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Sieben Telefonshops in RS verstießen gegen Vorschrift

Im Telefonshop werden Kunden erschlagen von einer Vielzahl an Tarifen für höhere Übertragungsgeschwindigkeit, mehr Datenvolumen und zahlreiche Extras. „Damit Ratsuchende eine Chance haben, in dem Gewirr von Kosten, Extras und Tarifen einen für sie passenden Handyvertrag zu finden, sind Shopbetreiber seit Mitte 2017 verpflichtet, Kunden über die wichtigsten Details vor einem Vertragsabschluss zu informieren“, erklärt Lydia Schwertner, Leiterin der Remscheider Verbraucherzentrale. Händler müssen Kunden auf ein nach Vorgaben der Bundesnetzagentur gestaltetes Produktinformationsblatt hinweisen und dieses leicht zugänglich bereitstellen, also entweder sehr gut sichtbar auslegen oder den Kunden aushändigen. Doch diese Vorgabe ist vielfach bloße Theorie. Das ergab eine landesweite Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW in 301 Telefongeschäften im Vorfeld des diesjährigen Weltverbrauchertages (15. März). Demnach händigten nur zwei Shopverkäufer Ratsuchenden das hilfreiche Produktinformationsblatt unaufgefordert aus. Neun von zehn Händlern rückten die Übersicht auch auf nochmalige Nachfrage nicht heraus. „Das Ziel der Vorschrift, ratlose Kunden anhand des Produktinformationsblatts durch den Tarifdschungel hin zu dem von ihnen gewünschten Vertrag zu führen, wird durch die Nichtherausgabe des Produktinformationsblatts regelmäßig untergraben“, kritisiert Schwertner von der Verbraucherzentrale.

Die Remscheider Beratungsstelle gibt Telefonkunden deshalb folgende Infos und Tipps mit auf den Weg zum passenden Vertrag:

  • Transparenz und Vergleich - im Produktinformationsblatt A und O: Die Übersicht enthält die wesentlichen Angaben, die Telefon-, TV- und Internetverträge transparent und miteinander vergleichbar machen. Dazu gehören unter anderem Name des Tarifs, die darin enthaltenen Zugangsdienste, die Vertragslaufzeit, Infos zur Kündigung und Verlängerung des Vertrags, die Datenübertragungsraten in Mbit/s, das Datenvolumen und Informationen zur Drosselung, Preise sowie Name und die ladungsfähige Adresse des Anbieters. Mit Hilfe des Produktinformationsblattes soll sichergestellt werden, dass Kunden die wichtigsten Vertragsdetails auf einen Blick erhalten und mit Angeboten anderer Unternehmen vergleichen können.
  • Händler muss informieren: Dieses Blatt muss grundsätzlich für alle Verträge bereitgestellt werden, die einen Zugang zum Internet ermöglichen. Weist der Verkäufer während des Verkaufsgesprächs nicht auf das Produktinformationsblatt hin, sollten Kunden gezielt danach fragen und um einen Ausdruck bitten. Falls sich der Händler weigert, verstößt er damit gegen seine gesetzliche Informationspflicht. Kunden sollten in einem solchen Fall besser nach einem Shop Ausschau halten, der seinen Servicepflichten nachkommt.
  • Vertragsbedingungen genau studieren: Die Informationen des Produktinformationsblatts müssen im Vertrag deutlich ins Auge stechen. Wichtig ist, dass die Auskünfte darin mit den Angaben im Vertrag übereinstimmen und Sonderkonditionen im Vertrag schriftlich ergänzt werden. Kunden sollten auch prüfen, ob sich mündliche Zusagen des Verkäufers exakt im Vertrag wiederfinden. Vor der Zustimmung zu einem Vertrag sollten Kunden alle für den Vertrag relevanten Unterlagen zur Kenntnis nehmen können. Dazu gehören neben dem Vertragsformular auch noch die Leistungsbeschreibung, das Preisverzeichnis, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und eben auch das Produktinformationsblatt. Die Unterlagen sollten am besten zu Hause abgeheftet werden.
  • Top – der abgeschlossene Vertrag im Laden gilt: Im Gegensatz zum Internet können im Handyshop abgeschlossene Verträge in der Regel nicht im Nachhinein widerrufen werden. Mögliche Ausnahme: Wenn mit dem Abschluss eines Mobilfunkvertrags etwa zusätzlich ein vergünstigtes Handy oder ein Tablet erworben wird.

Wer wieder aus dem Vertrag aussteigen will: Wer es sich zu Hause anders überlegt, ist zunächst an den Vertrag gebunden. Haben Kunden Zweifel, ob der Vertrag rechtmäßig zustande gekommen ist, oder stellen sie im Nachhinein fest, dass die Leistungen nicht dem entsprechen, was im Vertrag vereinbart worden ist: Dann sollten Betroffene rechtlich prüfen lassen, ob der Vertrag angefochten, außerordentlich gekündigt und Schadensersatz geltend gemacht werden kann.

Die Beratungsstelle in Remscheid bietet anlässlich des Weltverbrauchertages in der Woche vom 18. bis 22. März eine kostenlose Rechtsberatung zu diesem Thema an. Kunden können zudem ihren Ärger über das Verkaufsverhalten in Telefonläden bei der Verbraucherzentrale NRW, Beratungsstelle Remscheid, unter Tel. RS 842479-1, persönliche zu den Öffnungszeiten oder per E-Mail an remscheid@verbraucherzentrale.nrw loswerden.

Seit 1983 wird der Weltverbrauchertag jedes Jahr am 15. März gefeiert, um öffentlich auf aktuelle Themen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes hinzuweisen. Merke: in die landesweite Erhebung sind Stichproben in sieben Remscheider Telefonshops eingeflossen. Alle sieben Shops gaben kein Produktinformationsblatt (PIB) heraus.

Durchdachter Plan ist besser als Hauruck-Aktion

Unter Zeitdruck eine neue Heizung suchen, weil die alte den Geist aufgegeben hat? Keine gute Idee, warnt Lydia Schwertner, Leiterin der Remscheider Beratungsstelle der  Verbraucherzentrale NRW: „Die meisten Heizkessel werden erst ausgetauscht, wenn sie defekt sind. Wer in einer kalten Wohnung unter Zugzwang steht, kann aber nicht in Ruhe die Alternativen zu Öl und Gas prüfen und echte Verbesserungen planen!“ Eine große Investition, die Weichen für 20 Jahre stelle, beruhe dann auf zu wenigen Informationen. Außerdem werde der Heizungstausch teurer, wenn ein Handwerksbetrieb dafür kurzfristig ausrücken müsse. In ihrer aktuellen Aktion „Besser heizen“ stellt die Verbraucherzentrale NRW deshalb die Frage: „Was läuft im Keller?“ Sie lädt so zur rechtzeitigen Beschäftigung mit dem Zustand der jetzigen Heizung und möglichen Nachfolgern ein.

„Neue Heizungen können leiser sein als alte, sie können komfortabler zu bedienen sein und günstiger im Betrieb. In jedem Fall aber sparen sie Energie und sind klimafreundlicher“, erklärt Jens Blome, Energieberater für die Verbraucherzentrale. Wer einen mindestens 15 Jahre alten Heizkessel sein Eigen nenne, solle sich deshalb informieren, bevor der Ernstfall eintritt. „Hierzulande sind schätzungsweise rund 60 Prozent der Heizkessel in Einfamilienhäusern technisch veraltet und damit reif für einen Austausch“, betont Jens Blome. Monika Meves, Umweltamt der Stadt Remscheid, ergänzt: „In Remscheid gibt es einen Sanierungsstau bei Heizungsanlagen. Rund 17 Prozent aller Heizungsanlagen in Remscheid sind älter als 20 Jahre und damit energetisch ineffizient und teuer.“ Schon der einfache Umstieg auf Brennwerttechnik – heute Standard bei Öl und Gas – bringt bis zu 15 Prozent Energieersparnis, informiert Jens Blome. Hinzu komme, dass oft erst beim Heizungstausch die Rohre gedämmt und die Einstellungen des Systems optimiert würden: „Das kann zusammen weitere 15 Prozent bringen.“

Eine noch stärkere Verbesserung der Klimabilanz verspricht der Umstieg auf Holzpellets, eine Wärmepumpe oder die Einbindung von Solarthermie. „Alle diese Systeme sind gut erprobt und etabliert, ein Umstieg ist also kein Abenteuer“, versichert der Energieberater Jens Blome. Für viele Vorhaben fließen zudem Fördermittel. „Entscheidend für eine zukunftsfähige Heizung ist, dass das System und seine Leistung wirklich zu den Bedürfnissen der Bewohner passen“, sagt Jens Blome. Pauschale Empfehlungen nennt er deshalb unseriös. „Auch den richtigen Zeitpunkt für einen Austausch finden Eigentümer am besten selbst – wenn sie wissen, wohin dieser Schritt führen soll, welche Folgen er hat und was er kostet.“ Ein durchdachter Plan, der vielleicht noch eine Weile in der Schublade ruht, sei allemal besser als eine Hauruck-Aktion nach einem plötzlichen Heizungsausfall.

Monika Meves verweist auf das hilfreiche Internetportal www.alt-bau-neu.de/remscheid mit Informationen rund um die Heizungsmodernisierung und energetische Gebäudesanierung. Hier findet man nicht nur kompetente Energieberater und lokale Handwerker sondern auch stets die aktuellen Förderprogramme für das geplante Vorhaben.

Einen guten Einstieg ins Thema "Besser heizen" bildet ein Vortrag von Energieberater Jens Blome, am Donnerstag, 11. Oktober, in der Remscheider Verbraucherzentrale, Alleestraße 32. Ab 17.30 Uhr führt er ein in die Chancen moderner Heiztechnik und die Verbesserungen, die damit zu erreichen sind. Ergänzend gibt es einen Überblick über aktuelle finanzielle Förderprogramme. Der Eintritt ist frei. Kostenlose Beratung rund ums Thema gibt es am selben Tag ab 15.30 Uhr. Für beide Angebote wird um Anmeldung gebeten unter Tel. RS 842479 1 oder 1633 13 bzw. E-Mail remscheid@verbraucherzentrale.nrw und umweltamt@remscheid.de">umweltamt@remscheid.de. Nähere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung für weitere persönliche Beratungen gibt es unter Tel. RS 842479 1, 0211 / 33996 555 und unter www.verbraucherzentrale.nrw/besser-heizen. Die Aktion „Besser heizen“ ist Bestandteil des Projekts „Energie2020“ der Verbraucherzentrale NRW, das mit Mitteln des Landes und der EU gefördert wird.

4.567 Remscheider fanden Rat in Verbraucherfragen

Gratisspiele-Apps, die mit Abbuchungen auf der Telefonrechnung überraschten. Unseriöse Werber für digitalen Fernsehempfang. Und auch die Klassiker unter den Abzockern waren mit überzogenen Forderungen oder tückischen Geschäftsmodellen erneut aufgefallen. Für fast 1.100 Ratsuchende war die Verbraucherzentrale in Remscheid, Alleestraße 32, Tel. RS 8424791, E-Mail remscheid@verbraucherzentrale.nrw">remscheid@verbraucherzentrale.nrw, im vergangenen Jahr wieder der richtige Wegweiser zu Rat und Recht.

Geschickte Täuschung, damit arglose Nutzer kostenpflichtige Bestellungen vornehmen oder in ungewollte Abos tappen – der digitale Verbraucheralltag war wieder gespickt mit Stolperfallen. Die Verbraucherzentrale hat 2017 besonders die Tücken vermeintlich kostenloser Spiele-Apps für Smartphone und Tablet in den Blick genommen. Dabei hatte sich gezeigt, dass die Spielemacher Nutzer laufend durch geschickte Programmierungen animieren, den kostenlosen Sektor zu verlassen, um durch den Zukauf von vielerlei Elementen den Spieleverlauf voranzutreiben. Eingeschlossen die Gefahr, von dann kostenpflichtigen Angeboten überrascht zu werden und den Überblick zu verlieren, wie schnell Spielebeschleuniger oder weitere Komponenten mit Kosten zwischen 99 Cent und bis zu 99 Euro ins Geld gehen können. Die Verbraucherzentrale NRW forderte daher, dass Anbieter von Onlinespielen Preislisten für alle Zusatzangebote offenlegen müssen. Und für junge Gamer und deren Eltern hatte sie vorsorgliche Regeln bei „Free to play“ parat.

Bei der grassierenden Masche der massenhaften Ping-Anrufe hatten Betrüger versucht, durch kurzes Klingeln Rückrufe zu provozieren. Auf dem Display war dann unter dem Hinweis „Anruf in Abwesenheit“ eine Nummer zu sehen, die auf den ersten Blick wie eine lokale Vorwahl aussah. Wer dann zurückrief, landete jedoch nicht bei den vermeintlichen Vorwahlen deutscher Städte, sondern bei ähnlich aussehenden Ländervorwahlen: So ähnelte etwa die von Dortmund mit 0231 der von Liberia (00231). Die Betrüger hatten dann versucht, die Anrufer möglichst lange mit Bandansagen in der Leitung zu halten – und verdienten an den hohen Telefongebühren mit. Die Beratungsstelle warnte nicht nur vor Rückrufen, sondern zeigte auch Wege auf, um diese Kosten nicht bezahlen zu müssen.

Vor allem ältere Kabelkunden waren Zielgruppe von Werbern für Produkte der Unitymedia NRW GmbH: „Bei ihren Besuchen hatten sie an der Wohnungstür Ängste im Hinblick auf die Einstellung des analogen TV-Programms am 30. Juni 2017 geschürt“, berichtet die Beratungsstellenleiterin, Lydia Schwertner. Dadurch verunsichert seien dann unüberlegt oft überflüssige und teure Verträge für Telefonie und Internet oder zusätzliche kostenpflichtige TV-Angebote abgeschlossen worden. „Die Werber hatten dabei auf Unkenntnis gesetzt. Denn dass für die anstehende Umstellung von analogem auf digitalen Kabel-Empfang keine neuen Verträge notwendig sind – das hatten sie natürlich nicht verraten“, entlarvt Lydia Schwertner die Überrumpelungsstrategie.

Ratsuchende berichteten auch, dass ihnen in Unitymedia-Shops langfristige Paketverträge mit Fernsehen, Internet und Telefonie als einzige Alternative zum schwarzen Bildschirm aufgezeigt worden waren. Dabei wurden dann monatliche Gebühren und eine einmalige Anschlussgebühr fällig. „Für den Anschluss ans digitale Kabelzeitalter hätte es tatsächlich jedoch nur eines neuen digitalen Receivers bedurft“, erklärt die Beratungsstellenleiterin. In der Rechtsberatung wurden Möglichkeiten geprüft, den Vertrag zu stornieren.

Auch massive Kostentreiberei von Inkassounternehmen bot Anlass für Verbraucherbeschwerden: „Da wurden Kosten durch die parallele Beauftragung von Inkassobüro und Rechtsanwalt in die Höhe getrieben oder für standardisierte Forderungsschreiben aus dem Computerprogramm Gebühren entsprechend der „anwaltlichen Mittelgebühr“ verlangt“, berichtet Lydia Schwertner, „insbesondere Bagatellforderungen wachsen in der Obhut von Inkassobüros auf das Mehrfache an.“

Bei vielen außergerichtlichen Rechtsberatungen und -vertretungen standen Probleme mit Telekommunikationsanbietern im Mittelpunkt. Nicht nachvollziehbare Posten in der Rechnung, Stolperfallen beim Anbieterwechsel - oftmals gab es mit den Unternehmen gleich mehrere Probleme. Anlass für Beschwerden war vielfach auch, wenn die tatsächliche Leistung und Geschwindigkeit des Internetanschlusses mit den Versprechungen in der Werbung oder des Kundenberaters nicht übereinstimmte. So wollten Ratsuchende etwa wissen, wie es um Entschädigungsmöglichkeiten bei Geschwindigkeitsproblemen bestellt ist.

Beschwerden gab es aber auch über Vertragsanbahnungen in örtlichen Mobilfunkshops. Dort waren oftmals viel günstigere monatliche Entgelte zugesichert worden als dann tatsächlich mit der Mobilfunkrechnung abgebucht wurden. Crux: Die Hürde zur Prüfung ist deutlich höher, wenn man die Rechnung nicht per Post oder Mail bekommt, sondern selbst erst über eine App oder ein Onlineportal abrufen muss. So laufen unbesehen unberechtigte Entgelte auf, die erst beim Kassensturz bemerkt werden, weil etwa das Konto ins Minus bewegt. Für einen Widerspruch ist es dann häufig zu spät.

Erfreulich: Roaming-Aufschläge fürs Surfen und Telefonieren im EU-Ausland hatten viele Jahre für Urlauberverdruss gesorgt. In der Beratungsstelle waren dann viele Fragen gelandet, ob die berechneten Entgelte für die grenzüberschreitende Kommunikation rechtmäßig seien. Seit dem 15. Juni 2017 war damit (fast) Schluss: „Roam like home“ galt seither in den 28 EU-Mitgliedsstaaten; die Aufschläge für die Handynutzung dort wurden weitgehend abgeschafft. Doch einfacher und preiswerter bedeutete keineswegs ohne Limit und Ausnahmen – worüber die Beratungsstelle umfassend informiert hat, um vor teuren Überraschungen auf der Mobilfunkrechnung gefeit zu sein.

Mit der Kampagne „Dreh auf und spar“ hat die Verbraucherzentrale auch in Remscheid die richtige Einstellung zum Energiesparen beim Duschen nahegebracht. Zudem hat sie aufgezeigt, dass ein Wechsel des Strom- und Gastarifs viele Haushaltskassen sicher entlasten kann. „Neben dem Preis sind dabei vor allem kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen wichtig sowie die richtige Einschätzung von Preisgarantien und eine besondere Vorsicht bei Bonusversprechen angezeigt“, erläutert Lydia Schwertner die Formel für den sicheren Wechsel. (Der Jahresbericht ist nachzulesen unter www.verbraucherzentrale.nrw/remscheid-jahresbericht2017)

 

Bilanz der Verbraucherzentrale in Remscheid

Online shoppen, via Smartphone bezahlen, per Mausklick einen Kredit aufnehmen: Verbraucherprobleme im digitalen Konsumalltag bestimmten die Arbeit der Verbraucherzentrale in Remscheid im vergangenen Jahr. Neue Themen, ohne dass die Dauerbrenner wie Drücker an der Haustür oder einschüchternde Inkassoforderungen auf dem Rückzug gewesen wären. Für fast 5.000 Ratsuchende war die Beratungsstelle in der Alleestraße 32 in 2016 Anlaufstelle zu Rat und Recht.

Mal winkt eine Fitnessuhr als Gratisgeschenk, mal lockt ein Gewinnspiel zu Routenplanern im Internet. Andernorts preist eine Onlineplattform unschlagbare Schnäppchen an oder locken vermeintliche Gratis-Kochrezepte auf eine Homepage. Fast immer gemeinsame Zutat: Geschickte Täuschung, damit arglose Nutzer kostenpflichtige Bestellungen vornehmen oder in ungewollte Abos tappen. „Und gemeinsam ist den von Abzockern im Internet Geleimten, dass sie sich hilfesuchend an die Rechtsberatung der Verbraucherzentrale wenden“, bilanziert Beratungsstellenleiterin Lydia Schwertner eine anhaltend hohe Nachfrage bei den Rechtsberatungen.

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Free to P(l)ay, oder: Die Tücken kostenloser Apps

Per Handy werden mit Goldtalern, Diamanten und Herzen in der virtuellen Spielewelt Siedlungen gebaut, reizvolle Gärten angelegt und Gegner besiegt. Hersteller von Action-, Strategie- und Rollenspielen wie Clash Royal, Candy Crush Soda Saga oder Pokémon Go bieten Spiele-Apps zum kostenlosen Download für Smartphones und Tablets an. Für viele Spiele-Macher ist das System der „Free to Play-Games“ ein einträgliches Geschäftsmodell. Denn „free to play“ kann durchaus zur Kostenfalle werden. Wenn das geschenkte Kapital, Leben oder die Ressourcen verspielt sind, müssen Spieler unangenehme Wartezeiten in Kauf nehmen. Es sei denn, sie zahlen fürs schnellere Weiterkommen je nach Spiel von 99 Cent bis zu 99 Euro, um etwa Spielebeschleuniger (Booster) kaufen zu können.

Ob und ab wann genau eine vermeintlich kostenlose Spiele-App ins reale Geld gehen kann, hat die Verbraucherzentrale NRW an umsatzstarken Free to Play-Games für Android-Geräte überprüft, die im Google Play Store angeboten werden. „Unterm Strich animieren Spielemacher die Nutzer äußerst geschickt, den kostenlosen Sektor zu verlassen und den Spieleverlauf durch den Zukauf von vielerlei Elementen voranzutreiben“, so das Fazit von Lydia Schwertner von der Verbraucherzentrale NRW. Sie warnt: „Wer sich ein Free to Play-Game auf sein Handy lädt, kommt durch geschickte Programmierungen erst richtig auf den Spieletrip und kann hierbei leicht die Kostenkontrolle verlieren.“

Spielern wird zu Beginn nicht angezeigt, ab wann und für welche Elemente reale Geldbeträge verlangt werden. Mögliche Kosten können deshalb bei Spielbeginn nicht abgeschätzt und mit anderen Spielangeboten verglichen werden. Computerspiele erzeugen zudem oft das Bedürfnis weiterzuspielen, egal was es kostet. Da Spieleinsätze zum Beispiel abstrakt per Abbuchung über Mobilfunkrechnung oder Kreditkarte bezahlt werden, haben vor allem Kinder und Jugendlichen oft kein Gefühl dafür, dass sie nicht nur Spiel-, sondern reales Geld verspielen.

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Thermostat-Check: Sparchancen für Eigentümer & Mieter

Innerhalb von Minuten können viele Remscheider beim Heizen in die Komfortklasse aufsteigen. Mit wenigen Handgriffen, ganz ohne Dreck oder austretendes Heizungswasser. Denn sowohl Haus- und Wohnungseigentümer als auch die rund 34.931 Mieterhaushalte können von Hand bediente Thermostate selbst gegen programmierbare Modelle austauschen. Wie leicht das geht, hat  Energieberater Jens Blome von der Verbraucherzentrale NRW am Dienstag im Rahmen der Aktion „NRW macht den Thermostat-Check“ erklärt. Gleichzeitig betonte er: „Gut und sparsam heizen lässt sich auch mit herkömmlichen Thermostaten. Entscheidend ist die richtige Einstellung.“

Was genau wird aber eigentlich eingestellt? „Die Zahl auf einem Standard-Thermostat gibt nicht an, wie heiß der Heizkörper wird, sondern wie warm der Raum werden soll“, erklärte Monika Meves, Umweltamt der Stadt Remscheid. Das sei vielen nicht klar. „Stufe drei einzustellen, hat den gleichen Effekt, wie 20 Grad in ein programmierbares Modell einzugeben: 20 Grad werden erreicht, aber nicht überschritten.“ ergänzte Blome. Das Ganze auf Stufe fünf beschleunigen zu wollen, ende nur mit einem zu heißen Raum und Energieverschwendung.

Energie sparen können Verbraucher hingegen, indem sie nachts und bei Abwesenheit die Temperatur absenken. Jedes Grad weniger verringert den Energieverbrauch um rund sechs Prozent. Kühler als 16 Grad sollte es jedoch nicht werden, sonst droht Schimmel. „Wer beim Aufstehen alle Thermostate hochdreht und vor der Arbeit wieder herunter, beim Heimkommen wieder rauf und nachts wieder runter, der macht alles richtig – ist aber auch ganz gut beschäftigt“, sagte Blome. Für alle, denen das zu sportlich ist, seien deshalb programmierbare Thermostate eine gute Idee. In sie speichern die Nutzer vorab ein, wann es wie warm sein soll. Eine andere Möglichkeit sind vernetzte Thermostate im Smart Home, die auch von unterwegs gesteuert werden können.„Welches System am sinnvollsten ist, hängt vom Alltag im jeweiligen Haushalt ab. Wer zu regelmäßigen Zeiten unterwegs ist, fährt mit programmierbaren Thermostaten gut. Wer eher spontan kommt und geht, ist oft mit Smart-Home-Lösungen besser bedient“, sagte Lydia Schwertner, Leiterin der Remscheider Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW. Sie empfiehlt allen Remscheidern den Thermostat-Check unter www.verbraucherzentrale.nrw/thermostat. Der zeigt, was individuell zur Situation passt und gibt Spartipps. Auf der Webseite gibt es zudem eine Video-Anleitung für den Thermostataustausch und Ratschläge für die Auswahl eines Modells.

Bei allen Fragen rund um das Thermostat und die Heizungsregelung helfen die Energie-Experten der Verbraucherzentrale NRW weiter – vor Ort oder in der Remscheider Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW, Alleestraße 32, 42853 Remscheid. Termine gibt es unter remscheid@verbraucherzentrale.nrw, unter Tel. RS 842 479 1 und unter www.verbraucherzentrale.nrw/energieberatung.

 

Verbraucherzentrale hilft bei Smartphone-Abzocke

Smartphone-Nutzer haben mit einem Mobilfunkunternehmen einen Vertrag zum Telefonieren und Surfen im Netz. Im Hintergrund kassieren jedoch vielfach unseriöse Dritte mit Hilfe des sogenannten WAP Billings kräftig mit. Die Masche: Unerkannte Firmen schalten Werbebanner in Apps, um ahnungslosen Smartphone-Besitzern mit einem Klick darauf ein kostenpflichtiges Abo anzudrehen. Anbieter solcher Abzocke-Apps kommen an ihr Geld, weil Mobilfunkbetreiber fällige Beträge für Serviceleistungen von Drittfirmen über die Telefonrechnung ihrer Kunden abbuchen. „Nutzer von Smartphones können sich vor ungewollten Abo-Abbuchungen bislang nur schützen, indem sie ihren Mobilfunkanbieter beauftragen, eine Sperre gegen Drittanbieter zu verhängen“, erklärt die Verbraucherzentrale NRW in Remscheid Damit sich dubiose Firmen nicht länger mit ihrem verdeckten Treiben ins Fäustchen lachen, klärt die Verbraucherzentrale NRW über die weitverbreitete Smartphone-Abzocke auf und bietet ihre Hilfe zur Abhilfe:

  • App-Abzocke über ungefragte Abos: Apps auf dem Handy mit Wettervorhersagen, Rezepten oder Spielen versorgen Nutzer mit Infos, Service und Unterhaltung. Im Eifer des Anwendens geraten ihre flinken Finger nicht nur auf die bereitgestellten Angebote, sondern auch leicht auf eingeblendete Werbebanner im jeweiligen Anwendungsprogramm. Wer durch eine unbedachte Berührung ein im Hintergrund lauerndes Abo aktiviert, dem werden zum Beispiel 4,99 Euro wöchentlich berechnet. In der monatlichen Abrechnung taucht dann meist eine Summe daraus als Posten unbekannter Herkunft auf. Die Verwunderung darüber verwandelt sich spätestens ab der nächsten Rechnung in Dauerärger.
  • Abrechnung nur mit Klick auf Bestell-Button korrekt: Wirksam zustande kommt ein Vertrag jedoch erst dann, wenn Handybesitzer den Abschluss eines kostenpflichtigen Abos ausdrücklich durch den Druck auf einen deutlich erkennbaren Bestell-Button bestätigt haben. Ein solcher Button muss nicht nur optisch sofort ins Auge springen, sondern auch mit dem Hinweis „zahlungspflichtig bestellen“ oder einer anderen eindeutigen Formulierung beschriftet sein. Ist diese Voraussetzung nicht erfüllt, brauchen Handynutzer die ungewollt auf“gedrückten“ Rechnungsposten nicht zu zahlen. Dieser Hinweis hilft aber Handykunden, die bereits über undurchsichtige Abbuchungen klagen, allein nicht weiter. Denn das Herauswinden aus einer Abo-Falle durch WAP-Billing-Missbrauch bleibt aufwändig und kompliziert.
  • Klarheit verschaffen: Erscheint Kunden eine Handyrechnung zu hoch, sollten sie sich zunächst die unklaren Abbuchungsposten von ihrem Mobilfunkunternehmen erklären lassen. Bei unbegründeten Zahlungsforderungen von fremden Firmen müssen deren Name und die Adressdaten ermittelt werden. Die Crux hierbei: Abo-Anbieter geben meist von sich aus ihre Identität nicht preis, sondern bedienen sich eines weiteren Dienstleisters, der in der Rechnung aufgeführt ist. Dieser fungiert als Puffer und übernimmt die Abwicklung. Die dringend benötigten Kontaktdaten des Abo-Anbieters können Betroffene dennoch über die Kundendienstnummer auf der Rechnung bei ihrem Mobilfunkunternehmen erfragen.
  • Ungewollte Abos sofort kündigen: Wer in eine Abo-Falle getappt ist, kann weitere Abbuchungen nur verhindern, wenn der unfreiwillige Abo-Vertrag mit dem dubiosen Drittanbieter so schnell wie möglich online gestoppt wird. Um Scherereien zu vermeiden, akzeptieren sie eine Aufkündigung des Abos in der Regel anstandslos. Für eine Beanstandung der Rechnung muss die Drittfirma innerhalb von acht Wochen angeschrieben werden. Die Abo-Firmen ignorieren oder verweigern allerdings meist die Rückzahlung von bereits gezahlten Beträgen. Gibt’s kein Geld zurück, sollten sich getäuschte Kunden an ihren Mobilfunkbetreiber wenden, um bei ihm auf eine Erstattung ihrer Ansprüche zu pochen.
  • Vorsorglich Drittanbietersperre einrichten: Sicher von vornherein und auf Dauer können sich Smartphone- und Tablet-Nutzer nur vor dieser perfiden Abo-Masche schützen, wenn sie ihre Handynummer für die Abbuchung von Diensten fremder Firmen von ihrem Mobilfunkunternehmen sperren lassen.

Beim persönlichen Besuch in der Remscheider Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW oder im Internet unter www.verbraucherzentrale.nrw/smartphoneabzocke zeigen die Verbraucherschützer, wie Ratsuchende bei der Errichtung der Drittanbietersperre vorgehen müssen. Erläutert wird außerdem, mit welchen Maßnahmen und Musterbriefen sich Betroffene von einer Abbuchungsplage befreien.

 

 

Heizkostensenkung ist mit jedem Budget möglich

Einfach ein paar Fertigteile aus dem Baumarkt anbringen und sofort Energie und Geld sparen? Tatsächlich ist es manchmal so leicht, wie die Verbraucherzentrale NRW mit ihrer aktuellen landesweiten Kampagne „Besser heizen – Kosten regeln“ zeigt, die sie am Dienstag auch in Remscheid vorgestellt hat. Oft unterschätzt wird zum Beispiel die Dämmung von Heizungsrohren, mit der allein die Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäusern in Remscheid zusammen jährlich rund eine halbe Million Euro sparen könnten. Blanke Heizungsrohre in kalten Kellern geben ständig ungenutzte Wärme ab, verschwenden also Energie. „Im Schnitt rund 14 Euro pro Rohrmeter können Verbraucher jedes Jahr sparen, wenn sie Heizungsrohre einfach in Isolierschläuche aus dem Baumarkt einpacken“, erklärt Energieberater Jens Blome. Die Kosten dafür liegen unter zehn Euro pro Meter, die Maßnahme lohnt sich also schon im ersten Jahr. Auch das Klima profitiert: „In Remscheid könnten wir rund 9 Millionen kWh und 2.427 Tonnen CO2 einsparen, allein durch diese Rohrdämmung in Ein- und Zweifamilienhäusern“, sagt Blome. Denn etwa jedes dritte Haus habe erfahrungsgemäß unzureichend gedämmte Rohre im unbeheizten Bereich, obwohl die Maßnahme teilweise sogar vorgeschrieben sei. „Mit dieser simplen Maßnahme kann der Einzelne zum Klimaschutz beitragen und gleichzeitig sein Portemonnaie schonen“ betont Monika Meves, Umweltamt der Stadt Remscheid.

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Verbraucherzentrale RS zu aktuellen Verbraucherprobleme

Ob Billigstromanbieter Neukunden mit einem dubiosen Bonus köderten, E-Mails mit gefälschten Rechnungen namhafter Unternehmen im Umlauf waren oder Kreditinstitute die Erstattung unzulässiger Kreditbearbeitungsentgelte verweigerten: 5.140 Anfragen und Kontakte zeigen, dass die Verbraucherzentrale in Remscheid auch 2014 erste Anlaufstelle bei Verbraucherproblemen war. Ständige Herausforderung für die Beratungsstelle in der Alleestraße: Auf aktuelle Entwicklungen schnell zu reagieren.

„Eine Nachfragewelle schwappte in die Beratungsstelle, nachdem der Bundesgerichtshof entschieden hatte, dass Bearbeitungsentgelte für Darlehen unzulässig sind“, berichtet Beratungsstellenleiterin Lydia Schwertner. Ratsuchende wollten wissen, für welche Verträge Erstattungen möglich sind, welche Verjährungsfristen gelten und erkundigten sich nach Rückforderungsmodalitäten. Mit Musterbriefen und Informationen wurde der Weg zum Recht gebahnt.

Zudem sorgten fehlerhafte Widerrufsbelehrungen in einer Vielzahl von Immobiliendarlehnsverträgen für ausgebuchte Beratungstermine: „Denn wurden Wohnungskäufer oder Bauherren falsch über das Widerrufsrecht belehrt, können sie den Vertrag unter Umständen noch ‚ewig‘ widerrufen. Von der vorzeitigen Auflösung profitieren Kreditnehmer, die nach der Kündigung ihres Immobiliendarlehens eine Vorfälligkeitsentschädigung, meist einige Tausend Euro, zahlen mussten oder noch sollen. Denn sie müssen nicht kündigen, sondern können den Kreditvertrag widerrufen und sparen so diese von der Bank geforderte Entschädigung“, erläuterte Lydia Schwertner.

Wieder einmal standen bei vielen außergerichtlichen Rechtsberatungen und -vertretungen Probleme mit Telekommunikationsanbietern im Mittelpunkt: Dabei ging es immer wieder um Probleme beim Umzug, Anbieterwechsel und aggressive Vertriebsmethoden:

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Weltverbrauchertag 2015: "Rechte beim Online-Kauf"

Mühelos shoppen, statt endlos ärgern - Rechte beim Online-Kauf

Montag, 16. März, kostenlose Beratung zum Online-Shopping von 15 - 17 Uhr.
Donnerstag, 19. März, um 15 Uhr: Vortrag für Einsteiger
"Online-Shopping - reine Glückssache?". Anmeldung bis zum 16. März.
Montag, 23. März, von 11 bis 12 Uhr und von 17 bis 18 Uhr
Hotline unter Tel. RS 842479 3.

Klick-Konsumenten wissen die Vorteile des Online-Einkaufs zu schätzen: Shoppingzeiten rund um die Uhr, eine Vielzahl von Anbietern und Waren auf einen Tastendruck sowie ein unmittelbarer Preisvergleich. Doch Kunden, die sich bei ihrer Einkaufstour im Internet allein vom günstigsten Preis leiten lassen, riskieren hierbei leichtfertig über den virtuellen Ladentisch gezogen zu werden. Denn gewitzte Händler locken Online-Käufern das Geld nicht nur über den Produkt-Preis, sondern auch mit der Berechnung von Nebenkosten oder durch versteckte Klauseln im Kleingedruckten aus der Tasche. „Kunden müssen solches Fehlverhalten von Online-Händlern jedoch nicht hinnehmen und teuer bezahlen, sondern können sich vom Vertrag lösen und bereits gezahltes Geld zurückverlangen“, stellt die Verbraucherzentrale NRW klar. Denn auch die Einkaufstour in der virtuellen Welt verläuft auf geordneten Wegen. Seit 1983 wird der Weltverbrauchertag jedes Jahr am 15. März gefeiert, um öffentlich auf aktuelle Themen zur Verbesserung des Verbraucherschutzes aufmerksam zu machen. Zum diesjährigen Weltverbrauchertag erklärt die Leiterin der Remscheider Verbraucherzentrale, Lydia Schwertner, interessierten Web-Kunden häufige Klickfallen bei der Online-Bestellung und gibt Tipps zur Vermeidung.

Wichtige Bestellposten auf einen Blick: Damit Kunden sicher sein können, dass sie das richtige Produkt bestellen und hierbei nichts Wesentliches übersehen, muss ein
Online-Händler unmittelbar vor dem Abschluss eines Bestellvorgangs die wichtigsten Posten klar und deutlich auf einen Blick angeben. Dazu gehören die Merkmale der Ware oder Leistung, der fällige Gesamtpreis mit Mehrwertsteuer, Zusatz- und Versandkosten sowie Laufzeit und Kündigungsbedingungen. Kunden sollten vor Absenden der Kaufbestätigung alle Posten noch einmal sorgfältig prüfen.

Kein Extra-Geschäft mit ungewollten Leistungen: Oft jubeln Händler den Online-Kunden unbemerkt kostenpflichtige Extras unter. So handeln sich Kunden etwa mit der Bestellung eines Internetanschlusses gleich auch noch ein Sicherheitspaket mit ein. Oder der Preis fürs Smartphone schnellt ungefragt durch den Abschluss einer Zusatz-Versicherung in die Höhe. Solche Nebenleistungen müssen jedoch nur bezahlt werden, wenn Kunden sie ausdrücklich bestellt haben. Es reicht nicht, wenn Preis und
Leistung lediglich irgendwo in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen erwähnt werden oder im Bestellvorgang bereits vorgegeben auftauchen.

Eindeutiger Bestellvorgang: Kunden müssen bei einer Ware oder einer Serviceleistung klar und deutlich erkennen können, ob das Ordern mit einer Zahlung verbunden ist. Beim Bestell-Button muss zum Beispiel „zahlungspflichtig bestellen“ statt „anmelden“ stehen. Ist der Button falsch beschriftet, brauchen Online-Kunden nicht zahlen.

Ein kostenfreier Zahlungsweg ist Pflicht: Jedem Kunden muss ein gebräuchliches kostenfreies Zahlungsmittel angeboten werden – zum Beispiel der Kauf per Rechnung oder Lastschriftverfahren. Kosten für den Geldtransfer dürfen auch nur in der Höhe verlangt werden, die dem Händler selbst entstehen – wie etwa beim Bezahlen per Kreditkarte. Sonst kann das berechnete Entgelt fürs Zahlungsmittel vom Anbieter zurückverlangt werden. Kunden sollten außerdem darauf achten, dass sie einen sicheren Zahlungsweg – etwa den Kauf auf Rechnung oder per Lastschrift – wählen.

Widerruf ist Plus des Online-Shoppings: Falls das gelieferte Produkt nicht den Erwartungen entspricht, genießen Kunden beim Online-Shopping einen Vorteil: Sie können in der Regel den Kaufvertrag rückgängig machen und die Ware innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt zurückschicken. Dies gilt nicht für Maßanfertigungen oder verderbliche Produkte. Ein Widerruf muss ausdrücklich – zum Beispiel per E-Mail oder Brief – erklärt werden. Die Ware ohne Kommentar einfach retour senden reicht nicht aus. Der Händler muss die Ware zurücknehmen, kann den Kunden jedoch die Kosten für die Rücksendung auferlegen. Die Versandkosten für die Lieferung müssen Anbieter hingegen bei einem Widerruf der Ware erstatten.

Weitere Hinweise für einen versierten Faktencheck vorm Online-Kauf enthält das Faltblatt „Mit Sicherheit online einkaufen“. Diesen Flyer gibt es kostenlos in der Remscheider Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW, Alleestraße 32.

Stromtarif wechseln? Aber sicher! Kunden können ohne Risiko sparen

Lydia Schwertner, Leiterin der Verbraucherzentrale Remscheid. Foto: Lothar Kaiser

Stromkunden können durch eine kluge Tarifwahl Geld sparen, ohne Probleme oder Nachteile fürchten zu müssen. Das betont die Verbraucherzentrale NRW. Im Rahmen ihrer Aktion „Finden Sie den günstigsten Stromtarif – aber sicher!“ hat sie für Remscheid eine örtliche Übersicht mit Angeboten zusammengestellt, bei denen nach Vertragsabschluss kein Ärger zu erwarten ist. Diese Übersicht ist seit dem 19.11.2014 kostenlos in der Beratungsstelle erhältlich. Auf Basis aktueller Datenbanken gibt es dort zudem eine kostenpflichtige Beratung zu sicheren, günstigen Tarifen und dem richtigen Vorgehen beim Wechsel.

„Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt spart als Kunde der EWR-GmbH in Remscheid rund 56 Euro im Jahr allein dadurch, dass er aus der sogenannten Grundversorgung in einen günstigeren Tarif beim selben Unternehmen wechselt“, betont Lydia Schwertner, Leiterin der Verbraucherberatungsstelle Remscheid. Oft reiche ein Anruf, um diesen reinen Tarifwechsel anzustoßen. Um bis zu 210 Euro verringerten sich die jährlichen Kosten allerdings beim Neuvertrag mit einem anderen Anbieter, selbst wenn man nur sichere, verbraucherfreundliche Tarife in Betracht ziehe.

„In der Grundversorgung sind alle Kunden, die ihren Vertrag per Druck auf den Lichtschalter abgeschlossen haben“, erklärt Lydia Schwertner. Denn wer Strom nutze, ohne einen Vertrag zu vereinbaren, werde automatisch zu diesen meist teuren Konditionen beliefert. „Bundesweit ist das etwa jeder dritte Haushalt“ berichtet sie. Viele davon könnten schnell und einfach Geld sparen, denn die gesetzlich vorgeschriebene Kündigungsfrist in der Grundversorgung beträgt nur zwei Wochen.

Versorgungsunterbrechungen seien nicht zu erwarten, versichert Lydia Schwertner. Ein Wechsel sei zudem leicht: „Beim Vertragsabschluss erhält der neue Anbieter eine Vollmacht, um die Kündigung des alten Vertrags zu übernehmen.“ So fließe der Strom nahtlos weiter, ein Ortstermin oder gar Zähleraustausch sei nicht nötig. „Fällt der neue Anbieter aus irgendeinem Grund aus, springt automatisch wieder die Grundversorgung ein“, ergänzt Lydia Schwertner. „Die Lichter bleiben also an.“

Was Wechselwillige auf der Suche nach einem günstigen Tarif auf jeden Fall beachten sollten, erklärt die Verbraucherzentrale NRW: Erste Informationen über Tarife liefern Strompreisvergleichsportale im Internet. Hier landen jedoch auch Verträge mit problematischen Konditionen auf den vorderen Plätzen, so dass eine genaue Prüfung geboten ist. Als Rechengrundlage dient immer der Stromverbrauch auf der jüngsten Jahresrechnung.

Von vornherein ausschließen sollten Stromkunden Verträge mit größeren Vorauszahlungen. Wird der Anbieter insolvent, ist das Geld sonst verloren. Auch lange Laufzeiten sind ein Ausschlusskriterium: Länger als ein Jahr sollten Kunden sich nicht binden. Sowohl die Kündigungsfrist als auch die automatische Folgelaufzeit nach Vertragsende sollte höchstens einen Monat betragen.

  • Preisgarantien bieten derzeit generell keinen Vorteil, da für die nähere Zukunft mit stabilen oder sinkenden Preisen zu rechnen ist. Wer sich an den aktuellen Kurs bindet, ist also eventuell in wenigen Monaten schon im Nachteil. Auch in anderen Situationen sind Preisgarantien zumindest dann immer kritisch zu betrachten, wenn sie nicht alle Preisbestandteile umfassen. Dann kann der Strom trotzdem teurer werden, wenn etwa eine Umlage erhöht wird.
  • Sogenannte Online-Tarife sind günstig, weil der Kontakt zum Anbieter nur per Internet und E-Mail möglich ist. Das muss kein Nachteil sein, doch wer Wert auf persönlichen Service legt, sollte auf andere Tarife setzen.
  • Umweltschutz durch Ökostrom kann ebenfalls eine Rolle bei der Tarifwahl spielen. Dabei ist wichtig, dass nicht nur erneuerbare Energie eingekauft, sondern auch in die umweltfreundliche Stromproduktion investiert wird. Sichergestellt wird das durch die Zertifikate ok-power, Grüner Strom Label und EcoTopTen.

Hilfe bei der Suche nach dem richtigen Tarif gibt es in der Beratungsstelle in Remscheid zu den Öffnungszeiten sowie nach Termin am Aktionstag: 24.11.2014. Die ersten drei angemeldeten Beratungen am Aktionstag sind kostenfrei. Ansonsten kostet diese Beratung 9 Euro. Im Rahmen der aktuellen Aktion liegt auch eine kostenlose Übersicht zu den derzeit günstigen Tarifen mit und ohne persönliche Kontaktmöglichkeit sowie für Ökostrom aus. Auch der günstigste Tarif des örtlichen Grundversorgers ist darauf aufgeführt. Bei ihrer Stromtarifberatung greift die Verbraucherzentrale NRW auf einen eigenen Rechentool zurück, der lediglich risikoarme Tarife berücksichtigt. Eine Checkliste für den Anbieterwechsel finden Verbraucher unter www.vz-nrw.de/checkliste-anbieterwechsel. Mehr Informationen gibt es unter www.vz-nrw.de/wechsel-des-energieversorgers.

Bei Billigstromanbietern auf Bonuszahlung pochen

Mit Neukundenbonus oder extrem günstigen Tarifen wollen Stromdiscounter zum Anbieterwechsel bewegen. Doch nicht immer zahlen die Billigstromanbieter den versprochenen Bonus auch aus – oder sie versuchen, durch gesetzeswidrige Guthabenverrechnungen auf Kosten der Kunden Kasse zu machen. Die Verbraucherzentrale NRW hat dem unlauteren Geschäftsgebaren der almado-Energy GmbH und der ExtraEnergie GmbH nun einen Riegel vorgeschoben. Auf eine Klage der Verbraucherschützer hin hat das Landgericht Düsseldorf (Urteil vom 9.4.2014, Az. 12 O 180/13, nicht rechtskräftig) der ExtraEnergie GmbH untersagt, in den allgemeinen Geschäftsbedingungen Klauseln zu verwenden sowie im Internetauftritt Hinweise zu geben, nach denen Guthaben aus Abrechnungen erst mit den nächsten Abschlagszahlungen verrechnet werden. Die Richter bestätigten, dass Guthaben – wie gesetzlich vorgeschrieben – umgehend und vollständig auszuzahlen sind. Über die almado-Energy GmbH beschwerten sich immer wieder Kunden, dass ihnen (mit verschiedenen Argumenten) der versprochene 25-Prozent-Neukundenbonus nicht ausgezahlt wurde. Das Unternehmen hat sich nach einer Abmahnung durch die Verbraucherzentrale NRW selbst verpflichtet, die monierten wettbewerbsrechtlichen Verstöße ab 1. Juni 2014 zu unterlassen.
„Kunden von almado-Energy und ExtraEnergie müssen nun aber selbst aktiv werden“, rät die Verbraucherzentrale in Remscheid. Wer um den Bonus geprellt wurde oder wessen Gutschriften mit laufenden Abschlägen verrechnet wurden, kann auf eine korrekte Abrechnung beziehungsweise Auszahlung pochen. Persönliche Beratung zu Strom- und Gaspreisen bietet die Beratungsstelle in Remscheid, Alleestraße 32. Weitere Informationen unter Telefon: 02191- 29 34 11. Wissenswertes zu Billigstromanbietern gibt es im Internet unter www.vz-nrw.de/billigstromanbieter.