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Fisch als Zeichen der Kritik an Obrigkeit verblasste

Die hölzerne Forelle – anfangs war es ein stinkender Hering –  als Zeichen der Kritik an der preußischen Obrigkeit im Bergischen verblasste beim traditionellen „Forellenzug“, mit dem der Lenneper Schützenverein 1805 e.V. am Samstagmorgen sein 214. Lenneper Schützenfest eröffnete. Vom Alter Markt zogen die Schützen, wie immer angeführt von einer Kapelle, über die Kölner Straße, um an der Wetterauer Straße erste Station zu machen zwecks flüssiger und fester „Wegzehrung“. Dr. Ralf Flügge, der erste Vorsitzende des Schützenvereins, der als einziger noch die Tradition des Forellenzuges pflegt, nutzte diesen Halt, um unter den Teilnehmern den Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu begrüßen. Keine Rede von Kritik! Stattdessen dickes Lob für den OB ob seiner Offenheit und Verlässlichkeit! Wer auch immer von der CDU im nächsten Jahr bei der Kommunalwahl gegen Mast-Weisz als Gegenkandidat für das Amt der Stadtoberhaupt antreten wird - Jens Peter Nettekoven (Lüttringhausen) oder Markus Kötter (Lennep) – dürfte diese Dankesrede wohl noch lange im Ohr tönen.

Offener Diskussionsprozess zwecks Ideen zur Trasse

Bereits am 13. Februar 2018 hatte die Bezirksvertretung (BV) Alt Remscheid von der Verwaltung ein Konzept eingefordert, das den Eingangsbereich der Trasse des Werkzeugs in Hasten, verbessern solle. Am 28. März 2018 hatte die Verwaltung zugesagt, dies in ihr Arbeitsprogramm für 2019/2020 aufzunehmen. Am 15. Mai fragte die SPD-Fraktion nach: „Welche Möglichkeiten sieht die Verwaltung, die Trasse des Werkzeugs neuzugestalten bzw. deren Erscheinungsbild zu verbessern? Können Mittel aus dem Förderprogramm Heimatwerkstatt einfließen? Können im Rahmen eines Bürgerforums „Trasse des Werkzeugs“, Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine eingebunden werden und gemeinsam ein Konzept erarbeiten?“

Die Antworten der Verwaltung liegen nunmehr zur BV-Sitzung am 28. August vor:

„Vorschläge zur Neugestaltung und Verbesserung des Erscheinungsbildes der Trasse des Werkzeugs sollten in einem offenen Diskussionsprozess entwickelt werden. Die Verwaltung sieht Möglichkeiten und Erfordernisse, die Endpunkte der Trasse und deren Beschilderung neu zu gestalten. Dabei sind die derzeitigen Eigentumsverhältnisse und das Profil der Trasse punktuell restriktive Randbedingungen. Ferner ist zu beachten, dass im Haushalt 2019/2020 keine Mittel für größere Maßnahmen an der Trasse des Werkzeugs eingeplant sind. Grundsätzlich, d.h. vorbehaltlich der Anerkennung der Förderfähigkeit der Neugestaltungsmaßnahmen durch den Fördergeber, können aus Sicht der Verwaltung Mittel aus dem Förderprogramm Heimat-Werkstatt einfließen. („Gefördert werden können Projekte und Maßnahmen, die Menschen miteinander in Diskussions- und Arbeitsprozesse bringen, die die Frage behandeln, was die lokale Identität eines Viertels, eines Dorfes, einer Gemeinde oder einer Region, die auch über die Grenzen des Landes hinausgehen kann, ausmacht. Die Heimat-Werkstatt-Projekte sollen sich auch an solche Menschen richten, die erst noch über ein Engagement in ihrem sozialen Umfeld aktiviert und gewonnen werden müssen. Förderungswürdig sind auch offene Kreativwerkstätten einschließlich der vorbereitenden Diskussionsprozesse.“ [Fördergrundsätze „Heimat-Werkstatt“ des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, 25.7.2018])

Im Rahmen der Vorgaben der Förderrichtlinie für die Heimat-Werkstatt können Bürgerinnen und Bürger, Vereine entlang der Trasse in eine gemeinsame Konzepterarbeitung eingebunden werden. [„Am Anfang einer Heimat-Werkstatt steht immer ein offener Diskussions- und Arbeitsprozess, der die Einwohnerinnen und Einwohner und örtlich bedeutsame Organisationen in breiter Form an der Frage teilhaben lässt, was sie prägt und was sie ausmacht.“ (Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung: Heimat.Zukunft.Nordrhein-Westfalen, Häufige Fragen und Antworten)]“

Eltern-Kind-Haltestellen für die GGS Reinshagen

Die Verwaltung hat den Mitgliedern der Bezirksvertretung Alt-Remscheid per Beschlussvorlage zur Sitzung am 27. August vorgeschlagen, an der Reinshagener Straße auf dem Seitenstreifen vor Haus Nr. 55 sowie auf dem Seitenstreifen gegenüber Haus Nr. 53 im Rahmen der präventiven Schulwegsicherung für die Gemeinschaftsgrundschule Reinshagen Eltern-Kind-Haltestellen einzurichten. Dies soll auf den Zeitraum von 7 bis 8 Uhr beschränkt sein.

„Im Rahmen der präventiven Schulwegsicherung  für die GGS Reinshagen wurde der Bereich des Schimmelbuschwegs sowie der Reinshagener Straße bei einem Ortstermin Ende März  unter Beteiligung der Straßenverkehrsbehörde, der Polizei sowie des Straßenbaulastträgers in Augenschein genommen. Ziel dieses Ortstermins war es zum einen, die Verkehrsbelastung im direkten Bereich der Schule zu minimieren und zum anderen, eine sichere Möglichkeit zum kurzzeitigen Anhalten für Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, zu schaffen“, heißt es in der Begründung. Bei zustimmendem Beschluss der Bezirksvertretung  werde die Straßenverkehrsbehörde – nach abschließender Rücksprache mit den Beteiligten Stellen (Schule, Bezirksdienst der Polizei etc.) – die Anordnung der so genannten Eltern-Kind-Haltestellen vornehmen.

36,9 Prozent der Schüler/innen mit Zuwanderungsgeschichte

900.000 und damit mehr als ein Drittel (36,9 Prozent) der Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen (ohne Freie Waldorfschulen und Weiterbildungskollegs) in Nordrhein-Westfalen hatten im Schuljahr 2018/19 eine Zuwanderungsgeschichte. Das waren 1,6Prozentpunkte mehr als im Schuljahr 2017/18 (35,3 Prozent). Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, verzeichneten die Städte Duisburg (53,2 Prozent) und Gelsenkirchen (53,1 Prozent) landesweit die höchsten Anteile. In den Kreisen Borken (19,7 Prozent) und Coesfeld (16,0 Prozent) waren die Quoten am niedrigsten.

Je nach Schulform unterschieden sich die Anteile der Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte an der jeweiligen Gesamtschülerzahl: An Hauptschulen war die Quote mit 56,8 Prozent am höchsten, gefolgt von Real- (47,3 Prozent) und Grundschulen (43,6 Prozent). Als Personen mit Zuwanderungsgeschichte gelten in der Schulstatistik Schüler, die im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert sind und/oder Schüler, von denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert ist und/oder deren Verkehrssprache in der Familie nicht Deutsch ist.

Neuregelung des Landes führt zu Mehrbelastung

Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf

Seit dem 1. Juli  ist das Landesamt für Finanzen in NRW durch ein Gesetz von CDU und FDP zentral dafür zuständig, staatliche Unterhaltsvorschüsse bei säumigen Elternteilen wieder einzutreiben. Die Grundidee dabei: Größere Kapazitäten sollen zu einer schnelleren Bearbeitung der Anträge führen und die Zahlungsforderungen gegen säumige Eltern effektiver verfolgt werden. Das sollte vor allem die Städte und Gemeinden entlasten, die durch die Ausweitung des Anspruchs auf Unterhaltsvorschuss nicht mehr nur für Kinder bis zum 12., sondern nunmehr bis zum 18. Lebensjahr in Vorleistung gehen.

Entgegen vollmundiger Behauptungen der Landesregierung hat die Neuregelung aber in fast allen Kommunen mit eigenem Jugendamt zu einer Mehrbelastung bei den kommunalen Ausgaben geführt. Das gilt auch für die Stadtverwaltung Remscheid: Lagen die kommunalen Ausgaben für den Unterhaltsvorschuss 2016 hier noch bei 822.036,16 Euro, so sind sie im Jahr 2018 auf 1.211.979,75 Euro gestiegen. Das geht aus der Antwort von Finanzminister Lutz Lienenkämper auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag NRW hervor. Hintergrund dabei ist die Einführung einer sogenannten „Altfallregelung“, durch die die Kommunen auf allen Fällen sitzen geblieben sind, die vor dem 1. Juli 2019 registriert worden waren. Noch im April hatte Lienenkämper in einer ersten Antwort behauptet, dass sich durch die Abwicklung bestehender Altfälle „bei den Kommunen weder Mehraufwand noch […] Mehrkosten“ ergeben hätten.

Dazu Sven Wolf: „Wie aus der jetzt nachgereichten Aufstellung hervorgeht, sind bei den Kommunen Mehrkosten in Höhe von insgesamt 32 Millionen Euro entstanden. Für Remscheid sind die Kosten um rund 390.000 Euro gestiegen. Der Finanzminister hatte den Landtag ursprünglich also falsch informiert. Jetzt muss die Landesregierung zähneknirschend zugeben, dass die von ihr versprochene Entlastung in den meisten Fällen zu einer Mehrbelastung geworden ist. Die Fallzahlen und damit auch die Altfälle steigen durch die Leistungsausweisung deutlich an. Damit hat sich die Landesregierung selbst entlarvt.“

Bei zweitem Geldsegen könnte die Stadt hoffen

Sollte es im kommenden Jahr eine zweite Auflage des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ geben, könnte das Remscheider Freibad im Eschbachtal darauf hoffen, vom Geldsegen aus Berlin doch noch etwas abzubekommen. In diesem Jahr war Deutschlands ältestes „Strandbad“ leider leer ausgegangen. Für eine Fortsetzung des Förderprogramms will sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt einsetzen. Das sagte dieser gestern Stadtdirektor Sven Wiertz und Stefan Grote, dem Vorsitzenden des Fördervereins Freibad Eschbachtal e.V., bei einem konstruktiven Ortstermin.

Im August 2018 hatte die Stadt aus dem Fördertopf des Bundes 4.038.000 € beantragt. Zunächst war von beantragten neun Millionen Euro die Rede gewesen. Ein Fachunternehmen hat den gesamten Sanierungsstau im Freibad auf rund zehn Millionen € geschätzt. Für den ersten Bauabschnitt (Stützwand / Technikgebäude / Technik komplett) waren dann aber „lediglich“ die 4,03 Millionen € beantragt worden. Doch trotz des historischen Hintergrundes als ältestes Binnenfreibad Deutschlands mit künstlicher Wasserzufuhr war der Antrag in der Haushaltssitzung des Deutschen Bundestages am 10. April 2019 nicht berücksichtigt worden. Der Grund, so Hardt gestern: Das Bundesprogramm war mit rund 1.300 Antragstellern neunfach überzeichnet. Stefan Grote hatte daraufhin enttäuscht einen Offenen Brief an den Bundestagsabgeordneten geschrieben: "Dies ist für uns wie ein Schlag ins Gesicht!" Eine Reaktion, für die Grote Hardt gestern um Verständnis bat. Schließlich müsse das Freibad dringend saniert werden, könne aber von der finanzschwachen Stadt die nötigen Gelder nicht erwarten. Das bestätigte bei dem Treffen Stadtkämmerer Sven Wiertz.

Innenstadt braucht Brunnen für ein besseres Klima

Zur Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid am 27. August und zur Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses am 5. September hat die SPD-Fraktion einen Antrag zur  Wiederinbetriebnahme der außer Betrieb befindlichen Brunnen gestellt, konkret: Die Verwaltung möge prüfen, ob eine Wiederinbetriebnahme dieser Brunnen erfolgen könne und welche Mittel hierfür einmalig und dann dauerhaft erforderlich seien.

Zur Begründung heißt es: „Die zunehmende Hitze aufgrund des Klimawandels bekommen insbesondere die Städte zu spüren. Für Menschen, die vor allem in der zugebauten Innenstadt wohnen, sind die Temperaturen jenseits der 35 Grad oftmals ein Graus. Vor allem in unserer dicht bebauten Innenstadt sammelt sich die Hitze und es entstehen sogenannte „HotSpots“ (Wärmeinseln). Auch in der Nacht sinken die Temperaturen durch die Bebauung und den Asphalt kaum ab. Bei großer Hitze sehen wir die Unterschiede zwischen Innenstadt und Außenstadt besonders stark. Da hilft nur eine Klimaanlage, und diese findet sich in Form von Wasserbrunnen im Stadtgebiet wieder. Brunnen verbessern das Klima in der Innenstadt und sind ein wichtiges Element im öffentlichen Raum. Gerade an heißen Tagen können sie wohltuend sein und verbessern das Kleinklima. Doch nicht nur die Luft kühlt ab, auch Mensch und Tier können sich selbst im Brunnen abkühlen. Je größer die Wasserfläche, desto größer die Verdunstungsrate. So lässt sich zunehmend lokal eine höhere Abkühlung erreichen. Stadtplaner müssen sich neu orientieren, um sich zu wappnen. Das heißt: Mehr Grün, mehr Wasserstellen, weniger Beton!“

Der OB schrieb einen Geburtstagsbrief an unsere Stadt

Die Großstadt Remscheid feierte am Samstag ihren 90. Geburtstag. Und das Programm – aus Bordmitteln und ohne großen finanziellen Aufwand gestaltet, wie angesichts der Finanzlage der Stadt auch nicht anders denkbar – war für Jung und Alt gleichermaßen unterhaltsam. Auf großes Interesse stießen vor allem die Jubiläumsausstellung im Rathaus, die Turmführungen und die Rathausführungen mit Museumsleiter a.D. Dr. Urs Diederichs. Der abwechslungsreiche Tag mit Kindermusical „Leo, der König von Remscheid“ Tanzvorführungen der Lenneper Turngemeinde, Stand Up Comedy mit Sascha Korf, der Jim Rockford Band, Präsentationen von Feuerwehr und TBR sowie vielen Spielmöglichkeiten und Zauberei für Kinder klang aus mit einer Party im Rathaus mit Musik der 1920-er Jahre. Das Grußwort von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zum Stadtjubiläum fiel diesmal anders aus als üblich – er hatte daraus einen „Geburtstagsbrief an unsere Stadt“ gemacht:

Liebes Remscheid,

herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. 90 Jahre bist du gerade geworden. Für uns sind 90 Jahre eine Ewigkeit, für eine Stadt befindest du dich in noch sehr jungen Jahren. Du bist als Großstadt jung, obwohl deine Stadtteile sehr viel älter sind. Es sind stolze Stadtteile, früher eigenständige Städte. Jeder Stadtteil hat seine eigene Geschichte.

Dies spürt man noch bis heute. Liebes Remscheid, deine Bürgerinnen und Bürger sind gerne erst einmal Lüttringhauser, Lenneper, Hastener, Kremenholler, Honsberger, Bliedinghauser usw. Und dann erst sind sie Remscheiderinnen und Remscheider. Daran hat sich in den vergangenen 90 Jahren nichts geändert. Die Identifikation mit dem eigenen Stadtteil oder gar Quartier ist etwas, was Remscheid so bemerkenswert macht.

Manchmal ist es anstrengend. Da schauen manche schon mal eifersüchtig auf das, was gerade im anderen Stadtteil geschieht. Dann ist man nicht die gemeinsame Großstadt, dann kämpft man darum, dass es dem eigenen Sprengel mindestens genauso gut geht wie den anderen, am liebsten noch ein bisschen besser.

Häufig, nein meistens aber  ist es liebenswert. Was würdest du, Remscheid, ohne die Menschen machen, die sich in ihren Stadtteilen engagieren. Dann gäbe es keinen Lenneper Sommer, keine Heimatspiele in Lüttringhausen, kein Fest auf Hasten oder Honsberg. Dann gäbe es nicht die tollen Vereine, die so sehr für die Attraktivität in ihrem Stadtteil sorgen. Wie wäre es um dich, Remscheid, bestellt, wenn es nicht die vielen Ehrenamtlichen gäbe, die sich für die Menschen und das Miteinander in den Stadtteilen einsetzen würden.

Ja, Remscheid, du kannst stolz auf dich und deine Stadtteile sein. Und du kannst stolz auf deine gemeinsame Geschichte sein. Egal, ob es nun damals vor 90 Jahren tatsächlich nur vier Stimmen Mehrheit für den Zusammenschluss gab, du hast eine bewegte und bewegende junge Geschichte. Du hast viel erlebt. Als Seestadt auf dem Berge wirst du bezeichnet. Nach wie vor tragen Werkzeug und andere Industriegüter deinen Namen in alle Welt. Du hast die schreckliche Zeit des Faschismus und des fürchterlichen zweiten Weltkriegs erlebt und erlitten. Du bist wieder aufgebaut worden. Manche Narben sieht man heute noch. Nein, auf den ersten Blick zeigst du nicht deine Schönheit. Man muss sich Zeit nehmen und in die Altstädte und die kleinen Hofschaften gehen. Da zeigst du dich von deiner attraktivsten Seite. Manchmal sollte man auch in die Luft gehen. Nicht aus Ärger, sondern um einmal von oben zu ermessen, wie schön unser Umfeld ist. Übrigens reicht dafür schon ein Blick vom Rathausturm.

Deine Bürgerinnen und Bürger sind keine Westfalen und keine Rheinländer. Was sind sie denn dann? Es scheint so, als ob sie von der Mentalität beider Nachbarn etwas in sich vereinen. Sie sind besonnen und herzlich, ohne überschäumend zu sein. Das ähnelt ein wenig dem Westfälischen. Sie können feiern und haben viel Humor. Anleihen ans Rheinische. Seit vielen Jahren sind viele Menschen aus anderen Ländern bei uns heimisch geworden und bringen ganz neue Lebensarten dazu. Das alles zusammen ergibt einen ganz besonderen Menschenschlag:  Sie sind eben Bergische. Manchmal sind sie mir zu pessimistisch und zweiflerisch. Das müssten sie eigentlich nicht sein. Natürlich gibt es Sorgen und Probleme. Die bezeichne ich lieber als Herausforderungen. Das klingt gleich viel optimistischer.

Liebes Remscheid, ja, was ich dir zu deinem Geburtstag vor allem wünsche, ist sehr viel Optimismus. Wenn wir uns alle auf die Stärken dieser Stadt mit ihren so unterschiedlichen Stadtteilen und ihren liebenswerten Menschen hier besinnen, wenn wir alle das Glas immer als halbvoll betrachten, wenn wir uns alle in der Verantwortung sehen, nicht nur danach zu fragen, was du Remscheid für die Menschen tust, sondern, was wir alle für unsere Stadt tun können, dann bin ich für deine Zukunft nicht bange. Deswegen lasst uns alle heute den 90. Geburtstag gemeinsam feiern, nicht als Dinner for one, sondern als schönes gemeinsames Fest für unsere Heimatstadt Remscheid. Ganz herzlichen Dank an alle haupt- und ehrenamtlichen Menschen, die uns dieses Fest durch ihren unermüdlichen Einsatz ermöglichen. Remscheid, Glück auf.

Aktuelle IW-Studie nennt bergische Problemstädte nicht

Wer im Suchfeld des Waterbölles (rechts oben auf der Startseite) den Begriff „Aktionsbündnis“ eingibt, bekommt aktuell 106 Einträge angezeigt. Nicht alle beziehen sich auf das gleiche Bündnis, wohl aber die meisten: Auf das Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden“, das die dramatische Finanznot vieler Gemeinden anprangert. Der erste Bericht darüber im Waterbölles („Kommunen unverschuldet vor dem finanzpolitischen Ruin“) datiert auf den 18. Dezember 2009. Damals zogen die Stadtspitzen und Kämmerer aus 19 Städten des Ruhrgebietes und des Bergischen Landes (darunter für Remscheid Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz und Stadtkämmerin Bärbel Schütte) mit Transparenten (Foto) zum Düsseldorfer Landtag und redeten mit Landtagspräsidentin Regina van Dinther und NRW-Finanzminister Dr. Helmut Linssen Klartext: „Wir wollen, dass die Probleme endlich von der Politik richtig aufgenommen werden. Wir wollen die Kehrtwende, um aus der Schuldenfalle herauszukommen!“

Das ist bis heute nicht gelungen. Trotz vieler ähnlicher Protestaktionen (auch in Berlin) und Mahnschreiben an Landes- und Bundespolitiker. Über den jüngsten Brief der betroffenen Kommunen an die Politik berichtete der Waterbölles am 8. Juli: „Finanzschwache Kommunen brauchen Neustart“. Und einen Tag später kam Oberbürgermeister Burkhard mast-Weisz im Waterbölles in einem Video zu Wort: „Keine Lösung für Altschulden von 70 Kommunen“. Man sollte also meinen, das Finanzproblem hätte sich in den vergangenen zehn Jahren herumgesprochen und sei auch für Experten eine unstrittige Tatsache. Auch für die des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Doch was ich gestern über die jüngste IW-Studie über „Problemregionen“ in Deutschland in Erfahrung bringen konnte, bestätigte meine Vermutung: Das Bergische Land wird in der Studie überhaupt nicht genannt.

In einem Artikel über die neue IW-Studie auf der Titelseite der gestrigen Ausgabe der Westdeutschen Zeitung (WZ) bzw.… des Remscheider General-Anzeigers („Jede fünfte Region könnte den Anschluss verlieren“) steht der Satz: „Städte im Verbreitungsgebiet dieser Zeitung gehören nicht zu den Krisenregionen“. Richtig wäre gewesen „zu den in der Studie genannten Krisenregionen“. Denn natürlich haben auch die Kolleginnen und Kollegen des RGA in den vergangenen zehn Jahren mehrfach über das Aktionsbündnis „Raus aus den Schulden“ berichtet.

Bleibt die Frage, warum die Verfasser der Studie Remscheid, Solingen und Wuppertal nicht gesondert erwähnt haben. Ich werde sie dem Institut in Köln in  der nächsten Woche stellen.(„Kommunen unverschuldet vor dem finanzpolitischen Ruin“)

 

90 Jahre Großstadt Remscheid wird gebührend gefeiert

Am morgigen Samstag sollen 90 Jahre Großstadt Remscheid gebührend gefeiert werden. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz möchte die Stadt das Zusammengehörigkeitsgefühl von 2014 wieder aufleben lassen und lädt alle Remscheider Bürgerinnen und Bürger zu diesem Ereignis herzlich ein! Von 12 bis 22 Uhr erwartet sie ein buntes und vielfältiges Bühnenprogramm für die ganze Familie sowie viele weitere Attraktionen auf dem Theodor-Heuss-Platz und im Remscheider Rathaus. Auch für das kulinarische Wohl der Besucherinnen und Besucher ist mit einem abwechslungsreichen Produktangebot von herzhaft bis süß gesorgt.

Ab 21 Uhr lädt das Rathaus zu einer Reise in die Vergangenheit ein! Feiern Sie zur Musik der 1920-er Jahre und lassen den Abend bei lebhafter Stimmung sowie der ein oder anderen Getränkespezialität ausklingen! Das Programm nach Orten chronologisch:


RATHAUS REMSCHEID

11:30 bis 24 Uhr: Jubiläumsausstellung 90 Jahre Großstadt Remscheid
13 bis 18 Uhr: Turmführungen
14 bis 14.45 Uhr:& 17 bis 17.45 Uhr: Rathausführung mit Dr. Urs Diederichs
21 bis 24 Uhr: 20er-Jahre Party mit DJ Chris (Rathausfoyer)

BÜHNE THEODOR-HEUSS-PLATZ
12 bis 12.15 Uhr: Kindertanzgruppe der LTG
12:30 - 13.15 Uhr: Kindermusical „Leo, der König von Remscheid“
13:30 - 13.45 Uhr: Grußwort Herr Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (Foto)
13.45 Uhr:- 14 Uhr: Kindertanzgruppe der LTG
14 bis 14.45 Uhr: Stand Up Comedy mit Sascha Korf
15 bis 15.45 Uhr: Konzert „Kinder- und Filmmusik“
17 bis 19 Uhr: The Jim Rockford Band
20 bis 22 Uhr: YouWho

THEODOR-HEUSS-PLATZ
12 bis 20 Uhr: Feuerwehrwagen der Feuerwehr RS und Müllfahrzeuge der TBR, verschiedene Spielgeräte für die ganze Familie, Fotoaktion „Sie in 1929“
13.15 Uhr:- 13:30 & 15.45 Uhr:- 16 Uhr: Zauberei für die Kleinen
16 bis 16.30 Uhr:  #5630

BÜHNE THEODOR-HEUSS-PLATZ
12 bis 12.15 Uhr:&13.45 Uhr bis 14 Uhr: Kindertanzgruppe der LTG Auf die Bühne, fertig, los! Die Kindertanzgruppe der LTG tanzen wie die Stars auf der großen Bühne. Der Verein bietet von Tanz, Yoga, Zumba über Cycling, Nordic-Walking, Capoeira und Babyschwimmen Kurse für jeden Geschmack. Leidenschaft, Ehrgeiz, Freude, Offenheit, Gemeinschaft. All dies sind Attribute des Sports bei der Lenneper Turngemeinde 1860 e.V. www.ltg-sport.de
12:30 - 13.15 Uhr: Kindermusical „Leo, der König von Remscheid“ Es war einmal in Remscheid zur Zeit eines großen Jubiläums. Alle freuten sich auf das Fest, planten, fieberten, organisierten… Alle? Nein nicht alle. Im Zirkus langweilte sich Leo, der Löwe. Er wollte lieber nach New York, um dort ein gefeierter Star zu werden. Aber die garstige Zoodirektorin, Hera Röntgen, hätte so etwas natürlich niemals erlaubt... Lassen sie sich entführen und erleben sie eine spannende Geschichte um Leo, unseren König von Remscheid!
14 bis 14.45 Uhr: Stand Up Comedy mit Sascha Korf Das passiert. Das entsteht. Das verzückt. Aus der Hüfte, fertig, los! Nach dem Motto „alles ist möglich“ zaubert Sascha Korf aus jedem Auftritt ein neues Ereignis. Seine unglaubliche Schnelligkeit, Energie und Sympathie sind der Motor der Show, gepaart mit grandioser Situationskomik, pointierten Alltagsbetrachtungen und wilden Improvisationen. www.sascha-korf.de
15 bis 15.45 Uhr: Konzert „Kinder- und Filmmusik“ Manche Filme kann man sich ohne Musik gar nicht vorstellen. Balu der Bär ohne sein Lied über Gemütlichkeit? Oder Timon und Pumbaa ohne Hakuna Matata? Die Sängerinnen Verena Itze und Meike Pöther euch mit auf eine Reise durch die Geschichte der Filmmusik und Kinderlieder zum Mitsingen.
17 bis 19 Uhr: The Jim Rockford Band Die Jim Rockford Band erweckt Emotionen – in jedem Song. Das facettenreiche Repertoire der Jim Rockford Band reicht von Modern, Standard, Dinner, Lounge, Jazz und Easylistening bis hin zu Pop, Soul, Gala, aktueller Chart und Party-Musik. Wenn sich eine eingespielte Profi Band auf wechselnde Solisten (Gesang, Saxophon) einlässt, entstehen einzigartige Interpretationen bekannter Songs, die das Publikum verzaubern. www.jim-rockford-band.de
20 bis 22 Uhr: YouWho Sechs Musiker der regionalen Band spielen ausschließlich Live-Musik mit einer hochexplosiven Mischung aus Rockklassikern, Partykrachern aus vier Jahrzehnten und aktuellen hartst rmer. ou ho bieten ein musikalisches Feuer erk auf höchstem Niveau mit perfekter Licht- und Soundtechnik und ist damit zu Recht eine der beliebtesten Coverbands in NRW. www.youwho.de.

Passend zum 90jährigen Stadtfest gibt’s am Verkaufsstand des Stadtmarketings auf dem Theodor-Heuss-Platz ein neues Remscheid-Souvenir. Der 2D-Magnet-Löwe aus Holz mit Druck in den Maßen 10 x 5,5 Zentimeter passt auf jedes Magnetbrett und an jeden Kühlschrank. Er ist für 3,50 Euro (2,94 Euro zuzüglich 19% MwSt.) mit der Artikelnummer 10008 ab sofort auch online auf www.unser-remscheid.de zu bestellen. Ab heute, Freitag, ist er auch beim Stadtmarketing (Alleestraße 6-8, 1. Etage, 42853 Remscheid) und in der ErlebBar (Hindenburgstraße 8, 42853 Remscheid) erhältlich.

 

Die Zahl der Nebenjobber in Remscheid steigt

Pressemitteilung des DGB-Stadtverbands Remscheid

Immer mehr Menschen in Remscheid üben neben ihrer Hauptbeschäftigung einen Nebenjob aus. Nach Angaben  der Agentur für Arbeit stieg die Zahl der Minijobberinnen und -jobber im Nebenjob in Remscheid von Dezember  2013 von 3.737 auf 4.407 im Dezember 2018 (+683). Das ist ein Anstieg um 15,4 Prozent. Der Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes Remscheid, Peter Lange: „Das ist ein Alarmzeichen! Wir haben in Deutschland den größten Niedriglohnsektor Westeuropas, jeder  Fünfte muss zu weniger als zehn Euro die Stunde arbeiten. Es sind vor allem die Frauen, die aufgrund von  Teilzeitbeschäftigung und Niedriglöhnen nicht über die Runden kommen. Die Menschen wollen nicht von  Zweit- und Drittjobs leben, sondern von einer sicheren, sozialversicherten und tariflich entlohnten Arbeit.“  Derzeit gibt es 11.583 Minijobberinnen und -jobber in Remscheid. 61,4 Prozent sind Frauen. 38,6  Prozent Männer. Davon haben 5.404 einen Berufsabschluss und 538 einen akademischen  Abschluss. Insgesamt sind 51,3 Prozent Fachkräfte (5.942). An der Spitze der Minijobs standen in Remscheid im Dezember 2018 folgende Tätigkeiten:

  • Reinigung                                         3.007   Beschäftigte
  • Büro und Sekretariat                        1.194   Beschäftigte
  • Verkaufsberufe                                 1.038   Beschäftigte
  • Gastronomie                                        707   Beschäftigte
  • Verkehr und Logistik                           684   Beschäftigte

In der Sozialversicherung sind Minijobs eine Besonderheit, da für die Beiträge geringfügig Beschäftigter in  die Sozialversicherung andere Regeln gelten als für regulär Beschäftigte. Das betrifft die Kranken-, Pflege-,  Renten- und Arbeitslosenversicherung. Der DGB fordert eine grundlegende Minijobreform. ,,Die Kleinst-Arbeitsverhältnisse müssen gebündelt werden  Zu Teilzeit- und Vollzeitjobs im Schutz der Sozialversicherung. Der Boom der Neben- und Minijobs zeigt, dass  sich die Arbeitgeber hier ein Schlupfloch geschaffen haben, um aus den Sozialversicherungssystemen auszusteigen.  Das aber verstärkt den Trend zu Billiglohn und Altersarmut‘‘, so Peter Lange. Nach Berechnungen des DGB  erwirbt man nach 45 Jahren in einem Minijob bei gewerblichen Arbeitgebern und Versicherungsfreiheit nur  einen Rentenanspruch von rund 164 Euro. Peter Lange: ,,Wenn 51,3 Prozent aller Minijoberinnen und -jobber Fachkräfte sind, gibt ein riesiges Potenzial um den Fachkräftemangel in bestimmten Branchen in Remscheid aufzufangen. Das wäre ein Gewinn für alle Seiten.“ (Zahlenquelle: Statistik Agentur für Arbeit, Eigene Berechnungen)