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Duftschuppen locken paarungsbereite Weibchen an

Der "Kaisermantel".Ein schöner, großer Tagfalter, der in warmen Sommern auch an der Natur-Schule Grund gesichtet werden kann, ist der „Kaisermantel“ (lat. rgynnis paphia), vom BUND mit der Naturschutzstiftung seines Landesverbandes Nordrhein-Westfalen zum "Schmetterling des Jahres 2022" ernannt. Auch wenn der Der Tagfalter, der auch als „Silberstrich“ bezeichnet wird, derzeit nicht als gefährdet gilt, soll so auf seinen bedrohten Lebensraum aufmerksam gemacht werden.

Der „Kaisermantel“ aus der Familie der Edelfalter (Nymphalidae) ist mit einer Spannweite von bis zu sechseinhalb Zentimetern einer der größten heimischen Perlmutterfalter. Sein Körper ist dicht behaart, die Flügeloberseite leuchtend orange mit braunen, regelmäßig verteilten Flecken. Nur männliche Schmetterlinge tragen dunkle Duftschuppenstreifen, die zur Balzzeit Pheromone, also Sexuallockstoffe, absondern, um das Weibchen paarungsbereit zu stimmen. Von unten betrachtet sind die Vorderflügel blass orange, die Hinterflügel zart grünlich. Diese tragen zudem einen längeren und zwei kürzere silberne Streifen. Kaisermantelweibchen sind noch etwas dunkler orange und grünlicher.

Der „Kaisermantel“ ist ein Waldschmetterling. Sein Lebensraum sind lichte Wälder, Waldränder, sonnige Lichtungen und Parkanlagen sowie Gärten, wenn sie seinen Lebensansprüchen für die Art der Eiablage und das Überwinterungsverhalten entsprechen. Erwachsene Schmetterlinge, die von etwa Juni bis September fliegen, brauchen Brombeeren, Baldrian, Dost, Disteln, Skabiose, Mädesüß oder Sommerflieder als Nektarlieferanten. Sie sind ruhige Trinker, die sich gut beobachten lassen.

Während der Balz im Frühsommer umfliegt das Männchen das Weibchen kreisend, während dieses ruhig weiterfliegt. Kann das Männchen, auch mit Hilfe der Duftstoffe, seine Herzdame von einer Paarung überzeugen, erfolgt diese geschützt auf Blättern, Blüten, Zweigen oder am Boden.

Da Eiablageplatz und Futterpflanze für die jungen Raupen nicht gleich sind, braucht das Weibchen einen Ort, der beide Ansprüche erfüllt. Futterpflanzen für die Raupen sind Wald-, Raues- oder Wohlriechendes Veilchen. Hat das Weibchen sie am Waldboden entdeckt, braucht es noch einen Baum, dessen Rinde zur Eiablage Rindenschuppen oder Rinden mit Spalten bietet, wo das Weibchen seine Eier ablegen kann. Gerne genommen werden Kiefern und Fichten.

Das Weibchen umfliegt den Baum von unten nach oben in Kreisen und legt die anfangs transparenten, später gelbgrauen, kegelförmigen Eier vor Blicken, Sonne und Regen geschützt an der Baumrinde ab. Im Spätsommer, nach etwa fünfzehn Tagen, schlüpfen die knapp vier Zentimeter langen, noch transparenten Raupen. Sie bleiben im Verborgenen und ernähren sich nur von der Eihülle. Im März/April/Mai begeben sich die Raupen auf Veilchensuche. Sie fressen nur nachts und verbringen den Tag geschützt unter trockenem Laub. Ihr Aussehen hat sich verändert. Sie sind jetzt dunkelbraun mit zwei gelben Rückenlinien, orange braunen Dornen am Körper und zwei schwarzen Dornen am Hinterkopf, die fühlerartig nach vorne ragen.

Die Entwicklung zum fertigen Schmetterling erfolgt mit einer Stürzpuppe, wofür sich die Raupe kopfüber mit dem Hinterteil an einem Pflanzenteil aufhängt. Dieser Schritt dauert etwa 24 Tage, die komplette Entwicklung erstaunliche neun Monate. Der Namensteil „paphia“ des wissenschaftlichen Namens bezieht sich übrigens auf einen Beinamen der Aphrodite, der Göttin der Liebe und der Schönheit der griechischen Mythologie. (Stefanie Barzen)

Die Natur mittels künstlicher Intelligenz erfassen

Allein oder gemeinsam mit Hilfe künstlicher Intelligenz Arten erfassenWas kann ich allein schon ausrichten?“ – eine Frage, die sich viele stellen, wenn es um Naturschutz und Artenvielfalt geht.  Seit dem 1. Januar 2022 ist eine mögliche Antwort: Einfach am deutschlandweiten „Bioblitz 2022“ (#bioblitz2022) der Landkreise und / oder kreisfreien Städte teilnehmen, denn man kann bekanntlich nur schützen, was man kennt! Das LWL-Museum für Naturkunde des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) ruft zusammen mit vielen regionalen Partnern und der Naturbeobachtungsplattform Observation.org zum Wettbewerb der Artenvielfalt zwischen Kreisen und kreisfreien Städten in ganz Deutschland auf. n Remscheid beteiligt sich u.a. die Natur-Schule Grund am Bioblitz 2022. Insgesamt vier Beobachter:innen haben innerhalb von fünf Tagen bereits über 100 Pflanzen-, Pilz- und Tierarten beobachtet; für Remscheid ist also eine große Zahl von Neufunden im Verlauf des Jahres zu erwarten, da ein sehr großer Teil des Stadtgebietes überhaupt noch nicht angesehen wurde. Eine Gelegenheit auch für Schulklassen, Jugend forscht, die Aktion "Naturtagebuch" und viele Naturfreund:innen, sich zu beteiligen.

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Freitag Wintervögel beobachten und zählen

Die Natur-Schule Grund begleitet die bundesweite NABU-Aktion "Stunde der Wintervögel" (06. - 09.01.2022) mit zwei Veranstaltungen, die sich nicht nur an erwachsene Teilnehmer:innen richten. Am Freitag,7. Januar, stellt der pädagogische Leiter der Natur-Schule, Dipl.-Biol. Jörg Liesendahl, in zwei Veranstaltungen Wintervögel in Deutschland allgemein und speziell im Gebiet rund um die Natur-Schule Grund vor und erläutert wichtige Bestimmungsmerkmale. Anschließend gibt es jeweils die Möglichkeit, Wintervögel im Außengelände der Natur-Schule zu beobachten. Dabei kommt u.a. die Vogelbeobachtungsstation im Garten der Natur-Schule zum Einsatz. Teilnehmende sollten ein Fernglas und ggf. auch ein Lieblings-Vogelbestimmungsbuch mitbringen. Aufgrund der Corona-Bestimmungen ist ein Verleih von Ferngläsern leider nicht möglich.

Ein Angebot für Eltern / Großeltern mit Kindern / Enkel:innen im Alter ab 7 Jahren startet um 10:00 Uhr in der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13, in Remscheid-Grund, und dauert zwei Stunden. Die Teilnehmer:innen zahlen sechs €, Kinder bis 15 Jahren ,vier €. An erwachsene Teilnehmer:innen richtet sich das zweite Angebot des Tages von 14 - ca. 16 Uhr. Hier sind nur noch wenige Plätze verfügbar, eine schnelle Anmeldung ist also zu empfehlen. Der Teilnehmer:innen-Beitrag für diese Veranstaltung liegt bei sieben €.

Um den Corona-Regeln zu genügen, müssen die Teilnehmer:innen eine Mund-Nase-Bedeckung dabei haben. Für die Erwachsenen gilt die 2G-Regel. Die Kinder müssen negativ getestet sein mit einem Test, der nicht älter als 24 Stunden ist. Zur Vorbereitung der Veranstaltung benötigt die Natur-Schule neben den Namen der angemeldeten Personen auch deren Anschrift und Telefon-Nr., deshalb muss die Anmeldung per Mail erfolgen: info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de.

Natur-Schule stellt das Moos des Jahres 2021 vor

Das Sparrige Kranzmoos ist häufig in Rasenflächen zu findenDas Sparrige Kranzmoos mit dem leicht sperrigen wissenschaftlichen Namen Rhytidiadelphus squarrosus wurde von der Bryologisch-lichenologischen Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa, kurz BLAM, zum Moos des Jahres 2021 gewählt (Bryologie = Mooskunde, Lichenologie = Flechtenkunde). Ein guter Grund für die Natur-Schule Grund, dieses Moos im Rahmen eines Naturerlebnis-Tipps vorzustellen.

Eingängiger, wenn auch weniger eindeutig, seien deutsche Volksnamen wie „Sparriger Runzelpeter“ oder „Sparriger Runzelbruder“, sagt Stefanie Barzen, Biologin an der Natur-Schule Grund und Autorin des Naturerlebnis-Tipps, der neben anderen auf der Homepage der Remscheider Umweltbildungsstation zu finden ist: www.natur-schule-grund.de.  Allgemein gehören Moose mit 440 bis 450 Millionen Jahren zu den ältesten Landpflanzen der Erde. Sie bilden keine Wurzeln, sondern sogenannte Rhizoide (Haftorgane), und sind zur Wasserversorgung auf das Wasser in der Umgebung angewiesen, das sie über die gesamte Blattoberfläche aufnehmen können.

Das Sparrige Kranzmoos gehört zu den Laubmoosen, den Bryophyta, die, im Gegensatz zu den Lebermoosen, kleine Stämmchen mit Leitelementen und Blättchen entwickeln. Die aufrecht stehenden Stämmchen des Sparrigen Kranzmooses sind von rotbrauner Farbe, können bis zehn Zentimeter hoch wachsen und sind unregelmäßig verzweigt. An den Seitentrieben werden die Sporenkapseln gebildet, was aber nur selten vorkommt. Das Pflänzchen vermehrt sich eher über abgebrochene Sprossabschnitte, die durch Haften an Tieren und Menschen verbreitet werden. Der Namenszusatz „sparrig“ bezieht sich auf die hell grünen, durchscheinend wirkenden Blättchen. Sie sind von breit ovaler Form und laufen spitz zu. Die Blattspitze ist im neunzig Grad Winkel nach hinten geschlagen und steht damit „sparrig“ ab. Am Stämmchen-Ende stehen die Blättchen waagerecht und bilden einen Kranz. In der Aufsicht wirkt die Anordnung sternförmig und gibt dem Moos sein spezielles Aussehen.

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Gerne auch mitten in der Stadt

Ein Lager der Gewöhnlichen Mauerflechte auf einer Mauer der Sportanlage GrundIm Rahmen ihrer Naturerlebnis-Tipps stellt Biologin Stefanie Barzen von der Natur-Schule Grund die häufige und weitverbreitete Gewöhnliche Mauerflechte, Lecanora muralis, vor. Die Art wurde von der BLAM, der Bryologisch-Lichenologischen Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa, zur Flechte des Jahres 2021 gewählt. Zum besseren Verständnis: Bryologie bezeichnet die Mooskunde, Lichenologie die Flechtenkunde. Nach Art der Flechten lebt auch hier eine Alge mit einem Pilz zusammen. Für die Form der Flechte ist der Pilz verantwortlich; unter dem Geflecht aus Pilzfäden lebt die jeweilige Alge, hier die Gattung Trebouxia. Sie enthält Chlorophyll und kann Photosynthese betreiben, also mit Hilfe von Kohlendioxid, Wasser und Sonnenenergie Kohlenhydrate herstellen, während der Pilz für eine bessere Versorgung mit Wasser und Mineralien sorgt.Trebouxia kann unterschiedliche Pilze bewirten, was dann jeweils unterschiedliche Flechten zur Folge hat. Die Gattung ist an sehr vielen einheimischen Flechtenarten beteiligt.

Nach der Art ihres Wachstums gehört die Mauerflechte zu den Krustenflechten. Sie bildet eine hell olivfarbene bis blassgraue Rosette von bis zu zehn, maximal sogar zwanzig Zentimetern Durchmesser. Dieses „Lager“ zeigt nach außen einen etwa einen Millimeter großen, unregelmäßig lappig geformten Rand. Das Innere des Lagers ist voll mit Fruchtkörpern, den Apothecien, die wie kleine, braune Scheiben mit hellem Rand aussehen. Sie haben einen Durchmesser von etwa 1,5 mm und bilden und entlassen die elliptisch geformten, hellen bis farblosen, maximal 15x7 Mikrometer großen Pilzsporen (Ascosporen). Ältere Lager können in der Mitte auch abgestorben sein. Mit „Lager“ wird eine Wuchsform bezeichnet, ein Thallus, also ein Vegetationskörper, der nicht in Sprossachse, Blatt und Wurzel unterteilt ist.Die Pilzsporen haben offenbar kein Problem damit, in ihrer Umwelt einen geeigneten Algenpartner zu finden, um mit diesem wiederum eine Flechte bilden zu können.

 
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Schön, giftig, anspruchsvoll - weg damit?

Der Weihnachtsstern, auch als Adventsstern oder Christstern bekannt, trägt den wissenschaftlichen Namen Euphorbia pulcherrima, ist ein WWeihnachtssterne mit traditionell roten Hochblättern Foto: pixabay.comolfsmilchgewächs (Euphorbiaceae) und mit unseren einheimischen Pflanzen Zypressen-Wolfsmilch und Garten-Wolfsmilch verwandt. Den Namen „Pulcherrima“, die Schönste, verlieh ihm der Botaniker Carl Ludwig Willdenow. Ein weiterer Name, Poinsettie, geht zurück auf einen amerikanischen Botschafter in Mexiko, Joel Roberts Poinsett. Die ursprüngliche Heimat des Weihnachtssterns sind Mittel- und Südamerika, Mexiko, die Karibik. Alexander von Humboldt brachte ihn 1803 von seiner Südamerikareise mit in unsere Gefilde.

Unsere Zimmerpflanze wächst im tropischen Laubwald als etwa vier Meter hoher Strauch oder kleiner Baum. Dort ist es warm, nicht zu hell, da direkte Sonneneinstrahlung fehlt, und Tageslicht gibt es für weniger als zwölf Stunden. Diese Umweltbedingungen machen den Weihnachtsstern zu einer Kurztagspflanze, die nur dann blüht, wenn die Tage kurz genug, also unter zwölf Stunden lang, sind. Die zart behaarten Blätter der Pflanze stehen wechselständig, nach oben hin gegenständig am Stämmchen, sind verkehrt eiförmig und laufen spitz zu. Ihre Oberseite ist dunkler als ihre Unterseite. Der Blattstiel ist bis fünf Zentimeter, das Blatt sechs bis zwanzig Zentimeter lang und vier bis zwölf Zentimeter breit.

Attraktiv wird die Pflanze durch ihre kräftig roten, sternförmig angeordneten Hochblätter, die sogenannten Brakteen, die bestäubende Insekten anlocken sollen. Sie sind kein Bestandteil der eigentlichen, unscheinbaren, gelblichen Blüte, die sie umgeben. Das, was in der Mitte der Hochblätter aussieht wie mehrere kleine Blüten, ist jeweils ein kleiner Blütenstand. Sie bestehen aus je einer weiblichen Blüte (gestielter Fruchtknoten mit Griffel) umgeben von mehreren männlichen Blüten (ein gestieltes Staubblatt) und ein bis zwei lippenförmigen Nektardrüsen. Zuchtformen gibt es in rosa, weiß, gelb, zweifarbig oder mit panaschierten Hochblättern. Blaue Hochblätter sind künstlich gefärbt.

Weihnachtssterne sind als Zimmerpflanzen nicht ganz pflegeleicht. Sind die Blätter gelb, steht die Pflanze zu trocken, verliert sie die Blätter, zu nass. Sie mögen keinen Durchzug, keine zu warme Heizungsluft, keine direkte Sonneneinstrahlung. Sie können im Halbschatten im Freien „übersommern“. Möchte man sie zur nächsten Weihnachtszeit zum Blühen bringen, muss man den Kurztag ihrer Heimat imitieren, also sechs bis acht Wochen vor Weihnachten ab in den dunklen Keller, spärlich gießen nicht vergessen, oder den Kurztag durch abdecken mit einer Kiste oder ähnlichem nachahmen.

Der Weihnachtsstern führt, wie alle Wolfsmilchgewächse, für den Menschen leicht giftigen Milchsaft. Verzehr kann zu Erbrechen, Übelkeit, Durchfall führen, Hautkontakt zu Ausschlägen. Wesentlich gefährlicher ist er für Haustiere. Die ersten Weihnachtssterne waren „Weihnachtsblumen“, also Schnittblumen. In Mexiko gibt es jährlich am 12.12. einen „Poinsettia Day“, die Poinsettie ist die Blume des Heiligabends („La Flor de la Nochebuena“). Bereits den Azteken war die Pflanze bekannt. Sie nutzten die roten Hochblätter zur Herstellung violetter Farbe und den Milchsaft als Mittel zur Fiebersenkung. Zum Nachdenken: diese Pflanze, die für viele Käufer:innen nur ein nachweihnachtliches Wegwerfprodukt ist, wird als Steckling in einer Anzahl von ungefähr dreißig Millionen Stück nur für den deutschen Markt aus Afrika eingeflogen...

Frohe Weihnachten!
Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp
Eure / Ihre Stefanie Barzen

Ökologische Pilzwanderung zwischen Grund und Grüne

Verschiedene GallertpilzeDie ergiebigen Niederschläge im Herbst haben dazu geführt, dass jetzt noch etliche Pilzarten ihre faszinierenden Fruchtkörper ausbilden. Doch warum werden diese Fruchtkörper entwickelt und wo finden wir sie? Diplom-Biologe Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund stellt bei einer Wanderung im Gebiet zwischen Grund und der Grüne die Ökologie der Pilze und ihre Bedeutung für die Abläufe in der Natur dar. Aus der Vielfalt von hunderten aus dem Gebiet bekannten Pilzarten werden einige häufige und einige seltenere Pilzarten vorgestellt.Wichtig: Diese Pilzwanderung dient nicht dem Aufsammeln essbarer Pilze! Das Körbchen muss deshalb zu Hause bleiben.

Die ökologische Pilzwanderung startet am Samstag, 04. Dezember 2021, um 10:00 Uhr an der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13, in Remscheid-Grund. Die Wanderung ist auch für Familien mit Kindern ab ca. 8 Jahren geeignet und wird etwa 3 Stunden dauern. Wetterfeste, ggf. auch wärmende Kleidung und wasserfeste Schuhe werden empfohlen. Die Teilnahme kostet für Kinder bis 15 Jahren 3,50 Euro und für Erwachsene sieben Euro. Familien mit mehr als einem eigenen Kind erhalten einen Rabatt. Es gibt eine TeilnehmerInnen-Begrenzung.Gemäß den verbindlichen Corona-Regeln gilt zur Zeit die 2G-Regel, Impfung oder Genesenen-Status sind zu Beginn der Veranstaltung zu belegen. Ein zusätzlicher Test (nicht älter als 24 Stunden) wäre sinnvoll. Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gilt die Annahme, dass diese in der Schule getestet wurden, ältere, nicht geimpfte oder genesene Jugendliche können mit einem aktuellen Negativ-Test teilnehmen. Eine verbindliche Anmeldung NUR per Mail ist zwingend erforderlich: info@natur-schule-grund.de.Anmeldeschluss ist Freitag, 3. Dezember, 12 Uhr.

Genügsam und ein erfolgreicher Mücken-Jäger

Zitterspinne in der Natur-Schule Foto: Jörg Liesendahl / Natur-Schule GrundDie Natur-Schule Grund stellt in ihrem aktuellen Naturerlebnis-Tipp eine typische Spinne im Haus vor: Unsere Lieblingseckenhockerin, die Große Zitterspinne, auch Langbeinspinne oder langbeinige Kellerspinne genannt, heißt vornehm Pholcus phalangioides und ist eine Webspinne aus der Familie der Pholcidae, der Zitterspinnen. Ihre großflächigen Raumnetze sind an Haltefäden befestigt und ohne weitere Struktur gewebt. Die Spinnfäden sind nicht klebrig, aber von hoher Dehnbarkeit und einem Wollfaden ähnlich gekräuselt, sodass sich die Beute in ihnen verfängt. Die Zitterspinne, die mit dem Bauch nach oben in ihrem Netz residiert, rennt zur Beute, betäubt sie mit Nervengift und wickelt sie zum direkten oder späteren Verzehr ein. Spinnen kauen nicht, sie injizieren einen Verdauungssaft in ihr Beutetier, wodurch deren Inneres zu einem Nahrungsbrei aufgelöst wird, den die Spinne dann genüsslich aufsaugen kann (extra-intestinale Verdauung).

Zitterspinnen wirken mit ihren etwa fünf Zentimeter langen, dünnen, fein behaarten Beinen sehr zerbrechlich. Die langen Hinterbeine sind beim Einwickeln der Beute hilfreich. Ihr Körper wird sieben bis zehn Millimeter lang und ist von graubrauner Farbe. Zitterspinnen können drei Jahre alt werden.Mit ihrem Speiseplan ist die Zitterspinne ein Nützling, sie entfernt z.B. Stechmücken aus Schlafzimmern und schreckt auch vor dem Verzehr der großen Hauswinkelspinne nicht zurück.

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Das Brunnenlebermoos, ein Naturerlebnis

Deutlich älter als die Menschheit ist eine Gruppe einfach gebauter Pflanzen, die wir an vielen Orten finden können. Eine von ihnen ist das Brunnenlebermoos, Thema eines Naturerlebnis-Tipps aus der Natur-Schule Grund.
Moose gibt es seit etwa 320 Millionen Jahren; sie sind mit vielen Arten weltweit verbreitet. Eine der bekanntesten ist das Brunnenlebermoos, Marchantia polymorpha, aus der Familie der Marchantiaceae, einer von vielen Familien der Lebermoose. Stefanie Barzen, Biologin an der Natur-Schule Grund: "Das Pflänzchen mag es gerne feucht und schattig und trägt seinen Namen nach einem seiner beliebten Standorte, dem Brunnenschacht. Sonst findet man es auch in Quellnähe, an Bachläufen und auf feuchten Wiesen, aber auch im Blumenkasten oder in Pflasterritzen."

Brunnenlebermoos wächst „bandförmig“ mit einer Größe von etwa zwei mal zehn Zentimetern. Es besteht aus rundlichen, fleischigen „Blättern“, die bis dreieinhalb Zentimeter groß werden können und in ihrer Form an Leberlappen erinnern. Es gibt keinen Blattstiel und keinen Stamm, die Pflanze wächst flach an den Boden geschmiegt. Versucht man unter ein Blatt zu schauen, erkennt man weiße, feine Fädchen. Es sind einzellige „Rhizoide“, also nur „wurzelähnliche“ Gebilde, die der Pflanze etwas Halt geben und das Moos durch Kapillarkräfte mit ein wenig Wasser versorgen. Die mangelnde Verankerung durch „Wurzeln“ verhindert ein großes Höhenwachstum der Moose genauso wie fehlendes Festigungsgewebe. Da Brunnenlebermoos nicht, wie höhere Pflanzen, in einen Spross mit Blättern und Wurzel gegliedert ist, bezeichnet man es als „Thalluspflanze“. Die Pflanze verfügt nicht über ein ausgeprägtes Wasserleitsystem und ist auf Wasseraufnahme aus dem Regen und aus der Umgebungsluft angewiesen. Sie kann Wasser speichern und schützt die von ihr bedeckte Erde vor dem Austrocknen.

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Das Pilz-Körbchen muss zu Hause bleiben

Die ergiebigen Niederschläge im Herbst haben dazu geführt, dass jetzt etliche Pilzarten ihre faszinierenden Fruchtkörper ausbilden. Doch warum werden diese Fruchtkörper entwickelt, und wo finden wir sie? Diplom-Biologe Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund stellt bei einer Wanderung im Gebiet zwischen Grund und dem Gelpetal bei Westen die Ökologie der Pilze und ihre Bedeutung für die Abläufe in der Natur dar. Aus der Vielfalt von Hunderten aus dem Gebiet bekannten Pilzarten werden einige häufige und einige seltenere Pilzarten vorgestellt. Wichtig: Diese Pilzwanderung dient nicht dem Aufsammeln essbarer Pilze! Das Körbchen muss deshalb zu Hause bleiben.

Die dreistündige ökologische Pilzwanderung startet am Samstag, 20. November, um 10 Uhr an der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13, und ist auch für Familien mit Kindern ab ca. acht Jahren geeignet. Wetterfeste, ggf. auch wärmende Kleidung und wasserfeste Schuhe werden empfohlen. Die Teilnahme kostet für Kinder bis 15 Jahren 3,50 Euro und für Erwachsene sieben Euro. Familien mit mehr als einem eigenen Kind erhalten einen Rabatt. Es gibt eine TeilnehmerInnen-Begrenzung. Eine verbindliche Anmeldung NUR per Mail ist zwingend erforderlich: info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de. Anmeldeschluss: Freitag, 19. November, 12 Uhr.

Schmetterlinge beobachten in Herbst und Winter

Orangegelber Breitflügelspanner, ein häufiger Frostspanner.Wer im November und Dezember in der Dämmerung oder nachts im Wald unterwegs ist, der trifft dort oft auf Schmetterlinge. Es handelt sich um Schmetterlingsarten, die im Spätherbst und im frühen Winter durch die Wälder, aber auch in Gärten und Parkanlagen fliegen: Die Frostspanner. Sie sind erst mit der herbstlichen Kühle aus der Puppe geschlüpft und schwärmen jetzt auf der Suche nach einem Weibchen. Wie Jörg Liesendahl, Biologe an der Natur-Schule Grund, erklärt, fliegen nur die Frostspanner-Männchen: "Besonders häufig sehen wir im Bergischen Land den Kleinen Frostspanner, der allerdings nur mikroskopisch sicher vom Buchen-Frostspanner getrennt werden kann."

Daneben lassen sich auch der Große Frostspanner und der Orangegelbe Breitflügelspanner / Frostspanner sehen, die sowohl an Größe als auch in der Färbung gut abgrenzbar sind. Die Männchen fliegen in Siedlungsgebieten relativ häufig künstliche Lichtquellen an und sind dann z.B. auch an Hausfassaden zu sehen. Die Weibchen sind nicht flugfähig und müssen ihre Eierfracht "zu Fuß" an die Knospen der Gehölze bringen, die im Frühjahr als Nahrung für die Raupen dienen sollen. Damit die Männchen die Weibchen auch finden, geben diese Geruchsstoffe, sog. Pheromone, als Lockmittel in die Luft ab.

Als Raupenfutterpflanzen werden z.B. Eichen, Buchen, Birken und Hainbuchen aufgesucht. Frostspanner-Raupen können im Frühjahr aber auch an Obstbäumen und an vielen anderen Laubgehölzen angetroffen werden. In guten Falterjahren (aus Sicht der Frostspanner) sind die Raupen so zahlreich, dass sie sehr stark die ersten Blätter der neuen Generation fressen. Das sind die Jahre, in denen die Bäume und Gehölze im Juni den Johannistrieb nutzen müssen, um dann wieder beblättert ihren Photosynthese-Aufgaben nachkommen zu können. Und es sind dann diese Jahre, in denen Vögel und andere natürliche Feinde der Frostspanner-Raupen einen reich gedeckten Tisch vorfinden und sich gut vermehren können. Die Natur hilft sich dann recht gut selbst, wenn sie nicht zu stark von Menschen gestört wurde. Jörg Liesendahl: "In diesem Sinne wünschen wir viel Spaß bei der Schmetterlings-Beobachtung im Winter." (Weitere Naturerlebnis-Tipps der Natur-Schule Grund gibt es auf www.natur-schule-grund.de oder über die Facebook-Seite der Natur-Schule unter  www.facebook.com/Umweltbildungsstation.remscheid/)

Natur erforschen in den Herbstferien

DDie Natur im Herbstie Herbstferien sind eine gute Zeit, um die Natur zu erforschen. Jörg Liesendahl, Biologe und Leiter der Natur-Schule Grund in Remscheid, bietet in der zweiten Herbstferienwoche zwei Termine an, um gemeinsam mit Kindern im Grundschulalter die Natur zu erleben.Am Montag, 18. Oktober, suchen die Kinder zwischen sechs und 12/13 Jahren von 10 bis 13 Uhr Pilze. Jörg Liesendahl verspricht, dass unabhängig vom Wetter "überall Pilze zu finden sein werden". Schwerpunkt werden die Arten des Waldes sein.
 
Am Donnerstag, 21. Oktober, gilt die Forscher-Neugier den Tieren der Bergischen Bäche. Jörg Liesendahl wird mit den Kindern erforschen, ob die Dürresommer der vergangenen Jahre den Tieren im Bach geschadet haben. Und natürlich versuchen, häufige und gut erkennbare Arten zu zeigen.
 
Die Teilnahme kostet je Kind und Kurs zehn Euro. Eine verbindliche Anmeldung muss bis jeweils zwei Tage vor dem Kurstermin (12 Uhr) per E-Mail erfolgen: info@natur-schule-grund.de" target="_blank">info@natur-schule-grund.de.Anzugeben sind für eine evtl. erforderliche Corona-Rückverfolgung je Kind Name und Anschrift sowie eine aktuelle Telefon-Nr. Die Kinder müssen negativ getestet oder genesen sein und eine Maske mitführen.