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Bündnis hat bergische Zukunftsthemen auf der Agenda

Rund ein Jahr, nachdem die „Fridays for Future“-Gruppe Remscheid ihre Arbeit beendete, hat sich jetzt eine neue Gemeinschaft gegründet: Das neue „Bündnis Remscheid“ möchte die alten Klimaprojekte der FFF-Bewegung aufgreifen, aber auch neue Akzente setzen. Man versteht sich nicht allein als Klimagruppe, sondern als Zukunftsbündnis und setzt damit auch auf vielfältige weitere Themen.

Das „Bündnis Remscheid“ besteht im Kern aus Vertreterinnen und Vertretern von Remscheider Organisationen und Vereinen sowie aus engagierten Jugendlichen. Nicht nur Mitglieder des Jugendrats der Stadt Remscheid, sondern auch Vertreter der Natur-Schule Grund sowie der Caritas, des Kinderschutzbundes, von Greenpeace, des DGB Remscheid und von Schülervertretungen gehören der Gemeinschaft an. In Zukunft soll sie weiter wachsen; Interesse an einer Zusammenarbeit haben z.B. die örtlichen Naturschutzverbände bekundet.

Initiator und Organisator des Bündnisses ist der ehemalige Kopf der Remscheider FFF-Bewegung, Daniel Pilz. Er sieht die neue Gruppe strukturell gut aufgestellt: „ Im Gegensatz zur damaligen FFF-Gruppe bilden jetzt Organisationsvertreter den Rahmen, in welchem sich junge Menschen engagieren und einbringen können. Das sorgt dafür, dass wir in Zukunft stabiler aufgestellt sind und gemeinsam kontinuierlicher arbeiten können. Es ist wichtig, dass sich Jugendliche auch außerhalb der politischen Blase für ihre Themen stark machen können.“ Pilz spricht damit das plötzliche Auseinanderbrechen der FFF-Bewegung kurz vor der Abiturphase im März 2020 an. Das neue Bündnis solle keine Neuauflage der Remscheider „Fridays for Future“-Bewegung sein, sondern etwas ganz Neues: „Thematisch soll es jetzt nicht mehr nur um den Klimaschutz gehen. Die Ziele der Berliner FFF-Bewegung sind ohnehin für eine Stadt wie Remscheid schwer umzusetzen. Es geht um generelle Zukunftsthemen in unserer Region. Mir persönlich ist der soziale Zusammenhalt beim Thema Klimaschutz ein Kernanliegen“, so Daniel Pilz.

“Klimaschutz, ohne das Soziale zu bedenken, ist nicht möglich. Jeder muss mitgenommen werden, niemand darf vergessen werden. Klimaschutz darf nicht zu Lasten der Schwächsten gehen. Vor dieser Zukunftsdebatte stehen wir, auch hier im Bergischen. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass sowohl Vertreter von Umwelt- als auch von sozialen Organisationen dabei sind. Es geht darum Umwelt und Soziales zu versöhnen und gemeinsam auf Zukunftsthemen in unserer Region aufmerksam zu machen.“

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FÖJ-Stelle muss nachbesetzt werden

Die Natur-Schule Grund teilt mit, dass ab dem 1. Februar ein Platz im laufenden Freiwilligen Ökologischen Jahr 2020 / 2021 nachbesetzt werden muss. Um kurzfristige Bewerbungen werden junge Menschen in Remscheid, Wuppertal und der unmittelbaren Umgebung gebeten, die evtl. keinen Ausbildungsplatz bekommen haben oder sich noch beruflich orientieren. Für diesen Nachrückerplatz im FÖJ können BewerberInnen mit Abschluss in der Sekundarstufe I (Haupt- oder Realschule) oder mit Fachhochschulreife oder Abitur berücksichtigt werden. Möglich ist auch eine Bewerbung für Menschen ganz ohne Schulabschluss. Interessierte können sich aber auch direkt bei der Natur-Schule Grund in Remscheid für die freiwerdende FÖJ-Stelle melden (02191 3748239 oder info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de). BewerberInnen sollten sich auf der Internetseite des Landschaftsverbandes Rheinland, der für Remscheid zuständigen FÖJ-Zentralstelle, unter www.foej.lvr.de über das FÖJ informieren. Jörg Liesendahl, Pädagogischer Leiter der Natur-Schule: "Wir laden alle ein, die nach der Schule eine berufliche Orientierung in ökologischen Berufsfeldern suchen, sich für das FÖJ in der Natur-Schule zu bewerben."

Das Freiwillige Ökologische Jahr bietet Einblicke in die ökologischen Berufsfelder und hilft bei der beruflichen Orientierung. Es bietet jungen Menschen zwischen 16 und 27 Jahren die Gelegenheit, sich ein Jahr lang konkret für die Umwelt und für andere Menschen einzusetzen und dabei ihre Kenntnisse über Nachhaltigkeit, Klima-, Natur- und Umweltschutz zu verbessern. Zum FÖJ gehört u.a. die Teilnahme an mehreren Seminaren, an Praktika und vielem mehr.
Auch seit August des vergangenen Jahres leisten wieder engagierte Freiwillige ihr FÖJ in der Remscheider Umweltbildungsstation. Da eine der Freiwilligen jetzt leider gekündigt hat, ist eine Nachbesetzung für das laufende FÖJ erforderlich, das ein halbes Jahr bis Ende Juli 2021 dauern wird.

In der Natur-Schule Grund versorgen die FÖJlerInnen u.a. die Hühner und sind für Pflege, Pflanzung und Planung konkreter Flächen im Garten und der Außenanlage verantwortlich. Im Winterhalbjahr erstellen sie z. B. umweltpädagogische Materialien, die dann in den Veranstaltungen der Natur-Schule Anwendung finden. Im Frühjahr jäten sie Wildkräuter, säen Salat, Kräuter und Gemüse und pflegen die Staudenbeete. Dabei sind die jungen Leute bei Wind und Wetter draußen aktiv. Infolge der Corona-Beschränkungen sind zur Zeit auch viele  Arbeiten am Computer erforderlich.

Balzgesang des Grünspechts schon im Januar

Er ist ein scheuer Geselle, aber auch in Gärten wieder regelmäßig zu beobachten, der Grünspecht (auch bekannt als Grasspecht, Erdspecht oder „Fliegender Zorro“). Rote Kappe, grünes Gefieder, schwarze Augenmaske und ein Gesang, der an das Lachen eines Menschen erinnert, so kennt man den lachenden Specht, den Grünspecht, Picus viridis, aus der Familie der Erdspechte, der Picidae. Er wird bis 32cm lang und hat eine Spannweite von etwa 52 cm. Bereits Ende Januar beginnen die Balzgesänge; gebrütet wird zwischen April und Mai. Als Wohnraum braucht der Grünspecht dicke, alte Bäume, mit möglichst schon weichem, morschem Holz, um hier eine Bruthöhle anzulegen. Das Brutpaar, das meist nur für eine Saison zusammenbleibt, zimmert gemeinsam, was die Paarbindung festigt. Bevorzugte Bäume für Bruthöhlen sind Weiden, Pappeln und Obstbäume. Verlassene Höhlen sind begehrt bei Nachmietern wie Staren, Meisen, Kleibern, Gartenrotschwanz, aber auch bei Fledermäusen, Hornissen oder Siebenschläfern.

Das Weibchen legt fünf bis acht weiße Eier auf die durch die Bauarbeiten entstandenen Späne, es wird kein Nistmaterial eingebracht. Weibchen und Männchen teilen sich das Brutgeschäft, die Jungen schlüpfen nach 14 bis 17 Tagen, sind nach 23 bis 27 Tagen flügge und beginnen bereits im darauffolgenden Jahr selber zu brüten. Lieblingsspeise des tagaktiven Grünspechts sind Ameisen, notfalls auch Insekten, Regenwürmer, Schnecken oder Obst. Unter den Spechten ist der Grünspecht der mit der längsten Zunge. Um an die begehrte Beute zu gelangen, wird der Schnabel als Axt oder Zange eingesetzt, um Löcher in Ameisennester zu bohren. Dann stochert die bis zu zehn Zentimeter lange, klebrige Zunge, ein empfindliches Tastorgan, in die offenen Gänge hinein und fördert Ameisen, Puppen, Larven und Eier zu Tage. So vertilgt der Grünspecht bis zu 2000 Ameisen pro Tag.

Der Grünspecht verlässt uns über Winter nicht. Er ist ein Stand- oder Strichvogel. Während er im Sommer kleine Ameisenarten, zu erkennen an kleinen Erdhäufchen an der Erdoberfläche, bevorzugt, dienen ihm im Winter oft auch die großen Nesthügel der größeren Waldameisen als Nahrungslieferanten. Grünspechte können auch unter dem Schnee versteckte Ameisennester wiederfinden. Problematisch wird es, wenn die Schneedecke sehr dick wird oder die Erde sehr fest gefroren ist.

Auf Grund seiner Ernährungsweise bevorzugt der Grünspecht als Lebensraum baumbestandene Gärten, Parkanlagen, Waldränder und die immer seltener werdenden Streuobstwiesen. Um diesem hübschen Vogel, dem lachenden Specht, Lebensraum und Futterquellen zu erhalten, sollte im eigenen Garten auf den Einsatz von Pestiziden und Dünger verzichtet werden.

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp
Eure / Ihre Stefanie Barzen

Wenn es kalt wird: Winterdienst-Regeln beachten

Der Winter meldet sich zur Zeit auch in Remscheid und den Bergischen Großstädten immer mal wieder, so vermutlich auch rund um die Feiertage.
Wenn Schnee und Eis auftreten, dann müssen Gehwege z.B. in Remscheid auf einer Breite von 1 Meter geräumt werden, bei Bedarf auch mehrmals am Tag. Und der Gehweg muss gestreut werden. Dann werfen leider sehr viele Mitmenschen Salz auf den Gehweg und verstoßen so - i.d.R. ohne es zu wollen - gegen die Regeln umweltfreundlichen Winterdienstes. Und gegen Gesetze.Wieso, das erklärt Jörg Liesendahl, Biologe und Pädagogischer Leiter in der Natur-Schule Grund: "Salz in der Umwelt verunreinigt v.a. in den Außenbereichen die Gewässer, den Boden, Kleidung und Füße von Lebewesen. Das ist so ziemlich Allen bekannt, doch was folgert daraus?"
Zum Streuen dürfen zum Schutz der Umwelt grundsätzlich nur abstumpfende Stoffe wie Sand oder Splitt verwendet werden. Diese können meist in Baumärkten oder Baustoffhandlungen gekauft werden. Nur wenn aufgrund der besonderen Gegebenheiten (z. B. bei oder nach Eisregen), in besonders steilen Gehwegabschnitten oder auf Treppen hiermit keine sichere Begehbarkeit hergestellt werden kann, ist die sparsame Anwendung von Streusalz ausnahmsweise gestattet. Sämtliche anderen Auftaumittel sind komplett verboten! Baumscheiben und begrünte Flächen dürfen nicht mit Salz bestreut, salzhaltiger Schnee darf auf ihnen nicht abgelagert werden. Wichtig aber auch: Der vom Gehweg geräumte Schnee darf nicht auf die Straße geworfen werden, sondern soll am Gehwegrand oder im eigenen Vorgarten abgelagert werden. Hierbei sind Hydranten und Regeneinläufe von Eis und Schnee freizuhalten. Beim Ablagern von Schnee im eigenen Vorgarten wäre es natürlich ratsam, darin so wenig Salz wie möglich zu haben, um z.B. die eigene Rasenfläche / Wildblumenwiese dort nicht zu vergiften.

Keine geführten Waldspaziergänge vor Weihnachten

Durch die Verlängerung des vorweihnachtlichen Corona-Lockdown muss auch die Natur-Schule Grund mehrere geplante Termine absagen.Betroffen sind drei Waldspaziergänge am 5., 12. und 19. Dezember, bei denen Jörg Liesendahl, Biologe und Pädagogischer Leiter der Remscheider Umweltbildungsstation, Winterpilze, Sträucher und Bäume im Winterzustand sowie ausgewählte Tierarten bzw. deren Spuren gezeigt hätte.Das ist nun nicht erlaubt, so dass die Natur-Schule Grund Familien empfiehlt, gemeinsam mit den Kindern in den Wald zu gehen und dort mal nach den kleinen Dingen zu schauen, die an Bäumen oder auch auf dem Boden zu finden sind. Naturerlebnis-Tipps gibt es auf der Facebook-Seite der Natur-Schule (@umweltbildungsstation.remscheid) und unter www.natur-schule-grund.de.Als Grundausrüstung für moderne NaturfreundInnen empfiehlt sich neben Fernglas und Lupe auch eine Reihe von apps für das Smartphone, mit denen sich z.B. Pflanzen (Flora incognita) oder eine Vielzahl anderer Lebewesen (obsidentify) bestimmen lassen.

Naturerlebnis-Tipp aus der Natur-Schule Grund: Der Maulwurf

Der Maulwurf hat zu "Grabschaufeln" umgestaltete Vorderfüße und, gut im Fell versteckt, auch AugenSeinen Namen könnte man mit „Erdwerfer“ übersetzen, da er vom alten Wort „Molte“ für Erde abstammt. Und da wir von ihm meist nur die erdigen Spuren sehen, ist der Name auch nicht falsch für den "Maulwurf" (lat. Talpa europaea), das kleine Raubtier aus dem Untergrund. Das  Säugetier wird etwa 15 bis 18 Zentimeter lang und knapp 100 Gramm schwer. Paarungszeit ist von April bis Juni, nach vier bis sechs Wochen bringt das Weibchen, einmal im Jahr, drei bis sechs Junge zur Welt, die nach einem Monat selbstständig sind. Maulwürfe sind gesetzlich geschützt, sie dürfen weder gestört noch getötet werden. Man sollte sich über ihr Vorkommen freuen. Da, wo sie ihre Hügel aufwerfen, ist die Natur noch relativ in Ordnung.

Der Maulwurf ist bestens an die unterirdische Lebensweise angepasst. Er gräbt seine ungefähr 4 x 5 Zentimeter großen Röhren, die sich über ein Jagdgebiet von 3.000 Quadratmetern erstrecken und aus Gängen, Schlaf- Nest- und Vorratskammern bestehen, mit seinen Vorderfüßen. Sie gleichen einer mit Grabkrallen ausgestatteten großen Hand. Der Oberarmknochen ist sehr groß und der Arm mit kräftigen Muskeln ausgestattet. Während des Grabens können Mund und Nase mit Hautlappen verschlossen werden. Auch wenn der Maulwurf nicht so aussieht, besitzt er sieben Halswirbel wie jedes Säugetier. Fürs Vorankommen und Wenden in den engen Gängen ist der Maulwurf mit einem walzenförmigen Körper und einem samtigen Fell ausgestattet, das nur aus Wollhaaren besteht und keinen „Strich“ hat, d.h., die Haare können sich in jede Richtung legen. In schlechten Zeiten wurden Maulwürfe zur Herstellung von Mänteln und Jacken bejagt. 1000 Felle ergeben einen Mantel.

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Umwelt- und klimaverträgliches Autofahren im Winter

Bei den derzeit frostigen Nachttemperaturen ist morgens Eiskratzen am Pkw angesagt. Dabei verhalten sich weit mehr als die Hälfte aller AutofahrerInnen aber falsch, nehmen unnötige Umwelt- und Klimabelastungen in Kauf und riskieren sogar noch ein Bußgeld. Den Motor im Stand warmlaufen zu lassen, ist nicht nur verboten, sondern auch sinnlos, wie z.B. der ADAC nachgewiesen hat (https://www.adac.de/verkehr/verkehrssicherheit/wetter/motor-warmlaufen-lassen/). Während der Motor in Wahrheit im Stand nur geringfügig wärmer und damit der Fahrzeug-Innenraum nur wenig erwärmt wird, werden bei dieser Verbrennung fossiler Energieträger giftige und klimaschädliche Gase freigesetzt. Der Spritverbrauch ist bei Kälte und im Stand deutlich höher, ebenso der Motorverschleiß.
 
Wie es richtig geht, erläutert Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund: "Wer kann, deckt mindestens die Frontscheibe des Fahrzeugs über Nacht von außen ab, da entfällt das Eiskratzen in der Früh zumindest auf dieser Scheibe.
Der Eiskratzer sollte an allen Fenstern des Autos zum Einsatz kommen und den kompletten Sichtbereich von Eis befreien. Das Freikratzen sollte vor dem Einsteigen ins Auto erfolgen.Beim Einsteigen sollte darauf geachtet werden, möglichst wenig Feuchtigkeit oder Schnee und Eis an Kleidung und Schuhen ins Auto zu bringen. Insbesondere bei Schnee ist das Abklopfen der Schuhe außerhalb des Fahrzeuges zu empfehlen.
Beschlagene Scheiben im Inneren des Fahrzeugs sollten vor Fahrtantritt mit einem Trockentuch gereinigt werden. Dabei wäre es sinnvoll, das Trockentuch über Nacht im Hause zu haben und dort zu trocknen, um optimale Aufnahmefähigkeit für Feuchtigkeit zu erzielen.
Erst nach Freikratzen und Reinigung ggf. beschlagener Innenscheiben sollte dann der Motor gestartet und das Fahrzeug sofort bewegt werden, denn während der Fahrt werden sich Motor und in der Folge auch die Innenraum-Luft schnell erwärmen."

Weihnachten ohne ökologischen Schaden

Jährlich werden rund 25 Millionen Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft. 90% davon stammen aus Plantagen-Anbau mit intensivem Gebrauch von Pestiziden und Düngemitteln: Insektizide gegen Rüsselkäfer und Läuse, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs und Mineraldünger für einen gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- oder Blaufärbung der Nadeln (Quelle: www.nabu.de). "Das bekommt Tieren, Pilzen und Pflanzen ebenso wenig wie Gewässern und Boden, zumal Weihnachtsbaum-Kulturen oft im Mittelgebirge zu finden sind, wo all diese Umweltbereiche eng miteinander verwoben sind", sagt Jörg Liesendahl, Biologe und Pädagogischer Leiter der Natur-Schule Grund in Remscheid.

Als der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (www.bund.de) im vergangenen Jahr „stichprobenartig die Nadeln von Weihnachtsbäumen an deutschen Verkaufsstellen testete, wurde man bei 76 Prozent der analysierten Bäume fündig. Insgesamt wurden bei dem Test neun verschiedene Pestizide gefunden, von welchen fünf zu den gefährlichsten zählen, die derzeit in der EU eingesetzt werden.“ Und solche Bäume holen wir uns dann in unser Wohnzimmer? Angesichts der aktuellen Waldschäden ist auch die Fläche der Weihnachtsbaum-Monokulturen nicht zu verantworten, die alleine in Deutschland rund 50000 Hektar ausmacht. Kaum auszumalen, wenn hier naturnahe Wälder stünden oder auf eigentlich landwirtschaftlichen Anbauflächen Nahrungsmittel angebaut würden.

Rund 10 % der in Deutschland verkauften Weihnachtsbäume stammen aus Nachbarländern wie Dänemark oder Polen. Schon alleine wegen der teilweise weiten Transportwege sind diese Bäume äußerst fragwürdig. Einen Weihnachtsbaum in die Wohnung zu holen, ist also auch eine Frage der ökologischen Belastung, die wir der Umwelt (und uns) damit aufhalsen. Doch es gibt Alternativen, die diese Belastung deutlich verkleinern und unser Wohnzimmer von Schadstoffen frei halten. Die Natur-Schule Grund in Remscheid weist vor allem auf folgende Alternativen zum konventionelle Weihnachtsbaum hin:
Wer nicht auf den grünen Baum verzichten will, sollte nur Bäume aus ökologischer Waldwirtschaft oder aus anerkannt ökologischen Weihnachtsbaumkulturen kaufen. Dies sind FSC-zertifizierte Forstbetriebe und Baumschulen, Gärtnereien und Biohöfe, die nach den  Richtlinien des Naturland-, Bioland- oder des BIO-Siegels (sechseckiges Logo) produzieren. Auch einige Gartencenter haben inzwischen Bäume mit BIO-Siegel im Angebot.
Im Jahr 2017 hat die Umweltorganisation Robin Wood eine Liste von Verkaufsstellen für ökologische Weihnachtsbäume veröffentlicht, die auch für Remscheid und das Bergische Städtedreieck Bezugsquellen beinhaltete.

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Warum verfärben sich die Blätter im Herbst?

Viele lieben den Herbst wegen seiner bunten Farben. Stefanie Barzen, Biologin der Natur-Schule Grund, hat sich mal inhaltlich mit dem Herbstlaub auseinander gesetzt:
 
"Die wunderschöne herbstliche Färbung unserer heimischen Laubwälder bedeutet für den Baum eine Zeit höchster chemischer Aktivität. Gesteuert von Tageslänge, Temperatur und pflanzlichen Hormonen bereitet sich der Laubbaum auf den Winter vor. Der grüne Blattfarbstoff wird abgebaut und übrig bleiben, jetzt für uns sichtbar, rote und gelbe Farbstoffe.
 
Das Blattgrün oder Chlorophyll befindet sich in den Chloroplasten genannten Strukturen der Zellen aller grünen Pflanzenteile und ist die „Nahrungsbeschaffungszentrale“ der Pflanze. Hier werden aus der Lichtenergie der Sonne, Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate zum Aufbau von Blättern, Holz, Wurzeln und anderen Baumbestandteilen hergestellt und als „Abfallprodukt“ Sauerstoff an die Außenluft abgegeben.
Chlorophyll ist ein komplexes Molekül, das unter anderem aus Phosphor, Eisen, Kalium und Stickstoff besteht. Diese Bestandteile, besonders der Stickstoff, sind für den Baum zu wertvoll, um sie beim Laubfall zu opfern. Das Chlorophyll wird abgebaut und seine Bestandteile für eine spätere Verwendung in Rinde, Wurzeln oder Holz gelagert.Carotinoide (gelb/orange), Xanthophylle (gelb) und Anthocyane (rot/violett/bläulich), die als Nebenprodukt beim herbstlichen Umbau im Blatt neu entstehen, sind weniger wichtig und dürfen zu Boden fallen.
 
Bevor das Blatt zu Boden fallen kann, bildet der Baum an der Ansatzstelle zwischen Zweig und Blattstiel ein Trenngewebe aus Kork, eine Sollbruchstelle, die auch die kleine Verletzung, die beim Blattfall entstehen würde, verhindert. Buchen, Eichen und Hainbuchen bilden „Thyllen“, Zellwucherungen, die in die Nährstoffbahnen hinein wuchern und diese verstopfen. Blieben diese offen, hätte eine große Buche durch den Blattabwurf über 500.000 kleine Wunden, in die Bakterien, Pilzsporen oder Krankheitserreger eindringen könnten.
 
Der Abwurf der Blätter ist für den Laubbaum in vieler Hinsicht sinnvoll.Er entledigt sich der Blätter, die durch ihren Wassergehalt bei Frost geschädigt würden, entzieht ihnen vorher wertvolle Bestandteile und betreibt durch Knospenbildung im Spätsommer/Frühherbst bereits Vorsorge für den Frühling. Er verhindert die sogenannte „Frosttrocknis“, die einträte, wenn der Boden gefroren ist, über die Spaltöffnungen der Blätter immer noch Wasser verdunstet, aus dem Boden aber kein Wasser nachgeliefert wird. Der Baum würde vertrocknen.
Er entledigt sich der alten Blätter, in denen Stoffwechsel-Endprodukte und Umweltgifte abgelagert sind, und entfaltet im Frühjahr frische, neue Blätter ohne Verletzungen und Fraßspuren. Außerdem hält ein Baum ohne Laub Schneelasten besser stand.Der herbstliche Laubabwurf ist also einem aktiven Vorgehen des Baumes geschuldet, der Wind reißt die Blätter nicht von den Bäumen, er hat durch die Sollbruchstellen leichtes Spiel. Auch das Eigengewicht der Blätter lässt sie fallen.
 
Einen besonders schönen Farbverlauf zeigen Roteiche, Ahorn oder Weinblätter. Werden die Nährstoffbahnen, z.B. durch eine Miniermade, durchbrochen, entstehen kleine Farbkunstwerke: das Chlorophyll kann an diesen Stellen nicht abtransportiert werden, sie bleiben grün. Auch der komplette Ahornbaum zeigt den herbstlichen Farbverlauf, die Farbe der Blätter wechselt vom Gipfel zum Boden hin gesehen über braun, rötlich und gelb nach grün, in den unteren Blattregionen ist der Chlorophyllabbau noch im Gange.Immergrüne Pflanzen wie Ilex, Tannen oder Kiefern, schützen sich durch dicke Zellwände und Wachsschichten sowie kleine Oberflächen (Nadelblatt). Auch Nadelbäume wechseln ihr Kleid, werden aber nicht komplett nackt (Ausnahme wäre z.B. die Lärche), sondern verlieren immer mal wieder eine Nadel. Kiefernadeln können fünf Jahre, Tannennadeln sogar bis elf Jahre alt werden.
 
Und für die herbstliche Stimmung empfehle ich Rainer Maria Rilke (1875/1926), „Herbsttag“ von 1902. Aus der dritten Strophe: „...Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben. ...“Achten Sie beim nächsten Waldspaziergang doch einmal auf die Vielfalt der bunten Blattkunstwerke.
Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp, sofern Ihr / Sie der Natur-Schule nicht ohnehin auf facebook oder die Homepage folgt.
Ihre / Eure Stefanie Barzen"

Pilz-Galerie mit hohem Wiederkennungswert

Nachdem die im November als Freiland-Aktivität geplanten Ökologischen Pilzwanderungen der Natur-Schule Grund wegen des Corona-Lockdown nicht stattfinden dürfen, hat das Team der Natur-Schule begonnen, aktuelle Fotos von Pilzen auf die Homepage der Einrichtung zu stellen. Die Mehrzahl der Arten wurde direkt im Außengelände der Natur-Schule gefunden.Unter https://neu.natur-schule-grund.de/pilze wurden zunächst acht Pilzarten eingestellt, die derzeit auch an anderen Stellen des Bergischen Städtedreiecks mehr oder weniger häufig zu finden sind, darunter Schopftintling, Fliegenpilz und die Nebelkappe. Die dargestellten Arten werden im Laufe der nächsten Wochen ergänzt.
 
Jörg Liesendahl, Biologe und Pädagogischer Leiter der Natur-Schule Grund, legt besonderen Wert auf gute Wiedererkennbarkeit der Pilze, damit die NutzerInnen im Wald "ein Aha-Erlebnis" haben können: "Bei unseren Pilzwanderungen zeigen wir ja ebenfalls einige Arten, die viele Menschen schon gesehen haben, aber nicht zuordnen konnten. Diese Aufgabe müssen jetzt die Fotos übernehmen."Der Vorteil sei, dass die Auswahl der Arten sich auf das Bergischen Land konzentriere und somit die Trefferquote der Wiedererkennung recht hoch sei.Jörg Liesendahl und sein Team hoffen auf reges Interesse an der Pilz-Galerie, bitten aber auch unter info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de um feedback der InteressentInnen und Vorschläge, wie die Seite erweitert werden kann.

Pilzwanderungen im November fallen aus

Auch die Freiluft-Veranstaltungen der Natur-Schule Grund unter dem Motto "Ökologische Pilzwanderung", die für den 7. und den 21. November geplant waren, müssen wegen des Corona-Lockdown leider ausfallen.Jörg Liesendahl, Biologe und Pädagogischer Leiter der Natur-Schule, bedauert dieses insbesondere, weil aktuell so viele Pilze zu finden sind: "Diese Chance, zahlreiche Pilzarten vorstellen zu können, bietet sich mir in diesem Jahr bestimmt nicht noch einmal." Dennoch ist Liesendahl zuversichtlich, dass im Dezember und Januar Waldführungen möglich sein werden, die mit Abstand und Maske natürlich auch die Winterpilzarten erlebbar machen werden.

Pilzökologische Wanderung wieder ohne Körbchen

Die ergiebigen Niederschläge im Herbst haben dazu geführt, dass jetzt etliche Pilzarten ihre faszinierenden Fruchtkörper ausbilden. Doch warum werden diese Fruchtkörper entwickelt und wo finden wir sie? Diplom-Biologe Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund stellt bei einer Wanderung im Gebiet zwischen Grund und der Grüne die Ökologie der Pilze und ihre Bedeutung für die Abläufe in der Natur dar. Aus der Vielfalt von hunderten aus dem Gebiet bekannten Pilzarten werden einige häufige und einige seltenere Pilzarten vorgestellt. Wichtig: Diese Pilzwanderung dient nicht dem Aufsammeln essbarer Pilze! Das Körbchen muss deshalb zu Hause bleiben.

Die ökologische Pilzwanderung startet am Samstag, 7. November, um 10 Uhr an der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13; sie ist auch für Familien mit Kindern ab ca. acht Jahren geeignet und wird etwa drei Stunden dauern. Wetterfeste, ggf. auch wärmende Kleidung und wasserfeste Schuhe werden empfohlen.  Die Teilnahme kostet für Kinder bis 15 Jahren 3,50 Euro und für Erwachsene sieben Euro. Familien mit mehr als einem eigenen Kind erhalten einen Rabatt. Es gibt eine TeilnehmerInnen-Begrenzung.

Zur Erstellung einer Corona-kompatiblen TeilnehmerInnen-Liste ist eine verbindliche Anmeldung NUR per Mail zwingend erforderlich: info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de. Bitte geben Sie zu jedem Namen einer angemeldeten Person auch die  Anschrift und eine persönliche Telefon-Nr. an. Anmeldeschluss: Freitag, 6.11., 12 Uhr.