorchester einbringen, in der Schulband und/oder im Chor. Sie haben zudem die Möglichkeit, an einer der beliebten jährlichen Orchesterfahrten teilzunehmen und darüber hinaus in der „Orchesterbegegnung" in den Austausch mit anderen Schulen zu kommen. Umgekehrt gastieren auch Orchester anderer Schulen in Bergisch Born und fördern dadurch außerschulische Kontakte und das Interesse an der Musik.

Die 1027 Waldorfschulen in 64 Ländern feiern in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen der Waldorf-Bewegung. Die Remscheider Schule besteht seit September 1986. Der Unterricht begann damals mit 39 Kindern in der 1. und 2. Klasse. ihre Pforten. Jährlich wuchsen die Schülerzahl und auch das Kollegium (heute hat die Schule 60 Mitarbeiter/innen), was bald einen ersten Erweiterungsbau erforderlich machte, den Pavillon, der über viele Jahre den benachbarten Kindergarten „Zaunkönig", später die 1. und 2. Klasse und nun die Offene Ganztagsschule beherbergt. Bald platzte auch dieser Raum aus den Nähten, so dass ein Baubeschluss für den endgültigen Schulbau, der kein Provisorium mehr sein sollte, anstand. Der heutige Neubau Schule bietet zusammen mit dem Altbau 13 Klassen mit den dazugehörigen Fach- und Nebenräumen Platz. Die Schule führe Jungen und Mädchen (derzeit sind es insgesamt 420) von der 1. Grundschulklasse bis zum Abitur, betonte Clemens.

1919 gründete Rudolf Steiner die erste Waldorfschule in Stuttgart. Inhalte und Methoden der Waldorf­pädagogik beruhen auf seinen Erkenntnissen über die Gesetzmäßigkeiten der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Diese Methoden zeitgemäß anzuwenden und weiterzuentwickeln, seine Anregungen aufzugreifen und fortzuführen, bezeichnet die Schule in Bergisch Born als ihre Aufgabe: „Dabei steht immer die individuelle Persönlichkeit des Kindes/des Jugendlichen im Mittelpunkt unseres Bemühens. Seine persönlichen Anlagen zu bestmöglicher Entfaltung zu bringen ist unser Ziel. Der Unterricht ist nicht einseitig auf Wissensvermittlung ausgerichtet; verstandesmäßige, kreative, künstlerische und sozialer Fähigkeiten sollen gleichmäßig entwickelt werden“.

Die Eltern der Schule sind in den Schulalltag eingebunden (Schulessen), beteiligen sich aber auch an der Finanzierung der Schule. Der Jahresetat des Förderverein liege bei 600.000 Euro, berichtete Udo Clemens gestern.

Dank an Grundschul-Eltern für wichtigen Lotsendienst

Der Waterbölles hatte am 26. August 2016 um 7.30 Uhr einen ungewöhnlichen „Dienstbeginn“: Er filmte vor der Grundschule an der Menninghauser Straße Eltern, die um diese Zeit den Lotsendienst vor der Schule übernommen hatten, zwei Politessen und  Michael Brandenstein von der Polizeiinspektion Remscheid (Verkehrsunfallprävention). Solche „Bürgerlotsen“ gibt es auch an anderen Remscheider Grundschulen, insgesamt sind es inzwischen 60 Eltern, die sich darum kümmern, dass Jungen und Mädchen sicher zu ihrer Grundschule kommen. An der Menninghauser Schule ist seit sechs Jahren Britta Scholz dabei; damals gehört ihr Sohn zu den I-Dötzen. Alle zwei Wochen übernimmt sie drei Lotsendienste; für sie eine wichtige Aufgabe: Denn verschlafene Autofahrer übersähen kleine Menschen manchmal. Deshalb machte sie als Lotsin weiter, als ihr Sohn an eine weiterführende Schule wechselte, und wirbt auf  Elternabende um Unterstützung.

An der Walter-Hartmann-Grundschule ist seit vier Jahren Emel Dutkun die Koordinatorin für den Lotsendienst der Eltern. Ein Jahr zuvor war ihre Tochter eingeschult worden. Da sah Emel Dutkun Handlungsbedarf und startete alsbald den Lotsendienst mit zehn Vätern und Müttern. Dieses Ehrenamt gelte es herauszustellen , befanden jetzt die Kreisverkehrswacht Remscheid und die Verkehrsunfallprävention der Polizei luden engagierte Eltern mit ihren Kindern ins Deutsche Werkzeugmuseum zu Getränken, belegten Brötchen und Süßigkeiten ein. Otto Mähler, der Vorsitzende der Verkehrswacht, und Polizeihauptkommissar Michael Brandenstein dankten den Eltern für ihren Einsatz. Dank sagte den Gästen aber auch Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht: „Ein tolles Engagement, das wir gerne heute versüßen wollen!“  Zugleich lud er Eltern und Kinder zu einer Führung durch das Museum ein.  

Für den gestrigen Nachmittag hatten sich 40 Elternteile und ca. 40 Kinder angesagt. Rund 30 waren gekommen. Sie wurden von Mähler gebeten, in Elternkreisen für den Lotsendienst zu werben. Der Einsatz sei unter Umständen auch an anderen Grundschulen in Remscheid sinnvoll, in denen man sich dazu bislang noch nicht entschlossen habe.

Als im Bergischen die Schleifer die Schmiede verdrängten

Der Brucher Kotten bei Müngsten im unteren Morsbachtal. Besitzer war der Schleifermeister Julius Picard auf dem Sudberg bei Cronenberg. Zwei Schleifkotten im ‚Pickerts-Bruch‘ werden schon 1598 genannt. Später standen dort drei Kotten, von denen der Brucher Kotten übrig geblieben ist. Foto: SchmidtZu ihrer Fertigstellung bedurften die geschmiedeten Waren des Schliffs. Deshalb spielten die Schleifer eine wichtige Rolle innerhalb der Sensenzunft. Weil man sich früher die Entstehung und die schnelle Entwicklung der Industrie in den abgelegenen Tälern des Bergischen Landes schlecht erklären konnte, hat man versucht, die Einwanderung des Eisengewerbes oder wenigstens seine Beeinflussung von außen her nachzuweisen. In erster Linie hatte man es dabei auf die Schleifer abgesehen, bei denen die Namen Pickardt, Tesche, Berger und Jasper die Vermutung der französischen Abstammung nahelegten. Der erste, der diese Behauptung aufstellte, war der von Reinshagen bei Remscheid stammende Prediger und Schriftsteller Wilhelm Aschenberg, der in seinen zahlreichen Veröffentlichungen, wie später namentlich durch den Elberfelder Geschichtsforscher Crecelius nachgewiesen wurde, Wahrheit und Dichtung wahllos miteinander vermengte.

Die Pickert saßen schon 1549 auf dem „Pickertz-Subberch." Die Bezeichnung „Tesche" (Tasche), eine Abkürzung des Handwerkernamens Teschenmacher, war schon früh im Wuppertal, sowie in Lennep und Solingen verbreitet, da die Lederbereitung und die -Verarbeitung schon in alter Zeit hier ihre Stätten gefunden hatte. Die „Berger" stammen wahrscheinlich von dem Hofe Berg bei Cronenberg, wo noch in den Jahren 1777 und 1778 die Schleifer Abraham und Johann Berger wohnten, und der Name Jasper oder Casper war neben Melchior oder Melcher früher im Bergischen eine der beliebtesten (von den ersten der heiligen drei Könige entlehnten) Personenbezeichnungen. In den Cronenberger Gerichtsprotokollen tritt ein Schleifer Jasper schon im Jahre 1613 als Ratmann auf, und im Jahre 1614 wird sein Sohn Johann als Meisterknecht vereidigt. Als die ersten von den Pickert erscheinen 1617 in den genannten Niederschriften gleich drei: Herbert, Drieß (Andreas) und Engel (Engelbert) Pickert, die als Schleifer eingetragen wurden. Ein Gördt Berger aus der Gerstau wurde 1663 zum Ratmann erwählt, und aus dem Schleifergeschlecht der „Tesche" wird Rütger im Jahre 1685 als Schleifermeister und zehn Jahre später als Ratmann in die Handwerksrolle eingetragen. Doch kommt der Name Tesche unter den Solinger Kaufleuten, die der Sensenzunft beigetreten waren, schon im Jahre 1600 vor.

Wenn diese Schleifer im Laufe des 17. Jahrhunderts aus Frankreich oder Belgien zugewandert wären, so müsste in den Niederschriften des Cronenberger Handwerksgerichts, die mit dem Jahre 1601 einsetzen, etwas davon erwähnt sein. Es ist undenkbar, dass man Fremden ohne weiteres den Zugang zum Handwerk gestattete, während man es für Einheimische, deren Vorväter nicht von Anfang an dabei gewesen waren, streng verschlossen hielt. Wären die genannten Schleiferfamilien aber schon früher hier eingewandert und im Jahre 1600 der neugegründeten Bruderschaft beigetreten, so müssten ihre Namen eher in den Gerichtsprotokollen erscheinen, als es tatsächlich der Fall ist. Wir müssen daher die Erzählung von der Einwanderung französischer Schleifer in das Reich der Sage verweisen. Wenn, wie der Beyenburger Rentmeister Karsch berichtet, schon zu Anfang des 17. Jahrhunderts Schleifkotten in erheblicher Zahl an unseren Bächen lagen, so dürfen wir annehmen, dass auch die Kunst des Schleifens ebenso wie die des Schmiedens in unseren Bergen alteinheimisch gewesen ist.

Wie aus dem Heberegister des Burger Kellners Johann Bernhard Francken (1692), aus dem Remscheider Lagerbuch (1675) und aus den Karten der Ämter Elberfeld, Bornefeld und Beyenburg (1715) hervorgeht, lagen die meisten Schleifkotten am unteren Morsbach von der Gerstau bis Müngsten. Als ihre Besitzer erscheinen außer einer Reihe von Sensenschleifern mehrere Kaufleute des Sensenhandwerks. Folgende Schleifer der Sensenzunft waren hier am Morsbach Inhaber eigener Werkstätten:

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Bedarf an ambulant betreuten Wohnplätzen

„In Remscheid stehen derzeit für Menschen mit einem pflegerischen Bedarf 1.054 vollstationäre Pflegeplätze zur Verfügung. Bereits aufgrund der ... weiterhin überdurchschnittlich hohen Auslastung der Remscheider Heime lässt sich ein ... Mangel an Pflegeheimplätzen erkennen, obwohl die Platzzahl in den letzten Jahren bereits ausgeweitet wurde. Einige Remscheider Pflegeeinrichtung führen aufgrund dessen Wartelisten“, heißt es in einer Verwaltungsvorlage zum örtlichen „Altenplanung“, die Ausschüssen des Rates und Beiräten im Januar und Februar zur Beratung vorliegt. .

Bei der Berechnung des Bedarfes an vollstationären Pflegeplätzen legt die Stadt Remscheid seit dem Jahr 2010 die im Rahmen der amtlichen Pflegestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) ermittelten Versorgungsquoten der ab 80jährigen in der stationären Pflege zugrunde, „da diese Altersgruppe die fast ausschließliche Nutzergruppe der stationär Gepflegten darstellt und in den kommenden Jahren sowohl absolut als auch anteilig wachsen wird“. Dagegen sinke/stagniere die absolute Zahl der jüngeren Altersgruppen in der vollstationären Pflege: „Unter 80jährige Menschen werden in den Pflegeheimen inzwischen nur noch selten versorgt.“

Bei der Bedarfseinschätzung sei das seit Jahren bestehende Überangebot in benachbarten Städten / Kreisen mit zu berücksichtigen: „In der Vergangenheit fiel die tatsächliche Nachfrage in Remscheid geringer als der berechnete Bedarf aus. Die berechneten Werte stellten daher eine obere Bedarfsgrenze der in Remscheid benötigten Plätze dar.“ Auch seien in Remscheid aktuell 68 Wohneinheiten in Wohngruppen / Wohngemeinschaften eine Alternative zu einer stationären Pflegeeinrichtung, was den Bedarf an stationären Pflegeheimen ebenfalls mindere. Bei der Zukunftsprognose werde zwar eine gleich bleibende Inanspruchnahme unterstellt. Doch diese könne sich künftig verändern  – z.B. durch eine Abnahme der Anzahl von Pflegepersonen aus dem familiären Umfeld, einen Ausbau des bürgerschaftlichen Engagements, einen Anstieg des Pflegebedarfes von Menschen mit Migrationsgeschichte und aus anderen Kulturkreisen, die Entwicklung weiterer ambulanter Pflegewohnformen oder die Rahmenbedingungen für die Betreuung und Pflege in Privathaushalten.

Zitat aus der Mitteilungsvorlage: „Der rechnerische Bedarf an stationären Pflegeplätzen in Remscheid beträgt derzeit bis zu 1.322 Plätze. Der Bedarf steigt bis zum Jahr 2020 auf bis zu 1.473 Plätze an. Bis zum Jahr 2025 sinkt er dann wieder leicht auf bis zu 1.448 Plätze ab. Anschließend wird er bis zum Jahr 2030 deutlich auf voraussichtlich bis zu 1.336 benötigte Pflegeplätze absinken. Dem aktuellen Bedarf von bis zu 1.322 Plätzen steht derzeit ein Bestand von 1.054 Plätzen im gesamten Stadtgebiet gegenüber. Jedoch werden ... bis 2020 weitere neue Pflegplätze in neuen Pflegeeinrichtungen oder durch Umbaumaßnahmen entstehen. Damit werden 1.240 Plätze vorhanden sein und den aktuellen Bedarf rechnerisch fast decken.“

Differenziert nach den vier Stadtbezirken stelle sich die aktuelle Situation bis zum Jahr 2020 im vollstationären Bereich unterschiedlich dar:

  • Alt-Remscheid: 555 Plätze Bedarf bei 615 Plätzen (zukünftigem) Bestand und 35 ambulanten Wohnplätzen d.h. deutliches Überangebot von 95 Pflegeplätzen
  • Remscheid-Süd: 277 Plätze Bedarf bei 239 Plätzen Bestand und 24 ambulanten Wohnplätzen, d.h. Fehlbedarf von 14 Pflegeplätzen
  • Lennep: 300 Plätze Bedarf bei 264 Plätzen Bestand, d.h. Fehlbedarf von 36 Pflegeplätzen
  • Lüttringhausen: 190 Plätze Bedarf bei 122 Plätzen (zukünftigem) Bestand und neun ambulanten Wohnplätzen, d.h. Fehlbedarf von 59 Pflegeplätzen

In der Vergangenheit fiel die tatsächliche Nachfrage in Remscheid daher immer geringer aus als der berechnete Bedarf. (...) Von daher sind Angebot und Nachfrage in Remscheid aktuell weitgehend ausgeglichen, wenn die bereits geplanten Baumaßnahmen umgesetzt werden. Ein Engpass deutet sich jedoch zwischen den Jahren 2020 und 2025 an. Die Anzahl der ab 80jährigen wird in diesem Zeitraum nach der aktuellen Bevölkerungsprognose kurzzeitig deutlich ansteigen. Insbesondere im Jahr 2020 wird der vollstationäre Platzbedarf bis zu 1.473 Pflegeplätze betragen. Hieraus ergibt sich ein kurzzeitiger rechnerischer zusätzlicher Platzbedarf von bis zu 165 Plätzen. Dieser Platzbedarf wird sich aufgrund der dann bis 2030 ... abnehmenden Anzahl der ab 80jährigen in etwa auf das Niveau des Jahres 2017 wieder deutlich verringern (um 137 der 165 Plätze). Angebot und Nachfrage werden dann wieder ... ausgeglichen sein. Aufgrund dessen ist eine Aufstockung der vollstationären Plätze über das bisherige Maß hinaus für den nur kurzzeitig entstehenden Platzbedarf ... nicht sinnvoll. Es besteht kein Bedarf für weitere stationäre Pflegeeinrichtungen in Remscheid. (...)Vielmehr ist zur Abdeckung des kurzzeitigen zusätzlichen Platzbedarfes zwischen den Jahren 2020 und 2025 eine Ausweitung der ambulant betreuten Wohnplätze angezeigt – vorrangig in den Stadtbezirken Lüttringhausen, Lennep und Remscheid-Süd“.

Planungsergebnisse zum Radverkehr stehen noch aus

Eine „Planungsradtour zum neuen Radverkehrskonzept“ kündigte die Stadt Remscheid am 29. August 2018 für Samstag, 8. September, eine „Planungsradtour“ zum Thema „Radverkehrskonzept Remscheid“ an. An verschiedenen Stationen sollte über denkbare Maßnahmen für den Radverkehr und die damit verbundenen Vor- und Nachteile diskutiert werden – und das geschah dann auch. Die Ratsfraktion der Linken hat die Verwaltung nun gebeten, zur Sitzung des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung am 5. Februar einen aktuellen Sachstandsbericht zum Radverkehrskonzept der Stadt Remscheid zu geben. Insbesondere der mögliche Ausbau der vorhandenen Radwege und deren Verknüpfung, sowie die Begleitmaßnahmen, wie Serviceangebote (Fahrradbügel, -boxen, E-Bike- Ladestationen, Leihfahrräder) solle dabei dargestellt werden. „Außerdem fragen wir, wird mit der Radwegeplanung- und Führung auch eine Gefährdungsanalyse für die Verkehrsteilnehmer auf diesen Strecken erstellt und ggfs. eine mögliche alternative Streckenführung aufgezeigt?“, so die Fraktion. Begründung: „ Nach mehrjährigen Diskussion um das Radverkehrskonzept für Remscheid erwarten die Bürger daraus Fortschritte und Perspektiven. Zahlreiche Anfragen aus dem politischen Raum von Seiten unterschiedlicher Fraktionen, Beratungen in den Ausschüssen als auch Workshops mit Bürgerbeteiligung und die Planungsradtour im September lassen seitens der interessierten Bürger Konkretisierungen erwarten. Daher muss der aktuelle Stand der konzeptionellen Planung durch das Dortmunder Planungsbüro ‚Planersocietät‘ dargestellt werden. Erste Ergebnisse waren für das III. Quartal 2018 angekündigt.“

Gewerbeentwicklung in Remscheid auch ohne Gleisdreieck?

Fragen und Antworten zum Gewerbegebiet Gleisdreieck veröffentlichte der Waterbölles am Mittwoch, 19. Dezember 2018. Es handelte sich um die Antworten der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU-Fraktion. Zur Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr am 10. Januar und zur Sitzung des Rates am 7. Februar hat die Ratsgruppe der WiR nun eine weitere Frage zu diesem Themenkomplex gestellt. Sie möchte von der Verwaltung wissen, ob ein Konzept der Wirtschaftsförderung zur Gewerbeentwicklung in Remscheid existiert für den Fall, dass keine weiteren Gewerbegebiete ausgewiesen werden können. Begründung: „Die Erfahrungen rund um das Gewerbegebiet Blume und die aktuellen Diskussionen rund um das Gewerbegebiet Gleisdreieck zeigen, dass es für die Stadt Remscheid nicht sicher ist, dass in den kommenden Jahren neue Gewerbeflächen zur Verfügung stehen werden. Und selbst wenn, ist die Endlichkeit der Ausweisung von Gewerbegebieten sichtbar. Die WiR-Ratsgruppe möchte daher wissen, ob die Stadtverwaltung dazu über einen Plan B verfügt und wie dieser aussieht.“

Sensenschmiede waren die Vorfahren vieler Remscheider

Eine Hauptstätte des Bergischen Sensenhandwerks im 17. und 18. Jahrhundert war der Breitenbruch im Morsbachtal. Im Hintergrund das ‚Brausholz‘, der wichtigste ‚Kohlenwald‘ der Sensenschmiede. Foto: SchmidtDie Kerntruppe des Sensenhandwerks bildeten die Schmiede. In vierjähriger Lehrzeit mussten sie sich die Kunstgriffe des Handwerks aneignen und zum Schluss ihr Meisterstück im Beisein verschiedener Ratsmänner anfertigen. Nach altem Handwerksbrauch hatten sie mit drei Hämmern und in drei „Hitzen" eine Sense, eine Sichte oder ein Strohmesser fehlerfrei zu schmieden. Fiel das Werkstück zur Zufriedenheit der Handwerksvertreter aus, so wurde der junge Schmied nach Ablegung des Verbleibungseides in die Bruderschaft aufgenommen. Gewöhnlich schritt er dann auch bald zur Verheiratung und machte sich selbständig, indem er selbst eine Schmiede errichtete oder die Werkstatt seines Vaters übernahm. Als selbständiger Meister erhielt er denselben Anteil an der Produktion zugemessen wie die übrigen Handwerksgenossen. Manchmal blieb aber auch der junge Mann nach vollendeter Ausbildung, sei es aus Mangel an Mitteln oder aus anderen Gründen, noch jahrelang in der Schmiede seines Lehrherrn oder eines anderen Handwerksmeisters. Dann wurde ihm als „Meisterknecht" eine halbe Gebühr zugeteilt, d. h. es durfte dann in dieser Werkstatt das anderthalbfache der früheren Menge hergestellt werden, wobei der Meisterknecht von der ihm zugebilligten Warenmenge den Gewinn zog. Als man im Jahre 1645 den Inhabern der Sensenhämmer eine doppelte Gebühr bewilligte, suchte man den Einwendungen der Handschmiede dadurch zu begegnen, dass man den mit einem Meisterknecht arbei­tenden Genossen ebenfalls erlaubte, an Stelle der anderthalbfachen die doppelte Warenmenge herzustellen. Eines der wichtigsten Ziele der Zunft war, allen Mitgliedern ein möglichst gleichmäßiges Einkommen zu sichern. Trotzdem gab es schon in den ersten Jahrzehnten unbemittelte Schmiede, die nicht in der Lage waren, Eisen, Stahl und Kohlen zu bezahlen. Andere Schmiede, die keine Söhne hatten, waren alt und schwach geworden und konnten bei weitem nicht mehr das Arbeitsmaß bewältigen wie zur Zeit ihrer Vollkraft. Um diesen Leuten eine Lebensmöglichkeit zu bieten, wurde bestimmt, dass die leistungsfähigeren Meister für ihre alten und unbemittelten Genossen eine halbe Gebühr übernehmen dürften. Etwas Näheres über die Art der Verrechnung erfahren wir zwar nicht; es unterliegt aber keinem Zweifel, dass den arbeitsunfähigen Schmieden eine bestimmte Vergütung zuteil wurde.

Die von der Sensenzunft erstrebte brüderliche Gleichheit aller Handwerksgenossen war ein schöner Gedanke, der aber in der harten Wirklichkeit auf unüberwindbare Hindernisse stieß. Fleiß und Tüchtigkeit, Umsicht und Sparsamkeit, Unternehmungsgeist und günstige Zeitumstände ließen manche Sensenschmiede zum Wohlstand gelangen, der in größerem Grundbesitz und stattlichen Wohnhausbauten in Erscheinung trat. Zahlreiche Schmiede, die ihre Marktreisen über Deutschlands Grenzen hinaus nach Holland, Brabant, Frankreich oder nach dem „Ostland" und den nordischen Gebieten ausgedehnt und sich die nötigen kaufmännischen Fertigkeiten angeeignet hatten, stiegen zu angesehenen Handelsherren empor, so die Arndts, Daum, Frohn, de Grote, Grund, Hartkopf, Haddenbrock, Honsberg, Putsch, Tilmans, Wüste u. a. Andere Meister gerieten mit und ohne ihre Schuld in Not, so dass sie sich gezwungen sahen, einen anderen Beruf zu ergreifen oder sogar bei Nacht und Nebel fluchtartig die Heimat zu verlassen, um der Verfolgung ihrer Gläubiger zu entgehen. Als im Jahre 1722 zur Deckung der dem Handwerksvogt entstandenen Unkosten eine besondere Umlage beschlossen wurde, setzte man für einen bemittelten Schmied 20, für einen „mittelmäßigen" 15 und für einen „geringen Schmied" 6,5 Stüber an, ein Beweis, wie verschieden die Handwerksmeister damals nach ihrer Vermögenslage eingeschätzt wurden.

Während die Schleifer schon früh auf die Ausnutzung der Wasserkraft angewiesen waren und ihre Tätigkeit meist fernab von ihren Wohnsitzen in den Rotten der Täler ausübten, erfolgte das Schmieden der Sensen in alter Zeit ausschließlich mit dem Handhammer in den dicht bei den Behausungen gelegenen Werkstätten. Der Friede dieses altbergischen Handwerks wurde gegen die Mitte des 17. Jahrhunderts gestört. Als man im Märkischen und schließlich auch bei uns dazu überging, das Ausschlagen der Sensen in den Wasserhämmern vorzunehmen, da wurden die Blicke der alten Sensenschmiede immer sorgenvoller. Zwar stemmten sie sich mit der ganzen Zähigkeit ihres Geschlechts den unbequemen Neuerungen entgegen, aber alle Handwerksbeschlüsse konnten den Rückgang der alten Sensenwerkstätten nicht mehr aufhalten. Doch statt die Arme mutlos sinken zu lassen, wandte man sich anderen Erzeugnissen zu. Kluge Köpfe und kunstgeübte Hände verstanden es, der rohen Kraft des Wasserhammers den Rang abzulaufen und die Feinheiten der vielen Werkzeugsorten in bewundernswerter Weise zu ergründen und nachzuschaffen, so dass der Ruf der Bergischen Eisen- und Werkzeugindustrie den der früheren Sensenschmiederei bei weitem überholte.

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Remscheider Betrüger (27) gab sich als Polizist aus

In der vergangenen Woche ergaunerte ein Trickbetrüger in Frankfurt von einem 77-jährigen Rentner 15.000 Euro. Der falsche Polizist erzählte dem Mann von einer angeblichen Diebesbande, die die Kontodaten des Seniors erlangt hätte. Der Betrüger brachte den 77-Jährigen dazu seine sogenannten TAN-Nummern zu verraten – angeblich, um sein Guthaben zu sichern. So konnte der Betrüger insgesamt 15.000 Euro vom Konto des Seniors abbuchen. Erst später merkte der Rentner, dass er reingelegt worden war und informierte die richtige Polizei. Den zuständigen Ermittlern gelang es inzwischen, den Betrüger ausfindig zu machen. Sie nahm einen 27-jährigen Mann in Remscheid fest, dem die Tat beweiskräftig nachgewiesen werden kann.

Mittlerweile gehen die Betrüger auch mit einer völlig neuen Masche bei ihren betagten Opfern vor: Sie melden sich telefonisch zumeist ohne eingeblendete Rufnummer, also anonym, und geben vor von der Polizei oder Stadtpolizei zu sein. Nun machen sie den Opfern weiß, dass diese aufgrund von Evakuierungsmaßnahmen wegen einer aufgefundenen Weltkriegsbombe das Haus verlassen müssen. Für die Dauer ihrer Abwesenheit wird die angebliche Polizei aber ihre Wertsachen solange vor unbefugtem Zugriff schützen. Leider sind auch durch diese Vorgehensweise schon ältere Menschen betrogen worden und es entstand großer finanzieller Schaden.

Die Polizei bittet nach wie vor um Beachtung folgender Hinweise: Die Notrufnummer 110 wird niemals bei Ihnen anrufen!

  • Die Polizei fragt niemals nach Vermögen!
  • Geben Sie keine Auskunft über Ihre finanziellen Verhältnisse/deponierten Wertsachen!
  • Sofort den Hörer auflegen, dann die 110 wählen! (aus dem Polizeibericht)

Als sich Sensenschmiede eine Zunft und Verfassung gaben

Der Heyenbrucher Hammer im Eschbachtal, begründet von Franz Hasenclever zu Ehringhausen im Jahre 1685. Foto: Schmidt.Um das Jahr 1600 übten Schmiede und Schleifer selbständig ihr Handwerk aus. Ihr Haupterzeugnis waren Sensen: der Mittelpunkt dieses Gewerbes war Cronenberg, wo die meisten Schmiede und Schleifer in jener Zeit wohnten. Diesem Gewerbe drohten schwere Gefahren: seine Angehörigen sahen das Gespenst der Abwanderung der blühenden Produktion, veranlasst durch die günstigere Verkehrslage und die besseren Arbeitsbedingungen in der benachbarten Mark. Diese Gefahr zu bannen, -schloss man das Sensenhandwerk in der Form einer Zunft zusammen.

In ihrem begreiflichen Bestreben, ihre Fabrikationsgeheimnisse zu hüten und den Wegzug ihres Gewerbes zu verhindern, wurden die Bewohner des Bergischen Landes von ihren Landesfürsten unterstützt. Diese sicherten in Privilegien den so genannten Handwerksbruderschaften das ausschließliche Recht der Herstellung und des Vertriebs ihrer Erzeugnisse zu.

Das oberste Werk am Clemenshammer im Besitz von August Rottsieper. Foto: Schmidt. Ein ‚Clemens aus dem Hammer‘ war dort schon um die Mitte des 16. Jahrhunderts tätig. Foto: Schmidt.Den Remscheider, Cronenberger und Lütttringhauser Schmieden und Schleifern wurde diese Gunst erst verhältnismäßig spät und auch nicht in ihrer Gesamtheit zuteil. Am 5. Juli 1600 unter der Regierung Johann Wilhelm des Ersten veröffentlichte der Minister Graf von Nesselrode die Verleihungsurkunde der Sensenschmiede, Sensen- und Stabschleifer in den Ämtern Elberfeld, Bornefeld und Beyenburg. Es hatten sich, wie es in ihrer Einleitung heißt, einige schädliche Missbräuche und sonst allerhand Unordnung eingeschlichen, wodurch „das Handwerk in einen beschwerlichen Zustand geraten und merklich verdorben war, so dass sein Untergang zu gewarten“ stand. Es wurde daher bestimmt, dass unter Handwerksgenossen von jetzt an ,,eine aufrichtige, vereinigte, gemeine Zunft, Handwerks- und Bruderschaft" sein sollte. Diejenigen. Die bei der Gründung der Zunft den beiden Handwerken angehörten, sollten in das Ambachtsbuch oder die Rolle eingetragen werden, und später konnten nur diejenigen Aufnahme finden, die als eheliche Söhne der Meister „im Handwerk geboren" waren.

Von dieser Regel sollte insofern eine Ausnahme gemacht werden, als nach § 2 der Verordnung auch sieben Kaufleute aufgenommen wurden mit der Begründung, dass sie schon lange die Handlung mit Sensen, Sichten und Schneidmessern betrieben, ihr Vermögen daran gelegt und noch in fremden Ländern stehen hatten, dass sie also im Ausfuhrgeschäft mit den Erzeugnissen der Sensenhandwerker in der Hand hielten. Doch konnte nach ihrem Ableben nur der älteste Sohn als Erbe des väterlichen Geschäfts Aufn bei den Schmieden und Schleifern dem wuchs das Sensenhandwerk offenstand.

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