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Das Gänsefingerkraut: Ein Pflanzenporträt

Das Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) gehört zusammen mit Erdbeere, Kirsche und Apfel in die Familie der Rosengewächse. Wegen seiner Eigenschaften wird es auch als Krampfkraut oder Silberblatt bezeichnet. Es wächst dicht am Boden und wird selten höher als 15cm. Die Pflanze bildet eine sehr trittresistente Grundrosette, wodurch sie sich als Pionierpflanze eignet.

Die gefiederten Laubblätter rollen sich bei viel Wärme und Trockenheit etwas ein und zeigen dann ihre silbrig behaarte Blattunterseite. Die leuchtend gelben Blüten mit der für Rosengewächse typischen Anzahl von fünf Blüten- und fünf Kelchblättern öffnen sich nur bei schönem Wetter völlig. Sie tragen Saftmale, die nur im UV-Bereich, also nur für die bestäubenden Insekten, sichtbar sind. Zur Zeit der Samenreife bildet jede Blüte viele einsamige Nüsschen.
Das Gänsefingerkraut bildet, ähnlich wie die Erdbeere, kriechende Ausläufer, an deren Ende wieder eine neue Pflanze mit Blattrosette und Wurzeln wächst.

Die weltweit und häufig vorkommende Pflanze findet man auf Weiden, Ackerflächen, Ödland, an Wegrändern und als langes, durchgehendes, gelbes Band entlang von Straßen, was für ihre hohe Verträglichkeit für Streusalz spricht. Der Name „Gänse“fingerkraut erklärt sich aus der Fähigkeit der Pflanze, auch auf Flächen mit einem hohen Nährstoffgehalt, wie z.B. auf einer Gänseweide, wachsen zu können.

Gänsefingerkraut ist eine alte Heilpflanze. Sie enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe, Schleimstoffe, Flavonoide, Cumarine, Cholin und Vitamin C. Die Pflanze wird als „Krampfkraut“ besonders eingesetzt gegen krampfartige Schmerzen im Magen-Darmbereich und im Unterleib, etwa bei Menstruationsbeschwerden, die mit Krämpfen einhergehen. Sie wirkt außerdem zusammenziehend, schmerzlindernd und gegen Durchfallerkrankungen. Gänsefingerkrauttee hilft auch bei Entzündungen des Zahnfleisches und der Mund- und Rachenschleimhaut. Das Kauen der Wurzel soll gegen Zahnfleischentzündungen helfen.

Auch in der Küche ist das Fingerkraut willkommen. Die jungen Blätter können in Kräutercreme und Salat, die Wurzel roh oder als Gemüse verwendet werden. Die gelben Blüten ergeben eine hübsche, essbare Zierde für allerlei Speisen. In alten Zeiten erhöhte man den Tragekomfort der damals üblichen Holzschuhe durch das Einlegen der weichen Gänsefingerkrautlaubblätter. Man erzählt sich, wer zur Hochzeit Gänsefingerkraut im Hochzeitsschuh trägt, hat in der Ehe die Hosen an... Und selbstverständlich sind die im Mondlicht silbrigen Blätter des Fingerkrauts begehrte Elfentanzplätze!Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp
Ihre / Eure Stefanie Barzen

Naturerlebnis-Tipp "Schafgarbe"

Die Schafgarbe gehört, wie Löwenzahn und Gänseblümchen, in die große Familie der Körbchenblütler. Einige ihrer deutschen Namen lauten Frauendank, Achilleskraut oder auch Blutstillkraut und verweisen auf die Wirkung der Pflanze.

Die Schafgarbe in Blüte
Die Schafgarbe in Blüte (Foto: Stefanie Barzen / Natur-Schule Grund)

Die anspruchslose Pflanze wächst an Wegrändern, auf Wiesen und Weiden. Sie hat zarte, stark gefiederte Laubblätter und blüht wohlriechend weiß oder zart rosa in sogenannten Doldenrispen. Auch gibt es Gartenformen in kräftigem Rot.
Ihr deutscher Name, Schafgarbe, bezieht sich auf Schafe, die ihre Laubblätter zum Fressen gern haben, Blütenstängel und Blüten aber stehen lassen. Der Namensteil „garbe“ stammt vom althochdeutschen „garwe“, was so viel bedeutet wie „Gesundmacher“. Ihr lateinischer Name, Achillea millefolium,
bezieht sich im ersten Wort auf den griechischen Helden Achilles, der seine Wunden mit Hilfe der Schafgarbe heilen konnte. „Millefolium“, tausendblättrig, bezieht sich auf ihre fiedrigen Blätter.

Die Schafgarbe, Heilpflanze des Jahres 2004, besitzt ähnliche Inhaltsstoffe und Heilwirkungen wie die mit ihr verwandte Kamille, die ebenfalls ein Körbchenblütler ist.
Schafgarbe enthält Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide, Schleimstoffe, Kampfer, Achillein, Cumarine, Schleimstoffe, Mineralien wie Kalium und Kupfer, Vitamine, Matricin als Vorstufe des Chamazulen (vergleiche Kamille!) und antibiotisch wirksame Inhaltsstoffe.
Verwendete Pflanzenteile sind hauptsächlich Blätter und Blüten als Tee, Pulver oder Tinktur. Sie fördert den Gallenfluss, wirkt appetitanregend, krampflösend, adstringierend, antibakteriell, durchblutungsfördernd, schmerzstillend. Äußerlich wirkt Schafgarbe blutstillend, entzündungshemmend, keimhemmend und fördert die Heilung von Wunden. Ihre stark blutstillende Wirkung hilft bei Nasenbluten ebenso wie bei inneren und äußeren Blutungen.
Schafgarbe galt in Kriegszeiten als erstes Mittel der Wundversorgung. Sie ist eine anerkannte Pflanze der Frauenheilkunde und wird hier eingesetzt bei schwachen, unregelmäßigen und auch bei zu starken Menstruationen und gegen Menstruationsschmerzen. Auch Hildegard von Bingen (1098 – 1179) spricht von der „feinen Wirkung auf Wunden“.
Empfindliche Menschen können bei Hautkontakt mit Schafgarbe eine Kontaktallergie, eine sogenannte Wiesendermatitis, entwickeln.

Schafgarbe ist essbar. Ihr Geschmack wird als scharf, herb, muskatnussartig beschrieben. Junge Blätter und Blüten bzw. Blütenknospen können Gemüse und Salat beigegeben werden. Sie bilden auch eine würzige Zugabe zu Kräutersalzen und Kräuterbutter und können zur Aromatisierung von Essig, Tee, alkoholischen Getränken oder auch von Tabakmischungen verwendet werden.
Die Blüten ergeben eine hübsche, essbare Dekoration. Einfach mal ausprobieren!

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp aus der Natur-Schule Grund
Ihre / Eure Stefanie Barzen

Obstbaum-Kursus für den Sommerschnitt

Obstbäume im Sommer schneiden? Wie es geht, zeigt Detlef Regulski in einem Praxisseminar der Natur-Schule Grund, das wegen der großen Nachfrage noch einmal angeboten wird. Der Obstbaum-Praktiker erläutert die geeigneten Werkzeuge und die für die einzelnen Obstarten unterschiedlichen Schnitt-Methoden. Der Schwerpunkt liegt allerdings bei den Apfelbäumen. Das Praxisseminar ergänzt den im Winter durchgeführten dreiteiligen Obstbaum-Schnittkurs, es sollte also bereits einige theoretische Vorkenntnisse über den richtigen Obstbaumschnitt geben. Am Samstag, 18. Juli, beginnt der Kurs in Remscheid-Lüttringhausen um 14 Uhr und dauert ca. 2,5 Stunden. Die zur Verfügung stehende Obstwiese weist neben Jungbäumen und Hochstämmen auch völlig verschnittene Hochstämme und Buschbäume auf, so dass der Termin besonders geeignet ist für jene Obstbaum-Interessierten, die lange nicht oder falsch beschnittene Bäume oder die in vielen Privatgärten verbreiteten niedrigen Formen pflegen wollen.

Die Teilnahme am Praxisseminar "Sommerschnitt" kostet pro Person 14,- Euro. Um den Corona-Regeln zu genügen, müssen die TeilnehmerInnen eine Mund-Nase-Bedeckung dabei haben und i.d.R. auf der Obstwiese einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Eine Anmeldung bis Donnerstag, 16. Juli, ist zwingend erforderlich. Der Treffpunkt wird noch bekannt gegeben, deshalb ist eine Anmeldung per Mail (info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de) zu empfehlen. Bitte geben Sie bei der Anmeldung außer Ihrem Namen auch die Anschrift und die Telefon-Nr. an, damit die Natur-Schule die TeilnehmerInnen-Liste Corona-kompatibel vorbereiten kann. Natürlich geht auch eine telefonische Anmeldung unter RS 3748239.

Kräuterkunde der Naturschule in Corona-Zeiten

Es ist Sommer und die Kräuter sprießen. Einige blühen, andere sind in der Mitte des Jahres zur Ernte bereit. Die Natur-Schule Grund bietet deshalb in den nächsten Wochen drei Kräuterspaziergänge an, bei der die Teilnehmenden die Möglichkeit haben, Kräuter kennen zu lernen und Vieles über ihre Nutzbarkeit zu erfahren. HuflattichblütenKräuterfachfrau Sandra Krawetzke wird zunächst ein Kräuterquiz durchführen und dann ca. 1,5 Stunden durch das Gartengelände der Natur-Schule Grund führen und Kräuter probieren lassen. Dazu gibt es Geschichten und natürlich die Möglichkeit, viele Fragen zu stellen.Sandra Krawetzke wird den Kräuterspaziergang im Juli dreimal anbieten, nämlicham Montag, 13. Juli, um 15 Uhr,am Sonntag, 19. Juli,, um 10.30 Uhr und am Samstag, 25. Juli, um 10:30 Uhr.Ort der Veranstaltung ist die Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13, in Remscheid-Grund.

Wegen der Einschränkungen in Corona-Zeiten muss die Teilnehmenden-Zahl jeweils auf zwölf  Personen begrenzt werden. Der TeilnehmerInnen-Beitrag beträgt 15 Euro pro Person. Die Verwendung einer Mund-Nase-Bedeckung (bitte mitbringen) und i.d.R. ein Mindestabstand von 1,5 m sind sinnvoll. Ggf. kann durch die Bildung einer Bezugsgruppe auf diese Einschränkungen verzichtet werden.Eine verbindliche Anmeldung per Mail (info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de) unter Angabe der Anschrift und einer Telefon-Nr. ist zwingend erforderlich. Damit ist auch die Einwilligung zum Datenschutz verbunden, denn die Daten der Veranstaltung müssen zum Zweck der Rückverfolgbarkeit ggf. für das Gesundheitsamt verfügbar gemacht werden.Im Einklang mit dem Hygienekonzept der Natur-Schule findet die Veranstaltung (fast) vollständig im Freien statt, dem Wetter angepasste Kleidung und wetterfestes Schuhwerk wird empfohlen.

Krokodile und Drachen in der Natur entdecken

Kreativ im Wald

Im Rahmen ihrer Naturerlebnis-Tipps für Kinder und Eltern im Corona-Lockdown empfiehlt Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund, im Wald auch die Phantasie walten zu lassen: Nicht nur Wolkenbilder können die Phantasie anregen. Richtet beim nächsten Waldspaziergang doch mal den Blick auf den Boden und lasst der Kreativität freien Lauf. Fichtenrinde z.B. ähnelt den Schuppen eines Krokodils, ein gelöstes Stück Rinde einer Art Augenbraue und die Abbruchstelle eines Zweiges einem Auge. Ein leeres Schneckenhaus als Auge und die Illusion ist (fast) perfekt.

Die glatte Rückseite mit ihrem dünnen Fortsatz wird, bestückt mit kleinen Steinchen im „Schnabel“, zum Archaeopteryx. Die kleinen Basteleien können immer wieder mit neuen Fundstücken aus der Natur variiert werden.Man kann sie zur Freude für den nächsten Wanderer gut sichtbar im Wald lassen oder zuhause zusammenkleben. Fichtenzapfen, Vogelfedern, Stöckchen, Bucheckern, Eichelhütchen, ...es gibt genug Material.

Aber Obacht: die Natur niemals verletzen, nichts abzupfen, nur aufheben und immer kontrollieren, ob Rinde und Schneckenhaus auch wirklich unbewohnt sind!

Wohlriechende Linden luden einst zum Tanz ein

Die alte Dorflinde ist der Mittelpunkt des geselligen Lebens. In ihrem Schatten wird auf der Bank rund um den Stamm gesessen und der neuste Dorfklatsch verbreitet, hier wird getanzt und getrunken. Die Linde ist der Baum des Volkes. In sogenannten „Tanzlinden“ wurde der Tanzboden, zum Schutz des Baumes und der Tänzer versehen mit einem hölzernen Gerüst, direkt in das Geäst der Linde gebaut. Unter der Linde wurde Gericht gehalten, da man glaubte, unter diesem „heiligen“ Baum müsse die Wahrheit ans Licht kommen. Der Minnesänger Walther von der Vogelweide (etwa 1170 – 1230) gebraucht den Platz unter der Linde für andere Zwecke: „unter der linden, an der heide, da unser zweier bette was...“.

Linden werden etwa 30Mater hoch und können extrem alt werden, genannt werden Zahlen von über 1000 Jahren. Man sagt „Linden kommen 300 Jahre, stehen 300 Jahre und vergehen 300 Jahre“. Linden produzieren keine fäulnisresistenten Gerbstoffe und werden mit zunehmendem Alter daher häufig innen hohl. Der alternde Baum schiebt sogenannte Innenwurzeln in die Erde, mit deren Hilfe sich eine neue Krone bilden kann, während der alte Baum weiter abstirbt. Langlebigkeit entsteht so durch eine Art Verjüngungskur.

Lindenblätter haben das Aussehen eines leicht verschobenen Herzens. Sie blühen in schwach gelben, hängenden Doldentrauben, die einen intensiven, angenehmen Wohlgeruch verströmen. Dieser Duft soll die Bestäuber, hauptsächlich Honigbiene und Hummeln, anlocken. Lindenblütennektar enthält über 90% Zucker. Junge Lindenblätter eignen sich als Beigabe zu Salat oder Gemüse. Lindenblüten liefern ein zartes Aroma für Tee, Nachtisch oder süße Getränke.

Bienen produzieren so Lindenblütenhonig, nicht zu verwechseln mit Lindenhonig, den die Bienen aus dem sogenannten „Honigtau“ herstellen. Honigtau ist die immer noch stark zuckerhaltige Flüssigkeit, die die Blattläuse ausscheiden, die auf den Blattoberseiten der Linden Pflanzensaft saugen. Er ist es auch, der unter Linden geparkte Autos mit hartnäckigen, klebrigen Flecken versieht. Eine ausgewachsene Linde kann bis zu 60.000 Blüten haben. Jeder Blütenstand ist mit einem Tragblatt versehen, das zur Zeit der Fruchtreife als „Flugblatt“ dient und hilft, die Früchte mit Hilfe des Windes zu verbreiten (Anemochorie). Die Früchte gleiten in einer kreiselnden Bewegung, ähnlich wie Ahornsamen, zu Boden.

Das Holz der Linde dient Bildhauern, Schnitzern und Drechslern für ihre Arbeit. Die berühmte polnische Madonna von Tschenstochau ist auf Lindenholz gemalt. Auch Holzschuhe, Schüssel und Löffel wurden aus Lindenholz gefertigt. Die Linde ist der Baum der Linderung und Heilung. Sie enthält Schleimstoffe, Gerbstoffe, ätherische Öle und Flavonoide. Lindenblütentee wirkt bei grippalen Infekten schweißtreibend, krampflösend, schleimlösend und lindert den Hustenreiz. Schweißtreibend, beruhigend und schlaffördernd wirken Lindenblüten auch als Badezusatz. Kohle aus Lindenholz bindet Giftstoffe und Magensäure und wird zur Zahnpflege empfohlen. Unter einer blühenden Linde sollte man einmal innehalten, schnuppern und auch die Ohren spitzen, dann kann man den fleißigen Bienen und Hummeln bei der Arbeit zuhören.

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp!

Ihre / Eure Stefanie Barzen

Ferienprogramm "Natur" in der Natur-Schule Grund

Die Natur-Schule Grund wird in den Sommerferien ein Kinderferienprogramm, Eltern-Kind-Programme und Erwachsenenbildung anbieten. Von Nachtwanderungen über Naturerlebnis-Wanderungen bis hin zum Pizza-Backen sind viele spannende Angebote rund um Natur und Umwelt enthalten.
Dafür hat die Natur-Schule viel Arbeit in ein umfassenden Hygienekonzept gesteckt, um den Erfordernissen der Corona-Beschränkungen zu genügen.
Erste Programmpunkte wurden bereits auf der neugestalteten Homepage der Natur-Schule veröffentlicht, die nach Angaben des Pädagogischen Leiters, Jörg Liesendahl, in den nächsten Wochen ständig weiter entwickelt werden wird. Zu finden sind die Termine auf www.natur-schule-grund.de im Register "Programm".
 
Besonders wichtig sind für die Natur-Schule Grund die "Corona-Regeln", die auf der Startseite der Homepage zu finden sind. Liesendahl empfiehlt, diese Regeln zunächst durchzulesen, bevor eine Anmeldung von Personen zu Angeboten erfolgt. Jörg Liesendahl: "Wir wollen die Kinder in Bezugsgruppen einteilen. Das bedeutet eine Höchstteilnehmer-Zahl von 8, zuzüglich unserer BetreuerInnen. Aber der Verzicht auf Mindestabstand und Mund-Nase-Bedeckung, der für ein starkes Naturerlebnis erforderlich ist, führt leider auch zu einem Risiko der Ansteckung." Die Natur-Schule wolle schließlich nicht Hotspot eines neuen Corona-Geschehens in Remscheid werden. Andererseite seien alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen worden, um Ansteckungen möglichst zu vermeiden. Dazu gehört u.a., dass die Veranstaltungen fast komplett im Freien stattfinden.Anmeldungen zu den Programmen sind ab sofort möglich. Eine verbindliche Anmeldung ist erforderlich, möglichst per Mail unter info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de.

Für Natur und Umwelt in Corona-Zeiten

In Zeiten der Corona-Beschränkungen haben viele Menschen, darunter auch zahlreiche Eltern mit Kindern, die Natur (wieder-)entdeckt. Das berichten viele NaturfreundInnen, die Familien mit Kindern beim Wandern u.a. im Wald begegnen. Positiv hervorgehoben wird dabei häufig, dass die Kinder auch wieder im Wald "spielen". Um diese Rückbesinnung auf die Natur zu unterstützen, hat die Natur-Schule Grund in Remscheid seit Beginn des Corona-Shutdowns jede Woche insbesondere auf ihrer Facebook-Seite Naturerlebnis-Tipps veröffentlicht, die regelmäßig in regionalen online-Medien sowie unregelmäßig auch auf der neugestalteten Homepage www.natur-schule-grund.de und in der Presse erscheinen.

Kreatives aus dem Wald Nach Beobachtung von Jörg Liesendahl, dem Pädagogischen Leiter der Natur-Schule Grund, "wird die Zahl der erreichten Personen über Facebook von Woche zu Woche größer, ebenso wie die Zahl derer, die die Seite der Natur-Schule abonniert haben." Das zeigt, dass die Naturerlebnis-Tipps, die überwiegend von Biologin Stefanie Barzen geschrieben und illustriert werden, auf ein großes Informationsbedürfnis bei den Adressaten stoßen. Neben Artikeln über Wildkräuter wie z.B. Spitzwegerich, Holunder sowie Gundermann und deren Nutzbarkeit haben dabei auch Berichte über den "Kuckucksspeichel" oder den momentan sehr häufigen Gartenlaubkäfer tausende Menschen vor allem im Bergischen Land erreicht.

Liesendahl: "Da wird man nicht dümmer durch! Und für viele Menschen war es offenbar ein Aha-Erlebnis, dass der Kuckucksspeichel ein schützendes "Schaumnest" für Zikadenlarven darstellt." Erfreulich ist aus Liesendahls Sicht auch, dass über die online-Medien inzwischen ein Austausch zwischen den UserInnen entstanden ist: "Es entwickelt sich langsam etwas wie eine Community der NaturfreundInnen." Für den Leiter der Natur-Schule Grund steht fest, dass regelmäßige Informationen zu Natur und Umwelt über die sozialen Medien und diverse online-Plattformen auch künftig zu den Vermittlungswegen der Natur-Schule Grund gehören werden. Er freut sich aber auch darauf, dass demnächst wieder "analoge" Angebote wie ein Sommerferien-Programm sowie Eltern-Kind-Veranstaltungen und in der Folge auch Erwachsenen-Bildung möglich sein werden. Das Team der Natur-Schule arbeitet auf Hochtouren, um schon zum Start in die Sommerferien Angebote machen zu können.

Spannendes von Weißwurz und Salomonssiegel

Weißwurz in BlüteDie Vielblütige Weißwurz sieht man beim Spaziergang im Laub-Nadelmischwald mit viel krautigem Bewuchs am Waldboden. Sie wächst mit einem gebogenen Stängel und mit einer Anordnung der Laubblätter, die sehr exakt und ordentlich wirkt. Es sitzen immer zwei Laubblätter wechselständig und zweizeilig angeordnet am Stängel. Aus den Blattachseln wachsen hängend die traubigen Blütenstände. Der Nektar der glockenförmigen Blüte kann nur von langrüsseligen Hummeln und Schmetterlinge erreicht werden. Selbstbestäubung ist häufig.

In Remscheid und dem Bergischen Städtedreieck ist die Vielblütige Weißwurz viel häufiger zu finden als das Salomonssiegel, auch genannt „Echte“ oder „Duftende Weißwurz“. Weißwurz und Salomonssiegel sind mit dem Maiglöckchen verwandt und durch ihren Gehalt an Saponinen ebenfalls in allen Teilen giftig. Der Verzehr verursacht Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Die blauen Beeren werden als widerlich süß beschrieben und dürfen wegen ihrer Giftigkeit nicht mit Heidelbeeren verwechselt werden.

Der unterirdische Wurzelstock des Salomonssiegels ist ein sogenanntes „Rhizom“, ein horizontal wachsender, verdickter Teil der Sprossachse zur Stoffspeicherung. An diesen Wurzelstöcken entstehen durch das Verwelken der Pflanzenstängel Jahr für Jahr scheibenförmige „Narben“, die Form und Aussehen eines Siegels haben und an den Siegelring König Salomos erinnern sollen.
König Salomo nutzte der Legende nach die Zauberkraft der Wurzel, um für den Bau seines Tempels einen Felsen zu sprengen. So kam die „Springwurzel“, wie die Weißwurz auch genannt wird, zu ihrem Namen.

Nach einer Sage weiß sonst nur der Specht, wo sie zu finden ist. Verklebt man den Zugang zu seiner Höhle, wenn er zur Nahrungssuche ausgeflogen ist, wird er uns zur Wurzel führen, da er sie zum Öffnen seiner Höhle braucht.
Rudolf Baumbach hat dem Wissen des Spechts ein Gedicht gewidmet:

Der Schwarzspecht ist ein Kräutermann,
kennt manches Zauberkraut im Tann,
das im Verborgnen sprießet,
er hält ob der Wurzel Wacht,
die alle Schlösser springen macht
und jede Tür erschließet.

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp, Ihre / Eure Stefanie Barzen.

Sumpfdotterblumen lieben sumpfigen Boden

Die ab April blühende Sumpfdotterblume gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Deren lateinischer Name, „Ranunculaceae“, erinnert Gartenbesitzer an die beliebte Frühjahrsgartenpflanze, die Ranunkel, die ebenfalls in diese Familie gehört. Die Sumpfdotterblume mag es feucht. Sie wächst auf Sumpfwiesen, an Quellen, Bächen, Gräben und in Auwäldern. Trockengelegte Wiesen zerstören ihren Lebensraum und führen in manchen Landesteilen zur Gefährdung ihrer Art. Sumpfdotterblume mit nassen Füßen

Die Sumpfdotterblume blüht mit großen, glänzend goldgelben Blütenblättern, die eine hohe Leuchtkraft besitzen. Ihre Farbe erhalten sie durch eingelagerte Karotinoide, die auch der Karotte ihren Namen geben.
Der häufig verwendete Name „Butterblume“ hat seinen Ursprung in der Verwendung der Pflanze zur Gelbfärbung von Butter in früheren Zeiten. Andere volkstümliche Namen sind Dotterblume, Wiesengold, Schmalzblume, Eierblume oder Goldrose.

Die einfachen Scheibenblumen werden von Bienen, Käfern, Fliegen und besonders von Schwebfliegen besucht. Insekten, die im UV Bereich sehen können, werden am Pollen vorbei durch „Saftmale“ zum Nektar geleitet. Die Pflanze bildet sternförmige Balgfrüchte mit schwimmfähigen Samen, die durch auftreffende Regentropfen herausgeschwemmt werden. Die Sumpfdotterblume ist daher ein „Regenschwemmling“. Sie ist durch ihren Gehalt an Anemonin schwach giftig. Der Verzehr führt zu Schwindel, Erbrechen und Krämpfen. Auf der Weide wird sie vom Vieh verschmäht. Sumpfdotterblumen sind in der Wasserrand- oder Sumpfzone eine Bereicherung für den Gartenteich. Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp aus der Natur-Schule Grund! (Stefanie Barzen)

Lakritz für den Garten: Die Süßdolde

Die Süßdolde im Garten der Natur-Schule GrundDie Süßdolde (Myrrhis odorata) ist eine sehr aromatische Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, die durch ihre häufig etwa handflächengroßen, weißen Dolden auffallen. Sie befindet sich in dieser Familie in guter Gesellschaft mit anderen schmackhaften Vertretern wie Petersilie, Dill, Anis oder auch Liebstöckel („Maggikraut“) und sollte in keinem Garten eines Lakritzliebhabers fehlen, da sie in allen Pflanzenteilen nach einer Mischung aus Anis und Lakritz schmeckt. Sie wächst bis 1.20 m hoch, buschig, farnartig und ist in Europa aus Klöster- und Bauerngärten verwildert.
Außerhalb eines Gartens sollte man auf die Verwechslungsgefahr mit den giftigen Pflanzen Farn und Schierling achten. Bester Test vor dem Verzehr eines Blattes: Geruchsprobe an einem zerrupften Blatt. Nur die Süßdolde verbreitet den typischen Anis-/Lakritzgeruch. Sie ist als Gewürz- und Gemüsepflanze vielfach verwendbar und ein natürliches Süßmittel. Die unreifen Samen schmecken nussig in Obstsalat oder Müsli. Reife Samen mit ihrem Lakritz- und Anisgeschmack können in Kohlgerichten, Fisch, Eintöpfen oder asiatischen Gerichten verwendet werden. Die dicke Pfahlwurzel mit weißem, aromatischem Fleisch wird in Scheiben geschnitten gekocht und im Salat oder als Gemüse gegessen.

Als Arzneipflanze wirkt Süßdolde krampflösend, verdauungsfördernd und magenstärkend. Der gekaute Samen sorgt für frischen Atem und pflegt das Zahnfleisch. Er ist Bestandteil von Kräuterlikören wie z.B. des französischen Chartreuse. Wer die Süßdolde im Garten haben möchte, sollte bedenken, dass die Pflanze ein Frostkeimer ist, d.h., die Samen sollten im Spätsommer/Herbst in den Boden, da sie erst nach einigen kalten Wintermonaten keimen. Im Garten der Natur-Schule Grund in Remscheid ist die Süßdolde inzwischen etabliert und vermehrt sich aus eigenem Samen. (Text und Foto: Stefanie Barzen / Natur-Schule Grund)

Projekt für Erwachsene und Kinder: Vögel beobachten

Gegen Langeweile von Kindern und Erwachsenen während der eingeschränkten Freiräume wegen des Coronavirus hat die Natur-Schule Grund einen tollen Tipp:Wie wäre es mal damit, Vögel zu beobachten? Jörg Liesendahl, Diplom-Biologe und Pädagogischer Leiter der Natur-Schule: "Der Vorteil ist, dass das während der hellen Tagesstunden jederzeit und an jedem Standort möglich ist, also sowohl zu Hause beim Blick aus der eigenen Wohnstube in den Garten oder auch im Wald. Jetzt in der Brutzeit gibt es besonders viel zu sehen." Leider, so der Biologe, könnten heute viele Menschen die Vogelarten in ihrem Umfeld gar nicht mehr richtig benennen.
 
Warum also nicht mal gucken und gemeinsam mit Spaß lernen? Und wer einmal Erfahrung gesammelt hat, kann daraus ein längerfristiges Projekt für Frühjahr und Sommer machen. Der Experte weist darauf hin, dass das Naturerlebnis nicht viel braucht. Ein gutes Fernglas hilft, die Tiere näher zu beobachten, die häufig relativ scheu auf den Menschen reagieren. Da wäre es für den Anfang möglicherweise gut, sich bei geschlossenem Fenster in einem Raum aufzuhalten, damit die Vögel den sie beobachtenden Menschen nicht so leicht erkennen.Besonders ertragreich sind die ersten Stunden nach Tagesanbruch und die Zeit vor der Abenddämmerung, da dann die Vögel intensiv auf Nahrungssuche sein werden.
 
Für weniger erfahrene Beobachtende ist sicher eine Bestimmungshilfe sinnvoll, entweder als Buch, über einschlägige Internetseiten oder aber mit einer App für das Smartphone (z.B. vom Naturschutzbund NABU, https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/natur-erleben/spiele-apps-klingeltoene/vogelwelt.html).
Vielfältige Hinweise zu den Grundlagen der Vogelbestimmung bietet ebenfalls der NABU unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/voegel-bestimmen/index.html.Wer mag, kann sich zudem über die Regeln für die "Stunde der Gartenvögel" informieren, die vom Freitag dieser Woche an über das Muttertags-Wochenende stattfindet (https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/index.html?werbecode=rk) und für die Aktion zwischen dem 8. und 10. Mai "trainieren". Dabei geht es vor allem darum, die wahre Zahl der Vögel zu erkennen und nicht darauf reinzufallen, wenn ein- und dieselbe Meise innerhalb einer halben Stunde dreißigmal hin- und hergeflogen ist. Dann ist es nämlich immer noch nur eine Meise.
 
Apropos Meise: Da derzeit auch in der Nachbarschaft der Bergischen Großstädte Blaumeisen an einem bakteriellen Erreger erkranken, wird es besonders interessant sein, die letztendliche Zahl beobachteter Blaumeisen im Städtedreieck zu erfahren. Deshalb ist es besonders wichtig, dass eine große Zahl von Beobachtungen aus Remscheid, Solingen und Wuppertal zusammen kommt, um aussagefähige Zahlen zu ermitteln.Diese Zahlen für alle Vogelarten sollten schnell an den NABU gemeldet werden. Wie es geht, dazu gibt es zahlreiche Informationen auf den genannten Internet-Seiten