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Aus tristem Hinterhof wurde ein kleines Schmuckstück

Als vor einigen Jahren der Bebauungsplan „Neue Mitte Lüttringhausen“ im Bereich zwischen Rathaus Lüttringhausen und Kreuzung Eisernstein nicht realisiert werden konnte, ergriff der Heimatbund Lüttringhausen die Initiative. Daran erinnerte am Samstag bei der Einweihung der  neuen Grün- und Platzanlage neben dem Lüttringhauser Rathaus Peter Maar, der Ehrenvorsitzende des Heimatvereins Lüttringhausen. Weitere Redner waren Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser. Viele örtliche Vereine beteiligten sich am Programm der mehrstündigen Einweihungsfeier – ein echtes Bürgerfest!

Zur Diskussion gestellt: Spaziergänge in Stakelhusen (2)

„Eine Schneiderei. Im Laden eine aus Afrika stammende Kundin. Die Schneiderin kommt aus Süditalien, sie lebt schon länger hier. Sehenswürdigkeiten? Ne. Remscheid hat nix. Wieso? Ne, Remscheid ist tot. Weil das Wetter so schlecht ist? Ne, auch sonst. Die ganze Einkaufsstraße ist tot. Nix Lebendiges. Und keine Arbeit. Das macht was mit den Menschen, macht alles so ernst, so traurig. Was sollte hier denn geschehen? Keine Ahnung! Hier kommen sicher viele Leute und erzählen von ihren Problemen. Sie sind bestimmt eine gute Psychologin! Was denken Sie, was die Menschen hier vielleicht brauchen? Keine Ahnung. Sie lächelt. Schneiderei braucht man immer...

Und dann kommt Mariella: Sie ist oben in der Praxis Arzthelferin. Sie kommt immer runter zum Rauchen. Auch sie ist Italienerin, hier geboren, vielleicht Ende Dreißig. Stachelhausen? Sie weiß, wo Stachelhausen ist. Gleich da vorne beginnt die Stachelhauser Straße. Wir fragen weiter: Was braucht man denn hier in Remscheid? Mariella: Früher, als wir kamen, da durfte man nicht ein Restaurant neben dem anderen machen, da musste immer Abstand dazwischen sein, heute ist kein Abstand mehr dazwischen. Wie meinst du das? Ja, auch in den Häusern müsste mehr durchmischt werden. Deutsche, Brasilianer, Italiener, aber hier ist alles gleich. Alles Döner hier.“

(aus „Spurensicherung in Stakelhusen“, herausgegeben vom Caritasverband Remscheid e.V. im August 2019, 94 Seiten, Auflage: 500. Redaktion: Roland Brus, Ursula Lauterjung und Martina Richard. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Caritas.)

Der neue Park in zwei Minuten Video

Bürgerfest zur Einweihung der neuen Grün- und Platzanlage“, titelte der Waterbölles am Dienstag, 17. Mai. Am morgigen Samstag in der Zeit von 15 bis 22 Uhr wird die Neugestaltung des Rathaushofes und des Rathausgartens mit einem vom Heimatbund Lüttringhausen organisierten großen Bürgerfest eröffnet. Es wird ergänzt um den „Tag der offenen Tür“ der Nebenstelle Lüttringhausen der Städt. Musik- und Kunstschule, die im Untergeschoss des Rathauses untergebracht ist. Der Heimatbund Lüttringhausen und die Nebenstelle Lüttringhausen der Städt. Musik- und Kunstschule laden herzlich ein: „Endlich ist wieder was los im Dorp!“ Für alle, die morgen aus irgendeinem Grunde nicht mitfeiern können, hat der Waterbölles heute den neuen Park schon mal in zwei Minuten Video „eingefangen“.

Geheime Wahlen kosteten den Rat 20 Minuten mehr

Blumen nach der Wahl für Thomas Neuhaus, Barbara Reul-Nocke und Sven Wiíertz, Foto: Lothar KaiserIn seiner gestrigen Sitzung in der Aula des Albert-Einstein-Gesamtschule hat der Rat der Stadt die Beigeordneten Barbara Reul-Nocke, Sven Wiertz und Thomas Neuhaus in gleichbleibender Zuständigkeit für weitere acht Jahre gewählt. Dies erfolgte auf Antrag der Faktion der Linken geheim (Murren im Saal; der OB: "Ich bedauere das sehr, aber es ist Ihr demokratisdhes Recht!") – und nahm deshalb keine fünf, sondern 25 Minuten in Anspruch. Denn jedes Ratsmitglied musste von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz in den drei Wahlgängen einzeln aufgerufen werden, um dann seinen angekreuzten Wahlzettel im Flur vor der Ala in die Wahlurne zu werfen. Die anschließenden Beschlüsse über den Beginn der neuen Amtszeit der Dezernentin und der beiden Dezernenten erfolgten dann in offener Abstimmung und fielen allesamt einstimmig aus. Das galt auch für die Bestellung von Sven Wertz zum Stadtkämmerer und Stadtdirektor als ständiger Vertreter des Oberbürgermeisters.

Dass er mit den Gewählten die gemeinsame Arbeit im Verwaltungsvorstand weiterführen könne, freue ihn sehr, betonte der Oberbürgermeister: „Angesichts der facettenreichen Herausforderungen und Fragestellungen, auf die wir als Stadtspitze im Interesse der Menschen in Remscheid Antworten finden müssen, ist die Kontinuität dieses Gremiums ein ganz wesentliches Gut. Unsere jahrelange Zusammenarbeit ist von tiefem Vertrauen und hohem Respekt füreinander geprägt. Ich bin den Ratsmitgliedern sehr dankbar, dass sie mit ihren heutigen Beschlüssen die erfolgreiche Arbeit der wiedergewählten Personen anerkennen und ihnen einen weiteren klaren Entscheidungs- und Handlungsauftrag für die Zukunft mitgeben. Barbara Reul-Nocke, Sven Wiertz und Thomas Neuhaus gilt mein herzlicher Glückwunsch zur Wiederwahl. Ich freue mich sehr auf die weitere gemeinsame Vorstandsarbeit.“

In der geheimen Abstimmung erhielt Sven Wiertz (bei 56 abgegebenen Stimmen) 50 Ja- und fünf Nein-Stimmen. Ein Ratsmitglied enthielt sich der Stimme. Auf Thomas Neuhaus entfielen (bei 57 abgegebenen Stimmen) 47 Ja- und zehn Nein--Stimmen. Barbara Reul-Nocke kam auf 40 Ja- und 13 Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen (ebenfalls bei 57 abgegebenen Stimmen).

„Beigeordnete können nach den Bestimmungen der Gemeindeordnung NRW sechs Monate vor Ablauf ihrer Wahlzeit wiedergewählt werden, um allen Beteiligten Planungssicherheit zu geben. Bestätigt der Rat ihre Wiederwahl, müssen die Beigeordnetenstellen nicht ausgeschrieben werden“, teilte die Stadtverwaltung anschließend zum Prozedere mit.

Sven Wiertz ist seit dem 21. Oktober 2014 im Amt und seit Februar 2018 auch allgemeiner Vertreter des Oberbürgermeisters. In seine Zuständigkeit fallen die Bereiche Finanzen, Gebäudemanagement und Kultur. Seine Neubestellung und Wiederwahl gilt für die Zeit vom 21. Oktober 2022 bis zum 20. Oktober 2030 (Besoldung nach B 5). Thomas Neuhaus ist seit dem 1. November 2014 im Amt; er ist zuständig für die Bereiche Bildung, Jugend, Soziales, Gesundheit und Sport. Seine neue Amtszeit läuft vom 1. November 2022 bis zum 31. Oktober 2030 (Besoldung nach B 4). Barbara Reul-Nocke wurde für den Zeitraum 15. November 2022 bis 14. November 2030 wiedergewählt. Als Wahlbeamtin verantwortet sie seit dem 15. November 2014 die Bereiche Recht, Sicherheit und Ordnung, Standesamtswesen, Umwelt, Zuwanderung sowie Feuerschutz und Rettungsdienst (Besoldung nach B 4).

Allen drei Beigeordneten gratulierten die Ratsmitglieder nach Verkündung ihres Wahlergebnisses mit langanhaltendem Applaus und später auch persönlich, nachdem der OB ihnen Blumen überreicht und sie sich damit den Fotografen gestellt hatten. Und auch Burkhard Mast-Weisz wurde gestern beschenkt. Das hatte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Kötter einfallen lassen, ohne die Parteikasse groß zu belasten. Er überraschte das Stadtoberhaupt als „Fan von Roland Kaiser“ (davon wusste der OB bis dato noch gar nicht 😉 ) mit der Schallplatte „Seitenblicke“ des deutschen Schlagersängers aus dem Jahre 1988 und zitierte einzelne Lieder daraus, darunter „Noch ist Licht in Deinen Augen“. Mast-Weisz: „Ich habe gar keinen Plattenspieler mehr!“

Schule Stuttgarter Straße weicht neuen Wohnungen

Als SPD, Grünen und FDP („Gestaltungsmehrheit“) Anfang März mit dem Plan an die Öffentlichkeit traten, die Fläche des bisherigen Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung an der Stuttgarter Straße zu einem „Wohnstandort mit Grünflächen“ machen zu wollen, ernteten sie nicht nur Lob, sondern auch Kritik. Erst in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid, dann im Bauausschuss, später im Hauptausschuss und – nach einem Vertagungsantrag der CDU – auch im Schulausschuss. Die dort geführte heftige und zeitaufwendige Diskussion wurde, was manche frustrierte, in der gestrigen Sitzung des Rates fortgesetzt, wiederum angeführt von der CDU-Fraktion, unterstützt aber auch von der Fraktion der Linken und der Wählergruppe der W.i.R. Alle drei Gruppierungen wiederholten ihre schon früher geäußerte Ansicht, bei den in den nächsten Jahren vor allem in der Innenstadt wachsenden Schülerzahlen könnte das alte Schulgebäude an der Stuttgarter Straße noch von großem Nutzen sein. Waltraud Bodenstedt (W.i.R.): „Jetzt schon auf das Gebäude zu verzichten wäre voreilig!“ Das meinten auch Brigitte Neff-Wetzel (Linke) und Bettina Stamm (echt. Remscheid e.V.). Mehrfach meldeten sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Kötter und sein Fraktionskollege Alexander Schmidt zu Wort: „Dieser Schulraum wird uns eines Tages noch fehlen!“

Dagegen hielt die „Gestaltungsmehrheit“ an ihrer Meinung fest, das Schulgebäude sei marode und könne keiner Grundschule als neues Quartier angeboten werden. David Schichel, Fraktionsvorsitzender der Grünen: „Alle Gremien des Rates haben sich für eine Wohnbebauung ausgesprochen. Diese demokratische Mehrheit kann nicht weggeredet werden!“

Doch leicht machen wollten es die Kritiker gestern den Fraktionen von SPD, Grünen und FDP nicht. Vielmehr beantragte Markus Kötter namentliche Abstimmung, und zwar über alle drei Anträge zur Stuttgarter Straße, über die schon der Schulausschuss abgestimmt hatte, zwei ablehnend und einem zustimmend. Und so musste denn Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bei allen drei Abstimmungen die Namen der 57 anwesenden Ratsmitglieder aufrufen und nach ihrem Votum fragen. Die Ergebnisse dieser Abstimmungen entsprach dann wie erwartet denen des Schulausschusses: Der Antrag der CDU wurde mit 32 Nein-Stimmen (25 Ja; keine Enthaltungen) abgelehnt, ebenso wie anschließend der Antrag der Linken. Danach setzte sich die Gestaltungsmehrheit mit 32 Ja- bei 25 Nein-Stimmen durch.  Indirekt ist damit der Abriss des alten Schulgebäudes beschlossene Sache.

Fragen zur falschen Berechnung der Abwassergebühren

Pressemitteilung der FDP

Am Dienstag urteilte das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen in einem Musterverfahren über die Berechnung der kalkulatorischen Zinsen bei Abwassergebühren. Danach wurden in den vergangenen Jahren Abwassergebühren in Nordrhein-Westfalen auf einer falschen Grundlage berechnet (Az. 9 A 1019/20). In seinem Urteil bemängelte das Oberverwaltungsgericht insbesondere die Kalkulation der Abschreibungen und Zinsen, da diese den tatsächlichen Aufwand überschritten und damit gegen das Kostenüberschreitungsverbot verstießen. Immobilieneigentümerinnen und -eigentümer sowie Mieterinnen und Mieter können daher in den nächsten Jahren damit rechnen, dass Gebührenbescheide bzw. Nebenkostenabrechnungen niedriger ausfallen, weil die Gebührenkalkulation auf eine neue Grundlage gestellt werden muss.

Kläger in diesem Verfahren war ein Grundstückseigentümer aus Oer-Erkenschwick, der sich gegen den Bescheid über die Abwassergebühren wehrte. Die Stadt Oer-Erkenschwick ging bei der Kalkulation des Zinssatzes vom Durchschnitt der vergangenen 50 Jahre zuzüglich eines Aufschlages aus. Das Gericht hingegen sieht nur einen Zeitraum von zehn Jahren als begründbar an. In diesem Fall wäre ein Zinssatz von nur 2,42 Prozent statt der kalkulierten 6,52 Prozent rechtskonform gewesen. Die Stadt Remscheid kalkuliert derzeit bei den Kanalbenutzungsgebühren mit einem Zinssatz in Höhe von fünf Prozent.

Wir haben die Verwaltung zur Sitzung des Betriebsausschusses für die Technischen Betriebe am 7. Juni und des Rates am 20. Juni, um Beantwortung der folgenden Fragen gebeten, um die Auswirkungen auf Remscheid einschätzen zu können:

  1. Wie viele Gebührenschuldner haben in der Vergangenheit Widerspruch gegen ihre Bescheide hinsichtlich der Entwässerungsgebühren eingelegt, Klageerhoben und können nunmehr direkt mit einer Gebührenerstattung rechnen, da die betreffenden Bescheide noch nicht bestandskräftig sind? Wie viele Gebührenschuldner haben in der Vergangenheit Widerspruch gegen ihre Bescheide hinsichtlich der Entwässerungsgebühren eingelegt, jedoch nach der Ablehnung des Widerspruchs keine Klage erhoben, so dass sie lediglich die Aufhebung des bestandskräftigen, aber rechtsfehlerhaften Bescheides beantragen können?
  2. Wie hoch ist der kalkulatorische Zinssatz, der aus jetziger Sicht der Gebührenkalkulation für die Entwässerungsgebühren zu Grunde gelegt werden kann?
  3. Handelt es sich bei einem bisher möglicherweise zu hohen kalkulatorischen Zinssatz um eine ungewollte Überdeckung, die innerhalb von vier Jahren mit den künftigen Gebührenforderungen zu verrechnen sind?
  4. Wie viel hätte die Schmutzwassergebühr je Kubikmeter eingeleiteter Wassermenge im laufenden Jahr betragen, wenn der Zinssatz im Einklang mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts kalkuliert worden wäre?
  5. Wie viel hätte die Niederschlagswassergebühr je Quadratmeter angeschlossener, bebauter und befestigter Fläche im laufenden Jahr betragen, wenn der Zinssatz im Einklang mit dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts kalkuliert worden wäre?
  6. Wie hoch fielen die Mindererträge aus der Erhebung der Entwässerungsgebühren seit dem Jahr 2017 aus, soweit bei der Gebührenkalkulation für die betreffenden Jahre bereits das Urteil des Oberverwaltungsgerichts hätte berücksichtigt werden können?

Zur Diskussion gestellt: Spaziergänge in Stakelhusen (1)

Ein Mann, Anfang 50, stoppt sein Auto auf der Stachelhauser Straße. Er möchte wissen, was ich fotografiere. Sehenswürdigkeiten? Hier ist es schon lange abgefahren, da ist nix mehr. Vielleicht mal eine Kneipe, wenn die überhaupt offen ist. Die meisten Leute leben von Hartz 4. Ehemalige Thyssenarbeiter. Damals war das anders, die haben gearbeitet, haben Geld gehabt, und dann lief das natürlich alles. Ich hab viel erlebt, wir haben ein Clubheim gehabt, da auf der Straße. Runter nach Honsberg, da geht die Straße runter bis zum Sportplatz. Das sind so Gebiete, da ist wirklich der Zug abgefahren, die Integration kann nicht stattfinden. Honsberg, Rosenhügel, Kremenholl. Damals, da waren die Politiker da. Und da haben wir ein Gespräch gehabt. Sie sagten so: Integration - die Kinder, die hier geboren sind, die können kein Deutsch. Ich sage: Natürlich ist das bitter, wenn Kinder nicht Deutsch können, die hier geboren sind. Wenn ein Kind hier geboren ist, dann ist das sein Land. Ist von Natur so. Das Problem: Das wollt ihr gar nicht.

Es kann nicht sein, wenn die Kinder nach der vierten Klasse zur Realschule oder zum Gymnasium gehen müssen, dann sammelt man den Rest in Albert Einstein (Anm.: Gesamtschule in Stachelhausen). Da sind in einer Klasse 25 Kinder, davon 20 türkische Kinder. Und dann noch ein Italiener und eine Deutsche. Welche Sprache gibt es da überhaupt? Mit welchem Recht sammelt ihr alles da? So kann die Integration nicht wachsen. Das haben sie mit Sicherheit mit Absicht gemacht. Und dann reden sie noch jetzt, dass die Kinder kein Deutsch können.

Das heißt - absichtlich, damit die Integration nicht erfolgt? Ja! Ich kann das nicht anders beurteilen. Ich hab ja früher auch da gewohnt. Bin extra ausgezogen, so Richtung Morsbach, damit die Kinder da in den Kindergarten und in die Schule kommen. Mit deutschsprachigen Kindern. Damit sie sich mehr integrieren können. So sind sie auch gut weiter gekommen.

Wann sind Sie hierher gezogen? Ich bin nach Remscheid gezogen 1985. Sechs Jahre habe ich in Saarbrücken gewohnt. Ursprünglich komme ich aus der Türkei, aus Nord-Ost. Zwischen Schwarzem Meer und Ost-Anatolien. Kurdisch-alevitisch bin ich. Ist ein Unterschied. Sie sind offener, nicht so religiös. Und weil ihr verfolgt seid, politisch sehr engagiert? Ja, das Volk ermordet, viel Elend. Heute ist es nicht anders. Mittelalterführung, so wollen die Amerikaner und die Europäer die Türkei. Und Afghanistan, was haben die da gemacht! So lange das nicht gestoppt wird, passiert immer Ähnliches. Was denken Sie, was müsste hier noch passieren? Was würden Sie sich wünschen? Für Remscheid, für Stachelhausen? Das ist 'ne gute Frage. Erstmal genügend Lehrstellen. Da hat man früher Thyssen und Mannesmann gehabt. Die Handwerker sterben aus. Remscheid ist eine Hand­werkerstadt. So viel Kenntnis, das stirbt alles aus. Mangelnde Arbeit, mangelnde Bezahlung, auch das Soziale. Und dann hat man natürlich die Lebensqualität hier nicht.

Im Zentrum zum Beispiel: Es hat lange gedauert, bis nochmal ein Kino kommt. Fünf oder sechs Jahre. Immer Klagen. Dann hieß es dies, dann das. Dann sollen sie doch sagen, dass sie das Kino nicht haben wollen. In der Einkaufszone, das kleine Kino, meinen Sie das? Ja, in der Mitte. Rex. Wenn man von der Alleestraße runter geht, auf der linken Seite. Und auf dem Markt war auch eines gewesen. Sind alle zu. Die haben jetzt ein Kino, Cinestar. Es ist nicht schlecht. Kino ist erstmal gut. Dann müssen die Leute nicht nach Wuppertal oder nach da und da fahren. Und in der Umgebung kann man was entwickeln, für die Jugend, was die so haben wollen, heutzutage. Überall nur ShishaBar. Und da wird die Polizei sehr aktiv. Mein Sohn geht da ab und zu hin, da mach ich mir Gedanken. Das bildet nur Kriminalität. Ich sammle Sehenswürdigkeiten. Von Stachelhausen, von Remscheid ... Was ist hier besonders? Was muss ich sehen? Stachelhausen hoch, ist ne Moschee. Auf der anderen Seite die ehemaligen Thyssenhäuser, so wie Ziegelsteine. Werden teilweise für Wohnwagen vermietet. Aha, Wohnwagenvermietung? Der vermietet den Platz, da ist ein großer Aufzug, da kommst du auf die Etage, da hast du deinen Platz, da hast du Strom. Und weiter auf der Stachelhauser Straße, da war lange Zeit ne Kneipe. Und ne Spielhalle. Ist zu. Besonderes gibt‘s nicht mehr in Stachelhausen, was man sehen kann. Das zieht sich bis oben in die Stadt.

Was haben Sie denn gelernt? Wo haben Sie vorher gearbeitet? Maschinen bedient im Betrieb, Sagemaschinen. Messen, auf Tausendstel! Ich weiß alles, und wenn ich jetzt in Metallbau reingehe, dann kann ich das. Dann weiß ich, welche Metalle ich nehme. Also, ich hab schon mal was gelernt, aber den Beruf nicht abgeschlossen. Weil früher im Saarland, da hab ich keine Lehrstelle gefunden, aber Arbeit. Bevor ich kein Geld hab, geh ich lieber arbeiten. Hier in Remscheid hab ich bei Thyssen gearbeitet, ehemalige BSI, Bergische Stahlindustrie. Was habt ihr da hergestellt? Autoachsen gegossen bei der BSI. Bei Thyssen Schaufeln, für Flugzeuge. Das sind so Schaufelhalterungen, für Propeller. Die Arbeit war gesundheitlich nicht gut. Einmal bin ich dann sehr schwer ausgerutscht, konnte den Beruf nicht mehr ausüben und hab dann gewechselt. 14 Jahre im Krankenhaus in Küche und Lager gearbeitet. Dann haben die das ausgegliedert. Jetzt arbeite ich in einem Projekt mit einer Künstlerin, da arbeiten Menschen mit Problemen, um wieder in Arbeit reinzukommen. Ich mach da alles mit Garten.

(aus „Spurensicherung in Stakelhusen“, herausgegeben vom Caritasverband Remscheid e.V. im August 2019, 94 Seiten, Auflage: 500. Redaktion: Roland Brus, Ursula Lauterjung und Martina Richard. Nachdruck mit freundlicher Genehmigung der Caritas.)

Sitzungsunterlagen kommen digital und per Post

Durch die Einführung eines elektronischen Sitzungsmanagements reduziert sich für die Bad Nauheimer Stadtverwaltung der Arbeitsaufwand enorm. Gleichzeitig werden die Mandatsträger von Papierbergen befreit. Mittlerweile verzichten dort 93 Prozent der Magistratsmitglieder und Stadtverordneten komplett auf die Zusendung schriftlicher Unterlagen und nutzen die digitale Gremienarbeit mit der Mandatos App. Dieser Software will künftig auch die Stadt Remscheid einsetzen. Von den 57 Ratsmitgliedern haben sich bislang aber erst 21 bereiterklärt, auf die Postzustellung der schriftlichen Sitzungsunterlagen zu verzichten. Dazu gehört auch Bettina Stamm Bettina Stamm (echt. Remscheid e.V.).. Die wunderte sich in der gestrigen Ratssitzung darüber, dass sie jetzt nicht nur digital über die Unterlagen verfügen könne, sondern diese auch weiterhin per Post erhalte. Lutz Lajewski von der Verwaltung räumte das ein. Um eine Trennung der beiden Zustellungswege werde man sich in den Schulferien kümmern; dafür sei bislang noch keine Zeit gewesen.

Das gehört als Notfallvorsorge in die Hausapotheke

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Katastrophenschutzeinheiten, zu denen beispielsweise Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste, Katastrophenschutzorganisationen und das Technische Hilfswerk gehören, sind auf Katastrophen und deren Bewältigung gut vorbereitet und stehen jederzeit zur Verfügung. Aber auch die beste vorbereitete Hilfe ist nicht immer sofort und für jeden verfügbar. Deswegen ist die persönliche Notfallvorsorge unerlässlich. Heute geht es darum, was in eine gute Hausapotheke gehört.

Wie wichtig die persönliche Notfallvorsorge ist, zeigte sich zuletzt bei der verehrenden Naturkatastrophe im August 2021. Im Ahrtal konnte die Bevölkerung über längere Zeit nur schwer mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Gebrauchs versorgt werden. Das macht deutlich: Jede und jeder von uns sollte dringend zum eigenen Selbstschutz beitragen und für den Notfall vorsorgen.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) besteht seit 2004. Als Teil der „Neuen Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland“, die im Jahr 2002 beschlossen wurde, ist es verantwortlich für die bundesweite Organisation der zivilen Sicherheit. Was zu dieser persönlichen Vorsorge gehört, um persönlich für den Notfall gerüstet zu sein, beschreibt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in seinem Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handel in Notfallsituationen.

Um im Krisenfall auch bei Erkrankungen und Verletzungen gut gerüstet zu sein, sollte die Hausapotheke durchdacht ausgestattet sein. Das BKK rät dazu, nachstehende Dinge in der Hausapotheke vorzuhalten:

  • persönliche, vom Arzt verschriebene Medikamente
  • Erkältungsmittel
  • Schmerz- und fiebersenkende Mittel
  • Mittel gegen Durchfall, Übelkeit, Erbrechen
  • Mittel gegen Insektenstiche und Sonnenbrand
  • Elektrolyte zum Ausgleich bei Durchfallerkrankungen
  • Fieberthermometer
  • Splitterpinzette
  • Haut- und Wunddesinfektionsmittel
  • Verbandsmaterial, beispielsweise Autoverbandskasten

Weitere Informationen gibt’s auch unter diesem Link: https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Bevorraten/bevorraten_node.html.„Die persönliche Notfallvorsorge“ ist Teil der Informationskampagne „Zivil- und Katastrophenschutz in Remscheid“, deren inhaltliche Federführung bei der Feuerwehr Remscheid liegt. Sie ist auch für den lokalen Zivil- und Katastrophenschutz verantwortlich.

Gegen reine Wohnbebauung der früheren DOC-Fläche

Pressemitteilung der Bergischen Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid

Der IHK-Bezirksausschuss Remscheid der Bergischen IHK hat sich in seiner gestrigen Sitzung deutlich gegen eine reine Wohnbebauung auf der ehemals für das DOC vorgesehenen Fläche ausgesprochen. Stattdessen fordern die Mitglieder eine gesamtheitliche Weiterentwicklung und koordinierte Nutzung unter konzeptioneller Einbeziehung der umliegenden Flächen. Das zu entwickelnde Gebiet solle den Raum für die Umsetzung zukunftsweisender Konzepte bieten, dies schließe eine reine Wohnbebauung aus.

„In der Entwicklung der Gesamtfläche liegt eine große Chance, wenn man diese für Konzepte nutzt, aus denen eine Strategie für die gesamte Stadt Remscheid erkennbar ist“, so der Ausschussvorsitzende Dr. Roman Diederichs. IHK-Präsident Henner Pasch betonte die Parallelen zum Solinger Südpark, bei dem eine positive Entwicklung durch gute Marketingmaßnahmen und eine stufenweise Entwicklung gelungen sei. „Dringend muss ein Name für das Areal gefunden werden, der die Bezeichnung ehemalige DOC-Flächen ersetzt“, so der IHK-Präsident.

Kein Anliegerverkehr in Remscheids "Westen"

In einer Vorlage zur gestrigen Sitzung der Bezirksvertretung Lüttringhausen hat die Verwaltung eine Bürgerpetition zurückgewiesen, in der gefordert worden war, den Fahrzeugverkehr in den Hofschaften Grund, Oelingrath, Langenhaus und Westen an der Stadtgrenze 6zu Wuppertal nur den Anliegern zu erlauben. Eine Beschränkung der in der Petition angegebenen Straßenzüge würde ein sehr weitläufiges Gebiet umfassen. Und zusätzlich zur Straße Langenhaus müsste die geforderte Anlieger-Beschränkung dann auch für die Straße Neuland gelten. Dort aber befinde sich der Begräbniswald Kempkenholz , der auch über Wuppertal-Rädchen angefahren wird. Ferner lägen in dem gewünschten Anliegerbereich auch die Naturschule Grund und andere Ziele wie Gastronomie oder Paketshop, die einen unbestimmten Personenkreis zu berechtigten Anlieger erlaubter Einfahrt in das Zielgebiet machen würden. Auch wären Freigaben für Anlieger, Lieferverkehr, Land- und Forstwirtschaft sowie den Linienbusverkehr erforderlich.

Zitat: „Zusammenfassend ist davon auszugehen, dass durch die Größe des Gebietes und die hohe Anzahl darin gelegener Ziele eine Überwachung der Anlieger-Beschränkung nahezu unmöglich ist.“ Die erhebliche Zahl tatsächlich Berechtigter lasse nicht erwarten, dass die geschilderten Verkehrsverstöße mit Wirkung für die Zukunft verringert oder gar ausgeschlossen werden könnten. Aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde „ist eine verstärkte Überwachung der gefahrenen Geschwindigkeiten oder bereits schon die – Anbringung eines Tempo-Info-Displays eher geeignet, der Verkehrssicherheit zu dienen, als die beantragte Teileinziehung“. Die wird im Übrigen auch in einem Klima-Check verworfen: Für Hindurchfahrende ergäben sich Umwege und ein erhöhter Energieverbrauch.

Flachwurzler für Verkehrsinseln der Trecknase

„Pflanzen sind nicht nur schön anzusehen. Sie kühlen auch die Umgebung und fördern die Artenvielfalt – egal ob an der Straße, an Fassaden oder auf Dächern. Die Stadt Remscheid sieht Grün als Überlebensstrategie in Zeiten des Klimawandels und möchte für mehr Grün sorgen,“ zitieren die Fraktionen von SPD. Grünen und FDP aus einer Pressemitteilung der Stadt Remscheid vom 20. Januar. Zugleich weisen sie darauf hin, dass beim Umbau der Kreuzung Trecknase sämtliche Flächen auf den Verkehrsinseln zubetoniert worden seien. Wie eine umweltfreundlichere Gestaltung aussehen könne, sehe man an der Kreuzung Ring-/ Rader Straße, wo auf einzelnen Verkehrsinseln Flachwurzler gepflanzt worden seien. „Diese Maßnahme dient nicht nur einem besseren Klima, sondern fördert auch die Artenvielfalt“, stellen die drei Fraktionen fest und bitten die Verwaltung um Prüfung, ob eine entsprechende Entsiegelung Kreuzung Trecknase möglich sei.