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Für ein friedliches und demokratisches Miteinander

Den ersten Iftar-Empfang in der Geschichte der Stadt gab es im Großen Sitzungssaal des Rathauses im Juli 2014. Den fünften gestern Abend. Denn in diesem Jahr dauert der Fastenmonat Ramadan für die muslimischen Mitbürger/innen vom 16. Mai bis zum 14. Juni. Und dazu gehört auch wieder das Fest des Fastenbrechens („Iftar“). Das Fest nach Sonnenuntergang ist für viele islamische Familien einer der Höhepunkte des Jahres. Die gegenseitigen Einladungen dazu sind in Remscheid mittlerweile gut gepflegte Gewohnheit. Und auch in diesem Jahr folgten viele muslimische Mitbürger der Einladung von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu einem interkulturellen Iftar-Essen im Rathaus. Sämtliche Moscheevereine waren vertreten, der Rat der Stadt Remscheid durch Sven Wolf, Stefanie Bluth, Christine Krupp, Jutta Velte und Bernd Quinting sowie Erden Ankay-Nachtwein, die Vorsitzende des Integrationsrates. Von Seiten der Stadtverwaltung nahmen die Beigeordneten Sven Wiertz, Thomas Neuhaus und Peter Heinze sowie Sevinc Brilling, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, an dem gemeinschaftlichen Fastenbrechen teil. Es stand in diesem Jahr im Zeichen einer Deklaration, die in der Vorwoche im Rathaus auf Initiative des stellvertretenden Beiratsvorsitzenden Cengiz Özdemir von Mast-Weisz zusammen mit der Vorsitzenden des Integrationsrates, der Leiterin des Kl und den Repräsentanten der Moscheevereine vorbereitet worden war. Die Erklärung zu einem friedlichen und demokratischen Miteinander trägt nicht nur deren Unterschriften, sondern wurde gestern Abend – sehr zur Freude des Oberbürgermeisters – auch von den übrigen Gästen des Iftar-Essens unterzeichnet (Der Wortlauft der Deklaration – siehe nebenstehende Kästen)

Deklaration vom 18. Mai 2018

Hiermit erklären wir Vertreter der Remscheider Moscheegemeinden und Vereine zusammen mit den Gästen des gemeinsamen Fastenbrechens am 18.Mai 2018 im Remscheider Rathaus, dass

  • wir für Toleranz und den uneingeschränkten Schutz unseres Grundgesetzes und der darin verfassten Religionsfreiheit und Menschenrechte eintreten.
  • wir uns zusammen mit Kirchen, Parteien, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Migrantenselbstorganisationen und Einzelpersonen in Remscheid solidarisch und couragiert gegen fremdenfeindliche, frauenfeindliche, homophobe, islamfeindliche und antisemitische Haltungen einsetzen.
  • wir für ein friedliches und demokratisches Miteinander stehen, in der Vielfalt als Bereicherung verstanden wird.
  • wir Vielfalt mit Respekt, Akzeptanz und Anerkennung begegnen, ohne anderen die eigenen Ansichten aufzuzwingen.
  • uns die Sicherstellung von Gleichbehandlung und Chancengerechtigkeit für alle Remscheiderinnen und Remscheider wichtig ist.
  • Remscheid tolerant ist- aber keine Ausschreitungen oder Übergriffe toleriert.
  • wir jede Form von Extremismus ablehnen und dazu aufrufen, sich von Provokationen zu distanzieren.
  • wir uns bei der Remscheider Polizei und den Sicherheitskräften ausdrücklich für ihre Kooperations- und Einsatzbereitschaft bedanken. In anderen Städten hat es Übergriffe auf Moscheegemeinden und Einrichtungen gegeben. Dies hat auch hier zu Sorgen und Befürchtungen geführt. Dank des guten Verhältnisses hier ist es aber in Remscheid im Gegensatz zu anderen Städten in den letzten Monaten zu keinerlei derartigen Vorkommnissen gekommen.

„Ich freue mich darüber, dass das Fest des Fastenbrechens in unserer Stadt immer mehr zu einem selbstverständlichen Teil des Lebens wird, das nicht nur von muslimischen Bürgern wahrgenommen wird. Ich weiß und ich finde es gut, dass es in vielen Familien, Nachbarschaften, in Institutionen und Vereinen gemeinsame Iftar-Essen gibt, zu denen auch Nicht-Muslime eingeladen werden, und in dem sich gemeinsame Lebensfreude ausdrückt“, begrüßte der Oberbürgermeister die Gäste. „Ich bin Herrn Özdemir sehr dankbar für seine Initiative. Es ging ihm darum, dass sich alle teilnehmenden Moscheegemeinden und muslimisch geprägten Migrantenselbstorganisationen für den gegenseitigen Respekt der unterschiedlichen Religionen und gegen jede Form von Hetze und Intoleranz aussprechen. Es ging ihm darum, Polizei und anderen Ordnungskräften dafür zu danken, dass es im Gegensatz zu anderen Städten in unserer Stadt auch in den vergangenen Wochen zu keinerlei Provokationen und Ausschreitungen gekommen ist.“

Leider gebe es  politische Kräfte, die dieses Miteinander immer wieder in Frage stellen, Besuche bei Moscheegemeinden skandalisieren und versuchen, daraus politischen Erfolg zu erzielen, fuhr Burkhard Mast-Weisz fort. „Denen sage ich auch hier, dass ich dies in aller Deutlichkeit zurückweise. Ich lasse das gute Miteinander nicht durch solche Aussagen in Frage stellen!“

Der Oberbürgermeister verlas die Deklaration

Um die Transparenz der Moschee-Gemeinden deutlich zu machen, biete sich der Tag der Offenen Moschee am 3. Oktober jeden Jahres an, betonte der OB. „Schon im vergangenen Jahr haben sich die Gemeinden darauf verständigt, dazu reihum in jeweils eine Gemeinde einzuladen. 2017 stellte uns die DITIB-Gemeinde ihre nach wie vor im Bau befindliche Moschee vor. Gerade bei diesem Projekt, das immer wieder Anlass für öffentliche Diskussionen um seine Fertigstellung bietet, war es wichtig, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie es um den Baufortschritt steht. Auch in diesem Jahr wollen die Gemeinden wieder zu einem gemeinsamen Tag einladen. In diesem Jahr wird die ATIB-Gemeinde an die Industriestraße eingeladen. An diesem Tag werden wir die Möglichkeit haben, in den Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern möglichst aller Gemeinden zu treten. Ich begrüße dieses Herangehen sehr. Es zeigt, dass die Gemeinden bereits sind, sich zu öffnen, den Austausch mit Nicht-Muslimen zu suchen. Es liegt jetzt an den Remscheiderinnen und Remscheidern, auch und gerade aus der Politik, diese Einladung anzunehmen.“

Budget für zwei weitere Beiräte in Aussicht

„In der Klausurtagung des Beirates für die Gleichstellung der Menschen mit Behinderungen am 11. November 2017 wurde u. a. ein Beschluss zur Gleichbehandlung der Beiräte in unserer Stadt gefordert. Die Fraktionen und Gruppen von SPD, GRÜNEN, FDP und W.i.R. unterstützen diese Forderung und halten eine Gleichbehandlung aller Beiräte für sinnvoll. Um die Arbeit des Behindertenbeirates und des Naturschutzbeirates sicherzustellen und ihre Arbeit entsprechend zu honorieren, muss diesen Beiräten, wie in den anderen, ein Budget zur Verfügung gestellt werden.“ So begründen die Fraktionen und Gruppen von SPD, GRÜNEN, FDP und W.i.R  ihren Antrag zur Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses am 21. Juni  und zur Sitzung des Rates am 5. Juli, „eine Gleichbehandlung der Beiräte sicherzustellen und für den Beirat für die Menschen mit Behinderungen und den Naturschutzbeirat ein Budget (zurzeit 7.000 Euro/jährlich) im Haushalt 2019/2020 einzustellen.“

Auch Passanten vergaben Rote Karten

Aus Anlass des Internationalen Tages gegen Homophobie hisste die Stadt Remscheid gestern vor dem Remscheider Rathaus zwei Regenbogenfahnen. Sie sind Spende des Landtagsabgeordneten Sven Wolf und des Stadtdirektors Sven Wiertz. Die Regenbogenfahne gilt als weltweit etabliertes Symbol für lesbischen und schwulen Stolz und die Vielfalt dieser Lebensweisen. Am Aktionstag machte die Fahne auf die Gleichheit von Homosexuellen und Trans- und Bisexuellen aufmerksam.

Das Video der Kraftstation

Mit einem Stand war die Remscheider „Arbeitsgemeinschaft offene Kinder- und Jugendarbeit Remscheid“ (AGOT) auf der Alleestraße am Brunnen vor dem Allee-Center vertreten und setzte mit der Aktion „#RoteKarte“ und weiteren kreativen Aktionen ein sichtbares Signal für Vielfalt und gegen Ausgrenzung. „Die Offene Kinder- und Jugendarbeit leistet unter anderem engagierte und wertvolle Beiträge zur Befähigung junger Menschen zu Toleranz gegenüber verschiedenen Lebensentwürfen und sexuellen Identitäten“, so Ralf Noll Zibigniew Pluszynski, Richard Ulrich und Wolfgang Zöller von der AGOT.

Seit 2005 erinnert der internationale Tag gegen Homophobie wird jährlich seit 2005 begangenen und erinnert am 17. Mai daran, dass auch heute noch Menschen strafrechtlich verfolgt werden, nur weil sie anders lieben als die Mehrheit der Gesellschaft. Der Internationale Tags gegen Homophobie und Transphobie erinnert zugleich an das Jahr 1990, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität von der Liste der Krankheiten strich. Auch in Deutschland wurden Homosexuelle bis in die 1960er Jahr von Staatsanwaltschaften und Gerichten verfolgt und verurteilt. Seit dem 1. September 1969 war Homosexualität nur noch eingeschränkt strafbar und wurde im Zuge der Deutschen Einheit 1994 endgültig aus dem deutschen Strafrecht gestrichen.

Digitalisierung? Wichtig für Nachhaltigkeit!

Pressemitteilung der Bergischen Gesellschaft fur Ressourceneffizienz mbH  

Beim Innovationskongress der Neuen Effizienz diskutierten gestern über 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Wuppertaler Schauspielhaus über Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Zu den Referenten gehörte auch Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, der die regionalen Aktivitäten unterstütze. Im Anschluss feierte die Neue Effizienz ihr sechsjähriges Jubiläum.

Der Kongress "Nachhaltige Innovationen – global denken, lokal handeln" zeigte, dass wichtige globale Trends – vor allem aktuell die Digitalisierung - immer auch einen Bezug zur Energie- und Ressourceneffizienz und zur Nachhaltigkeit insgesamt haben. Hierzu gibt es auch im Bergischen Städtedreieck vielfältige Kompetenzen in Wirtschaft und Wissenschaft. Mit der Neuen Effizienz hat die Region – mit Unterstützung des Umweltministeriums NRW - bereits vor sechs Jahren einen Akteur geschaffen, der die Aktivitäten vernetzt und den Wissenstransfer auch mit eigenen Projekte fördert. „Insgesamt konnten durch die Neue Effizienz in den vergangenen sechs Jahren mehr als 25 Millionen Euro Fördergelder in die Region geholt werden.“, berichtet Jochen Stiebel, Geschäftsführer der Neuen Effizienz. Die Digitalisierung sei dabei in den letzten Jahren bereits immer wichtiger geworden, so Stiebel.

Wirtschaftsstaatssekretär Christoph Dammermann erklärte beim Kongress: „Die Vorträge zeigen das breite Themenspektrum, das die Digitalisierung mit Blick auf die Energie- und Ressourceneffizienz hat.“ In seinem Vortrag gab er einen Ausblick auf die Innovations- und Digitalisierungsstrategie des Landes: „Das Bergische Städtedreieck hat in den letzten Jahren durch viele Aktivitäten und die gute Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen auf sich aufmerksam gemacht. Die Landesregierung möchte die Regionen in Nordrhein- Westfalen noch gezielter dabei unterstützen, sich auf den digitalen Wandel einzustellen. Gerade im Bereich der Energie- und Ressourceneffizienz gibt es viele Ansätze für kreative digitale Lösungen, die öffentliche und private Akteure gemeinsam entwickeln können.“ Der Kongress fand im Rahmen des Projektes „Innovationsnetzwerk GreenTec und Ressourceneffizienz – Chancen aus Industrie 4.0 und Smart City“ (kurz: „Innovationsnetzwerk GreenTec“ statt, gefördert durch das Land und die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Das Innovationsnetzwerk greift damit schon auf eine zweijährige Erfahrung in den beiden Schwerpunkten – Digitalisierung der Industrie sowie der Städte – zurück. Hierzu haben bereits Kongresse, Workshops, Unternehmerreisen und daraus abgeleitet Projekte und Projektanträge stattgefunden.

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Preise für Wohnimmobilien steigen weiter

Pressemitteilung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Remscheid

 Im Jahr 2017 wurden in Remscheid 1.087 bebaute und unbebaute Grundstücke mit einem Geldumsatz von rd. 249 Mio. € veräußert.  Die Anzahl lag wiederholt über dem langjährigen Durchschnitt, ist gegenüber dem Vorjahr jedoch leicht gefallen.  Unbebaute Grundstücke wurden im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger gehandelt. Die meisten Bauplätze wurden erneut im neuen Wohnbaugebiet des ehemaligen Krankenhauses Lennep veräußert.  Ein durchschnittliches Baugrundstück für ein Einfamilienhaus kosteten unabhängig von der Lage rd. 115.500 €.

Für Ein- und Zweifamilienhäuser wurden rd. Sieben Prozent höhere Kaufpreise gezahlt.  Gewerbe- und Industrieobjekte wurden deutlich weniger gehandelt als im Jahr 2016.  Gebrauchte Eigentumswohnungen wurden durchschnittlich zu vier Prozent höheren Kaufpreisen veräußert. Der Durchschnittspreis lag bei rund 1.180 € pro Quadratmeter.  Für Neubauwohnungen wurden rund 2.930 €/m² gezahlt.  Bei gebrauchten Immobilien richten sich die Kaufpreise unter anderem nach dem Baujahr. Eine nach Baujahren differenzierte Tabelle mit durchschnittlichen Kaufpreisen liegt für Ein- und Zweifamilienhäuser wie auch für Eigentumswohnungen im Grundstücksmarktbericht 2018 vor.  Die Grundstücksmarktberichte als auch die Bodenrichtwertkarten des Gutachterausschusses stehen unter www.boris.nrw.de kostenfrei zur Verfügung.  Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Remscheid befindet sich im Rathaus (Theodor-Heuss-Platz 1, Zimmer 153 bis 161).

Betrieb wegen Legionellen vorerst eingestellt

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Gestern Nachmittag hat ein Betrieb in Remscheid-Lennep dem städtischen Fachdienst Umwelt gemeldet, dass bei einer routinemäßigen Kontrollmessung an Kühlanlagen erhöhte Legionellenwerte festgestellt worden waren. Die Messwerte lagen dabei mit bis zu 180.000 KBE (koloniebildende Einheiten) pro 100 ml deutlich über dem Schwellenwert von 100 KBE. Bei einem Ortstermin heute Vormittag haben die städtischen Fachdienste Umwelt und Gesundheitswesen gemeinsam mit dem Betrieb entschieden, die betroffenen Anlagen vorsorglich stillzulegen. Eine Wiederinbetriebnahme erfolgt, sobald die Kontrollmessung den Prüfwert unterschreitet.

Um den Gesundheitsbehörden im Falle einer Häufung der Erkrankungen die Quellensuche zu erleichtern, hat der Gesetzgeber eine Melde- und Untersuchungspflicht für Trinkwasser und Bäder, aber auch Kühlanlagen eingeführt, die ein legionellenhaltiges Aerosol freisetzen können. Ab einem definierten Maßnahmenwert ist eine Information der Öffentlichkeit vorgeschrieben. Daneben müssen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr erfolgen. Die zuständige Behörde ist hierbei die untere Umweltbehörde. Die Information der Öffentlichkeit hat den Zweck, Ärztinnen und Ärzte sowie Menschen mit schweren Grunderkrankungen darauf aufmerksam zu machen, dass bei Auftreten einer Lungenentzündung möglicherweise eine Legionelleninfektion hierfür ursächlich ist und eine gezielte Therapie ohne Zeitverzögerung eingeleitet werden kann. Antibiotikaresistenz kommt bei Legionellen bis dato nicht vor, so dass hier bei rechtzeitiger Diagnose die Erkrankung gut behandelbar ist.

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Kita-Projekt für den Erhalt heimischer Wildbienen

Zu den Kindertagesstätten, die sich in Remscheid dem Projekt „Remscheid brummt“ angeschlossen haben, gehört auch die städtische Kita an der Lüttringhauser Straße in Lennep. Stadtverwaltung, Erzieherinnen und Erziehern, Eltern und Kindern geht es dabei am Erhalt und Fortbestand unserer heimischen Bienen. Und gestern konnte Ulf Venn, der Leiter der Lenneper Kita, quasi zur Initialzündung des Projektes (an einer zaghaft sprießenden neuen Wildblumenwiese) u. a. Sozialdezernent Thomas Neuhaus, die Projektkoordinatorin Britta Hartz- Sieckendieck, Leiterin der Kita an der Remscheider Straße in Lüttringhausen, und Reiner Malcher von den Technischen Betrieben Remscheid (TBR) begrüßen. Zusammen mit dem Biologen Jörg Liesendahl von der Naturschule Grund erzählten sie den Jungen und Mädchen, natürlich kindgerecht, was in den Remscheider Kitas - und gerne auch anderswo - für den Erhalt der heimischen Wildbienen getan werden kann (und sollte).

Produktionsschule: Bangen darum, wie es weitergeht

Im Bild: Die SPD-Europa-Abgeordnete Petra Kammerevert und der Remscheider SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf und mit der Sozialpädagogin Annika Girbig und Ralf Barsties, Geschäftsführer der Arbeit Remscheid gGmbh. Foto: Danielle Schäfer.Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Sven Wolf und der Europa-Abgeordneten Petra Kammerevert

„Viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer hier an der Produktionsschule bekommen bei uns das erste Mal Bestätigung für das, was sie leisten“, betont Ralf Barsties, Leiter der Arbeit Remscheid gGmbH. „Das sind Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen, die bisher schon viele Misserfolge einstecken mussten. Bei uns lernen Sie, in regelmäßigen Strukturen zuverlässig zu arbeiten.“ Doch nun soll die Landesförderung gestrichen werden. Über das drohende Szenario sprachen gestern die Europa-Abgeordnete Petra Kammerevert und der Remscheider Landtagsabgeordnete Sven Wolf vor Ort mit Ralf Barsties und der Sozialpädagogin Annika Girbig, Bereichsleiterin im Maßnahmebereich U 25. „Das Aus der Finanzierung durch die Landesregierung trifft die Produktionsschule hart“, betont Sven Wolf. „Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Produktionsschule hier in Remscheid an den Start ging. Jetzt heißt es auf einmal, die Finanzierung wird eingestampft. Das Werkstattjahr, das die Landesregierung stattdessen unterstützen will, ist kein Ersatz. Wir haben die Landesregierung dringend aufgefordert, die Arbeit der Produktionsschulen auch weiterhin aus ESF-Mitteln zu unterstützen. Bisher ohne Erfolg.“

„Unsere Befürchtung ist: Da bleiben gerade die älteren Jugendlichen über 19 Jahren auf der Strecke. Das Besondere an der Produktionsschule ist, dass die Catering-Tätigkeit Außenwirkung hat. Hier wird nicht für den Papierkorb gearbeitet oder für sich selbst, sondern es gibt ein positives Feedback von Kunden direkt an die Jugendlichen. Für solche Projekte stellen wir auf Europa-Ebene gerne die ESF-Mittel bereit,“ so Petra Kammerevert.

Gestern konnten sich die beiden Abgeordneten von den guten Arbeitsergebnissen und der positiven Entwicklung der Schülerinnen und Schüler in der Produktionsschule im Gespräch und bei der Teilnahme am gemeinsamen Mittagstisch überzeugen. „Wir führen einen realen Betrieb. Das ist unser Plus. Unsere Aufträge sind der rote Faden, der die Teilnehmenden der Maßnahme bei der Stange hält. Im Juni wollen wir außerdem mit einem Stand auf den Markt, an dem wir Gewürzmischungen, Konfitüren, aber auch Fingerfood anbieten wollen. Einen realer Betrieb zu führen, heißt aber auch, dass wir die investierten Mittel für die Küchenausstattung wieder erwirtschaften müssen“, erläuterte Ralf Barsties. 600 Euro pro Kopf monatlich an Landesförderung fallen zukünftig weg. Das ist der größere Teil der Maßnahme. Die restlichen rund 365 Euro werden mit Mitteln des Jobcenters finanziert. Rund ein Drittel der Jugendlichen schaffen im Anschluss den Einstieg in Ausbildung, Beschäftigung oder berufsbildende Maßnahme.

„Wenn wir die Jugendlichen zu früh in einem Praktikum unterbringen, führt das zu unregelmäßiger Teilnahme und Frustrationen auf beiden Seiten. Das endet nur in einem weiteren Misserfolg und hilft auch nicht den Betrieben, die verlässliche Praktikanten und Auszubildende brauchen,“ meinte Ralf Barsties. Das seien die Erfahrungen, dies Teams um Sozialpädagogin Sara Haarmann und Fachanleiter und Koch Jan de Buhr. „Erst einmal müssen wir schauen, dass es für die Jugendlichen weitergeht. Es kann aber auch nicht jeder Rückzug des Landes aus der Finanzierung von der Stadt aufgefangen werden. So wie es derzeit aussieht, wird eine Finanzierung von dritter Seite notwendig werden.“

In Kinderheimen einst Leid und Unrecht erlebt

Im Bild Andreas Naylor und Uwe Leicht. Foto: Lothar KaiserPetra Alice Berg war zwölf Jahre alt, als sie im Juli 1968 in ein Kindersanatorium eingewiesen wurde. In ihrer Jugend war sie immer wieder auch in der Psychiatrie. Heute ist die Wuppertalerin 62, kann sich aber noch gut an das erinnern, was ihr vor fünfzig Jahren widerfuhr: „Im Kindersanatorium probierte man ohne Einwilligung meiner Mutter Medikamente an mir aus, die noch nicht im Handel erhältlich waren oder noch nicht an Kindern erprobt wurden - vor allem Neuroleptika aber auch Schlafmittel." Danach hörte sie Stimmen oder bekam  Tobsuchtsanfälle. Diese haben Petra Alice Berg auch später noch lange belastet. Seit 2006 ist sie erwerbsunfähig, auf betreutes Wohnen und eine Haushaltshilfe angewiesen.

So steht es in einer Pressemitteilung des Landschaftsverbands Rheinland, die gestern Vertretern der lokalen Medien im Otto-Ohl-Haus der Evangelischen Stiftung Tannenhof übergeben wurde. Auf der Pressekonferenz kündigten Andreas Naylor vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) und Pfarrer Uwe Leicht, Geistlicher Vorsteher der Stiftung Tannenhof, auch im Namen des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) und von Augusta-Hardt-Horizonte für Donnerstag, 24. Mai, um 15 Uhr im Café Elling im “Haus für Seelische Gesundheit“, Konrad-Adenauer-Straße 2-4, eine Informationsveranstaltung über die Stiftung „Anerkennung und Hilfe" an. Diese bietet Menschen noch bis Ende 2019 Unterstützung an, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit vom 23. Mai 1949 bis zum 31. Dezember 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990 in der DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren mussten und heute noch an Folgewirkungen leiden.

Zum Beispiel Ingrid Brandt, Jahrgang 1933. Ihre schlimmsten Erlebnisse verbindet sie mit der Dürener Provinzial Heil- und Pflegeanstalt, heute eine Einrichtung des LVR. Dorthin kam sie im Frühjahr 1949, kurz vor Gründung der Bundesrepublik. Im Januar 2017 zitierte sie Till Döring im LVR-Magazin „RHEINLANDweit mit den Worten: „Frechheit war für die Ärzte gleichbedeutend mit Krankheit. Und frech war ich für die, denn ich war ein Mädchen, das sich nicht alles gefallen ließ." Für Ingrid Brandt die Erklärung dafür, dass sie damals in die Psychiatrie kam. Ein Gruppenschlafsaal mit Eisenbetten war für sie und 13 andere Mädchen der einzige Aufenthaltsraum der Station. „Die Strafen waren das Schlimmste", erinnert sie sich. Manchmal wurden sie von Pflegerinnen mit eiskalten, nassen Tüchern umwickelt, die dann zusammengenäht wurden. „Man warf uns anschließend in die Zellen der psychisch kranken Patienten. Wir konnten uns nicht bewegen. Ich hatte Angst um mein Leben!"

Heimkinder in den Nachkriegsjahren. Foto: Landschaftsverband Rheinland.„Kinderheime hat es auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof nicht gegeben“, betonte gestern Pfarrer Uwe Leicht. Bekannt sind Schlagzeilen, die das inzwischen aufgelöste „Gut zur Linde“ der Bergischen Diakonie Aprath in Wülfrath einst machte. Der Diplom-Sozialpädagoge Andreas Naylor leitet beim LVR die Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder beim Landschaftsverband Rheinland (LVR). Das erfahrene Leid sei für die Betroffenen kein singuläres Ereignis, sagt er. Es sei für sie vielmehr traumatisch und präge in vielen Fällen ihr ganzes Leben. Aufgabe der Anlauf- und Beratungsstelle ist es, Menschen beim Beantragen von finanziellen Leistungen aus der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ zu unterstützen, die im Januar 2017 von Bund, Ländern und Kirchen ins Leben gerufen wurde. Sie bietet Menschen Geld und Unterstützung erhalten, die das dam,als erlittene Unrfecht glaubhaft machen können und die Folgen des Erduldeten bis heute nicht völlig überwinden konnten.

Zur Anerkennung des Unrecht und zur Linderung der Folgewirkungen können Betroffene von der Stiftung eine pauschale Geldleistung in Höhe von 9.000 Euro erhalten. Und wer in den Einrichtungen nach dem 14. Lebensjahr sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden, bekommt darüber hinaus eine einmalige Rentenersatzleistung von bis zu 5.000 Euro. „Insgesamt haben sich leider noch zu wenig Menschen bei uns gemeldet", sagt Andreas Naylor. Schätzungsweise 3.300 Menschen könnten in NRW Leistungen der Stiftung erhalten. Im Rheinland haben sich bisher 704 Menschen gemeldet. Von diesen haben 306 inzwischen Geld aus der Stiftung, davon 217 auch Rentenersatzleistungen. Die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ ist beim Landschaftsverband Rheinland unter Tel. 0221 809-5001 oder E-Mail anerkennung-hilfeßlvr.de erreichbar. Dort arbeiten drei Berater. Sie stellen gemeinsam fest, wer in Ergänzung der gesetzlichen Sozialleistungssysteme grundsätzlich Leistungen aus der Stiftung erhalten kann. Bei einem Beratungstermin in Köln oder am Wohnort des/der Betroffenen werden mögliche finanzielle Leistungen aus der Stiftung vereinbart. „Es handelt sich um keine Wiedergutmachung“, sagt Andreas Naylor, „sondern – auch in individuellen Gesprächen – um eine Anerkennung des erlittenen Unrechts!“

Doch nicht alle Betroffenen melden sich. Vielleicht, weil die Erinnerung an das Erlebte nicht wieder aufgewühlt werden soll. Deshalb wenden sich die Berater des LVR mit der Informationsveranstaltung am 24. Mai auch und gerade an die Betreuer von Betroffenen. Nicht ausgeschlossen, dass auch in Remscheid noch Menschen leben, die damals in Heimen Schlägen, Waterboarding, Eingesperrtsein, Zwangsjacke, stundenlanger Fixierung auf einem Stuhl oder psychischem Druck ausgesetzt waren.

Klärchen’s Geköökße opp Platt (2)

Ströppmuos ongerien

Zutaten:

Zutaten:

1 kg Ströppmuos (Rübstiel)
1-2 gekookten Ärpel vam Vüürdag
Sault, Päffer, Mehl, Botter
¼ l Gemüsebrühe
Melk

Zubereitung:

Biam Ströppmuos nemmt man denn Stiel datt Luof un denn Stronk werden affjeschnieaden.

Dat Ströppmuos wäschen in kaulem Water. Awtropfen looten und de Stiele in kotte Stücker schnieaden. Inn enn gruote Pann de Botter uutlooten. Dat Ströppmuos in de hette Pann gewen. Onger Rüören glasich kooken, dann es he gar. Nu mett Sault un Päffer würzen. Totöschen in enn Stielpott die Gemüsebrühe mett en Schutt Melk erhitzen un mett enn Mischung uut Botter un Mehl (1:1) leicht andecken. (Mehlschwette). Die Ärpel stampen. Alles öwer dat Ströppmuos gewen un nochens oppkooken. Färdech iss enn leckeres Gemüös.

Tipp: Jött ett emm Früohjoahr opp emm Matte schon geströppt un geschnieaden.