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Wochenrückblick vom 3. bis 9. Januar 2022

Sternsinger sammeln für Gesundheitsversorgung in Afrika

Foto: privat.Auch in diesem Jahr nehmen Remscheider Mädchen und Jungen – wenngleich coronabedingt mit angepassten und kreativen Aktionsformen – an der Sternsinger-Aktion der katholischen Kirche unter dem Leitmotiv "Segen bringen, Segen sein" teil. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz emnpfing gesternMittag eine fünfköpfige Sternsinger-Gruppe der katholischen Pfarrei St. Suitbertus unter der Leitung von Marion Kurp und nahm  auf der Eingangstreppe des Rathauses die traditionelle Segensbitte „20 C+M+B 22“  („Christus mansionem benedicat“ – Christus segne dieses Haus) entgegen.

Die Gesundheitsversorgung von Kindern in Afrika steht in diesem Jahr ium Fokus der Aktion „Dreikönigssingen“. In Afrika südlich der Sahara schlafen mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Kinder unter einem imprägnierten Moskitonetz. Dadurch gingen die Malaria-Todesfälle stark zurück. Doch trotz dieser ermutigenden Entwicklungen ist die Kindergesundheit vor allem in den Ländern des Globalen Südens stark gefährdet. Das liegt an schwachen Gesundheitssystemen und fehlender sozialer Sicherung. Bis heute hat die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung. Vor allem in Afrika sterben täglich Babys und Kleinkinder an Mangelernährung, Durchfall, Lungenentzündung, Malaria und anderen Krankheiten, die man vermeiden oder behandeln könnte

Leider muss auch 2022 wieder auf persönliche Hausbesuche verzichtet werden. Das Infektionsrisiko, dem sich Kinder, Begleiterinnen und die Besuchten aussetzen würden, ist einfach zu groß. Dasa gilt auch für die Kirchengemeinde Sankt Suitbertus. Nach der äußerst positiven Resonanz der Sternsingeraktion 2021, auf der bereits aus gleichen Gründen neue Wege gegangen worden waren, haben sich die Verantwortlichen dazu entschieden, den Segen wie im Vorjahr in Briefen an die Gemeindemitglieder zu verteilen. Deshalb werden alle Haushalte, die sonst immer persönlich besucht werden, in der ersten Januarwoche in ihrem Briefkasten einen Umschlag mit einem gesegneten Aufkleber-Aufschrift ‚20*C+M+B+22‘ finden.

Die Verantwortlichen hoffen auf viel Verständnis und sind sehr zuversichtlich, dass die Sternsinger-Projekte auch in diesem Jahr wieder mit großzügigen Spenden unterstützt werden. Spenden können auf das Konto der Katholischen Kirchengemeinde Sankt Suitbertus überwiesen werden (IBAN: DE33 3405 0000 0000 0047 62, Verwendungszweck: Sternsinger). Spendenquittungen werden auf Wunsch vom Pfarrbüro (Papenberger Straße 14b, Telefon: 02191-24773, Mail: pfarrbuero(at)suitbertus-remscheid.de) ausgestellt. Ferner kann auch online auf das Sternsinger-Konto von Sankt Suitbertus gespendet werden – über folgenden Link https://spenden.sternsinger.de/v_tddqh0. (Marion Kurp)

Brand in Garagenhofanlage

Heute Abend ging gegen 18.13 Uhr die Meldung über einen Brand in einer Garagenhofanlage an der Ibacher Straße bei der Leitstelle der Feuerwehr Remscheid ein. An der Einsatzstelle angekommen, stand bereits eine Garage einer zusammenhängenden Garagenhofanlage in Flammen. Die Einsatzkräfte wurden von den Eigentümern, die bereits angrenzend abgestellte Pkw zur Seite gefahren hatten, vorbildlich eingewiesen und unterstützt. Sofort wurden die übrigen Garagen teils mit Gewalt, teils mit ausgehändigten Schlüsseln geöffnet und die Brandbekämpfung umgehend begonnen. Schnell konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden. Angrenzende Wohnbebauung wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen, und es gab glücklicherweise keine Verletzten. Der Brand von zwei Pkw hatte durch Hitzeeinwirkung und Rauchgase bereits alle 14 Garagenstellplätze erheblich in Mitleidenschaft gezogen. In den Garagen wurden insgesamt sechs abgestellte Pkw betroffen. Das Gebäude erlitt durch die Brandeinwirkung erheblichen Sachschaden. Um 20 Uhr konnten die letzten Maßnahmen beendet werden. (aus dem Bericht der Feuerwehr)

Zuletzt eine Schnapspinte an der alten Kohlenstraße

Kranenholler Hammer Foto: G. Schmidt

Der oberhalb des Birgder Hammers gelegene Kradenholler Hammer ist nur noch als große Wiese zu erkennen. Eine Handskizze von 1803 lässt den Hammer praktisch mitten in der Wiese erscheinen. Oberhalb etwa am Wegesrand geht der Lauf des Leyerbaches weiter, um in den Teich des Birgder Hammer zu führen.

Dies alles ist heute nicht mehr zu erkennen. Ein großes Hammergebäude mit drei Wasserädern, ein Nebengebäude und ein kleinen Wohnhaus sind auf der Karte zu erkennen, alles heute nicht mehr zu erahnen.  Überlieferungen zufolge ist er 1500 gebaut worden und 1607 verfallen. 1597 heißt es Cradenholl, später Kradenholl und erst in den Jahren nach 1900 schreibt man Kranenholl. Seine Namen waren folgende:Kradenholler Hammer, Kranenholler Hammer, Jarres Hammer, Schrotthammer, Schruoden Hammer.

Reste des Kradenholler Hammers, gezeichnet von Berdrow. Bild: Krupp ArchivAm 30.August 1677 erhielt "Joann auf der Halbach" die Bewilligung, "einen Eysenhammer auf seyn guth im Kradenholl auf die Halbacher Bach zu setzen".  Geschmiedet wurde Raffinierstahl. Seit 1671 wohnte Sohn Peter Halbach an dem vom Vater erworbenen Gut Kradenholl. Von 1680 bis 1686 war Peter Halbach als Geselle in diesem Kradenholler Eisen- Reckhammer (Raffinierstahlhammer) tätig. Welch berühmtes Imperium diese Halbachs später einmal innehatten, wagte damals keiner zu träumen (Krupp von Bohlen und Halbach).

Zerfallen war der Hammer bereits ab 1910;  1913 brach er ganz zusammen. Danach konnte man lange Zeit noch die Grundmauern sehen. Überlieferungen zufolge hat 1913 das baufällige Fachwerkhäuschen (als Wohnhaus) eine kleine Schnapspinte beherbergt. An diesem Standort geht auch die ehemalige Kohlenstraße vorbei (Kohlen und Roheisen aus dem Märkischen). (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

 

Derr Waterhamerschmett

Von Gustav Halbach

Su nett verkröppt em stellen Dahl Dann gieht et wier van nöiem drahn,

Aen Hamer monter schliät. Dat su die Bude kracht.

Derr Schmett schmett Hetten langk on schmahl    Mot pölwen es dän Sahlen ahn,

Och hetten kott on briet. Weil derr sech loss söss mackt.

Et morgens alt en aller Früöh Van Morgens früöh bis Owends speet,

Hüöt meärr dän Hamer schlonn. Dr Schmett häult wacker deär.

Vam Balg däm Schmett sippt alt die Brüöh, Wenn dann am Quantum nix miehr

Wenn vir iäsch op donnt stonn. fehlt,

Wäscht he sech aff dän Schmär.

Dobie sengt he dat Hamerschlied:

Et es kien Dorp su kleng, Tüht dann sech öm on mackt sech nett.

Wo nit än Hamer drennen schliät, Sett die huoh Sieden op.

Dat et schallstert duhr die Gröng. Gieht längs die Beek spazieren gett,

Döit dann dr Trappen ropp.

Des Meddags dan, van twölf bes eng,

Häult he än klienen Nuck.

Der Liehrjong mackt et Füör dann reng,

Sütt no dän Steät on Huck.

Dann röpt he: "Miester, alla, hopp,

die Puos es lang dohenn.

Ech loht dat Water jezz wier dropp,

Beng flott dän Barbel öm"!

Derr Miester en die Klauen speit,

Tüt wier en Hette ruht

On schängt: "Bös du dann noch gescheit

Wie sütt dat Dengen uht?

Du Dusselskopp, du Traumpeldier,

Wo hässte wier ding Senn,

Du kicks wall no dän Mühsen wier,

Statt no dän Hetten hen.

An iener Sitt do es se witt,

An iener es se schwatt.

Wenn die de reite Mohte kritt,

schluck ech et Waterrad."

(aus: „Hämmer und Kottenforschung in Remscheid“, Band IV, von Günther Schmidt)

Greenpeace Remscheid hofft auf Unterstützung

Die erste Aufräumaktion nach dem Hochwasser im Sommer 2021 die die Remscheider Greenpeace Gruppe organisiert hatte, war ein toller Erfolg. Viele Remscheider und Solinger Bürger, die von der Reinigungsaktion gelesen hatten, kamen mit Handschuhen und Gummistiefeln bewaffnet zum verabredeten Treffpunkt am Brückenpark und befreiten das Wupperufer in diesem Gebiet von dem Müll den die Flut mitgebracht und liegengelassen hatte. Weiterhin aber liegt sehr viel Unrat am Wupperufer der dringend entsorgt werden muss. Daher organisiert Greenpeace Remscheid eine weitere Aufräumaktion entlang des Wanderwegs zwischen Müngsten und Solingen-Unterburg.

Greenpeace-Gruppenkoordinator Prof. Dr. Jörg Krone hofft darauf, dass sich erneut viele freiwillige Umweltschützer am 15.01.2021 um 11:00 Uhr am Treffpunkt „Wanderparkplatz Schlossbergstraße 4 in Solingen-Unterburg“ einfinden werden. „Vom Treffpunkt aus gehen wir dann in Richtung Müngsten um nach einem kurzen Spaziergang gemeinsam einen Teil des Wupperufers von Unrat zu befreien“, erläutert Greenpeace Remscheid Mitmacherin Jutta Breuer die Aktion. Mitzubringen sind nur Handschuhe, Gummistiefel, gute Laune und die Lust einen kleinen ehrenamtlichen Beitrag für eine saubere Umwelt unserer Heimat zu leisten. 

Feuer in Mehrfamilienhaus an der Büchelstraße

Aus bislang ungeklärter Ursache brach gestern Nachmittag ein Feuer in einer Wohnung an der Büchelstraße in Remscheid aus. Gegen 17.15 Uhr löste ein Rauchmelder des Hauses aus und alarmierte sämtliche Bewohner, die daraufhin ihre Wohnungen unversehrt verlassen konnten. Die alarmierte Feuerwehr brachte das Feuer unter Kontrolle und stellte fest, dass sich niemand in der Brandwohnung aufhielt. Die Brandwohnung ist nicht mehr bewohnbar, so dass die Bewohner anderweitig untergebracht werden mussten. Die übrigen Anwohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Es entstand Sachschaden von etwa 20.000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache werden durch das zuständige Kommissariat geführt. (aus dem Polizeibericht)

Schwere Lkw bekommen mit und mit Abbiegeassistenten

In Unfällen mit teils tödlichen Folgen für Radfahrer und Fußgänger sind oft schwere Lastwagen und Busse verwickelt. Insbesondere beim Abbiegen besteht die Gefahr, dass der Fahrer Radfahrer oder Fußgänger im toten Winkel an der Beifahrerseite übersieht. Unfallforscher der Versicherer schätzen, dass auf diese Weise in Deutschland pro Jahr etwa 30 bis 40 Menschen. ums Leben kommen. Der Gesetzgeber hat dem erhöhten Unfallrisiko Rechnung getragen und schreibt seit April in der Straßenverkehrsordnung für Lkw beim Rechtsabbiegen Schrittgeschwindigkeit vor. Hinzu kommen in dem nächsten Jahren zunehmend technische Abbiegeassistenten. Diese verhindern zwar Unfälle nicht direkt, leisten aber einen wertvollen Betrag zur Unfallvermeidung.

„Kraftfahrzeuge der neuen Generation bieten inzwischen eine Vielzahl an Fahrassistenzsystemen und aktive Sicherheitssysteme, die teilweise bereits im Zulassungsrecht verankert sind. Das bedeutet, dass die zumeist komplexe technische Ausstattung bei neuen Fahrzeugen serienmäßig verfügbar ist. Abbiegeassistenten werden bei Fahrzeugen der Klassen M2, M3, N2 und N3 (LKW und Busse) über 3,5 t ab 6. Juli 2024 bei Neufahrzeugen vorgeschrieben sein. Aktuell sind diese Systeme Seite bei den schweren LKW-Baureihen serienmäßig verfügbar. Bei mittleren und leichte Baureihen gibt es Abbiegeassistenten derzeit nur als Nachrüstsätze“, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung zur Sitzung des Ausschusses für Bürgerservice, Ordnung und Sicherheit am 14. Januar. Sie ist die Antwort auf eine Anfrage der SPD-Fraktion zu Abbiegeassistenzsystemen (ASS) in Fahrzeugen (über 3,t) der Stadt Remscheid, der Feuerwehr Remscheid, den Freiwilligen Feuerwehren sowie den Fahrzeugen bei der Tochterunternehmen. Derzeit seien noch nicht alle mit ASS ausgestattet, teilt die Stadt mit. Die Nachrüstung wie auch die Erstausstattung der Fahrzeuge mit Abbiegeassistenzsystemen werde aber von allen befragten Dienststellen und Tochterunternehmen befürwortet und unterstützt.

Die Technischen Betriebe Remscheid verfügen zurzeit nach Angaben der Verwaltung über 99 Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 t. Hiervon sind 38 Fahrzeuge schwere Lastkraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 15 t. Zitat: „Bei den Fahrzeugen der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) wurden aufgrund der Einsatzart vor allem die Müllsammelfahrzeuge vorrangig bei der Nachrüstung von Abbiegeassistenzsystemen betrachtet. Hierbei ist bei den Einsatzmöglichkeiten der Assistenzsysteme allerdings zu beachten, dass aufgrund weiterer Vorschriften bereits in allen Fahrzeugen der TBR mindestens ein Kamerasystem zur Rückraumüberwachung eingebaut ist. Von den insgesamt 19 Müllsammelfahrzeugen der TBR sind zwischenzeitlich alle Fahrzeuge mit einem Abbiegeassistenzsystem ausgestattet. Bei acht weiteren Fahrzeugen (Kanalspülfahrzeug, Hakenlifter) ist eine Nachrüstung … im nächsten Jahr vorgesehen.“ An weiteren sieben Fahrzeuge werde derzeit geprüft, ob eine Nachrüstung sinnvoll sei. Bei den übrigen Fahrzeugen sei eine Nachrüstung z.B. aufgrund der anstehenden Ersatzbeschaffung (17 Fahrzeuge) und der Einsatz- bzw. Bauart (48 Fahrzeuge) nicht sinnvoll. Hierzu zählen Fahrzeuge mit sehr kleinen Fahrerhäusern, in denen zum Teil schon zwei Monitore installiert wurden. Dort würde ein ASDS zu einer Reizüberflutung des Fahrers führen und die Sicht im Bereich der Frontscheibe weiter einschränken. Nicht nachgerüstet werden sollen ferner reine Arbeitsmaschinen, Winterdienstfahrzeuge und Kehrmaschinen, die als Rechtslenker ausgelegt sind.

Die Feuerwehr Remscheid (Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr) verfügt über 50 Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von über 3,5 t. Bei Neuanschaffungen sei die Feuerwehr bemüht, v on den Fahrzeug- oder Aufbauhersteller Abbiegeassistenten zu bekommen, um eine schwierigere Nachrüstung zu vermeiden. Bislang sei aber erst ein Fahrzeug der Feuerwehr mit einem Abbiegeassistent ausgestattet. Die Nachrüstung von 50 Fahrzeugen  würde 125.000 € erfordern. Unter der Annahme weiterer Förderung würde der Eigenanteil der Stadt bei ca. 50.000 € liegen. Vorgesehen ist, dieses Geld in den Haushaltsplan einzuplanen, übertragbar auch auf  Folgejahre.

Von den insgesamt 87 Bussen der Stadtwerke Remscheid GmbH sind 30 Busse bereits mit ASS ausgestattet. Zwölf weitere werden in diesem Jahr in den Dienst gestellt. Das wären dann insgesamt 42 (ca. 50 Prozent).  Die übrigen Dienststellen der Stadt oder ihrer Tochterunternehmen verfügen über keine relevante Anzahl von Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 t. Für 2022 erwartet die Stadt ein neues ASS-Förderprogramm (Förderung pro Fahrzeug 1.500 Euro).  Weil aber gute ASS-Systeme auf dem Markt schon ab ca. 1.300 € zu haben sind, lägen die Gesamtkosten für die Stadt einschließlich Einbaukosten (nach Schulung durch den Hersteller in der TBR eigenen Werkstatt) bei lediglich 3.500 bis 4.000 €, wenn kein Fö4rdferantrag gestellt würde und damit ein „nicht unerheblicher bürokratischer Bearbeitungsaufwand“ entfiele.

7.000 Euro im Jahr für zwei Ampel-Männchen?

Fabrikbesetzung: Gerd Arntz bekannt sich nach dem Ersten Weltkrieg öffentlich zum Rätesozialismus. Abbildung: HIZ Remscheid

Zum Jahresende lag dem Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Mobilität die Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der Gestaltungsmehrheit nach Piktogramme von Gerd Arntz in örtlichen Fußgängerampeln vor. Darin wird auf die Richtlinien für Lichtsignalanlagen (RiLSA-2015) verwiesen, wonach nur bestimmte Sinnbilder für Fußgängerampeln verwendet werden dürfen. In einem Erlass des Landesministerium für Verkehr vom 13. Juni 2018 und einem Bericht der Landesregierung aus November 2018 werde ausdrücklich erwähnt, „dass in jeder Veränderung amtlicher Lichtzeichen erhebliche verkehrssicherheitstechnische Bedenken
gesehen werden", heißt es in der Mitteilung der Verwaltung.

Aber: Im Einzelfall werde den örtlichen Straßenverkehrsbehörden die Möglichkeit eingeräumt, von den Vorschriften abweichende Sinnbilder für Fußgängerampeln zu verwenden. Und von dieser Möglichkeit will die Verwaltung „unbeschadet aller Bedenken, die durch eine von den geltenden Normen abweichende Signalisierung entstehen, Gerbrauch machen“ – an zwei Ampelanlagen im Bereich der Straße Schüttendelle / Querung der Trasse des Werkzeugs. Dafür seien von der Verkehrsbehörde „geeignete, eindeutig erkennbare Piktogramme auszuwählen, die keine Fehlinterpretationen zulassen“. Bei der Reproduktion von Piktogrammen von Gerd Arntz muss die Verwaltung allerdings das Urheberrecht beachten („Kostenpflichtige Nutzung von Kunstwerken“).

Die Nachfahren des Grafikers werden von der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst aus Bonn vertreten. Von dieser sei inzwischen eine Anfrage der Stadt Remscheid zum Nutzungsentgelts „zufriedenstellend beantwortet“, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Vor zwei Jahren hatte die Verkehrstechnik der Technischen Betriebe Remscheid den Aufwand zur Umrüstung der beiden Signalgeber an der Schüttendelle mit rund 2.500 beziffert. Inzwischen sei allerdings bei den Kosten für die Umrüstung und die Anfertigung von Schablonen von einer deutlichen Preissteigerung auszugehen. Koste Kosten für die Verwendung des Arntz’schen Piktogramme in den Folgejahren gibt die Stadt mit ca. 7.000 Euro an. Da sich diese Ausgaben dann nicht mehr auf die technische Umrüstung und die Schablonen beziehen können, scheinen sie im Zusammenhang mit der  Vergütung nach demUrheberrecht zu stehen. Dies sollte die Verwaltung in Ergänzung ihrer Vorlage allerdings noch spezifizieren.

Daten zur Lage freiberuflicher Hebammen gesucht

Von der Stadtverwaltung wollte die SPD-Fraktion wissen, wie es um die freiberuflichen Hebammen in Remscheid bestellt ist und startete eine August 2021 eine Anfrage. Zitat: „In den letzten Jahren sind in vielen Regionen Probleme bei der Versorgung der Hebammenhilfe aufgetreten, da vor allem freiberufliche Hebammen aufgrund der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ihre Tätigkeit eingeschränkt oder eingestellt haben. Auch in Remscheid ist es für werdende Mütter oft schwer, eine Hebammenhilfe für die Begleitung vor und nach der Geburt zu organisieren. Die Umstände während der Corona-Pandemie waren für Frauen in der Schwangerschaft besonders belastend. Die Begleitung durch den Partner oder die Partnerin bei der Geburt war zeitweise nicht immer möglich. Auch die Vorbereitungskurse konnten nicht stattfinden. In diesen Zeiten sind Hebammen sicherlich extrem wichtige Ansprechpartnerinnen gewesen und sind es noch. Auch viele Frauen mit Migrationshintergrund benötigen die Versorgung der Hebammenhilfe als individuelle Unterstützung ganz besonders.“

Vor diesem Hintergrund, bat die SPD-Fraktion um Prüfung und Beantwortung folgender Fragen: Ist der Verwaltung bekannt, inwieweit es in Remscheid Versorgungsengpässe bei der Hebammenhilfe gibt? Wie viele mehrsprachige Hebammen sind in Remscheid tätig und welche Sprachen sind vertreten? Gibt es ausreichend Geburtsvorbereitungskurse für werdende Mütter? Ist in Remscheid die Betreuung der Mütter vor und nach der Geburt und für die Betreuung der Neugeborenen durch Hebammen sichergestellt? Wie viele Hebammen in Remscheid bieten eine Begleitung für Hausgeburten an? Wie viele frei arbeitende Hebammen gibt es zur Zeit in Remscheid und reicht die Anzahl der Hebammen für die Versorgung aus und gibt es ggf. noch freie Kapazitäten?

Die Antwort der Verwaltung liegt nun vor. Demnach gibt es zurzeit in Remscheid acht freiberufliche Hebammen (und 41 angestellte Hebammen). Ob die freiberuflichen noch Kapazitäten haben, ist nicht bekannt. Wie auch alles übrige Angefragte  n i c h t ! Begründung: „Im Rahmen der Bergischen Gesundheitskooperation wird aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung zwischen den Städten Solingen, Remscheid und Wuppertal diese Aufgabe von der Stadt Solingen wahrgenommen. Zur Beantwortung der Anfrage wurde mit dem Stadtdienst Gesundheit der Stadt Solingen Kontakt aufgenommen. Eine Beantwortung der Fragen ist allerdings nicht möglich, da die dazu erforderlichen Daten nicht erfasst werden und daher zu diesen Themenbereichen keine Aussagen getroffen werden können.“ Die Erkenntnis daraus: In den Rathäusern weiß man, dass es freiberufliche Hebammen gibt, ihre berufliche Lage aber kennt man dort nicht.

Ersthelfer-App für Remscheid bräuchte 300 Aktive

Die Kosten für die Einführung einer als sinnvoll erachteten Ersthelfer-App für den Fall eines Herzstillstandes im Einsatzgebiet der Remscheider Rettungskräfte hat die Verwaltung mit 68.550 Euro für das Jahr der Einführung und 59.925 Euro für der Folgejahre beziffert. Diese Kosten wären allerdings durch den Rettungsdienst nicht refinanzierbar. Das geht aus der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Fraktion der Linken hervor, die zur Sitzung des Ausschusses für Bürgerservice, Ordnung und Sicherheit am 11. Januar vorliegt. Nach den Kosten hatte sich die Stadt Remscheid bei App-Anbietern wie dem Verein „Mobile Retter e.V.“ sowie Kreisen und Städte erkundigt, in denen eine solche App bereits eingesetzt wird. IN NRW ist das der Fall in den Kreisen Gütersloh, Hochsauerland, Mettmann, Unna und Kleve sowie in den Städten Essen, Mülheim und Bielefeld eingesetzt. „Die Stadt Wuppertal befindet sich noch in einer frühen Vorbereitungsphase. Die Stadt Solingen trifft derzeit noch keinerlei Überlegungen“, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung.

Um eine Ersthelfer-App in Remscheid einzuführen, müssten rd. 300 volljährige Mitbürger mit medizinischen Vorkenntnissen bereit sein, sich als Ersthelfer zu engagieren. Nach entsprechender Ausschreibung würde die Stadt Remscheid einen Vertrag mit einem Anbieter einer entsprechenden App abschließen. Dieser würde dann die App an den Leitrechner der Feuerwehr-Leitstelle anbinden (incl. Support im Betrieb), die Stadt bei der Einführung der App und im laufenden Betrieb beraten, sie auf Wunsch bei der Anwerbung von Teilnehmern unterstützen und Multiplikatoren ausbilden.

Die Teilnehmer schließen mit der Stadt Remscheid eine Vereinbarung als Verwaltungshelfer ab. Die verpflichtenden Einführungsschulungen (ca. 90 Minuten) und Auffrischungslehrgänge für die Ersthelfer wären Aufgabe der Stadt. Der Verein „Ein Herz für Remscheid“ wäre bereit, sporadisch bei
fortlaufenden Schulungen zu unterstützen. Von ca. 300 Alarmierungen pro Jahr sei auszugehen, so die Verwaltung. Die Alarmierung erfolge über den Leitstellenrechner der Feuerwehr nach bestimmten, von ihr festgelegten Stichworten. Alarmiert wird ausschließlich bei internistischen Notfällen, bei denen davon ausgegangen werden muss, dass ein Patient reanimationspflichtig ist oder zeitnah wird. Ausgeschlossen sind Einsätze bei chirurgischen oder neurologischen Notfällen. Nach belastenden Einsätzen hat die Stadt den Ersthelfern ein Nachsorgeangebot anzubieten (ein psychosoziales durch das Team der Feuerwehr).

Fazit der Stadt Remscheid: „Die Einführung einer Ersthelfer-App ist eine freiwillige Aufgabe, die vom Rat der Stadt zu beschließen wäre. Sie hätte für Remscheid den Nutzen, das therapiefreie Intervall bei Notfällen (Herz-Kreislaufstillständen) zu verringern. In Remscheid mit seiner guten öffentlichen Rettungsstruktur sei das Intervall allerdings „merklich kleiner als in einem weitläufigen Kreisgebiet wie z. B. im Hochsauerlandkreis“. Im Doppelhaushaltes 2021 / 2022 sei die Anschaffung der App noch nicht eingeplant, so dass die Kosten überplanmäßig bereitgestellt müssten.

Wochenrückblick vom 27. Dezember 2021 bis 2. Januar 2022