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Ausstellung: 90 Jahre Großstadt Remscheid

Kapitelweise hat der Waterbölles in den vergangenen Tagen die Ausstellung „90 Jahre Großstadt Remscheid“ zur Remscheider Stadtgeschichte und speziell zur kommunalen Neugliederung vor 90 Jahren veröffentlicht. Sie war im August im Remscheider Rathaus im Rahmen des Stadtjubiläums zu sehen. Der Text der Ausstellung stammt von Jörg Holtschneider von der Agentur „Via Temporis“, und das Layout gestaltete die rsn-Medienagentur GmbH, Hindenburgstraße  78, www.rsn-medienagentur.de. Der Waterbölles dankt für die freundliche Genehmigung zur Übernahme in den Blog. Hier noch einmal eine Übersicht über die einzelnen Kapitel.

  1. Langsames Wachsen Richtung Stadtkegel
  2. Von fleißigen Kaufleuten und Tuchmachern
  3. Lütterkusen in der Bruderschaft der Metzmacher
  4. Remscheid verlässt den Landkreis Lennep
  5. Mehr Raum für wirtschaftliche Entwicklung
  6. Protest kommt von Bürgermeister und Landrat
  7. Abstimmung in Berlin bleibt bis zum Ende unklar
  8. Zeit wirtschaftlicher Sicherheit und Wohlfahrt?
  9. Als Betriebe als kriegsentscheidend galten
  10. In Groß-Remscheid gibt es zehn Kinos
  11. Deutsche Meister im Rollhockey 1966
  12. Die Lenneper Altstadt wird saniert
  13. Arbeitslosenquote auf über acht Prozent
  14. Förderverein übernimmt Trägerschaft für Freibad
  15. Die Stadt schrumpft und spart
  16. Längst tragfähige Brücken geschlagen
  17. Betriebe beantragen Kurzarbeit
  18. Seit 2015 strahlt der Blaue Mond nicht mehr

Unser Freibad muss fit werden für die Zukunft

Waterbölles-Gastkommentar

von Thomas Neuhaus, Beigeordneter für Bildung, Jugend, Soziales, Gesundheit und Sport der Stadt Remscheid

Unser Freibad Eschbachtal ist eine bedeutende Einrichtung in unserer Stadt. Undenkbar ist es, wenn unsere kleine Großstadt Remscheid ohne Freibad dastehen würde. Es garantiert Sommererlebnisse in Remscheid für Jung und Alt seit 1912. Es ist damit ein Relikt der Gründerzeit und der Industrialisierung.

Das Freibad Eschbachtal garantiert seit seiner Eröffnung schöne Sommerferienerlebnisse insbesondere für diejenigen, die nicht in den Urlaub fahren können, und ist Teil der Gesundheitsförderung der Stadt. Überwiegend wird es von Jugendlichen und jungen Leuten besucht. Es ist das älteste Binnenfreibad Deutschlands mit natürlicher Wasserzuführung. In seinem jetzigen Zustand verfügt es über die Technik der 1960-er Jahre. Bis zu 70.000 Besucherinnen und Besucher kommen in einer Saison in unser Freibad. 

Die Stadt Remscheid hat aufgrund des hohen Schuldenstandes vielfältige Sparmaßnahmen in den letzten 25 Jahren vornehmen müssen. Einer weisen Entscheidung des Rates der Stadt ist es zu verdanken, dass das Freibad nicht geschlossen wurde. Derartige Bestrebungen gab es. Durch den in 1995 gegründeten Förderverein konnte die notwendige bürgerschaftliche Unterstützung sichergestellt werden und mit innovativen Maßnahmen (Hundeschwimmen, Schiffsparade, Eschtival) erhebliche Mittel (500.000 €) eingenommen werden, die nachhaltige Beiträge für die Nutzung, Attraktivierung und die Erhaltung des Bades darstellen.

Durch engagierte und versierte Mitarbeiter des Fachdienstes Sport und Freizeit der Stadt Remscheid war es möglich, in jeder Saison das Freibadvergnügen sicherzustellen. So wurden nach der Frostperiode in jedem Jahr 200 - 300 Fliesen in den Schwimmbecken ausgetauscht, die durchgerosteten Ringleitungen wurden ersetzt, WC-, Dienst-, Umkleide- und Duschräume wurden renoviert und echte Meisterleitungen im Maschinenraum vollbracht. Ergänzt wurde die Pflege der Anlage stets durch die tollen Mitarbeiter/innen der Arbeit Remscheid.

Allen Verantwortlichen in der Politik, Verwaltung und im Förderverein ist bewusst, dass der Zustand des Freibades sicherlich für das Saisonvergnügen in kommenden Jahren reichen wird, aber Zukunftsfähigkeit und höhere Attraktivität des Bades nur durch eine grundlegende Sanierung möglich wird.

Daher hat der Fachdienst Sport und Freizeit in 2018 die Sanierung in einem Bundesprogramm beantragt und hierfür die Unterstützung des Rates erhalten. Mit der Planung wurde ein renommiertes Planungsbüro für Freibäder mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, um das Freibad als attraktives Familienbad auf den neusten Stand der Technik (geringere Wasserfläche, Edelstahlbecken, Neubau der Umkleiden und Duschen, Erneuerung der Technik, Gastronomie, Wärmeversorgung durch Heizung und Solar, Erlebnisbecken und Großrutsche) zu bringen. Dabei orientiert sich die Machbarkeitsstudie an den historischen Wurzeln des Freibades Eschbachtal, das 1912 als Strandbad mit Sandaufschüttung konzipiert wurde.

Leider war der Antrag für das Bundesprogramm in 2018 nicht erfolgreich.

Da das Land NRW sein Programm „Soziale Integration im Quartier“ auch für Freibäder geöffnet hat, konnte kurzfristig die in 2018 erarbeitete Sanierungs- und Modernisierungskonzept bzw. die Machbarkeitsstudie überarbeitet werden (insbesondere Aktualisierung der Kosten) und rechtzeitig vor Abgabeschluss (30.9.2019) beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW eingereicht werden. Aufgrund der Kurzfristigkeit wird der erforderliche Ratsbeschluss nachgeholt. Jetzt ist erneut die Hoffnung groß, dass Remscheid für sein „Eschi“ mit der großen Bedeutung für seine Quartiere und seiner Sozialstruktur die benötigten Mittel für die Sanierung erhält. Die Gesamtsumme der Maßnahmen der Modernisierung des Freibades belaufen sich auf 14.417.706,70 €. Der Eigenanteil der Finanzierung beträgt in dem Landesprogramm „Soziale Integration im Quartier 2020“  zehn Prozent (gleich 1.441.770,67 €).

Die Stadt Remscheid hatte angekündigt, dass sie sich weiterhin um die grundlegende Erneuerung durch Förderprogramme des Bundes und des Landes kümmern wird. Wir sind sicher, dass sich unsere Abgeordneten in Bund (Jürgen Hardt) und Land (Jens Nettekoven und Sven Wolf) unvermindert für die Förderung unseres Freibades einsetzen werden.

Ich bin mir sicher, dass das Team im Freibad, im Fachdienst Sport und Freizeit bei der Arbeit Remscheid alles dafür tun, um eine Öffnung in 2020 hinzubekommen. Möglicherweise müssen wir wieder die maximale Besucher/innenzahl auf 1.500 Personen begrenzen, um die nötige Wasserqualität sicherzustellen.

Öffnen werden wir unser Freibad Eschbachtal in 2020 garantiert. Und am liebsten mit einem Bewilligungsbescheid für die grundlegende Modernisierung.

Fachtagung zur Offenen Ganztagsschule steht

„Kinderbetreuung im Grundschulalter – Angebotsstrukturen, Bedarfe und Herausforderungen“ ist eine Fachtagung überschrieben, zu der die Stadt Remscheid Vertreter/innen der Fachpolitik, Lehrerinnen, Erzieherinnen und  sonstige pädagogische Fachkräfte als die professionellen Akteuren im Offenen Ganztag sowie Kooperationspartner/innen und Elternvertreter/innen einlädt. Ihnen sollen am Samstag, 23. November, im Schulzentrum Lüttringhausen, Lockfinker Str. 23, von 10 bis 15 Uhr grundlegende Informationen zu Entwicklungen und Lebenslagen von Familien und deren Auswirkungen auf das Aufwachsen der Kinder geboten werden (Vortrag von Heinz Müller, Diplom-Pädagoge am Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz gGmbH) sowie Informationen über die OGS als Lebens- und Bildungsraum vorgestellt mit ihren aktuellen Bedingungen betrachten und künftigen Perspektiven (Vortrag von Dr. Karin Kleinen, Fachberaterin für

Offene Ganztagsschule und Inklusion in der Jugendförderung beim Jugendamt des Landschaftsverbandes Rheinland). Nach beiden Vorträgen besteht nach der Mittagspause an Thementischen  die Möglichkeit zu einer fachlich-inhaltlich vertiefenden Auseinandersetzung mit dem Gehörten. Die Moderation übernehmen Arndt Liesenfeld und Egbert Willecke.

Die Offene Ganztagsschule existiert in Remscheid mittlerweile seit 15 Jahren. Aus dem anfänglichen „Projekt" der Schulkinderbetreuung habe sich ein Modell mit Perspektive entwickelt, das heute zum selbstverständlichen Angebot fast aller Schulen im Primarbereich gehöre, heißt es in der Einladung. Zitat: „Die ersten OGS in Remscheid entstanden im Jahr 2004. Nach einer Aufbauphase kamen in jedem Schuljahr neue Schulen dazu, so dass schon einige Jahre später alle Schulen im Primarbereich ein Offenes Ganztagsangebot unterbreiten konnten. Mittlerweile kann mehr als 2.300 Schülerinnen und Schülern ein Betreuungsangebot gemacht werden, d.h. ca. 60 Prozent aller Kinder in Remscheider Grundschulen machen von diesem Angebot Gebrauch!“

Die OGS leiste einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so der an der Tagung mitwirkende städtische „Qualitätszirkel OGS“. Vorrangiges Ziel sei es jedoch, ein ganztägiges Bildungskonzeptes umzusetzen, „welches das einzelne Kind in den Mittelpunkt stellt und eine Lernkultur entwickelt, die den Talenten, Begabungen und Fähigkeiten der Kinder Aufmerksamkeit schenkt und sie individuell fördert. Dabei entwickele sich die Arbeit der Ganztagsbetreuung stetig weiter. Fachlich werde dies insbesondere vom Qualitätszirkel OGS unterstützend begleitet, der sich mit den Handlungsfeldern "Kommunikation und Kooperation", "Raumgestaltung und Lebenswelt", "Entwicklung gemeinsamer Bildungsangebote" sowie den "Rahmenbedingungen" der OGS auseinandergesetzt habe. Die Ergebnisse waren Grundlagen für fachpolitische Diskussion mit Vertreterinnen des Schulausschusses und des Jugendhilfeausschusses. Diese hatten sodann übereinstimmend einen vertiefenden Fachtag zu dieser Thematik empfohlen. „Wir, die Mitglieder des Qualitätszirkels, freuen uns auf einen konstruktiven Austausch und das persönliche Kennenlernen!“ Schulamtsdirektorin Brigitte Dörpinghaus und Schuldezernent  Thomas Neuhaus werden die Tagungsteilnehmer am 23. November begrüßen. Anmeldungen unter E-Mail olaf.baerwald@remscheid.de.

Parteinachwuchs im Bahnhof Schaberg: ‚Null Bock‘ war gestern

Pressemitteilung der SPD Remscheid

Was kann eine einzelne Person für Klimaschutz leisten? Wo müssen Gesetze her? Und wie kann man Konsens über Maßnahmen erzielen? Diese und viele Fragen mehr standen im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung, zu der die bergischen Jusos unter dem Motto „Generation Null Bock“ für Donnerstagabend in den Schaberger Bahnhof oberhalb des Müngstener Brückenparks eingeladen hatten. Die Veranstaltung war Teil der Klimaschutzwochen der Remscheider SPD. Als Gesprächspartner waren u.a. auch Friday-for-Future-Aktivisten aus dem Bergischen Städtedreieck eingeladen. Der als „Stargast“ angekündigte Juso-Bundesvorsitzende Kevin Kühnert musste allerdings leider krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Wie sich herausstellte tat das aber dem Zuspruch zur Versammlung keinen Abbruch. Der Veranstaltungsort Solingen-Schamberg war gewählt worden, weil dieser nur mit der Bahn gut zu erreichen ist und damit ein Anreiz gegeben werden sollte, mal mit dem ÖPNV zu einer politischen Veranstaltung zu kommen.  

In ihrer Eröffnungsrede betonte die Vorsitzende der Remscheider SPD, Christine Krupp, dass der Klimawandel jeden betreffe und Beschlüsse zum Klimawandel sozialverträglich ausgestaltet werden müssten. Die Diskussion wurde schnell sehr lebhaft: „Jeder kann einen Beitrag dazu leisten, in dem er auf regionale Produkte setzt und weite Transportwege vermeidet, beispielsweise statt Äpfel aus Italien regionale Äpfel aus der Region kauft.“, so Daniel Pilz, Fridays-for-Future-Aktivist aus Remscheid. Seine „Mitstreiterin“ aus Solingen, Jeanne Jagenberg, zeigte sich gegenüber den Klimabeschlüssen der Bundesregierung äußerst skeptisch. „Der öffentliche Druck muss größer werden, um endlich Maßnahmen zu beschließen, die einen echten Klimaschutz bieten und zugleich sozialverträglich sind!“ Anne Marie Faßbender vom „Remscheid Tolerant“ machte darauf aufmerksam, dass sie „kein Fiji-Wasser aus sonst wo“ brauche, das drei Euro koste. Den entscheidenden Unterschied, den ihre Freundin ihr predigte, habe sie im Vergleich mit bergischem Wasser nicht schmecken können.

In der Diskussion überwog der Tenor, dass der Einzelne alleine den Klimawandel nicht stoppen kann. Das Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit sei dennoch sehr wichtig, um von der Wegwerfgesellschaft in eine nachhaltigere Gesellschaft überzugehen. „Vor allem muss in den Bereichen Energiewirtschaft, Industrie und Verkehr was passieren. Diese drei Sektoren verursachen die meisten CO2 Emissionen. Der Klimabeschluss liefert keine wirklichen Maßnahmen, die diese Emissionen stark reduzieren.“, so der Remscheider Juso-Vorsitzende Burhan Türken.

Mit 35 Anwesenden war die Veranstaltung zur Freude der bergischen Jusos gut besucht und die Diskussion lebhaft. „Die Generation ‚Null Bock‘ gehört endgültig der Vergangenheit an: Junge Menschen haben wieder ein Ziel, für das sie gemeinsam streiten – und das ist gut so!“ stellte Jeanne Jagenberg fest, die Vorsitzende der Solinger Jusos. (Antonio Scarpino)

 

Kurden aus Syrien bitten um Unterricht in Kurmandschi

Im großen Sitzungssaal des Rathausaes v. li. n. re. Erden Ankay-Nachtwein, die Vorsitzende des städtischen Integrationsrates, Foto:; Lothar Kaiser

Wie viele Menschen in Remscheid leben, deren Muttersprache Kurdisch(کوردی kurdî) ist, weiß niemand ganz genau. Erst recht nicht, wenn nach Dialekten unterschieden wird. Denn da gibt es das Behdini. Das sprechen im Irak sehr viele Kurden (und in Deutschland, nach Wikipedia, etwa 500.000). Und da gibt es noch das und Südkurdisch (in Grenzgebieten zum Iran), das Kurmandschi (Nordkurdisch) und Sorani (Zentralkurdisch). Hinzu komme noch das Zazaki (Ostanatolien), berichteten gestern vor der Sitzung des städtischen Integrationsratzes im großen Sitzungssaal des Rathauses Sehenaz Mohammad Ali und Mohamad Hannan. Die beiden Immigranten aus Syrien hatten sich dort mit Erden Ankay-Nachtwein, der Vorsitzenden des Integrationsrates, verabredet, um ihr eine Liste mit Unterschriften von kurdisch-syrischen Eltern zu übergeben. Sie wünschen sich für ihre schulpflichtigen Söhne und Töchter Schülerinnen und Schüler herkunftssprachlichen Unterricht in Kurdisch“ der Integrationsratsvorsitzenden der Stadt Remscheid am 10.10.2019 übergeben, mit der Bitte, dass der Integrationsrat sich für den Angebot “Herkunftssprachlichen Unterricht in Kurdisch (Kurmandschi). Der werde  wegen bisher zu geringer Nachfrage an Remscheider Schulen nicht erteilt, sagte Erden Ankay-Nachtwein. Zu Unrecht, meinen Sehenaz Mohammad Ali und Mohamad Hannan. Sie gehen von ca. 120 Familien in Remscheid aus, in denen Kurmandschi gesprochen wird. Und viele davon hätten drei bis vier Kinder, „zusammen wahrscheinlich 400“, so die Antragsteller. Die Eltern, die die Petition unterzeichnet haben, sind der Meinung, dass muttersprachlicher Unterricht den schulischen Erfolg ihrer Kinder deutlich verbessern könne. Die Vorsitzende des Migrationsrates will die Unterschriftenliste an die Verwaltung weiterreichen mit der Bitte, sie der Schulbehörde zuzuleiten. Denn über muttersprachlichen Unterricht entscheidet nicht die Stadt Remscheid, sondern die Bezirksregierung in Düsseldorf.

Eine ähnliche Aktion gab es an gleicher Stelleschon einmal, im Januar 2017. Damals übergaben marokkanische Väter Erden Ankay-Nachtwein eine Unterschriftenliste mit der dringenden Bitte, der Integrationsrat möge sich für den Ausbau des herkunftssprachlichen Unterricht in Arabisch einsetzen. Der wurde damals lediglich am Lenneper Röntgen-Gymnasium erteilt, nicht aber in Schulen in der Remscheider City. Das änderte sich dann 2018.

Mehr für bezahlbaren studentischen Wohnraum tun

Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf

Das Wohnen für Studenten wird zum Start des Wintersemesters 2019/ 20 schon wieder teurer. Plätze in Studentenwohnheimen werden auch immer knapper - auch weil den Studierendenwerken die finanziellen Mittel fehlen, um bestehende Wohnanlagen zu sanieren oder neue zu bauen. Die Grundfinanzierung wird im Landeshaushalt zum dritten Mal in Folge nicht erhöht. Die Landesregierung lässt die Studentenwerke hängen“, meint der Remscheider Landtagsabgeordnete Sven Wolf. „Ich selbst kann mich noch gut an meine Uni-Zeit in Köln erinnern. Damals waren die Preise schon so hoch, dass ich mir nur ein kleines Zimmer mit gemeinsamer Dusche und Küche auf dem Flur leisten konnte.“

Eine jetzt veröffentlichte Studie des Moses-Mendelsson-Instituts unterstreiche, dass das Wohnungsangebot mit den wachsenden Studierendenzahlen nicht Schritt hielte. Nur 6,5 Prozent der Studierenden erhielten demnach einen Wohnheimplatz. Lange Wartezeiten seien vorprogrammiert. „In keinem Bundesland sind mehr Studierende an einer Hochschule eingeschrieben als in Nordrhein-Westfalen – im Wintersemester des letzten Jahres waren es mehr als 770.000. Darauf können wir stolz sein. NRW blickt auf eine lange Geschichte als europaweit erfolgreicher und bei den Studierenden beliebter Studien- und Forschungsstandort zurück. Mich freut besonders, dass künftig auch Remscheid dabei sein wird mit dem neuen Standort für die Fachhochschule. Wenn wir möchten, dass mehr Menschen sich ein Studium leisten können, müssen wir aber auch für bezahlbaren Wohnraum sorgen.  

Wir haben das zum Thema der aktuellen Stunde gemacht. Die Debatte hat gezeigt: Die Landesregierung nimmt die soziale Realität in unserem Land nicht zur Kenntnis. Die studentische Wohnungsnot zur Semesterbeginn wird als naturgegebenes, wiederkehrendes Phänomen einfach so zur Kenntnis genommen. Konkrete Antworten darauf, was die gewählte Landesregierung für mehr bezahlbaren Wohnraum tun möchte, blieb sie schuldig. Sie hat keine Konzepte, wie eine Verdrängung der Studenten und Studentinnen aus den mittlerweile unbezahlbaren Innenstädten der beliebten Uni-Städte Einhalt geboten werden kann. Auch in Remscheid haben wir das Thema Wohnen für Studierende bereits diskutiert, etwa bei neuen Aufgaben für die Alleestraße. Günstig in Remscheid wohnen und per Bahn zu Uni. Das zeigt, wie angespannt der Wohnungsmarkt in Unistädten ist. Jetzt sind wir selbst Standort einer Hochschule und können derzeit noch bezahlbare Wohnungen anbieten.“

Bietet sich neues Kita-Flachdach für Photovoltaik an?

Zwei neue Kindertagesstätten für Remscheid“, titelte der Waterbölles am 27. August. In einer Pressekonferenz hatte die Stadtsparkasse Remscheid angekündigt, an der Oststraße und am Hackenberg in Lennep zwei neue Kindertagesstätten in Modulbauweise mit je 80 Betreuungsplätzen bauen zu wollen. „Wenn alles läuft wie geplant, sollen beide Einrichtungen zum Kindergartenjahr 2020/2021 eröffnet werden“, sagt damals Jörg Böing, Architekt und Leiter der Abteilung Orga/Betrieb bei der Stadtsparkasse Remscheid. Das konkretisierte er am Mittwoch in der Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Süd: „Wir sind guter Dinge, die Kita an der Oststraße zum 30. Juni eröffnen zu können!“ Das hat mit der Bauweise des zweistöckigen Neubaus zu tun: Er kann aus vorgefertigten Betonteilen binnen einer Woche zusammengesetzt werden.
Träger der Einrichtung wird (wie in Hackenberg) eine Elterninitiative sein, die pädagogische Fachberatung übernimmt der Verein „Die Verlässliche“ e.V., der im kommenden Jahr sein 235-jä#hriges Bestehen feiern kann. Dessen stellv. Geschäftsführer Matthias Spahn berichtete den BV-Mitgliedern, Der Eltern-Verein befinde sich „derzeit in Gründung“, sie werde „in ein bis zwei Wochen stehen“ und sich dann voraussichtlich unter das Dach des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes begeben.

Die neue Kita wird an der Oststraße gleich neben der Gemeinschaftsgrundschule Dörpfeld zweigeschossig gebaut. Dafür muss das dortige unbewohnte Haus des Hausmeisters abgerissen werden; auch werde man einige Quadratmeter des Schulhofes für den Neubau benötigen. Aber das sei kein Problem, betonte Schuldezernent Thomas Neuhaus. Denn es sei geplant, die jetzige „Asphaltwüste“ für 240.000 Euro durch neue Spielangebote attraktiv zu gestalten.

Die 80 Betreuungsplätze der Kita werden sich auf vier Gruppen verteilen. Davon sind 20 Plätze für U3 vorgesehen, pro Gruppe fünf. Matthias Spahn bezifferte den Bedarf an ausgebildeten Fachkräften am Mittwoch mit zwölf bis 14. Bezirksbürgermeister Stefan Grote: „Eine Kita neben einer Grundschule, das ist das Beste, was man sich vorstellen kann!“ Aber er sah auch das Problem der fehlenden Parkplätze an der Oststraße angesichts des bevorstehenden „Drive-In durch Eltern-Taxen“. Darüber müsse frühzeitig mit dem Vorstand der neuen Eltern-Initiative und allen Kita-Eltern gesprochen werden, um einen Verkehrskollaps zu vermeiden. Das sagte Spahn zu. Leider werde sich das Verhalten der Eltern nicht von heute auf morgen ändert lassen, befürchtete Thomas Neuhaus. Er jedenfalls werde die Eltern-Taxen bei jeder sich bietenden Gelegenheit problematisieren, auch wenn das bei den Eltern nicht immer gut ankomme.

Zahlreiche Fragen von BV-Mittgliedern (CDU und W.i.R.) betrafen anschließend das Binnenverhältnis der neuen Eltern-Initiative und des Vereins „Die Verlässliche“ e.V. Das war verwunderlich, wird dieses Prinzip der Zusammenarbeit doch schon seit Jahren in Remscheid gepflegt (etwa bei der Kraftstation und den ihr angegliederten Kitas an der Nord- und der Walkürenstraße). Das sollte langjährigen Kommunalpolitikern eigentlich nicht verborgen geblieben sein.

Spannender waren da schon die Fragen nach einer Begrünung des immerhin 375 Quadratmeter großen Flachdachs bzw. der dortigen Installation einer Photovoltaikanlage. Letztere hatte Stefan Grote ins Gespräch gebracht – und überraschte damit Jörg Böing und Thomas Christ, die Vertreter des Investors/Bauherrn Stadtsparkasse: „Wir müssen ja auch an die Wirtschaftlichkeit (sprich: Rendite) dieses Objektes denken!“ Aber man wolle noch einmal nachrechnen, räumten sie ein. Grote machte Mut: „Vielleicht könnte die Photovoltaikanlage sogar noch Strom für die Schule nebenan liefern!“

Stadt befürwortet Hundewiese am Hohenhagen

Im Rahmen des Projektes MOSAIK (Modellhafte Strategien zur integrierten und kultursensiblen Bestandsentwicklung) fand am 11. Mai im Stadtteilzentrum „Die Esche“ auf dem Hohenhagen eine Zukunftswerkstatt statt. Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers hatten dabei die Gelegenheit, Ideen und Vorstellungen für künftige Entwicklungen des Stadtteils einzubringen. In der Sitzung der Sitzung der Bezirksvertretung Süd befürwortete die Verwaltung am vergangenen Mittwoch die Einrichtung einer Hundewiese am Hohenhagen: danach hatte die CDU-Fraktion gefragt. „Dadurch würde sich die in Remscheid bisher verfügbare Anzahl an Hundeauslaufflächen von zwei (Kuckuck und Stadtpark Remscheid) auf drei erhöhen. Das würde den Anmarschweg der Hundehalter die verkürzen.“ Allerdings sei zu beachten, „dass

  • die Lage des Grundstücks nicht mit den Belangen aus Naturschutz bzw. Landschaftsschutz kollidieren sollte,
  • das Grundstück nicht zu dicht an vorhandener Wohnbebauung liegt, da sonst erfahrungsgemäß Beschwerden von Anwohnern über Lärm zu erwarten sind, und
  • beschilderte Parkplätze ausgewiesen werden können, um Klagen über Falschparker zu vermeiden.
  • das gewählte Grundstück über Einzäunung, Entsorgungsbehälter für Müll, Kotbeutelspender, Sitzgelegenheiten (Bänke mit/ohne Wetterschutz, Baumstämme etc.) und (optional) Wasserstellen für Hunde verfügt.“

Fazit: „Nach Abwägung der Vor- und Nachteile ist die Einrichtung einer Hundewiese am Hohenhagen aus Sicht des Fachdienstes Bürger, Sicherheit und Ordnung zu befürworten.“

Neuer Fortbildungskatalog für Kitas und Schulen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Psychologische Beratungsstelle der Stadt wendet sich mit einer Neuauflage ihres Fortbildungskatalogs an die Remscheider Kindertageseinrichtungen und Schulen. Für die Schuljahre 2019/2020 und 2020/2021 hat sie ihr Fortbildungsangebot für die Fachkräfte nochmals erweitert – und reagiert damit auf das große Interesse an der ersten Ausgabe des Fortbildungskatalogs in den letzten beiden Jahren.  Die wesentlichen Veränderungen sind eine Ausweitung der Angebote in den Bereichen der professionellen Weiterentwicklung für Fachkräfte an Kitas und Schulen sowie im Bereich der Schulentwicklung. Darüber hinaus hat die städtische Beratungsstelle, die Erziehungs- und Familienberatung sowie die Schulpsychologie, unter einem Dach vereint, einige Themenfelder erweitert. Neu sind beispielsweise Tools für Fachkräfte für ein gelingendes Miteinander im Schul- beziehungsweise Kitaalltag oder Werkzeuge für einen angemessenen Umgang mit besonders herausfordernden Themen wie Trauer, Schulabsentismus oder psychischen Erkrankungen.  Die Fortbildungsangebote sind kostenfrei und können von Schulen und Kindertageseinrichtungen nach Bedarf angefragt werden. Die digitale Version der Broschüre ist im städtischen Internetportal unter https://remscheid.de/leben/medienpool/dokumente020/2019_A5_Broschuere_Psych_Beratungsstelle.pdf abrufbar.

In einem Vorwort zum neuen Fortbildungskatalog schreibt Oberbürgermeister Burkhard mast-Weisz: „“Eine zukunftsgerichtete Kommune wie Remscheid braucht starke Kinder und Jugendliche, die dabei unterstützt und gefördert werden, Kompetenzen zu erwerben und weiterzuentwickeln. Von diesen jungen Menschen hängt es ganz maßgeblich ab, ob wir in Remscheid auch in Zukunft den Herausforderungen des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandels mit Ideenreichtum, Engagement und Innovationen begegnen werden. Es sind die Eltern und die pädagogischen Fachkräfte in unserer Stadt, welche die Kinder und Jugendlichen stark machen und ihre Entwicklung begleiten und fördern. So können wir stolz darauf sein, dass an Remscheider Kitas und Schulen so viele Erzieher*innen und Lehrer*innen arbeiten, die sich täglich mit voller Energie den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen widmen, ihre individuellen Stärken fördern und sie fit für ihr späteres Leben machen.“ Dass die Angebote der Psychologische Beratungsstelle der Stadt von den Fachkräften äußerst positiv aufgenommen würden, zeige sich auch in der großen Resonanz auf die erste Ausgabe des Fortbildungskatalogs in den letzten beiden Jahren.

Und Dr. Jana Schrage, die Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle, schreibt: „Eine wichtige Säule unserer Arbeit ist die Beratung, Supervision und Fortbildung für alle Fachkräfte der Kitas und Schulen in Remscheid. (...) Wir freuen uns darauf, auch weiterhin in so guter Kooperation mit Ihnen für die Kinder und Jugendlichen in Remscheid zu arbeiten.“

Ring-/Rader Straße: Arbeiten im Plan, Kosten im Rahmen

In der Baustelle an der Ring-/Rader Straße wird am kommenden Sonntag, 13. Oktober, die Verkehrsführung umgestellt, allerdings nur im unmittelbaren Kreuzungsbereich; die bisherigen Fahrbeziehungen bleiben erhalten. Um die bislang im Baufeld verlegten Gas- und Wasserleitungen in Richtung Radevormwald verlängern und an das Baufeld des nächsten großen Bauabschnitt heranführen zu können, wird nach Angaben der Stadt Remscheid für rund sechs Wochen eine „Baustelleninsel“ in der Ringstraße eingerichtet. Diese trennt dann die aus Richtung Trecknase kommende Fahrbahn. Die Geradeausspur wird auf die bereits soweit hergestellte neue Fahrbahn verschwenkt, während die Rechtsabbiegespur in Richtung Radevormwald unverändert bleibt. Während der Umstellung der Baustellenampelanlage wird es am Sonntag nicht möglich sein, vorher bereits alle Gelbmarkierungen aufgeklebt zu haben. Alle am Verkehr Teilnehmenden werden gebeten, besonders vorsichtig und umsichtig zu sein.

Die Fußgänger können die bereits hergestellten Gehwege benutzen und haben wieder eine direkte Verbindung zwischen Wupperstraße, Mühlenstraße und Ringstraße. Die Fußgängerquerungen der Ringstraße sind weiterhin auf Höhe Röntgenstraße und Tankstelle möglich. Die Technischen Betriebe sind zusammen mit der ausführenden Baufirma bemüht, die Umstellung der Baustelle möglichst zügig vorzunehmen, um die Beeinträchtigungen für den Verkehr zu minimieren.

Bezirksbürgermeister Markus Kötter hatte die Verwaltung darum gebeten, der Bezirksvertretung einen Einblick zu gewähren in die Abläufe der Baustelle im Verkehrsknotenpunkt Ringstraße / Rader Straße. Die Mitglieder der Bezirksvertretung sollten sich vor Ort einen persönlichen Eindruck davon machen können, welche baulichen Maßnahmen zum Um- und Ausbau des Verkehrsknotenpunktes inzwischen ausgeführt worden sind und wie sich damit der Kreuzungsbereich bereits verändert hat. Dieses Treffen fand am vergangenen Mittwoch statt (Foto). An der Baustellenbesichtigung nahmen von Seiten der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) Gerald Hein und Projektleiter Gunter Breidbach teil. Ihre Botschaft:  Die Arbeiten auf der Kreuzung verlaufen planmäßig, und die Kosten liegen im festgelegten Rahmen.

Poitik sieht Bemühung um Radverkehr als Daueraufgabe

Einstimmig angenommen wurden am Dienstag von der Bezirksvertretung Alt-Remscheid drei Anträge zum neuen Radverkehrskonzept der Stadt. Und mit Zustimmung der übrigen Bezitksvertretungen ist zu rechnen.

  • Von den Fraktionen und Gruppen von SPD, GRÜNEN, DIE LINKE und FDP kam der Antrag, die Detailplanung dahingehend zu ändern, dass die früher vorhandenen Radfahr- und Schutzstreifen nicht nur am Bahnhof Lennep, sondern im gesamten Stadtgebiet reaktiviert werden. Neu: An allen zentralen Bus- und Bahnhaltepunkten sollen sinnvolle Abstellflächen, wenn nötig überdacht, geschaffen werden, aber auch an anderen Stellen im Stadtgebiet. Dazu gehören die Bahnhöfe Hauptbahnhof, Güldenwerth, Lennep und Lüttringhausen wie auch die zentralen Bushaltestellen, z.B. Friedrich-Ebert-Platz und Zentralpunkt.
  • Die Ratsgruppe der W.i.R. hatte beauftragt, die Stadtverwaltung möge in das Konzept er Streckenführung der Alltagsverkehre die Verbindungen vom Bahnhofskreisel nach Westhausen und nach Hasten über die Trasse des Werkzeugs einbeziehen. Die Wegeführung über die Trasse des Werkzeugs sei unbestritten die schnellere und sichere als die Routenvorschläge über die topographisch schwierigen Stadtstraßen.
  • Die Fraktionen und Gruppen von SPD, GRÜNEN, DIE LINKE und FDP möchten sichergestellt wissen, dass „das Radverkehrskonzept als Radverkehrsmasterplan für das Gesamtstadtgebiet von Remscheid dient und Grundlage für alle Rad -Verkehrsmaßnahmen ist. Auch solle es regelmäßig fortgeschrieben werden. Dazu wird von der Verwaltung ein jährlicher Maßnahmen- und Umsetzungsplan erwartet. Zitat aus der Begründung: „Nicht nur sportlich ambitionierte Remscheiderinnen und Remscheider benutzen immer öfter das Fahrrad. Die rasante Entwicklung von Pedelecs, E-Bikes und E-Scootern haben dem Radverkehr im Bergischen Land neue Perspektiven eröffnet. Dies zeigt sich unter anderem im großen Erfolg der Trassen.“ Auch bei den städtischen Klimazielen müsse der Radverkehr muss bei allen Verkehrsmaßnahmen mitgedacht werden.

Lehrkräftemangel gemeinsam bekämpfen

Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf

"Erste Rückmeldungen zu fehlenden Lehrkräften und Stundenkürzungen haben mich zum jetzt laufenden Schuljahr bereits von Remscheider Eltern erreicht. Schulleitungen bemühen sich noch um Lehrkräfte und hoffen noch auf weitere Einstellungen zum laufenden Schuljahr", berichtet Sven Wolf. Mit einer Kleinen Anfrage habe er jetzt den Stand der Lehrerversorgung zum aktuellen Schuljahr in Remscheid und Radevormwald angefragt, so der Landtagsabgeordnete. "Die Situation für die nächsten Jahre sieht noch nicht besser aus. Besonders an den Grundschulen muss dringend etwas geschehen", mahnt Wolf. Die Kultusministerkonferenz sei bisher von 15.300 fehlenden Lehrkräften in NRW an den Grundschulen ausgegangen. Eine Bertelsmann-Studie zeige aber: bis zum Jahr 2025 fehlen dort rund 26.300 Lehrkräfte.

Ähnlich sei die Situation an den berufsbildenden Schulen: da werden laut Bertelsmann-Studie bis 2030 rund 60.000 neue Lehrkräfte gebraucht. Bis zum Jahr 2030 gehe demnach fast die Hälfte der rund 125.000 Berufsschullehrkräfte in den Ruhestand. Nur an den Gymnasien werde ein Lehrkräfteüberhang von 16.000 Gymnasiallehrkräften in den nächsten zehn Jahren prognostiziert. "Viele junge Menschen strömen an die Schulform, die die beste Besoldung bietet. Mit einer einheitlichen Besoldung könnte das sich bessern, aber hierzu ist die Landesregierung nicht gewillt."

Alle bisher initiierten Maßnahmen des Ministeriums zur Lehrergewinnung hatten nicht den gewünschten Erfolg gebracht, fasst Wolf zusammen. "Wir schlagen vor, diese Herkulesaufgabe gemeinsam anzugehen und einen Runden Tisch einzuberufen, an dem gemeinsam mit allen Akteuren aus dem Schul-und Bildungswesen wie den Fraktionen, Lehrergewerkschaften, Bildungswissenschaftlern, Landesschülerschaft und Landeselternschaft Lösungsmöglichkeiten ein möglicher Maßnahmenkatalog erarbeitet wird."