Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Mit Energieeffizienz ist das so eine Sache...

Die Waterbölles-Glosse

Egal, ob es sich um den Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr handelt oder um den Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung (BUKO): Monika Meves vom Umweltamt der Stadt Remscheid ist in beiden Gremien ein häufiger Gast. Umwelt, Klimaschutz und Energieeffizienz sind ihre Themen. Gestern wollte sie im BUKO einen Überblick geben über „aktuelle Projekte zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel“.

Der Beamer warf schon ein buntes Bildchen auf die Leinwand, als die Sitzung um 17 Uhr begann. Denn zuvor hatten sich Bauausschuss und BUKO gemeinsam einen Vortrag zum neuen Radverkehrsplan angehört (und angesehen, da die Referentin mit PowerPoint arbeitete). Die Temperatur im Großen Sitzungsaal gegen 17 Uhr: Gefühlte 40 Grad. Allgemein schweißtreibend!

Die Beamer strahlte sein buntes Bildchen weiter an die Wand, verteilte seine heiße Luft im Raum,  geflissentlich von allen Ausschussmitgliedern und Vertretern der Verwaltung übersehen. Um 18 Uhr , die Temperatur war unerträglich geworden, bat ich den am nächsten in vorderer Reihe sitzenden Chef der TBR, Michael Zirngiebl, darum, den Stecker zu ziehen. Doch der signalisierte: Da kommt noch ein Vortrag. Das war der von Monika Meves.

Um 18.30 Uhr wurde der Tagesordnungspunkt von der Ausschussvorsitzenden Tanja Kreimendahl aufgerufen, und Monika Meves stand auf. Doch nicht, um zum Rednerpunkt vor der Projektionsleinwand zu gehen, sondern um mit Hinweis auf die Hitze zu erklären, die ausgearbeiteten 50 PowerPoint-Folien werde sie jetzt nicht vorzeigen, sondern dem Protokoll der Sitzung beilegen.

Sie glauben gar nicht, wie schnell Michael Zirngiebl den Beamer erreichen und ausmachen konnte.

Und was lehrt uns das? Umwelt, Klimaschutz und vor allem Energieeffizienz sind in der Theorie ein leichter zu bestellendes Feld als in der Praxis!

Apropos Protokoll: Es gab in der Sitzung noch zwei Mitarbeiter der Verwaltung, die ihren Vortrag mündlich hielten, der eine derart mit Zahlen gespickt, dass Tanja Kreimendahl später bekannte, nach der Hälfte des Vortrags den Anschluss verpasst zu haben, und der andere unüberhörbar abgelesen. Öffentlichkeits- bzw. pressefreundlich? Keine Spur! Abner das hat in der Remscheider Stadtverwaltung ja Tradition.
Dem zweiten Mitarbeiter habe ich als Dauer-Optimist dann meine Visitenkarte mit meiner E-Mail-Adresse gegeben: Er könne einen Text schneller vorlesen, als ich ihn mitschreiben könnte. Ich glaube, er hat den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden.

 

Juni 2009: Der Waterbölles blättert zurück

Zwei Sekunden nach der einstimmigen Wahl: Burkhard Mast-Weisz strahlte. Foto Lothar Kaiser Für weitere acht Jahre wurde Burkhard Mast-Weisz vor zehn Jahren ohne Nein-Stimmen und Enthaltungen zum städtischen Beigeordneten für Bildung, Jugend, Soziales, Gesundheit und Sport gewählt. Inne hatte er das Amt dann aber nur fünf Jahre. Denn bei der Oberbürgermeister-Stichwahl am 15. Juni 2014 setzte er sich gegen seinen Gegenkandidaten Jochen Siegfried von der CDU mit 57,5 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen durch. Mast-Weisz war 1995 bis 2001 Leiter des Wuppertaler Stadtbetriebs Jugend und Freizeit, bevor er als Sozialdezernent nach Remscheid wechselte.
Für Samstag, 6. Juli, 11 Uhr, hat die Remscheider SPD ihre Mitglieder zu einer außerordentlichen Vollversammlung in die Mensa der Sophie-Scholl-Gesamtschule auf dem Hohenhagen eingeladen. Zitat: „Wir wollen „die Nominierung einer Kandidatin oder eines Kandidaten für die Wahl einer Oberbürgermeisterin / eines Oberbürgermeisters vornehmen.“ Vorschlagsberechtigt für öffentliche Wahlen sind laut Organisationsstatut alle Mitglieder der SPD. Aber Sie können jetzt schon mal raten, auf wen die Wahl für die nächste (weitere) Amtsperiode wohl fallen wird. ;-)

Foto: Lothar KaiserAls neuer Hausherr des Steffenshammers präsentierte sich im Juni 2009 der Öffentlichkeit erstmals der gemeinnützige „Steffenshammer e.V. - Verein zur Förderung historischer Schmiedetechnik“. Der 1746 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Hammer, in dem einst Werkzeugen und Kleineisenwaren hergestellt und Raffinierstahl geschmiedet wurde, war von der Stadt samt dem umliegenden 4.484 Quadratmeter großen Grundstück zum symbolischen Kaufpreis von einem Euro an den Verein abgegeben worden. Der Verpflichtete sich damals, den historischen Hammer zu erhalten und vielfältig zu nutzen – für Führungen und Besichtigungen, Schmiedekurse, Firmenevents und Privatfeiern. Zitat: „Das Schmieden mit historischen Techniken soll den Hammer auf authentische Weise mit Leben füllen und die Arbeitswelt unserer Vorfahren heute für Kinder und Erwachsene erlebbar machen.“ Und das geschieht bis heute.
Mitglieder der Artistic Jumpers beim Großreinemachen. Foto: Jochen Wende Vor zehn Jahren bekam Remscheid ein neues Sportzentrum, das „Spoz“ an der Remscheider Straße in Lüttringhausen. Eine frühere Fabrik, gemietet von der Industriehof Lüttringhausen GmbH, ist seitdem das Domizil der beiden Betreibervereine artistic-jumpers Remscheider TV e.V. und Lüttringhauser TV 1869 e.V. Aus der alten Industriehalle war in 10.000 ehrenamtlichen Stunden unermüdlicher Arbeit eine moderne Übungsstätte geworden, bestehend aus zwei Sporthallen (25 x 12 Meter bzw. 15 x 8 Meter), einem Mehrzweckraum (20 x 8 Meter) großem Geräteraum, Sanitär- und Umkleideräumen sowie Sauna- und Wellnessbereich (Nutzfläche insgesamt 830 m2). Dabei war erst im Februar 2008 wurde mit Abbrucharbeiten im Inneren der Werkhalle begonnen worden.

Ein Kreisverkehr ist auf Dauer wirtschaftlicher als eine Ampelkreuzung. Zu diesem Ergebnis kam vor zehn Jahren eine Sonderprüfung des Rechnungsprüfungsamtes der Stadt. Sie galt der Kreuzung Hackenberger Str./Hans-Potyka-Straße in Lennep. Nachdem die Unternehmensberater von Rödl & Partner aus Kostengründen die Umrüstung von Ampelanlagen auf LED-Technik empfohlen hatten, hatte der Verwaltungsvorstand den Vergleich der Bau- und Unterhaltskosten von Kreisverkehr und Ampelkreuzung  in Auftrag gegeben. Fazit: „Die Variante Kreisverkehr ist die wirtschaftlichere.“ Aber: Die 380.000 Euro an Umbaukosten gab der Etat der finanzschwachen Stadt Remscheid damals nicht her. Zwei Kreisverkehre jüngeren Datums konnte die Verwaltung damals nennen – den auf der Dreher Straße und den auf der Hohenhagener Straße. Ich glaube nicht, dass in den vergangenen Zehn Jahren noch einer dazugekommen ist.

Großer Andrang beim Remscheider Bahnhofsfest: Am20. Juni 2009 besichtigten zahlreiche Remscheider und auswärtige Besucher, was am Remscheider Hauptbahnhof („Haltestelle“) mit Hilfe von 26 Millionen Euro (das meiste davon Landeszuschüsse) innerhalb von drei Jahren an die Stelle der alten Bahnhofsgebäude getreten war – ein moderner Baukomplex, geprägt von Stahl, Beton und Glas. Das dreigeschossige Gebäude im Nordteil beherbergte bei der Eröffnung eine Buchhandlung, ein Sportgeschäft, eine Cocktailbar und einen Computerladen. Nicht alle Läden werden heute noch in gleicher Weise betrieben...
„Vor dem Hintergrund der sich immer weiter verschlechternden Finanzsituation der Stadt Remscheid“ verzichteten „die den „Zukunftspakt Remscheid“ tragenden Fraktionen von SPD, FDP und Grünen im Juni 2009 auf Reden zur Verabschiedung des städtischen Haushalts 2009. Stattdessen formulierten sie einen Aufruf an die Landes- und Bundesregierung. Der sollte einmal mehr verdeutlichen, „dass weitere Einsparungen die Substanz der Stadt angreifen. Schon heute übersteigt die Schuldenaufnahme bei weitem die Ausgaben der freiwilligen Leistungen Remscheids. Die Vergeblichkeitsfalle kann nur durch Unterstützung des Landes und des Bundes vermieden werden.“ Das zu betonen werden die betroffenen Kommunen bis heute nicht müde.

Thomas O. Schmittkamp führt "Lennep offensiv" seit nunmehr zehn Jahren. Im Juni n2009 war er erstmals in der Nachfolge von Stefan Freund zum 1. Vorsitzenden von „Lennep offensiv“ gewählt worden. Zum 2. Vorsitzenden wurde Dr. Gerhard Wollnitz gewählt. Beide betonten damals, mit kontinuierlicher Arbeit und gemeinschaftlicher Anstrengung könne die Situation in Lennep Schritt für Schritt weiter verbessert werden. Heute kann man sagen: Sie hatten Recht!

Innerhalb kurzer Zeit verlor der Remscheider General-Anzeiger (RGA) im Juni 2009 zwei leitende Mitarbeiter: Zuerst Verlagsleiter Thomas Bischzur und dann Chefredakteur Wolfgang Schreiber.

Vor zehn Jahren tagt in Remscheid die Kommission der deutschen Frauenbeauftragten.  Oberbürgermeisterin Beate Wilding nahm dies zum Anlass, um die städtischen Mitarbeiterinnen aufzufordern, sich verstärkt für Leitungsaufgaben zu interessieren und zu qualifizieren, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Aber heißt es auch heute noch: „Wes gibt viel zu tun...!“

„Da werden wir in einigen Jahren erhebliche Probleme bekommen“, sagte im Juni 2009 beim „Presseclub“ in der Denkerschmette der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke. Er hatte im SPD-Ortsverein Lüttringhausen nach Kandidaten für den Rat und die Bezirksvertretung gefragte: „Da winkten alle ab.“ Das sei zu kompliziert, zu aufwendig.“ Ohne staatsbürgerliches Bewusstsein keine Bereitschaft zum Ehrenamt! : In der Diskussion wurde auch die Meinung vertreten, der Politik fehle die Portion Glamour, ohne die es heutzutage wohl nicht mehr gehe. Und deshalb nehme die Zahl derjenigen zu, die in der griechischen Antike „Idiotes“ (ἰδιώτης) genannt wurden, weil sie weder ein öffentliches Amt innehatten noch sich am politischen Leben beteiligten. Ein Erklärungsansatz: „Defizite in den Schulen“. Hans Peter Meinecke setzte damals Hoffnungen auf die Ganztagsschule, um bei Jugendlichen das staatsbürgerliche Bewusstsein zu wecken. Wie sehen das heute die Lehrerinnen und Lehrer dieser Schulen?

OB Wilding und Dr. Pavel Hagyari enthüllen das Straßenschild.  Foto: Lothar Kaiser Auch eine Delegation aus Prešov kam zur Straßentaufe im. Juni 2009. Seitdem heißt die ehemalige Ladestraße am Bahnhof offiziell „Prešover Straße“. Seit 1989 besteht zwischen der Stadt Remscheid und der slowakischen Stadt Prešov eine Städtepartnerschaft. Dafür engagieren sich in beiden Städten Bürgervereine.

Elektro-Tretroller (“Scooter“) sind heutzutage in aller Munde. Die Firma  Heni war vor zehn Jahren ein Vorreiter in der Produktion dieser Gefährte. Am 15. Juni 2009 veröffentlichte der Waterbölles ein Foto, auf dem Heni-Geschäftsführer Dirk Niemeyer einen Akku-betriebenen Roller mit 30 Kilometer Reichweite an Carsten Seidel von den EWR übergab. Der konnte sich damals „durchaus vorstellen, in PSR-Parkhäusern eigene Stellplätze für die Elektroroller zu schaffen“.

Die Demo heute auf dem Rathausplatz sah aus wie ein Kinderfest. Fotos: Lothar KaiserWie ein Kinderfest sah der Streik aus, zu dem sich vor zehn Jahren Erzieherinnen und Erzieher aus Remscheider Kindertagesstätten auf dem Rathausplatz versammelten. Die Gewerkschaft ver.di hatte dazu aufgerufen, und erschienen waren auch Väter und Mütter (aus Solidarität) und Jungen und Mädchen (weil es einfach Spaß machte). Eine Forderung der der Beschäftigten war damals die nach einem höheren Stellenwert ihrer Arbeit in der Gesellschaft.

Der Keller eines alten GEWAG-Hauses in Honsberg. Foto: Lothar Kaiser Die Wohnungsbaugesellschaft GEWAG, eine „Tochter“ der Stadt, bereitete vor zehn Jahren den Abriss von fünf Häusern auf dem Honsberg vor. Baujahr 1953, erworben 1999. Der substanzielle Zustand der Gebäude lasse eine wirtschaftliche Sanierung insbesondere im Hinblick auf eine energetische Optimierung und eine neuzeitliche Grundrissgestaltung nicht zu, hieß es damals. Die Häuser hatten 50 Wohnungen mit insgesamt 2.096 Quadratmetern. Das ergab eine durchschnittliche Wohnungsgröße von 42 Quadratmetern. Durch ein offenes Kellerfenster fotografierte der Waterbölles damals eine Waschküche wie aus den 1960er Jahren mit einem Waschbottich, der mit Kohle befeuert wurde – das Abgasrohr zum Schornstein ist gut zu erkennen -, und rechts an der Wand ein gemauertes Becken, in dem die gewaschene Wäsche gespült wurde.

Wochenrückblick vom 17. bis 23. Juni 2019

Woolworth: Nix wie raus aus dem Schatten des Pavillons

Zum 30. Juni 2020 hat die Modekette Olymp und Hades der Kölner Görgens-Gruppe ihre Filiale im Erd- und Obergeschoss des Hauses Alleestraße 68 nahe dem Alleecenter-Brunnen gekündigt. Damit hat es der Filialist in Remscheid gerade mal zehn Jahre ausgehalten; 2009 war er dort eingezogen, nachdem das Modegeschäft H&M den Standort aufgegeben hatte. Baudezernent Peter Heinze, darauf vor Beginn der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid angesprochen, nennt das einen „großen Verlust“, zuckt aber auch die Achseln. So sei eben das Marktgeschehen heutzutage. Ein Textilanbieter weniger in Remscheid. Man kann sie fast schon an einer Hand abzählen.
Der Nachmieter steht schon fest, reißt gleichzeitig aber an anderer Stelle der Alleestraße eine Lücke auf: Die Filiale Warenhauskette Woolworth zieht um. Immobilienbesitzer Leonhard Schönhals gibt sich gelassen. Wohnungen statt Kaufhaus? Der einzige Remscheider, den das wirklich umtreibt, scheint Ralf Wieber zu sein, der Vorsitzender des Marketingrates und Geschäftsführer der Immobilien- und Standortgemeinschaft Alleestraße (ISG). Er sieht sich - wieder einmal – in der Auffassung der ISG und ihres Beraters Edgar Neufeld, Stadt- und Immobilienentwickler aus Bochum, bestätigt, dass die Pavillons auf der Alleestraße der Einkaufsmeile nur schaden. Für den Einzelhandel seien die Standorte im Schatten der Pavillons schwierig, deshalb sei jetzt auch Woolworth dort weggegangen, weil man das Geschäft von der oberen Alleestraße aus gar nicht sehen kann, betont Wieber.

Von der Politik bisher dazu offiziell kein Wort. Und die Verwaltung? Verweist in ihrer jüngsten Vorlage „Zeitplanung der Maßnahmen zur Revitalisierung der Innenstadt“ zur Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid am vergangenen Dienstag auf einen Beschluss des Rates der Stadt, in dem der Abriss der (oberen) Pavillons abgelehnt wird. Kleine Hintertüre in der Vorlage: „In Abhängigkeit von den künftigen Sanierungszielen ist diese Maßnahme ggf. zu überprüfen.“ Ralf Wieber würde es freuen. Erst jetzt hat er in lokalen Medien Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu einer Kurskorrektur aufgefordert.

Aus der Sicht der ISG wäre eine Kehrwende schon lange fällig. Zur Erinnerung: Am 28. November 2017 veröffentlichte der Waterbölles ein Video-Interview mit Berater Neufeld. Zitat daraus: „Wichtig ist zu verstehen, welchen enormen, schwerwiegenden, negativen wirtschaftlichen Einfluss diese Fremdkörper auf die Immobilien der gesamten Allee haben. Das ist ein Vielfaches des Wertes der Pavillons.“ Das hat die ISG seitdem mehrfach bekräftigt. Etwa am 4. Februar 2019 im Waterbölles: „ISG sieht für Pavillons keine Überlebenschance“. Am 22. Mai auch Edgar Neufeld wieder, als er auf der Kleinkunstbühne der „Schatzkiste“ am Markt vor Immobilienbesitzern und Einzelhändlern sprach: Die Pavillons stünden dem Gebot „Sehen und gesehen werden“ diametral entgegen. Neufeld stellte an diesem Abend  s e i n  Konzept einer Umgestaltung der Alleestraße vor. Zitat daraus: „Die drei ... Pavillons blockieren Sichtbarkeit und Frequenzen. Der erste westliche Pavillon an der Grenze zur Oberen Allee wirkt optisch wie eine Wand, die die Sicht auf die Alleestraße als Ganzes versperrt, und ist ein gefühlter Endpunkt der Remscheider Hauptgeschäftslage.“

Interessant: Die Hildesheimer Lichtplaner, deren Beleuchtungskonzept die Mitglieder der Bezirksvertretung Alt-Remscheid am Mittwoch zustimmten, teilen die Auffassung von Edgar Neufeld und der ISG, dass die Alleestraße durch die Pavillons zerteilt wird und nicht als Allee wahrnehmbar ist. Aber das ist weder den Kommunalpolitikern noch der Verwaltung eine Bemerkung wert. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

Treffen der Skoliose-Selbsthilfegruppe

Am Dienstag 25.Juni, von 18 bis 20 Uhr findet der nächste Infoabend der Skoliose-Selbsthilfegruppe (SHG) für das Bergische Land in Remscheid im Seniorenzentrum "Alloheim", Burger Straße 193,statt. Wir möchten alle von Skoliose Betroffenen ansprechen und einladen, vor allem aber auch Eltern von betroffenen Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit bieten, sich über Skoliose zu informieren. Selbstverständlich sind auch Kinder und Jugendliche eingeladen, an unserer Gesprächsrunde teilzunehmen. Wir informieren über Behandlungsmaßnahmen der Skoliose und anderen Wirbelsäulenerkrankungen, konservativ und operativ; Orthopäden, Physiotherapeuten, Rehakliniken und operative Kliniken.

Sicherlich gibt es viele Fragen zu Therapien, Korsett und als letzte Möglichkeit auch die Operation. Wir bemühen uns, Ihnen die gewünschten Informationen zu geben. Skoliose ist eine seitliche Verbiegung mit gleichzeitiger Rotation der Wirbelsäule. Es gibt mehrere Ursachen, sie kann im Wachstum bei Kindern auftreten, bei Mädchen häufiger als bei Jungens. Eine frühzeitige Erkennung und gezielte fachliche Therapie kann eine Verschlechterung verhindern, oder gar eine Verbesserung der Verkrümmung erreichen. Info unter: www.skolioseselbsthilfe.de,  www.bundesverband-skoliose.de,  Mail: shgbergischland@online.de">shgbergischland@online.de. (Klaus Bothe)

 

Artikel vollständig lesen

Erst Grundsatzbeschluss, dann vorbereitende Untersuchung

Waterbölles-Kommentar

Als erste Bezirksvertretung hat gestern die von Alt-Remscheid einstimmig beschlossen, dem Rat der Stadt die „Einleitung einer vorbereitenden Untersuchung im Bereich Alleestraße mit dem Ziel einer förmlichen Festlegung eines Sanierungsgebietes“ zu empfehlen. Zugleich soll der Kämmerer ermächtigt werden, hierfür im Haushaltsjahr 2020 Aufwendungen in Höhe von bis zu 140.000 € überplanmäßig bereitzustellen. Den Vorschlag, für die Alleestraße ein solches Sanierungsgebiet festzulegen, hatte die Verwaltung am 28. März selbst gemacht, um so die „Alleestraße als Hauptzentrum der Stadt Remscheid langfristig in seiner zentralörtlichen Funktion zu stärken" und, Zitat, „die vorhandenen Potentiale (u.a. Aufenthaltsqualitäten und Grünstrukturen) ... als Mittelpunkt des öffentlichen Lebens wieder neu aufkommen zu lassen“, zugleich aber auch wegen zurückläufigem Einzelhandel „parallele Nutzungen wie Kultur, Freizeit, Sport und Gastronomie insgesamt zu unterstützen“. Gefördert werden solle aber auch der Einzelhandel, „soweit es sich um perspektivisch nachhaltige und qualitätsvolle Angebote handelt“. Das klingt nach einer Quadratur des Kreises, die schon viele vergeblich versucht haben. Denn auch das soll ein Ziel sein: „Als Wohnstandort ist die Alleestraße in der Qualität ihrem Potential nach aufzuwerten.“

Die Verwaltung empfiehlt, die Sanierungsmaßnahme in kurz-, mittel- und langfristige Sparten zu gliedern, um sie „schnellst möglich in Angriff nehmen zu können". Doch woraus genau diese Sanierungsmaßnahme bei zeitgleich möglich reibungslos fortdauernden Stadtumbaumaßnahmen des Revitalisierungskonzeptes bestehen soll, ist noch abzuklären. Die Verwaltung werde „einen Vorschlag für die Inhalte einer Voruntersuchung / Leistungsbeschreibung erarbeiten, der in einem öffentlichen Beteiligungsprozess fortentwickelt werden soll“, heißt es in der Beschlussvorlage. Dass darin auch auf die "Zeitplanung der Maßnahmen zur Revitalisierung der Innenstadt" (DS 15/6264) verwiesen wird, könnte nur jemanden hoffen lassen, der diese Mitteilungsvorlage (***) nicht gelesen hat. So aber ist nicht ausgeschlossen, dass die Sanierungsmaßnahme Rat, Verwaltung zwar nicht bis zum St. Nimmerleinstag, aber doch etliche Jahre beschäftigen wird. Ob das der Alleestraße gut tun wird?

(***) "Das Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt hatte der Rat der Stadt in seiner Sitzung am 18. Juni 2015 einstimmig ... beschlossen. Darin war der Zeit- und Kostenplan „zwar integriert, er wurde aber nicht explizit durch Beschlussfassung festgelegt. Der Rat beschloss auf der Grundlage eines Änderungsantrages vielmehr, dass die Umsetzung einzelner Maßnahmen nach Beschlussfassung durch den Rat und die Bezirksvertretung erfolgt, ferner, dass  die Maßnahmen und Handlungsfelder unter Beteiligung der Öffentlichkeit kontinuierlich anzupassen und weiterzuentwickeln sind und das Konzept entsprechend fortzuschreiben ist. Diese Beschlussfassung ermöglichte, dass der komplexe Stadtumbau in der Innenstadt nicht durch ein vorab festgelegtes, statisches Planungsinstrument in seiner Flexibilität eingeschränkt wird, sondern dass während des Umbauprozesses auf sich verändernde Rahmenbedingungen und Möglichkeiten (z.B. private Investitionen, Bereitstellung öffentlicher Mittel, Ergebnisse von Beteiligung, politische Diskussion) eingegangen werden kann, ohne die Notwendigkeit, Veränderungen der Zeit- und Kostenplanung im Einzelnen vorab jeweils beschließen zu lassen. (...)
Das Konzept zur Revitalisierung der Innenstadt hat den Charakter eines Masterplans, dessen komplexes Maßnahmenpaket in einem mehrjährigen Prozess umzusetzen ist. Eine verlässliche Zeitplanung ist daher aus Sicht der Verwaltung unseriös. Die Zeitplanung dient vielmehr zur Orientierung." (aus:
(DS 15/6264)

Wochenrückblick vom 9. bis 16. Juni 2019

Waterbölles fehlen noch 583 YouTube-Abonnenten

Sollten Sie eine eigene Homepage mit Links auf andere haben, können Sie dieses Banner gerne verwenden.Liebe Leserinnen und Leser,

Werbeeinnahmen über YouTube können der Lothar und Ulrike Kaiser-Stiftung zurzeit noch nicht zugutekommen, folglich auch nicht gemeinnützigen Projekten in Remscheid. Und das hat folgenden Grund:

Zurzeit hat Waterbölles auf YouTube 417 Abonnenten. Es wäre schön, wenn es 1000 wären. Denn bei weniger als 1000 Abonnenten zahlt YouTube keine Werbeeinnahmen aus; das ist eine Geschäftsbedingung. Die zweite: Die Video-Wiedergabezeit eines einzelnen Kanals muss in den zurückliegenden zwölf Monaten 4000 Stunden überschritten haben. Diese Hürde hat der Waterbölles längst mit 4.325 Stunden gemeistert. Es fehlen also leider „nur“ noch 583 Abonnenten.

Unterstützen Sie den Waterbölles und seine Stiftung, indem Sie den Kanal abonnieren – kostenlos. Sie finden Waterbölles auf YouTube unter https://www.youtube.com/user/kailo47. Das geht so: Klicken Sie ein Waterbölles-Video an, um es sich anzusehen. Unter dem Film wird Ihnen dann das Button „Abonnieren“ angezeigt, um das Abo zu starten. 608 Videos hat der Waterbölles bis heute auf der Internetplattform YouTube veröffentlicht. Die meisten davon zu Ereignissen in Remscheid.

Der Stiftungsvorstand würde sich freuen, die Einkünfte aus YouTube künftig für Spenden verwenden zu können.

Ihr
Lothar Kaiser

Gewöhnungsbedürftig: Biere wurden in 0,1l-Gläser gezapft

Zum „Hopfenfest“ auf dem Rathausplatz hatte der kommerzielle Veranstalter aus Bochum Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bewegen können. Vielleicht hätte der vorher besser mal einen Blick in die Liste mit den Mietpreisen für die Container und die übrigen Konditionen geworfen. Andererseits: Dass Veranstalter solcher Events meist finanziell auf der sicheren Seite stehen, die Betreiber der einzelnen Stände (Container) aber nicht, weil vom Wetter abhängig, ist nicht neu. Bleibt noch die Frage, wie es den Besucher/innen gefallen hat. Die Biere wurden in 0,1l-Gläsern ausgeschenkt, damit die Gäste die Möglichkeit hatten, unterschiedliche Biere zu probieren. Das hatte für Bierkenner durchaus Sinn. Aber was kostete denn eine solche Probier-Portion? Ich weiß es nicht. Weil dieses „Fest“ glatt an mir vorbeigegangen ist.

Wochenrückblick vom 3. bis 9. Juni 2019

 

Kindergarten Hasten hofft auf erfolgreiches Crowdfunding

Nachdem der alte evangelische Kindergarten Hasten, Moltkestraße 13, vor nunmehr 22 Jahren (1997) abgerissen worden war, entstand dort, teilweise auf dem Fundament des alten, ein Neubau für vier Gruppen gleich 75 Kinder. Monika Hesse kennt beide Häuser. Denn sie leitet den Kindergarten seit dem 1. September 1982, und unter den 75 Jungen und Mädchen, die ihn gegenwärtig besuchen, sind fünf, deren Mütter oder Väter sich dort selbst als kleine Kinder sehr wohl gefühlt haben. Ein solches Wiedersehen mit „den Kleinen von Einst“ erlebte Monika Hesse auch in früheren Jahren schon einige Male. Auch mit Katrin Kremer. Sie ist jetzt die Kassiererin im neuen Förderverein des ev. Kindergartens Hasten e.V. Der wurde am 17. November vergangenen Jahres gegründet (1. Vorsitzende Stefanie Runge, 2. Vorsitzender Tobias Lüttenberg), hat mittlerweile 23 Mitglieder, bekam im März die Bestätigung der Gemeinnützigkeit durch das örtliche Finanzamt und kann sich seitdem um Sponsoren bemühen für sein erstes großes Projekt: Die Gestaltung eins abwechslungsreichen, pädagogisch sinnvollen und anregenden Außengeländes.

Pläne dafür gab es schon 1997. Doch leider konnten sie damals nur teilweise realisiert werden, so dass sich im Zentrum des Außengeländes eine relativ große, ungenutzte Freifläche befindet, ein schattiger kleinere Erdhügel. Der soll nun zur "Großen Bewegungsbaustelle" werden. Kein Spielgerät im klassischen Sinn, sondern ein „Spielraum mit Spielwert", wo die Kinder selbst Hand anlegen und aus bereitgestellten Materialien Buden und Verstecke bauen können, ein Raum zum Konstruieren und Gestalten, zum Probieren, Scheitern und Neuanfangen und zum Stolz auf das sein, was man letztendlich geschafft hat. Und darum herum sollen sich weitere Spielgeräte gruppieren, etwa eine Hütte für „nachdenkliche Architekten“, eine „Tankstelle mit Werkstatt“, eine „Fischerhütte“ und ein „Kükenbach“ (beides für den U3-Bereich). Die Erzieherinnen und Erzieher hatten Ideen für nachhaltige, kreative Spielgeräte gesammelt und diese an die „Spiel-Werkstatt Jens Jürgensen“ aus Detmold herangetragen. Dort rechtete man und nannte als Preis für die "Großen Bewegungsbaustelle" 4637,43 €. Alles im allem wird die Neugestaltung des Außengelände aber rund 20.000 Euro kosten, einen neuen Anstellraum für Spielgeräte inclusive.

Woher das Geld nehmen? Die evangelische Kirchengemeinde Hasten hat zwar Geld angespart, aber das reicht gerade für ein „Puppenhaus“ auf dem Außengelände. Gut also, dass Volksbank und Stadtsparkasse das Projekt ebenso unterstützen wollen wie engagierte Eltern und andere Anwohner des Hasten, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen und dafür auch einen finanziellen Beitrag erübrigen können. Auch plant der Förderverein Waffelverkäufe (15. Und 21.6.) und einen Frauen- und Kindersachentrödel (7.9.) und hofft darauf, beim Sommerfest des Kindergartens am 29. Juni weitere Förderer gewinnen zu können.

Angelaufen ist am 4. Juni das Crowdfunding-Projekt bei der Volksbank für das Bergische Land. Von der in diesem Rahmen erbetenen Summe von 4.637 Euro für die „Baustelle“ haben Unterstützer bisher 1.015 Euro zugesagt. Sofern in 87 Tagen, am 3. September, die Gesamsumme erreicht ist, kann in Detmold das benötigte Baumaterial bestellt werden. Eltern, Verwandte und Freunde der Kita  wollen dann unter Anleitung des Herstellers selbst Hand anlegen und die neue Bewegungsbaustelle aufbauen.

"Wenn alles klappt, können wir das neue Außengelände zum Erntedankfest am 6. Oktober einweihen", zeigten sich gestern im Gespräch mit dem Waterbölles Monika Hesse und Katrin Kremer optimistisch. Erzieher/innen und Kitas-Eltern wissen: Bewegung im Freien ist für Kinder enorm wichtig. Aber viele Kinder bewegen sich immer weniger. Weil freie Flächen zum Toben, Ausprobieren und Spielen weniger werden bzw. dafür ungeeignet sind. Deshalb soll es für die Kinder des evangelischen Kindergarten Hasten neue Bewegungsspiele und Stationen geben, die ihnen Räume bieten zur motorischen und kreativen Entfaltung bieten.
Sie halten das für unterstützenswert? Dann beteiligen Sie sich doch an der Crowdfunding-Aktion oder überweisen eine Spende an die Förderverein des Evangelischen Kindergartens Hasten e. V. bei der Stadtsparkasse Remscheid-Hasten,  IBAN: DE51 3405 0000 0012.

Acht Thesen zu einer Partei ohne Ortsvereine

Zwei SPD-Mitglieder mit zusammen mehr als 70 Jahren Mitgliedschaft in der SPD haben sich aus aktuellem Anlass Gedanken über die Zukunft der Partei gemacht: Michael Brenner und Michael Konken. Letzteren kenne ich gut, denn er war viele Jahre Bundesvorsitzender des Deutschen Journalistenverbandes. Mit ihren Themen wollen sich beide nicht aus ihrer sozialdemokratischen Grundeinstellung verabschieden; sie wollen vielmehr „zur Diskussion anregen, um neue, erfolgreiche Weichen für die Zukunft zu stellen“. Ihre Thesen (siehe unten) gelten der Zukunft der Sozialdemokratie – wohlgemerkt: ohne die alte Partei. Zitat: „Die Sozialdemokratie ist unser BIOS, nicht aber mehr die desolate Partei. Sie hat so keine Zukunft mehr. Seit Jahren wenden sich immer mehr Wähler von der SPD ab. Junge Menschen werden nicht mehr erreicht, die Wählerbasis liegt bei den über 60-jährigen, die langsam wegsterben. Trotzdem macht man weiter wie bisher.“ Die folgenden Thesen verstehen die Verfasser nicht als Analyse, sondern als einen „realistischer Blick in die Zukunft“. Der Waterbölles stellt sie zur Diskussion (die nach langjährigen Erfahrungen in den Ortsvereinen der SPD wahrscheinlich wieder nicht stattfinden wird):

  • „Die SPD muss sich neu gründen. Das Godesberger Programm ist keine Basis mehr. Schluss mit dem Gedankengut des 19. und 20. Jahrhunderts, Schluss mit der Litanei der Arbeiterpartei und ihrer Erfolge, die lange zurückliegen. Ein neues Grundsatzprogramm "SPD 4.0" muss geschaffen, Schritte und Ziele einer modernen Zukunftsvision enthalten. Für eine sozialdemokratische Politik ist eine alte SPD nicht zwingend notwendig, eher hinderlich.
  • Schluss mit den miefigen Ortsvereinsritualen. Die Zeit solcher Zusammenkünfte ist überholt, locken keine jungen Menschen. Videoschaltungen, Kommunikation über Social Media sind die Zukunft.
  • Ortsvereine werden abgeschafft, eine neue straffe Gliederung muss geschaffen werden, in der sich jedes Mitglied medial einbringen kann, an der alle Mitglieder sich bei Abstimmungen und Wahlen beteiligen können.
  • Altergrenze für Parteiämter: Die Altersgrenze wird auf 65 Jahre festgeschrieben, damit junge Parteimitglieder nachrücken können.
  • Einmalige Wiederwahl für alle Partei und Regierungsämter sind in der sich schnell wandelnden Welt ausreichend und genug. Es gibt keine Ämterhäufung, auch nicht politisches Mandat und Parteienfunktion.
  • Zentrale, regelmäßige Informationsveranstaltungen, die auch in den sozialen Medien übertragen werden, auch für die Öffentlichkeit zugänglich.
  • Zentral sind Zukunftsthemen einer Gesellschaft. Die Rückbesinnung in die Vergangenheit führt ins konzeptionelle Nichts.
  • Politische Themen sind die Zukunftssicherung und Themen, die das Volk dikutiert. Es muss wieder mehr "dem Volk aufs Maul geschaut werden".