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Mit Landeshilfe neues Leben in leeren Ladenlokalen

Aus dem Sofortprogramm des Landes  "zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in NRW" erhofft sich die Stadt Remscheid eine Förderung in Millionenhöhe. Vom Rat der Stadt ließ sich die Verwaltung gestern den Auftrag geben, einen entsprechende Förderantrag stellen zu dürfen. Von 1.031.595 € an förderfähigen Kosten würde eine 90-prozenmtige Förderung einen Landeszuschuss von ca. 938.436 € bedeuten bei einem Eigenanteil von 103.159 €. Das würde die Stadt in die Lage versetzen, an der Alleestraße und in Lennep leerstehende Ladenlokale anzumieten. Und davon gibt es eine ganze Menge: 32 in der Remscheider Innenstadt und 24 in Lennep. Die Stadt als Einzelhändler, der für eine Neubelebung der Einkaufszonen sorgt, die früheren Mietern der Läden nicht gelungen ist? So vermessen ist im Rathaus niemand! Die Idee des Technischen Beigeordneten Peter Heinze, die er gestern dem Rat der Stadt vortrug, ist eine ganz andere: Mit finanzieller Hilfe des Landes könne die Stadt jedes fünfte leerstehende Geschäft – späterer gerne auch weitere – anmieten und an Remscheider Bürgerinnen und Bürger bzw. Institutionen und Vereine mit einer interessanten Geschäftsidee zu einem günstigen Preis untervermieten. Dabei setzt Heinze auf die Bereitschaft der Immobilienbesitzer, ihre früher erzielte Ladenmiete um 30 Prozent zu reduzieren nach dem Motto „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Fach“. Es gehe aber nicht darum, leerstehende Ladenlokale lediglich zu füllen, meint Peter Heinze, sondern eine neue Nutzung müsse sich in das Gesamtkonzept eingliedern und einen Mehrwert für die Innenstadt bzw. Lennep liefern.

Des Weiteren möchte die Stadt den Fördertopf des Landes in Anspruch nehmen, um nach dem 31. Januar den Innenstadtmanager weiter bezahlen zu können (der Vertrag mit dem gegenwärtigen Management läuft zum Jahresende aus). Und mit Landeshilfe soll ferner notwendiger Grunderwerb im Rahmen der Innenstadterneuerung finanziert werden, zum Beispiel Machbarkeitsstudien. Für den Förderantrag drängt die Zeit. „Grünes Licht“ durch den neuen Rat der Stadt erst im September wäre sinnlos. Denn der Antrag muss bis zum 16. Oktober eingereicht sein. Zitat aus der Beschlussvorlage: „Das Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte und Zentren in NRW ist für die Stadt Remscheid deshalb bestens geeignet, weil einerseits die Folgen der Corona-Pandemie abgefedert werden können und andererseits ein erster, vorgeschalteter Impuls für das nahende Sanierungsgebiet geschaffen wird. (…) Die Festsetzung des Sanierungsgebiets wird nach Abschluss der Vorbereitenden Untersuchung und der damit einhergehenden Aufstellung einer Rahmenplanung, aus der die Sanierungsziele hervorgehen sollen, für das erste oder zweite Quartal des Jahres 2021 angestrebt.“

Die Remscheider Innenstadt verfüge mit der Alleestraße über eine mehr als 600 Meter lange Fußgängerzone mit Allee-Charakter, die einen kilometerweiten Ausblick in die Kölner Bucht biete und dabei über „einzigartige Qualitäten für eine Haupt(einkaufs-)straße verfügt“, so die Verwaltung. Doch der stetige Niedergang des örtlichen Einzelhandels bei gleichzeitigem Aufkommen des Online-Handels sowie die starke Konkurrenz durch nahegelegene Oberzentren wie Wuppertal, Düsseldorf oder Köln hätten in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer starken funktionalen Schwächung der Alleestraße geführt und mit ihr der gesamten Remscheider Innenstadt. Heute stehen ca. 25 Prozent der Ladenlokale leer nebst einiger (großen) Immobilien. Und die Corona-Pandemie führte die ohnehin unter Druck stehenden Gewerbetreibenden in eine noch größere Problemlage, so dass weitere Leerstände zu erwarten seien.

In der Lenneper Altstadt sieht es nicht viel anders aus. Dort könnte allerdings „eine gewisse Sogwirkung durch die Ansiedlung des DOC entstehen“, so die Verwaltung. Das Leerstandsmanagement für Lennep soll sich deshalb dort touristische Zielen widmen, um DOC-Kunden Anreize zu bieten für einen längeren Verbleib in Lennep (Remscheid). Zitat: „Lennep hat nachhaltige Qualitäten im touristischen Bereich. (…) Diese gilt es im Zusammenhang mit der Ansiedlung des DOC so zu nutzen und weiter zu entwickeln, dass die Übernachtungszahlen in Remscheid gesteigert werden. Diese Entwicklung soll für den Förderantrag dargestellt werden und sich innerhalb der nächsten zwei Jahre vollziehen.“

An der Alleestraße hält Peter Heinze es für denkbar, zwei größere Immobilien übergangsweise zu erwerben, um eine Nutzungsänderung aktiv voranzutreiben. Mithilfe der Vorbereitenden Untersuchung und darauf aufbauenden Machbarkeitsstudien rechnet er mit neuen, überzeugenden Nutzungskonzepte, „die entweder einen Ankauf durch die Stadt bzw. einen privaten Investor möglich machen oder aber die derzeitigen Eigentümer zu Investitionen motivieren“.

Blumen für alle scheidenden Ratsmitglieder

Für das verstorbene CDU-Ratsmitglied Klaus Mandt war Ramona Lupo in den Rat der Stadt nachgerückt. Die gestrige letzte Ratssitzung in dieser Wahlperiode war für sie auch schon ihre letzte. Denn dem neuen Rat, der sich im November konstituiert, wird sie nicht angehören. Blumen von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und seinen beiden Stellvertretern Kai Kaltwasser und David Schichel gab es aber auch für Ramona Lupo, als diese in der Sporthalle West die Ratsmitglieder verabschiedeten, für die die (zumeist langjährige) politische Arbeit im Rat gestern zu Ende ging. Dazu zählte auch Alexa Bell (Foto), die in diesem Monat für das Amt der Oberbürgermeisterin kandidiert und schon im ersten Wahlgang gegen Mast-Weisz deutlich verloren hatte. Für den Rat der Stadt hatte sie in Kremenholl kandidiert, diesen Wahlbezirks aber ebenfalls nicht gewonnen. Enttäuscht über mangelnde Unterstützung der CDU während des Wahlkampfes und der „machtbewussten Männerriege“ im CDU-Kreisvorstand hatte sie auf ihr Ratsmandat verzichtet. Diese Erklärung liegt inzwischen im Rathaus vor. Der Nachrücker von der Reserveliste der CDU ist Domenico Larocca.

Oberbürgermeister Burkharde Mast-Weisz dankte den scheidenden Ratsmitgliedern für ihre Arbeit und wies auf die politischen Schwerpunkte jedes einzelnen hin. Gemeinsam habe man „viele Herausforderungen angepackt“, angefangen bei der schwierigen Haushaltslage der Stadt, die sich im städtischen Etat widerspiegele. Weitere wichtige Themen seien Kita- und Schulausbau, Klimawandel und Nachhaltigkeit, Sport und Kultur, Sicherheit und vieles mehr gewesen. So erinnerte der OB an die Jahre 2015 und 2016, als viele Geflüchtete nach Remscheid kamen, und an die aktuellen Herausforderungen durch Corona.

„Ich möchte eine Lanze brechen für die kommunale Politik“, fuhr Mast-Weisz fort. „Sie ist ehrenamtlich, die Vertreter sind erreichbar und ansprechbar, sie wirkt sich unmittelbar aus!“ Deswegen gebühre den scheidenden viel Respekt,  „wohl wissend, dass für viel zu viele das Wort Politiker/in ungerechter Weise einen sehr negativen Beigeschmack hat.“ Die Zusammenarbeit habe ihm viel Freude gemacht, sagte der OB, um dann das Wörtchen „meistens“ anzuhängen. Denn nicht jeder Beitrag sei es wert, dass man sich daran erinnern möchte. „Es hat auch Misstöne gegeben!“ Die Aufgabe der Remscheider Kommunalpolitiker in der kommenden Wahlperiode werde es sein, „der Stadt Bestes zu erreichen, Vorbild zu sein für ein weiterhin friedliches Miteinander aller Menschen in unserer Stadt, unabhängig von Herkunft, Religion, Nationalität und sexueller Orientierung und sich weiterhin für unsere freiheitlich-demokratische Verfassung. Dass diese – auch in den so genannten Sozialen Medien – zunehmend in Frage gestellt wird, muss unsere eigentliche Sorge sein, sie zu schützen und zu leben unsere wichtigste Aufgabe, denn die Verfassung ist die Grundlage für unser Zusammenleben!“

Fritz Beinersdorf verzichtet auf sein Mandat

Pressemitteilung der Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Remscheid

Die Geschäftsordnung des Rates lässt nur persönliche Erklärungen zur Aufklärung von Missverständnissen zu. Deshalb erfolgt die heutige persönliche Erklärung des Fraktionsvorsitzenden der Remscheider LINKEN, Fritz Beinersdorf, in Form einer Medienmitteilung. Beinersdorf erklärte: „Ich werde das Mandat für die 16 Wahlperiode des Rates der Stadt Remscheid nicht wahrnehmen. Im Verlauf des Kommunalwahlkampfes bekam ich Probleme mit meinem Magen, die zum Ende des Wahlkampfes äußerst schmerzlich wurden, so dass ich mich auf Anraten meines Arztes am Montag, 14. September in das Sana-Klinikum begab. Seit dem 22. September steht fest, dass ich Krebs habe. Deshalb werde ich all meine Kraft und Zeit darauf verwenden, diese Krankheit zu überwinden. Eine Ausübung meines Mandats ist also nicht möglich.“

Weiter führte Beinersdorf aus: „Mein Aufenthalt im Sana-Klinikum hat mir gezeigt, dass Gesundheit keine Ware sein kann, und die Forderung der LINKEN nach einem Gesundheitswesen in öffentlicher Hand richtig ist. Während meines Krankenhausaufenthalt habe ich es als sehr positiv empfunden, dass die multikulturelle Belegschaft nur ein Ziel kennt, alles zu tun für die Gesundheit der Patienten. Ich habe mir manchmal vorgestellt, wie ein rassistischer Neonazi aus diesem Rat sich verhalten würde, wenn er auf einem OP-Tisch läge, ob er dann die türkischstämmige OP-Schwester oder den Chirurgen aus Syrien nach einem Ariernachweis fragen würde? Zum Schluss möchte ich mich bei den demokratischen Fraktionen und Gruppen und der Verwaltung für die faire und sachliche Zusammenarbeit bedanken.“

An der heutigen Ratssitzung in der Sporthalle West nahm Fritz Beinersdorf teil. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz betonte, dass er die Entscheidung bedauere, das Ratsmandat nicht anzunehmen, er diese Entscheidung aber nachvollziehen könne. „Lieber Fritz, für das, was jetzt auf Dich zukommt, alles Gute und Gottes Segen!“ Stehend und durch lang anhaltenden Beifall zollten die Ratsmitglieder Beinersdorf ihre Anerkennung. Dieser antwortete mit einem Versprechen: "Wir werden weiter voneinander hören, dasvon bin ich überzeugt!"

„HonsWerk“ für eine solidarische Stadtteilgemeinschaft

Für den Stadtteil Honsberg wurden seit 2007 im Rahmen des Förderprogramms „Stadtumbau West“ Konzepte und Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt, die zweifelsfreien Funktions- und Strukturmängeln begegnen sollen. So wurde mit Mitteln der Städtebauförderung ein Integriertes Handlungskonzept erarbeitet und ein intensiver Beteiligungsprozess im gesamten Quartier und eine Quartierswerkstatt zur Neuen Mitte Honsberg in Gang gesetzt. Herausragend: Der Neue Lindenhof . Das Gemeinschaftshaus, für das sich die Stadt und ihre Wohnungsbau-„Tochter“ GEWAG besonders engagierten, bietet seit 2014 zahlreichen sozialen Trägern, kirchlichen Institutionen und Stadtteilinitiativen viel Platz zum Austausch und Arbeiten. Und der Prozess des Stadtumbaus geht weiter. In den letzten beiden Jahren zogen Künstler in die alten GEWAG-Häuser im Honsberger Süden ein. Die Kulturwerkstatt / der Ins Blaue e. V. machte auch überregional mit Kunstaktionen auf das „Arbeiterviertel im Wandel“ aufmerksam, und nun kommen positive Impulse von der Rheinischen Fachhochschule Köln (RFHK) und ihrem Studiengang Produktionstechnik in der einstigen Grundschule.

Bereits seit zwei Jahren engagiert sich die Montag Stiftung Urbane Räume gAG (MUR) auf dem Honsberg, vertreten durch Dr. Robert Winterhager, einen gebürtigen Remscheider. Ziel der Stiftung ist die gemeinwohlorientierte Entwicklung von sozial und wirtschaftlich benachteiligten Quartieren. Gemeinsam mit der Stadt und der GEWAG beauftragte die MUR 2019 das spanische Planungsbüro Taller de Casqueria einer Stadtteil-Strategie (“Made by Honsberg“)(Foto links: Die Prerssekonferenmz mit den spanischen Stadtplanern). Die Strrategie sieht vor, Honsberg als produktiven Stadtteil in vier Handlungsfeldern zu entwickeln:

  • Tooling-Up Honsberg (z.B. Gemeinschaftswerkstätten),
  • Neues Wohnen und Arbeiten (Großwohnungen u. Co-Working),
  • Stadtteilidentität (Pflege des Siedlungsbildes),
  • Gemeinschaft (z.B. Treffpunkte für interkulturellen Austausch). 

Derzeit prüft die Stiftung, ob dem Honsberg im Rahmen des Programms "Initialkapital für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung" zu weiteren wirksamen Entwicklungsimpulse  verholfen werden kann. Denn hohen Leerstand und Imageprobleme bestehen weiterhin und sind nicht wegzudiskutieren.

Anknüpfend an „Made by Honsberg“, hat die MUR im Rahmen ihres Programms „Initialkapital (INKA) für eine chancengerechte Stadtteilentwicklung“ eine erste Projektskizze für den Honsberg entworfen. Diese sieht eine gemeinwohlorientierte Immobilienentwicklung im Südosten des Stadtteils mit seinen alten, großenteils leerstehenden GEWAG-Beständen vor. Dort sollen neue, attraktive Formen des Wohnens und Arbeitens sowie eine stadtteilbezogene Sozial- und Bildungseinrichtung als Gemeinwohlbaustein „HonsWerk“ geschaffen werden.

Geplant sind neben preis- und belegungsgebundenem sowie frei finanziertem Wohnungsbau auch Gewerbeflächen in zwei Büro-Gemeinschaftshäusern. Überschüsse aus dem Wohn- und Arbeitsteil sollen in voller Höhe der engagierten Gemeinwesenarbeit und dem neuen Gemeinwohlbaustein im Stadtteil zugutekommen. „Das Projekt umfasst nach derzeitigem Stand rund 7.800 m² Grundstücksfläche und 15 Wohngebäude mit 67 Wohneinheiten“, heißt es in der umfangsreichen Beschlussvorlage der Verwaltung, über die der Rat der Stadt heute zu entscheiden hat. Zitat: „Die Verwaltung wird beauftragt, das gemeinwohlorientierte Vorhaben ‚HonsWerk‘ als Projekt für die Städtebauförderung zu entwickeln und mit dem Fördermittelgeber zu beraten.“

Das „HonsWerk“ ist von der MUR als Ersatzbau für drei asbestbelastete GEWAG-Häuser an der Halskestraße vorgesehen. Die n Nutzungen erscheinen der Verwaltung  „nicht nur für den Stadtteil, sondern für die Gesamtstadt sinnvoll“:

  • Lernwerkstatt / „Tool-Lab“ für Kinder und Jugendliche (mögliche Kombination mit dem „Tool-Lab“-Projekt der BSW Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH, BSW, nach dem Beispiel der Junior-Uni in Wuppertal).
  • Interkultureller Salon mit Schwerpunkt Bildung für Zuwanderinnen,
  • Stadtteilgarten mit HonsWerk-Terrassen am Lobach-Hang,
  • offene Stadtteilwerkstatt.

Diese Bausteine sollen sich möglichst ergänzen und gegenseitig stärken. Übergeordnetes Projektziel ist die Förderung einer chancengerechten, engagierten und solidarischen Stadtteilgemeinschaft, die von interkulturellem Austausch und Respekt geprägt ist. Gemeinsam zielen das „HonsWerk“ als Plattform für Bildung und Gemeinschaftsbildung und das INKA-Projekt als selbsttragender Stadtbaustein für die behutsame und sozial ausgewogene Erneuerung des Quartiers Honsberg auf die Stärkung der heutigen Bewohner/innen und vorhandener Stadtteilakteure (z.B. Stadtteil e.V. und Ins Blaue e. V.) sowie auf die Gewinnung neuer Bewohner, Akteure, Arbeitsplätze und Bildungsmöglichkeiten. „MUR, GEWAG und Stadt beabsichtigen, die INKA-Projektskizze gemeinsam weiter zu konkretisieren und zu prüfen“, teilt die Verwaltung in ihrer Vorlage mit. Und im Juni habe die Carl-Richard Montag Förderstiftung die gemeinnützige Projektgesellschaft „Urbane Nachbarschaft Honsberg“ gegründet, um mit ersten Aktivitäten im Quartier zu beginnen.

Die von den Architekturbüros ASTOC Architects and Planners und Zeller Kölmel Architekten aus Köln vorgelegte Machbarkeitsstudie, die die MUR Anfang dieses Jahres in Auftrag hatte, sei ermutigend. Und die Gespräche mit der Stadt Remscheid und Stadtteilakteuren zur näheren Bestimmung des Nutzungsprogramms seien sehr konstruktiv verlaufen. MUR, GEWAG und Stadt Remscheid seien gewillt, weiter eng zusammen zu arbeiten. Zitat: „Dazu zählen beispielsweise, dass die Stiftung Kapital, Personalressourcen und Wissen in Projektentwicklung und im Gemeinwohlmanagement einbringt, die GEWAG einen Teil ihrer Grundstücke und Wohnungsbestände im Stadtteil zur Verfügung stellt und die Stadt Remscheid Städtebaufördermittel für den Bau des Gemeinwohlbausteins HonsWerk und des Stadtteilgartens beantragt und die dafür benötigten Eigenmittel in Höhe von 20 Prozent der förderfähigen Kosten aufbringt.“

Gründungsberater der Stadt für ein neues Startercenter

Im Vorgriff auf den Stellenplan des Doppelhaushaltes 2021/2022 möchte die Stadtverwaltung im Fachdienst Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Liegenschaften zum 1. April 2021 eine unbefristete Vollzeitstelle „Projektmanagement Gründungsberatung“ einrichtet. Die Beschlussvorlage steht heute auf der Tagesordnung der letzten Sitzung des alten Stadtrates. Mit dessen Zustimmung ist zu rechnen. Damit kommen der Gründerschmiede Remscheid e.V. und die Stadt ihren Ziel nahe, Remscheid zum Startercenter-Standort unter dem „Dach“ des Bergischen Startercenters zu machen (Standorte sind bislang die Bergische IHK in Wuppertal sowie das GuT Gründer- und Technologiezentrum in Solingen). Denn Voraussetzung für die Anerkennung als Startercenter-Standort ist eine  Mindestpersonalausstattung von 1,5 Vollzeitstellen, in die diesem Fall die neue Stelle eines Gründungsberaters (nach Entgeltgruppe 12 mit Personalkosten von rund 100.000 Euro pro Jahr) sowie vorhandene Personalkapazitäten bei der Wirtschaftsförderung. Das Startercenter dann in den Räumlichkeiten des Gründerquartiers an der Hindenburgstraße einzurichten, sei die naheliegendste Lösung, meint die Verwaltung. Weil dort „die wesentlichsten Kapazitäten rund um das Thema ‚Gründen in Remscheid‘ gebündelt“ würden. Mit den Verantwortlichen der Gründerschmiede / des Gründerquartiers gab es diesbezüglich „erste positive Gespräche“ gegeben. Alternativ könnte das Startercenter aber auch in den Räumlichkeiten der Wirtschaftsförderung untergebracht werden.

Und so soll das Aufgabengebiet des neuen Beraters (mit Hochschul-/Fachhochschulabschluss , z.B. Betriebswirtschaftslehre) aussehen:

  • Begleiten von Gründungsprojekten durch individuelles Coaching und Betreuung (Persönliche, schriftliche und telefonische Beratung von UnternehmensgründerInnen),
  • Betreuung und Begleitung von UnternehmensgründerInnen bei Standortsuche und Genehmigungsmanagement,
  • Konzeption, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen für UnternehmensgründerInnen,
  • Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation (Presse, Social Media, etc.),
  • Erarbeitung von Konzepten zur Weiterentwicklung des Gründerstandortes Remscheid,
  • Ansprechpartner für Gründungs-Netzwerke / -Initiativen im Bergischen Städtedreieck,
  • Aufarbeitung von Verfahrensständen und Zielplanungen für politische Gremien.

„Unternehmensgründungen sind die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum; sie fördern die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit und sind somit ein wesentlicher Bestandteil zur Erneuerung und Weiterentwicklung des lokalen und regionalen Unternehmensbestandes. Die Gründung einer selbständigen Existenz hat positive Beschäftigungseffekte, Neugründungen entlasten den Arbeitsmarkt und schaffen Arbeitsplätze“, heißt es zur Begründung der neuen Stelle. „In Remscheid finden Gründungswillige eine gute Infrastruktur vor. Die Gründerschmiede fungiert als eine Anlaufstelle für junge GründerInnen in Remscheid. Der Fokus der kostenfreien Beratungsangebote und Veranstaltungen liegt dabei auf der Begleitung von wachstumsorientierten, innovativen Gründungsideen. Die Wirtschaftsförderung Remscheid betreut und begleitet UnternehmensgründerInnen v.a. in den Bereichen Netzwerkaufbau, Standortsuche und Genehmigungsmanagement. Eine fundierte betriebswirtschaftliche Beratung und Begutachtung von notwendigen Dokumenten, wie z.B. einem Businessplan, kann die Wirtschaftsförderung derzeit aufgrund fehlender personeller Kapazitäten nicht leisten. Hierzu greift sie aktuell auf ihre Netzwerkpartner, die Gründerschmiede und das Bergische Startercenter, zurück.“

Mit einem Startercenter in Remscheid könnten ergänzend zur bestehenden Infrastruktur umfangreichere Beratungsangebote für klassische Existenzgründer und Selbstständige in Remscheid geschaffen werden. Derzeit bietet das Bergische Startercenter einmal im Quartal einen Beratungstermin in Remscheid an, wechselnd bei der Wirtschaftsförderung und der Gründerschmiede. Das aber seien „ nur ungenügende Möglichkeiten zur Beratung, was GründerInnen dazu verleiten könnte in einer anderen Stadt ihr Unternehmen zu gründen“, so die Verwaltung. Eine dauerhafte Beratungsmöglichkeit in Form eines Startercenter-Standortes in Remscheid könne zu einer Steigerung der Neugründungen in Remscheid verhelfen.

Termine im evangelischen Kirchenkreis Lennep

Video von Mixed Generations
Wir haben dafür den schönen Song "Sanctuary" ausgewählt.
Das Video ist hier zu finden: https://youtu.be/_Z37Vj-o2qI

Samstag, 26. September, 18 Uhr
Abendmusik zur Verabschiedung von Pfarrer Ulrich Wester
Ort: Lutherkirche, Martin-Luther-Straße 59 a
Programm: Orgelwerke von J.S. Bach, G.F. Händel, A. Willscher u.a.
Ausführender: Jörg Martin Kirschnereit

Wer pilgert mit auf dem Jakobsweg?
Gemeinsam ein Stück auf den wunderbaren Jakobs-Pilger-Wegen im Rheinland unterwegs sein: Die Ev. Adolf-Clarenbach-Kirchengemeinde lädt dazu vom Sonntag, 11., bis Samstag, 17.Oktober ein. Gewandert wird von Remscheid nach Aachen. Die siebentägige Tour beginnt am Sonntag 11. Oktober, mit einem Gottesdienst um 11 Uhr in der Kirche der Ev. Adolf-Clarenbach-Kirchengemeinde Remscheid. Für Samstag, 17. Oktober, ist die Rückfahrt von Aachen mit dem Zug geplant.
Die einfachen Unterkünfte sind bequem und sehr gut geeignet, Kraft für den neuen Tag zu schöpfen. Alles, was man für die sieben Tage braucht, trägt man auf dem Rücken. Jeder Tag ist gefüllt mit vielen unterschiedlichen Eindrücken. Am Morgen gibt es einen geistlichen Input für den Tag und am Abend einen kleinen gemeinsamen Abschluss. Die Tagesetappen sind zwischen 4,5 und 20 Kilometer lang, insgesamt werden knapp 100 Kilometer zurückgelegt. Für die Reisesind  inklusive Übernachtungen, Frühstück und die Fahrten mit Bus und Bahn285 € pro Person veranschlagt. Anmelden kann man sich unter Tel. 0177/1883119 oder  E-Mail jugend@clarenbach-kgm.de">jugend@clarenbach-kgm.de. (Katrin Volk, Evangelischer Kirchenkreis Lennep)

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Waterbölles fehlen noch 274 YouTube-Abonnenten

Sollten Sie eine eigene Homepage mit Links auf andere haben, können Sie dieses Banner gerne verwenden.

Und wo finden Sie die
Videos des Waterbölles?

Ganz einfach: Oben auf dieser Seite gibt es unter dem Titelbild eine blaue Leiste mit Links. Einer davon ist „YouTube“. Klicken Sie darauf, gelangen sie prompt ins Video-Archiv des Waterbölles.

Und zurück? Auch ganz einfach: Rechts oben von der YouTube-Seite ist ein Signet des Waterbölles (mit dem Stadtwappen). Ein Klick darauf, und schon sind Sie wieder auf der Seite des Blogs.

Liebe Leserinnen und Leser,

Werbeeinnahmen über YouTube können der Lothar und Ulrike Kaiser-Stiftung zurzeit noch nicht zugutekommen, folglich auch nicht gemeinnützigen Projekten in Remscheid. Und das hat folgenden Grund:

Zurzeit hat Waterbölles auf YouTube 726 Abonnenten. Es wäre schön, wenn es 1000 wären. Denn bei weniger als 1000 Abonnenten zahlt YouTube keine Werbeeinnahmen aus; das ist eine Geschäftsbedingung. Die zweite: Die Video-Wiedergabezeit eines einzelnen Kanals muss in den zurückliegenden zwölf Monaten 4000 Stunden überschritten haben. Diese Hürde hat der Waterbölles längst gemeistert. Es fehlen also leider „nur“ noch 274 Abonnenten.

Unterstützen Sie den Waterbölles und seine Stiftung, indem Sie den Kanal abonnieren – kostenlos. Das geht so: Klicken Sie ein Waterbölles-Video an, um es sich anzusehen. Unter dem Film wird Ihnen dann das Button „Abonnieren“ angezeigt, um das Abo zu starten. 661 Videos hat der Waterbölles bis heute auf der Internetplattform YouTube veröffentlicht. Die meisten davon zu Ereignissen in Remscheid.

Der Stiftungsvorstand würde sich freuen, die Einkünfte aus YouTube künftig für Spenden verwenden zu können.

Ihr
Lothar Kaiser

Corona-Krisenstab beschließt weitere Maßnahmen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Der Remscheider Corona-Krisenstab hat in seiner heutigen Sitzung ein weiteres umfassendes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Corona Virus im Stadtgebiet Remscheid beschlossen. Es wurde bereits gestern Abend in einer Arbeitsgruppe vorbereitet und dem Landeszentrum Gesundheit vorab zur Verfügung gestellt. Heute Morgen fand ein Abstimmungsgespräch zwischen der Stadt Remscheid, Vertretern des Landeszentrums Gesundheit, des MAGS und der Bezirksregierung statt. Die Akteure der Landesinstitutionen bezeichnen den vorgelegten Maßnahmenkatalog als sehr konsequent und sehr entschlossen. Aus der Sicht des Landes sind die Maßnahmen geeignet, eine Verbesserung der Situation und eine Verringerung des Inzidenzwertes zu erreichen. Die Maßnahmen müssen nun kurzfristig per Allgemeinverfügung der Stadt Remscheid geregelt werden. Die Verfügung soll eine Gültigkeit von zunächst 14 Tagen haben.

  • Maskenpflicht im Unterricht: An allen weiterführenden Schulen wird die Maskenpflicht auch im Unterricht wieder verpflichtend eingeführt – überall, wo der Mindestabstand von 1,50 Metern zwischen den Schülern nicht eingehalten werden kann: Die Regelung ist deckungsgleich zu der Regelung, die zu Beginn des Schuljahres in ganz Nordrhein-Westfalen gegolten hat. Mit Blick auf das lokale Infektionsgeschehen und dem unbedingten Willen – auch auf Landes- und Bundesebene –, Bildungs- und Betreuungsangebote aufrecht zu erhalten, wird diese Maßnahme für zwingend erforderlich gehalten.
  • Kontaktbeschränkung im öffentlichen Raum: Die Kontaktbeschränkung der Coronaschutzverordnung für den Aufenthalt im öffentlichen Raum wird auf maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei häuslichen Gemeinschaften reduziert. Die Kontaktbeschränkung gilt – so, wie es auch die Coronaschutzverordnung vorsieht – ebenfalls für Restaurants und Gastronomie, Geschäfte, Kultur- und Freizeiteinrichtungen.
  • Feiern: Anzeige oder Genehmigung: Private Feiern mit geselligem Charakter (z. B. runde Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen) sind ab sofort ab einer Teilnehmerzahl von 25 Personen anzeigepflichtig. Ab 50 Teilnehmern bis zur Obergrenze von 150 Teilnehmern müssen Feiern von der Stadt Remscheid genehmigt werden. Als verpflichtender Bestandteil der Anzeige bzw. des Antrags müssen außerdem Listen über die voraussichtlichen Teilnehmer der Veranstaltung sowie ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept eingereicht werden. Die hierfür zuständige Stelle ist das Ordnungsamt, für das Hygiene- und Infektionsschutzkonzept wird das Gesundheitsamt beteiligt.
  • Sportveranstaltungen: reduzierte Zuschauer und Maskenpflicht: Bei Sport dürfen ab sofort maximal 150 Zuschauer zugelassen werden. Die Pflicht zur Genehmigung und zur Vorlage eines Hygiene- und Infektionsschutzkonzept bleibt selbstverständlich bestehen. Zusätzlich soll eine umfassende Maskenpflicht verfügt werden – drinnen und draußen. Ausnahme: am Sitzplatz, wenn der Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten wird.
  • Kulturveranstaltungen: Information über Konzepte und Genehmigungen: Es wird durch Information an die Anbieter von Kulturveranstaltungen darauf hingewiesen, dass Kulturveranstaltungen nur mit den entsprechenden Konzepten und Genehmigungen und unter Einhaltung der Abstandsregelung möglich sind. Ist die Abstandsregelung nicht einzuhalten, gilt die Maskenpflicht auch am Sitzplatz. Es muss eine umfassende Nachverfolgung gegeben sein.  

Appelle an die Bürgerinnen und Bürger:

  • Es wird der Appell ausgesprochen, dass auch in den Kirchen und bei religiösen Zusammenkünften unbedingt der Abstand einzuhalten ist und auch eine Maske zu tragen ist, die lediglich unter Abstandswahrung am festen Sitzplatz abgenommen werden kann. 
  • Mit einem weiteren Appell wird zur Reduzierung von Zusammenkünften, Feiern oder ähnlichem im privaten Bereich beziehungsweise Wohnungen aufgerufen.
  • Der bereits ausgesprochene Appell zum Tragen von Masken an belebten Plätzen, Straßen, Wegen oder Flächen in der Öffentlichkeit wird bekräftigt.  

Verändertes Berichtswesen zur aktuellen Gesundheitslage

Von heute an wird auf Bitte des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) das Berichtswesen zur aktuellen Gesundheitslage umgestellt. Ziel ist es, dass sich alle am Thema Interessierten auf einen einheitlichen und rechtlich maßgeblichen Datenstand beziehen, der vom LZG.NRW und dem Robert-Koch-Institut (RKI) übereinstimmend jeweils mit Stand 0:00 Uhr festgestellt wird. Eine detaillierte Darstellung der übermittelten COVID-19-Fälle in Remscheid mit 7-Tages-Inzidenzen sowie der Anzahl der Verstorbenen stellt das COVID-19-Dashboard des RKI täglich spätestens um 8 Uhr zur Verfügung.

Festgesetztes Schiff kann kein Leben retten

Pressemitteilung der Ökumenischen Initiative Lüttringhausen

Als Bündnispartner von „United4Rescue“ fordert die Ökumenische Initiative Lüttringhausen, dem Rettungsschiff „Sea watch 4“ sofort wieder das Auslaufen ins Mittelmeer zu erlauben. Die italienischen Behörden haben nach einer Hafenstaatskontrolle in der Nacht auf Sonntag das Rettungsschiff “Sea-Watch 4 powered by United4Rescue” festgesetzt. Sea-Watch, United4Rescue und Ärzte ohne Grenzen verurteilen die Festsetzung aufs Schärfste und fordern die sofortige Beendigung der Kriminalisierung ziviler Seenotrettung.

Im Rahmen der Kontrolle suchten italienische Inspekteure elf Stunden lang nach Beanstandungen, aufgrund derer sie die Sea-Watch 4 dann festsetzten. Der Hauptvorwurf lautet, die Rettung von Menschenleben entspreche nicht der Registrierung des Schiffes. Die Sea-Watch 4 habe zu viele Rettungswesten an Bord, das Abwassersystem sei nicht für die Anzahl der geretteten Personen ausgelegt. Dass Seenotrettung als akute Nothilfe für alle Schiffe verpflichtend ist, wird außer Acht gelassen. Tatsächlich erfüllt das Schiff alle Sicherheitsvorgaben des deutschen Flaggenstaates, wie die deutschen Behörden Sea-Watch erst im Juli bestätigt haben.

Nach ihren ersten Rettungseinsätzen im August wartete die Sea-Watch 4 mit 353 Menschen an Bord tagelang auf die Zuweisung eines sicheren Hafens, bevor die Überlebenden am 2. September an die Quarantänefähre GNV Allegra übergeben wurden. Die Crew der Sea-Watch 4 absolvierte dann eine zweiwöchige Quarantäne vor dem Hafen von Palermo.

„Die Verletzungen, die wir an Bord behandelt haben, zeigen die Gewalt und die Gefahren, denen die Geretteten auf der Flucht entkommen sind“, sagt Barbara Deck, Leiterin des medizinischen Teams von Ärzte ohne Grenzen auf der Sea-Watch 4. „Wir haben einen Jungen behandelt, der von Bewaffneten auf den Kopf geschlagen wurde und in der Folge taub geworden ist, und einen Vater, der die Spuren von geschmolzenem Plastik auf seiner Haut trug. Was diese Menschen ertragen, macht sprachlos. Vor diesem Hintergrund ist es erschütternd, dass europäische Regierungen alles tun, um uns daran zu hindern, lebensrettende Hilfe zu leisten.“

Erst nachdem die europäischen Staaten ihre eigenen Rettungsschiffe zurückgezogen haben und sogar Handelsschiffen die Seenotrettung erschweren, haben sich private Hilfsorganisationen aufgemacht und Rettungsschiffe organisiert. Darunter ist seit August 2020 die „Sea watch 4 – powered by United4Rescue“. Die Evangelische Kirche in Deutschland hatte Bündnispartner gewonnen und mit ihnen „United4Rescue“ gegründet. Dies Bündnis hatte das 40 Jahre alte Forschungsschiff Poseidon in Kiel ersteigert und als Rettungsschiff umgerüstet. Zurzeit sind fast alle Rettungsschiffe mit fadenscheinigen Gründen festgesetzt. Nun wurde auch das Aufklärungsflugzeug Moonbird von Sea-Watch durch die italienischen Behörden festgesetzt. Das Ziel ist offensichtlich zu verhindern, dass die gravierenden Menschenrechtsverletzungen an der tödlichsten Seegrenze der Welt dokumentiert werden. Niemand soll das Sterben auf dem Mittelmeer bezeugen können.

Neue Corona-Fälle an fünf Remscheider Schulen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

An fünf Schulen in Remscheid gibt es seit heute jeweils einen neuen Coronainfektionsfall. Betroffen sind die Nelson-Mandela-Sekundarschule, die Alexander-von-Humboldt-Realschule, die Sophie-Scholl-Gesamtschule, die Förderschule Heinrich Neumann am Standort Engelbertstraße und die Albert-Einstein-Gesamtschule.

  • Nelson-Mandela-Sekundarschule: Das infizierte Kind besuchte seine Klasse 9a zuletzt am 16. September. Es wurde gestern auf Corona getestet, nachdem das Virus bei einem Familienmitglied festgestellt worden war. In der Folge werden alle 26 Kinder der Klasse 9a in Quarantäne geschickt. Ob die sechs nicht in Remscheid lebende Lehrkräfte gleichfalls in häusliche Quarantäne gehen, entscheidet das Gesundheitsamt des jeweiligen Wohnortes.
  • Alexander-von-Humboldt-Realschule: Der letzte Schulbesuch dieses Kindes erfolgte am 18. September. Es wurde gestern auf Corona getestet, weil es Erkältungssymptome gezeigt hat. Für alle Kinder der Klasse 8a wurde häusliche Quarantäne angeordnet.
  • Sophie-Scholl-Gesamtschule: Am 17. September hat das infizierte Kind seine Klasse 9a letztmalig besucht. Seine Testung gestern erfolgte im Rahmen einer Umfelduntersuchung, weil sich ein Familienmitglied mit dem Coronavirus angesteckt hatte. Alle Kinder der Klasse 9a gehen in häusliche Quarantäne.
  • Förderschule Heinrich Neumann am Standort Engelbertstraße: Der 21. September ist letzter Schultag des Kindes, das an dieser Schule infiziert ist. An diesem Tag hat es auch den Offenen Ganztag besucht. Es wurde gestern auf Corona getestet, weil es Erkältungssymptome zeigte, nachdem ein Familienmitglied positiv getestet worden war. Ab heute gilt für alle 9 Kinder der Klasse E2-4C sowie für eine Teilgruppe der OGS mit zwei Kindern häusliche Quarantäne.
  • Albert-Einstein-Gesamtschule: Das an dieser Schule infizierte Kind war dort letztmalig am 16. September. Es gehört zur Klasse 6c, die komplett mit insgesamt 29 Kindern in häusliche Quarantäne geht. Das Kind befand sich bereits in Quarantäne und wurde nun positiv getestet.

Die Bildungseinrichtungen entscheiden und informieren selbstständig über die Weiterführung des Unterrichts.

Krisenstab beschließt Maßnahmen gegen Covid-19

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Der Remscheider Corona-Krisenstab hat in seiner heutigen Sitzung ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Corona Virus im Stadtgebiet Remscheid beschlossen. Es besteht aus den drei Säulen Information, Intensivierung der Kontaktpersonennachverfolgung und Ahndung von Verstößen gegen die Coronaschutzverordnung. Die Einzelmaßnahmen haben der Remscheider Krisenstab und die örtliche Gesundheitsbehörde mit dem Landeszentrum Gesundheit zur lokalen Eindämmung des Infektionsgeschehens abgestimmt. Der Beschluss ist Folge einer seit Tagen steigenden 7-Tage-Inzidenz. Sie liegt heute bei 52,05. Damit ist der Wert der 7-Tage-Inzidenz für Remscheid erstmals auf über 50 gestiegen. Der Remscheider Krisenstab wird morgen über weitere zusätzliche Schutzmaßnahmen beraten.

Bereits vorgestern (20.09.) hat der Remscheider Krisenstab eine umfassende Informationskampagne beschlossen mit Piktogrammen in öffentlichen Gebäuden, Schulen, Kitas, Sportstätten und Flüchtlingseinrichtungen über Verhaltensregeln und Ahndungsmöglichkeiten. Die Piktogramme werden ab heute in die städtischen Social-Media-Kanäle eingespielt.

Des Weiteren startet heute eine stadtweite Plakatierungsaktion. Die Plakate, die auf die wichtigsten Corona-Verhaltensregeln und ein drohendes Bußgeld bei Verstoß aufmerksam machen, werden auch in den Bussen der Stadtwerke Remscheid aufgehängt. Ab sofort gibt es außerdem die tägliche mehrsprachige Übersetzung der Corona-Pressinformationen und Weiterleitung über das Kommunale Integrationszentrum (KI) an die Multiplikatoren der Zielgruppen. Hinzu kommen gemeinsame Aufklärungsbesuche von Kommunalem Ordnungsdienst (KOD) und KI in Moscheen, Teestuben und Supermärkten.

Als weitere Schutzmaßnahmen hat der Krisenstab heute beschlossen:

  • Der Krisenstab empfiehlt das Tragen von Alltagsmasken in der Öffentlichkeit für das gesamte Stadtgebiet.
  • Das Gesundheitsamt wird die Einhaltung häuslicher Quarantänen verstärkt kontrollieren und Verstößen gegen die Quarantäne-Auflagen konsequent ahnden.
  • Die Präsenz des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) in der Öffentlichkeit wird verstärkt. Ab sofort ist er auch wieder sonntags im Einsatz und wird Verstöße gegen die Coronaschutzverordnung konsequent ahnden.
  • Großveranstaltungen über 300 Personen werden mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen bis auf Weiteres nicht mehr genehmigt.
  • Den Schulen wird die Durchführung von Sportunterricht in Hallen untersagt. Dies gilt zunächst bis zu den Herbstferien.
  • Acht Sporthallen, denen eine ausreichende Lüftung fehlt, werden komplett geschlossen:
  1. Alexander-von-Humboldt-Realschule/Sporthalle Altbau
  2. Sportanlage / Gymnastikhalle Jahnplatz
  3. Albert-Einstein-Gesamtschule II – Turnhalle
  4. Berufskolleg Wirtschaft u. Verw., Sporthalle
  5. Schulzentrum Klausen
  6. GGS Siepen, Sporthalle
  7. Albert-Einstein-Gesamtschule - Gymnastikhalle
  8. Albert-Einstein-Gesamtschule - Sporthalle

Der Sportbund und die Sportvereine werden gebeten, die Situation in den Hallen im Trainings- und Spielbetrieb – falls erforderlich – zu entzerren.
Es erfolgt ein öffentlicher Aufruf für den Verzicht auf Reisen in Risikogebiete und eine Darstellung der Folgen bei Reisen in Risikogebiete.
Zusätzlich soll es über eine Einbindung der Wirtschaftsakteure eine gezielte Aufklärung der Arbeitnehmerschaft über mögliche arbeitsrechtlichen Konsequenzen von Urlauben in Risikogebieten geben.

Die aktuelle Gesundheitslage am 22. September

79 Remscheiderinnen und Remscheider sind an Covid-19 erkrankt und befinden sich in angeordneter häuslicher Quarantäne (19 mehr als gestern; drei Personen wurden von gestern auf heute aus der häuslichen Quarantäne entlassen). Insgesamt bis heute positiv getestete Remscheiderinnen und Remscheider: 450. Davon sind 371 Personen aus der Quarantäne ausgeschieden: 352 gelten als genesen, 19 sind verstorben. Aktuell befinden sich vier an COVID-19 erkrankte Personen in stationärer Behandlung (keine auf Intensivstation).

Wichtige Verhaltensregeln und ein Appell des OB

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Mit einer Videobotschaft zum aktuellen Anstieg der Infektionszahlen und zu den Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens hat sich heute Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an die Remscheiderinnen und Remscheider gewandt.

Eine Analyse der Remscheider Infektionszahlen macht deutlich, dass der Anstieg insbesondere auf reiserückkehrende Familienverbünde mit Kindern im Kita- und Schulalter zurückgeführt werden kann. Eine umfassende Informationskampagne hat zum Ziel, die reiserückkehrenden Familienverbünde – mit und ohne Migrationshintergrund – kurzfristig über das aktuelle Infektionsgeschehen und die hiermit verbundenen Risiken intensiv aufzuklären. Hierzu wird ein mehrsprachiges Anschreiben mit einfacher und klarer Ansprache zu Risiken und Verhaltensanforderungen ab heute über alle Kitas und Schulen sowie Vereine und Verbände an alle Eltern verteilt. Es hat nachstehenden Inhalt:

Warnung und Information des Corona-Krisenstabs und des Gesundheitsamtes

Das hochansteckende und gefährliche Corona- Virus (COVID 19) breitet sich weiter in Remscheid aus. Die 7-Tage-Inzidenz liegt mit 37,05 (gestern) so hoch wie noch nie. Und das bedeutet: Mindestens 37,05 Personen von 100.000 Menschen haben sich innerhalb der letzten 7 Tage in Remscheid mit dem Coronavirus angesteckt! Den Anstieg verursachen insbesondere reiserückkehrende Familienverbünde mit Kindern im Kita-und Schulalter. Die Kinder tragen die Infektionen in die Betreuungs- und Bildungseinrichtungen hinein.Allein in der vergangenen Woche mussten deswegen etliche Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte von drei Grundschulen und zwei weiterführende Schulen in häusliche Quarantäne geschickt werden. Eine Kita hat wegen Corona sogar vorerst geschlossen.Steigen die Infektionszahlen weiter, drohen uns wieder drastische Einschränkungen wie Schul- und Kitaschließungen. Das öffentliche Leben, Kultur und Sport – vieles steht dann möglicherweise wieder still! Deswegen gilt:

  • Wenn Sie oder Ihre Familienangehörigen Corona haben, müssen Sie das dem Remscheider Gesundheitsamt melden! Tel. RS 163555 von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr!
  • Beim Auftreten von Erkältungsbeschwerden bleiben Sie und Ihre Kinder unbedingt zu Hause und informieren Ihren Hausarzt telefonisch! Er berät Sie, wie es weitergeht!
  • Reisen Sie nicht in Risikogebiete!
  • Meiden Sie größere Familienfeiern, geselliges Beisammensein und größere religiöse Zusammenkünfte!
  • Halten Sie in Geschäften, Kultureinrichtungen, Teestuben, Kaffees oder unterwegs mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen! Vor allem, wenn diese offensichtlich Husten oder Schnupfen haben und tragen Sie konsequent einen Mund-Nasen-Schutz!
  • Verzichten Sie auf Umarmungen oder Händeschütteln mit Personen, die nicht in Ihrem Haushalt leben. Meiden Sie auf jeden Fall den Kontakt mit erkrankten Personen!
  •  Lüften Sie ausreichend und regelmäßig die genutzten Räume!
  • Erledigen Sie Ihre Einkäufe nicht zu Stoßzeiten!
  • Waschen Sie sich sorgfältig und regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife! Mindestens 20 Sekunden!

Uns allen muss klar sein: Wer gegen Hygieneregeln verstößt, muss mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen! Und: Wer wegen Corona in häusliche Quarantäne muss und sich nicht daran hält, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Lassen Sie uns alle aktiv dazu beitragen, drastischere Maßnahmen in Remscheid zu verhindern!