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Corona hat Bildungschancen noch ungerechter verteilt

von Brigitte Neff-Wetzel, Sprecherin der Ratsfaktion der Linken

Am kommenden Montag, 20. September, ist Weltkindertag, ein Tag, an dem traditionell – wenn die Pandemie es zulässt-  Spielfeste und Kindervergnügen organisiert werden und – besonders gern und ausgiebig – Reden von Politikern aller Couleur gehalten werden. „Kinder sind unsere Zukunft“ oder „Wir tun alles für eine glückliche Kindheit“ so in der Regel der Tenor der Politikerstatements.

Nur sieht leider die Realität völlig anders aus: Ich will hier gar nicht sprechen vom Leid hungernder, geflüchteter, misshandelter Kinder in allen Kontinenten dieser Welt. Schauen wir auf Deutschland: In diesem reichen Land leben fast 20 Prozent aller Kinder in Armut oder sind von Armut bedroht. Die physischen und psychischen Folgen, die Auswirkungen auf Bildung, Beruf, Gesundheit und Lebenserwartung sind hinreichend bekannt und wissenschaftlich ausgiebig erforscht. Doch nichts hat sich getan! So konnten sich die Parlamentarier im Bundestag noch nicht einmal dazu durchringen die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern!

Und in Remscheid: Die Situation der Kinder hier vor Ort ist nicht besser, im Gegenteil: Gerade die Pandemie hat noch einmal sehr deutlich gemacht, wie ungleich Kinder hier aufwachsen und wie ungerecht etwa Bildungschancen verteilt sind. In Remscheid lebt mittlerweile jedes vierte Kind in Armut, Tendenz in den letzten Jahren: steigend! Doch auch hier zeigen sich einige Politiker äußerst zurückhaltend,  wenn es darum geht, die Lebenssituation von Kindern wenigstens ein  klein wenig zu verbessern.

Zwei Beispiele:
1. Bei der Diskussion der hiesigen Bundestagskandidaten antwortete ein Kandidat auf die Frage, was er konkret gegen Kinderarmut machen werde, wenn er in den Bundestag gewählt wird: Die Kinderarmut läge daran, dass Väter ihrer Verantwortung nicht gerecht würden und keinen Unterhalt zahlten. Das sollte man nicht zulassen.
2. CDU und Linke stellten im Remscheider Rat gemeinsam den Antrag, in den Herbstferien und Weihnachtsferien den Kindern und Jugendlichen freien Eintritt ins Hallenbad H2O zu gewähren, was auf Antrag und Eingabe dieser beiden Fraktionen schon  in den Sommerferien sehr erfolgreich umgesetzt wurde. Aber die anderen Fraktionen konnten sich erst einmal dazu nicht durchringen: zunächst sollen Fördermöglichkeiten geprüft werden. Es soll überprüft werden, ob nicht ein freier Träger ein Schwimmangebot im Rahmen der Landesförderung machen kann und ganz wichtiges Gegenargument: Es gehe hier ja um etwa 25 000 €. Die könnte man ja wohl nicht „einfach so ausgeben“. 25 000 € – also noch nicht einmal 1,50 € pro Remscheider Kind und Jugendlicher- sind dann doch zu viel – auch am Weltkindertag!

 

Hochwasser-Schadensmeldung über 8.315.500 Euro

Auf insgesamt 8.315.500 Euro beläuft sich die vorläufige Schadensmeldung der Stadt Remscheid an das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung mit den im Juli in Remscheid entstandenen Hochwasserschäden. Die Schadensmeldung wurde am 4. August 2021 dem Ministerium übermittelt und basiert auf folgender vorläufigen Kostenschätzung:

  • Denkmäler 1.034.000 Euro
  • Entsorgungseinrichtungen 112.000 Euro
  • Gewässer 4.157.500 Euro
  • Städt. Straßen, Wege, Plätze und Brücken 2.069.000 Euro
  • ÖPNV, SPNV, Verkehrseinrichtungen 3.000 Euro
  • Grünflächen 100.000 Euro
  • Sportstätten und -bäder 60.000 Euro
  • Forstwirtschaft 79.500 Euro,
  • sonstige öffentliche Einrichtungen, 70.000 Euro,
  • Beseitigung von Treibgut, Erdmassen etc. 130.500 Euro

Wie Stadtkämmerer Sven Wiertz am Donnerstag in der Ratssitzung mitteilte, befinden sich die beschädigten Denkmäler in den Ortsteilen Clemenshammer, Gerstau und Hammertal. Darunter sind 36 Bodendenkmäler, die Überreste von Kotten und Hammerwerken. Zum ebenfalls in Mitleidenschaft gezogenen Freibad Eschbachtal sagte Wiertz, für den Fall, dass dessen grundlegende Sanierung erst im Herbst 2022 beginnen könne, werde es im Frühjahr auf jeden Fall geöffnet werden.

Die Sanierung des Freibads sollte nicht ohne Einbeziehung wertvoller Ideen aus der Bürgerschaft erfolgen, meinte die CDU-Fraktion und stellte einen entsprechenden Antrag auf „Nutzerbeteiligung“. Einstimmig angenommen wurde vom Rat der Stadt gestern aber nur Punkt 2 des Antrags: „Die Verwaltung wird beauftragt, mittels der neuen Stabsstelle Fördermanagement entsprechende Förderprogramme zur Finanzierung der Maßnahmen zu eruieren und entsprechende Anträge zu stellen.“ Zuvor hatte Sportdezernent Thomas Neuhaus klar gemacht, dass im Rahmen der Sanierungsmaßnahme drei (!) Bürgerforen vorgesehen seien.

Freiflächenverbrauch aus reiner Phantasielosigkeit?

Zu Beginn der Ratssitzung am Donnerstag äußerte sich in der „Einwohnerfragestunde“ Stephan Jasper, früheres Ratsmitglied der Grünen, kritisch zum Freiflächenverbrauch in Remscheid:

Anders als der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen bin ich der Meinung, dass das schockierende Regenereignis Mitte Juli sehr wohl ein Anlass ist, Grundzüge der bisherigen Politik zu überdenken.

Wie wir bitter erfahren mussten, trägt auch die Versiegelung des Erd­bodens erheblich dazu bei, kleinere Fließgewässer in tosende Fluten zu verwandeln, wenn riesige Regenmassen auf die Täler niederprasseln. Die Entfesselung der Freiflächenüberbauung von jeglichem Hektar-Limit begünstigt offenbar die Entfesselung von Naturgewalten, und zwar so, dass die Grenzen des technischen Hochwasserschutzes aufscheinen. Die Besinnung auf die Tugend der Genügsamkeit scheint unumgänglich. Als Betätigungsfeld par excellence bietet sich die Flächennutzungsplanung an, ein Prozess, den der Gesetzgeber in die Hände der Kommunen gelegt hat.

Doch leider ist davon in Remscheid noch so gut wie nichts zu spüren, wie beispielsweise der "Blick nach Bergisch Born zeigt. Ganz in der Nähe dreier Bachquellen müssten freie Felder und ein Eichenwäldchen verschwinden, damit im Gleisdreieck Gewerbehallen entstehen können. ..Bebauungen verursachen neue Abflussverhältnisse" - ob Dachbegrünung und Rasengittersteine als wasserwirtschaftliche Kompensation ausreichen, darf bezweifelt werden. Nebenbei bemerkt sind bisher Gründächer nicht als Nistplätze der Feldlerche bekannt geworden und Rasengittersteine nicht als Retter der Nahrung spendenden Ackerkrume in Erscheinung getreten.

Vor diesem Hintergrund, sehr geehrter Herr Mast-Weisz, würde ich gerne von Ihnen erfahren: Was halten Sie von dem Vorschlag, sich mutig von der Verplanung weitläufiger Freiflächen für Bauzwecke zu verabschieden und statt­dessen unter dem Motto „Begrenzung fördert Kreativität" eine Ideen­börse einzurichten, wo auszuloten wäre, wie sich ein signifikantes Ab­bremsen der andauernden, einfallslosen und gefährlichen Offenlandversiegelung vereinbaren lässt mit dem wirtschaftlichen Gedeihen der Stadt. Könnte sich nicht ein „Gewerbearchitekturgipfel“ als brauchbarer Impuls erweisen, um endlich den Aufbruch in eine Ära einzuleiten, in der hochproblematische Eingriffe in den Naturhaushalt zwecks Sicherung des Kommunalhaushaltes der Vergangenheit angehören?

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz antwortete darauf in der Ratssitzung:

„Mir ist es sehr bewusst, dass es eines Spagats bedarf, die Themen 'Flächenentwicklung für Gewerbe und Wohnen' und 'Anpassung an den Klimawandel' unter einen Hut zu bringen. Um genau diesen Spagat zu bewältigen wird derzeit an der Nachhaltigkeitsstrategie für den Konzern Stadt Remscheid gearbeitet. Die Nachhaltigkeitsstrategie soll im Dezember 2021 in die politische Beratung eingebracht werden. Ich stehe voller Überzeugung hinter dem Ratsbeschluss vom 26.09.2019, der im Zusammenhang mit der Diskussion um den Klimanotstand und der Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie gefasst wurde: 'Die Belange des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung sind bei allen Entscheidungen der Stadt zu untersuchen, darzustellen und abzuwägen. Dabei erhalten die Belange von Klimaschutz und Klimafolgenanpassung die gleiche Gewichtung wie die Belange des Haushalts.'

Ich bekenne mich klar zur Nachhaltigkeitsstrategie und deren Umsetzung, muss dabei aber verdeutlichen, dass weitere Flächen für Gewerbe und Wohnen benötigt werden. Die heimische Wirtschaft sowie ansiedlungsinteressierte Unternehmen suchen in Remscheid händeringend nach verfügbaren und geeigneten Gewerbeflächen. Ein Teil der v. a. endogenen Nachfragen können, oft unter intensiver Mitarbeit der Stadtverwaltung, in verfügbaren gewerblichen Bestandsimmobilien untergebracht werden. Diese Möglichkeiten sind jedoch begrenzt und erfordern von den Unternehmen teils erhebliche Zugeständnisse und Flexibilität was die Umsetzung von Expansions- und Verlagerungsnotwendigkeiten angeht. Einige Unternehmen kehren dem Standort Remscheid aber auch den Rücken, weil es an einem geeigneten Gewerbeflächenangebot fehlt.

Die Standortverlagerungen der Fa. Dönges nach Wermelskirchen sowie der Messerfabrik Neuenkamp nach Hückeswagen sind Ihnen allen mahnende Beispiele. Beiden Unternehmen konnten am Standort Remscheid keine den Standortanforderungen entsprechende Flächenangebote unterbreitet werden. Möglichen Unternehmensabwanderungen können wir von Seiten der Stadtverwaltung nicht tatenlos gegenüberstehen, bei allen Aktivitäten des Brachflächenrecyclings sowie der Nachnutzung gewerblicher Bestandsimmobilien. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wir unter Beachtung aller Rahmenbedingungen auf die maßvolle Ausweisung und Entwicklung neuer Gewerbeflächen nicht verzichten können, wenn wir dem Wirtschaftsstandort Remscheid und somit auch der Stadtgesellschaft eine Perspektive bieten wollen.

Ähnlich verhält es sich bei der Ausweisung und Entwicklung neuer Wohnbauflächen, auch hier müssen wir Bürgerinnen und Bürgern, welche sich in Remscheid niederlassen oder ihren Wohnstandort verändern wollen, eine Perspektive bieten. Die demographische Bevölkerungsentwicklung tendiert zu einer Überalterung der Gesellschaft, das Nachrücken junger Familien mit Kindern ist essentiell für die Stadtgesellschaft und den Fortbestand öffentlicher Infrastrukturen. Dieser jungen Bevölkerungsgruppe müssen attraktive Wohnangebote gemacht werden. Auch bei Wohnbauflächen funktioniert bei passenden Angeboten das Recycling, siehe die Nachnutzung des ehemaligen Krankenhausareals in Lennep oder die künftige Besiedlung des ehemaligen Schulstandortes Am Schützenplatz in Lüttringhausen. Bei allen Aktivitäten des 'Nachnutzens' und 'Verdichtens' in bereits urbanen Strukturen können wir aber auch bei Wohnbauflächen perspektivisch nicht auf die Entwicklung neuer, attraktiver Bauareale verzichten.

Der wahrnehmbare Klimawandel und zuletzt das Starkregenereignis Mitte Juli zeigen uns, dass wir ökologische Notwendigkeiten und Ausgleiche bei Flächenentwicklungen noch intensiver und kreativer mitdenken müssen als das bislang schon der Fall ist. Bei der Inanspruchnahme von nicht-versiegelten Flächen sind in den notwendigen Planverfahren ökologische Ausgleichsmaßnahmen zu erbringen, dies ist gelebte Praxis, die sukzessive auf die aktuellen Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt werden muss. Bei den Diskussionen zur Nachhaltigkeitsstrategie ist klargeworden, dass zukünftig über die üblichen Ausgleichsmaßnahmen hinausgehende Maßnahmen erforderlich sind, um dem Klimawandel zu begegnen. Ich war an diesen Gesprächen beteiligt. Deshalb sage ich klar, dass im Falle einer Realisierung der geplanten Gewerbe- und Wohnbaugebiete alles unternommen wird, um der Anpassung an den Klimawandel gerecht zu werden – auch über die bisher üblichen Anforderungen hinaus.

Seien Sie sich sicher, dass wir von Seiten der Stadtverwaltung keine kurzsichtige Flächenentwicklung mit der 'Brechstange' betreiben. Die ggf. entstehenden Folgeschäden würden unsere Stadt teuer zu stehen kommen. Die sich derzeit in der Erarbeitung befindliche Nachhaltigkeitsstrategie für die Stadt Remscheid greift viele Aspekte Ihrer Einwohnerfrage und der von mir geschilderten Rahmenbedingungen auf. Wir können es uns bei aller Notwendigkeit für die Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauflächen nicht leisten, die Herstellung eines angemessenen ökologischen Ausgleiches dabei aus den Augen zu verlieren.

Vier Stimmen fehlten für einen Zusatz zum Stadtnamen

Künftig 'Werkzeug- und Röntgenstadt Remscheid‘", titelte der Waterbölles gestern. Da aber hatte er die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Besser wäre es gewesen, ein Fragezeichen hinter die Aussage zu setzen. Aber irgendwie hatte ich mich in den vergangenen Tagen so mit dem Antrag der Wählergemeinschaft W.i.R. angefreundet, die Ortseingangsschilder der Stadt Remscheid um den Schriftzug „Werkzeug- und Röntgenstadt“ zu ergänzen, dass ich gar nicht in Erwägung gezogen hatte, der Rat der Stadt könnte dazu auch Nein sagen. Bestätigt hatte mich in meiner Annahme die befürwortende Stellungnahme der Verwaltung. Doch die erforderliche Mehrheit von 45 Stimmen (bei 52 anwesenden Ratsmitgliedern) kam überraschenderweise nicht zustande. Mit Ja stimmten nur 41. Damit war der Antrag abgelehnt!

Als er den Antrag aufrief, hatte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz noch einal dafür geworben: „Ich finde das richtig!“ Aber er fügte hinzu: … und bin gespannt auf die weitere Diskussion". Ahnte er da schon etwas? Sein Satz nach der Abstimmung: „Das Thema werden wir erst wieder aufgreifen, wenn aus der Politik ein mehrheitsfähiger Vorschlag kommt!“

Die „Diskussion“ bestand aus einigen kurzen Wortmeldungen von Sven Wolf (SPD) und David Schichel (Grüne), aus denen hervor ging, dass aus ihren Reihen auch Nein-Stimmen zu erwarten waren (was dann auch zutraf), Brigitte Neff-Wetzel (Linke), die für ihre Fraktion ein Ja ankündigte, und Philipp Wallutat (FDP), der als einziger etwas ausführlicher wurde: „In Remscheid ist das seit 2011 schon mehrfach diskutiert worden. Aber es gibt bis heute kein einheitliches Bild, auch in der RGA-Umfrage nicht. Und 88 Prozent aller Kommunen  in NRW haben von der Möglichkeit des Namenszusatzes bisher keinen Gebrauch gemacht.“ Deshalb riet Wallutat von einer Namensänderung ab. Entsprechend stimmte die FDP-Fraktion anschließend mit Nein. Ob geschlossen, war aus der letzten Reihe des Saales leider nicht zu erkennen.

Waterbölles: SPD und Grüne hatten die Abstimmung freigegeben, das bestätigte das Abstimmungsergebnis. Schade nur, dass sich von den Gegnern des Zusatzes „Werkzeug- und Röntgenstadt“ (aus den übrigen Fraktionen und Gruppen außer der FDP) kein Einziger traute, seine Haltung zu begründen. Das hätte dann vielleicht wirklich zu einer Diskussion führen können. So war der Umgang der Politiker:innen mit diesem Thema insgesamt eher enttäuschend.

Begräbniswälder Ehringhausen und Kleebach

Die Technischen Betriebe beabsichtigen, zwei weitere Begräbniswälder anzulegen, da der bisherige Standort „Im Kempkenholz“ demnächst nur noch für Zweitbelegungen an vorhandenen Bestattungsbäumen zur Verfügung stehen wird. Bei den zwei neuen Standorten, die voraussichtlich von einer eigenen Gesellschaft bewirtschaftet werden, handelt es sich um Waldbesitz beiderseits der Burger Straße, wobei anfänglich ausschließlich der Teil nördlich der Burger Straße zwischen den Häusern 262 und 276 in Anspruch genommen werden soll. Darauf bezieht sich der aktuelle Antrag der Verwaltung an den Naturschutzbeirat auf Befreiung gem. § 67 Landesnaturschutzgesetz. Die Gesamtfläche beträgt ca. 75.000 Quadratmeter brutto zuzüglich 10.000 bis 14.000 Quadratmeter Potenzialflächen.

Der zweite Begräbniswald („Kleebach“) soll in einem Waldgebiet zwischen Hackenberg und Vorsperre der Wuppertalsperre auf einer Fläche von 210.000 Quadratmetern brutto angelegt werden. „An beiden Standorten wurde kürzlich die Beprobung der Böden vorgenommen", teilt die TBR mit. Sie seien für die Bestattung von Totenaschen grundsätzlich geeignet. Für beide Standorte wird insgesamt mit rund 130 Bestattungsbäumen bei rund 220 Bestattungen pro Jahr gerechnet. Der Gesamtcharakter der Waldstücke werde sich dadurch nicht verändern. Auch in diesen Begräbniswäldern werden Grabkennzeichnungen und -ausschmückungen unzulässig sein. Mit Asphalt befestigte Wege sind nicht vorgesehen, wohl aber je Standort zumindest ein Unterstand geplant in Eingangsnähe. Die Entscheidung über die Einrichtung mobiler WC stehe noch aus, so die TBR.

Kampagne „#IhrFehlt gegen Lehrermangel

Pressemitteilung der GEW Remscheid

Mit 20 lebensgroßen Figuren macht die Gewerkschaft Erziehung & Wissenschaft (GEW) am 22. September von 14 bis 15 Uhr am Alleecenter-Brunnen auf der Alleestraße auf den chronischen Lehrermangel aufmerksam. Dieser verhindert Bildungschancen unserer Kinder und Jugendlichen. Die Kampagne „#IhrFehlt für gute Schule“ macht zwischen dem 9. und 22. September  in neun Städten auf die bestehende Schieflage und ihre Folgen aufmerksam .

Die Aluminiumfiguren stehen symbolisch für die 4000 fehlenden Lehrkräfte in NRW. Allein 1.450 an den Grund- und mehr als 600 Lehrkräfte an den Förderschulen fehlen! Sie fehlen natürlich im Unterricht, aber auch bei der Klassenfahrt, beim Bilden von Persönlichkeiten, für die individuelle Förderung und insgesamt für gute Schule. Jede der 20 menschengroßen Figuren steht also symbolisch für die fehlenden Kolleg*innen in den Klassenzimmern. 

„Lehrkräftemangel bedeutet ein Leben lang verpasste Chancen. Er verhindert, dass wir in kleineren Klassen verlässlich und individuell beste Bildung bieten können. Er verhindert, dass junge Menschen bestmöglich ihren Weg gehen können. Er verhindert echte Chancengleichheit und verstärkt die soziale Schieflage im Bildungssystem“, betont Ayla Çelik, Vorsitzende der GEW NRW. „Ausbaden müssen das die Schüler*innen, denn wir legen ihnen damit Steine in den Lebensweg. Ausbaden müssen es auch die Kolleg*innen mit hoher Belastung, großen Klassen und zusätzlichen Aufgaben. Viele Lehrkräfte gehen deshalb weit über ihre Grenzen, damit Kinder und Jugendliche nicht im Regen stehen. Sie springen dauerhaft in die Bresche. Das kann nicht gut gehen.“ (Ute Brocke)

Künftig „Werkzeug- und Röntgenstadt Remscheid“

Zur heutigen Ratssitzung liegt der Vorschlag der Verwaltung vor, von Paragraf 13 der Gemeindeordnung Gebrauch zu machen und – vorbehaltlich der Genehmigung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, – für die Stadt Remscheid die Bezeichnung „Werkzeug- und Röntgenstadt Remscheid“ zu beschließen. Hierfür ist eine Mehrheit von mindestens drei Viertel der Mitglieder des Rates erforderlich. Dem Rat gehören 58 Ratsmitglieder und der stimmberechtigte Oberbürgermeister an, so dass für die Abstimmung eine gesetzliche Mindestzahl von 59 Mitgliedern zugrunde gelegt werden muss. Das Quorum beträgt demnach 45 Stimmen.

Von der Möglichkeit einer Namensergänzung, die in der Gemeindeordnung seit Oktober 2011 besteht, haben bis Februar 2019 36 Städte und Gemeinden Gebrauch gemacht. Davon entschieden sich sieben für „Hansestadt“. Die Ortschilder von Solingen tragen künftig den (schon vorher oft gehörten) Zusatz „Klingenstadt“.
Für eine Ergänzung des Namens der Stadt Remscheid um eine Bezeichnung mit Bezug auf die Stadtgeschichte oder ihre heutige Eigenart hatte es in der Vergangenheit verschiedene Vorschläge gegeben. Wiederholt war die Bezeichnung „Werkzeug- und Röntgenstadt“ diskutiert worden. „Diese Bezeichnung setzte sich zuletzt auch bei einer Befragung des Remscheider General-Anzeiger mit deutlichem Vorsprung gegenüber Alternativbezeichnungen durch“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. „Die Verwaltung empfiehlt diese Bezeichnung, da sie auf die historische Entwicklung Remscheids und seiner Stadtteile Bezug nimmt und zugleich die Alleinstellungsmerkmale des ‚Deutschen Röntgen-Museums‘ und des ‚Deutschen Werkzeugmuseums‘ würdigt.“ Der Name Wilhelm Conrad Röntgen steht für Superlative wie „genial“, „einmalig“, „wegweisend“, „revolutionär“. Sowohl die Entdeckung der Materie durchdringender Strahlen und ihre Anwendungsmöglichkeiten, als auch das Wirken von Röntgen als Person und seine Einstellung zu Wissenschaft und Forschung hätten auch nach 126 Jahren nichts an Modernität verloren.

Zitat: „Mit der Entdeckung der X-Strahlen am 8. November 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg erfolgte der wahrscheinlich bedeutendste Schritt in den menschlichen Bestrebungen, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Nicht nur die Möglichkeit, dieses mit Hilfe der Röntgenstrahlen tun zu können, sondern dies auch ohne Zerstörung oder nachhaltige negative Wirkungen auf den Untersuchungsgegenstand anzuwenden, war die Grundlage für den bis heute anhaltenden und interdisziplinären Welterfolg dieser Entdeckung. Sich unsere heutige Welt ohne die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Röntgentechnik vorzustellen ist schlichtweg unmöglich. Ihr besonderer Stellenwert für die Medizin und die wissenschaftliche Forschung ist unbestritten. Als Prototyp des modernen, kreativ-disziplinübergreifenden naturwissenschaftlichen Denkers wurde Röntgen Gütesiegel und Markenzeichen für (natur)wissenschaftliche Höchst- und Spitzenleistungen der Forschung und Entwicklung in Deutschland um 1900: Röntgen hat mit seinem Werk den Nimbus 'Made in Germany' der Ingenieurkunst, Technologie, Wissenschaft und Forschung hierzulande wesentlich mitbegründet. Als erster Nobelpreisträger überhaupt, hat die Auszeichnung Röntgens im Jahr 1901 hohe Standards gesetzt und entsprechende Ansprüche für die weitere Verleihung der Nobelpreise begründet.“

Auch mit Werkzeugen sei Remscheid untrennbar verbunden, so die Verwaltung weiter. „Die Entstehung, die Entwicklung und die heutige wirtschaftliche Kraft basieren auf der Herstellung und dem Handel des Werkzeugs. In Deutschland gibt es drei Zentren der Werkzeugherstellung – den Bereich Schmalkalden in Thüringen, die Umgebung von Esslingen in Baden-Württemberg und natürlich Remscheid. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit waren Remscheid und Umgebung eindeutig der wichtigste und größte Brennpunkt. Insofern können wir auf eine Tradition von mehreren hundert Jahren zurückblicken. Hierbei handelt es sich nicht um Geschichte, sondern um gelebte Tradition. Große aktuelle Weltmarktführer haben eine Firmengeschichte von ca. 400 Jahren (Dirostahl) oder 228 Jahren (Arntz-Sägen) oder deutlich über 150 Jahre (Hazet, Flott-Werkzeugmaschinen) oder über 100 Jahre (A+N | Pott, Gedore). Dieses ist nur eine kleine Auswahl an Remscheider Firmen, die gerade aufgrund ihrer langen Tradition und ihrer Innovationsbereitschaft noch immer als Familienunternehmen mit Stammsitz in Remscheid eine führende Position auf dem Weltmarkt einnehmen. Im Landesvergleich resultieren daraus im Verhältnis die meisten Patentanmeldungen. (…) Besonders herauszustellen ist, dass die industrielle Revolution insgesamt ohne eine Erfindung aus Remscheid vollkommen anders verlaufen wäre. Erst durch die Erfindung der nahtlosen Rohre durch die Gebrüder Mannesmann konnte die Effizienz der Dampfmaschinen so gesteigert werden, dass die Kraft ausreichte, um die vielen Maschinen in den aus dem Boden schießenden großen Fabriken betreiben zu können.“

Die Verwaltung wird nach einem befürwortenden Beschluss die Genehmigung beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen beantragen. Nach Eingang der Genehmigung wird  die Verwaltung dem Rat eine Drucksache zur Änderung der Hauptsatzung zur Beratung und Beschlussfassung vorlegen. Danach werden dann die Ortseingangsschilder nach und nach ersetzt. Gleiches gilt für Schilder, Vordrucke, Dienstsiegel und Umschläge. „Noch vorhandene Bestände sind aufzubrauchen. Die Umstellung von DV-Vorlagen und E-Mail-Signaturen erfolgt sofort. Das bestehende Signet der Stadtverwaltung Remscheid ist entsprechend zu überarbeiten“, teilt die Verwaltung abschließend mit.

Derzeit ruht die Planung zur Knusthöhe

„In etwa zwei Jahren sollen auf der Knusthöhe in Lennep Ein- und Zweifamilienhäuser entstehen. ‚Schützenfeld‘ heißt das 32 Hektar große Plangebiet, das derzeit zum überwiegenden Teil landwirtschaftlich  genutzt wird und etwa zur Hälfte bebaut werden soll. Es liegt nördlich der Altstadt  von Remscheid-Lennep und wird im Norden von der Ringstraße (B 51) begrenzt, im Westen von der Heinrich-Hertz-Straße bzw. Platanenallee,  im Süden begrenzt von der Albert-Schmidt-Allee und  im Osten von der Schwelmer Straße.“ Das schrieb der Waterbölles am 21. Februar 2007, also zu Zeiten von Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein.  In einer Vorlage der Verwaltung zur Sitzung des Naturschutzbeirates am 28. September 2021 (!) heißt es aktuell: „Der Fachdienst 4.13, Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Liegenschaften, bemüht sich … derzeit, die südlich an das Plangebiet des Bebauungsplans 680 angrenzenden Flächen zu erwerben, die sich im Besitz des Landes befinden, damit eine zusammenhängende Erschließung und Bebauung möglich wird. Die Verhandlungen haben derzeit noch keinen erheblichen Sachstand. (…) Die planerischen Arbeiten an diesem Bebauungsplan ruhen derweil.“

Wasserflächen für den Schwimmunterricht

Nach Auskunft der  DLRG nahmen Schwimmlehrer:innen im vergangenen Jahr bundesweit 23.485 Schwimmprüfungen ab. Im Vergleich mit 2019 war die Zahl damit um 75 Prozent eingebrochen. Ähnlich bei den Schwimmabzeichen: Wurden 2019 noch 48.243 Seepferdchen vergeben, waren es im vergangenen Jahr gerade mal 14.566. Durch die Corona-Pandemie mussten Bäder schließen und Schwimmkurse bzw. -prüfungen folglich ausfallen.

„Die DLRG spricht davon, dass mittlerweile mindestens ein, wenn nicht sogar schon zwei Jahrgänge in der Schwimmausbildung verloren gegangen sind. Sie warnt, dass das Risiko des Ertrinkens dauerhaft erhöht sei, weil in der Pandemie die Zahl der Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer signifikant gestiegen sei“, stellen SPD, FDP und Grüne in einem gemeinsamen Antrag an den Sportausschuss fest. Auch die Ausbildung der Retter sei ins Stocken geraten ist. Dies sei aber nicht nur der Pandemie geschuldet, sondern ein Trend, der sich bereits seit längerem abzeichnet. „Noch schwerwiegender ist allerdings, dass Grundschulen keinen Schwimmunterricht anbieten können, weil nicht ausreichend Bäder bzw. Schwimmflächen zur Verfügung stehen. Wir müssen helfen, dass Kinder und Jugendliche schwimmen lernen. Daher ist es erforderlich, alle Wasserflächen zu ermitteln, um diese für Schwimmzeiten zur Verfügung zu stellen.“ Jedes Kind in Remscheid müsse die Möglichkeit bekommen schwimmen zu lernen, meinen die Antragsteller. Deshalb haben sie die Verwaltung um statistische Zahlen gebeten, die eine politische Entscheidung erleichtern könnten:

  • Wie groß sind die Wasserflächenkapazitäten (Freibäder, Hallenbäder, Krankenhaus, private Anbieter) in Remscheid und stehen ausreichend Wasserflächen für den Schwimmunterricht zur Verfügung?
  • Zu welchen Uhrzeiten sind die Wasserflächen durch den Schwimmunterricht an Schulen oder durch Vereine und private Anbieter belegt?
  • Haben weiterführende Schulen Schwimmzeiten für das kommende Schuljahr beantragt, die nicht bewilligt wurden
  • Wie können unter den derzeitigen Rahmenbedingungen zusätzliche Angebote für die Ausbildung im Bereich der Schwimmlehrer und Rettungsschwimmer geschaffen werden?

Stehen in den kommenden Jahren Mittel aus der Sportpauschale zur Finanzierung möglicher zusätzlicher Angebote zur Finanzierung zur Verfügung?

Losverfahren für vier Stellplätze noch möglich?

Im Zusammenhang mit der Sanierung einer alten Stützmauer können an der Breslauer Straße auf einem Grundstück der GEWAG 16 Stellplatze angelegt werden Für die mit Parkplätzen nicht gerade reich gesegneten Anlieger eine sehr gute Nachricht, die Bezirksbürgermeister Stefan Grote gestern in der Sitzung der Bezirksvertretung Süd gerne verkündete. „Parkplätze sind in diesem Quartier Gold wert!“ Aus diesem Grunde war unter Anwohnern der Breslauer Straße auch Unmut aufgekommen, als sie erfahren hatten, dass die Stadt abseits des Straßenraums auf städtischen Gelände vier Stellplatze an Interessenten verpachtet hat, die sich selbst bei ihr gemeldet hatten. Einige davon waren zur gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Süd im Rathaus erschienen, um zu erfahren, was die Kommunalpolitiker davon hielten. Um es kurz zu machen: wenig! Einstimmig beschlossen sie, die Verwaltung um eine Prüfung der Angelegenheit zu bitten mit dem Ziel, die Pachtverträge rückgängig zu machen, wenn möglich, und die Flächen in einem Losverfahren unter den Anwohnern in der näheren Umgebung des Platzes neu zu vergeben. Dabei spielte eine Rolle, dass ein oder mehrere Pächter der Plätze selbst über Garagen verfügen und ein Pächter gleich zwei Stellplätze angemietet hab en soll, von denen er anschließend offenbar einen Platz zur Untervermietung angeboten hat. Dies sei gar nicht zugelassen, sagte auf Nachfrage Frank Schulz von der Liegenschaftsverwaltung der Stadt.

Remscheid soll bei „NRW 3x3 Tour 2022“ dabei sein

Bei sechs Enthaltungen hat der Sportausschuss am Dienstag auf Antrag von SPD, Grünen und FDP einstimmig beschlossen, dass sich die Stadt Remscheid für 2022 als einer der Austragungsorte der „NRW 3x3 Tour“ bewirbt. In den vergangenen Jahren hatte die „NRW Streetbasketball-Tour“ (ursprünglicher Name) in jeweils zwölf Städten in NRW Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geboten, ihr sportliches Können und ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Die Antragsteller: „Sport ist mehr als der bloße Wettkampf! Es geht um soziales Miteinander und Spaß in Gesellschaft.“ Sie wünschen sich, dass „aus unseren Sportvereinen ( Basketballabteilungen) und Schulen (Basketball AG) eine Sportgemeinschaft für die Bewerbung bildet und … ein Teil dieser Tour wird, unterstützt durch den Sportbund Remscheid. David Schichel von den Grünen: "Nach der Cortona-Pandemie ist jeder Sporttermin bestimmt gerne gesehen!"

Höchste Inzidenz zwischen 30 und 40

Alterskohorte

Wocheninzidenz

Vor 1930

0,0

1931-1950

18,6

1951-1960

13,9

1961-1970

69,3

1971-1980

86,95

1981-1990

160,67

1991-2000

133,86

2001-2010

148,17

2011-2020

93,94

Die Stadt hat heute die aktuellen Infektionszahlen für Kinder in Kindertagesstätten und schulpflichtigen Kinder bekanntgegeben, bezogen auf den Zeitraum vom 1. bis 14. September. In der Altersgruppe der Kinder zwischen einem Jahr und fünf Jahren wurden zwölf Kinder positiv getestet. In der Altersgruppe der sechs- bis 18-jährigen waren es 77 Kinder.

Die getrennt nach Alterskohorten betrachtete Wocheninzidenz (Stand: 13.9.) zeigt die häufigsten Infektionen in den Geburtenjahrgängen 1981 bis 1990. An zweiter Stelle der Infektionshäufigkeit stehen die Jahrgänge 2001 bis 2010, gefolgt von den Jahrgängen 1991 bis 2000.

Über die nächsten mobilen Impfungen, die am kommenden Wochenende erneut auf der oberen Alleestraße und erstmals auf dem Kaufpark- und REWE-Gelände im Stadtteil Lennep geplant sind, wird die Stadt noch näher informieren.