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Neuer Doppelpack wegen vielfältiger Beziehungen?

Waterbölles-Kommentar

von Ulrike Kaiser*

Zum ersten Mal auf dem Frühstückstisch: Die "Solinger Bergische Morgenpost" aus dem Hause Rheinische Post. Solinger Morgenpost. Und das in Remscheid, wo der Remscheider General-Anzeiger rga die Führungsrolle beansprucht. Obwohl auch er inzwischen vom Verlagshaus Boll aus Solingen dirigiert wird.

Was ist aus dem ehemaligen Lenneper Kreisblatt/der Remscheider Stadtpost geworden, wo ich vor bald 50 Jahren einen großen Teil meines RP-Volontariates absolviert habe? Schon jetzt übernimmt die "Morgenpost" viele Beiträge aus dem rga, so dass man morgens stets ein Dejavu hat. Noch erscheinen der Solinger und der Remscheider Lokalteil als eigene Bücher im Blatt. Der geneigte Leser hat die Nachbarausgabe schon seit längerem ungefragt erhalten.

Dieser Schritt ist mit dem neuen Titel jetzt sichtbarer und effektiver geworden: Er muss nicht mehr individuell produziert und gedruckt werden. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass dies nicht das Ende eines einschneidenderen Konzentrationsprozesses ist.                                                                       
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Chronist: Redaktion und Verlag suchten in der gestrigen Ausgabe, den neue „lokale Doppelpack“ den Leserinnen und Lesern schmackhaft zu machen: Ab sofort gebe es noch mehr Nachrichten, Nutzwert, Bewegendes und Unterhaltendes aus den beiden Nachbarstädten Remscheid und Solingen. Die beiden Großstädte hätten vielfältige Beziehungen, die in der Berichterstattung eine wesentliche Rolle spielten. Zitat: „Wir tragen so einer Entwicklung Rechnung, die sich im Alltag unserer Leser längst manifestiert hat: Familie, Freundschaften, Arbeitsverhältnisse, Einkaufs- und Freizeitverhalten machen nicht an Stadtgrenzen halt.

 

Wochenrückblick vom 24. bis 30. Dezember 2018

 

Acht von 151 Videos des Waterbölles in 2018

Förderverein "Feilenfabrik Ehlis" auf gutem Weg

Remscheids neues Cinestar-Kino mit sechs Sälen

Sport, Kultur, Geschichte, Heimat – die Auswahl aus den rund 150 Videos, die der Waterbölles in diesem Jahr bei YouTube über Remscheid einstellte, fällt schwer.

Gekleidet wie einst die Remscheider Feilenhauer, führte Klaus R. Schmidt beim Tag des offenen Denkmals viele Besucherinnen und Bescher durch die einstige Feilenfabrik Ehlis im Eschbachtal. Die Geschichte dieses traditionsreichen Handwerks hält heute ein gemeinnütziger Verein aufrecht. Der habe in der kurzen Zeit seines Bestehens schon viel geleistet, bescheinigte Stadtführer Schmidt. Er hatte an diesem Tag Führungen im Stundentakt - und dabei immer viel zu erzählen. Denn mit den alten  Schmieden und Kotten im Eschbachtal kennt sich der Remscheider aus. Der Waterbölles begleitete ihn auf einem Teil seines Rundgangs, bevor er Thomas Abbas, den Vorsitzenden des "Fördervereins zur Erhaltung der Feilenfabrik in Schlepenpohl e.V.", nach den weiteren Ausbauplänen für die Feilenfabrik befragte.

Remscheid freut sich auf das "Kino mit Gleisanschluss". Das neue Multiplex-Kino Cinestar Remscheid darf an dieser Stelle nicht fehlen. Es präsentierte sich vor zwei Wochen bei der Eröffnung als ein Millionen-Objekt mit voll digitalisierten Projektionsstandards und herausragender Tontechnik in zwei größeren und vier kleineren Kinosälen auf zwei Etagen mit insgesamt 1.300 Sitzplätzen. Auch die zahlreichen geladenen Gäste einer Premieren-Party zeigten sich von dem Neubau beeindruckt.  Wie Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an diesem Tag berichtete, wird die alte Remscheider Bahnhofsuhr, die nach dem Gebäudeabriss eingelagert wurde, derzeit wieder in Gang gesetzt. Sie soll an der Außenfassade des neuen Kinos angebracht werden.

Rögy-Dreifachturnhalle sportlich eingeweiht

Starts beim 18. Röntgenlauf in Hackenberg

Es war eine sportliche Feier, mit der die neue Dreifachturnhalle des Röntgen-Gymnasiums in Remscheid-Lennep, die sich die Stadt 7,2 Millionen Euro hat kosten lassen, eingeweiht wurde. Sportlich kurz die Reden, und sportlich auch die Akrobatik, mit der die Jungen und Mädchen der Klasse 6a die Feier eröffneten. Ein Torwandschießen, an dem neben den Siegern eines Schülerturniers auch die drei Redner teilnahmen, stand an Ende des Programms. Leider flog die „Kirsche“ kein einziges Mal durchs Loch.

Die Marathonläuferinnen und -läufer waren am Clemenshammer schon lange auf der Strecke gegangen, da gab Wolfgang Görtz vom Röntgen Sport Club e.V. beim 18. Röntgenlauf im Sportzentrum Hackenberg den Startschuss für den 400 Meter langen Lauf der Bambini (Jahrgang 2011 und jünger). Merke: Früh übt sich... Und das galt auch für die beiden Kinderläufe über 800 Meter (Jahrgang 2009 und 2010) bzw. 1.250 Meter (Jahrgang 2007 und 2008), und den 2.450 Meter langen Schüler-Crosslauf (Jahrgang 2003 bis 2006), jeweils getrennt für Jungen und Mädchen. Eltern, die nicht nur den Start, sondern auch den Zieleinlauf mit dem Smartphone fotografieren oder Filmen wollten, mussten sich gerade beim ersten Lauf sputen, um vor ihren Sprösslingen am Ziel zu sein.

Eschtival mit Jürgen Drews

Eschtial mit den Kölner Höhnern

Einige Tage lang war es für eingefleischte Fans des auch nach Jahren beim deutschen Publikum immer noch beliebten und sympathischen Sängers eine Zitterpartie: Kommt er, oder kommt er nicht? Doch Jürgen Drews kam. Mit seiner Band. Ihr Auftritt beim 2. Eschtival im Freibad Eschbachtal war der erste nach einem kurzen, aber kritischen Krankenhausaufenthalt. Und auch nach mehr als 40 Jahren sprang der Funken über bei Hits wie „Ein Bett im Kornfeld", „Barfuß durch den Sommer", „Himbeereis zum Frühstück“ und „Wir ziehn heut' Abend aufs Dach". (Den Kalauer im Titel des Videos mögen die Fans mir verzeihen)

Auf den bergischen Höhen ein schöner Sonnenuntergang, da starteten die „Höhner“ beim 2. Eschtival auf dem Gelände des Freibads Eschbachtal vor rund 1.400 Besucherinnen und Besuchern ihr Konzert. Und die klatschten bald die Musik der Kölner Band begeistert mit. Viele kannten sogar die Liedtexte auswendig. Stefan Grote, der Vorsitzende des Fördervereis, der vor einigen Jahren Deutschlands ältestes Binnenfreibad von 1912 vor der Schließung bewahrte, konnte nicht nur mit der Stimmung zufrieden sein, sondern auch mit den Einnahmen. Insgesamt endete das 2. Eschtival allerdings mit einem dicken Minus in der Kasse.

Junge Französinnen von Deutschen überrascht

Das Archiv der Remscheider Museen

Im Rahmen eines Austauschprogramms des Deutsch-Französischen Jugendwerks verbrachten Judith Vidal (17) und Gaëlle Marchand (16), zwei Schülerinnen aus Remscheids französischer Partnerstadt Quimper, vom 29. Juni bis 29. Juli den ersten Teil ihrer Sommerferien in Remscheid, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. In der jeweiligen Gastfamilie, aber auch im Ferienjob in je einem Remscheider Kindergarten, der Kita Henkelshof bzw. der Kita Eisernstein. Darüber und über ihre anderen Eindrücke und Erlebnisse in diesem  für sie bislang fremden Land erzählten sie dem Waterbölles erfrischend ungezwungen im Video.

Schon seit längerem nutzen das Deutsche Werkzeugmuseum und das Deutsche Röntgen-Museum gemeinsam eine ca. 1.600 Quadratmeter große ehemalige Fabrikhalle in Radevormwald-Dahlerau an der Wupper als Museumsarchiv. Diese beherbergt unzählige Röntgenapparaten und -zubehörteile bzw. Maschinen zur Metallverarbeitung und Interieur von Haus Cleff, das zur Sanierung ausgeräumt werden musste. Alles Dinge, die (noch) nicht reif sind für eine Präsentation in den öffentlichen Museumsräumen oder die dorthin eines Tages zurückkehren sollen. Dem Waterbölles stellten Dr. Uwe Busch, der Leiter des Röntgen-Museums, und Thomas Judt, Chef des städtischen Gebäudemanagements, die vielen „Schätze“ vor. Dass die Museumsstücke im  engen Tal der Wupper wegen der dortigen hohen Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen nicht optimal untergebracht sind, hat inzwischen ein Experte des Landschaftsverbandes Rheinland der Stadt Remscheid bescheinigt. Und deshalb gab die Politik grünes Licht für die Suche nach einer neuen Lagerhalle, möglichst im Stadtgebiet.

Allen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest

... wünscht der Waterbölles.

Καλά Χριστούγεννα και ευτυχισμένο το νέο έτος επιτυχή
Buon Natale e un felice anno nuovo successo
Čestit Božić i sretna nova godina uspješnog
Wesołych Świąt i szczęśliwego nowego roku udanego
Feliz Natal e um feliz ano novo sucesso
Craciun Fericit si un An Nou fericit de succes
Веселого Рождества и счастливого Нового Года успешным
Честита Божић и сретна нова година успешног
Feliz Navidad y un feliz año nuevo éxito
Веселого Різдва і щасливого Нового Року успішним
חג המוֹלד שׂמח ושנה חדשה שׂמחה ומצליחה
Selamat hari Natal dan tahun baru berhasil senang
Merry Christmas and a happy successful new year
Joyeux Noël et une heureuse nouvelle année réussie
Yeni yilinizi kutlar saglik, mutluluk ve basarilar dileriz.

Wochenrückblick vom 17. bis 23. Dezember 2018

Dezember 2008: Der Waterbölles blättert zurück

Mit Rosen gratulierten die SPD-Delegierten Beate Wilding zur OB-Nominierung. Foto: Lothar Kaiser Einstimmig sprachen sich SPD und Grüne am 1. Dezember 2008 für Beate Wilding als OB-Kandidatin aus. Und Oberbürgermeisterin Beate Wilding strahlte dar ob noch mehr als sonst: „Ich freue mich über das tolle Ergebnis wie jeck!“ Zuerst auf der Versammlung der Remscheider Grünen im Röntgen-Museum und dann anderthalb Stunden später auf dem Unterbezirksparteitag der SPD in der Sophie-Scholl-Schule war sie ohne Gegenstimmen und ohne Enthaltungen zur OB-Kandidatin bei der Kommunalwahl 2009 gewählt worden – von 20 Grünen und 57 SPD-Delegierten (acht waren nicht erschienen). Der SPD-Unterbezirksvorsitzenden Lothar Krebs kündigte damals ein gemeinsames Programm von SPD und Grünen für die nächste Kommunalwahl und die Jahre danach, das gleichermaßen sozial wie ökologisch werden solle.

Vor zehn Jahren bekam Remscheid neue Straßen bzw. neue Straßenbezeichnungen, den „Pirna-Platz“ zwischen Kaufland und Unterführung Bismarckstraße, die „Prešover Straße“ Richtung Weststraße und die „Alma-Mühlhausen–Straße“ im neuen Baugebiet „Sonnenhof“. Damit sollte „Leben und Wirken der Remscheider Heimatdichterin gewürdigt werden.“ Alma Mühlhausen geb. Dorfmüller, am 24. September 1883 in Remscheid geboren und dort am 5. Februar 1961 gestorben, wurde ob ihrer Bücher auch am 5. Februar 1961wurde sie liebevoll „die Remscheider Märchentante" genannt.

Im Dezember 2008 beschloss die Bezirksvertretung Süd, den Baumschutz im Südbezirk stärker zu verankern. Konkret: Die Verwaltung erhielt den Auftrag, die BV vierteljährlich vorab (abgesehen von „Gefahr im Verzug“) über geplante Baumfällarbeiten zu informieren und einmal jährlich eine Baumbilanz vorzulegen, aus der hervorgeht wo Bäume gefällt und wo neue gepflanzt wurden.

Wo jetzt noch Baufahrzeuge stehen, nimmt der künftige 'Bahnhofsgarten' langsam Gestalt an. Einige Steinwälle sind schon fertig. Foto: Lothar Kaiser Vor zehn Jahren entstand am Remscheider Hauptbahnhof der „Bahnhofsgarten“. Auf dem Gelände tummelten sich im Dezember 2008 die ersten Baufahrzeuge. Nachdem sich ein Jahr zuvor auch die letzte Hoffnung zerschlagen hatte, dass das „Schaufenster der Wirtschaft“ doch noch Wirklichkeit werden würde, war die Idee des „Bahnhofsgartens Remscheid“ entstanden.

Landesbehörde hält an Ampelanlage für Müngsten fest“, nahm der städtische Bauausschuss vor zehn Jahren mit Bedauern zur Kenntnis. Gerne hätte er dazu damals den Chef der Gummersbacher Niederlassung des Landesbetriebs Straßen NRW befragt, doch der sagte ab. Stattdessen kam ein Brief des Verkehrsministers mit obiger Aussage.

Was ist eigentlich aus den Konfliktberater/innen für die Bediensteten der Stadt geworden. Nach denen hatte die Verwaltung Angang Dezember 2008 auf gelben DIN A3-Plakaten, die auf allen Fluren des Rathauses zu sehen waren, gesucht – nach „engagierten und interessierten Mitarbeiter/innen, die auf Grund ihrer persönlichen Erfahrungen und/oder ihrer beruflichen Kompetenzen an der Umsetzung der Idee des fairen Umgangs mit Konflikten am Arbeitsplatz mitarbeiten und als Konfliktberater/innen tätig werden wollen“. Eine Arbeitsgruppe des betrieblichen Gesundheitsmanagements hatte zuvor ein Konzept zur Konfliktberatung entwickelt: Nicht gelöste Konflikte oder destruktive Konfliktlösungen am Arbeitsplatz mindern auf Dauer die Zufriedenheit der Arbeitnehmer/innen, verringern die Qualität der Arbeitsergebnisse und beeinträchtigen das körperliche und seelische Wohlbefinden aller Beschäftigten“.

Mit einem Defizit im Jahresetat 2009 von 73 Millionen Euro rechnete im Dezember 2008 der damalige amtierende Stadtkämmerer Burkhard Mast-Weisz. Und der Waterbölles titelte damals: „Hilflose Verwaltung sieht Schuldenberg weiter wachsen“. Da hatte das Rödl-Gutachten, das im Juli 2007 Einsparmöglichkeiten aufgezeigt hatte (realistische, aber leider auch unrealistische), längst Patina angelegt. In der Arbeitsgruppe Kommunalpolitik der SPD-Bundestagsfraktion beklagte vor zehn Jahren Interimskämmerer und Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz den mangelnden finanziellen Handlungsspielraum der drei bergischen Großstädte.

Auf Basis eines früheren Antrages der CDU-Fraktion empfahl der Jugendhilfeausschuss vor zehn Jahren, die Alleestraße für Familien mit Kindern attraktiver zu machen, d. h. im Bereich der Zange von Mai bis August 2009 einen Groß-Sandkasten einzurichten. An fünf Standorten entlang der Alleestraße könnten weitere Spielmöglichkeiten geboten werden, die Eltern mit kleinen Kindern den Bummel über die gesamte Alleestraße attraktiver machen. Zugleich sollten in diesem Zeitraum wöchentliche Spielaktionen auf dem Theodor-Heuss-Platz stattfinden. Ich gebe zu: An die Realisierung kann ich mich nicht mehr erinnern. Hat es die überhaupt gegeben?

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Mandt, Schornsteinfegermeister, erschien zum Richtfest als Glücksbringer. Foto: Lothar Kaiser Das Richtfest am neuen P+R-Parkhaus am Hauptbahnhof wurde am  5. Dezember 2008 gefeiert. Oberbürgermeisterin Beate Wilding, an ihrer Seite Bezirksschornsteinfeger Klaus Mandt (CDU) als Glücksbringer,  dankte den am Bau beteiligten Handwerkern und den Mitarbeitern der Verwaltung „für umsichtige und gute Arbeit“. Wörtlich: „Ihnen verdanken wir, dass im zurückliegendem halben Jahr dieses Gebäude auf insgesamt 65 Bohrpfählen entstehen konnte. Sie tragen das Gebäude mit Tiefen von zwischen acht bis 15 Meter. Deshalb ist das ein sicherer Standpunkt auf dem bergischen Felsen unserer Heimatstadt. Dieses Parkhaus ist mit Sicherheit nicht auf Sand gebaut! Mit Fördermitteln des Landes und des Bundes wurden hier 2,5 Millionen Euro investiert, und so eine Investition in die Zukunft Remscheids verwirklicht.“  Dass bei der Planung einiges vergessen worden war, stellte sich erst später heraus.

In dieser Woche begann in Müngsten der Abbruch der früheren 'Exit'-Diskothek. Foto: Michael Tettinger Im Dezember 2008 zerkleinerte ein Abbruchbagger  die ehemalige Disco "Exit" unter der Müngstener Brücke. Die Solinger  Lebenshilfe e.V.  hatte das traditionsreiche Ausflugslokal gekauft, um an dessen Stelle künftig in einem Neubau „gehobene Gastronomie für den Brückenpark“ anbieten zu können. (Mehr zur Geschichte des „Exit“-Gebäudes hat Michael Tettinger aus Solingen auf dieser Internetseite zusammengetragen. Von ihm stammt auch obiges Foto).

Im Juni 2008 hatte Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein der Bezirksvertretung Süd zum Gewerbegebiet Mixsiepen  erklärt: „Ein Autohaus möchte noch in diesem Jahr das Grundstücksgeschäft abwickeln und anfangen zu bauen.“ Im Dezember wussten dann alle Beteiligten, dass nach dem ersten Autohändler auch ein zweiter seine Baupläne ad acta gelegt hatte. Dass sich dort doch noch ein Autohändler niederlassen würde, entscheid sich erst Jahre später.

An Wechseln an der Spitze der Ratsfraktion mangelte es der Remscheider CDU nicht. „Philipp Veit führt ab heute die CDU-Ratsfraktion“, überschrieb der Waterbölles am 8. Dezember 2008 eine Pressemitteilung der CDU: „Mit deutlicher Mehrheit haben die die CDU-Ratsmitglieder in ihrer heutigen Fraktionssitzung Philipp Veit zu ihrem neuen Chef gewählt und Hans-Herbert Wilke zu einem der beiden Stellvertreter.“ Veit damals: „Ich möchte die Fraktion so führen, dass sie geeint das eine Ziel vor Augen hat: aus dem Wahlkampf als stärkste Fraktion hervorzugehen. Und das bekommen wir nur hin, wenn alle an einem Strang ziehen“. Am gleichen Tag, spät abends, nominierte der CDU-Kreisvorstand Jochen Siegfried als OB-Kandidaten. Die CDU-Kreisvorsitzende Elke Rühl (MdL) bezeichnete ihn als „die richtige Persönlichkeit für einen überzeugenden Neuanfang“.

In der Nachfolge von Jürgen Müller wählte der Rat der Stadt am 11, Dezember 2008  Sozialdezernenten und Interimskämmerer  Burkhard Mast-Weisz zum Stadtdirektor  und damit zum Vertreter der Oberbürgermeisterin. Für ihn votierten in offener Abstimmung die 31 Ratsmitglieder von SPD, Grünen, W.i.R. und FDP. Dagegen stimmten die 22 Ratsmitglieder der CDU. Es war der erste Auftritt von Philipp Veit im Rat als neuer CDU-Fraktionsvorsitzender: "Die CDU lehnt den Beschlussentwurf ab", fasste er sich äußerst knapp. Eine Begründung für diese Entscheidung gab er nicht ab.

Von der Stadt als Reservefläche für Gewerbeansiedlung vorgesehen. Foto: Lothar KaiserStadt kauft "Reservefläche" für Gewerbeansiedlung“, hieß es am 15. Dezember 2008 im Waterbölles. Die Stadt hatte an der Borner Straße in Lennep eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von ca. vier Hektar (40.000 Quadratmeter) für rund 400.000 Euro gekauft, um es in ein Gewerbegebiet umzuwandeln. Die Realisierung lässt allerdings noch auf sich  warten...

Der am 9. April 2008 gegründete Freundschaftsvereins Kırşehir-Remscheid wurde im Dezember 2008 ins Vereinsregister eingetragen. Mehr als 8.000 Remscheider haben familiäre Wurzeln in der kappadokischen Region von Kırşehir südöstlich von Ankara. Von dort waren sie oder ihre Vorfahren seit 1963 nach Remscheid gekommen.

 

Wochenrückblick vom 10. bis 16.Dezember 2018

Forderung nach einem Kino kam vom Jugendrat

Schöne Kinder haben einem Sprichwort zufolge viele Väter. Das gilt auch für das neue Kino am Bahnhof, das gestern eingeweiht wurde. Dazu haben sich CDU und SPD zu Wort gemeldet. In ihren Pressemeldungen erinnern sie an den Kommunalwahlkampf von 2010 und schreiben dem damaligen Oberbürgermeisterkandidaten Jochen Siegfried (CDU) bzw. Burkhard Mast-Weisz (SPD) die Forderung nach einem Kino zu.

Eigentlich ist es egal, wer als erster die Idee hatte. Hauptsache, das Kino ist endlich da. Aber der Waterbölles hat dennoch mal zurückgeblättert. Und nach seiner Chronologie war es der Jugendrat, der im März 2010 in einem Brief an die Oberbürgermeisterin im Ansatz über Freiheitangebote ein Kino erwähnt hat. Es folgte am 5. März 2014 Burkhard Mast-Weisz. Er sprach das Thema im Lindenhof vor SPD-Mitgliedern an.

Jochen Siegfried wurde von der CDU erst am 24. März 2014 in der „Event-Arena“ am Remscheider Hauptbahnhof zum Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters  gewählt. Seine damalige Rede hat der Waterbölles dokumentiert. Darin wird die Forderung nach einem Kino ebenfalls erhoben. Ob Siegfried schon viel früher davon gesprochen hatte, ist dem Waterbölles nicht bekannt.

Wochenrückblick vom 3. bis 9.Dezember 2018

Kennen Sie diesen Remscheider Stadtteil?

Bei markanten, stadtprägenden Bauten gibt ein Blick auf Remscheid aus der Vogelperspektive keine großen Rätsel auf. Was aber ist mit diesem Foto, das während einer Ballonfahrt über Remscheid entstand? Wer nicht selbst an einer der abgebildeten Straßen wohnt, wird wahrscheinlich einen Moment überlegen müssen. Um es kurz zu machen: Im Vordergrund ist die Straße Schlieperfeld zu sehen, und im Hintergrund links - richtig, das Historische Zentrum mit Haus Cleff. Im Bild ist folglich der Stadtteil Hasten zu sehen.

Rolle von Politik und Bürgerschaft leider noch unklar

Waterbölles-Kommentar

Politik vor schwieriger Frage: Was soll vertagt werden?“, titelte der Waterbölles am 29. Juni 2018. „Was zählt mehr, ein neuer, gepflasterter Platz mit teilweiser Überdachung zwischen Omnibusbahnhof und Konrad-Adenauer-Straße (nahe Commerzbank) für fast acht Millionen Euro (der Busbahnhof geht zu Lasten der Stadtwerke), oder die vielen über die Innenstadt verteilten Einzelmaßnahmen?“

Es folgten von Seiten der Fraktionen Anfragen an die Verwaltung, die sich recht kritisch lasen, aber zu keiner Debatte in den Ratssitzungen führten, geschweige denn zu den geforderten Auskünften. Ausnahme: In der Ratssitzung am 5.Juli 2017 legte die Verwaltung unter TOP 5.6 „zusätzliche Informationen zum Vergabeverfahren Friedrich-Ebert-Platz“ vor. Darin enthalten eine Zeitschiene zu Umgestaltung/Neubau des Friedrich-Ebert-Platzes. Zur Erinnerung:

  • Oktober 2018 Ergebnisse Verkehrsgutachten
  • Mai 2019 Entwurfsplanung mit Kostenberechnung und kritisches Reflexion mit der Bürgerschaft sowie politischer Ausführungsbeschluss, in der Folge dann Förderbescheid und Ausführungsplanung.
  • 2020 Baubeginn.

Als es dann nach der Sommerpause, in der Ratssitzung am 27. September, um den neuen Gestaltungsleitfaden Innenstadt ging (Entwürfe zur Neugestaltung der Innenstadt) hieß es: „Die Verwaltung beabsichtigt, die Maßnahmen aus dem Konzept und den Masterplan vorbehaltlich der entsprechenden Beschlüsse der Ratsgremien schrittweise umzusetzen. Hierbei sollen die interessierte Öffentlichkeit und die Politik über den Fortschritt der Planungen informiert werden und die Gelegenheit erhalten, Anregungen und Hinweise zu geben.“ Noch in diesem Jahr sollen ... der Entwurf und die bauliche Umgestaltung von fünf Umgebungsstraßen (Zugänge) zur Innenstadt (Alleestraße) und eine Straße im südlichen Programmgebiet vergeben werden. Dabei handelt es sich um die Scharffstraße, Fastenrathstraße, Wiedenhofstraße, Mandtstraße, Erholungsstraße, Fußwegeachse Alte Bismarckstraße und Alte Bismarckstraße“.

Im Oktober berichtete der RGA mit Bezug auf den Technischen Beigeordneten Peter Heinze, das Verkehrsgutachten werde erst im Frühjahr auf dem Tisch liegen. Das hätte der Stadt eigentlich eine offizielle Pressemitteilung wert sein sollen als Info für Bürger und Kommunalpolitiker gleichermaßen. Die gab es aber nicht. Und die Politik scheint über den Zeitverzug informell unterrichtet worden  zu sein; sie forderte jedenfalls keine Mitteilungsvorlage ein. Still ruhte der See –und blieb es bis heute.

Daran änderte auch der Artikel von Frank Michalczak nichts, der vergangene Woche zunächst im RGA und dann auch in der Bergischen Morgenpost erschien. Die Botschaft: Auf den fünf Nebenarmen der Alleestraße werden die Baufahrzeuge erst 2020 vorfahren. Peter Heinze wird mit den Worten zitiert: „Gut' Ding will Weile haben. (...) Wir müssen nun einmal die Reihenfolge beachten: Konzept, Planung, konkretisierte Planung und dann Ausschreibung der Arbeiten." Ein Fachbüro sei inzwischen mit der Umgestaltung der Straßen­züge beauftragt worden. Dabei würden auch Bürgervorschläge eingearbeitet. Aus welcher Bürgeranhörung? Und wie geht es dann weiter? Da zeigt der Bericht von Frank Michalczak nur einen Weg auf: „Im Anschluss haben die Ortspolitiker das letzte Wort, den Planungen ihren Segen zu geben. Ähnliches gilt auch für den Friedrich-Ebert-Platz.“

Das klingt nach Ironie: Das letzte Wort der Politik, lediglich ein Absegnen der Entwürfe der Stadtplaner? Sobald die Planungen im Mai dem Stadtrat vorliegen, sollten sie eigentlich vor einem endgültigen Beschluss mit der Bürgerschaft kritisch reflektiert werden.

Es wird Zeit, dass die Politik endlich eindeutig erklärt, welche Rolle sie sich – und der Bürgerschaft – im weiteren Verfahren der Revitalisierung der Remscheider Innenstadt noch beimisst.