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Wochenrückblick vom 26. September bis 2. Oktober

Wochenrückblick vom 11. bis 18. September 2022

September 2012: Der Waterbölles blättert zurück

Der Vorstand des Tennisclubs Mannesmann beim 'Ortstermin' im historischen Mannesmannpark mit den Mitgliedern der Bezirksvertretung Süd. Foto: Lothar KaiserZu einem Ortstermin im Mannesmann-Park an der Burger Straße, gleich neben dem Mannesmann-Denkmal, trafen sich am 5. September 2012 Mitglieder der Bezirksvertretung Süd mit Vorstandsmitgliedern des Tennisclubs Mannesmann. Damals war klar: Sollte der historische Park mit seinem alten Baumbestand – die Anlage wurde von den Tennisspielern seit Jahren unentgeltlich gepflegt – für einen neuen Discounter verkauft werden, würde das für den Verein das Aus bedeuten. „Für die Sorgen des Vereins zeigten die Kommunalpolitiker Verständnis; die Tennisanlage müsse erhalten bleiben“, berichtete der Waterbölles damals. „Und sie kündigten an, in der nächsten (Sonder-)Sitzung der BV am kommenden Mittwoch einen Antrag zu stellen, der schöne alte Park möge erhalten bleiben, nach Möglichkeit sogar unter Denkmalschutz gestellt werden.“
Die folgenden zwei Jahre zeigten dann: Die BV konnte (und wollte?) weder das Bauvorhaben verhindern noch so manchen Baum vor der Motorsäge bewahren. Und die beiden historischen Mannesmann-Gedenksteine verschwanden zunächst von der Baustelle, um dann 2014, auf dem evangelischen Friedhof an der Steinacker Straße in Bliedinghausen einen neuen, würdigen Platz zu bekommen.

Im September 2012 wurde bekannt, dass die bisherige Stadtkämmerin der Stadt Remscheid, Bärbel Schütte, wegen dauerhafter Dienstunfähigkeit nicht an ihren Arbeitsplatz im Rathaus zurückkehren wird. Das hatte ihr der Amtsarzt attestiert (wie zuvor bereits ein Facharzt). Die Entscheidung der von Oberbürgermeisterin Beate Wilding, die Kämmerin in den Ruhestand zu versetzen, kam daraufhin postwendend. Zugleich unterrichtete Beate Wilding die Kommunalaufsicht in Düsseldorf von der neuen Situation. Von ihr erhofft sie sich die Ausnahmegenehmigung, je nach Bewerberlage auch eine(n) ausgewiesenen Kämmerer/in einstellen zu dürfen, der/die kein Jurist ist. (Vorschrift ist eigentlich, dass ein Mitglied des Verwaltungsvorstandes die Befähigung zu  Richteramt haben muss). Dem stimmte die Kommunalaufsicht zu; denn Stadtkämmerer wurde später Sven Wiertz, bis 2014 Persönlicher Referent der Oberbürgermeisterin.

Auf dem Speicher fand Claus Kind vor zehn Jahren alte Postkarten vom Café Müller an der Hastener Straße, die damals einen anderen Namen hatte. Dass das Foto aus den 1930er Jahren stammt, ist auch an dem Foto von Adolf Hitler an der Wand des Gastraums zu erkennen.

Unbekannte entwendeten vor zehn Jahren von seinem umzäunten Lagerplatz an der Greulingstraße ca. 20 Rollen kunststoffummantelte mit einem Gesamtgewicht von mindestens 200 Kilogramm. Auch an der Walter-Freitag-Straße verschafften sich Einbrecher gewaltsam Zutritt zu einem Firmengelände. Auch dort hatten sie es auf diverse Kupferteile aus einer Lagehalle abgesehen. Das Gesamtgewicht der Beute wurde auf 700 bis 800 Kilogramm geschätzt, alles in allem also eine Tonne. In beiden Fällen muss aufgrund des hohen Gewichtes für den Abtransport ein Fahrzeug notwendig gewesen sein.

Das Taubenschgewänzchen beimn Nektar-Genuss. Foto: Hans Georg Müller.Nein, ich bin kein Kolibri!“, überschrieb Hans Georg Müller, CLUB NATUR, am 5. September 2012 über einer Sommerflieder-Blüte einen Nachtschwärmer, der einen 3.000 Kilometer langen Anflug aus dem Süden hinter sich hatte und zitierte ihn fiktiv so: „Manche denken, ich wäre mit dem Kolibri verwandt, aber wie gesagt, ich bin ein Schmetterling. Wie der Kolibri schwirre ich von einer Blüte zur anderen (auch Phlox steure ich an).  Haben Sie meinen tollen, fast drei Zentimeter langen Saugrüssel gesehen? So rücke ich der Blüte nicht zu sehr in die Blätter und kann genüsslich den Nektar schmausen. Rücken Sie bitte die Anti-Insektenlampen" aus dem Weg; die könnten mein Tod sein!“

Der Namen dieser Sommerfrische wird gesucht

In früheren Jahren hatte diese „Pension für Sommerfrischler“ (Postkartentext) sogar Anschluss ab die Remscheider Straßenbahn (Die Electrische“). Die verkehrte damals in diesem langgestreckten Tal und verband zwei Ausflugsziele miterinander, die schon damals im Bergischen sehr beliebt waren. Wie hieß das Lokal?

Wochenrückblick vom 5. bis 10. September 2022

Wochenrückblick vom 29. August bis 4. September 2022

August 2012: Der Waterbölles blättert zurück

Die meisten Zuschauer in der Sitzung der Bezirksvertretung Süd am 22. August 2012 waren Tennisspieler – Mitglieder des TC Mannesmann. Dessen von der Fa. Mannesmann Immobilien in Mülheim/Ruhr angemieteten Plätze lagen zwischen Industrieanlagen (im Osten) und einem kleinen Waldstück (im Westen), wo es an die Burger Straße grenzt. Die Verwaltung sprach von einem „historischen Park, der direkt verknüpft ist mit der Geschichte und Entwicklung der Firma Mannesmann, die ihren Ursprung in der Stadt Remscheid hat.“ Deshalb werde der Denkmalschutz zurzeit geprüft. Hat nichts gebracht, wie man längst weiß. Und der TC Mannesmann erlebte die befürchtete Kündigung des Pachtvertrages. Am Rand der Spielfläche wachsen heute Büsche und kleine Bäume

Eine Ferienzeit ganz ohne Termine war vor zehn Jahren für Bezirksbürgermeister Otto Mähler nicht vorstellbar. Bei sieben Terminen im August 2012 – einer Mischung aus Bürgersprechstunde und geselliger Runde in privatem Kreis – sammelte er damals Bürgermeinungen. So auch die von fünf Paaren zum Thema „Öffnung der unteren Alleestraße für den Fahrzeugverkehr“: „Autos in der Fußgängerzone? Watt soll der Quatsch?!!“ Da war auch nicht einer in der Runde, der sich der Forderung der Remscheider Wirtschaftsjunioren nach Öffnung der Fußgängerzone angeschlossen hätte.

Am 13. August 2012 um 23.18 Uhr meldeten Anwohner der Hofschaft Grüne (darunter auch ein dienstfreier Beamter der Berufsfeuerwehr Remscheid) einen Brand im Ausflugslokal Grüne. Beim Eintreffen der Berufsfeuerwehr und der Löscheinheit Nord der Freiwilligen Feuerwehr brannte das Dachgeschoss des Anbaus bereits in voller Ausdehnung. Das Übergreifen des Brandes auf das unmittelbar angrenzende (brandschutztechnisch nicht abgetrennte) Hauptgebäude konnte nicht mehr verhindert werden. Das Ausflugslokal Grüne wurde ein Raub der Flammen. Um die zehn eingesetzten Strahlrohre mit Löschwasser zu versorgen, mussten mehrere tausend Meter Schläuche für sechs Leitungen (jeweils drei aus den Stadtgebieten Remscheid und Wuppertal) verleget werden. Auch transportierten alle Tanklöschfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr im Pendelverkehr Löschwasser zur Brandstelle.

Stadion Reinshagen erhält im Juli einen neuen Naturrasen“, titelte der Waterbölles am 8. Juni. 2012 „Ab Juli“ wäre nach damaligem Kenntnisstand richtiger gewesen. Tatsächlich fand der offizielle erste Spatenstich durch Oberbürgermeisterin Beate Wilding, den Vorsitzenden des Sportausschusses, Hans Peter Meinecke, und weitere am Projekt Beteiligte (Foto rechts) dann erst am 21. August statt. Ohne dass klar war, wann genau die Baufirma mit den Arbeiten beginnen würde. Tatsache war allerdings, dass die Stadt inzwischen nicht mehr von Sanierungskosten in Höhe von 195.000 Euro ausging, sondern von 250.000 Euro.

Zu Beginn der neunziger Jahre wuchs die Bevölkerung im Bergischen Städtedreieck auf knapp 680.000. Das Bevölkerungswachstum war unter anderem auf die verstärkte Zuwanderung von Ostdeutschen und Aussiedlern zurückzuführen. Ab 1993 war die Einwohnerzahl dann wieder rückläufig bis auf 618.800 Nach der Prognose des Statistischen Landesamts von 2012 sollte die Bevölkerung des Bergischen Städtedreiecks bis zum Jahr 2030 um weitere  57.900 Einwohner schrumpfen, die Remscheider Bevölkerung deutlich um 17.600 Einwohner. Davon ist inzwischen nicht mehr die Rede.

Foto: Lothar KaiserIn den Grundstein für die Bodenplatte des neuen Gemeinschaftshaus "Neue Mitte Honsberg" legte GEWAG-Vorstand Hans-Jürgen Behrendt am 24. August 2012 eine sogenannte Zeitkapsel, einen mit allerlei „Zeitzeugen“ gefüllten Zylinder aus rostfreiem Stahl. Oberbürgermeisterin Beate Wilding steuerte „das nötige Kleingeld“ (einen eingeschweißten Satz Euro-Münzen“) sowie den Zuwendungsbescheid der Bezirksregierung und den Finanzierungsbeschluss des Rates der Stadt bei, Hans-Werner Walter, der Prokurist der GEWAG, folgte mit den Bauplänen. Von Ralf Noll, dem Leiter des Mehrgenerationenhauses „Lindenhof“, kamen kleine Mauerbrocken vom jetzigen Mehrgenerationenhaus. Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein steuerte die aktuellen Ausgaben der Bergische Morgenpost und des RGA sowie die Berichte des Internetforums „Waterbölles“ vom Vortag bei. Und Pfarrer Hans-Günther Korb packte die Vereinbarung über die Selbstverpflichtung zur Zusammenarbeit im Gemeinschaftshaus hinzu.
Es war eine feierliche, aber auch fröhliche Grundsteinlegung. Dafür sorgten der Schülerchor der Honsberger Grundschule, die Chorgemeinschaft Hazet und Honsberger Männergesangsverein, die Zumba-Tanzgruppe der Offene Ganztagsgrundschule Honsberg des Stadtteil e.V. und Esra Uzun am Saiteninstrument Saz mit Volksliedern aus der Türkei - . „die besten Vorboten für die zu erwartende Vielfalt künftiger kultureller Ereignisse im Gemeinschaftshaus ‚Neue Mitte Honsberg’“, so Berendt.

Vertreter des Bergischen Städtedreiecks und der Region Köln/Bonn unterzeichneten am 20. August 2012 einen Kooperationsvertrag zwecks engerer Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen. „Schon heute pflegen die beiden regionalen Institutionen, der Region Köln/Bonn e.V. sowie die Bergische Entwicklungsagentur eine projektbezogene Zusammenarbeit – insbesondere im Bereich des Tourismus“, hieß es damals. So sollten die Unternehmen beider Regionen noch besser mit den Fachhochschulen und Universitäten vernetzt werden, um deren wirtschaftsbezogene Aktivitäten und Kompetenzen systematisch zu nutzen. Nach zehn Jahresn wäre es also an der Zeit, mal eine Bilanz zu ziehen…

Wochenrückblick vom 23. bis 28. August 2022

Wochenrückblick vom 15. bis 22. August 2022

Zeit für eine Rückkehr zum politischen Alltag

Waterbölles-Kommentar

Ja, es stimmt: Die Wahl von Bezirksbürgermeister Markus Kötter, der sie selbst leitete (als noch stellvertretender Bürgermeister), war geheim. Die Wahl stand als Punkt 3 auf der Tagesordnung. Hätte also, wenn alles nach Plan gelaufen wäre, bei regulärem Beginn der Sitzung (17.30 Uhr) gegen 17.35 Uhr beginnen können. Doch bis 18 Uhr – dann endlich eröffnete Kötter die Sitzung – verlief nichts wie sonst. Zwar wäre die Bezirksvertretung schon um 17.30 Uhr beschlussfähig gewesen, wenn sich alle bis dahin im evangelischen Gemeindehaus erschienenen BV-Mitglieder der CDU im Saal hätten blicken lassen. Taten sie aber nicht. Mal kam der eine, mal kam der andere, und ein weiterer ging wieder hinaus.

Schon bald war klar: Die CDU wartete auf das einzige BV-Mitglied, das sich verspätet hatte: Colin Cyrus von den Linken. Der hatte schon im Vorfeld der Sitzung verlauten lassen, dass er seine Stimme Kötter geben wolle. Und darauf wollte dieser – aus seiner Sicht verständlich – nicht verzichten. Denn sonst wäre die Wahl mit einem Patt ausgegangen und hätte zu einem Losentscheid geführt. Mit ungewissem Ausgang, wie sonst? Mit Cyrus im Saal war das nicht zu befürchten. Und dafür organisiert man dann auch gerne einen „Fahrdienst“…

Da stellt sich eine entscheidende Frage: Kann ein Sitzungsleiter eine Versammlung so lange hinausschieben, bis das erhoffte Wahlergebnis nicht mehr gefährdet erscheint? Klare Antwort (nach Rücksprache mit jemandem, der sich in Fragen des Wahlrechts auf kommunaler Ebene auskennt): Das kann er! Allerdings vorausgesetzt, es erhebt sich dagegen kein Widerspruch. Da hätten schon die öffentlich geäußerten Bedenken eines einzigen BV-Mitglieds gereicht, um die spätere Wahl juristisch überprüfen lassen zu können. Davon habe ich in dieser halben Stunde im Gemeindesaal aber nichts gehört. Die jetzigen Kritiker/innen der Wahl aus den Reihen von SPD, FDP und Grünen müssen sich deshalb nun selbst den Vorwurf machen, eine Chance (aus peinlicher Unkenntnis?) vertan zu haben. Sie sollten daher jetzt zum politischen Alltag zurückkehren!

Schüler*innen wird im Alltag Rassismus bewusst

Pressemitteilung der Alexander von Humboldt-Realschule

Schüler*innen der Alexander von Humboldt-Realschule über ihnen gestrigen vierstündigen Workshop zum Thema „Bloggen gegen Rassismus“ mit dem Politologen und Journalisten Said Rezek. Am Anfang beschäftigten wir uns mit der Frage, was Rassismus ist und wie Menschen dabei benachteiligt werden. Wir haben uns rassistische Kommentare und einige Artikel gegen Rassismus angeschaut. Es kam die Frage auf, ob es Rassismus gegen Weiße gibt. Wir kamen zu dem Ergebnis, dass es keinen strukturellen Rassismus gegen weiße Menschen gibt. Am Ende lernten wir, wie wir einen eigenen Blog zum Thema Rassismus schreiben können, überlegten uns Ideen dazu und trugen sie vor.

Was kann man gegen Rassismus tun? Diese Frage war unsere letzte Aufgabe und wir sollten fünf Möglichkeiten finden, wie man gegen Rassismus vorgehen kann. Hilfe holen, sich einmischen, Beiträge liken und teilen, Kommentare schreiben und rechtliche Schritte einleiten wurden als Positivbeispiele genannt. Unser Fazit ist, dass der Workshop informativ war. Man hat viel dazugelernt, und es wurde uns bewusster, dass Rassismus im Alltag eine starke Rolle spielt, wie Rauch, der unsichtbar ist, aber den man einatmet (Naima, Jumana, Ranim und Sophie, 9. Jahrgang der AvH, und Mitglieder der AG SoR SmC).

(Sabine Yündem, Lehrerin der AvH: „Die Schüler*innen waren sehr interessiert und motiviert. Sie haben persönliche Erfahrungen im Umgang mit Hate Speech in sozialen Netzwerken und Rassismus im Alltag miteinander geteilt. Gemeinsam haben wir auch uns ausgetauscht, „wie jeder jeden ein positives Gegengewicht setzen kann“, so das Feedback von Said Rezek. Die Schüler*innen dankten ihm, dass er sich die Zeit genommen und ihnen vor Augen geführt habe, dass Rassismus nicht abzuschaffen ist und man lernen muss, damit um- und dagegen anzugehen. (Danke an die Ulrike und Lothar Kaiser Stiftung (waterboelles.de), danke an das KI Remscheid und danke an den Förderverein der AvH, die den Workshop „Bloggen gegen Rassismus“ mit Said Rezek ermöglicht haben.)