Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Ökologische Pilzwanderung ganz ohne Körbchen

Die ergiebigen Niederschläge in den letzten Wochen haben dazu geführt, dass etliche Pilzarten ihre Fruchtkörper ausbilden, die in ihrer Formenvielfalt und mit beeindruckenden Farben faszinierend sind. Diplom-Biologe Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund stellt bei einer Wanderung im Gebiet zwischen Grund und dem Gelpetal bei Westen die Ökologie der Pilze und ihre Bedeutung für die Abläufe in der Natur dar. Aus der Vielfalt von inzwischen weit über 200 aus dem Gebiet bekannten Pilzarten werden einige häufige und einige seltenere Pilzarten vorgestellt. Wichtig: Diese Pilzwanderung dient nicht dem Aufsammeln essbarer Pilze! Das Körbchen muss deshalb zu Hause bleiben.

Die ökologische Pilzwanderung startet am Samstag, 24. Oktober, um 14.30 Uhr an der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13. Die Wanderung ist auch für Familien mit Kindern ab ca. acht Jahren geeignet und wird etwa drei Stunden dauern. Wetterfeste, ggf. auch wärmende Kleidung und wasserfeste Schuhe werden empfohlen. Die Teilnahme kostet für Kinder bis 15 Jahren 3,50 Euro und für Erwachsene sieben Euro. Familien mit mehr als einem eigenen Kind erhalten einen Rabatt.Zur Erstellung einer Corona-kompatiblen TeilnehmerInnen-Liste ist eine verbindliche Anmeldung NUR per Mail zwingend erforderlich: info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de. Bitte geben Sie zu jedem Namen einer angemeldeten Person auch die  Anschrift und eine persönliche Telefon-Nr. an.

Ein schöner Geruch, sagte die Fliege

Nachdem es in den letzten Tagen geregnet hat, wagen sich die ersten Pilzfruchtkörper aus dem Boden. Ein Anlass für Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund, dem Pilz des Jahres 2020 einen Naturerlebnis-Tipp zu widmen, der Stinkmorchel. Ein Pilz, der seinem Namen alle Ehre macht, sowohl was seine phallische Form, als auch was seinen unangenehmen Geruch angeht. Wenn man beim Waldspaziergang die Nase rümpft, weil es unangenehm faulig müffelt, dann sollte man dem Gestank ein paar Schritte weit folgen. Wird dann noch einen Fliegenschwarm aufgeschreckt, hat man sie wahrscheinlich gefunden, die Stinkmorchel. Das lateinische „impudicus“ kann übersetzt werden mit „unzüchtig, schamlos“. So soll die Tochter von Charles Darwin die Stinkmorchel überall dort, wo sie sie antraf, entfernt haben, um die Schamgefühle junger Mädchen nicht zu verletzen. Was aber natürlich Blödsinn war.

Die zu den Ständerpilzen gehörende Stinkmorchel ernährt sich von totem, sich zersetzendem organischen Material, wie man es z.B. in der Streuschicht der Wälder findet. Bevor sie ihre ganze Pracht entfaltet, sieht man am Waldboden ein kugelig – eiförmiges, im Durchmesser etwa fünf Zentimeter großes Hexenei. Diese kann geschält wie eine Bratkartoffel zubereitet werden. Sein Inneres gilt als Delikatesse. Der Geschmack wird als nussig, rettichartig beschrieben. Aus diesem Hexenei wächst ein etwa zwanzig Zentimeter hoher, hohler, löchrig scheinender Stiel, angeblich mit einer Geschwindigkeit von zwei Millimetern pro Minute. Am Ende des Stiels bildet sich ein „Hut“. Zur Reifezeit ist dieser bedeckt mit einer kuhfladenfarbenen, schleimigen Masse, der sogenannten Gleba. In ihr bilden sich die Pilzsporen, umgeben von einer zuckerhaltigen Masse.

Ihr entströmt der Geruch nach Aas, der Insekten, besonders Fliegen, anlocken soll. Diese fressen die Masse mitsamt der Spore, scheiden diese unverdaut wieder aus und tragen so zur Verbreitung der Stinkmorchel bei. Das Aussehen dessen, was nach getaner Arbeit der Fliegen übrigbleibt, gibt der Stinkmorchel, die auch auf Waldfriedhöfen zu finden ist, den Namen „Leichenfinger“.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat die Stinkmorchel zum Pilz des Jahres 2020 gewählt (https://www.dgfm-ev.de/pilz-des-jahres/2020-gewoehnliche-stinkmorchel). Die ausgewachsene Stinkmorchel wird als nicht giftig, aber ungenießbar, beschrieben. Sie soll angeblich trotzdem ihre Wirkung tun gegen Gicht, Rheuma und als Aphrodisiakum. Wer's glaubt... Es muss etwas dran sein an diesem Pilz, so viele Fliegen können doch nicht lügen...

Kinder erleben den Wald im Herbst

Das Herbstferienprogramm der Natur-Schule Grund bietet Kindern zwischen sechs und ca. zwölf Jahren die Möglichkeit, sich u.a. ausgiebig in den heimischen Wäldern zu bewegen. Und dabei die Natur zu erleben bzw. kennen zu lernen, was es dort alles gibt. Z.B. Asseln und Tausendfüßer, aber auch Pilze in vielfältigen Formen und Farben. Die Termine:

  • Mittwoch, 14. Oktober, 10 bis 13 Uhr: Der Wald im Herbst. Ein Programm mit Biologin Stefanie Barzen, bei dem auch der spielerische Aspekt nicht zu kurz kommen wird. Es gibt nur noch 3 freie Plätze, deswegen ist eine baldige Anmeldung höchst sinnvoll.
  • Montag, 19. Oktober, und Dienstag, 20. Oktober, jeweils 10 bis 10 Uhr: Pilze in unseren Wäldern. Biologe Jörg Liesendahl und die teilnehmenden Kinder gehen auf "Pilz-Pirsch" und schauen in verschiedenen Wäldern nahe der Natur-Schule, welche Pilze dort zu finden sind.
  • Freitag, 23. Oktober, 10 bis 13 Uhr: Waldolympiade. Fragen und Aufgaben im und zum Wald. Das Team der Natur-Schule freut sich auf Kinder, die mehr wissen und dabei noch Spaß haben wollen. Jörg Liesendahl stellt knifflige Fragen, die auf Antworten hoffen, und lässt die Kinder Sachen suchen. Davon hat der Wald eine Menge zu bieten.

Anmeldungen sind ab sofort möglich. vorher jedoch sollten Eltern oder Großeltern die Corona-Regeln auf der Startseite von www.natur-schule-grund.de lesen. Ohne Beachtung dieser Regeln dürfen Kinder nicht am Programm teilnehmen.Zu den einzelnen Themen gibt es unter https://neu.natur-schule-grund.de/programm weitere Informationen.

Anmeldungen können nur per Mail erfolgen und müssen je angemeldetem Kind die komplette Anschrift und eine Telefon-Nr. der Eltern enthalten, damit das Gesundheitsamt im Falle eine Corona-Ausbruchs im Zusammenhang mit der Veranstaltung eine Rückverfolgung vornehmen kann: info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de

Kinder-Ferienprogramm "Natur" für die Herbstferien

Für Kinder im Grundschulalter und etwas ältere Kinder (6 bis 12/13 Jahre) bietet die Natur-Schule Grund auch in den Herbstferien "Natur zum Anfassen".
Die Kinder-Ferienkurse finden jeweils von 10 bis 13 Uhr in der Natur-Schule, Grunder Schulweg 13, oder deren unmittelbarem Umfeld statt. Die Kinder sollten für eine kleine Pause zwischendurch mit Essen und Trinken ausgerüstet sein, dazu mit wetterfester, ggf. wärmender Kleidung und passendem Schuhwerk. Die Teilnahme kostet je Kind und Tag 1zehn €, die Aktion zum Pizzabacken elf €.Wegen der Corona-Beschränkungen können pro Tag nur acht Kinder teilnehmen, für die die Corona-Regeln auf der Homepage der Natur-Schule unter www.natur-schule-grund.de gelten. Eltern sollten diese Regeln vor Anmeldung ihrer Kinder lesen.Eine Anmeldung ist jeweils zwingend erforderlich und sollte möglichst frühzeitig erfolgen. Anmeldungen nimmt die Natur-Schule Grund NUR per Mail unter info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de entgegen.
 
  • Ab Montag, 12. Oktober, heißt es u.a.: Wir bauen einen Igel-Unterschlupf, Wir backen eine leckere Pizza und der Wald im Herbst. Drei Termine mit Biologin Stefanie Barzen, die natürlich auch das spielerische Naturerleben mit berücksichtigen wird.
  • Am Donnerstag, 15. Oktober, und Freitag, 16. Oktober.,  geht es mit Tobias Marsch um leckere Natur wie z.B. Apfelsaft, Obstjoghurt und Eis.
  • Am Montag und Dienstag der zweiten Ferienwoche erforschen die Kinder mit dem Biologen Jörg Liesendahl die Pilzwelt der Wälder rund um die Natur-Schule Grund, bauen am Mittwoch, 21. Oktober, noch einen Igel-Unterschlupf, erforschen die Natur mit Experimenten am Donnerstag (22.10.) und machen eine spannende Waldolympiade am Freitag, 23. Oktober.
Das komplette Ferienprogramm, auch mit weiteren Familienterminen während der Herbstferien, findet sich auf der Facebook-Seite der Natur-Schule, auf der Homepage sowie auf www.remscheid-live.de unter dem Veranstaltungsort "Natur-Schule Grund". Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Am Wahltag auch die Artenvielfalt unterstützen

Die Natur-Schule Grund nutzt den Wahltag am Sonntag, 13. September, um Werbung für die Artenvielfalt zu machen.Von 10 bis 17 Uhr haben Wählerinnen und Wähler im Wahlbüro Grunder Schulweg 13 die Möglichkeit, ihre Unterschrift für die Volksinitiative "Artenvielfalt NRW" abzugeben. Sie hat zum Ziel, dass sich der Landtag NRW im kommenden Jahr mit dem Artenschwund in NRW auseinandersetzen muss und dabei effiziente Gegenmaßnahmen diskutiert (und möglichst auch beschließt).Vergleichbar etwa den Aktivitäten der Remscheider Naturschutzverbände und der großen Gemeinschaftsaktion "Remscheid brummt".
 
Biologe Jörg Liesendahl von der Natur-Schule wird zudem um 10.30 Uhr, um 13 Uhr und um 15.30 Uhr jeweils einstündige Gartenführungen anbieten, bei der sich die Teilnehmenden über Aspekte eines naturnahen und lebensfreundlichen Gartens informieren können. Die TeilnehmerInnen-Zahl soll jeweils 10 Personen nicht überschreiten, um den Corona-Regeln zu entsprechen. Eine Anmeldung bis eine halbe Stunde vor der Aktion ist nötig und kann im Vorfeld per eMail erfolgen: info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de. Je nach Größe der Gruppe wird eine Mund-Nase-Bedeckung erforderlich. Oder Sie melden sich an, bevor Sie ins Wahlbüro gehen.Die Teilnahme ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Das Gänsefingerkraut: Ein Pflanzenporträt

Das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) gehört zusammen mit Erdbeere, Kirsche und Apfel in die Familie der Rosengewächse. Wegen seiner Eigenschaften wird es auch als Krampfkraut oder Silberblatt bezeichnet. Es wächst dicht am Boden und wird selten höher als 15cm. Die Pflanze bildet eine sehr trittresistente Grundrosette, wodurch sie sich als Pionierpflanze eignet.

Die gefiederten Laubblätter rollen sich bei viel Wärme und Trockenheit etwas ein und zeigen dann ihre silbrig behaarte Blattunterseite. Die leuchtend gelben Blüten mit der für Rosengewächse typischen Anzahl von fünf Blüten- und fünf Kelchblättern öffnen sich nur bei schönem Wetter völlig. Sie tragen Saftmale, die nur im UV-Bereich, also nur für die bestäubenden Insekten, sichtbar sind. Zur Zeit der Samenreife bildet jede Blüte viele einsamige Nüsschen.
Das Gänsefingerkraut bildet, ähnlich wie die Erdbeere, kriechende Ausläufer, an deren Ende wieder eine neue Pflanze mit Blattrosette und Wurzeln wächst.

Die weltweit und häufig vorkommende Pflanze findet man auf Weiden, Ackerflächen, Ödland, an Wegrändern und als langes, durchgehendes, gelbes Band entlang von Straßen, was für ihre hohe Verträglichkeit für Streusalz spricht. Der Name „Gänse“fingerkraut erklärt sich aus der Fähigkeit der Pflanze, auch auf Flächen mit einem hohen Nährstoffgehalt, wie z.B. auf einer Gänseweide, wachsen zu können.

Gänsefingerkraut ist eine alte Heilpflanze. Sie enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide, Cumarine, Cholin und Vitamin C. Die Pflanze wird als „Krampfkraut“ besonders eingesetzt gegen krampfartige Schmerzen im Magen-Darmbereich und im Unterleib, etwa bei Menstruationsbeschwerden, die mit Krämpfen einhergehen. Sie wirkt außerdem zusammenziehend, schmerzlindernd und gegen Durchfallerkrankungen. Gänsefingerkrauttee hilft auch bei Entzündungen des Zahnfleisches und der Mund- und Rachenschleimhaut. Das Kauen der Wurzel soll gegen Zahnfleischentzündungen helfen.

Auch in der Küche ist das Fingerkraut willkommen. Die jungen Blätter können in Kräutercreme und Salat, die Wurzel roh oder als Gemüse verwendet werden. Die gelben Blüten ergeben eine hübsche, essbare Zierde für allerlei Speisen. In alten Zeiten erhöhte man den Tragekomfort der damals üblichen Holzschuhe durch das Einlegen der weichen Gänsefingerkrautlaubblätter. Man erzählt sich, wer zur Hochzeit Gänsefingerkraut im Hochzeitsschuh trägt, hat in der Ehe die Hosen an... Und selbstverständlich sind die im Mondlicht silbrigen Blätter des Fingerkrauts begehrte Elfentanzplätze!Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp
Ihre / Eure Stefanie Barzen

Naturerlebnis-Tipp "Schafgarbe"

Die Schafgarbe gehört, wie Löwenzahn und Gänseblümchen, in die große Familie der Körbchenblütler. Einige ihrer deutschen Namen lauten Frauendank, Achilleskraut oder auch Blutstillkraut und verweisen auf die Wirkung der Pflanze.

Die Schafgarbe in Blüte
Die Schafgarbe in Blüte (Foto: Stefanie Barzen / Natur-Schule Grund)

Die anspruchslose Pflanze wächst an Wegrändern, auf Wiesen und Weiden. Sie hat zarte, stark gefiederte Laubblätter und blüht wohlriechend weiß oder zart rosa in sogenannten Doldenrispen. Auch gibt es Gartenformen in kräftigem Rot.
Ihr deutscher Name, Schafgarbe, bezieht sich auf Schafe, die ihre Laubblätter zum Fressen gern haben, Blütenstängel und Blüten aber stehen lassen. Der Namensteil „garbe“ stammt vom althochdeutschen „garwe“, was so viel bedeutet wie „Gesundmacher“. Ihr lateinischer Name, Achillea millefolium,
bezieht sich im ersten Wort auf den griechischen Helden Achilles, der seine Wunden mit Hilfe der Schafgarbe heilen konnte. „Millefolium“, tausendblättrig, bezieht sich auf ihre fiedrigen Blätter.

Die Schafgarbe, Heilpflanze des Jahres 2004, besitzt ähnliche Inhaltsstoffe und Heilwirkungen wie die mit ihr verwandte Kamille, die ebenfalls ein Körbchenblütler ist.
Schafgarbe enthält Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, Kampfer, Achillein, Cumarine, Schleimstoffe, Mineralien wie Kalium und Kupfer, Vitamine, Matricin als Vorstufe des Chamazulen (vergleiche Kamille!) und antibiotisch wirksame Inhaltsstoffe.
Verwendete Pflanzenteile sind hauptsächlich Blätter und Blüten als Tee, Pulver oder Tinktur. Sie fördert den Gallenfluss, wirkt appetitanregend, krampflösend, adstringierend, antibakteriell, durchblutungsfördernd, schmerzstillend. Äußerlich wirkt Schafgarbe blutstillend, entzündungshemmend, keimhemmend und fördert die Heilung von Wunden. Ihre stark blutstillende Wirkung hilft bei Nasenbluten ebenso wie bei inneren und äußeren Blutungen.
Schafgarbe galt in Kriegszeiten als erstes Mittel der Wundversorgung. Sie ist eine anerkannte Pflanze der Frauenheilkunde und wird hier eingesetzt bei schwachen, unregelmäßigen und auch bei zu starken Menstruationen und gegen Menstruationsschmerzen. Auch Hildegard von Bingen (1098 – 1179) spricht von der „feinen Wirkung auf Wunden“.
Empfindliche Menschen können bei Hautkontakt mit Schafgarbe eine Kontaktallergie, eine sogenannte Wiesendermatitis, entwickeln.

Schafgarbe ist essbar. Ihr Geschmack wird als scharf, herb, muskatnussartig beschrieben. Junge Blätter und Blüten bzw. Blütenknospen können Gemüse und Salat beigegeben werden. Sie bilden auch eine würzige Zugabe zu Kräutersalzen und Kräuterbutter und können zur Aromatisierung von Essig, Tee, alkoholischen Getränken oder auch von Tabakmischungen verwendet werden.
Die Blüten ergeben eine hübsche, essbare Dekoration. Einfach mal ausprobieren!

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp aus der Natur-Schule Grund
Ihre / Eure Stefanie Barzen

Obstbaum-Kursus für den Sommerschnitt

Obstbäume im Sommer schneiden? Wie es geht, zeigt Detlef Regulski in einem Praxisseminar der Natur-Schule Grund, das wegen der großen Nachfrage noch einmal angeboten wird. Der Obstbaum-Praktiker erläutert die geeigneten Werkzeuge und die für die einzelnen Obstarten unterschiedlichen Schnitt-Methoden. Der Schwerpunkt liegt allerdings bei den Apfelbäumen. Das Praxisseminar ergänzt den im Winter durchgeführten dreiteiligen Obstbaum-Schnittkurs, es sollte also bereits einige theoretische Vorkenntnisse über den richtigen Obstbaumschnitt geben. Am Samstag, 18. Juli, beginnt der Kurs in Remscheid-Lüttringhausen um 14 Uhr und dauert ca. 2,5 Stunden. Die zur Verfügung stehende Obstwiese weist neben Jungbäumen und Hochstämmen auch völlig verschnittene Hochstämme und Buschbäume auf, so dass der Termin besonders geeignet ist für jene Obstbaum-Interessierten, die lange nicht oder falsch beschnittene Bäume oder die in vielen Privatgärten verbreiteten niedrigen Formen pflegen wollen.

Die Teilnahme am Praxisseminar "Sommerschnitt" kostet pro Person 14,- Euro. Um den Corona-Regeln zu genügen, müssen die TeilnehmerInnen eine Mund-Nase-Bedeckung dabei haben und i.d.R. auf der Obstwiese einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Eine Anmeldung bis Donnerstag, 16. Juli, ist zwingend erforderlich. Der Treffpunkt wird noch bekannt gegeben, deshalb ist eine Anmeldung per Mail (info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de) zu empfehlen. Bitte geben Sie bei der Anmeldung außer Ihrem Namen auch die Anschrift und die Telefon-Nr. an, damit die Natur-Schule die TeilnehmerInnen-Liste Corona-kompatibel vorbereiten kann. Natürlich geht auch eine telefonische Anmeldung unter RS 3748239.

Kräuterkunde der Naturschule in Corona-Zeiten

Es ist Sommer und die Kräuter sprießen. Einige blühen, andere sind in der Mitte des Jahres zur Ernte bereit. Die Natur-Schule Grund bietet deshalb in den nächsten Wochen drei Kräuterspaziergänge an, bei der die Teilnehmenden die Möglichkeit haben, Kräuter kennen zu lernen und Vieles über ihre Nutzbarkeit zu erfahren. HuflattichblütenKräuterfachfrau Sandra Krawetzke wird zunächst ein Kräuterquiz durchführen und dann ca. 1,5 Stunden durch das Gartengelände der Natur-Schule Grund führen und Kräuter probieren lassen. Dazu gibt es Geschichten und natürlich die Möglichkeit, viele Fragen zu stellen.Sandra Krawetzke wird den Kräuterspaziergang im Juli dreimal anbieten, nämlicham Montag, 13. Juli, um 15 Uhr,am Sonntag, 19. Juli,, um 10.30 Uhr und am Samstag, 25. Juli, um 10:30 Uhr.Ort der Veranstaltung ist die Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13, in Remscheid-Grund.

Wegen der Einschränkungen in Corona-Zeiten muss die Teilnehmenden-Zahl jeweils auf zwölf  Personen begrenzt werden. Der TeilnehmerInnen-Beitrag beträgt 15 Euro pro Person. Die Verwendung einer Mund-Nase-Bedeckung (bitte mitbringen) und i.d.R. ein Mindestabstand von 1,5 m sind sinnvoll. Ggf. kann durch die Bildung einer Bezugsgruppe auf diese Einschränkungen verzichtet werden.Eine verbindliche Anmeldung per Mail (info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de) unter Angabe der Anschrift und einer Telefon-Nr. ist zwingend erforderlich. Damit ist auch die Einwilligung zum Datenschutz verbunden, denn die Daten der Veranstaltung müssen zum Zweck der Rückverfolgbarkeit ggf. für das Gesundheitsamt verfügbar gemacht werden.Im Einklang mit dem Hygienekonzept der Natur-Schule findet die Veranstaltung (fast) vollständig im Freien statt, dem Wetter angepasste Kleidung und wetterfestes Schuhwerk wird empfohlen.

Krokodile und Drachen in der Natur entdecken

Kreativ im Wald

Im Rahmen ihrer Naturerlebnis-Tipps für Kinder und Eltern im Corona-Lockdown empfiehlt Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund, im Wald auch die Phantasie walten zu lassen: Nicht nur Wolkenbilder können die Phantasie anregen. Richtet beim nächsten Waldspaziergang doch mal den Blick auf den Boden und lasst der Kreativität freien Lauf. Fichtenrinde z.B. ähnelt den Schuppen eines Krokodils, ein gelöstes Stück Rinde einer Art Augenbraue und die Abbruchstelle eines Zweiges einem Auge. Ein leeres Schneckenhaus als Auge und die Illusion ist (fast) perfekt.

Die glatte Rückseite mit ihrem dünnen Fortsatz wird, bestückt mit kleinen Steinchen im „Schnabel“, zum Archaeopteryx. Die kleinen Basteleien können immer wieder mit neuen Fundstücken aus der Natur variiert werden.Man kann sie zur Freude für den nächsten Wanderer gut sichtbar im Wald lassen oder zuhause zusammenkleben. Fichtenzapfen, Vogelfedern, Stöckchen, Bucheckern, Eichelhütchen, ...es gibt genug Material.

Aber Obacht: die Natur niemals verletzen, nichts abzupfen, nur aufheben und immer kontrollieren, ob Rinde und Schneckenhaus auch wirklich unbewohnt sind!

Wohlriechende Linden luden einst zum Tanz ein

Die alte Dorflinde ist der Mittelpunkt des geselligen Lebens. In ihrem Schatten wird auf der Bank rund um den Stamm gesessen und der neuste Dorfklatsch verbreitet, hier wird getanzt und getrunken. Die Linde ist der Baum des Volkes. In sogenannten „Tanzlinden“ wurde der Tanzboden, zum Schutz des Baumes und der Tänzer versehen mit einem hölzernen Gerüst, direkt in das Geäst der Linde gebaut. Unter der Linde wurde Gericht gehalten, da man glaubte, unter diesem „heiligen“ Baum müsse die Wahrheit ans Licht kommen. Der Minnesänger Walther von der Vogelweide (etwa 1170 – 1230) gebraucht den Platz unter der Linde für andere Zwecke: „unter der linden, an der heide, da unser zweier bette was...“.

Linden werden etwa 30Mater hoch und können extrem alt werden, genannt werden Zahlen von über 1000 Jahren. Man sagt „Linden kommen 300 Jahre, stehen 300 Jahre und vergehen 300 Jahre“. Linden produzieren keine fäulnisresistenten Gerbstoffe und werden mit zunehmendem Alter daher häufig innen hohl. Der alternde Baum schiebt sogenannte Innenwurzeln in die Erde, mit deren Hilfe sich eine neue Krone bilden kann, während der alte Baum weiter abstirbt. Langlebigkeit entsteht so durch eine Art Verjüngungskur.

Lindenblätter haben das Aussehen eines leicht verschobenen Herzens. Sie blühen in schwach gelben, hängenden Doldentrauben, die einen intensiven, angenehmen Wohlgeruch verströmen. Dieser Duft soll die Bestäuber, hauptsächlich Honigbiene und Hummeln, anlocken. Lindenblütennektar enthält über 90% Zucker. Junge Lindenblätter eignen sich als Beigabe zu Salat oder Gemüse. Lindenblüten liefern ein zartes Aroma für Tee, Nachtisch oder süße Getränke.

Bienen produzieren so Lindenblütenhonig, nicht zu verwechseln mit Lindenhonig, den die Bienen aus dem sogenannten „Honigtau“ herstellen. Honigtau ist die immer noch stark zuckerhaltige Flüssigkeit, die die Blattläuse ausscheiden, die auf den Blattoberseiten der Linden Pflanzensaft saugen. Er ist es auch, der unter Linden geparkte Autos mit hartnäckigen, klebrigen Flecken versieht. Eine ausgewachsene Linde kann bis zu 60.000 Blüten haben. Jeder Blütenstand ist mit einem Tragblatt versehen, das zur Zeit der Fruchtreife als „Flugblatt“ dient und hilft, die Früchte mit Hilfe des Windes zu verbreiten (Anemochorie). Die Früchte gleiten in einer kreiselnden Bewegung, ähnlich wie Ahornsamen, zu Boden.

Das Holz der Linde dient Bildhauern, Schnitzern und Drechslern für ihre Arbeit. Die berühmte polnische Madonna von Tschenstochau ist auf Lindenholz gemalt. Auch Holzschuhe, Schüssel und Löffel wurden aus Lindenholz gefertigt. Die Linde ist der Baum der Linderung und Heilung. Sie enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle und Flavonoide. Lindenblütentee wirkt bei grippalen Infekten schweißtreibend, krampflösend, schleimlösend und lindert den Hustenreiz. Schweißtreibend, beruhigend und schlaffördernd wirken Lindenblüten auch als Badezusatz. Kohle aus Lindenholz bindet Giftstoffe und Magensäure und wird zur Zahnpflege empfohlen. Unter einer blühenden Linde sollte man einmal innehalten, schnuppern und auch die Ohren spitzen, dann kann man den fleißigen Bienen und Hummeln bei der Arbeit zuhören.

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp!

Ihre / Eure Stefanie Barzen

Ferienprogramm "Natur" in der Natur-Schule Grund

Die Natur-Schule Grund wird in den Sommerferien ein Kinderferienprogramm, Eltern-Kind-Programme und Erwachsenenbildung anbieten. Von Nachtwanderungen über Naturerlebnis-Wanderungen bis hin zum Pizza-Backen sind viele spannende Angebote rund um Natur und Umwelt enthalten.
Dafür hat die Natur-Schule viel Arbeit in ein umfassenden Hygienekonzept gesteckt, um den Erfordernissen der Corona-Beschränkungen zu genügen.
Erste Programmpunkte wurden bereits auf der neugestalteten Homepage der Natur-Schule veröffentlicht, die nach Angaben des Pädagogischen Leiters, Jörg Liesendahl, in den nächsten Wochen ständig weiter entwickelt werden wird. Zu finden sind die Termine auf www.natur-schule-grund.de im Register "Programm".
 
Besonders wichtig sind für die Natur-Schule Grund die "Corona-Regeln", die auf der Startseite der Homepage zu finden sind. Liesendahl empfiehlt, diese Regeln zunächst durchzulesen, bevor eine Anmeldung von Personen zu Angeboten erfolgt. Jörg Liesendahl: "Wir wollen die Kinder in Bezugsgruppen einteilen. Das bedeutet eine Höchstteilnehmer-Zahl von 8, zuzüglich unserer BetreuerInnen. Aber der Verzicht auf Mindestabstand und Mund-Nase-Bedeckung, der für ein starkes Naturerlebnis erforderlich ist, führt leider auch zu einem Risiko der Ansteckung." Die Natur-Schule wolle schließlich nicht Hotspot eines neuen Corona-Geschehens in Remscheid werden. Andererseite seien alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen worden, um Ansteckungen möglichst zu vermeiden. Dazu gehört u.a., dass die Veranstaltungen fast komplett im Freien stattfinden.Anmeldungen zu den Programmen sind ab sofort möglich. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich, möglichst per Mail unter info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de.