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In den Ferien lernbegierig, interessiert und fröhlich

Lernbegierig, interessiert und fröhlich nehmen seit Montag bis zum 26. August täglich von 9 bis 16 Uhr Pavillon des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums 45 neu zugewanderte Jugendliche am „FerienIntensivKurs – Fit in Deutsch“ teil, wie der Waterbölles gestern vor Ort erlebte. In der dritten Auflage ist er  durch enge Zusammenarbeit zwischen dem Kommunalen Integrationszentrum, vertreten durch Christoph Sykulski,  der EMA und dem Trägerverein Die Verlässliche e.V. zustande gekommen, zu 80 Prozent gefördert vom des Ministeriums für Schule und Bildung. Jeweils 1.000 Euro steuerten die Stadtsparkasse Remscheid und die Verlässliche bei, wie deren Geschäftsführer Matthias Spahn heute auf einer Pressekonferenz in der Schule berichtete. Gut investiertes Geld, schließlich gehe es dabei um Zukunft von zugewanderten Jungen und Mädchen, betonte Schuldezernent Thomas Neuhaus. Denn die hänge entscheidend von ihren die Deutschkenntnisse ab.

Der Sommerferienkurs bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse auch in den Ferien weiter zu vertiefen und sie zudem im Alltag anzuwenden. Denn zu diesem Ferienkurs gehören auch Exkursionen, zum Beispiel in den Wuppertaler Zoo. Für viele eine Premiere, wie Lehrerin Anne Wessels dem Waterbölles im Video erzählte. Neben ihr kümmern sich in den beiden Lerngruppen noch ihre EMA-Kolleg/innen Franziska Franciosi, Katja Krempel undf Patrick Gräber um die Schüler/innen, die meisten aus Syrien. Vier kommen im Video ebenfalls zu Wort.

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In den letzten Jahren hatte die Stadt Remscheid mit jährlich bis zu - 0,9 % der Bevölkerung die höchsten Einwohnerverluste der kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen. Sie waren jeweils zur Hälfte auf Sterbeüberschüsse und Wanderungsverluste zurückzuführen. Nach hohen Wanderungsverlusten zwischen 2002 und 2010 ist der Umfang und der Anteil der Wanderungsverluste in den letzten Jahren zurückgegangen.

Mit dem Rückgang der Einwohnerzahl verschob sich gleichzeitig die Bevölkerungsstruktur mit einem deutlichen Rückgang der Zahl der Kin der und Jugendlichen und Zunahmen der Gruppe der über 65-jährigen.

Gleichzeitig fördert dieser Rückgang der Gesamtbevölkerung die soziale Segregation in Remscheid. Benachteiligt sind vor allem die innenstadtnahen Stadtteile aber auch angrenzende Quartiere. Frühere Wanderungsmotivuntersuchungen zeigten eine Dominanz persönlicher und wohnungs-/ wohnumfeldbedingter Motive.

Bis zum Jahr 2029 werden für Remscheid weitere Einwohnerverluste in Höhe von etwa 17.000 Personen auf dann rd. 94.000 Einwohner erwartet, sofern nicht stadtentwicklungspolitische Ansätze eine positive Wirkung entfalten können. Auf die Altersgruppen bezogen sind Zuwächse vor allem bei den Hochaltrigen > 75 Jahre mit einer Steigerung um über 30 %, in geringem Maße auch bei den 65 – unter 80-jährigen zu erwarten. Alle anderen Altersklassen werden deutlich schrumpfen. Besonders ausgeprägt ist die Veränderung der Altersklassen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 Lebensjahren, die um über 30 % zurückgehen. Dadurch wird das Erwerbspersonenpotenzial der Stadt mittelfristig abnehmen.

Die durch Bildungswanderung verursachten Wanderungsverluste in den Gruppen der Jugendlichen und der jungen Erwachsenen tragen mittel- bis langfristig zu weiter sinkenden Geburtenzahlen bei. Der Anteil der Remscheider Bevölkerung mit Migrationshintergrund (Ausländer/-innen, Deutsche mit weiterer Nationalität, eingebürgerte ehemalige Ausländer/-innen, Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit und mindestens einem ausländischen Elternteil) liegt bei 29,5 %. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist im statistischen Mittel jünger. In einzelnen Stadtteilen liegt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei über 50 %. Die Zahl der privaten Haushalte wird bis 2029 um etwa 12 % abnehmen. Gegenüber rd. 55.300 Haushalten in 2012 wird ihre Zahl im Jahr 2029 bei rd. 48.500 liegen. Von dieser Abnahme sind besonders die Anteile der Familien mit 4 und mehr Personen und der 3-Personen-Haushalte betroffen.

(Aus der Beschlussvorlage 15/1294 („Entwicklungskonzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid“) vom 21.5.2015, beschlossen vom Rat am 18. Juni 2015.)

Das neue Rathaus ersetzte dörfliche Amtsstuben

Der Ratssaal im Remscheider Rathaus zu 'Kaisers Zeiten'.Die Alten nannten ihn noch „Kerkenlangk", später „Schöttenfeild", bis er über mancherlei Wandlung seines Namens wieder der Rathausplatz wurde. Um 1900 war es den Remscheider Ratsherren im damaligen Rathaus an der Elberfelder Straße doch zu eng geworden. Diesem Übelstand konnte auch durch Ausquartierung vieler Ämter nicht abgeholfen werden. Schließlich wollte man „sie auch alle wieder zusammen haben". Das kann man verstehen. Abgesehen davon besannen sich die Remscheider zögernd auf repräsentative Pflichten.

Die Honoratioren auf der Rathaustribüne unter den drei Bleiglasfenstern..Zu ihrem Lobe muss gesagt werden, dass die Alten Beschlüsse in bewundernswerter Form durchzuführen verstanden. Das neue Rathaus  wurde  eine Sehenswürdigkeit des Bergischen  Landes. Die Grundsteinlegung erfolgte am 18. Oktober 1902. Stadtvertreter, Bürger und viele Gäste wohnten dem festlichen Akt bei. An der Stelle des heutigen Turmes wurde der Grundstein in Form eines gewaltigen Sandsteinblocks gelegt. Den Abschluss der Grundsteinlegung bildete ein ausgedehntes Festmahl in der Stadtparkhalle.

Der Sitzungssaal des neuen Rathauses, ein Prunkstück um die Wende e´des 19. zum 20. Jahrhundert.Eingeweiht wurde das neue Rathaus am Kaiserplatz am Dienstag, 29. Mai 1906. Um 12 Uhr marschierten Schulen und Vereine auf den Kaiserplatz und nahmen Aufstellung in der Nähe der Tribüne, die vor dem Kriegerdenkmal errichtet worden war. In seiner Begrüßungsrede dankte Oberbürgermeister Nollau für viele Stiftungen und bedauerte den Eindruck des dörflichen Charakters, der mit den alten Amtsstuben verbunden gewesen war.

Hermann Böker erhielt den Kronenorden 3. Klasse. Baumeister Hertwig musste sich mit Dankworten zufriedengeben, weil er für diese Ehrung noch zu jung erschien. Um 14.30 Uhr ließen sich 230 Gäste in der „Concordia“ die auserlesenen Gerichte des Hausökonomen Hoffmann schmecken. Ein großes Volkskonzert mit Feuerwerk im Stadtpark beschloss den festlichen Tag. (siehe auch: „Remscheid so wie es war“)

Der Ratssaal im Remscheider Rathaus zu 'Kaisers Zeiten'.Der große Sitzungssaal im „neuen Rathaus“ ist betagten Remscheider/innen noch in in lebhafter Erinnerung. Bis 1918 beherrschte die Stirnseite ein lebensgroßes Bild des letzten Hohenzollern-Kaisers. Neben der Eingangstür hingen über der meisterhaften Holztäfelung die Bilder des Reichspostministers Stephan und des Geheimrats Friederichs, beide Ehrenbürger der Stadt Remscheid. Ein überdimensionaler Kronleuchter in Kunstschmiedearbeit vereinigte eine Unzahl elektrischer Birnen, die sicherlich in der Lage waren, Raum und Geist zu erleuchten. Wie der Laubengang einer mittelalterlichen Stadt mutet die Zuhörerloge an. An langen, schreibtischähnlichen, reich geschnitzten Tischen saßen die Stadtverordneten. Stühle mit ledergepressten Sitzen und hohen Rücken vervollständigten die für damalige Zeit feudale Einrichtung des Raumes. (nach: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer aus dem Jahre 1950)

Trockener und heißer Juli ohne Rekorde

Pressemitteilung des Wupperverbandes

Der Hochsommer hatte Deutschland im Juli im Griff. Der Ferienmonat präsentierte sich von einer besonders sonnigen und heißen Seite. Dies zeigen auch die Wetteraufzeichnungen des Wupperverbandes. So fielen zum Beispiel an der Bever-Talsperre nur 26 Liter Regen pro Quadratmeter, üblich sind in diesem Monat 115 Liter. Hier war es der niederschlagärmste Juli seit 1955, damals fielen nur 19 Liter. In Wuppertal, im Klärwerk Buchenhofen war es sogar der niederschlagärmste Juli seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1937, denn hier fielen lediglich 23 Liter, Durchschnitt sind dort 95 Liter. In Wermelskirchen an der Großen Dhünn-Talsperre waren es 30 Liter, 109 Liter fallen dort im Mittel. Einen so trockenen Juli gab es zuletzt 1994 mit ebenfalls nur 30 Litern Regen. Im Klärwerk Solingen-Burg fielen 34 Litern, statistisch sind es sonst 113 Liter. In1982 war hier zuletzt in einem Juli so wenig Regen zu verzeichnen, damals waren es 32 Liter. Am wenigsten regnete es an der Messstation Klärwerk Leverkusen mit nur 9 Litern im gesamten Monat. Durchschnittlich fallen dort 78 Liter. Am meisten Niederschlag fiel mit 46 Litern in Neumühle am Zulauf der Großen Dhünn-Talsperre. Viele Tage waren niederschlagsfrei. Am meisten regnete es am 9. und 10. Juli. Am 9. Juli fielen in Buchenhofen 14 Liter, am 10. Juli fielen in Lindscheid an der Großen Dhünn-Talsperre 13 Liter.

Auch war der Juli sehr heiß. Allerdings gab es in jüngster Vergangenheit bereits heißere Tage. Am Klärwerk Leverkusen wurden am 26. Juli 37,9° C gemessen; in 2012 am 19. August waren hier 38,3° C das Maximum. In Wuppertal-Barmen wurden in der Spitze am 26. Juli 36,6° C gemessen, am 2. Juli 2015 waren es allerdings 36,8° C gewesen. An der Bever-Talsperre wurden als Maximum 34,5° C am 27. Juli gemessen, am 2. Juli 2015 war es mit 35,5° C noch heißer gewesen. Vielen Menschen hat allerdings die lang anhaltende Hitze zu schaffen gemacht. Laut DWD war es der zweitsonnenscheinreichste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen 1951.

Dank des nassen Winters sind die Talsperren des Wupperverbandes bei der momentanen Trockenheit gut gefüllt. Die Hauptsperre der Trinkwassertalsperre Große Dhünn hat zurzeit einen Füllstand von rund 80 Prozent. Die Brauchwassertalsperre Wupper-Talsperre ist zu 62 Prozent gefüllt, die Bever-Talsperre liegt derzeit bei 84 Prozent.

DGB: Mehr in Berufsabschlüsse investieren

Pressemitteilung des Deutschen Gewerkschaftsbund, Stadtverband Remscheid

Trotz der guten Entwicklung am Arbeitsmarkt ist die Langzeitarbeitslosigkeit in Remscheid nach wie vor hoch. Im Juni 2018 waren 4.367 Menschen arbeitslos, davon waren 1.930 langzeitarbeitslos. Dabei ist das Fehlen eines beruflichen Abschlusses das größte Risiko, langzeitarbeitslos zu werden bzw. zu bleiben. „Um nicht bei der rasanten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt eine große Gruppe von Menschen zu verlieren, muss das Thema Qualifizierung noch viel stärker als bisher in den Fokus genommen werden“, sagt Peter Lange, Vorsitzender des DGB-Stadtverbands Remscheid.

Dass Ungelernte überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen sind, zeigt sich daran, dass weit mehr als die Hälfte der Arbeitslosen keinen Berufsabschluss und somit deutlich schlechtere Chancen auf eine erfolgreiche Vermittlung haben. Bei den Langzeitarbeitslosen beträgt der Anteil ohne Berufsabschluss schon fast zwei Drittel. Das Risiko arbeitslos zu werden, ist ohne Berufsabschluss in Remscheid aktuell 5mal höher, als mit Berufsabschluss. „Besonders dramatisch ist der hohe Anteil der Langzeitarbeitslosen ohne Berufsabschluss in der Altersgruppe der unter 35-Jährigen“, meint Peter Lange. „Denn sie haben ihr gesamtes Berufsleben noch vor sich“. Immerhin waren im letzten Jahr von 1400 Langzeitarbeitslosen ohne Berufsabschluss allein 347 jünger als 35 Jahre. Davon waren 344, also 99,1 Prozent in Betreuung des Jobcenters.

„Die Förderangebote, die zu einem beruflichen Abschluss führen, müssen deutlich verstärkt und ausreichend finanziell ausgestattet werden“, sagt Lange. „Wir müssen hier in Remscheid die vom DGB angestoßene Initiative „Zukunftsstarter“ noch viel stärker nutzen, um gerade diese jungen Menschen für eine Ausbildung bzw. eine abschlussorientierte Weiterbildung zu gewinnen“.

Mit dem Programm der „Zweiten Chance“ können auch junge Menschen, die älter als 25 Jahre sind, noch einen Abschluss nachholen, dies wird finanziell gefördert. Hier sind vor allem die Jobcenter gefragt. Doch die Jobcenter sind nach wie vor unterfinanziert. Der Eingliederungstitel sollte deswegen um mindestens eine Milliarde Euro aufgestockt werden, fordert der DGB. Darüber hinaus muss die Zeit der Umschulung finanziell besser abgesichert werden. Lange: „Es kann nicht sein, dass eine Umschulung oder eine abschlussorientierte Qualifizierung weniger honoriert wird, als ein Ein-Euro-Job.“ Der DGB schlägt deshalb die Einführung eines fortlaufenden monatlichen Weiterbildungsgeldes vor, welches auf alle anderen Bezüge anrechnungsfrei gezahlt werden soll, um die Rahmenbedingungen für den nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses deutlich zu verbessern. „Dieses Geld ist gut angelegt, mit einem Berufsabschluss steigt die Wahrscheinlichkeit auf langfristige Integration deutlich.“

Grüne überrascht über „Klimawandel“ bei der CDU

Leserbrief der Fraktion der Grünen im Rat der Stadt Remscheid

Mit großer Überraschung haben wir die Forderung des Lenneper Bezirksbürgermeisters und CDU-Mitglieds Markus Kötter, eine Debatte über den kommunalen Klimaschutz zu führen, zur Kenntnis genommen. Dazu erklärt die Fraktionssprecherin Beatrice Schlieper: „Wir freuen uns sehr, dass die CDU nach vielen Jahren der Untätigkeit nun ein weiteres grünes Kernthema für sich entdeckt hat. Nach dem sie sich neuerdings für den Radverkehr einsetzt, will die CDU jetzt den kommunalen Klimaschutz gestalten. Wir hoffen, dass dieses Umdenken nun auch aktiv Einzug in die Remscheider Politik halten wird. In der Klima-Allianz Remscheid sind die Mitglieder der CDU jedenfalls herzlich willkommen.“

Susanne Fiedler, umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, ergänzt: „Neben der Freude über den „Klimawandel“ in der CDU, beschäftigt uns allerdings die Frage, ob die CDU in den letzten Jahren geschlafen hat. Das Umweltamt sowie die Klima-Allianz Remscheid beschäftigen sich schon lange intensiv mit den Folgen des Klimawandels und den daraus entstehenden Handlungsnotwendigkeiten. Nur zwei Punkte von vielen: Im Februar 2014 wurde die Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzeptes im Rat beschlossen. Außerdem arbeiten die Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal gemeinsam mit der RWTH Aachen an der Umsetzung einer gemeinsamen Klimaanpassungsstrategie („BESTKLIMA“). Über die Fortschritte wird im Umweltausschuss regelmäßig berichtet. Vielleicht haben die anwesenden CDU’ler da nicht aufgepasst. Wir sind aber gerne bereit, uns, wie von Herrn Kötter vorgeschlagen, auch mit der Klimaanalyse des LANUV auseinanderzusetzen.“

Offenes Gespräch auch zu kritischen Themen

Video von der gestrigen Pressekonferenz im Rathaus. Das Gespräch mit Bürgermeister Yasar Bahceci, sei offen gewesen, berichteten Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Hartmut Demski, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Remscheid-Kirsehir.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Hartmut Demski, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Remscheid-Kirsehir, berichteten gestern Nachmittag auf einer Pressekonferenz im Rathaus über ihren zweitätigen Arbeitsbesuch in der türkischen Partnerstadt Kirsehir. Dabei stand ein mehr als zweistündiges Gespräch mit Yasar Bahceci, dem Bürgermeister von Kirsehir, im Mittelpunkt, in dem man sich einig gewesen sei, die Partnerschaft fortzusetzen. Die war 2015 begründet worden vor dem Hintergrund, dass 5.600 Bewohner Remscheids einen türkischen Pass haben und viele davon aus der Gegend von Kirsehir stammen. Immerhin 36,2 Prozent aller Einwohner der Stadt haben einen Migrationshintergrund.

„Dringende Bitte um Unterstützung für Adil Demirci“, überschrieb waterboelles.de, das kommunalpolitische Internetforum für Remscheid, am16. Juli eine Pressemitteilung der AG Jugendsozialarbeit (JSA) zur Verhaftung ihres Kollegen Adil Demirci in der Türkei. Zitat: „Die Angehörigen von Adil Demirci und auch wir befürchten nach den Erfahrungen, die Deniz Yücel, Meşale Tolu und weitere regimekritische Journalisten machen mussten, dass Adil Demirci monatelang in Haft bleiben muss.“ Bei ihrem Besuch in der türkischen Partnerstadt Kirsehir in der vergangenen Woche sprachen Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Hartmut Demski, der Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Remscheid-Kirsehir, gegenüber Yasar Bahceci, dem Bürgermeister von Kirsehir, das Thema an.

Von der Entwicklung Kirsehirs zeigten sich die Gäste aus Remscheid beeindruckt. Das Oberzentrum mit großem ländlichen Umland wuchs seit 2008 um 26.000 Einwohner, darunter viele Flüchtlinge. Nicht eingeschlossen sind darin die 27.000 Studierenden in der neuen Universität am Stadtrand. Mast-Weisz: „Der Bauboom ist unübersehbar. Toll das neue Kulturzentrum mit Theater- und Konferenzsälen nebst Gastronomie auf 20.000 Quadratmetern!“

Bislang zweimal organisierte der Partnerschaftsverein Remscheid-Kirsehir Schülerfahrten in die türkische Partnerstadt Kirsehir. Es waren zumeist Schülerinnen und Schüler des Gertrud-Bäumer-Gymnasiums, die an diesen Fahrten teilnahmen. Für die dritte Reise, die 2019 ansteht, ist das Interesse deutlich geringer. Dies ist sicherlich auf die politischen Entwicklungen zurückzuführen, die gerade viele junge Deutsche kritisch sehen. Doch Hartmut Demski, der Vorsitzende Partnerschaftsverein Remscheid-Kirsehir, ist „wild entschlossen“, nicht nur diese Fahrt zu realisieren sondern auch eine zehntägige touristische Reise von ca. zwölf Erwachsenen in die anatolische Partnerstadt.

Das Gespräch mit Bürgermeister Yasar Bahceci, den er zuletzt im März in Dortmund getroffen hatte, sei offen gewesen, berichtete der OB. Auch kritische Punkte wie etwa die Verhaftung des Remscheider Sozialarbeiters Adil Demirci (Video links) habe man angesprochen.

Im September wird eine türkische Delegation zum Tag der Vereine erwartet. Bahceci habe den Wunsch, geäußert, dann mit Vertretern der türkischen Migrantenvereine zusammenzutreffen. Hartmut Demski berichtete, er strebe für 2019 die dritte Reise einer Schülergruppe nach Kirsehir an (Video rechts unten).

Überdachung des gesamten Platzes ist logisch

Der Busbahnhof im dchweizerischen Aarau. Foto:Andreas-Braun.

von Martin Klück

Ich bin am Freitag letzter Woche trotz des schönen Wetters und Temperaturen über 30⁰ nicht zur Aktion der Remscheider SPD-Fraktion gepilgert, um nur rum zu meckern. Ganz im Gegenteil. Ich hatte einen realisierbaren Gegenvorschlag mitgebracht. Mein Vorschlag beinhaltet die komplette Überdachung des Platzes in der heutigen Ausdehnung nach dem Muster des Zentralen Omnibusbahnhofs in Aarau in der Schweiz (siehe Foto rechts) Dieser Vorschlag trägt unter dem Gesichtspunkt der Witterungsverhältnissen für das Bergische Land mit viel Regen und Wind, in vollem Umfang Rechnung.

In der Planung und Diskussion um den Platz darf es einzig und allein um die Aufenthaltsqualität der Nutzer gehen! Und da liegt der viel gescholtene Hund des architektonischen Gewinnerentwurfs begraben. Zur Erinnerung: Die Nutzer sind die zahlenden Fahrgäste der Stadtwerke, nicht zu vergessen die Fahrer der Busse. Ohne die geht hier nichts. Mir geht es um die Verbesserung der Aufenthaltsqualität der täglichen Nutzer des ZOB und nicht um die Verbesserung der Aufenthaltsqualität irgendwelcher imaginären Besucher unserer Stadt. Der Platz hat eine rein funktionelle Daseinsberechtigung.

Und wenn dann auch noch Geld übrig ist, warum auch nicht noch etwas Grün dazu, welches in der Folge gepflegt werden MUSS! Natur ist ja etwas Feines, aber möglichst nicht so wie im Waterbölles vom 30. Juli unter dem Titel „Urban Gardening am Friedrich Ebert Platz“ verdeutlicht.

Noch einmal, bei den normalerweise herrschenden Wetterbedingungen hier im Bergischen Land, macht eine Überdachung des gesamten Platzes logischen Sinn, der jedem einleuchtet, wenn sie oder er denn auf die Nutzung des ÖPNV angewiesen ist.

Sensationell wäre es, wenn die Damen und Herren Entscheider – alles Pkw-Nutzer – sich dieser Einsicht anschließen könnten. Warum der Platz in seiner jetzigen Größe erhaltenswert ist?

  • Zukunftsfähig erhalten, weil die Ausweitung des ÖPNV absehbar ist
  • Smart City Auswirkungen usw. usw.

Zum Schluss möchte auf den sehr lesenswerten Artikel im Waterbölles vom 3. Juli  mit dem Titel „Vorsicht, in zwei Jahren sind Kommunalwahlen“ hinweisen!

„Hat Herr Nettekoven die letzten Monate verpennt?“

Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) im Waterbölles-Interview.

SPD will Meinung zum Friedrich-Ebert-Platz wissen“, überschrieb der Waterbölles am 31. Juli eine Pressemitteilung der SPD-Ratsfraktion mit der Einladung an alle Bürgerinnen und Bürger: „Wir wollen gemeinsam mit Ihnen am Freitag, 3. August. von 16 bis 19 Uhr vor dem Ämterhaus diskutieren und Interessierten die Gelegenheit geben, sich wichtige Informationen vor Ort einzuholen und weitere Ideen einzubringen.“

Nachdem gestern um 16 Uhr ein kleines Zelt aufgebaut war, um für Schatten zu sorgen - da hatte das Ämterhaus gerade fürs Wochenende geschlossen - fanden sich dort neben drei Medienvertretern gerade mal zwei Bürger und eine Bürgerin ein, um mit den erschienenen SPD-Kommunalpolitikern die Frage zu diskutieren, ob nicht zu viel Geld für die Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes vorgesehen sei und zu wenig für die Alleestraße, seit Jahren das Sorgenkind von Einzelhandel, Rat und Verwaltung.

„Die Belebung unserer Innenstadt und die Neugestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes gehören untrennbar zusammen“, hatte schon in der Einladung der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD York Edelhoff deutlich gemacht. Gegenüber dem Waterbölles verwies am Freitag Bezirksbürgermeister Otto Mähler auf eine für den Herbst geplante Bürgeranhörung und lud die Bürger dazu ein, „zu sagen, wo sie der Schuh drückt!“ Diejenigen, die dazu neigten, gerne alles zu kritisieren, sehe er bei solchen Veranstaltungen zumeist nicht.

Energisch lehnte der Bezirksbürgermeister den Vorschlag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Peter Nettekoven ab, nach Architektenwettbewerb und Planungsauftrag an den Preisträger noch einmal über eine teilweise Bebauung des Friedrich-Ebert-Platzes nachzudenken. Otto Mähler: „Har Herr Nettekoven die letzten Monate verpennt? Er hat doch bei allen Beschlüssen mitgestimmt!“ (siehe Waterbölles-Video)

Stiftung spendierte zum Richtspruch Apfelschorle

Fröhlicher Spatenstich zu neuen Wohnstätten“, titelte der Waterbölles am 2. September 2017. Und eigentlich hätten die beiden Neubauten der Evangelischen Stiftung Tannenhof, Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie, jetzt schon bezugsfertig sein sollen. Doch der strenge Winter zwang zu einer zweimonatigen Einstellung der Bauarbeiten auf und neben dem bisherigen Parkplatz an der Remscheider Straße. Und jetzt, bei Temperaturen von bis zu 35 Grad, ist Betongießen nicht zu empfehlen. Deshalb zieht sich derzeit auch die Belieferung der Baustelle mit Betonfertigteilen in die Länge. Am Termin für das Richtfest änderte das allerdings nicht; es wurde gestern gefeiert. Und weil der heiße Sommer irgendwann einmal zu Ende gehen muss, ist der Stiftungsvorstand – Dr. Jörg Hilger (Komm. Ärztlicher Direktor), Uwe Leicht (Geistlicher Vorsteher) und Dietmar Volk (Kaufmännischer Direktor) – auch zuversichtlich, dass die beiden neue Wohnstätten für 32 Menschen mit hohem Hilfebedarf zum Jahresende bezugsfertig sein werden. Nicht zu vergessen die dazu gehörigen vier Außentrainingsapartments.

Uwe Leicht verspricht sich von den beiden Neubauten „ein Stück Normalität und damit eine deutliche Steigerung der Lebensqualität“ für die Bewohner. Dietmar Volk sagte beim Richtfest, das Projekt diene dem “Ausbau des Stadtquartiers Remscheid-Tannenhof und der weiteren Angliederung an dem Stadtteil Remscheid-Lüttringhausen“. Und dies betonte gestern auch Jürgen Noch, Abteilungsleiter beim Landschaftsverband Rheinland. Der LVR wird von den Baukosten von gut 7,5 Millionen Euro die Hälfte übernehmen. Weitere Fördermittel kommen von der Stiftung Wohlfahrtspflege Nordrhein-Westfalen. Die NRW.Bank übernimmt ein Förderdarlehen.

Der Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung, Dr. Guido Colsman, betrachtet das „nicht zu späte, aber auch nicht zu frühe Projekt“ als ein „Zeichen für Solidarität statt Egoismus und Akzeptanz statt Aussperrung“ und dankte allen, die an der Realisierung beteiligt seien. Die Stiftung habe mit dem Projekt die richtige Entscheidung getroffen, betonte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Sie sei auch ein starkes Signal für den Standort Remscheid. Der OB erinnerte zugleich an frühere, eher düstere Zeiten der (geschlossenen) Psychiatrie. Der Grundgesetzartikel über die unantastbare Würde des Menschen musste nach dem Kriege dem Personal so mancher Klinik in Deutschland erst bewusst (gemacht) werden...

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