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In Sachen 'Integration' noch nicht alles erledigt

„Gelungene Integration in Remscheid“ war gestern Abend das Thema des freien Autor und Migrationsforschers Dr. Mark Terkessidis, Berlin und Köln, auf dem ersten Jahresempfang des Remscheider Integrationsrates. Dazu hatte die Vorsitzende Erden Ankay-Nachtwein die Mitglieder sowie Vertreter von Behörden, Institutionen und Sozialverbänden ins Deutsche Werkzeugmuseum eingeladen. Motto: „Gelungene Integration in Remscheid?!“ Beim späteren Vortrag fehlten beide Satzzeichen zwar, doch unausgesprochen sich Gäste und Gastgeber einig, dass in Sachen „Integration“ noch nicht alles erledigt ist. Das klang auch in der Rede von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an. Musikalisch umrahmt wurde der Jahresempfang vom Lüttringhauser Gitarristen Kai Heumann.

Abschiedsgeschenk war ein Trikot des FC Remscheid

Im festlich illuminierten Saal des Schützenhauses reichten gestern Mittag „Anfang und Ende einander die Hände“. Dieses chinesische Sprichwort hatten Frank Dehnke, der zum Jahresende scheidende Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Remscheid, und sein Nachfolger Michael Wellershaus der gemeinsamen Einladung an langjährige Weggefährten vorangestellt in der Erkenntnis, dass Anfang und Ende manchmal eng beieinander liegen und mit dem Wechsel an der Vorstandsspitze der Stadtsparkasse ein neuer Abschnitt eingeläutet wird. Grund genug also, um auf die alten und die neuen Zeiten anzustoßen und in ungezwungener Atmosphäre Erinnerungen austauschen oder in die Zukunft blicken.

Frank Dehnke geht nach Friedberg in Hessen“, hatte der Waterbölles am Mittwoch, 29. Mai, berichtet, nachdem die Aufsichtsgremien der Sparkasse Oberhessen in Friedberg (Hessen) den Arbeitsvertrag mit dem 49 Jahre alten Hückeswagener bestätigt hatten. Die vorherige Ankündigung des Weggangs gegenüber Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hatte diesen überrascht, wie er gestern einräumte. „Ich habe eine Zeitlang gebraucht, um mich an diese Tatsache zu gewöhnen!“ Seine damalige Ankündigung, die Nachfolge alsbald regeln zu wollen, setzte der OB im Juli um: „Michael Wellershaus wird Vorstandsvorsitzender“, teilte die Sparkasse am 5. Juli mit; Tags zuvor hatte der Rat der Stadt die Bestellung von Wellershaus (44) einstimmig beschlossen. An der Dreier-Spitze mit zwei Vorstandsmitgliedern und einem Stellvertreter wird festhalten. Wer der/die Neue auf Wellershaus' bisheriger Stelle als ordentliches Vorstandsmitglied sein wird, ist noch offen. Dritter im Bunde bleibt das stellvertretende Vorstandsmitglied Herbert Thelen. Sein Vertrag war im Sommer für weitere fünf Jahre bis Ende 2024 verlängert worden; er bleibt für sämtliche Vertriebsbereiche verantwortlich, zu denen sowohl die Privat- und Firmenkunden sowie das Immobiliencenter inklusive Baufinanzierung, als auch Private Banking, S-Vermögensmanagement, Versicherungsservice und der Mediale Vertrieb gehören.

Eine „Karriere auf der Überholspur“ attestierte der Oberbürgermeister gestern Frank Dehnke und dankte ihm für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit – „auch in persönlicher Hinsicht“. Denke übergebe die Stadtsparkasse Remscheid an seinem Nachfolge Wellershaus personell gut aufgestellt, „nah am Kunden“. Dafür werde die Stadtsparkasse auch künftig stehen, war sich Mast-Weisz sicher: „In der zurückliegenden Wirtschaftskrise hat die Sparkasse den heimischen Unternehmen den Rücken gestärkt!“ Einfacher geworden seien die Zeiten seitdem nicht. „Die gegenwärtige Niedrigzinsphase mag den Stadtkämmerer erfreuen und mich als Oberbürgermeister dieser Stadt natürlich auch. Aber als Vorsitzender des Aufsichtsrates muss ist das natürlich anders sehen!“

Es gab in den vergangenen Jahren wohl kein Zusammentreffen des Sparkassenvorstands mit dem OB, bei dem nicht einige Minuten über die Fußballbundesliga gesprochen wurde - meist frotzelnd, denn da hat jeder seinen ganz speziellen Verein, dem er die Daumen drückt. Frank Dehnke Borussia Mönchengladbach, Michael Wellershaus Bayer 04 Leverkusen und Burkhard Mast-Weisz Arminia Bielefeld. Da konnte der gestrige Empfang im Schützenhaus also keine Ausnahme machen. Mit Fan-Schal „ihrer“ Vereine, mit denen ein Gast sie überrascht hatte, präsentierten sich der alte und der neue Vorstandsvorsitzende den Fotografen. Und auch das Abschiedsgeschenk des OB an Frank Dehnke hatte etwas mit Fußball zu tun: Es war ein Trikot des FC Remscheid, glatt gebügelt in einem Glasrahmen – mit den Unterschriften aller Mitglieder des Sparkassen-Aufsichtsrates.

Linke schlagen Jugendtreff an der Alleestraße vor

Zur Ratssitzung am 21.November hat die Fraktion der Linken den Antrag gestellt, in einem leerstehenden Lokal an der Alleestraße einen Jugendtreff einzurichten bzw. in die Liste „der Vorschläge zur Umsetzung eines Sofortprogramms und Prüfung von Perspektiven“ aufzunehmen. Begründung: „Bis 2010 bestand im Innenstadtbereich am Markt der erfolgreiche Jugendtreff RIC. Nach Schließung dieses Jugendtreffs waren viele junge Gäste dieser Einrichtung ohne adäquaten Ersatz mit entsprechend negativen Folgen. Dem Jugendrat ist im vergangenen Jahr ein leerstehendes Ladenlokal zur kostenlosen Nutzung über einen gewissen Zeitraum angeboten worden. Die jungen Menschen haben dies begrüßt und sofort Überlegungen für eine mögliche Nutzung angestellt. Leider hat sich diese Angelegenheit zerschlagen. Nach unserer Meinung und der Meinung vieler Jugendlicher fehlt eine Jugendeinrichtung im Innenstadtbereich. Wir sind der Meinung, dass ein Jugendtreff durchaus in die Überlegungen für eine Belebung des Problem- und zukünftigen Sanierungsgebiets einfließen sollte.“

Der Weg zum Neubau war teilweise nervenaufreibend

Dass die Evangelische Stiftung Tannenhof, Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie, und der Landschaftsverband Rheinland (LVR)  jeweils 3,5 Millionen Euro in neue Gebäude investieren „und so zu einer Weiterentwicklung des Stadtteils Lüttringhausen beitragen“ würden, verkündete die Stiftung schon beim Spatenstich Anfang September 2017. Bereits im Sommer 2018 sollten die Bewohner in die  neue Wohnstätte einziehen, hieß es damals. Doch der strenge Winter 2017/17 zwang zu einer zweimonatigen Einstellung der Bauarbeiten auf und neben dem bisherigen Parkplatz an der Remscheider Straße. Und im darauf folgenden heißen Sommer war Betongießen nicht zu empfehlen. Das Richtfest mit Apfelschorle verzögerte sich deshalb bis August 2018. Und die Hoffnung von Uwe Leicht (Geistlicher Vorsteher) und Dietmar Volk (Kaufmännischer Direktor), die beiden neuen Wohnstätten für 32 Menschen mit hohem Hilfebedarf könnten zum Ende 2018 bezugsfertig sein, erfüllte sich nicht. Die erste der beiden neuen Wohnstätten, das Haus Remscheider Straße 80, konnte erst am 8. April 2019 eingeweiht werden. Und die Einweihung der zweiten Wohnstätte, Remscheider Str. 82, mit vier Einzel-(„Trainings“-)Appartements und zwei Wohngruppen für je acht Personen, die zur Überwindung ihrer schwersten Beeinträchtigungen und Behinderungen besonders viel Unterstützung, Hilfestellung und Anleitung benötigen, war gestern. „Der Weg ... war lang, strapaziös und teilweise nervenaufreibend für alle Beteiligten“, hatte Dietmar Volk schon im April eingeräumt. Gestern knüpfte er daran an und berichtete von zu verlegenden Versorgungsleitungen, bevor die ersten Fundamente gegossen werden konnten, vom heißen Sommer 2019, von Starkregen; dem Diebstahl eines Starkstromkabels, dem zweimaligen Aufbau eines Baukrans („sicherheitshalber“) und anfänglichen Planungsschwierigkeiten. Erst der vierte Entwurf des Projektes „Integration &  Wohnverbund“, vorgelegt von Architekturbüro BFT Planung GmbH aus Aachen, habe die Zustimmung des Landschaftsverbandes Rheinland und des Ministeriums gefunden.

Doch jetzt, bei der zweiten Einweihungsfeier, gab es keinen Grund mehr, Trübsal zu blasen. Zumal diese auf den „11. im 11.“ falle, wie Uwe Leicht betonte (in Köln-Porz groß geworden), und obendrein auf den Namenstag von Martin Luther, getauft in Eisleben am 11.11. 1483 auf den  Namen des Heiligen Martin (von Tours). Da durfte auch ein Bibelzitat nicht fehlen („Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!“), der finde sich auf dem Gelände der am 1. Mai 1896 gegründeten Stiftung Tannenhof in vielen Häusern.

Gleichwohl war auch die Stiftung Tannenhof in der Krankenpflege früher ihrer Zeit nicht voraus. Oberbürgermeister Burkhard mast-Weisz hatte daran beim Richtfest im August 2018 erinnert: Nach düsteren Zeiten der (geschlossenen) Psychiatrie habe der Grundgesetzartikel über die unantastbare Würde des Menschen nach Kriegsende dem Personal so mancher Klinik in Deutschland erst bewusst (gemacht) werden müssen.

Als vor elf Jahren Dietmar Volk als Kaufmännischer Direktor zur Stiftung Tannenhof kam, habe er schnell erkannt: „ Bei Haus A müssen wir dringend etwas tun!“, sagte er gestern. Das war damals die Wohnstatt der 20 Bewohnerinnen und Bewohner des jetzt fertig gewordenen Neubaus. Eine Bewohnerin gestern: „Wir haben uns unheimlich auf den Umzug gefreut. Im alten Haus lagen die Nerven blank!“ Die Einrichtungsleiterin des Bereichs Integration-Wohnverbund, Sieglinde Rühl-Schulz, bestätigte das indirekt: „Dort war der Wunsch nach Rückzugsmöglichkeiten kaum zu erfüllen. Jetzt hat jeder sein eigenes kleines, intimes Reich (Einzelzimmer mit Dusche und WC). Das baut Stress in der Wohngruppe ab, entspannt das Leben!“ Mit entsprechend besseren Arbeitsbedingungen könne dann das Personal rechnen. Der Wunsch von Dietmar Volk: „Fröhlichkeit und Wohlgefühl!“ Und Prof. Dr. Eugen David, der Ärztliche Direktor, verwies auf „offene Strukturen“ (statt einstiger hierarchischer) sowie auf mehr Integration der Bewohner in den Stadtteil bei gleichzeitiger enger Anbindung an das Fachkrankenhaus und dessen fortschriftliche Therapieformen.

Thomas Neuhaus, der Sozialdezernent der Stadt Remscheid, dankte  in seinem Grußwort für das Bekenntnis der Stiftung Tannenhof zum Standort Lüttringhausen und erinnerte sich an die Lektüre des Buches „Mit den Schwächsten beginnen. Zum Menschenbild der Psychiatrie“ von Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner.  Da sei die Stiftung auf einem guten Weg. „Und nah bei den Menschen“, ergänzte Andreas Stuhlmüller, der Lüttringhauser Bezirksbürgermeister. „Die Stiftung und der Stadtteil bilden eine Symbiose mit wachsender Bedeutung!“

Zwei öffentlche Toiletten sollen abgebaut werden

Sicher haben Sie sich auch schon einmal über das Urteil eines deutschen Gerichts gewundert. Was halten Sie von diesem: Weil ein „höchstrichterliches Urteil“ (der Technische Beigeordnete Peter Heintze am Donnerstag im Entwicklungsausschuss) die Kombination von Werbeflächen und einer öffentlichen Toilette für unzulässig erklärt hat, läuft am 31. Dezember der Vertrag der Stadt Remscheid mit einer Werbefirma aus, die die beiden Toiletten auf der Alleestraße und am Zentralpunkt betrieben hat.  Beide Toiletten sollen dann abgebaut werden.

Und was ist mit den „dringenden Bedürfnissen“ von Passanten? „Einrichtung von ‚Netten Toiletten‘ weiter unklar“, titelte der Waterbölles am 6. April. Weil es zu wenig öffentliche Toiletten in Remscheid gebe (da war das Vertragsende für zwei Toilettenanlagen noch gar nicht bekannt) und der Betrieb eigener Toiletten in Pflege und Wartung für die finanzschwache Stadt zu teuer wäre, hatte die SPD vorgeschlagen, heimische Gastronomen zu animieren, ihre Toiletten für die allgemeine Öffentlichkeit zu öffnen. Doch privatrechtliche Vereinbarungen mit Gastwirten waren ausgeblieben. „Weil die Gastwirte an ihrem Lokalen kein Schild ‚Nette Toilette‘ haben möchten“, verriet am Donnerstag Ralf Wieber (CDU, Marketingrat) den Grund. Aber gegen Zahlung von 50 Cent seien „Gastwirte und andere“ durchaus bereit, ihre Toiletten zur Verfügung zu stellen.

Akteure (6) im Gesamtkonzept Kulturelle Bildung

„Schulen und Kindertageseinrichtungen (KTE) Im Zusammenhang mit dem kommunalen Gesamtkonzept Kulturelle Bildung als eigene Kategorie zu nennen, ist einigen Besonderheiten dieser Institutionstypen geschuldet. Für die KTE gilt, dass diese per se Einrichtungen sind, die im Rahmen eines Grunderwerbs kultureller Fähigkeiten am frühesten in einer Biografie einsetzen. In KTE ist es eines der erklärten Primärziele, neben der Schaffung und Förderung von sozialen Kompetenzen den Kindern frühestmöglich Interesse an kulturschaffenden Fähigkeiten, aber auch an konsumierbaren kulturellen Ausdrucksformen zu wecken.

In den 60 KTE verschiedener Träger in Remscheid findet sich eine breite Palette von kulturellen Angeboten, Aktionen, Veranstaltungen sowie Kooperationen mit Künstlern und kulturellen Einrichtungen. So wird den Kindern und ihren Familien über die praktische Erfahrung der Zugang zu kultureller Bildung ermöglicht.  Beispiele für kulturelle Angebote in KTE:

  • Besuch der Kinderbibliothek mit Führung und Ausstellen von Leserausweisen
  • Besuch im Teo Otto Theater und WTT, auch hinter den Kulissen
  • Museumsbesuche in Remscheid, Köln, Wuppertal, Solingen
  • Besuch bei den Bergischen Symphonikern
  • Gestaltung eigener Ausstellungen und Theaterstücke
  • eigene Experimente und Forschungen

Auch die Schulen nehmen ihren kulturellen Bildungsauftrag wahr. Durch die Schulpflicht ist der Zugang zu Kindern und Jugendlichen sichergestellt. Alle Remscheider Schulen bieten neben dem Regelunterricht freiwillige Angebote wie Bands, Chöre und Theater-AGs. Die Theater-AG des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums gewann beim Theaterwettbewerb, der seit vielen Jahren im Rahmen der Solinger Theatertage veranstaltet wird, einen ersten Preis mit der Produktion „Peer Gynt“, an der Schüler*innen der Jahrgangsstufen QI und II teilnahmen. In Remscheid gibt es insgesamt

  • 17 Grundschulen (davon vier Schulverbünde),
  • zwei Förderschulen,
  • eine Hauptschule (zwei Standorte),
  • zwei Realschulen,
  • eine Sekundarschule,
  • zwei Gesamtschulen,
  • vier Gymnasien,
  • drei Berufskollegs,
  • ein Weiterbildungskolleg (Abendrealschule) und
  • die Waldorfschule Rudolf-Steiner-Schule (Schule in freier Trägerschaft).

Die Öffnung von Schule gegenüber außerschulischen Lernorten und -inhalten jenseits des Fächerkanons bietet die Möglichkeit Kultureller Bildung und Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler. Um diesen Effekt an Remscheider Schulen zu gewährleisten, bestehen zahlreiche Kooperationen zwischen Schulen und Orten kultureller Bildung. Ein Beispiel dafür ist der seit Jahren bestehende Kooperationsvertrag zwischen den Bergischen Symphonikern und Remscheider Schulen, finanziert von der Stadt. Hierdurch wird allen beteiligten Schüler*innen, auch solchen mit sonst eingeschränktem Zugang zu diesem Bildungsangebot, die Möglichkeit der Teilnahme an speziellen, kulturpädagogisch gestalteten Schulkonzerten ermöglicht. Durch die Beteiligung von Schulen am Landesprogramm Kultur und Schule (s.o.) haben sich die Projekte zum festen Bestandteil des Schulprogramms entwickelt, aus ihnen hat sich zum Teil eine weitergehende Zusammenarbeit mit Orten kultureller Bildung und Künstler*innen ergeben."

(Ausschnitte aus dem 30 Seiten umfassenden „Kommunale Gesamtkonzept Kulturelle Bildung“, das die Verwaltung dem Kulturausschuss zu seiner Sitzung am 29. Oktober vorgelegt hat.)

Erst Bierdeckel, jetzt Einladung zu Besuchen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Weil viele Parlamentarier aus Städten und Gemeinden, in denen ausreichend Steuergelder fließen, nicht wirklich verstehen, mit welchen Problemen hochverschuldete Kommunen zu kämpfen haben, ruft das neun Millionen Einwohner vertretende Aktionsbündnis "Für die Würde unserer Städte" ihre Wahlkreisabgeordneten um Hilfe. Sie sollen im November parteiübergreifend Kolleginnen und Kollegen aus reichen Gegenden zu einem Kurzbesuch einladen und ihnen vor Ort ganz konkret vor Augen führen, dass es vielerorts die vom Grundgesetz geforderte Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse nicht mehr gibt. Dazu Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Stadtkämmerer Sven Wiertz: „Wir wollen damit unsere Wahlkreisabgeordneten bei ihren Bemühungen um breite Mehrheiten für einen kommunalen Rettungspakt unterstützen. Auf unsere Remscheider Abgeordneten im Landtag und im Bundestag ist Verlass.“ 

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Die Gebühren des Standesamtes sollen steigen

Zum 1. Januar 2020 plant die Stadt Remscheid eine neue  Satzung über die Erhebung von Gebühren für Amtshandlungen des Standesamtes. „Die Gebührenerhöhungen in den einzelnen Tarifstellen sind moderat, das Gesamtergebnis wird durch die Vielzahl der anfallenden kostenpflichtigen Amtshandlungen erzielt“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage für die Sitzung des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung am 12. November. Mit der 40. Änderung des Gebührentarifs am 8. Oktober waren lediglich fehlende Gebührentatbestände ergänzt worden, ohne aber die Gebührensätze zeitgemäß anzupassen. Nunmehr sollen die seit 2002 unveränderten Gebühren des Standesamtes leicht steigen, da sich der Verwaltungsaufwand erhöht habe. Hier einige Gebühren ausa der neuenb Satzung:

  • 60 Euro: Prüfung der Ehevoraussetzungen bei der Anmeldung der Ehe-schließung oder bei der Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses
  • 100 Euro: Prüfung der Ehevoraussetzungen, wenn ausländisches Recht zu beachten ist
  • 50 Euro: Vornahme der Eheschließung, wenn die Anmeldung bei einem anderen Standesamt erfolgte
  • 60 Euro: Ausstellung eines Ehefähigkeitszeugnisses
  • 40 Euro Beurkundung oder Beglaubigung einer Erklärung, Einwilligung oder Zustimmung zur Geschlechtsangabe und/oder Namensfüh-rung auf Grund familienrechtlicher Vorschriften
  • 14 Euro: Erteilung einer Bescheinigung über eine Namensänderung oder über eine namensrechtliche Erklärung
  • 75 Euro: Nachträgliche Beurkundung einer Eheschließung oder der Ge-burt sowie eines Sterbefalls nach §§ 34 bis 36 PStG.

Im Haushaltsjahr 2018 hatten die Einnahmen der Stadt Remscheid aus den Gebühren des Standesamtes bei 156.000 Euro gelegen. Künftig sollen 65.000 Euro mehre erzielt werden.  Die Verwaltung begründet das u. a. wie folgt:

„Die Anmeldungen der Eheschließung sind im Vergleich zu früher wesentlich aufwändiger geworden. Dies liegt zum größten Teil daran, dass bei mittlerweile 23 Prozent aller Anmeldungen ausländisches Recht zu prüfen ist. Leider gibt die Statistik des Fachverfahrens nur dann „ausländisch“ an, wenn einer der Verlobten ausländischer Staatsbürger ist. Allerdings ist bei mittlerweile fast 50 Prozent aller Verlobten ein Migrationshintergrund vorhanden. Bei diesem Personenkreis, der „nur“ einen Migrationshintergrund hat, aber gleichwohl deutscher Staatsbürger ist, gibt die Statistik des Fachverfahrens „deutsch“ an. Da in diesen Fällen aber natürlich sehr viele ausländische Urkunden zu prüfen sind, steigt der Bearbeitungsaufwand weit mehr als nur um die angegebenen 23 Prozent laut Statistik. Außerdem ist die Erwartungshaltung der Verlobten an eine standesamtliche Eheschließung in den letzten Jahren enorm gestiegen. Darauf ergeben sich wesentlich erweiterte Beratungen/Vorgespräche bei der Anmeldung der Eheschließung. (...)

Namensrechtliche Erklärungen betreffen neben viel mehr Kindern als früher nicht nur viele  Menschen mit Migrationshintergrund, sondern auch seit einer Gesetzesänderung viele Namenserklärungen von Deutschen, die im Ausland wohnen, für die aber nun nicht mehr das Standesamt I in Berlin, sondern das Standesamt am letzten Wohnsitz der betreffenden Deutschen zuständig ist. Demnach ist auch der standesamtliche Verwaltungsaufwand erheblich gestiegen. (...)

Bei der Erhöhung der Gebühr für eine „normale Personenstandsurkunde“ muss beachtet werden, dass ein sehr großer Teil aller ausgestellten Personenstandsurkunden aus sozialen Gesichtspunkten heraus kostenfrei erstellt wird und es bei der üblichen Handhabung bleiben soll, dass ... jede zweite oder jedes weitere Exemplar, wenn es gleichzeitig ausgestellt wird, nur 50 Prozent, also nur sieben € kostet. (...) Im interkommunalen Vergleich liegt Remscheid mit einer eigenständigen Gebührensatzung „im Trend“ und – was die Höhe der Gebührentarife t – im Durchschnitt.“

Begrünung von Buswartehallen erfordert den Statiker

"Zu „kleinne kommunalen Schritten für mehr Klimaschutz“ hat die CDU-Fraktion aufgefordert und die Verwaltung gebeten, die Möglichkeiten der Begrünung der Dächer von Bushaltestellen zu prüfen. Zur Sitzung des Umweltausschusses am 12. November  liegt inzwischen eine erste Antwort der Verwaltung vor in Form einer Stellungnahme der Stadtwerke Remscheid GmbH bzw. der Firma Degesta, die die Wartehallen der Stadtwerke Remscheid errichtet. Diese hat zum Thema „Begrünung von Dächern von Buswartehallen“ eigens eine Projektgruppe eingerichtet. Mit einer endgültigen Stellungnahme sei im Laufe des nächsten Jahres zu rechnen, teilten die Stadtwerke der Verwaltung mit – und zitiert aus einer vorläufigen Stellungnahme des Herstellers:

„Als langjähriger Vertragspartner von Kommunen und Verkehrsbetrieben setzen auch wir uns mit dem Begrünen von Buswartehallen-Dächern auseinander. (...) Bei einer Nachrüstung (Traglast der Konstruktion vorausgesetzt) entstehen Kosten pro Dachaufbau von ca. 5.800 Euro zzgl. ca. 2.000 Euro für die Begrünung und Pflege im ersten Jahr. (...) Die Höhe des Aufbaus zur Begrünung mit naturnaher Pflanzung beträgt zwischen sechs und 15 Zentimeter, das Nassgewicht (zusätzliches Gewicht) liegt bei ca. 100 kg pro qm. Daher wird zurzeit geklärt, in welcher Form die Dächer der einzelnen Buswartehallen-Modelle die Traglast der Begrünung aushalten. Ob dieses zusätzliche Gewicht von der Konstruktion getragen wird, muss im Einzelfall in Abhängigkeit der anzutreffenden Schneelast und vorhandenen Wartehallen-Statik von einem Statiker geprüft werden. (...) Der Abbau von vorhandenen, teils neuwertigen Buswartehallen mit Abtransport und Entsorgung sowie Produktion von neuen Buswartehallen sind aus ökologischer Sicht wenig zweckmäßig. Auch die damit zusätzliche Bindung von Ressourcen bei den Verwaltungen, insbesondere Tiefbauämtern, mit Sperrungen der Haltestellen während der Bauphase führt zu unnötiger Belastung im öffentlichen Raum. Eine ökologische Amortisierung bei Auswechselung bestehender Buswartehallen mit Dachbepflanzung wäre unseres Erachtens schwer zu erreichen.“

Um Erfahrungswerte mit dem CO2-Filterpotenzial von einem begrünten Buswartehallen-Dach zu sammeln, erstellt die Fa. Degesta derzeit eine Musteranlage. Dadurch erhält sie auch Informationen über den Wartungs- und Pflegeaufwand von Dachabdichtungen und Wasserabläufen und zum anderen eine Einschätzung darüber, ob sich Laub und Unrat ansammeln bzw. in welchen Intervallen ein Düngen, Nachsähen und Auffüllen des Untergrundes mit Substrat notwendig ist.

Ohne Hellseher musste die Stadtverwaltung passen

Die Mitglieder der CDU scheinen eifrige Leser sozialer Netzwerke zu sein. Darin war ihnen der Beitrag einer anderen Partei aufgefallen, in dem es unter  dem Slogan „Versprechen gehalten!“ hieß, es seien 45.000 Jobs geschaffen worden. Von der Verwaltung wollte die CDU daraufhin wissen, auf welche Quelle sich diese Aussage beziehe. Nun arbeiten im Remscheider Rathaus bekanntermaßen  keine Hellseher. Folglich war die Antwort erwartbar, die zur gestrigen Sitzung des Entwicklungsausschusses vorlag: „Das entzieht sich der Kenntnis der Stadtverwaltung. Dafür konnte die Verwaltung auf den Zahlenspiegel 2019 der Bergischen Industrie- und Handelskammer verweisen, wonach zum Stichtag 30.06.2018 in Remscheid 45.223 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wohnten, davon 19.786 im Produzierenden Gewerbe, 7.339 im Handel, Verkehr und Gastgewerbe, 18.069 in den Sonstigen Dienstleistungen, und 29 in der Land- und Forstwirtschaft.

Bei sozialen Aufgaben kann die Miete wegfallen

Beim Mietvertrag für die ehemalige Grundschule auf dem Honsberg sei die  Stadt Remscheid der Rheinischen Fachhochschule Köln allzu großzügig entgegengekommen, hieß es in der Remscheider CDU. Die fürchtete Risiken für den städtischen Haushalt und wollte es von der Verwaltung genauer wissen, nachdem ihr mitgeteilt worden war, dass der Abschluss solcher Mietverträge laufendes Geschäft der Verwaltung sei. Man wünsche sich einen Überblick über die sonstigen Vermietungen städtischer Gebäude! Den gab gestern im Entwicklungsausschuss der Technische Beigeordnete Petzer Heinze. Allerdings mündlich und wenig konkret. Der Mietzins pro Quadratmeter liege für vermiete städtische Gebäude zwischen 5,76 und 3,89 Euro, letzteres für Wohnungen, bei denen die Toilette „auf halber Treppe“ liege. Mietfrei sei am Neuplatz in Lennep ein Gebäude an die AWEO vermietet worden, in Remscheid die Kraftstation und die Gelbe Villa an die Freie Jugendarbeit Remscheid-Mitte e. V., wegen der dort übernommenen sozialen Aufgaben, die im öffentlichen Interesse lägen.

Akteure (5) im Gesamtkonzept Kulturelle Bildung

Im Zusammenhang mit dem kommunalen Gesamtkonzept Kulturelle Bildung werden Im Folgenden in alphabetischer Reihenfolge (S-W) exemplarisch bestehende Einrichtungen und Orte sowie Programme, Projekte, Initiativen und Kooperationen kultureller Bildung dargestellt.

Schatzkiste - Kleinkunst, Kabarett, Musik: Die vor kurzem gegründete private Kleinkunstbühne bietet Kabarett- und Comedy-Veranstaltungen an. Das Programm wird gestaltet vom bekannten Kabarettisten Jürgen H. Scheugenpflug.

Schreibwerkstatt Rosenhügel: Diese kreative Textschmiede lädt in Kooperation mit dem Westdeutschen Tourneetheater (WTT) Interessierte zum gemeinsamen Schreiben ein. Menschen der Generation 50+, die gerne Geschichten erfinden und sich vorstellen können, diese dann auch öffentlich zu präsentieren, treffen sich wöchentlich. Unter Anleitung professioneller Schauspieler und Stückeschreiber entstehen Gedichte, Erzählungen, Wortreihen und "Elfchen". Die Texte werden in öffentlichen Aufführungen im WTT auf die Bühne gebracht.

Tanzschulen: In zahlreichen freien Tanzschulen in Remscheid werden Angebote für unterschiedliche Zielgruppen und Bedürfnisse bereitgehalten. Tanz-formen vom Gesellschaftstanz über Klassisches Ballett bis zum aktuellen Street Dance können erlernt werden.

Teo Otto Theater: Das Teo Otto Theater der Stadt Remscheid ist ein Gastspielhaus mit einem umfangreichen, international orientierten Spielplan aus Oper, Operette, Konzert, Musical, Schauspiel, Klassischem und Modernem Tanz, Zirkustheater, Show und Comedy, Kinder- und Jugendtheater sowie Lesungen und eine Tanzwerkstatt für Kinder und Jugendliche. Mit der Spielzeit 2019/20 plant der neue Künstlerische Leiter, theaterpädagogische Angebote aufzunehmen. Das Theater ist auch die Remscheider Spielstätte der Bergischen Symphoniker mit einem vielseitigen, bis in die Moderne reichenden Sinfoniekonzertprogramm. Ziel des Theaters ist es seit einigen Jahren, vor allem im Bereich Tanz nicht nur Traditionelles anzubieten, sondern immer auch neue Ausdrucksformen zu entdecken und dem Publikum zugänglich zu machen.

Tuchmuseum: Viele original erhaltene Gegenstände erzählen von der 200-jährigen Geschichte des einst weltumspannenden Unternehmens, das Wollstoffe herstellte. Dabei wird die Lenneper Stadtgeschichte mit ihren sozialen, technischen und ökologischen Aspekten mit berücksichtigt. Das Tuchmuseum bietet für Primarstufe und Sekundarstufe I einen Museumskoffer für den Sach- und Geschichtsunterricht. Träger des Museums ist eine Stiftung, ehrenamtliche Mitarbeitende erhalten den Betrieb aufrecht.

Volkshochschule: Mit gut 700 Unterrichtsangeboten und weit mehr als 5.000 Teilnehmenden im Jahr ist die Volkshochschule der mit Abstand größte und meist frequentierte Weiterbildungsträger in Remscheid. Das Angebot reicht von Kursen und Veranstaltungen im Bereich der allgemeinen Weiterbildung (Programmbereiche Politik, Gesundheit, Studienfahrten, etc.) über Angebote im Bereich der beruflichen Weiterbildung (Fremdsprachen, EDV, u.v.m.) bis hin zu Kursen in den Bereichen Schulische Abschlüsse, Alphabetisierung und Deutsch als Fremd-/Zweitsprache. Als lizensiertes telc-, TOEFL- und Xpert-Prüfungszentrum bietet die Volkshochschule darüber hinaus die Möglichkeit, anerkannte Sprach- und/oder Wirtschaftszertifikate zu erwerben. Im Bereich der Kulturellen Bildung ist die Volkshochschule in diverse lokale und regionale Kooperationsprojekte eingebunden. So hat sie im Frühjahr dieses Jahres im Rahmen des Projektaufrufs „Kultur und Weiterbildung“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW gemeinsam mit der Musik- und Kunstschule sowie professionellen Künstlern und Künstlerinnen das Pilotprojekt „DIY – Do it yourself – Zwischen Illusion und Kopie“ durchgeführt. Im Rahmen des besagten Projekts haben junge Erwachsene – unterstützt von einer Sängerin und Songwriterin, einem namhaften Schriftsteller sowie einem Künstler mit Schwerpunkt Performance, Tanz und Musik – sehr erfolgreich Musikvideos zu aktuellen gesellschaftlichen Themen produziert.

Westdeutsches Tourneetheater (WTT): Das WTT besteht seit 1950 und bietet bis heute eine große Auswahl an Theaterstücken für Kinder und Jugendliche sowie theaterpädagogische Angebote wie Klassenzimmerstücke, Probenbesuche, Schauspieltraining für bestehende Theatergruppen, Theaterprojekte für die Offene Ganztagsschule. Familienvorstellungen an Sonntagen laden auch außerhalb von Schule zu einem Theatererlebnis mit Eltern, Großeltern oder Freunden ein. Mit der nahegelegenen Nelson-Mandela-Sekundarschule und der Sophie-Scholl-Gesamtschule pflegt das WTT Kooperationen in Form von Stückbesuchen mit Einführung und Workshops.

(Ausschnitte aus dem 30 Seiten umfassenden „Kommunale Gesamtkonzept Kulturelle Bildung“, das die Verwaltung dem Kulturausschuss zu seiner Sitzung am 29. Oktober vorgelegt hat.)