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Das Macro-Objektiv enthüllte die filigrane Blütenpracht

Die Gartenfreunde unter den Leserinnen und Lesern des Waterbölles werden es auf den ersten Blick erkannt haben: Das sind Blütendolden des Hauswurz (Sempervivum), der sich in trockenen Steingärten am wohlsten fühlt. Gerade einmal sieben bzw. zehn Zentimeter im Durchmesser haben diese beiden Blütenstände, die im Macro-Modus fotografiert wurden. Das erst enthüllte die filigrane Blütenpracht richtig.

Integration: Sprache und Bildung sind der Schlüssel

„Stolz auf Remscheid“ zeigte sich heute am späten Nachmittag NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft per T-Shirt-Motto. Und dass sie dies in ihrer Funktion als SPD-Landesvorsitzende präsentierte, bewies ihr Nachsatz: „Und am Sonntag noch stolzer auf Remscheid, wenn Burkhard Mast-Weisz die Stichwahl gewonnen hat.“ Die Endphase dessen Wahlkampf unterstützte Kraft mit einer Gesprächsrunde zum Thema „Integration“ beim Spanischen Elternverein am Rath, und rund 70 Gäste applaudierten ihr herzlich.

SPD-Landtagsabgeordneter Sven Wolf hob als Moderator hervor, dass man in Remscheid ein respektvolles und friedliches Miteinander pflege. Dies wollte Hannelore Kraft auf ganz NRW übertragen wissen. „NRW war immer schon ein Einwanderungsland“, erklärte sie und verwies darauf, dass Industrie und Bergbau von Anfang an auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen gewesen seien. „Sie kamen als Gastarbeiter, und sie blieben.“ Das Miteinander musste schon im Interesse der gemeinsamen Arbeit funktionieren. Und gegen die bemühten sprachlichen Windungen wandte Hannelore Kraft ein: „‘Menschen mit Migrationshintergrund‘ – das gibt’s doch gar nicht. Das sind alles Nordrhein-Westfalen!“

Mit Blick auf den gastgebenden Elternverein kam Wolf auf die Situation in Spanien zu sprechen: Arbeitslosenquote von 25 Prozent, 56 Prozent der Jugendlichen finden keine Arbeit bzw. Ausbildung. Ist die Auswanderung nach Deutschland die Lösung? Hannelore Kraft fühlte da zwei Seelen in ihrer Brust: „Wir können gut ausgebildete Menschen gebrauchen, und Spanier sind gut ausgebildet!“ (Beifall von den so Gelobten.) Andererseits fürchtete Kraft ein Ausbluten des EU-Partners durch Abwanderung vieler Qualifizierter, wenn sie zum Beispiel höre, dass dort aus Geldmangel keine Wissenschaftler mehr eingestellt werden könnten. Krafts Lösung: Ein Wachstumspakt muss her für Europa, nach den vielen Worten im Europawahlkampf müssten Taten folgen!

Kraft betonte, dass Integration „ein Prozess von beiden Seiten“ sei. Wir wüssten allerdings häufig zu wenig voneinander. Dann entstünden Konflikte. Und diese Konflikte könnten nicht allein durch Politik gelöst werden, da sei die ganze Gesellschaft gefordert.

Burkhard Mast-Weisz schilderte am eigenen Beispiel, dass nahezu jede/r Wurzeln und Äste im Ausland hat. Allein er kommt auf verwandtschaftliche Beziehungen in mindestens vier Ländern. Integration, so befand er, gebe es in jeder Lebenslage: in der Nachbarschaft, bei der Arbeit, im Alter – und vor allem in der und durch die Bildung. Gemeinsame Begegnungsstätten wie der neue Lindenhof in Honsberg könnten dazu beitragen, dass der Austausch gepflegt werde.

Die Remscheider Wirtschaft brauche nicht allein gute Entwicklungsmöglichkeiten durch (neue) Gewerbeflächen, meinte Mast-Weisz, sondern auch gute Fachkräfte. Also ist „bestmögliche Bildung“ aus seiner Sicht der Schlüssel für unsere Stadt. Chancen sieht er zum Beispiel in der neuen Sekundarschule in Kooperation mit dem Berufskolleg.

Kraft meinte augenzwinkernd, dass auch Politiker immer schlauer würden – mit Unterstützung beispielsweise der Wissenschaft. Und die habe verraten, dass Bildung und Sprachentwicklung sehr früh anfangen müssten. Schon die Kita gelte inzwischen als Bildungseinrichtung, was zu weiteren Investitionen des Landes führe – „Integrationspolitik von der Pike auf“. Burkhard Mast-Weisz ergänzte, dass diese zusätzlichen Gelder vom Land in den U-3-Ausbau Remscheids gesteckt würden. Sprache sei der Schlüssel für eine gute weitere Entwicklung: Darin waren sich Kraft und Mast-Weisz einig.

Beredtes Beispiel dafür war Antonio Espinosa, der Vorsitzende des deutsch-spanischen Bundesverbandes mit Sitz in Remscheid an der Burger Straße. Er schilderte am eigenen Beispiel die Schwierigkeit, in einem neuen Land heimisch zu werden. Als Elfjähriger kam er mit seinen Eltern nach Remscheid. Und ist geblieben. Der spanische Elternverein hat ihnen „ein bisschen Heimat“ vermittelt. Hannelore Kraft, die auch später noch das Gespräch mit Einzelnen suchte, interessierte sich für seine Geschichte, die Schwierigkeit beispielsweise, plötzlich in der Schule kein Wort mehr zu verstehen. Und fragte nach der nächsten Generation. Die Kinder von Espinosa haben ein Gymnasium besucht und studiert. Ein Beleg für gelungene Integration.

Dass dabei die Wurzeln nicht vergessen werden müssen, zeigte die Tanzgruppe des spanischen Vereins: Die kleinen Mädchen, geboren und aufgewachsen in Remscheid, präsentierten traditionelle spanische Tänze. Und wenn am Abend die spanische WM-Mannschaft gegen die niederländische spielt – dann wird auch so manche/r Remscheider/in mit spanischen Wurzeln nicht auf gewisse Traditionen verzichten wollen.

Schlussrunde SPD-OB-Kandidaten: Wer die Wahl hat, ...

Gastgeber Otto Mähler sprach am Ende der Veranstaltung für manche der knapp 100 Zuhörer/innen: Warum kann Remscheid nicht zwei Oberbürgermeister haben? Denn beide OB-Kandidaten – Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz und Landtagsabgeordneter Sven Wolf – hatten auf ihre je ganz eigene und durchaus unterschiedliche Art eine gute Figur abgegeben bei der öffentlichen Diskussionsveranstaltung der SPD-Ortsvereine Hasten/Stadtmitte und Süd am Mittwochabend im Remscheider Schützenhaus.

Zwei OBs sieht die Gemeindeordnung nicht vor. Also müssen sich die SPD-Mitglieder entscheiden am kommenden Samstag in der Sophie-Scholl-Schule. Für einen der beiden Kandidaten, der dann bei der Kommunalwahl am 25. Mai vornehmlich gegen Jochen Siegfried von der CDU antritt. Und eine Wahl zu haben sei prinzipiell auch gut, betonte Moderator Lothar Kaiser und erwähnte das Willy-Brandt-Motto „Mehr Demokratie wagen“. Er gestaltete die letzte der vielen Diskussionsrunden, die Mast-Weisz und Wolf bei ihrer Kandidatenkür hinter sich gebracht haben, als unterhaltsames Interview mit kurzen Statements der Befragten.

Einen Streit zwischen den beiden konnte er nicht provozieren. Die Zuhörer/innen nahmen es ihnen ab, dass sie persönliche Angriffe bewusst nicht in ihrem Repertoire hatten. Das Engagement für die Stadt Remscheid sind Hauptmotive beider, wurde in der Diskussion deutlich: Burkhard Mast-Weisz sieht im Oberbürgermeisteramt und in der damit verbundenen Gesamtverantwortung die konsequente Fortsetzung all seiner bisherigen umfangreichen Teilverantwortungen in diversen leitenden Funktionen; Sven Wolf nannte den Gestaltungswillen in der wichtigsten Aufgabe für die Stadt als Motiv seiner Kandidatur.

Bildmitte Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz, links der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf, rechts Moderator Lothar Kaiser. Foto: Hans Georg Müller.Lust auf Remscheid also – weil es so viele Stärken habe, wie beide betonten (und sich damit auch gegen Miesmacher aussprachen, die stets die Schwächen und das Negative sehen). Viele lebendige Stadtteile, attraktive Natur, hervorragende Fachleute und das DOC: Sven Wolf sah Remscheid am Ende seiner möglichen Amtszeit im Jahre 2020 damit glänzen. Und schon heute sei es gut gewesen, das WTT und das Orchester abzusichern, weil auch dies Pluspunkte für die Wahl eines Wohn- und Arbeitsortes seien. Investition in Bildung als Schlüssel der gesellschaftlichen Teilhabe – auch dies sei Teil der Wirtschaftsförderung, die im Übrigen nur gemeinsam im bergischen Städteverbund erfolgreich sein könne.

Bildung war auch ein Schlüsselwort für Mast-Weisz: Gute Chancen für Kinder durch Schulen, Betreuung, Freizeit und Sport nannte er als Aufgaben und Ziele. Zudem wünschte er sich weniger Transferleistungen (Hartz IV) durch mehr Arbeitsangebote (auch auf dem zweiten Arbeitsmarkt: „Lieber Arbeit finanzieren als Arbeitslosigkeit“) und sah für die Älteren eine gute Zukunft durch adäquates Wohnen und durch ein sicheres Umfeld. Und selbstverständlich gehöre Kultur zu den Attraktionen einer Stadt.

Und die Finanzen? Das verabschiedete Haushaltssanierungskonzept sei ein ambitioniertes Projekt des Stadtrates, meinte Sven Wolf und zeigte sich zuversichtlich. Vor allem dann, wenn es gelinge, in diesem Jahr keine neuen Schulden aufzunehmen. Burkhard Mast-Weisz sah beim Sparen das Ende der Fahnenstange langsam erreicht. Auch beim Personal in der Verwaltung. An einem wollten beide Kandidaten nicht sparen: am Dezernenten in der Funktion des Stadtkämmerers. Fünf Dezernenten hatte die Stadt einst in den 1970er, vier in den jüngeren Jahren, heute sind es nur noch zwei: Da kommt konzeptionelles Arbeiten im Tagesgeschäft einfach zu kurz, berichtete Burkhard Mast-Weisz aus seiner Erfahrung. Sven Wolf stimmte dem zu, sah nur die Schwierigkeit, die Position noch vor der Kommunalwahl zu besetzen: Dies sei für potenzielle Bewerber/innen einfach zu unsicher, weil sie nicht wüssten, mit welcher politischen Konstellation sie es später zu tun hätten.

Apropos politische Konstellation: Wie steht es mit der Transparenz in der Remscheider Kommunalpolitik? Entscheidungen in kleinen Zirkeln oder Transparenz Richtung Öffentlichkeit? In Sachen Transparenz und Öffentlichkeitsarbeit gebe es noch Luft nach oben, erklärte Burkhard Mast-Weisz und ließ seine Idee aufleben, wöchentliche Pressekonferenzen anzubieten, nicht zuletzt mit dem Ziel, Verständnis für Verwaltungshandeln zu erwirken. Sven Wolf sah in dieser Frage in jüngerer Zeit schon positive Tendenzen, für die er sich eingesetzt habe – auch unter Inkaufnahme interner Kontroversen.

Was würden sie denn als Oberbürgermeister anders machen als die bisherige OB Beate Wilding, fragte Moderator Lothar Kaiser die Kandidaten. Reaktion: zögern. Dann lobende Worte für die OB. Dann eigene Perspektiven: Mehr Transparenz nach innen und stärkere Einbindung des Verwaltungsvorstands in Entscheidungsprozesse, formulierte Burkhard Mast-Weisz seinen Weg. Ausbau des Informationssystems im Internet mit dem Ziel, bürgerfreundlicher zu werden, transparenter, so Sven Wolfs Perspektive.

Mehr Offenheit stand in diesem Zusammenhang bei beiden auf der Agenda. Auch im bevorstehenden Wahlkampf, wer immer von beiden ihn verantwortlich zu bestreiten hat. Bürgernähe, Hausbesuche, zuhören, gewichten, verlässlich kümmern – das ist Sven Wolfs Konzept. Sagen, was man tut, und tun, was man sagt, ist Burkhard Mast-Weisz Wahlspruch. Ehrlichkeit gehöre dazu – auch mit Blick auf Konsequenzen von Forderungen und Entscheidungen.

Dazu gehöre auch der Streit. Möglichst nur in der Sache, nicht mit persönlichen Angriffen. Burkhard Mast-Weisz hat das vom SPD-Politiker Rudolf Dressler gelernt, einem seiner Vorbilder. Sven Wolf praktiziert dies im Landesparlament: harte Auseinandersetzung in der Sache mit dem politischen Gegner, aber konziliant in der persönlichen Begegnung.

Einen wichtigen Rat bekam die SPD, deren 450 Mitglieder am Samstag zu einer Vorentscheidung aufgerufen sind, von einem Ex-Mitglied der W.i.R.: Gunther Brockmann empfahl, nicht den Kandidaten zu wählen, der gut für die Partei, sondern den, der gut für Remscheid sei, weil er die Wahl gewinnen könne.

Wer das nun sein wird, ist offen. Und selbst Otto Mähler scheiterte mit seinem Versuch, das aus den anwesenden Gäste herauszukitzeln: Jede Wahl sei geheim, beschieden die Zuhörer/innen seine Absicht, ein Stimmungsbild zu erzeugen. (Fotos: Hans Georg Müller)

Foto: Hans Georg Müller

Quartier hoch 4: Gelebte Nachbarschaft im e.V.

Förderung der Nachbarschaft, Jugend- und Seniorenprojekte, Sportaktivitäten, Prävention, Beratung, interkulturelles Miteinander: Der Aufgabenbereich ist groß, den sich rund 30 Hohenhagener vorgenommen haben. Sie wollen im Rahmen des Projektes „Quartier hoch 4“ einen gemeinnützigen Verein gründen, um neben Mitgliedsbeiträgen auch Spenden einnehmen zu können. Denn das 2011 ausgelaufene dreijährige Projekt mit Stiftungsgeldern der Wohlfahrtspflege setzte Maßstäbe: Projektleiterin Martina Krause hat in dieser Zeit ein Netzwerk geschaffen und viele Initiativen betreut. Dies wollen Bewohnerinnen und Bewohner von Hohenhagen, Fichtenhöhe und Sedansberg nun mit tatkräftiger nachbarschaftlicher Hilfe und finanzieller Unterstützung durch Vereinsmitglieder und Sponsoren fortsetzen.

Viele der Interessenten hätten gerne gestern Abend im Gemeindezentrum „Esche“ Nägel mit Köpfen gemacht und gleich den Verein gegründet. Doch der Vorbereitungskreis mit Stefan Grote, Pfarrer Axel Mersmann und Silke Wieden sammelte erst mal Adressen und mögliche Betätigungsfelder der Interessenten, um ihnen Satzungsentwurf und Einladung zur Gründungsversammlung zuschicken zu können. Die ist für Mittwoch, 4. Juli, um 18 Uhr im „Ahörnchen“ geplant. Weitere Interessenten sind mehr als willkommen. Sie können sowohl den institutionellen Rahmen mit Vereinssatzung, Vorstand und Beirat mitgestalten als auch das Wohnquartier selbst.

Den Begriff „Nachbarschaft“ neu entdecken – dies ist für Axel Mersmann ein wichtiges Ziel. Mit zwölf Euro Mindestbeitrag pro Jahr und ehrenamtlicher Tatkraft wollen sich die Vereinsgründer ihm nähern. Sie können dabei auf den bereits bestehenden Aktivitäten aufbauen. Stadtteilzeitung, das Projekt „Treppenhaus und Gartenzaun“, die „Traumplaner“, die Fantasie für den Ausbau des Quartiers entwickeln – all diese Initiativen will der Verein mit Hilfe seiner ehrenamtlichen Mitglieder fortsetzen und ausbauen. Begegnungskreise, Vortragsveranstaltungen, Informations- und Erfahrungsaustausch sollen die Nachbarschaft erlebbar machen, sie festigen und damit für ein l(i)ebenswertes Umfeld sorgen.

Der überkonfessionelle und überparteiliche Verein wird später eng mit der Stadtteilkonferenz kooperieren, in der seit 2006 Vertreter der Kirchen, der Stadt Remscheid und der Bezirksvertretung Pläne für den Hohenhagen schmieden. Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz fühlt sich ebenso wie Bezirksbürgermeister Willi Korff dem Projekt verbunden: Eine Bürger-Initiative zur Förderung des eigenen Umfelds als gelebte Demokratie … (Kontakt: Axel Mersmann (a.mersmann@johannes-kgm.de">a.mersmann@johannes-kgm.de oder Tel. 340192)

Der Stadtteil Hohenhagen sucht Freunde und Förderer

Die Gründung eines Vereins zur Unterstützung und Förderung von Nachbarschaftsprojekten auf dem Hohenhagen hat gestern Abend ein gutes Dutzend Anwohner/innen im Stadtteilzentrum „Esche“ vorbereitet. Auf Einladung des Stadtteilmanagements unter Federführung von Pfarrer Axel Mersmann (Ev. Johannes-Kirchengemeinde) diskutierten die Interessenten über künftige Aufgaben und Ziele des Projektes. Vor allem geht es darum, die vielfältigen Initiativen auf dem Hohenhagen zu koordinieren sowie Gelder und Unterstützer/innen für sie anzuwerben. Für die Stadtteilzeitung beispielsweise, für das Projekt „Treppenhaus und Gartenzaun“, das vor allem im Sommer Aktivitäten anbietet, für die „Traumplaner“, die Fantasie für den Ausbau des Quartiers entwickeln, für die Stadtteilkonferenzen, auf denen weitere gemeinsame Unternehmungen geplant werden.

Ausgangspunkt der Initiative ist das WohnQuartier4, ein Projekt, dessen öffentliche Förderung nach drei Jahren ausgelaufen ist, wodurch die Hohenhagener auch auf die bewährte Mitarbeit von Stadtteilkoordinatorin Martina Krause verzichten mussten. Die engagierten Projekte, die aus dem WohnQuartier hervorgegangen sind, bedürfen nun eines institutionellen Rahmens, um weitere Mitarbeiter/innen zu finden und auch mal Spenden entgegennehmen zu können. Dies soll ein eingetragener Förderverein ermöglichen, für dessen Gründung die Teilnehmer gestern einstimmig votierten. Im neuen Jahr wollen die Initiatoren zu einer Gründungsversammlung einladen, auf der Satzung, Vorstand und gegebenenfalls ein Beirat beschlossen bzw. gewählt werden. Freunde und Förderer des Hohenhagen, die sich für ihren Stadtteil engagieren und dabei ihre Nachbarschaft kennenlernen möchten, können sich schon jetzt bei Axel Mersmann melden (a.mersmann@johannes-kgm.de">a.mersmann@johannes-kgm.de oder Tel. RS 340192).

Remscheider DOC-Freunde auf Kuschelkurs im Schützenhaus

Marketingmanager Thomas Junge mit einer PLanskizze des neuen DOC. Archivfoto: Lothar KaiserDie Stimmung war DOC-freundlich bis -euphorisch, und unter den gut 70 Gästen der „Initiative engagierter Remscheider pro DOC“ im Schützenhaus schien gestern Abend der Begriff „alternativlos“ zu kursieren. Der ist zwar „Unwort des Jahres 2010“, wurde aber mehrfach in der Diskussion über die Präsentation von McArthurGlen erwähnt. Und noch eine Schippe drauf: Von „übermächtiger Chance“ war die Rede, von einem „Geldregen, der Remscheid nach vorne bringt“, von einer ausgesprochenen „Win-Win-Situation“. Zwar hatten die Moderatoren Henning Röser (Bergische Morgenpost) und Axel Richter (rga) angekündigt, dass dies „keine Kuschelveranstaltung“ für die Repräsentanten des DOC-Investors McArthurGlen und seiner Promoter aus FIT (Förderverein für Innovation und Technologie), MIT (Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU) und den WiJus (Wirtschaftsjunioren) werde.

Aber kuschelig wurde es dann doch. Denn es fehlten sowohl auf dem Podium als auch im Auditorium die kritischen Stimmen zum geplanten DOC. Die aber gibt es auch in Remscheid; vielleicht waren sie nicht eingeladen.  Denn FIT-Vorsitzender Franz-Bernd Daum (Foto rechts) machte keinen Hehl aus dem Ziel der Veranstaltung: Man wolle für das DOC „begeistern“, damit werde ein „Magnet installiert“. Die erwarteten Investition in dreistelliger Millionenhöhe, die McArthurGlen hier tätigen wolle, brachte Daum auf eine Kurzformel:Franz-Bernd Daum. Foto: Lothar Kaiser „Wenn es für die Investoren gut ist, muss es auch für die Stadt gut sein.“ Henner Blecher, Vorsitzender des MIT, erklärte, man wolle Remscheid – allen Schwierigkeiten zum Trotz – nach vorne bringen. „Wir brauchen Belebung in Remscheid!“ Und dazu müsse die Bürgerbefragung am 16. Oktober gewonnen werden. Denn bisher habe Remscheid für Auswärtige (Führungskräfte und Touristen) nicht viel mehr zu bieten als einen schönen Wald. Die „unattraktiven Innenstädte“ von Remscheid, Lennep und Lüttringhausen könnten aufgewertet, die Kaufkraft durch auswärtige Besucher gesteigert werden, meinte Blecher. Es gelte, einen Trend zu stoppen. „Ohne DOC wandern Einwohner und Kaufkraft ab.“ Zwar sei es für einzelne Remscheider Händler schwer, mit diesen eventuellen Neuerungen umzugehen. Aber diese Skeptiker wollte Constanze Epe von den WiJus beruhigen: Das DOC habe schließlich ein anderes Sortiment als die Alleestraße, die sei eher geeignet für Geschäfte des täglichen Bedarfs.

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Oje Obi: Inflation leicht gemacht

Heute 16 Uhr im Remscheider Obi-Markt: Glückliche Gärtnerin ergattert ein Abflämmgerät plus Gaskartuschen zur Unkrautvernichtung aus einer großen Auswahl zum Preis von 19,99 Euro. Gezielt damit zur Kasse. „29,99 Euro“ verlangt die Kassiererin. „Oh nein“, widerspricht die Kundin, „die kosten 19,99“. Kassiererin skeptisch: „Kann nicht sein, was im Computer steht, stimmt.“ Kundin, selbstzweifelnd, noch mal quer durchs Gartencenter, zurück zur Wandhalterung mit mehreren Dutzend dieser nützlichen Brenner. Verschiedene Ausführungen, allesamt eindeutig ausgezeichnet mit 19,99. Nicht einmal ein Sonderangebot. Also zum Infostand, einen Fachverkäufer auf die Differenz aufmerksam gemacht. „Ja“, sagt dieser fröhlich. „Ich bin gerade dabei, die Geräte neu auszuzeichnen“. Vor ihm auf der Theke liegen schöne rote Preisschilder mit der Ziffer 29,99, schlappe 50 Prozent mehr als bisher. Eilig ist es ihm nicht mit der Neuauszeichnung; er lässt die Schilder liegen, die Kundin ratlos und geht in eine ganz andere Richtung. Ja, und jetzt? Zurück zur Kasse: „Die Geräte kosten 19,99. Sie werden erst gleich neu ausgezeichnet.“ Die Kassiererin wird ungeduldig: „Ich kann nur das kassieren, was im Computer steht, und da steht 29,99.“ Kundin, ohnehin eilig, lässt das Gerät an der Kasse zurück, murmelt noch was von „Kundentäuschung“ und geht. Es gibt zum Gärtnerglück noch andere Märkte.

Bürgertalk mit Jürgen Büssow: Chancen in der Finanzkrise

Ein Gutes sah Regierungspräsident Jürgen Büssow in der Finanzkrise der Städte: „Sie setzt Potenziale im Denken frei – und das ist eine Chance.“ Neues Denken nicht nur in den Binnenstrukturen der Kommunen, sondern auch in der Frage der Gemeindefinanzierung generell. Denn was die bisherige anrichtet, hatte die Bürgerstiftung Remscheid für das Gespräch mit Büssow im Forum Hackenberg symbolisch dargestellt: eine Baustelle mit Warnschildern und -leuchten. Sie bildeten gestern Abend die Kulisse für ein gut zweistündiges, informatives Gespräch mit dem Regierungspräsidenten, moderiert von Horst Kläuser und aufmerksam verfolgt von rund 90 Zuhörerinnen und Zuhörern.

Büssow machte schnell deutlich, dass er sich keinen Schwarzen Peter für Ratsentscheidungen zuschieben lässt, auch wenn die verschuldeten Kommunen unliebsame Einsparungen gerne mit vermeintlichen Orders aus Düsseldorf begründen. Als Repräsentant der Kommunalaufsicht muss Büssow zwar eine neuerliche Verschuldung der Stadt Remscheid verhindern; in inhaltliche, politische Entscheidungen will sich seine Behörde aber nicht einmischen. Hier appellierte er Richtung Rat und Verwaltung an Kompetenz, Kreativität und Kooperationswillen.

Und die sind mit Sicherheit vonnöten, um die Krise zu meistern. Dass dies kaum mehr ganz aus eigener Kraft geht, gestand Büssow den verschuldeten Kommunen zu. Schließlich sei der Schuldenberg der NRW-Kommunen auf 17 Milliarden Euro angewachsen, und da bedürfe es durchaus einer Unterstützung von außen. So müssten die vom Bund aufoktroyierten Belastungen geprüft und dem Konnexitätsprinzip wieder mehr Geltung verschafft werden (Kläusers Übersetzung: „Wer die Musik bestellt, muss sie bezahlen“). Der „Soli“ sollte nicht mehr nach Himmelsrichtungen, sondern nach Bedürftigkeit verteilt werden. Während der Konsolidierungsphase der Kommunen seien gezielte Zinshilfen erforderlich. Die armen Kommunen müssten bei Förderprogrammen des Landes von der zehnprozentigen Eigenleistung befreit werden, weil sie diese nicht aus eigener Kraft aufbringen und daher auch nicht von solchen Projekten profitieren können. Und generell sei an eine Neuverteilung der bisherigen kommunalen Aufgaben zu denken.

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Ungewöhnliche Makroaufnahmen in der Stadtbücherei

Schnecken im Garten, eine Heuschrecke, ein kleiner Marienkäfer, eine gewöhnliche Fliege – was wir eher beiläufig betrachten, nimmt Maria Müller unter die Lupe ihres Makroobjektivs. Wie seziert wirken die Ergebnisse ihrer professionellen Naturbeobachtung, verfremdet durch Lichteffekte und kühle Hintergrundgestaltung. Unheimlich wie Wesen von einem anderen Stern. Seltsam faszinierende Kunstwerke der Natur aus einem sehr eigenen Blickwinkel – Maria Müller hat diesen individuellen Stil gefunden. Ab morgen (bis 29. November) sind ihre ungewöhnlichern Makeroaufnahmen in der Stadtbücherei zu sehen.

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Gestern miterlebt: Fahrgäste der Bahn auf dem Abstellgleis

Nein, wir wollen nicht über die Bahn schimpfen. Das ist billig und wohlfeil. Alle reden über die Bahn. Zumeist schlecht. Wir nicht.
Nur heute. Also: Würzburg – Remscheid. Tolle Verbindung erwischt. Vier Stunden. Okay, für andere (die Richtung Essen weiterreisen wollten) ist es nicht so toll. Sie müssen mit schwerem Gepäck in Frankfurt von einem Zugteil zum anderen pilgern, weil die Bahn ausnahmsweise erst dort einen weiteren Zug anschließt. Der sollte eigentlich von Anfang an mitfahren. Aber immerhin: Die reservierten Plätze können quasi „mitgenommen“ werden. Wenigstens etwas in dem gut besetzten Zug.
Beim gewöhnlichen Kopplungsprozess zwischen zwei Zugteilen klappt in Frankfurt nicht alles reibungslos. Wofür sich die freundliche Bahn-Stimme wieder mal ausdrücklich entschuldigt, was inzwischen Usus ist. „Wir bitten die Verspätung zu entschuldigen.“ Als höfliche Zeitgenossen haben wir gelernt, Entschuldigungen ohne weitere Nachfragen anzunehmen. Davon profitiert die Bahn. Der ICE hat übrigens 20 Minuten Verspätung, als er in Köln eintrifft.
Unser Egoismus ist pur: Während andere ihren Anschlüssen hinterhertrauern, haben wir genügend Luft zum Einstieg in die Regionalbahn. Zumal auch die Regionalbahn Verspätung hat, zwölf Minuten ab Köln, Ursache unbekannt. Hauptsache, wir fahren. Allerdings nicht lange: Kurz vor Opladen wird die Fahrt (noch) langsamer, der Zug hält auf freier Strecke an. Ein Alarmzeichen. Der Fahrgast gegenüber bestellt sein für Leichlingen avisiertes Taxi ab: „Das kann länger dauern.“

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Christa Schwandrau: Bilder vom Wandel der Zeiten

Christa Schwandrau stellt seit heute in der Hauptfiliale der Stadtsparkasse an der Alleestraße aus. Rechts unten ist sie zusammen mit Sparkassendirektor Jörg Koch to Krax zu sehen. (Fotos und Text: Ulrike Kaiser)

Eine Begegnung mit den „Zeiten“ ermöglicht die Remscheider Künstlerin Christa Schwandrau seit heute in der Hauptfiliale der Stadtsparkasse an der Alleestraße: In 26 jüngeren Werken spiegeln sich persönliche Zeitläufte wider, helle, nachdenkliche oder eher dunkle Stimmungen, die sie in ihrer ansprechenden Aquarelltechnik zu Bildern verarbeitet. Dabei kehren bekannte Motive wieder, wie die weise Eule und die prächtigen Päonien, aber vieles ist auch völlig neu zu entdecken: eine rot-gelbfrohe Aufbruchstimmung etwa oder ein Experiment in Grün, das zu einem geheimnisvollen Regenwald zerfließt. Rund 50 Gäste konnten sich als Erste vom Wandel der „Zeiten“ im Schaffen der Remscheiderin überzeugen, die von sich selbst sagte, dass die Zeit der dunklen Bilder gewichen sei. „Change" I bis III nennt sie die Symbolbilder für diesen Wechsel zum Aufbruch; sie bilden den Abschluss der Bildergalerie. Sparkassendirektor Jörg Koch to Krax stellte bei der Ausstellungseröffnung neben dem künstlerischen besonders das soziale Engagement von Christa Schwandrau heraus, die mit ihren Remscheider Kursen Kinder und Senioren, Benachteiligte und Bildungsbürger/innen in die befreiende Welt der Farben eingeführt hat. Erst jüngst stellte die Malerin ihre Werke in Belgien aus. Die Remscheider Ausstellung ist von jetzt an bis zum 31. Mai in der Sparkassenhalle zu sehen.