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Open-Air-Kino am Hang ab 23. August

Den ersten Rasenschnitt (ein halber Meter hoch standen die Gräser; keine leichte Arbeit für die Azubis des BZI) hat die Hangwiese hinter der Gelben Villa an der Eberhardstr. Schon hinter sich. Ein zweiter muss noch folgen vor dem ersten Abend des „Open Air-Kinos am Hang“ am 23. August. Ein lauer Sommerabend, ein wunderschöner wilder Garten und eine bezaubernde alte Villa. Das macht dieses Freiluftkino hinter dem städtischen Kinder- und Jugendzentrum „Gelbe Villa“ aus. Der „Kraftstation - Freie Jugendarbeit Remscheid - Mitte e. V." organisiert dieses Kino mit Herz nun schon im 23. Jahr.“In diesem Jahr haben wir vier großartige Filme herausgesucht, die wir in bester Bildqualität auf der ganz großen Leinwand zeigen“, kündigten Stefan Flüs, Christin Pomp und Diana Mucha auf der gestrigen Pressekonferenz an. „Wir beginnen unsere Filmreihe mit dem Familienfilm: „CHAOS IM NETZ". Für unsere jungen Gäste verkürzen wir die Wartezeit ab 17 Uhr bis zum Filmbeginn mit verschiedenen thematischen Mitmachaktionen. Eine Woche später präsentieren wir mit „BOHEMIAN RHAPSODY" einen vierfachen Oscarpreisträger. Ein Muss für Träumende, Abseitsstehende und Musikliebhabende aller Generationen. In der dritten Woche, am 06. September 2019, bringen wir „100 DINGE" auf die große Leinwand und gehen damit der gesellschaftlich relevanten Frage des Konsumierens mit viel Klamauk auf den Grund. Und das Finale findet am 13. September statt. Dann heißt es passend zum Abschluss der Saison: „DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT".

Open-Air-„Kino am Hang“ im wilden Garten hinter der Gelben Villa an der Eberhardstraße. Einlass ist jeweils um 20 Uhr (Kinderfilm 18 Uhr).

Eintritt: sechs Euro / für Schüler/innen und Student/innen fünf Euro.

Open-Air-Kino an der Gelben Villa heißt gleichzeitig auch immer ein bisschen Warten auf den Sonnenuntergang. Bis dahin können sich die Kinobesucher mit traditionellem Bingo-Spiel die Zeit vertreiben. Wer dabei gewinnt, kann den Film dann in der „VIP-Lounge“ (auf einem Sofa für Zwei) bei einem Freigetränk und Popcorn erleben. Zusätzlich lassen sich die sechs Hauptamtlichen der Kraftstation zu jedem Film immer auch noch etwas anderes einfallen.

Auch in diesem Jahr soll das Filmvergnügen wieder zu einem atmosphärischen Erlebnis werden. In einer Garage neben der Villa warten 40 große Holzplanken darauf, auf dem Hang als Sitzgelegenheiten verteilt zu werden. Auch eine Reihe mit Stühlen ist wieder vorgesehen. Unterstützt wird das Team bei den Vorbereitungen (z. B. Montage der Leinwand, Beamer-Aufbau, Garten- und Hausumgestaltung,) schon seit vielen Jahren von den fünf Ehrenamtlichen. Und fachliche Hilde bei der kniffeligen Filmauswahl kommt wie gewohnt auch diesmal vom Kooperationspartner „Talflimmern" aus Wuppertal.

Ab 19 Uhr ist Einlass (beim Kinder- und Familienfilm um 17 Uhr)., der Film wird jedoch erst bei Einbruch der Dunkelheit gestartet. Dies wird voraussichtlich zwischen 21 und 21.15 Uhr der Fall sein. Die Eintrittspreise sind gleich geblieben: sechs Euro, erm. fünf Euro. Gezeigt werden die Filme bei jedem Wetter, bei Regen allerdings nicht im Freien, sondern im großen „Kaminzimmer“ des Jugendzentrums, das ebenfalls über eine große Leinwand verfügt. Und weil zu einerm Kinoabend auch etwas zum Knabbern gehört, bietet das Kino-Café u. a. frisches Popcorn, Nachos, Süßigkeiten, Chips und verschiedene Getränke zu zivilen Preisen an. Der Erlös kommt ausschließlich Remscheider Jugendlichen im Rahmen von verschiedenen Projekten zugute.

Waterbölles: Vor allem, wenn das Wetter mitspielt, ist dieses Open-Air-Kino in Remscheid immer ein besonderes Erlebnis. Wenn’s kühler werden könnte, ist es empfehlenswert, von Zuhause ein Kissen und eine Wolldecke mitzubringen. Platz am Hang ist zumeist genug. Die Kraftstation rechnet durchschnittlich mit 100 Besuchern. Bei 299 heißt es „Ausverkauft!“

Und das sind die Filme im „Kino am Hang“ 2019:

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Schulwegplanung: 125.000 Euro für Gutachter?

Tägliche Kontrollen vor Schulen rollieren lassen“, titelte der Waterbölles am 22. Juni. Um die Verkehrssicherheit vor Schulen und Kitas zu verbessern, hatten die Fraktionen und Gruppe von SPD, Bündnis 90/Die GRÜNEN und FDP den Antrag gestellt, die Verwaltung möge ein standortscharfes Konzept mit Eltern-Kind-Haltestellen vor Schulen und Kindertageseinrichtungen und/oder Elternparkplätze in unmittelbarer Nähe erstellen und die Halteverbote vor Schulen und Kitas regelmäßig und ganzjährig überwachen. Als Kompromiss wurde daraufhin  im Schulausschuss vorgeschlagen, die „täglichen Kontrollen“ nach einem rollierenden System stattfinden zu lassen.  Zur letzten Ratssitzung vor der Sommerpause ging die Verwaltung in  einer Mitteilungsvorlage noch einmal auf das Thema ein. Der Waterbölles zitiert daraus nachfolgend:

„Kinder zählen, neben Senioren, unbestritten zum schutzbedürftigsten Personenkreis im Straßenverkehr. In Remscheid gab es laut Statistik aus 2018 3.845 Grundschüler, verteilt auf insgesamt 25 Standorte. Auch wenn nach aktuellen Erkenntnissen die Unfalllage auf Schulwegen in Remscheid als unauffällig eingestuft werden kann, gefährdet  Hol- und Bringverkehr im Bereich von Grundschulen bewiesener Maßen die Sicherheit von Schulkindern. Verkehrsverstöße kommen im Zusammenhang mit Hol- und Bringverkehr auffallend häufig vor. So werden beispielsweise Schulbusse behindert, gefährliche Fahr- oder Wendemanöver vollzogen, im Halteverbot gehalten etc.

Nun reicht es aber nicht aus, die Schulwegsicherung auf einzelne Maßnahmen, wie die Schaffung von Eltern-Kind-Haltestellen zu beschränken. Die Schulwegsicherung oder -planung umfasst auch nicht nur die klassische Erstellung von Schulwegen, sondern muss umfassend die spezifischen Probleme des jeweiligen Schülerverkehrs aufgreifen. Im Kontext sind dies, neben den bereits genannten, z.B. auch:

  • Fahrrad-Nutzung (gegebenenfalls auch an Grundschulen),
  • Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV),
  • Bewegungsförderung
  • Sonstiges (zum Beispiel Notinseln, das sind Fluchtpunkte für Kinder, die Hilfe brauchen).

Ziel sollte also mittel- und langfristig daher nicht allein die Schaffung von Hol- und Bringzonen sein, sondern die nachhaltige Änderung des Mobilitätsverhaltens von Kindern hin zu einer selbstständigen Teilnahme am Straßenverkehr. Die eigenständige Bewältigung des Schulweges zu Fuß hat eine Reihe von positiven Effekten auf die kindliche Entwicklung. Dazu zählen eine höhere Konzentrationsfähigkeit im Unterricht, eine gesteigerte körperliche Fitness, der Abbau von Übergewicht sowie – bei gemeinsamer Bewältigung des Schulwegs mit anderen Kindern – die Verbesserung des Sozialverhaltens. Außerdem entwickeln Kinder dadurch frühzeitiger ein Bewusstsein für Gefahrensituationen im Straßenverkehr und werden in die Lage versetzt, ein räumliches Bild („geistige Landkarte“) des eigenen Stadtteils bzw. des eigenen Schulwegs zu entwerfen.

Die Zuständigkeit für die Schulwegsicherung ist in NRW per Erlass (Schulwegsicherung und Beförderung von Schülerinnen und Schülern gem. RdErl. d. Ministeriums für Stadtentwicklung und Verkehr, d. Kultusministeriums u. d. Innenministeriums  v. 18.8.1994) – anders als in manchen anderen Bundesländern - nicht eindeutig geregelt. Hier heißt es lediglich: „Die Sicherheit von Schülerinnen und Schülern auf ihrem täglichen Weg von und zur Schule zu erhöhen, gehört mit zu den wichtigsten Zielen der Verkehrspolitik. Die Zahl der Kinder, die auf dem Schulweg verunglücken, ist immer noch zu hoch. Durch konsequente Nutzung von verkehrsregelnden und baulichen Möglichkeiten kann das Gefährdungspotential für die Kinder erheblich vermindert werden. Beispielhaft sind die Einbeziehung von Schulen in Tempo 30-Zonen oder verkehrsberuhigte Bereiche, Maßnahmen zur Geschwindigkeitsdämpfung, Hilfen zum Überqueren der Fahrbahn und ein sicheres Radverkehrsnetz zu nennen. Daneben sind Schulwegpläne, die Einrichtung von Schüler- oder Elternlotsendiensten und die Beförderung mit dem Schulbus weitere geeignete Mittel.
Es wird empfohlen, von diesen Maßnahmen auf der Grundlage von Orientierungshilfen für die Schulwegsicherung, die beim Verkehrsministerium angefordert werden können, Gebrauch zu machen.

Im Leitfaden für die Erstellung von Schulwegen, herausgegeben von der Bundesanstalt für Straßenwesen, heißt es: „Ein guter Schulwegplan wird idealerweise in Zusammenarbeit von Schule, Kommune, Polizei und Eltern beziehungsweise Schülern erstellt.“  Häufig geht die Initiative hierbei von den Schulen/Schulleitungen aus. Darüber hinaus wird im Leitfaden folgende Vorgehensweise (pro Schulstandort) bei der Schulwegplanung empfohlen:

1. Startphase

  • Gründung einer Arbeitsgruppe mit geeigneten Projektpartnern
  • Zielvereinbarung, Festlegung einzelner Arbeitsschritte, Aufgabenverteilung

2. Bestandsaufnahme und Analysen

  • Eltern- /Schülerbefragung und Auswertung
  • Unfallanalysen
  • Schulwegbegehung, Überprüfung auf Defizite
  • Erarbeitung von Routenempfehlungen

3. Umsetzung

  • Planerstellung und Verarbeitung

4. Wirkungskontrolle

  • Eine empirische und umfangreiche Herangehensweise an das Thema Schulwegsicherung ist unerlässlich, um den gewünschten Erfolg auf ganzer Linie zu erzielen, die Gefahren für Schulkinder/Kindergartenkinder – auch dauerhaft – weitestgehend auszuschließen und sog. fehlerverzeihende Verkehrssituationen herbeizuführen. Mit einzelnen, punktuellen Maßnahmen ist dieses Ziel nicht zu erreichen. 

Vor dem Hintergrund der vielfältigen Aufgaben der Verkehrsbehörde kann dieses komplexe Themengebiet mit den vorhandenen Ressourcen nicht in der gewünschten Intensität bearbeitet werden. Es wird daher angeregt, die Inanspruchnahme der Dienste eines entsprechenden Ingenieurbüros zu prüfen.  Eine unverbindliche Voranfrage bei einem solchen Fachbüro hat ergeben, dass die Kosten für eine solche Inanspruchnahme bei aktuell ca. 5.000 € pro Schulstandort liegen würden."

Waterbölles: Bei Aufträgen für 25 Schulstandorten würde das Gutachterkosten von insgesamt 125.000 Euro bedeuten.

Feuerwehr bekämpfte drei Brände zeitgleich

Gestern gegen 14.40 Uhr wurde Feuerwehr Remscheid alarmiert, dass es unterhalb des Tennisclubs an der Hägener Straße in einem Wald brenne. Der erste Zugang zur Einsatzstelle gestaltete sich schwierig. Letztendlich gelang dies über einen Forstweg von der Haddenbacher Straße aus. Vor Ort brannten Laub und Gehölz an mehreren Stellen auf einer Fläche von insgesamt circa 400 Quadratmetern. Die Besatzungen von zwei Tanklöschfahrzeugen der Berufsfeuerwehr begannen umgehend, die Flammen zu löschen. Die freiwillige Feuerwehr Nord stellte die Wasserversorgung sicher durch einen Pendelverkehr mit einem Tanklöschfahrzeug. Im weiteren Einsatzverlauf wurde vom Steinberg aus eine Wasserförderstrecke durch den Wald bis zu den Einsatzfahrzeugen gelegt. Insgesamt wurden drei C-Rohre und vier D-Rohre eingesetzt. Nach etwa zweieinhalb Stunden waren alle Glutnester gelöscht. Die Feuerwehr Remscheid war mit 25 Einsatzkräften und sieben Fahrzeugen vor Ort.

Zeitgleich kam es im Bereich Obergarschagen zu einem Brand auf einem Stoppelfeld von ungefähr 100 Quadratmetern. Den konnte die Löscheinheit Lennep schnell unter Kontrolle bringen. Des Weiteren kam es zu einem Papierkorbrand an der Sensburger Straße; der wurde von Löscheinheit Morsbach gelöscht. (aus dem Bericht der Feuerwehr)

Drei-Gänge Menü im Café für Wohnungsnotfälle

Fotos: Foodsharing.von Ute Rüenaufer

Am vergangenen Sonntagfand zum zweiten Mal die gemeinsame Kochaktion von „Foodsharing“, Kai Paulus von der “ Villa Paulus“ und Besucher*innen des Tagescafés  des Caritasverband Remscheid e.V. Schüttendelle 40a, statt. Die Idee zu dieser Aktion hatte Miriam Starke von „Foodsharing“; die Premiere war im März. Und auch diesmal bereiteten alle zusammen unter Anleitung von Kai Paulus aus „geretteten“ Lebensmitteln von „Foodsharing“ ein schmackhaftes Drei-Gänge Menu zu. Es gab Zucchinisuppe, Kartoffelgratin mit Putengeschnetzeltem mit Paprika und Mango, sowie Mousse au chocolat mit Obstsalat und Zitronencreme – wem läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen!

Übrigens: Wer Lebensmittel vor der Vernichtung retten will, kann sich unter www.foodsharing.de informieren oder Kontakt zu Miriam Starke, Tel. 0175 6776918 aufnehmen.
Wer Lebensmittel für das Café der Caritas (für wohnungslose Menschen) spenden möchte, kann diese in der Schüttendelle 40a abgeben oder Kontakt zu Ute Schlichting, Tel. RS 929606 aufnehmen.

Feuerwehr vermisste einen Rettungswagen

So lautet der Bericht der Feuerwehr Remscheid: "In der Nacht vom 9. auf den 10. Juli wurde der Rettungsdienst der Feuerwehr Remscheid mit einem RTW gegen 23.55 Uhr zu einem Einsatz in die Burger Straße gerufen, um einen Patienten von einem Altenwohnheim ins Sana-Klinikum zu transportieren. Als die Einsatzkräfte gegen ca. 0.30 Uhr zu ihrem Fahrzeug zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Rettungswagen entwendet worden war. Eine sofortige Meldung an die Polizei über die Leitstelle der Feuerwehr Remscheid leitete eine Großfahndung ein. Als die Feuerwehr das Fahrzeug orten konnte, befand sich dieses bereits auf der Autobahn in Richtung Köln, wo es durch die Autobahnpolizei kurze Zeit später auf der A3 nahe der Ausfahrt Königsforst festgesetzt werden konnte. Der entwendete RTW konnte durch die Besatzung bei der Polizei abgeholt und nach einer gründlichen Überprüfung aller Rettungsmittel am Morgen wieder in Dienst genommen werden."

Was die Feuerwehr nicht mitteilt, die Leser/innen aber sicher interessieren würde: Wer hat den Wagen denn geklaut?? Die Nachfrage des Waterbölles läuft.

  • 10.55 Uhr: Auskunft der Polizei Wuppertal: Die Kölner Kollegen seien zuständig.
  • 10.57 Uhr: Auskunft der Polizei Köln; Man kläre mit Wuppertal ab, wer zuständig sei. Ich werde um 12.15 Uhr noch mal nachfragen.
  • Am Steuer des Wagens soll ein 40 Jahre alter Mann gesessen haben, alkoholisiert und ohne Führerschein, der von eben diesem Krankenwagen zuvor ins Sana-Klinikum gebracht worden sei, will die Bergische Morgenpost erfahren gebracht haben. Eine offizielle Pressemitteilung der Polizei gibt es zur Stunde, 12.16 Uhr, noch nicht. Die werde jetzt von Wuppertal geschrieben, teilt die Polizei Köln mit. Die Feuerwehr Remscheid hat um 12.20 Uhr einen Rückruf zugesagt.

12.23 Uhr, die Pressemitteilung der Polizei Wuppertal ist im Netz: "In der vergangenen Nacht (10.07.2019, 00:30 Uhr), entwendete ein zunächst unbekannter Dieb auf der Burger Straße in Remscheid einen Rettungswagen. Als die Rettungsdienst-Mitarbeiter eine Person in ein Seniorenheim begleiteten, nutzte der Mann seine Chance und fuhr mit dem Fahrzeug weg. Eine Ortung ergab einen Standort in Köln. Dort konnten Kölner Polizisten, auch mit Hilfe eines Hubschraubers, einen 40-Jährigen antreffen, der für den Diebstahl des Fahrzeugs verantwortlich ist. Da der polizeibekannte Mann unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol stand, musste er eine Blutprobe abgeben. Ihn erwarten eine Strafanzeige und die Fragen der Kriminalpolizei. Der Rettungswagen befindet sich inzwischen wieder im Dienst der Remscheider Feuerwehr."

13.30 Uhr: Und das hier ist nun – nach einem erneuten Telefongespräch mit der Feuerwehr – die (hoffentlich) ultimative Version des bisher noch fehlenden Verlaufs des Geschehens: Zwei Stunden vor dem Diebstahl des Rettungswagens hatte die Feuerwehr den 40-Jährigen vom Hauptbahnhof zum Sana-Klinikum gebracht. Zum Zeitpunkt des späteren Einsatz des Rettungswagens an gleicher Stelle (da musste eine Bewohnerin des benachbarten Altenheims ins Krankenhaus gebracht werden) war der Mann gerade entlassen worden. Ihm kam dann offenbar die spontane Idee, den Wagen für die Fahrt nach Hause zu benutzen.

Wie das neue Lichtkonzept die Innenstadt verändern soll

Lebendiger durch dynamisch steuerbare Beleuchtung“, titelte der Waterbölles am 21. Juni zum neuen Beleuchtungskonzept für die Remscheider Innenstadt. Es beschreibt auf 112 Seiten, wie künftig für rund 3,2 Millionen Euro Straßen, historische/stadtprägende Gebäude, Plätze und Parks besser in Szene gesetzt werden sollen. Optisch hervorgehoben durch eine durch ruhige, abgestimmte und elegante Beleuchtung, wie Dipl.-Ing Olga Westermann, Landschafts- und Freiraumplanerin beim  Lichtplanungsbüro „Studio Dynamisches Licht“ (Studio DL) in Hildesheim, damals den Mitgliedern der Bezirksvertretung Alt-Remscheid erläuterte.

Weil die Fraktion der Grünen weiteren Beratungsbedarf anmeldete, wurde das Beleuchtungskonzept Ratssitzung am 4. Juli auf September vertagt. Den Förderantrag an das Land, der bis Ende September angegeben werden muss, kann die Stadtverwaltung bis dahin aber schon vorbereiten. Auf diesen Kompromissvorschlag von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz verständigte man sich in der Ratssitzung nach längerer hartnäckiger Diskussion, bei der es u.a. um die Frage ging, mit welcher Stromart („Öko“?) die neuen Straßenlampen betrieben werden sollen. In der BV hatte Beatrice Schlieper von den Grünen nach einer möglichen Lichtverschmutzung durch die ihrer Meinung nach dann heller ausgeleuchtete Alleestraße gefragt.

Olga Westermann hatte für die Fußgängerzone eine Lichtinszenierung empfohlen, ebenso für die stadtprägenden Gebäude. Gegenwärtig sei die Stadtsilhouette bei Nacht kaum noch erkennbar. Wie überhaupt die Stadt Remscheid nicht gerade überbeleuchtet sei. Das neue Beleuchtungskonzept sieht als „Beitrag zur Wiederbelebung der Innenstadt“ vor, dass die oberen Partien besonders angestrahlter Gebäude und Türme kühler, die unteren Partien dagegen wärmer inszeniert werden zwecks besserer Kontrastbildung.

Beleuchtungskonzepte und Lichtmasterpläne leisten einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Entwicklung des öffentlichen Raumes und erhöhen die Lebensqualität in den Städten. Der Lichtmasterplan für die Remscheider Innenstadt „soll der Stadtplanung als Werkzeug für mindestens die kommenden 15 Jahre dienen“, heißt es in dessen Vorwort . „Bei der konventionellen Stadtbeleuchtung sind die Verkehrssicherheit und die normgerechte Straßenbeleuchtung sowie betriebswirtschaftliche Aspekte, aber auch gestalterische Elemente von Relevanz. Beim Leuchtendesign sind Ästhetik und Kapitalaufwand abzuwägen, beim Einsatz der Leuchtmittel stehen Lichtfarbe, Anschlussleistung und Nachhaltigkeit im Vordergrund. Mit dem zunehmenden Einsatz der LED-Technologie haben sich die Anforderungen um ein Vielfaches erweitert: Lichtmanagement, Lichtszenarien, geänderte Betriebskosten sowie Wartungsarten und -intervalle haben sich stark verändert. Zudem hat die Informationstechnologie Einzug in den Alltag von Betreibern kommunaler Beleuchtungsanlagen gehalten.“

Mit den Vorteilen der neuen Technologien habe sich jedoch das nächtliche Stadtbild nicht nur zum Positiven verbessert. Durch die direkte Lichtlenkung der LED-Straßenbeleuchtung, die lediglich auf die Fahrbahnbeleuchtung ausgerichtet wurde, trete der Stadtraum als solcher in den Hintergrund. „Die zuvor unabsichtlich erhellten vertikal begrenzenden Fassaden des Stadtraumes, die in höchstem Maße der Orientierung dienen, verschwinden dadurch fast komplett in der Dunkelheit. Das hat höchst negative Auswirkungen auf den nächtlichen Stadtraum. Gleiches gilt auch für andere Aspekte der Stadtbeleuchtung, wie z.B. bunte Fassaden- und Werbebeleuchtungen, Werbe- und Fremdlicht. Sinn und Zweck des Lichtmasterplanes ist die Akzentuierung der stadtbildprägenden Bauwerke und Objekte, wie z.B. des Rathauses, der Stadtkirche sowie der Gebäude, die eine wichtige Rolle für die Stadtsilhouette spielen und die Herausarbeitung der übrigen bedeutsamen Stadträume mit Licht.“ Neben den stadtgestalterischen Aspekten seien die Neuordnung und die Optimierung des Leuchteneinsatzes und die damit verbundenen ökonomischen und ökologischen Zielsetzungen weitere wichtige Bestandteile des Lichtmasterplans. Alle diese Maßnahmen sollen nicht nur zu mehr Qualität im öffentlichen Raum in den Abendstunden führen, sondern auch einen entscheidenden Beitrag zur Steigerung des Sicherheitsgefühls der Einwohner leisten, so das neue Konzept. ((im Bild Lichtbeispiele aus Westermanns Vortrag)

Auch Tag des Denkmals 2019 mit Feilenfabrik Ehlis

Beim bundesweiten „Tag des Denkmals“ am Sonntag, 9. September 2018, besuchten rund 1500 Remscheider/innen die ehemalige Feilenfabrik Ehlis im Eschbachtal und waren beeindruckt, was der am 10. Oktober 2016 gegründet "Förderverein zur Erhaltung der Feilenfabrik in Schlepenpohl e.V." seitdem schon alles getan, um aus dem historischen Gebäudekomplex ein zu machen. Dr. Angela Koch (4. v. li.) und Renate Falkenberg von der Remscheider Denkmalschutzbehörde begleiten die Mühlheimer Unternehmer (Hatec GmbH) Thomas Abbas (links im Bild), Volker Haag und Walter Pricken (3. von links) bei ihren ehrgeizigen Plan, seit sie das Anwesen gekauft hatte. Gemeinsam präsentierten sie gestern zusammen mit Architekt Detlef Juergens aus Hemer und Stadtführer Klaus R. Schmidt (2. von rechts) einigen Mitgliedern des städtischen Bauausschusses das neue Shed-Dach über der alten Fabrik. Deren Innenwände wurden von alten Farbresten (von Drehaufnahmen zu einem Kinofilm) befreit, alte Maschinen wieder zum Laufen gebracht. Die für die Restaurierung der Fabrik aufgebrachte Summe ist inzwischen sechsstellig.

Manches landete aber auch auf dem Schrott. Denn der verstorbene Feilenfabrikant Ernst Ehlis hatte „alles, aber auch alles aufgehoben“, wie Thomas Abbas erzählte, der Vorsitzende des Fördervereins. Die unzähligen Feilen, von einer Filmcrew leider völlig durcheinandergewürfelt, habe man jedoch aufgehoben: „Sie lagern heute tonnenweise auf unseren Fabrikgelände in Mühlheim“.

Ein Industriemuseum mit regelmäßigen Führungen, etwa für Schulklassen, soll aus dem Industriedenkmal nicht werden. Aber „für ernsthaft interessierte Gruppen“ werde der historische Teil des Gebäudes mit den funktionstüchtigen Maschinen auf Anfrage doch geöffnet werden. In eine andere, von alten Maschinen weitgehend befreiten Halle sollen künftig Privatleute, Firmen und Vereine zu Veranstaltungen und Feiern einladen können. In der ehemaligen Packstube sollen künftig Lesungen und Konzerte möglich sein. Und ein dritter Teil ist für Künstler reserviert. All dies lässt sich nicht von heute auf morgen realisieren. Denn darauf hat nicht nur die örtliche Denkmalschutzbehörde, sondern auch die Bauaufsicht (wegen des Brandschutzes) ein waches Auge. Gleichwohl geht es weiter voran. Davon werden sich Besucher des „Tag des Denkmals“ im September überzeugen können. Da macht der "Förderverein zur Erhaltung der Feilenfabrik in Schlepenpohl e.V." wieder mit.

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Es kommt auf zur Verfügung stehende Haushaltsmittel an

220 Dateien mit vielen Zahlen für ruhige Tage“, war im Waterbölles am 2. Mai eine Glosse überschrieben, die sich mit einer Anfrage der CDU-Fraktion zum öffentlichen Sanierungsstau in Remscheid beschäftigte. Die Stadt hatte diese Anfrage mit zip-Dateien beantwortet, die insgesamt ca. 220 Dateien und einer Fülle von Zahlen zu städtischen Schulgebäuden auf mehreren hundert Seiten enthielten.  In der letzten Sportausschuss vor der Sommerpause folgte nun die Beantwortung der Verwaltung Fragen der CDU zu den Sportstätten.

Frage: Verfügt die Stadt Remscheid inzwischen über ein Konzept zum Abbau des horrenden Sanierungsstaus bei unseren Sportstätten? Wenn nein: Warum nicht? Wie gedenkt die Stadt, den Sanierungssau ohne ein schlüssiges Konzept abzubauen? Wenn ja: Wie sieht dieses aus?
Antwort: Das Gebäudemanagement ist aufgrund der vorhandenen Gebäudezustandserhebungen in der Lage innerhalb kürzester Zeit ein Maßnahmenprogramm im Rahmen von gesetzten  Sanierungsschwerpunkten zu erstellen. Hierin würde anhand der baulich- technischen Notwendigkeiten eine Priorisierung der Einzelmaßnahmen vorgenommen. Alle benötigten Basisdaten sind vorhanden und werden fortgeschrieben. Derzeit macht es aufgrund der laufenden Förderprogramme im Bereich Schule keinen Sinn explizit ein Maßnahmenprogramm für einen Zeitraum von 5 oder mehr Jahren zu erstellen. Hier fehlen derzeit sowohl die finanziellen Mittel, das notwendige Personal und teilweise auch die Handwerkerkapazitäten zur Umsetzung eines solchen Maßnahmenprogrammes.
Wie bereits in verschiedenen Drucksachen dargestellt werden alle Sport- und Turnhallen der Stadt Remscheid in Funktion gehalten. Hierbei wird maßgeblich auf die bauliche und technische Sicherheit der Gebäude und auch auf die Einhaltung der geltenden Hygienevorschriften geachtet.

Frage: Mit welchen konkreten Maßnahmen soll der Sanierungssau abgebaut werden? 
Antwort: Angesichts des landesweit festgestellten Sanierungsstaus bei Sportstätten in einer Größenordnung von fast 2,.2 Milliarden € sind zusätzliche finanzielle Unterstützung durch Land und Bund dringend geboten. In Frage kommen
Erhöhung der Sportpauschale durch das Land NRW
Öffnung der Landesförderung „Moderne Sportstätte 2022“ für kommunale Sportstätten bei Erhöhung des Fördervolumens.
Neuauflage des Bundesprogramms zur Sanierung von kommunalen (Frei-)Bädern.
Beispielhaft muss hier nochmal auf den nicht erfolgreichen Förderantrag für das Freibad Eschbachtal eingegangen werden. Die notwendige Gesamtinvestition liegt nach Expertenschätzung bei rund 10 Millionen € um das Bad auf Jahrzehnte zukunftstfähig zu machen. Die Fördersystematik ließ jedoch nur eine Beantragung bis ca. 4 Millionen zu. Selbst bei einer erfolgreichen Förderzusage wäre somit nur eine Teilsanierung in Betracht gekommen, die im Regelfall noch hohe Zusatzkosten auslösen würde.

Frage: Wie sieht der konkrete Zeitplan zum Abbau aus? (Bitte um Vorlage eines Zeitstrahls mit Nennung der einzelnen Schritte und der damit verbundenen Kosten)
Antwort: Zum jetzigen Zeitpunkt macht die Vorlage eines konkreten Zeitplanes keinen Sinn, da weder die notwendigen Finanzmittel noch die Planungs- geschweige denn die Umsetzungskapazitäten vorhanden sind.  Aus diesem Grund bezieht sich die aktuelle Arbeits- und Maßnahmenplanung des Gebäudemanagements, unter Einbeziehung des Fachdienstes Sport und Freizeit, jeweils auf die Umsetzung zwingend notwendiger Sanierungsmaßnahmen wie z. B. die Sanierung der elektrischen Anlage in der Sporthalle West, die Sanierung der Duschen in der Sporthalle Hackenberg oder die Umsetzung von Maßnahmen für die eine Förderung gewährt werden kann wie z. B. die energetische Sanierung der Turnhalle Hasenberg.

Frage: Wird der Sanierungsstau aus Sicht der Verwaltung in Zukunft sinken, gleich bleiben oder steigen?
Antwort: Der Fachdienst Sport und Freizeit hat in den vergangenen Jahren mit großer Eigeninitiative in Eigenleistung versucht, die Sportstätten in Remscheid betriebsbereit zu halten, nach Möglichkeit zu modernisieren bzw. Substanzerhalt betrieben. Gleiches gilt für den Bereich der Sporthallen bzw. die Gebäude in denen sich Turnhallen befinden, welcher vom Gebäudemanagement verantwortet wird. Beispielhaft sind hier die umfangreichen Maßnahmen in Reinshagen zu nennen, um die Anlage aufzuwerten (Fliesen- und Anstricharbeiten), Geländegestaltung.
Wie bereits mehrfach thematisiert ist dieser Eigeninitiative auch zu verdanken, dass Kunstrasenplätze in Remscheid eine Haltbarkeit von rund 18 Jahren aufweisen, während in der Fachwelt von maximal zwölf bis 15 Jahren ausgegangen wird. Diese Maßnahmen sind immer in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln zu sehen

Vor 80 Jahren: Remscheider auf Gestapo-Liste

Adolf Benscheid. Foto: Historisches Zentrum Remscheid.von Armin Breidenbach

Im Juni 1939, also vor 80 Jahren, wurde von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) eine als „Geheim!“ eingestufte Übersicht mit dem Titel „Erfassung führender Männer der Systemzeit“ erstellt. Erfasst wurden damals, so Winfried Meyer, „insgesamt 533 Repräsentanten von Politik, Kultur, Wissenschaft und Publizistik der Weimarer Republik wie Siegmund Freund und Albert Einstein, Otto Dix und George Grosz, Bertolt Brecht und Erwin Piscator und natürlich Heinrich, Thomas und Klaus Mann.“ Von diesen 533 Personen befanden sich damals aber bereits mehr als ein Drittel (204) im Ausland, darunter auch 92 Sozialdemokraten und Kommunisten.

Zur Gruppe der gelisteten „Marxisten und Kommunisten“ gehörte – vermutlich als einziger Remscheider – auch der ehemalige Funktionär der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), Adolf Benscheid. Nach der „Erfassung führender Männer der Systemzeit“ war Benscheid vor 1933 für die KPD Mitglied des Preußischen Landtags und in Remscheid Stadtverordneter und außerdem Redakteur der „Roten Hilfe“. Für die Zeit nach 1933 hieß es darin knapp: „Betätigt sich heute als Heimarbeiter und wohnt in Remscheid.“

Diese spärlichen Angaben zu Benscheid sind jedoch teilweise falsch: So wurde dieser nicht 1898 in Remscheid geboren (wie der Übersicht zu entnehmen ist), sondern bereits 1888. Auch war er nicht „Redakteur der Roten Hilfe“, sondern der Remscheider KPD-Tageszeitung „Bergische Volksstimme“.

Überhaupt scheinen die Kenntnisse der Gestapo über Adolf Benscheid recht gering gewesen zu sein, wie die „Erfassung führender Männer der Systemzeit“ vermuten lässt. Während die Gestapo über etwa 500 Remscheider Bürgerinnen und Bürger Personenakten anlegte, scheint dies bei Benscheid nicht der Fall gewesen zu sein, jedenfalls ist keine Gestapo-Akte über ihn beim Landesarchiv NRW in Duisburg archiviert.

Mittlerweile stehen jedoch noch andere Quellen zur Verfügung, die das Verfolgungsschicksals des Remscheider Kommunisten aufzeigen. Im Historischen Zentrum Remscheid ist beispielsweise eine Wiedergutmachungsakte für Adolf Benscheid archiviert, der zufolge er aus politischen Gründen bereits im November 1933 für etwa eine Woche im Remscheider Polizeigefängnis an der Uhlandstraße in „Schutzhaft“ war. Anschließend war er noch bis zum 20. Dezember 1933 im Polizeigefängnis Wuppertal-Barmen, Bachstraße, in „Schutzhaft“.

Einige Wochen nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurden im gesamten Deutschen Reich Tausende von Männern und Frauen festgenommen, die während der Weimarer Republik als Parlamentarier, Partei- und Gewerkschaftsfunktionäre aktiv waren und von den Nationalsozialisten immer noch als gefährlich betrachtet wurden. Auch Adolf Benscheid gehörte dazu. Wie unter anderem das 2018 wiederaufgetauchte Aufnahmebuch des Polizeigefängnisses Remscheid von 1944/45 belegt, wurde Benscheid am 22. August 1944 festgenommen und zunächst für sieben Tage ins Polizeigefängnis an der Uhlandstraße eingeliefert. Anschließend wurde er von dort in das Polizeigefängnis Wuppertal und später - wahrscheinlich zusammen mit dem ehemaligen, 1899 in Remscheid geborenen Wermelskirchener KPD-Funktionär Ernst Fastenrath - in das KZ Flossenbürg überstellt, wo beide am 6. November 1944 als „reichsdeutsche Schutzhäftlinge“ registriert wurden. Benscheid erhielt die Häftlingsnummer 32441, Fastenrath die Häftlingsnummer 32446.

Alois Staller aus Merten, Kreis Bonn, ebenfalls Häftling im KZ Flossenbürg, gab 1949 folgende eidesstattliche Versicherung ab (Rechtschreibfehler im folgenden Text wurden vom Autor nicht korrigiert!): „[…] Adolf Benscheid […] war in den Jahren 1944 und 1945 mit mir im Konzentrationslager Flossenburg inhaftiert. […] In Folge der ungünstigen Lage des K.L. Flossenburg (im Hochgebirge der bayrischen Oberpfalz nahezu 1500 m über dem Meeresspiegel) bei grimmiger Kälte im Winter 1944/45, schwerster körperlicher Arbeit, vollkommen ungenügender und schlechter Ernährung, menschenunwürdigen, unhygienischen Zuständen, erkrankte Benscheid und lag wochenlang im sogenannten Krankenbau. Eine schwere Ruhr und eingetretene Herzschwäche wurde dort festgestellt. Nach seiner Entlassung aus dem Revier habe ich mich als Kamerad seiner ganz besonders angenommen und dafür Sorge getragen, dass er so weit wie möglich von schwerster Arbeit verschont blieb. Aus diesem Grunde veranlasste ich seine Überführung nach Block IV, woselbst ich als Blockältester war. Hier wurde er die ersten Wochen verborgen, sodass er die Möglichkeit hatte, sich soweit das im KL überhaupt möglich war zu erholen. Benscheid gehörte der im Lager vorhandenen illegalen Gruppe politischer Häftlinge an und fand hierdurch weitere Unterstützung. Diese Gruppe brachte es auch zuwege, dass er später als Vorarbeiter der Verwaltungswerkstättenarbeiter eingesetzt wurde. […] Benscheid wäre ausser jedem Zweifel schon in Flossenburg zu Grunde gegangen, wenn ihm nicht seine Kameradschaftlichkeit und vor allem seine politische Vergangenheit die Hilfe der Kameraden gesichert hätte. […]“

Als Anfang April 1945 die Auflösung des KZ Flossenbürg und seiner Außenlager begann, gehörte auch Adolf Benscheid zu denjenigen, die in Richtung Dachau in Marsch gesetzt wurden. Seiner Wiedergutmachungsakte zufolge war er ab 11. April 1945 im KZ Dachau in „Schutzhaft“. Aus diesem KZ wurde er am 29. April 1945 von amerikanischen Truppen befreit.

Gesundheitlich durch die Haft im KZ schwer geschädigt, kehrte Adolf Benscheid im Sommer 1945 nach Remscheid zurück, wo er zunächst wieder Mitglied der KPD wurde und eine kleine Fabrik eröffnete. Der ehemaliger Remscheider KPD-Reichstagsabgeordnete Otto Weber, im „Dritten Reich“ ebenfalls aus politischen Gründen verfolgt, versicherte 1949 an Eides statt: „Ich sah Benscheid zum ersten Male wieder, als er im Juni 1945 nach der Befreiung durch die Amerikaner zurückkehrte. Zu einem Skelett abgemagert, völlig entkräftet, war er wochenlang nicht im Stande seine Wohnung zu verlassen. Sein Zustand war die Folge übermenschlicher Anstrengungen und monatelangem Hungern.“

Bei der Gemeindewahl in Remscheid vom 13. Oktober 1946 kandidierte Benscheid für die KPD, wurde jedoch nicht gewählt. Später wurde er aus der KPD ausgeschlossen. Adolf Benscheid, der ab 1950 1. Vorsitzender des Bundes der Verfolgten des Naziregimes in Remscheid war, starb dort am 26. Oktober 1961.   

Quellen:
Historisches Zentrum Remscheid: verschiedene Bestände
Meyer, Winfried: Aktion „Gewitter“. Menschenopfer für Macht und Mythos der Gestapo, in: Dachauer Hefte. Studien und Dokumente zur Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, Jg. 2005, S. 3 - 20
Weber, Hermann und Herbst, Andreas: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, 2. Aufl., Berlin 2008

Remscheider wird Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte

Dr. Helge Heidemeyer. Abteilungsleiter Bildung und Forschung bei dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen in Berlin, wird Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen. Eine spannende Aufgabe für den gebürtigen Remscheider, dessen Verbindungen zu seiner Heimatstadt nach wie vor bestehen: „Mein Vater lebt noch dort, und meine enge Bindung an die Freunde der Jungenschaft Hohenstaufen im Deutschen Pfadfinderbund ist ebenfalls über die Jahre erhalten geblieben.“

Der studierte Historiker werde sein neues Amt als Direktor der Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen im Herbst antreten, teilte der Stiftungsrat mit, nachdem er Dr. Helge Heidemeyer eiunstimmig gewählt hatte. Der Vorsitzende des Stiftungsrates, der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke), freute sich über  Heidemeyers Wahl. Mit ihm gewinne die Stiftung eine Persönlichkeit, die sich auf Gedenkstättenarbeit ebenso verstehe wie auf die wissenschaftliche Aufarbeitung des SED-Regimes. Mit Heidemeyer werde in der Gedenkstätte die inhaltliche Entwicklung und der notwendige Kulturwandel gelingen. Und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach von einer „sehr guten Entscheidung“. Heidemeyer stehe für ein Führungsverständnis, „das den besonders hohen Ansprüchen einer Gedenkeinrichtung entspricht, die sich der Bekämpfung des Unrechts und der Wahrung der Menschenrechte verpflichtet sieht“.

Helge Heidemeyer wurde 1963 in Remscheid geboren. E studierte nach der Schulzeit in Passau und München Neuere und Mittlere Geschichte, Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften. Von 2003 bis 2005 war er (erster) wissenschaftlicher Leiter die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde, die er mit aufgebaut hatte. Bis 2012 war er Mitglied der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien.

Wochenrückblick vom 1. bis 7. Juli 2019