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Schäden auf dem Dach sucht künftig eine Drohne

Im Dachdeckerbetrieb von Andreas Radke, Honsberger Straße 3, hat eine kleines, ferngelenktes Fluggerät, eine so genannte Drohne, bestückt mit einer (Video-)Kamera, so manche Suche in luftiger Höhe nach Schäden an Dachziegeln und Regenrinnen übernommen, die für den Handwerksmeister und seine Mitarbeiter bisher zeitweise recht mühselig war. „Die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen im Dachdecker-Handwerk“ war das Thema eines Fachabends, zu dem Radke am Mittwochabend auch Wilhelm Mertens, den Obermeister der Dachdecker-Innung Remscheid – sie ist die berufsständische Interessenvertretung für die  örtlichen Meisterbetriebe –, Lehrlingswart Dirk Matera und Fred Schulz begrüßen konnte, den Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Auf dem großen Hof des Betriebes ließen sich die Gäste von Andreas Radke, stellv. Oermeister, die (kinderleicht wirkenden) Bedienung der wendigen Fliegers vorführen. Der kehrt mit nur einem Knopfdruck sogar automatisch an die Stelle zurück, von der aus er gestartet ist.

Dachdeckern fehlen Nachwuchs und Ersatzteile

Die Gelegenheit einer Drohnen-Vorführung im Dachdeckerbetrieb von Andreas Radke, Honsberger Straße 3, nahm der Waterbölles am Mittwochabend wahr, um mit Wilhelm Mertens, dem Obermeister der Dachdecker-Innung Remscheid, über aktuelle Probleme des Dachdeckerhandwerks zu sprechen, mit denen es in ähnlicher Weise auch die übrigen 24 Remscheider Innungsbetriebe zu tun haben. Dazu zählt die schwierige Suche nach guten Nachwuchskräften und die allgemeine Kostenexplosion. Die macht sich vielfältig  bemerkbar:

Dachdecker legen nicht nur Ziegel aufs Dach: Sie installieren Solaranlagen in Dach- und Wandflächen, sie dichten Flachdächer unter Anwendung neuester Abdichtungstechniken ab und legen Dachbegrünungen an, führen Abdichtungen von Balkonen, Terrassen und im Keller aus und gestalten Außenwände von Gebäuden mit vorgehängten Fassadenbekleidungen. Dachdecker unterstützen Hausbesitzer bei der energetischen Gebäudesanierung und informieren auch über Fördermittel. Technische Neuerungen wie der Einsatz von Drohnen oder die digitale Modellierung von Gebäudedaten werden künftig den Beruf des Dachdeckers mehr und mehr bestimmen.

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E-Government: Behördengänge online erledigen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Eine moderne öffentliche Verwaltung leistet einen wichtigen Beitrag für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands. Dabei ermöglicht E-Government den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen einen unkomplizierten und zeitlich unabhängigen Zugang zu den Leistungen des Staates. In vielen Fällen wird somit der Gang zur Behörde überflüssig. Darüber hinaus sorgen E-Government-Verfahren für mehr Transparenz und Effizienz und machen somit Prozesse schneller und kostengünstiger. Dabei entspricht der Gesetzgeber den jeweiligen Erwartungshaltungen mit rechtlichen Vorgaben wie beispielsweise dem Online-

Das, was sich viele Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen bereits seit langer Zeit wünschen, wird endlich wahr: Die Stadtverwaltung Remscheid wird digitaler! Seit kurzem ist nun auch das Serviceportal der Stadt Remscheid online. Verwaltungsdienstleistungen digital zu erledigen war bisher eher schwierig. Die Online-Dienstleistungen waren nur in geringer Anzahl vorhanden und wenn überhaupt, nur schwer zu finden oder nutzbar.

Mit unserem Serviceportal (https://serviceportal.remscheid.de) serviceportal.remscheid.de können nun immer mehr Online-Dienstleistungen an einem Ort („Single point of contact“) genutzt werden. Geburtsurkunde, Führungszeugnis, Wohngeld oder BAföG beantragen, Wohnsitz ummelden, Gewerbe anmelden, Bauantrag stellen, Auto abmelden, Trautermine online reservieren, etc. etc.? Das alles und vieles mehr wird bald zeitunabhängig und bequem von daheim oder unterwegs möglich sein bzw. ist teilweise schon möglich. Aktuell sind im Serviceportal bereits viele Online-Dienstleistungen aus unterschiedlichen Bereichen integriert, darunter auch Leistungen des WSP (Wirtschafts-Service-Portal.NRW), des Landes NRW sowie des Bundes. Weitere Online-Dienstleistungen werden sukzessive folgen. Sie sind bereits geplant und befinden sich aktuell in der Umsetzung.

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Tag der Vereine 2023: Einladung zum Planungstreffen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Im kommenden Jahr ist er wieder fest im Veranstaltungskalender installiert – der Tag der Vereine! Wenngleich erst für den 2. September 2023 vorgesehen – ein solches Event, an dem sich möglichst viele Aktive beteiligen sollen, will gut vorbereitet und geplant sein. Deshalb lädt das Stadtmarketing Vereine und Verbände für Dienstag, 18. Oktober, zum einem Planungstreffen ein zwecks eines ersten Austauschs von Wünschen und Vorstellung. Treffpunkt ist um 19 Uhr der Neue Lindenhof, Honsberger Str. 38.

Planungstreffen für Wochen gegen Rassismus 2023

Pressemitteilung von Remscheid Tolerant e.V.

Vom 20. März bis 2. April 2023 finden wieder deutschlandweit die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Seit Jahren beteiligen wir uns als Remscheider Stadtgesellschaft daran mit einem bunten Angebot an Veranstaltungen. Ein erstes Planungstreffen findet am Dienstag, 18. Oktober, um 19 Uhr in den Räumlichkeiten der SPD statt (Elberfelder Str. 39). Bitte geben Sie mir bis spätestens Sonntag, 9. Oktober, bescheid, ob sie teilnehmen werden. Für alle, die noch nicht wissen, ob oder wie sie sich beteiligen können, werden wir ebenfalls eine Reihe an Ideen für Veranstaltungsmöglichkeiten mitbringen. Gerne könne Sie mich bei Fragen oder Ideen jederzeit per Mail unter kontakt@remscheidtolerant.de erreichen. Ich empfehle zudem allen die Internetseite der Stiftung gegen Rassismus, auf der Sie alle Informationen, Ideen und Anregungen zu den Wochen gegen Rassismus einsehen können. (Anne Marie Faßbender)

Neues Innenstadtmanagement für die Stadt

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Anfang September hat das neue Innenstadtmanagement seine Arbeit für die Remscheider Innenstadt aufgenommen. Die Innenstadtmanagerinnen und -manager Kübra Akyazi, Julia Ostkamp und Matthias Gerke unterstützen die Stadt Remscheid bei der Umsetzung des Revitalisierungskonzeptes und kümmern sich um die Belange der Innenstadt. Hierbei fungiert das Innenstadtmanagement als Schnittstelle zwischen Gewerbetreibenden, Immobilieneigentümerinnen und Immobilieneigentümern, Innenstadtbesucherinnen und Innenstadtbesuchern, der Bewohnerschaft sowie der Fachverwaltung und Politik und ist Ansprechpartner für alle Interessierten, die mehr zur Entwicklung der Remscheider Innenstadt erfahren möchten. Neben Informations- und Öffentlichkeitsarbeit setzt sich das Innenstadtmanagement auch für eine Vernetzung von Innenstadtakteurinnen und Innenstadtakteuren ein und schafft Möglichkeiten zur Mitwirkung am Revitalisierungsprozess.

Diese Funktion spielt insbesondere bei der Mitwirkung an der Umsetzung der Maßnahmen des Revitalisierungskonzepts eine wichtige Rolle. Um die Öffentlichkeit am Prozess teilhaben zu lassen, organisiert das Innenstadtmanagement Beteiligungsveranstaltungen und moderiert den Aufwertungsprozess des Öffentlichen Raums. Die Beratungsangebote und Revitalisierung der Innenstadt wird vom Innenstadtmanagement mit einer regelmäßigen Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Frau Akyazi und Herr Gerke vom Innenstadtmanagement Remscheid werden vor Ort als direkte Ansprechpartnerinnen bzw. Ansprechpartner zur Verfügung stehen und freuen sich bereits bald ihren neuen Arbeitsplatz auf der Alleestraße beziehen zu können und mit Bürgerinnen und Bürgern, Gewerbetreibenden, Akteurinnen und Akteuren sowie Eigentümerinnen und Eigentümern in den Austausch zu kommen.

Dank für Einsatz und Engagement im Ehrenamt

Im Bild von links nach rechts: Andreas Hackländer (Stellv. Löscheinheitsführer und Sprecher der FF Remscheid), Helmut Schröder, Rene Schröder, Carina Sackermann, Jan Gläsker, Gianni Guiarascio, Robin Wilsdorf, Frederik Albrecht, Gregor Jan Steppuhn, Sebastian Schulz, Andreas Fischer, Rolf Schrichten, Marius Mannel, Tobias Müller, Katharina Kresse (Stellv. Leiterin der Feuerwehr) und Christian Wette (Löscheinheitsführer).Pressemitteilung der Freiwilligen Feuerwehr Lennep

Am vergangenen Samstag nahm die stellv. Leiterin der Feuerwehr Remscheid, Katharina Kresse auf dem diesjährigen Kameradschaftsabend der Freiwilligen Feuerwehr Lennep mehrere Ehrungen und Beförderungen vor – für die ehrenamtlich tätigen Einsatzkräfte ein Zeichen der besonderen Wertschätzung ihrer Arbeit. Zusätzlich ist in der heutigen Zeit eine Auszeichnung für 70-jährige Mitgliedschaft schon ein besonderes Zeichen für die Treue zur Feuerwehr.

Folgende Kameraden wurden befördert: Der Feuerwehrmannanwärter Marius Mannel zum Feuerwehrmann. Gianni Guarascio, Gregor Jan Steppuhn und Sebastian Schulz wurden vom Feuerwehrmann zum Oberfeuerwehrmann befördert. Unterbrandmeister Jan Gläsker zum Brandmeister, Oberbrandmeister Andreas Fischer zum Hauptbrandmeister und Andreas Hackländer vom Hauptbrandmeister zum Brandinspektor.

Folgende Feuerwehrangehörige wurden geehrt: Die Oberfeuerwehrmänner Gianni Guarascio und Robin Wilsdorf erhielten für zehn Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr die Sonderauszeichnung des Verbandes der Feuerwehren (VdF) NRW in Bronze. Unterbrandmeisterin Carina Sackermann und Unterbrandmeister Rolf Schrichten erhielten für 25 Jahre aktive Mitgliedschaft das Feuerwehrehrenzeichen des Landes NRW und die Ehrennadel der Stadt Remscheid in Silber. Für die 70 - jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr Remscheid erhielt der Unterbrandmeister a. D. Helmut Schröder die goldene Ehrennadel vom Verband der Feuerwehren NRW und das Strahlrohr in Gold der Feuerwehr Remscheid. Des Weiteren erhielten nachträglich Oberfeuerwehrmann Tobias Müller und Unterbrandmeister Jan Frederik Albrecht die Fluthelfermedaille des Landes NRW. Unterbrandmeister Rene Schröder wurde von der Einsatzabteilung in die Unterstützungsabteilung überführt. (Elvira Rogawski)

Ein Ziel: Neue Postkarten vom Honsberg in alle Welt

Am Projekt „Experiment Raum“ der Art-Gallery „Ins Blaue“ auf dem Honsberg beteiligte sich die Fotografin und Videokünstlerin Beate Gördes aus Köln mit Projektionen auf Hauswänden. Wie Menschen ihr direktes Umfeld sehen – seine schönen, aber auch seine hässlichen Seiten – interessiert sie schon lange. Für „Hier in Niehl – Besondere Orte, früher und heute“ erhielt sie den „Kinderkulturpreis“ im Rahmen des Jugend.Kultur.Preises NRW 2018 beim „See You“-Festival in Neuss. Und heute kommt sie auf den Honsberg zurück, um in den nächsten Tagen gemeinsam mit der Kölner Literatin Adrienne Brehmer und mit „Ins Blaue“ das Projekt „HIER_ am_Honsberg“ zu realisieren, finanziell gefördert vom „Heimat-Scheck NRW“, einer Initiative des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes.

Die beiden Kölnerinnen wollen in den nächsten Tagen den Stadtteil gemeinsam mit AnwohnerInnen künstlerisch und interaktiv neu entdecken. Mit Fotoapparat, Handykamera, Notizbücher und verschiedenen Requisiten möchten sie Bild- und Textmotive für eine Postkartenedition entwickeln.  In Szene gesetzt werden sollen Lieblingsplätze, Erinnerungsorte, Alltagswege und Neuentdeckungen, aber auch der Anwohner / die Anwohnerin selbst mit seinen / ihren individuellen Sichtweisen über das Viertel, wenn sie mögen. Mal mit Ernst und Tiefgang, mal vielleicht auch lustig-verrückt.

“Das wird sich mal so und mal so entwickeln“, sagte Beate Gördes gestern bei einem ersten Kennenlern-Treffen mit Anwohnerinnern und Anwohnern im neuen, noch unfertigen „Nachbarschaftswohnzimmer“ der Art-Gallery im Haus Siemensstraße 23. Fest steht bislang, dass es neben zahlreichen neuen Postkarten vom Honsberg stets eine Kombination von Fotografie und Text, an gleicher Stelle am 29. Oktober auch eine Abschlusspräsentation von “HIER_am_Honsberg“, geben wird als Beitrag der Kölnerinnen / der Art-Gallery „Ins Blaue“ zur Remscheider Nacht der Kultur. Wer Lust hat, in das Projekt noch kurzfristig mit eigenen Ideen / Meinungsäußerungen einzusteigen, ist von Kaja Wickert dazu herzlich eingeladen (E-Mail: gemeinsam@ins-blaue.net">gemeinsam@ins-blaue.net).

Mit dabei war gestern schon Martin Korb. Der pensionierte evangelische Pfarrer, dessen Stelle auf dem Honsberg von der Kirchengemeinde nicht wieder besetzt wurde, verspricht für Beate Gördes und Adrienne Brehmer eine wahre Fundgrube an Geschichten über den Honsberg zu werden. Ein Stadtteil, in dem es einst 13 Kneipen gab, die allesamt gut florierten. Korb: „Früher war der Honsberg das Viertel der armen Leute, um das die Bürger einen Bogen machten. Dann galt er als Kommunisten-Hochburg mit der Besonderheit während der Nazi-Zeit, dass die Mitglieder des CVJM und der Bekennenden Kirche sich dort immer gerne trafen, weil sie dann von den Kommunisten vor den Nazi-Schlägern beschützt wurden. Später wurde aus ‚Klein-Moskau‘ ‚Klein-Istanbul‘. Und jetzt wird daraus ein Künstler-Viertel!“

Der neue Mindestlohn hilft auch in Remscheid

Sven Wolf (MdL, SPD).Pressemtteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf

Seit dem 1. Oktober gilt in Deutschland ein höherer Mindestlohn von zwölf Euro pro Stunde. „In ganz NRW werden 1,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Plus auf dem Lohnzettel haben. Die Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro ist für uns eine Frage des Respekts. Denn wer hart arbeitet, soll auch davon leben können“ so Sven Wolf, Landtagsabgeordneter für Remscheid und Radevormwald. „Für viele Unternehmen in unserer Region war eine gute Bezahlung auch schon vor Oktober eine klare Sache. Bei Gesprächen mit vielen Unternehmen in den vergangenen Wochen, etwa auf der Eisenwarenmesse, wurde immer wieder klar: wer gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter möchte, der muss auch gut bezahlen. Für den traditionellen Bergischen Unternehmer ist das keine Frage. Denn inzwischen fehlen überall händeringend Arbeitskräfte. Das gelingt am besten mit mehr Mitbestimmung und Tarifbindung. Wir müssen aber auch den Arbeitsmarkt einfacher und schneller für Arbeitskräfte aus anderen Ländern öffnen. Unser Industriestandort im Bergischen ist darauf dringend angewiesen.“

Wolf erinnert dabei an die weiteren Initiativen der SPD-Landtagsfraktion in Düsseldorf: „Gute Löhne gibt es vor allem dann, wenn Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände miteinander Tarifverträge abschließen. Deshalb wollen wir in Nordrhein-Westfalen bei öffentlichen Vergaben die Tariftreue stärken. Ebenso wichtig ist ein ,Bündnis für Tariftreue‘ zwischen Landesregierung und Tarifpartnern, um nach geltendem Recht mehr Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären. Die Erhöhung des Mindestlohns zeigt: Bessere Löhne sind möglich, machen wir also weiter.“

Honsberger Bäckerei diente 20 Jahre lang als Moschee

„Es-Selamu-Aleykum - Friede sei mit euch!“, begrüßte gestern Nachmittag Bayram Söylemez, Vorstandsmitglied der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüş Remscheid e.V., zusammen mit dem Imam Dönmez und dem Vereinsvorsitzenden Cenap Aydin in der großen Moschee an der Neuenkamper Straße zahlreiche Remscheider Nicht-Muslime zum „Tag der Offenen Moschee“ (TOM). Auch im Namen der übrigen neun Moschee-Vereine in der Stadt. Denn sie alle hatten vor einigen Jahren vereinbart, diesen Tag, der seit 1997 in mehr als 1.000 Moscheen in Deutschland begangen wird, nicht länger getrennt voneinander zu organisieren, sondern gemeinsam. Das hatte 2017 bei DITIB an der Stachelhauser Straße begonnen. 2018 war die ATIB an der Industriestraße der Gastgeber, 2019 die Türkischer Föderation Remscheid an der Freiheitstraße, und 2020 wäre die IGMG an der Reihe gewesen. Doch in jenem und dem folgenden Jahr musste der TOM wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Umso intensiver hatte sich die IGMG als Gastgeber auf diesen Tag vorbereitet. Und Bayram Söylemez („Ich bin seit 1978 Remscheider und auf dem Honsberg aufgewachsen!“) freute sich sehr, unter den Gästen auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, die evangelische Superintendentin Antje Menn, die Vorsitzende des städtischen Integrationsrates, Erden Ankay-Nachtwein, und den SPD-Bundestagsabgeordneten Ingo Schäfer begrüßen zu können: „Es ist eine besondere Gelegenheit, die Moschee und damit den Islam und die Muslime als Nachbarn näher kennenzulernen, voneinander zu lernen, Vorstellungen übereinander geradezurücken und damit auch Vorurteile abzubauen sowie religiöse und kulturelle Vielfalt wertzuschätzen“, betonte Söylemez und wünschte allen Teilnehmern „Hoffnung, Kraft und Zuversicht für das Miteinander in der Gesellschaft.“

Der Oberbürgermeister griff das später in seiner Rede auf. „Der Islam ist in Deutschland zu Hause; der Islam gehört zu unserer Stadt!“ Und der habe sich sehr verändert – „weg von den Hinterhof-Moscheen!“ Damit war auch die Islamische Gemeinschaft Milli Görüş gemeint. Sie wurde 1992 in einer ehemalige Bäckerei im Haus Honsberger Str. 73 gegründet. Söylemez: „Die Räume waren so klein, dass wir genau planen mussten, wer sie wann nutzen durfte - und das ganze 20 Jahre lang, bis es der Gemeinde dann endlich gelang, dieses Gebäude hier zu kaufen. Das war im Jahr 2012.“ Heute zählt der Moschee-Verein 481 Mitglieder (180 Männer, 173 Frauen, 73 Mädchen und 55 Jungen).

Drei Jahre dauerte es, bis die frühere Metallfabrik komplett umgebaut und kernsaniert saniert war, „nach zigtausend Stunden an Eigenleistung unserer handwerklich geschickten Mitglieder! Und finanziert ohne jegliches Fremdkapital von unseren Gemeindemitgliedern durch Spenden, höhere Mitgliedsbeiträge,  Wohltätigkeits-Veranstaltungen, Versteigerungen, Konzerte etc. (…) Der Verein steht schuldenfrei da, Gott sei Dank!“

Die zehn Remscheider Moscheen

  • DITIB Merkez Moschee Remscheid, Stachelhauser Straße
  • Türkische Föderation Remscheid, Freiheitstraße
  • Türkischer Kulturverein ATIB, der Industriestraße
  • Remscheider Bildungs- und Kulturverein, Kremenholler Straße
  • Marokkanische Moschee, Bismarckstraße
  • Buhara Kultur Zentrum, Waldstraße
  • Türkischer Kulturverein Nizami-Alem, Bismarckstraße
  • Bosnisch-Albanische Moschee, Karlstraße
  • Kocatepe Moschee, Klausener Straße
  • Islamische Gemeinschaft Milli Görüş e.V., Neuenkamper Straße.

Eine Leistung, die ein paar Zahlen verdeutlichen können: 2000m² Grundstück, 1350 m² Nutzfläche auf drei Etagen, darunter zwei Gebetsräume (180m² im 1. Obergeschoss für die Männer und 70 m² im 2. Obergeschoss für die Frauen), eine Cafeteria, eine industrielle Großküche und ein 250 m² großer Veranstaltungsraum im Erdgeschoss. Das alles barrierefrei und behindertengerecht (Aufzug für acht Personen), bestückt komplett mit sparsamen LED und fußbodenbeheizt mittels Luft-Wärmepumpe-Technik. Hinzu kam in diesem Jahr eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.

In diesem Jahr stand der „Tag der Offenen Moschee“ unter dem Motto „Knappe Ressourcen - große Verantwortung“, um das Bewusstsein für ein nachhaltiges und klimagerechtes Leben zu wecken oder zu verstärken. Bayram Söylemez: „Denn Moscheen sind nicht nur Gebetsstätten, sondern auch Orte der Bildung, Begegnung und Sensibilisierung.“ Und deshalb haben mehrere Moschee-Gemeinden mit der Stadt Energie-Beratungen für ihre Mitglieder vereinbart – „wie man die Energieverbrauch senken kann, welche staatlichen Unterstützungen es gibt und wie effizient eine Photovoltaik-Anlage, eine Luftwärme- oder Erdwärme-Pumpe sein kann“.

Ja sagen zur Mitverantwortung für unsere Stadt

Wenn am Anfang einer Feierstunde im Teo Otto Theater die Europahymne („Ode an die Freude“, das Finale der 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven) und am Ende die Natioalhymne („Lied der Deutschen“ von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben) gespielt wird, kann es sich nur um den Festakt zum Tag der Deutschen Einheit handeln. Das hat Tradition, ebenso wie die Rede des Stadtoberhaupts. Die begann Burkhard Mast-Weisz diesmal mit einem Rückblick auf den Jahresbeginn: „Anfang dieses Jahres hatten wir alle die Hoffnung, dass mit dem langsamen Rückgang der Corona-Zahlen ein Stück Normalität einkehren würde. Seit dem Überfall von Putins Armeen auf die Ukraine Ende Februar wissen wir, dass nicht Entspannung, sondern Krise – zumindest für dieses Jahr – der Normalzustand ist.​ Unsere Stadtgesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Die explodierenden Energie- und Lebenshaltungskosten führen viele Familien an den Rand der Belastbarkeit, viele auch darüber hinaus. Industrie und Handwerk klagen über Kostensteigerungen, die sie nicht mehr an ihre Kunden weitergeben können. Manche Unternehmen haben bis heute keinen Energievertrag für das kommende Jahr. Die Lage ist bedrohlich, eine Lösung kann es nur in Düsseldorf und vor allem in Berlin geben.  Alle Verantwortlichen unserer Stadt aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft warnen vor den Auswirkungen für den Arbeitsmarkt, den Wirtschaftsstandort, den sozialen Frieden in unserer Stadt. Oberbürgermeister aus ostdeutschen Bundesländern berichteten mir von immer größer werdenden Demonstrationen, bei denen neben besorgten Menschen sich immer mehr politische Trittbrettfahrer einmischen, die nicht nur unseren Staat, unsere Demokratie in Frage stellen, sondern die einen anderen Staat haben wollen.“

Dem müssten „wir uns in aller Klarheit und Eindeutigkeit entgegenstellen“, fuhr der OB fort. Gerade der 3. Oktober und die Erinnerung an die Nacht vom 9. auf den 10. November 1989, als durch friedlichen Protest die Mauer zwischen den beiden deutschen Staaten fiel und die Wiedervereinigung möglich wurde, müssten uns mahnen. Frieden und Freiheit seien keine Selbstverständlichkeiten. Frieden und Freiheit müssten engagiert erkämpft und immer wieder unterstützt und gepflegt werden. "Das ist eine Aufgabe von uns allen. Niemand sollte sich dieser Verantwortung entziehen!“ Die neuen Träger der Bürgermedaille der Stadt Remscheid, die der Rat der Stadt ihnen zugesprochen hatte als „wichtiges Zeichen dafür, dass Engagement und Einsatz für den sozialen Zusammenhalt unserer Stadt gesehen und wertgeschätzt werden“, so Burkhard Mast-Weisz, hätten zu dieser Mitverantwortung für unsere Stadt Ja gesagt: Bernhard Ruthenberg, Friederike Pohl und Kai Mosner:

  • „Herr Mosner bewirkt mit mehreren Aktivitäten Positives für unsere Stadt. Mit diversen Aktionen sammelt er immer wieder Spenden für verschiedenen Institutionen, wie das Tierheim, die Kinderschutzambulanz und das Kinderhospiz Burgholz. In der letzten Aktion in der Corona-Krise wurden zusammen mit Elias El Gorchi und der Firma Kotthaus Gesichtsmasken angefertigt und verkauft, deren Erlös auch gespendet wurde. Aus dieser Aktion entstand die Bewegung ‚Wir sind Remscheid‘, der sich schon einige Bürger angeschlossen haben. Das stärkt alles den Zusammenhalt der Remscheider Bürger in der Krise. Als DJ-Duo Ferryn & Moses unterstützt er die Disco ‚Tanzfabrik‘, um dessen Erhalt er sich auch für unsere Jugend einsetzt. Als Geschäftsführer eines Telekommunikationsladens auf der Alleestraße setzt er sich seit Jahren für eine Verbesserung dieser Straße ein. Als Gründer und Administrator der Facebook-Gruppe „Remscheider unter Remscheidern“ mit über 21.000 Mitgliedern administriert er eine Gruppe, die für die Stadt nicht unbedeutend ist. Dort werden Aktionen und Termine veröffentlicht und verbreitet. Auch vieles rund um Remscheid wird dort kommuniziert. Die digitalen Foren sind in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken“, so der Oberbürgermeister.
  • „Frau Pohl setzt sich über Jahrzehnte hinweg für Menschen mit Behinderungen / Erkrankungen ein. Sie unterstützt nicht nur Ihren Mann, der die MS-Selbsthilfegruppe leitet, sondern zeigt hohen Einsatz für die Menschen mit Behinderung und kümmert sich vielfältig um deren Lebenssituationen. Dabei hat sie immer ein offenes Ohr. Manche haben Frau Pohl auch schon einmal als leidenschaftliche Sprecherin der Behinderten erlebt. Sie trägt Handlungsnotwendigkeiten mit sehr viel Nachdruck vor. Dafür nimmt sie auch regelmäßig teil an den Sitzungen der Bezirksvertretungen und andere Gremien. Ihr Ziel ist eine Stadtentwicklung, die die Lebenslage von Menschen mit Behinderung proaktiv in den Mittelpunkt aller Planungen stellt. Von diesem Weg lässt sie sich auch nicht abbringen, sondern kämpft mit großer Hartnäckigkeit dafür. Diesem Engagement kann man sich kaum entziehen.“
  • „Herr Ruthenberg ist 68 Jahre alt, Dachdecker im Ruhestand, und hilft wo er kann, völlig uneigennützig und ehrenamtlich. Er fährt schon langjährig den Bürgerbus. Er setzt sich für Naturschutz ein, im Rahmen dessen ist er als Imker tätig. Er hilft seit Jahren in Bosnien und leistet dort Aufbauhilfe. Dafür opfert er selbstverständlich seit zig Jahren seinen Urlaub. Dort kommt ihm seine Fähigkeit als Handwerker natürlich sehr entgegen. An der Tatsache, dass er immer wieder dort hinfährt, erkennt man, dass sein Engagement keine Eintagsfliege ist, sondern sehr nachhaltig über viele Jahre wirkt. So ist Bernhard – nicht lange reden, sondern schauen, wo Hilfe nötig ist und anpacken. Gerade in der Zeit nach dem 14. Juli letzten Jahres hat er viel Privates zurückgestellt und ist als Helfer an die Ahr gefahren. Er hat vor Ort gearbeitet, hat viel Rigips-Schrauben, Innenputz und Werkzeug rangeschleppt und war dort wochenlang tätig, um den Menschen zu helfen. Wir kennen doch alle die Bilder aus dem vergangenen Jahr und die schrecklichen Auswirkungen dieser Unwetterkatastrophe.“

Die Menschen an der Ahr waren und sind auf Unterstützung angewiesen, genauso wie unsere Bürgerinnen und Bürger im Morsbachtal und an anderen Stellen unserer Stadt, so der OB weiter. „Ich bin glücklich darüber, dass wir viele Menschen in unserer Stadt haben, die wie Frau Pohl, Herr Mosner und Herr Ruthenberg Zeit und Energie für andere quasi spenden. Dieses Miteinander müssen wir pflegen und unterstützen, dann können wir mit viel Vertrauen in die Zukunft unserer Stadt schauen.
Einigkeit und Recht und Freiheit, mit diesen Worten beginnt unsere Nationalhymne. Wie wichtig diese Worte sind, spüren und erleben wir in diesen Tagen. Lassen Sie uns jetzt diese Hymne singen, in der Überzeugung, alles dafür zu tun, um unsere so wertvolle Demokratie zu schützen und zu bewahren vor Intoleranz, Ausgrenzung und Hass. Wir stehen gemeinsam für Einigkeit und Recht und Freiheit. Herzlichen Dank."

Es folgte ein Konzert der Bergischen Symphoniker unter Leitung von Daniel Huppert, darin das „Konzert in G für Akkordeon und Orchester von das Bernhard Molique (1802–1869) mit Maciej Frąckiewicz (Foto rechts). Der Träger zahlreicher Musik-Preise und -Auszeichnungen gilt als einer der wichtigsten jungen Virtuosen auf seinem Instrument. Für dieses hat er schon viele moderne Komponisten inspiriert; bis jetzt wurden für ihn mehr als 90 neue Werke geschrieben. (Foto Bürgerehrung oben rechts: Hans Georg Müller)

Baukran steht, Klinikneubau kann beginnen

Pressemitteilung der Ev. Stiftung Tannenhof

Zeitgemäße Psychiatrie braucht modernen Raum und viel Licht! Die Stiftung Tannenhof errichtet deshalb für die Psychiatrische Klinik im westlichen Teil des Campus in Remscheid ein neues Klinikgebäude mit 100 Betten – das neue Paul-Gerhard-Haus (Baukosten ca. zwölf Millionen €). Wir freuen uns, dass der Baukran steht und nun der Startschuss für den Klinikneubau erfolgen kann.

In dem Neubau werden Stationen zur Behandlung psychischer Erkrankungen von Erwachsenen eingerichtet. Zu den Behandlungsschwerpunkten gehören u. a. Depressionen, bipolare- und schizophrene Störungen, psychosomatische Erkrankungen, Persönlichkeitsstörungen sowie die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen. Im Erdgeschoss sowie in den beiden Obergeschossen wird jede Station über je 13 Patientenzimmer in Form von Zwei- bis Vierbettzimmern vierfügen. Ferner sind auf den Etagen jeweils Pflegestützpunkte, Büros für Therapeuten und Aufenthaltsbereiche für Patienten vorgesehen. Zu den Behandlungsmethoden gehören auch die therapeutischen Angebote für die Patienten, die die Stiftung auch direkt auf kurzem Wege im Untergeschoss des neuen Gebäudes in unterschiedlichen Therapieräumen sowie in den anderen Räumlichkeiten der Stiftung anbieten kann.

Die Stiftung Tannenhof beginnt diese Baumaßnahme in einer schwierigen Zeit. Seit der Corona-Pandemie und dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine sind neue Herausforderungen zu bewältigen. Es wird mit Materialknappheit und Lieferschwierigkeiten zu rechnen sein. Die Ausschreibung der verschiedenen Gewerke erfolgt jeweils öffentlich. Noch ist die Resonanz der eintreffenden Angebote der Baufirmen äußerst erfreulich. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Die Stiftung ist zuversichtlich, eine weitere Baumaßnahme im Kosten- und Zeitrahmen fertigstellen und die Struktur- und Entwicklungsplanung im Krankenhausbereich weiter voranzutreiben zu können (Fertigstellung      voraussichtlich im Winter 2023).