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Wochenrückblick vom 29. März bis 4. April 2021

Gespielt wurde in Burg, was "für das Volk bekömmlich war"

Fotos: Lothar KaiserGleichzeitig mit den Bemühungen um das Remscheider Theater, die 1938 zu einem zufriedenstellenden Abschluss kamen, hatten die Bergischen Heimatspiele unterhalb von Schloss Burg ihre große Zeit. Dort war eine Freilichtbühne, waren Sitzplätze für mehr als 5.000 Menschen entstanden. Die Idee hatte der Intendant des Remscheider Schauspiel­hauses Müller-Multa, den die Stadtväter von Remscheid 1931 um sein eigenes Theater gebracht hatten, als sie ihm den Geldhahn zugedreht hatten. Und so blieb denn das bergische Grafenschloss nach 1935, zu Zeiten der Nazis, als Schauplatz heldischer Spiele nicht ungenutzt. Die Auswahl der Stücke war natürlich beschränkt, da die Naturkulisse weitgehend unver­ändert bleiben musste. So bot sich das erste Stück der Schillerschen Wallenstein-Trilogie von seinen szenischen An­forderungen her geradezu an, und der Massenzulauf zu den späteren, zwangsläufig grobschlächtigen Inszenierungen gab den Initiatoren auf den ersten Blick recht. Die Herrschen­den ließen nur spielen, was dem Volke nach ihrer Auffassung bekömmlich war. Nach dem Krieg hatte die Freilichtbühne unterhalb des Schlosses keine Zukunft mehr, dafür aber der Schlosshof, wo lange Zeit personalreiche Stücke mit großer Resonanz gespielt wurden. (aus: „Remscheid so wie es war 2“, von Dr. Gerd Courts, erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf, im Jahre 1978.)

„Kein Sport“ ist für den RTV keine Option

„Auch wenn wir wegen Corona keinen Präsenssport anbieten dürfen, so möchten wir den-noch unseren Mitgliedern die Möglichkeit geben, sich sportlich zu betätigen – und das mit gewohnter professioneller Unterstützung. Es haben sich zahlreiche Abteilungen bereit erklärt, ihren Sport online anzubieten. Sprich: „jeder für sich alleine – alle online vereint“. Übungsleiter:innen zeigen vor einer Kamera Übungen, Tänze, Bewegungen und was es sonst noch alles gibt. Die Teilnehmer machen mit. Zusammen mit Musik, Motivationsreden und Korrekturen bietet es also eine besondere Form des Trainings. Das Gute daran: Die An-gebote sind für Mitglieder und Nicht-Mitglieder offen. Die Aktuelle Fassung des Online-Stundenplans findet Ihr immer auf der RTV-Homepage https://remscheider.tv/. Da aber auch wir wieder schnell in den Präsenssport wechseln möchten, tüfteln wir an einem Rahmenprogramm für „Sport im Park“– einem kostenlosen Sportangebot im Freien. Hauptorganisator der Aktion ist der Sport-bund Remscheid. Hier haben alle die Möglichkeit, Outdoor-Sport zu betreiben und viele Sportarten auszuprobieren. Wann diese Aktion starten kann, hängt von der gültigen Corona-Schutzverordnung ab. Wir informieren Euch auf den bekannten Kanälen, wenn es soweit ist.“ (Tim Boretius in der TRV-Information 1/2021)

Kinderbibelwoche fand zu Hause statt

Vergangenes Jahr muss sie leider coronabedingt ausfallen, doch dieses Jahr gab es zum Thema „Schalom – Komm, wir suchen Frieden“ wieder eine ökumenische Kinderbibelwoche in der ersten Woche der Osterferien. Da eine Präsenzveranstaltung mit über 60 Kindern und 20 Jugendlichen im CVJM-Haus nicht möglich war, hatten die Veranstalter – die Ev. Kirchengemeinde Lüttringhausen, kath. Pfarrei St. Bonaventura und Hl. Kreuz und der CVJM Lüttringhausen – die KiBiWo kurzerhand in die Kinderzimmer verlegt. Über eine eigens eingerichtete Webseite konnten die Kinder sich anmelden und erhielten vor den Osterferien eine Erlebnistasche mit Liederheft, Bastel- und Rätselmaterial. So konnte Religionspädagogin Sabine Wunsch online täglich mehr als 40 Kinder begrüßen und ihnen spannende Geschichten mit Lena und dem Postboten Fieder präsentieren, die sich das große Ziel gesetzt hatten den Frieden zu finden. Dazu wurden vorab Videos produziert.

Der Montag stand unter dem Thema „Du wirst Frieden teilen“ und erzählte die Berufung des Petrus zum Menschenfischer. Passend dazu wurden dann Boote und Mobiles mit Motiven aus der Geschichte gebastelt. Am Dienstag hieß es dann „Du bekommst Frieden geschenkt“. Erzählt wurde die Geschichte einer Sünderin, der Jesus ihre Sünden vergibt und nicht nachtragend ist. Die Kinder konnten an diesem Tag einen Friedens-Pompon-Vogel basteln und sich in Dot-Painting, einer Malform der Aborigines (Ureinwohner Australiens) probieren.
„Du findest Frieden – im Hören und Tun“ war das Motto des dritten Tages.  Es ging darum, im richtigen Moment auf Gott zu hören und auch einfach mal Abschalten zu können. Die Kinder konnten hierzu ein Kuschelkissen für friedvolle Stunden nähen. Am Abschlusstag erfuhren die Kinder, dass auch Geduld und Hartnäckigkeit sich auszahlen können. Im Bastelangebot für diesen Tag befand sich ein Kugellabyrinth, für das man ebenfalls viel Geduld benötigt.

Für die Kinderbibelwoche Zuhause gab es von den Kindern und Eltern zwar viel Lob; die Veranstalter hoffen aber, dass die KiBiWo nächstes Jahr wieder klassisch in den Räumen des CVJM in Lüttringhausen stattfinden kann. Auf der Website https://www.kibiwo-luettringhausen.de hat der Veranstalter ein paar Bastelergebnisse der Kinder online gestellt.

Brand an der Sophie-Scholl-Gesamtschule

Gestern um 22.33 Uhr bemerkte der Fahrer eines vorbeifahrenden Linienbusses Feuerschein an der Sophie-Scholl-Gesamtschule und meldete diesen über die Zentrale der Verkehrsbetriebe bei der Leitstelle der Feuerwehr Remscheid. Bei Eintreffen eines Löschzugs der Berufsfeuerwehr stellte sich heraus, dass ein Müllcontainer nahe des östlichen Klassenraumbereiches in einem Kellerabgang brannte. Das Feuer hatte bereits durch die geplatzte Verglasung auf das Gebäude und im Untergeschoss gelagerte Baumaterialien übergegriffen. Ein Löschtrupp ging unter Atemschutz gegen die Flammen vor, und konnte sie nach wenigen Minuten unter Kontrolle bringen. Bei der anschließenden Kontrolle des Gebäudes stellte sich heraus, dass ein Großteil der Flure über sämtliche Geschosse verraucht war. Weitere Trupps gingen unter Atemschutz vor, um die Belüftung des Gebäudes mittels eines elektrisch betriebener Hochleistungslüfter über Abluftöffnungen vorzubereiten. Anschließend wurden die Räume mit Messgeräten kontrolliert. Gegen 0:51 Uhr konnte die Einsatzstelle dem Gebäudemanagement der Stadt Remscheid gesichert übergeben werden. Die Gebäude sind trotz des Brandes weiter nutzbar. (aus dem Bericht der Feuerwehr)

Unter den Nazis verging kein Feiertag ohne Flaggen

Auch Sport stand ganz im Zeichen der Politik. Remscheid sollte sich zu einer Hochburg des Rollschuhsportes mausern. Das hatte zur Folge, dass auf den Straßen der Stadt, hier auf der Schützenstraße, emsig geübt wurde.Der gewöhnliche Faschismus hält nach 1933 auch in Remscheid seinen Einzug. Die natio­nalsozialistische Jugend, ohnehin als einzige noch zugelas­sen und auf dem Plan, beginnt mit Werbeveranstaltungen: ein Marsch durch Remscheid, ein Abend in der Stadtpark­halle mit den Eltern, indoktrinierende Reden, militärische Weisen, gespielt von der NS-Kapelle Lüttringhausen. Die Jugend wird vereinnahmt, chloroformiert, durch Uniformen und faszinierende Spiele geködert, durch eine Multiplikation des Führerprin­zips bis in die kleinsten Gruppen. Die Älteren hatten sich mit der nun bald konkurrenzlosen NSDAP auseinanderzu­setzen, hatten sich zu fragen, ob sie deren Werben widerste­hen konnten oder wollten, ob es genügte, einer ihrer sogenannten »Gliederungen« beizutreten, oder ob es ganz ohne gehen würde.

Das nationalsozialistische Erholungswerk ‚Kraft durch Freude’ vermittelte nicht nur Reisen, sondern auch Unterricht. Hier bringt Hugo Sauer ‚musikliebenden Volksgenossen’ das Akkordeonspiel bei. Foto unten: Die Propaganda des Regimes greift auch in den Alltag der Familien ein: Der ‚Eintopf-Sonntag’ bereitete vor auf eine Zeit der Entbehrungen.

Etwas mehr als zwei Wochen nach der Reichstagswahl veranstaltet Hitler zur Eröffnung des neuen Reichstags das Spektakel von Potsdam. Dort tritt er gemeinsam mit dem greisen Reichspräsidenten von Hindenburg in der Garnison­kirche vor die Öffentlichkeit, scheinbar an demokratische Gepflogenheiten angepasst, doch längst zur Verwandlung des Deutschen Reiches in eine Diktatur entschlossen. Das wird »der Tag der Nation«. Auch in Remscheid wieder Fackelzüge. »Die nationale Bürgerschaft marschiert«, so vermerkt das Lokalblatt, »und spricht Treueschwüre unter nächtlichem Himmel«. Zu den Rednern des Abends gehört auch Oberbürgermeister Dr. Hartmann, der bis 1937 in seinem Amte bleiben wird, obwohl er kurz vorher noch für die Deutsche Volkspartei kandidiert hat.

Es fehlte nicht an eingängigen Symbolen in jener Zeit. Da gab es Straßensammlungen für propagandistisch nutzbare Zwecke wie Winterhilfswerk und Jugendherbergsbau. Das Eintopfessen wurde als brauchbare Demonstration deut­scher Bescheidenheit propagiert, als eine Möglichkeit, nach außen zu zeigen, welch kleine Opfer jeder für das Volks­wohl zu bringen vermöchte.

Die Nationalsozialisten erwiesen sich, darin nicht minder geschickt denn viele christliche Missionare, als Meister in der Nutzung vorgeformter Organisationen, die ihnen von der Grundhaltung her nicht schädlich werden konnten. So genierten sie sich nicht, die Mitarbeit im Roten Kreuz, einer international längst bewährten und anerkannten humanitä­ren Einrichtung, zum »nationalsozialistischen Ehrendienst« zu machen. Rote-Kreuz-Helfer, die mit Politik nichts zu tun haben wollten, sahen sich ohne ihr Zutun vereinnahmt oder vor die Alternative gestellt, auszutreten. Das wurde ihnen dann leicht als unfreundlicher Akt ausgelegt. Also unter­ließen es die meisten. Der Nationalsozialismus war bei seiner Geburt nicht anders als in seiner Endphase, was ideologische Grundierung und Ziele betraf, aber viele liefen dem neuen Tuch nach, weil sie über den scheinbar verlockenden Angeboten den mörderi­schen Pferdefuß übersahen.

Da war zum Beispiel der Lockvogel »nationalsozialistische Wohnform des deutschen Werktätigen«. Mit ihm warb die Deutsche Arbeitsfront. Sie entwickelte die Idee von der Siedlerheimstätte mit Gartenwirtschaft und Kleintierhal­tung, und jubelnd begrüßte die Remscheider Presse im Jahre 1936, dass die Deutschen Edelstahlwerke, die sich bereits auf mancherlei Gebieten, Kinderverschickung, Gefolgschafts­fürsorge, Bau der Glockenstahlkampfbahn, einen Namen erworben hätten, eine Mustersiedlung in Ehringhausen errichten wollten. Dafür wurde ein Teil des Hasencleverschen Besitztums, das waldreiche Gelände zwischen dem Kinderheim Am Ueling und Neuen- und Altenhammer, eine Fläche von 120.000 Quadratmetern, angekauft. Alles ging nach den Wünschen des Reichsheimstättenamtes: Es wurden »erbgesunde Siedler, körperlich leistungsfähig, von einwandfreiem Lebenswandel« ausgewählt, »Stammar­beiter, die sich für eine Sesshaftmachung eignen«. Die Partei traf die Auswahl. Sie regelte einfach alles, und Stück für Stück gingen die Freiheiten verloren, die menschliches Zusammenleben erst erträglich, sinnvoll machen. Die Organisation »Kraft durch Freude« bot deutschen Arbeitnehmern jetzt ein vielseitiges Reiseprogramm, zu günstigen Bedingungen. Italien, Madeira, Ägypten, das waren plötzlich erreichbare Ziele. Aber: die Reisegruppe war auch zugleich die Fessel. Das Neuartige durfte seinen Reiz und seine werblichen Wirkungen gegenüber den Be­treuten entfalten. Entfernung von der KdF-Tounstengruppe gab es nicht.

»Kraft durch Freude«, dieser Kraftquell des arbeitenden Volkes, wie das Regime es ausdrückt, macht sich auch noch in anderen Lebensbereichen bemerkbar, so beispielsweise im Sport. »Gerade die Leibesübungen«, so heißt es im »Rem­scheider General-Anzeiger«, »sind in höchstem Maße geeig­net, den Feierabend des schaffenden Menschen durch freudi­ges Erleben zu einer Quelle der Kraft und des fröhlichen Mutes für Beruf und Leben werden zu lassen.« So einen Satz lässt man sich heute auf der Zunge zergehen. Aber er war damals Ausdruck um sich greifender, nahezu gedankenloser Nachbeterei gestanzter Propagandafloskeln. Und immerhin warteten die Machthaber auch mit eindrucksvollen Zahlen auf. 1934 hatten sie im neuen Deutschland das erste Sport­amt errichtet, 1936 gab es deren schon 58. Und die trugen »den Segen der Leibesübungen« in über 500 Orte.

Auch in den Schulen vollzog sich nunmehr das Leben ausschließlich unter der Hakenkreuzfahne: Schülerchor und Schülerorchester der Pestalozzi-Schule während einer nationalsozialistischen Feier.Neben den Betrieben waren die Schulen beliebte Pflanzstät­ten für die jetzt aktuellen Ideen. Kein Feiertag verging ohne Flaggenhissung, ohne Nationalhymne und Horst-Wessel-Lied, und mochte den Schulanfängern auch der Arm, der die Fahne grüßte, schier lahm werden, der Lehrer bat sich Ausdauer aus, gleichviel ob er dies aus echter Begeisterung oder Opportunismus verlangte. Und die Lieder, die den Schülern eingebläut wurden, hatten etwas Feierndes, die sogenannte »Bewegung« wurde immer aufs Neue verherr­licht. Nicht einmal Weihnachten war vor den neuen Herren sicher. Statt »O Tannenbaum« und »O du fröhliche« sangen die Schulchöre jetzt »Berghoch am Walde ragt von der Halde morgenwärts schauend des Lebens Baum. Dämmrungumwoben harret er droben, ferne entrückt in der Zeiten Raum.« Die Schüler mussten das nicht verstehen, nur singen.

Willkommener Anlass, Betriebsgemeinschaften für die neue Bewegung zu gewinnen, waren stets die Feiertage der Arbeit am 1. Mai. Hier die Feier der Gedore-Werke im Jahre 1935 im Düringer Hof von Lüttringhausen.Die Betriebsgemeinschaften boten auch nicht mehr viel Raum für Individualismus. Wenn die Unternehmer, voll­ends führende Parteigenossen, riefen, konnte es sich der deutsche Arbeitsmann nicht leisten fernzubleiben. Die we­nigsten wollten das, denn Anlässe zum Feiern waren selten geworden und stets gesteuert. Wer sich entzog, machte sich verdächtig, sich außerhalb der Volksgemeinschaft zu stellen. So boten denn auch die Zusammenkünfte der Belegschaften großer Remscheider Unternehmen das Bild einheitlich orga­nisierter Freude mit viel braunem Dekor. Das Remscheider Vereinsleben bekam immer neue Akzente, die von nationalsozialistischer Beeinflussung zeugten. Re­naissance feierten die Kriegsvereine, in denen die Sehnsucht nach Fortführung militärischer Traditionen fortgelebt hatte, und die sich nun, da Hitler mit dem Aufbau einer starken Wehrmacht begann, bestätigt fühlten. Ohne große Beden­ken stülpten sich die Führer solcher Vereine die Haken­kreuzbinde über den Jackettärmel.

Parallel zum Aufstieg dieser martialischen Verbände verlief die Auflösung nunmehr unliebsamer Zusammenschlüsse. Ein Beispiel dafür ist das Geschick der Remscheider Frei­maurerloge »Zur Stadt auf dem Berge«. Sie war 1923 gegründet worden, 1929 aus der Groß-Loge »Zur Sonne« ausgeschieden, dann zur nationalen Mutterloge »Zu den drei Weltkugeln« übergewechselt. Die junge Loge zählte im Jahre 1930 vierunddreißig Mitglie­der. Doch 1935 war es vorbei. Die Nationalsozialisten verboten die Freimaurerei. Die Loge musste sich auflösen. Das Logenhaus, ein altes Patrizierhaus an der Elberfelder Straße, ging verloren. Die Logenbrüder aber hielten weiter zusammen, wenn auch mit der gebotenen Vorsicht. Nicht anders erging es der Lenneper Loge »Zur Bergischen Bruderkette«, die schon 1912 gegründet worden war.  (aus: „Remscheid so wie es war 2“, von Dr. Gerd Courts, erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf, im Jahre 1978.)

Städtedreieck sagt Nein zu "Modellregion"-Projekt

Die Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal haben sich heute darauf verständigt, ihre gemeinsame Bewerbung als Modellregion beim Land NRW zurückzuziehen. Am Vormittag haben die drei Oberbürgermeister miteinander beraten und zusammen beschlossen, das Land NRW noch heute hiervon zu unterrichten. Begründet haben sie dies in einem gemeinsamen Brief an das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie.

Sowohl die vom Ministerium in einem Anforderungskatalog formulierten Bedingungen als auch die ultimativ verfasste Fristsetzung hatten die Städte Solingen, Remscheid und Wuppertal veranlasst, von ihrer ersten Interessensbekundung abzurücken. Denn es erscheine in der Kürze der Zeit nicht realistisch erreichbar, diese Bedingungen zu erfüllen. Zudem habe die Form der ultimativen Fristsetzung in allen drei Städten großes Befremden ausgelöst – zumal das Städtedreieck den ursprünglichen Antrag inhaltlich nach wie vor für ausreichend begründet halte.

Das Schreiben von Minister Pinkwart (FDP) trägt das Datum von gestern. Die Frist zur Antwort hatte dieser auf heute gesetzt. Zitat aus dem Brief der drei Oberbürgermeister: „Wir halten die ultimative 34stündige Fristsetzung seitens Ihres Ministeriums zur Bearbeitung einer lapidar übersandten Liste mit ‚Auswahl-/Abbruchkriterien‘ für eine beispiellose Missachtung der interessierten Kommunen. Die Vorgehensweise wirft die Frage auf, wie ernst es dem Land mit dem Wettbewerb wirklich ist.“ Auch sei der Hinweis des Ministeriums auf „Finanzierung durch Kommune, keine Fördermittel des Landes“ ein absolutes Armutszeugnis der Landesregierung. „Es schließt praktisch alle nordrheinwestfälischen Städte, die aus den altbekannten strukturellen Gründen unter Haushaltsaufsicht stehen, von der Teilnahme am Modellversuch aus!“

Nach genau 20 Jahren künftig eine ruhigere Gangart

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Lennepfreunde,
zum Jahreswechsel schrieb ich: „Wieder einmal haben wir in Lennep und im Bergischen Land Höhen und Tiefen erlebt. Ich habe Sie über verschiedene Medienkanäle nunmehr lange begleitet und erhalte bis heute eine Menge Post mit Zustimmung, Kritik, Korrekturen und Anfragen aus unserer Region und mehreren Kontinenten. Das war sehr schön, ich danke den Medien für so manche gedruckte und digitale Aufnahme sowie den vielen Menschen für ihr nachhaltiges Interesse, es hat mich sehr gefreut! 

Beachten Sie nunmehr bitte für die Zukunft: Nach genau 20 Jahren habe ich meine Lennep-Aktivitäten (Bild- und Textbände, wissenschaftliche wie populäre Aufsätze, Stadtführungen, Vorträge, Lesungen und Ausstellungen) beendet. Darunter auch den großen Lennep-Rundbrief mit fast 500 Adressaten. So gut wie alle historischen Originalmaterialien (viele Kisten) sind bereits an das Remscheider Stadtarchiv gegangen, und ich melde mich in Sachen Lenneper Geschichte künftig nur noch gelegentlich mit kleineren Beiträgen in der Tagespresse, über www.facebook.com/schmidt.lennep und www.waterboelles.de/ Meine Webseite www.lennep.eu bleibt bestehen, und etwas längere Beiträge werden dort auch weiterhin eingestellt. Lennep-Anfragen werden weiterhin bearbeitet und ggf. weitergeleitet.
Nochmals mit Dank für Ihr langjähriges Interesse
und den besten Wünschen für ein schönes Osterfest frei von Corona!!! 😉
Ihr / Euer Wilhelm Schmidt

Väter der modernen Straßenbeleuchtung kamen aus RS


Das einstige Gaswerk an der Weststraße, dort, wo heute der „Bökerbau“ steht, die ehemalige BSI-Werkshalle, die die ThyssenKrupp Real Estate GmbH vor einigen Jahren im Internet bei Immobilien-Scout vergeblich für 1,9 Millionen Euro zum Kauf anbot. In dem Gaswerk wurde Anfang des vorigen Jahrhunderts Gas gespeichert für Industrie, Straßenbeleuchtung und Wohnungen. Abbruch der Städtischen Das Gaswerke an der Weststraße wurde am 3. Oktober 1939 abgebrochen.

Alte Mannesmann-Werbung für Gaslampen.

Wer den Schuh mit mehreren Zehenkammern erfand, war im Waterbölles schon am 1. August 2017 nachzulesen: Max Mannesmann (1857-1915). Er und sein Bruder Reinhard Mannesmann jr. (1856-1922) erfanden auch das so genannte Schrägwalzverfahrens, das ab 1886 die Herstellung nahtloser Rohre ermöglichte und die Mannesmann-Röhrenwerke weltbekannt machte, so nachzulesen im Internet-Lexikon Wikipedia: „Noch heute ist vielen Menschen das sog. Erdgas-Röhrengeschäft aus den 1970er-Jahren in Erinnerung, ein spektakuläres Dreiecksgeschäft, bei dem – vorfinanziert durch die Deutsche Bank – Großrohre von Mannesmann für den Pipelinebau in die Sowjetunion geliefert wurden und der Ruhrgas-Konzern im Gegenzug mit Gas aus der damaligen Sowjetunion beliefert wurde.“

Der rastlose Erfindergeist der Mannesmann-Brüder setzte noch andere Wegmarken für das heraufkommende Industrie-Zeitalter. So entwickelten sie ein Verfahren zur Er­zeugung von Gasglühlicht. Das machte sie zu Vätern der modernen Straßenbeleuchtung. Mit dem von der Firma Mannesmann erfun­denen Gas-Spar-Licht erzielte man erhebli­che Energieeinsparungen. Die Werbekarte (links) entstand um 1903. Im Februar 1900 hatte Mannesmann das Patent für das Hängeglühlicht erhalten. (Fotos unten links und rechts aus: „Remscheid“ von Hans Funke, erschienen 2002 im Sutton-Verlag in Erfurt in der Reihe „Archivbilder“)

Die Freien Träger zeigen sich irritiert

Unterrichtsausfall wegen Corona kompensieren!“, überschrieb der Waterbölles am 18. Februar die Mitteilung der Fraktionen von SPD, Bündnis‘90/DIE GRÜNEN und FDP, in der sie zur Sitzung des Hauptausschusses am 18. März einen An trag ankündigten  “zur Unterstützung bei der Kompensation von pandemiebedingtem Unterrichtsausfall“. Siehe dazu auch die Stellungnahme der Verwaltung im Waterbölles vom 22. März: „Jugendhilfe kann Unterrichtsausfall nicht ausgleichen“. Dazu haben sich gestern nun auch die Sprecher der beiden Arbeitsgemeinschaften Offene Kinder- und Jugendarbeit (AGOT) und Jugendverbandsarbeit (AGJ) zu Wort gemeldet. Der Waterbölles dokumentiert diese Stellungnahme nachfolgend:

„Der Antrag (der Fraktionen) wurde in der AGOT und der AGJ intensiv diskutiert. Er hat in mehrfacher Hinsicht irritiert:

  • Es ist keine Adressierung an den Jugendhilfeausschuss vorgesehen, obwohl die Gestaltung und Durchführung der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit und die Nutzung der Einrichtungen, ja sogar der Einsatz des Personals betroffen sind.
  • Er vermittelt den Eindruck, die Kinder- und Jugendarbeit sei in den „zurzeit ohnehin geschlossenen Jugendzentren“ eingestellt und ignoriert damit die auch in dieser Zeit durchgeführten vielfältigen und flexiblen Angebote.
  • Es wird der Eindruck erweckt, Unterrichtsausfall und entstandene schulische Defizite im formalen Bildungsbereich könnten durch das non-formale und informelle Bildungssystem Jugendhilfe kompensiert werden.

Aus diesem Grund soll zur Klärung hier noch einmal der Auftrag und die Arbeitsgrundlage der Kinder- und Jugendarbeit dargestellt werden: Die Kinder- und Jugendarbeitet bietet Orte und Räume der Begegnung, der Freizeitgestaltung und der außerschulischen, nonformalen und informellen Bildung für junge Menschen mit eigenständigem Auftrag und Profil. Die maßgebliche gesetzliche Grundlage ist das SGB VIII Kinder- und Jugendhilfegesetz. Die wesentlichen Grundlagen der Arbeit in Remscheid sind: 1. § 11 SGB VIII Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG); §§ 10-12 Kinder- und Jugendfördergesetz NRW (3.AG-KJHG); der Kinder- und Jugendförderplan der Stadt Remscheid (DS 16/0112 im JHA am 10.02.2021) ; Das Konzept Offene Kinder- und Jugendarbeit in Remscheid (DS 15/3457 im JHA am 10.05.2017)

Die Kinder- und Jugendarbeit berichtet kontinuierlich und in der Zeit der Pandemie noch ausführlicher über ihre Arbeit [Qualitätsbericht Offene Kinder- und Jugendarbeit 2019 (DS 15/7226 im JHA am 3.6.2020); Bericht Aktivitäten der Jugendhilfe in der Corona-Pandemie (DS 15/7449 im JHA am 2.9.2020); Bericht Aktivitäten der Jugendarbeit in der Corona-Pandemie (DS 16/0503 im JHA am 10.2.2021); Qualitätsbericht Offene Kinder- und Jugendarbeit 2020 (DS 16/0619 im JHA am 24.3.2021)].

Die Bekämpfung der vielfältigen negativen Folgen der Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch die (Offene) Kinder- und Jugendarbeit und die Jugendverbandsarbeit, insbesondere für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und Familien, mit ihrem eigenen Bildungs- und Erziehungsauftrag von Beginn wahrnimmt. Leider nimmt der Antrag die Kinder und Jugendlichen nur sehr verengt als Schülerinnen und Schüler in den Blick, reduziert auf ihre Funktion als zukünftige Arbeitnehmer*innen. Diese öffentliche Sichtweise werden auch durch diverse Studien (u.a. JuCo-Studie1) im Kontext der Corona-Krise kritisiert:

 „Sie werden überwiegend auf ihre Rolle als Schüler*innen und zukünftige Arbeitnehmer*innen reduziert. Andere, jugendspezifische Interessen, Bedürfnisse und Themen treten noch mehr in den Hintergrund als vor der Pandemie.“2

Begründet wird dies im Antrag damit, dass der „Ausfall unzähliger Unterrichtszeiten zu zum Teil deutlichen Lerndefiziten bei Schülerinnen und Schülern geführt (hat).“3

Dies entspricht sicher der Realität und sollte durch das zuständige System dringend durch zusätzliche Lern-angebote von qualifizierten Fachkräften (Fach-/Lehrer*innen) behoben werden. Unverständlich für uns ist deshalb, dass für diese Angebote auf das Leistungsspektrum, die Räume und das Personal der Kinder- und Jugendarbeit zurückgegriffen werden soll.

„Der Offenen Kinder- und Jugendarbeit kommt … die Aufgabe zu, dafür Sorge zu tragen, dass auch andere Bedarfe und Lebensbereiche junger Menschen wahrgenommen werden und dass Kinder und Jugendliche eine Stimme in ihren Kommunen haben.“4 Deshalb, und auf der Basis unseres gesetzlichen Auftrages gemäß SGB VIII, weisen wir darauf hin, dass der Ausfall unzähliger Sozialkontakte auf Dauer zu zum Teil deutlichen Sozialisationsdefiziten führen kann.

Der Qualitätsbericht „Offene Kinder- und Jugendarbeit in Remscheid 2020“ widmet den (Aus-)Wirkungen der Krise auf jugendliche Lebenswelten deshalb auch ein eigenes Kapitel.5

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Am 15. Mai 1876 fuhr der erste Zug nach Bergisch-Born

Der frühere Bahnhof Bergisch-Born. Foto: Wilfried Sieberg.Dr. Hans-Jürgen Vorsteher und der Arbeitskreis Bahnen Wuppertal/VOBA-Team haben im Internet die Geschichte der bergischen Bahnlinien fortgeschrieben:  Passend zum derzeit laufenden Umbau der „Balkantrasse“ zwischen Lennep und Bergisch-Born zum Fahrradweg haben sich die Eisenbahnfreunde in Wort und Bild intensiv mit der früheren Bahnstrecke Lennep-Opladen beschäftigt: „Die Strecke wurde in zwei Etappen eröffnet: zwischen Lennep und Wermelskirchen am 15. Mai 1876 und das Reststück nach Opladen am 15. Oktober 1881. (…) Der Endpunkt Opladen, früher selbst Kreisstadt des Bezirks Rhein-Wupper, gehört seit der kommunalen Neugliederung Anfang der 1970-er Jahre zur Stadt Leverkusen. (…) Der Abschnitt zwischen Remscheid-Lennep und Bergisch Born wurde ab 1893 zweigleisig befahren, zunächst wegen des parallelen, offenbar stark zunehmenden Betriebes der Linien nach Opladen und Dieringhausen, ab 1910 dann die gesamte Balkanlinie zwischen Born und Opladen.  als wohl “wichtige” Bahn zweigleisig ausgebaut. (…)In den 1950er Jahren wurde die Trasse sukzessiv wieder auf ein Gleis reduziert, dafür gab es aber - man höre und staune ob der vermeintlichen Bedeutung - einen formalen Aufstieg zum Hauptbahnstatus. Dieser wurde sogar bis zur ersten vollständigen Stilllegung eines Streckenabschnittes zum 28. Mai 1983 (Wermelskirchen - Hilgen) beibehalten. Die beiden Reststümpfe wurden, mittlerweile wieder mit Nebenbahnstatus versehen, in den Jahren 1991 (Opladen - Hilgen) und 1994 (Born - Wermelskirchen) endgültig kassiert. Verschiedene Planungen zu einer Reaktivierung verliefen im Sande.“
Eine weitere Internetseite hat der Arbeitskreis bereits in Arbeit; sie gilt dem Bahnhof Lüttringhausen.
Das Foto von Wilfried Sieberg entstand am 5. Mai 1983 und zeigt den Bahnhof Bergisch Born mit einem  damals typischen Nebenbahnzug (Diesellok, vier Umbau-Dreiachser und ein zweiachsiger Gepäckwaggon). Südlich der Bahnsteige verzweigten sich die Gleise nach Opladen und nach Wipperfürth. Im Hintergrund ist das Stellwerk “Bn” (Born Nord) zu erkennen.

Im März 1942 fielen auf Vieringhausen die ersten Bomben

Der Bombenkrieg trifft Remscheid zum ersten Mal. In der Nacht vom 10. zum 11. März 1942 fielen Spreng- und Brandbomben in Remscheid-Vieringhausen. Schnee lag noch zu beiden Sehen der Straße, so dass die Feuerwehr Mühe hatte, an die Brandherde heranzukommen.

Der Bombenkrieg hat der Stadt die ersten Spuren ins Gesicht gezeichnet. Im März 1942 waren auf Vieringhausen Bomben gefallen, hatten etliche Häuser zerstört. Im Januar 1943 regneten an die 800 Brandbomben und einige Spreng­bomben hernieder. Der Strom setzte aus, das Amtsgericht brannte, Häuser an der Freiheitstraße wurden zerstört. In der Innenstadt zerbarsten alle Fensterscheiben. Es gab 19 Tote, darunter einen russischen Arbeiter. Aber die Stadt hatte noch eine Schonfrist.

Am 8. April waren die Funktürme auf dem Hohenhagen das Ziel feindlicher Bomben. Am 30. Mai wurden Wuppertal-Barmen und -Ronsdorf vernichtet. Dabei traf es auch Häuser in Lüttringhausen. Das Verwaltungsgebäude der Wagenhalle an der Neuenkamper Straße brannte aus, an der Lenneper Straße das schöne bergische Haus vom Stein. Remscheid beklagte damals 16 Tote. 1.060 Menschen wurden obdachlos, und doch war dies alles erst ein Vorgeschmack kommenden Schreckens. Noch lebte die Stadt, freute sich auch an Einrichtungen der jüngsten Vergangenheit.

Das Mittel des Umzuges blieb populär, auch wenn es für etwas so Makabres wie Volksgasmasken zu werben galt. Im Jahre 1937 werden die Bürger mit solchen Hinweisen und Fragen auf die Möglichkeit eines Krieges hingewiesenDas Kulturleben stand in voller Blüte. Erst im August 1942 war in der Villa Paas an der Elberfelder Straße das Bergische Land­schaftsmuseum, ein Kunstmuseum mit zeitgenössischen Werken, eröffnet worden. Zur gleichen Zeit hatten interessierte Bürger einen Kunstverein gegründet. Im Februar 1943 fanden noch einmal Kunsttage statt, mit Konzerten und Theatererstaufführungen, mit Dichterlesungen, Vorträgen und Kunstausstellungen. Das Programm, das in diesem Buche abgebildet ist, gibt Aufschluss über die Stoffe, die sich dem Volk damals noch nahebringen ließen. Alles war sehr deutsch, sehr nationalsozialistisch, sehr heldisch, allenfalls tragisch, in jedem Fall groß.

Doch der Würgegriff des Krieges ließ Remscheid nicht mehr lange frei atmen. Für Kunst und Kultur sollte schon bald kein Raum mehr sein. Irgendwo in England standen die Bomber bereit, die ihre tödliche Last über dem Kegel entladen sollten, und in der Nacht zum 31. Juli erhielten sie den Startbefehl. (...) Nach zahlreichen Luftangriffen auf deutsche Städte, bei denen die Zivilbevölkerung immer größere Verluste erlitt, war auch Remscheid auf die Liste der zu zerstörenden Städte gesetzt worden. Die Royal Air Force ist zu dieser Zeit mit ihren Bomberkommandos zum „areal bombing“ übergegangen, zu Flächenbombardements, die keinen Unterschied mehr zwischen kriegswichtigen Zielen und reinen Wohngebieten machten. Moral und Arbeitswille der Bevölkerung sollten gebrochen werden. In diesen Plan passte auch, dass die Angriffe meist nachts geflogen wurden. Das erklärte Ziel hat die Royal Air Force zwar nicht erreicht, aber Deutschlands Städte sanken nach und nach in Trümmer.  (aus: „Remscheid so wie es war 2“, von Dr. Gerd Courts, erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf, im Jahre 1978.)