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Revitalisierung (5): Hoher Exportanteil

In Remscheid zeigt sich bis heute eine durch die frühe Industrialisierung geprägte Konzentration der Wirtschaftsstruktur auf das Verarbeitende Gewerbe. In den vergangenen Jahrzehnten blieb das wirtschaftliche Wachstum in Remscheid insgesamt wie auch im Verarbeitenden Gewerbe hinter der Entwicklung im Landesdurchschnitt zurück. Das Bruttoinlandsprodukt Remscheids stieg in den Jahren seit 1999 im Vergleich mit dem Land Nordrhein-Westfalen und dem Regierungsbezirk Düsseldorf unterdurchschnittlich von 3.090 Mio. € auf 3.191 Mio. € in 2009. Aufgrund des hohen Anteils der exportorientierten Wirtschaft war Remscheid von den Auswirkungen der Finanzkrise 2008 überdurchschnittlich betroffen.

Die Bruttowertschöpfung nahm zwischen 1999 und 2008 trotz stark rückläufiger Erwerbstätigkeit noch um rd. 10% zu. Der Rückgang in 2009 ist eine Folge der Finanzkrise. Das produzierende Gewerbe trug mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von 31 % zur Bruttowertschöpfung der Stadt bei. Während die Bruttowertschöpfung in den dienstleistungsorientierten Wirtschaftsbereichen eine kontinuierliche positive Entwicklung erfuhr, führte die globale Wirtschaftsentwicklung im verarbeitenden Gewerbe zu einer Stagnation mit Einbrüchen in den Jahren 2002 und 2009.

Mit einer Arbeitsplatzzentralität von 373 Arbeitsplätzen/1.000 Einwohner liegt Remscheid im Städtevergleich nach den Oberzentren Düsseldorf, Köln und Essen vor den meisten Vergleichsstädten. Die Arbeitsmarktzentralität der Stadt schlägt sich in einem schwach positiven Pendlersaldo (Einpendlerüberschuss 2011: 2.389) nieder. Die bei weitem stärksten Relationen bestehen mit dem Oberzentrum Wuppertal mit einem Auspendlerüberschuss.

Das Verarbeitende Gewerbe hat in Remscheid mit 14.681 von 40.928 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und einem Anteil von rd. 36 % zum 30.06.2011 die meisten Erwerbstätigen. Darunter gehören die Bereiche Metallerzeugung und –bearbeitung sowie die Herstellung von Schneidwaren, Werkzeugen, Schlössern und Beschlägen traditionell landesweit zu den höchsten Branchenkonzentrationen. Einen überdurchschnittlichen Beschäftigungsanteil hat auch der Maschinenbau. Die Zahl aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SVP) ist in Remscheid über einen Zeitraum von 10 Jahren bis Ende 2011 von 41.349 auf 37.913 zurückgegangen. Damit war die Beschäftigungsdynamik in der Stadt unterdurchschnittlich.

Im Zeitraum zwischen 2002 und 2011 setzte sich der seit 1992 zu beobachtende Arbeitsplatzabbau fort. Es nahm die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 8,8 % ab, dabei trat jedoch nach 2006 eine Konsolidierung ein. Im Verarbeitenden Gewerbe lag der Rückgang der Beschäftigung bei 29 %. Besonders stark war davon der Bereich Maschinenbau betroffen. Dagegen konnte der Fahrzeugbau auch in Remscheid wachsen. Die verschiedenen Dienstleistungsabteilungen sind nach wie vor in der Mehrzahl unterrepräsentiert. Seit 2002 konnte jedoch in diesen Abteilungen insgesamt ein Beschäftigungszuwachs um rd. 12,5 % verzeichnet werden.

Die Entwicklung des Dienstleistungssektors war in den verschiedenen Abteilungen uneinheitlich. Finanz- und Versicherungsdienstleistungen verloren um über 13 %. Eine wachstumsstarke Abteilung waren Gesundheit und Sozialwesen. Überdurchschnittliche Wachstumsraten konnten darüber hinaus wissensintensive unternehmensbezogene Dienstleistungen, einfache Unternehmensdienstleistungen (sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen) und der Bereich Erziehung und Unterricht erzielen.

Der Anteil gering qualifizierter Beschäftigter wird mit 19,5 % als hoch eingeschätzt. Die Arbeitslosenquote lag zum 31.07.2012 bei 9,3 % und damit ca. 1 Prozentpunkt über dem Landesdurchschnitt von Nordrhein-Westfalen.  Der Anteil der Langzeitarbeitslosen lag innerhalb dieser Gruppe zuletzt bei erheblichen 42,4 %. Je nach Lage in der Stadt sind zum Teil deutlich unterschiedliche Sockelzahlen zur Arbeitslosigkeit feststellbar. Die Werte schwanken stadtteilbezogen zwischen < 2% und 11,6 %.

Die Stadt Remscheid verfügt über eine einzelhandelsrelevante Kaufkraft von rd. 616,2 Mio. € p.a.. Mit einem Wert von 101,4 liegt die einzelhandelsrelevante Kaufkraftkennziffer für Remscheid über dem Niveau des Bundesdurchschnitts. Bei einem gesamtstädtischen jährlichen Einzelhandelsumsatz von rd. 581,7 Mio. € ergibt sich eine gesamtstädtische Einzelhandelszentralität von rd. 94 %. Für die Zukunft wird eine Stagnation der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft je Einwohner erwartet. Bei sinkender Einwohnerzahl muss folglich künftig mit einem Rückgang der einzelhandelsrelevanten Kaufkraft in der Stadt gerechnet werden.

(Aus der Beschlussvorlage 15/1294 („Entwicklungskonzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid“) vom 21.5.2015, beschlossen vom Rat am 18. Juni 2015.)

Die Fastenrathstraße für Fußgänger aufwerten

Die Alleestraße verfügt grundsätzlich über einen guten Ausbaustandard. Eine Erneuerung der Ausstattungselemente vor allem im mittleren Teil würde die Aufenthaltsqualität aber erheblich verbessern. Dazu wird empfohlen, in den seitlichen Randstreifen unter den Bäumen durchgehend neue Bänke und Abfallbehälter aufzustellen. (...) Zur Aufenthaltsqualität öffentlicher Räume gehören neben Spielen, Bewegen, Sitzgelegenheiten auch Spiel- und Bewegungsangebote. (...) Für die Alleestraße bietet es sich an, Spielmöglichkeiten in den seitlichen Randstreifen unter den Bäumen anzuordnen. Konzepte zur Neu- und Umgestaltung von Straßen, Straßenabschnitten und Plätzen sollten Spiel-, Sport- und Sinnesgeräte von vornherein berücksichtigen. Im Zuge der Aufwertungsmaßnahmen sollten auch die Baumscheiben vergrößert werden. Eine Unterflurbeleuchtung der Kastanien (Waterbölles: sind hier die Platanen gemeint?) würde für ein angenehmes Licht in der dunkleren Jahreszeit und in den Abendstunden sorgen.

Ebenso wichtig wie die Aufwertung der Alleestraße ist die Neugestaltung ihrer mittleren Zugänge. Betroffen sind die Scharffstraße und die Wilhelm-Schuy-Straße im Norden sowie die Mandtstraße und die Wiedenhofstraße im Süden. Die bestehende Pflasterung der Alleestraße sollte - soweit noch nicht geschehen - in diese Straßenzüge hineingezogen und mit den anschließenden Straßenprofilen als Mischverkehrsfläche verbunden werden. In der Mandtstraße und der Wiedenhofstraße ist die topographisch schwierige Situation im direkten Übergangsbereich zu beachten. Optisch als Hindernis empfundene massive Betonstützen und Beete sollten in allen Fällen durch leichte Stufenanlagen und Rampen ersetzt werden. Es werden breite, räumlich wirkende Pflasterrinnen zur Gliederung des Straßenraums empfohlen. Für die Straßenbeleuchtung an den bestehenden Standorten entlang der Alleestraße sowie in den Übergangsbereichen sollte ein einheitlicher Leuchtentyp gewählt werden.

Für die Fastenrathstraße ist das wesentliche Entwicklungsziel die Aufwertung ihrer Funktion als wichtige Fußwegverbindung zwischen dem Theodor-Heuss-Platz und dem Eingang zur Alleestraße. Das kann erreicht werden, indem die Fahrgasse so zurückgebaut wird, dass Fußgänger ausreichend Bewegungsraum haben. Die weitere Ausbauplanung muss klären, ob der Taxistand in den Seitenbereich verlegt werden und ob auf die Stellplätze vor den Häusern Alleestraße 90 und Fastenrathstraße1 verzichtet werden kann. Die Brunnenanlage muss versetzt und gegebenenfalls verkleinert werden, wenn sie nicht ganz wegfallen soll. Die Bäume bleiben erhalten. Die Oberflächengestaltung der Fahrgasse sollte in Asphalt mit Betonhochborden und Rinnstein ausgeführt werden, die Gehbereiche den Materialhinweisen entsprechend in grauen Betonplatten.

Um die Verbindungsfunktion der Fastenrathstraße zu betonen, wird empfohlen, für die Pflasterung im Übergangsbereich zum Theodor-Heuss-Platz analog zum Umfeld der „Zange“ ein Natursteinpflaster (Blaubasalt) zu verlegen. Die Skulptur der „Zange“ sollte großzügiger freigestellt werden, indem man das Natursteinumfeld ausweitet. Die Tiefgaragenzufahrt ist sorgfältig in die Planung mit einzubeziehen. Denkbar ist ein parallel geführtes Mauer- oder Betonelement mit Pflanzstreifen und Bäumen, das Bankplätze integriert. Eine raumbildende Lichtstelenreihe kann hier ein weiteres verbindendes Element sein. Der nebenan verlaufende überdachte Zugang zum Haupteingang der Sparkasse ist heute schlecht einsehbar und unattraktiv. Wegen der Treppenanlage ist er nicht barrierefrei. Verbesserungen wären auch hier wünschenswert.
(aus: „Gestaltungsleitfaden für den öffentlichen Raum“ (Konzeption, Gestaltung, Bearbeitung: stadtraum Architektengruppe, Bernd Strey, Sylvia Winkel, Christopher Dierkes, Jens Hoppstädter)

W.i.R. fragt nach Engpässen und Arbeitsverdichtung

„Immer wieder kommt es gerade in den Sommermonate zu Engpässen beim Bürgerservice im Ämterhaus. Die Organisationsuntersuchung der Gemeindeprüfungsanstalt von 2016 zeigte mehrere Möglichkeiten auf, diesen entgegenzuwirken. Unter anderem sollte ein Passautomat angeschafft werden. Laut unseren Informationen ist dieser zwar angeschafft wurden, kann aber nicht in vollem Umfang eingesetzt werden. Des Weiteren sollte die EDV optimiert werden“, heißt es in dem Antrag der Wählergemeinschaft W.i.R. zur Sitzung des Rates am 27. September und des Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung am 13.November, die Verwaltung möge berichten, wie die vorgeschlagenen Maßnahmen aus der Organisationsuntersuchung umgesetzt wurden bzw. ob noch welche (wann) umgesetzt werden. Zitat: „Bei der Einrichtung der zusätzlichen Stellen durch den Rat im Juli 2017 war die Einbindung der Optimierungsmöglichkeiten eine Entscheidungsgrundlage. Ob mögliche Vorschläge der Gutachter in den Organisations-und Arbeitsbereich Eingang gefunden haben, ist uns nicht im Detail bekannt.“

Ebenfalls zur nächsten Ratssitzung und zur Sitzung des Ausschusses für Bauen, Gebäudemanagement und Liegenschaften am 6. November stellte die W-i-R- den Antrag, die Verwaltung möge mitteilen, was genau bei der Vorbereitung der ab dem 1.1.2019 geltenden neuen Bauordnung zu Arbeitsverdichtung geführt habe. Die Stadt hatte am 16. August in einer Pressemitteilung geäußert, dass es in der Vorbereitung der neuen Bauordnung zu einer Arbeitsverdichtung in der Fachabteilung kommt und daher die offene Sprechstunde bis zum Jahresende zunächst nur mit Terminen an bestimmten Tagen durchgeführt wird. Die W.i.R.: „Die Einschränkung der Sprechzeiten verwundert, da mit der Vorstellung der neuen Bauordnung durch die Medien der Öffentlichkeit weniger Arbeitsaufwand, Erleichterung der Bauvorschriften verbunden mit schnelleren Fertigstellungen angekündigt worden sind.“

Pressemitteilungen der Stadt in aller Kürze

Rollatorentraining im Wiedenhof. Am 25. September findet ab 15 Uhr im Begegnungs- und Beratungszentrum (BBZ) Wiedenhof, Brüderstraße 4, ein Training im Umgang mit Rollatoren statt. Das Angebot richtet sich an Nutzerinnen und Nutzer von Rollatoren und auch an deren Angehörige. Die Teilnahme ist kostenlos, und eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Das Rollatorentraining wird fachlich unterstützt vom Sanitätshaus Bolt. Es wurde auf Initiative des Runden Tisches 50+ initiiert auf Wunsch vielen älteren Menschen und deren Angehörigen. Und soll später auch in den anderen neun Remscheider Begegnungs- und Beratungszentren angeboten werden.Koordinierung diverser Straßenbauarbeiten in der Julius-Cäsar-Straße. Die Straßenbauabteilung der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) hat in der Julius-Cäsar-Straße diverse Straßenbauarbeiten erfolgreich koordinieren können. Dabei werden Arbeiten von verschiedenen Stellen beauftragt, die nun aufeinander abgestimmt bis zum 26. September durch eine Straßenbaufirma durchgeführt werden. Es werden der Randstreifen von Haus Nr. 2 bis Haus Nr. 6 befestigt sowie Bordsteine gesetzt, Beleuchtungskabel in diesem Bereich neu verlegt und neue Lichtmaste gesetzt, Kanalschächte reguliert, Ausbesserungen der bituminösen Tragschicht in Teilbereichen zwischen Haus Nr. 2 und Haus Nr. 12a vorgenommen sowie eine neue Fahrbahndecke auf einer Fahrbahnseite in diesem Bereich aufgebracht. Durch die Koordinierung konnten für alle beteiligten Stellen die Kosten minimiert werden. Aus Gründen der Verkehrssicherheit werden die Arbeiten unter Vollsperrung der Straße durchgeführt, wobei die Anlieger in Abstimmung mit der ausführenden Baufirma  zu ihren Häusern gelangen können.

Talsperrenschau der Bezirksregierung Köln an der Neyetalsperre. Die Bezirksregierung Köln kontrolliert am Dienstag, 25. September, die Neyetalsperre. Bei der Talsperrenschau wird die Funktionstüchtigkeit der Anlagen geprüft. Die Bezirksregierung kontrolliert dabei den Zustand der Staumauer, die Betriebseinrichtungen – wie z. B. Verschlüsse, Schieber und Ventile, Messeinrichtungen der Talsperre und die erhobenen Messdaten.
Bei der Kontrolle der Ablassorgane kann der Wasserstand in der Neye unterhalb der Talsperre kurzfristig ansteigen. Am 25. September sollten deshalb die Anlieger und Nutzer der Neye besonders aufmerksam sein. Die Talsperrenschau beginnt um 9.30 Uhr.
Die Neyetalsperre ist eine Talsperre der EWR GmbH, Remscheid. Seit dem 1. Januar 2007 hat die EWR GmbH die Betriebsführung dieser Talsperre an den Wupperverband übertragen.

In der Bibliothek wird vorgelesen. Jeden Mittwoch ab 16 Uhr lädt die Kinder- und Jugendbibliothek an der Scharffstraße zum Vorlesen und Zuhören ein. Am  26. September liest Vera Sühl-Heidl Kindern zwischen vier und zehn Jahren Geschichten von Findus und Pettersson vor.

Spätere Termine/Veranstaltungen siehe nächste Seite:

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Resolution für Züge nach Düsseldorf und Köln

Zur Ratssitzung am 27. September haben die Fraktionen und Gruppen von CDU, SPD, Bündnis´90 DIE GRÜNEN, DIE LINKE, FDP und W.i.R. beantragt, die folgende Resolution an den Vorstand des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) zu richten:

„Der VRR wird aufgefordert, die von uns geforderte und vom VRR in Aussicht gestellte Direktverbindung von Remscheid nach Düsseldorf umzusetzen. Gleichzeitig muss gemeinsam mit dem VRS die Direktverbindung nach Köln vorangetrieben werden.“.

Der Remscheider Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz führt bereits seit langem Gespräche, um eine stündliche Direktverbindung aus dem bergischen Städtedreieck zu erreichen. Nach der Präsentation durch Herrn Husmann im Hauptausschuss der Stadt Remscheid am 25.01.18 und der von ihm gezeigten Möglichkeiten für eine Direktverbindung nach Düsseldorf, sind wir davon ausgegangen, dass eine schnelle Umsetzung möglich ist. Auch der Kreis Mettmann befürwortet gemeinsam mit den Städten und Verkehrsbetrieben eine regelmäßige Direktverbindung der S-Bahn 7 nach Düsseldorf.

Gleichzeitig möchten wir die ständigen Probleme mit der S-Bahn-Linie1 aufgreifen. Der Qualitätsbericht aus 2017 macht deutlich, dass in der Rangfolge aller Linien die S 1-Linie im Vergleich zum Vorjahr von Platz 33 auf Platz 47 gesunken ist. Leider mehren sich seit Monaten die Beschwerden. Die eingeforderten Standards werden nicht erfüllt, insbesondere die ständigen Verspätungen ärgern die Bahnkunden. Auch die geplante Taktumstellung, die den ständigen Verspätungen entgegenwirken soll, wird erst im Dezember 2019 erfolgen.

Mobilität ist für die Menschen in unserer Region von großer Bedeutung! Der Schienenpersonen-Nahverkehr zu den Metropolen Düsseldorf und Köln muss verbessert und die Reisezeiten für Berufspendler müssen deutlich reduziert werden. Wir wollen daher für die Reisenden unserer Region durchgängige Verbindungen ohne Umstieg! Menschen für die „Schiene“ zu begeistern und auch diese Verkehrsmittel zu nutzen geht nur, wenn entsprechende Angebote zur Verfügung stehen. Ständige Zugausfälle oder durch Vandalismus beschädigte Fahrzeuge laden nicht dazu ein.

Revitalisierung (4): 12 Prozent Einwohnerschwund

In den letzten Jahren hatte die Stadt Remscheid mit jährlich bis zu - 0,9 % der Bevölkerung die höchsten Einwohnerverluste der kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen. Sie waren jeweils zur Hälfte auf Sterbeüberschüsse und Wanderungsverluste zurückzuführen. Nach hohen Wanderungsverlusten zwischen 2002 und 2010 ist der Umfang und der Anteil der Wanderungsverluste in den letzten Jahren zurückgegangen. Mit dem Rückgang der Einwohnerzahl verschob sich gleichzeitig die Bevölkerungsstruktur mit einem deutlichen Rückgang der Zahl der Kin der und Jugendlichen und Zunahmen der Gruppe der über 65-jährigen. Gleichzeitig fördert dieser Rückgang der Gesamtbevölkerung die soziale Segregation in Remscheid. Benachteiligt sind vor allem die innenstadtnahen Stadtteile aber auch angrenzende Quartiere. Frühere Wanderungsmotivuntersuchungen zeigten eine Dominanz persönlicher und wohnungs-/ wohnumfeldbedingter Motive.

Bis zum Jahr 2029 werden für Remscheid weitere Einwohnerverluste in Höhe von etwa 17.000 Personen auf dann rd. 94.000 Einwohner erwartet, sofern nicht stadtentwicklungspolitische Ansätze eine positive Wirkung entfalten können. Auf die Altersgruppen bezogen sind Zuwächse vor allem bei den Hochaltrigen > 75 Jahre mit einer Steigerung um über 30 %, in geringem Maße auch bei den 65 – unter 80-jährigen zu erwarten. Alle anderen Altersklassen werden deutlich schrumpfen. Besonders ausgeprägt ist die Veränderung der Altersklassen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 25 Lebensjahren, die um über 30 % zurückgehen. Dadurch wird das Erwerbspersonenpotenzial der Stadt mittelfristig abnehmen.

Die durch Bildungswanderung verursachten Wanderungsverluste in den Gruppen der Jugendlichen und der jungen Erwachsenen tragen mittel- bis langfristig zu weiter sinkenden Geburtenzahlen bei. Der Anteil der Remscheider Bevölkerung mit Migrationshintergrund (Ausländer/-innen, Deutsche mit weiterer Nationalität, eingebürgerte ehemalige Ausländer/-innen, Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit und mindestens einem ausländischen Elternteil) liegt bei 29,5 %. Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist im statistischen Mittel jünger. In einzelnen Stadtteilen liegt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund bei über 50 %. Die Zahl der privaten Haushalte wird bis 2029 um etwa 12 % abnehmen. Gegenüber rd. 55.300 Haushalten in 2012 wird ihre Zahl im Jahr 2029 bei rd. 48.500 liegen. Von dieser Abnahme sind besonders die Anteile der Familien mit 4 und mehr Personen und der 3-Personen-Haushalte betroffen.

(Aus der Beschlussvorlage 15/1294 („Entwicklungskonzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid“) vom 21.5.2015, beschlossen vom Rat am 18. Juni 2015.)

30 Jahre Trinkwasser aus der Großen Dhünn

Pressemitteilung der Stadtwerke Remscheid

„Nur ein nachhaltiger Umgang mit unseren Wasserressourcen garantiert eine sichere Trinkwasserversorgung. Nachhaltig ist Wasserwirtschaft, wenn sie generationenübergreifend gedacht wird. Nachhaltigkeit ist für uns nicht nur ein Wort. Es bestimmt vielmehr unser tägliches Handeln, damit die Remscheider Bürgerinnen und Bürger sich auch in Zukunft keine Gedanken um ihr Trinkwasser machen müssen. Die Einhaltung der strengen Umwelt- und Qualitätsstandards hat für uns erste Priorität. Als kommunales Unternehmen sind wir nicht dem kurzfristigen Profit, sondern der nachhaltigen Entwicklung vor Ort im Interesse der Bürgerinnen und Bürger verpflichtet“, so Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Geschäftsführer der EWR GmbH. Die gesicherte Versorgung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser und eine funktionierende Abwasserentsorgung sind Grundvoraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung. Deswegen sind sie in Deutschland Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge und werden auch ganz überwiegend von kommunalen Unternehmen erbracht.

Das Wasser in Remscheid hat eine hervorragende Qualität und wird ständig kontrolliert. „Damit es täglich in guter Qualität aus dem Hahn fließen kann, muss es strengsten gesundheitlichen Anforderungen genügen“, erklärt Dr. Joachim Frings, Leiter Betrieb Gas/Wasser der EWR GmbH. Viele Wasserinhaltsstoffe werden dabei in Mengen von einem Milliardstel Gramm pro Liter gemessen (gemäß der Trinkwasserverordnung vom 1.11.2011). Die Ergebnisse werden in der Trinkwasseranalyse dokumentiert, die auf der Internetseite der EWR GmbH veröffentlicht ist.

Vor drei Jahrzehnten begann die Wasserversorgung aus der Großen Dhünn-Talsperre. Am 30. September 1988 erfolgte die offizielle Einweihung des Gesamtprojektes Große Dhünn-Talsperre inklusive der Leitungen und Aufbereitungsanlagen. Ende der 60er und 70er Jahre stieg der Wasserbedarf im Bergischen Land erheblich an. Zusätzlich wurde die Sorge durch längere aufeinanderfolgende Trockenphasen groß, langfristig nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung zu haben. Um die Versorgungssicherheit in der Zukunft zu sichern, schlossen sich 1973 die Wuppertaler Stadtwerke AG (WSW), die Stadtwerke Remscheid GmbH (heute EWR GmbH) und die Stadtwerke Solingen GmbH (SWS) in der Bergischen Trinkwasser-Verbund-GmbH (BTV) zusammen. Zu einem späteren Zeitpunkt stieß auch noch die Energieversorgung Leverkusen GmbH (EVL) zur BTV dazu. Gemeinsam mit dem Wupperverband und dem 1960 gegründeten Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper wurde das Gesamtprojekt gestemmt: Dieses umfasste den Bau der Großen Dhünn-Talsperre, des Wasserwerkes Dabringhausen-Bremen der „Fernwasserversorgung Große Dhünn-Talsperre“ und des damit verbundenen Trinkwassertransportsystems. Der Wupperverband betreibt die Große Dhünn-Talsperre und stellt das so genannte Rohwasser aus der Talsperre zur Trinkwasseraufbereitung zur Verfügung.

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Revitalisierung (3): Entwicklung der "Allee"

Mit dem Bau der Straßenbahn 1893 hat sich der Charakter des Remscheider Stadtzentrums und besonders der Alleestraße maßgeblich verändert. Die Bäume der Alleestraße mussten der Oberleitung der Straßenbahn weichen. Zudem wurde die Alleestraße verbreitert und mit gründerzeitlichen Wohn- und Geschäftshäusern neu bebaut. Die alte Landstraße hat sich innerhalb von nur 50 Jahren zur Hauptgeschäftsstraße mit großstädtischem Flair entwickelt. Der Wandel von Dorf zur Stadt lässt sich in dieser Zeit besonders an der Bebauung des Marktes ablesen, wo gründerzeitliche Strukturen und Straßenbahn auf dörfliche Bebauung trafen.

1943 wurde fast die gesamte Remscheider Innenstadt zerstört. Der sich über mehrere Jahrzehnte erstreckende Wiederaufbau folgte den vorherigen Grundrissen der Innenstadt. Im Laufe der späten 1950-er und 1960-er Jahre wurden die Baulücken im Stadtzentrum mit zeitgenössischer Architektur geschlossen. In dieser Zeit hat sich der Markt zu einem durch Straßenbahnen, Busse und PKW hoch belasteten Verkehrsknotenpunkt entwickelt. Nach Einstellung des Straßenbahnbetriebes wurde die Alleestraße in den Jahren 1971-74 zur Fußgängerzone umgestaltet. Die Fußgängerzone wurde durch Pflanzbeete und  Bauten im Straßenraum in einzelne Abschnitte gegliedert. Der ursprüngliche Alleecharakter wurde nicht wieder hergestellt.

Durch den Bau des Allee-Centers 1986 an der oberen Alleestraße auf Freiflächen östlich der Stadtsparkasse konnte die Zentralität der Remscheider Innenstadt weiter erhöht werden. Das Center fungiert als städtebauliches Gelenk und verknüpft als überdachte Ladenpassage die unterschiedlichen Stadträume. Mit dem Bau des Centers wurde der Theodor-Heuss-Platz neu gefasst und räumlich von der Konrad-Adenauer-Straße getrennt. 1996 und 2008 folgten Erweiterungen. Mitte der 1990-er Jahre wurde der Block zwischen Allee-Center und Scharfstraße durch eine innerstädtische Bebauung, die die eingeschossigen Baracken ersetzt hat, neu definiert.

Postkarte der Alleestra0e aus 1970.Ende der 1980-er Jahre wurden mit dem Bau der Wansbeckstraße als innerstädtische Tangente die Voraussetzungen für eine weitere Vergrößerung der Fußgängerzone geschaffen. In der Folge wurde im Lauf der 1990-er Jahre neben der Neugestaltung der Alleestraße auch der Markt umgebaut. Der Markt ist seitdem abgesehen von Linienbussen für den Autoverkehr gesperrt und bildet so den östlichen Abschluss der Fußgängerzone. Mit dem Bau der heute gastronomisch genutzten Markthalle wurde dieser Entwicklungsabschnitt abgeschlossen. Nahezu zeitgleich wurde die Alleestraße neu gestaltet. Seit dem sind die prägenden Elemente der Remscheider Haupteinkaufsstraße und Fußgängerzone zwei Baumreihen, wodurch die Alleestraße wieder dem Straßennamen gerecht wird.

Seit einigen Jahren sind insbesondere in der unteren Alleestraße eine wachsende Anzahl an Leerständen zu beobachten. In diesem Zusammenhang wird die Öffnung der unteren Alleestraße für den Autoverkehr wieder als Zukunftsmodell diskutiert. (Aus der Beschlussvorlage 15/1294 („Entwicklungskonzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid“) vom 21.5.2015, beschlossen vom Rat am 18. Juni 2015.)

 

Deutliche Aufwertung der Innenstadt

Die Innenstadt ist ein wichtiger Identifikationsort der Bürgerinnen und Bürger, der öffentlich nutzbare Raum die Visitenkarte und der Ort, wo städtisches Leben stattfindet, wo sich Bevölkerung und Gäste treffen. Das Zentrum von Remscheid rund um die Alleestraße hat in den letzten Jahren deutlich an Anziehungskraft verloren. (...) Als erste Reaktion gründeten private Anlieger und Eigentümer im Jahr 2012 den „Verein der Immobilien- und Standortgemeinschaft Alleestraße“- ISG Alleestraße e.V. Er gab den Anstoß für das Städtebauliche Entwicklungskonzept zur „Revitalisierung der Innenstadt Remscheid“. 2015 wurde das „Stadtumbaugebiet Innenstadt“ förmlich festgelegt und in das Förderprogramm „Stadtumbau West“ aufgenommen.

Der Gestaltungsleitfaden für den öffentlichen Raum ist eingebunden in ein Bündel von Maßnahmen und Projekten zur Revitalisierung des Zentrums. So wird die Stadt bis 2020 nach und nach an vielen Stellen Verbesserungen im öffentlichen Raum vornehmen und das Bild der Innenstadt deutlich aufwerten. Der Gestaltungsleitfaden ist hier ein für die gesamte Innenstadt geltendes Gestaltungs- und Ausstattungskonzept. Er macht Vorschläge zu Oberflächenmaterialien, zur Beleuchtung, zum Stadtmobiliar, zu Orientierungselementen, zu Spielgeräten und zur Begrünung. Ziel ist ein zusammenhängendes und attraktives Erscheinungsbild der Straßen und Plätze, immer mit Rücksicht auf die jeweils spezifische funktionale und gestalterische Situation des Stadtraums. (aus: „Gestaltungsleitfaden für den öffentlichen Raum“ (...)

Kurz- bis mittelfristig wird kein grundsätzlicher Umbaubedarf für die Hauptverkehrsstraßen am Rand des Untersuchungsraums gesehen. Wünschenswert ist jedoch für die Elberfelder Straße eine weitere Begrünung durch Baumreihen. Sie könnten den im Westen vorhandenen Mittelgrünstreifen aufgreifen und fortführen, die Straße deutlich aufwerten und zu einem besseren Kleinklima beitragen. Eine solche Maßnahme ließe sich zum Beispiel im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes realisieren. (...)

Für das Stadtumbaugebiet Innenstadt liegt ein beschlossenes Konzept mit zahlreichen Maßnahmen vor, die in den kommenden Jahren im Rahmen der Städtebauförderung nach und nach realisiert werden sollen. Darunter Parks und Plätze, Straßen und Fußwege sowie öffentliche Räume ganz unterschiedlicher Funktion und Ausprägung. Der Gestaltungsleitfaden bietet Gestaltungsregeln für die verschiedenen Straßen- und Platztypen an und führt sie in einem Masterplan zusammen. Er gibt damit einen Rahmen für alle städtebaulichen Erneuerungsmaßnahmen im öffentlichen Raum vor. Für fünf räumliche Schwerpunkte wurden beispielhafte Gestaltungskonzepte erarbeitet.
(aus: „Gestaltungsleitfaden für den öffentlichen Raum“ (Konzeption, Gestaltung, Bearbeitung: stadtraum Architektengruppe, Bernd Strey, Sylvia Winkel, Christopher Dierkes, Jens Hoppstädter)

Revitalisierung (2): Typische Gemengelage

Jahr

Ereignis

12. Jhd.

Erwähnung eines Hofes (RS-Rath) bei Haddenbach in Besitz des  Stiftes Essen

1363

Remscheid und Lüttringhausen erscheinen als Kirchspiele im Amt Bornefeld, Lennep als eine der Fünf Städte des Landes Berg

um 1400

Beginn der Nutzung der Wasserkraft zum Betrieb von Eisenhütten, Hammerwerken, Schleifkotten und Walkmühlen in Remscheid, Lüttringhausen und Lennep

1723

Das obere Dorf Remscheid mit Kirche und Schule wird durch einen Brand zerstört

1805

Wirtschaftlicher Tiefstand. Übergang des Landes Berg an Napoleon und Errichtung des Großherzogtums Berg

1813/15

das Großherzogtum Berg fällt dann an das Land Preußen und wird Bestandteil der preußischen Rheinprovinz

1848

Inbetriebnahme der ersten Remscheider Dampfmaschine in einem Hammerwerk

1868

Eröffnung der Eisenbahnlinie Rittershausen Oberbarmen-Ronsdorf-Lüttringhausen-Lennep-Remscheid

1888

Remscheid scheidet aus dem Landkreis Lennep aus und wird selbständiger Stadtkreis

1919

Eröffnung eines städtischen Schauspielhauses in Remscheid

1929

Eingemeindung Lenneps und Teile von Lüttringhausen nach Remscheid

1943

Zerstörung des Stadtkegels durch Luftangriff

1975

Eröffnung der Alleestraße als Fußgängerzone

1986

Eröffnung des Allee-Centers

1996

Eröffnung der "Allee-Center"-Erweiterung

1990/95

Umgestaltung der Alleestraße als Allee, Fußläufigkeit des Marktes, Errichtung der „Stadthof“-Bebauung

2008

Erneute Erweiterung des Alleecenters

2009

Fertigstellung des neue Hauptbahnhof und des Brückencenters

2012

Der Verein ISG Allestraße e.V. gründet sich mit dem Ziel der Bildung einer Immobilien- und Standortgemeinschaft zur Aufwertung der Alleestraße

Die Remscheider Innenstadt entstand durch Erweiterung des Siedlungskerns Alt-Remscheid östlich des jetzigen Marktes auf dem Osthang einer  Geländekuppe im Wesentlichen beginnend im 19. Jahrhundert. Die Entwicklung der funktionalen Bedeutung der Innenstadt korrespondierte mit dem Stadtwachstum Remscheids bis in die 1970er Jahre. In Folge des wirtschaftlichen Strukturwandels und durch den ausgeprägten demographischen Übergang in der Stadt Remscheid haben sich die Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der Innenstadt deutlich verschlechtert.

Die historische Entwicklung des Siedlungsraumes Remscheid lässt sich im Wesentlichen wie folgt charakterisieren: Remscheid wird 1173 und 1189 erstmalig in Urkunden als Kirchort erwähnt. Die spätere Stadt erwuchs aus vielen einzelnen, im weiten Abstand zum Kirchhof gelegenen Höfen. In den Tälern siedelten sich seit dem 15. Jahrhundert Wasserhämmer und Schleifkotten an. 200 Jahre später bestand dort schon eine dichte Folge von Wasserkraftanlagen zur Bearbeitung von Werkzeugprodukten. Die starke industrielle Entwicklung ging bereits in dieser Zeit einher mit erfolgreichen Handelsbeziehungen der Remscheider Wirtschaft mit Übersee. Den Mittelpunkt der Höfe bildeten im 18. Jahrhundert prächtige bergische Bürgerhäuser der ansässigen Kaufleute. Erst 1808 wurde das Kirchspiel unter französischer Verwaltung zur „Munizipalität“, zur Stadt erhoben. Im 19. Jahrhundert wuchsen dann im Zuge der sich verdichtenden Besiedlung des Raumes die Einzelhöfe mit dem Kirchort zu bandartig bebauten Straßenzügen zusammen.

Seit 1850 verlagerten sich die Standorte der Industrie wegen ihres Flächenbedarfes aus den engen Tälern auf die Hochebene. Der Remscheider Kegel, der Holscheidsberg wurde erst seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besiedelt. In dieser Zeit setzte im Gebiet der heutigen Stadt Remscheid ein einschneidender Strukturwandel ein, der von einer Bevölkerungszuwanderung zu den neuen gewerblichen Standorten sowie dem Ausbau des Verkehrsnetzes begleitet war. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wuchsen die Siedlungsflächen der alten Ortskerne im Wesentlichen durch bandartige Strukturen, in Alt-Remscheid durch Straßenrandbebauung auf den Höhenrücken zwischen dem ehemaligen Kirchhof und den näher gelegenen Höfen.

Die weitere Auffüllung und Ergänzung der vorhandenen bandartigen Strukturen und Arrondierung von Flächen auf den Höhenrücken kennzeichnet die Siedlungsentwicklung in Alt-Remscheid bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Standorte der gewerblichen Betriebe blieben in dieser Zeit stadtnah, die typische Gemengelagensituation in der Stadt verfestigte sich. (Flächennutzungsplan der Stadt Remscheid, Begründung)

(Aus der Beschlussvorlage 15/1294 („Entwicklungskonzept zur Revitalisierung der Innenstadt Remscheid“) vom 21.5.2015, beschlossen vom Rat am 18. Juni 2015.)