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Geld reicht nur aus für die Sanierung der Fassade

Haus Cleff: Rückfall auf den harten Boden der Realität“, titelte der Waterbölles am 13. Juni. Im Kulturausschuss hatte sich herausgestellt, dass das vorhandene Geld für die Sanierung des in den Jahren 1778 und 1779 im Stil des bergischen Rokoko von den Gebrüdern Hilger erbauten Patrizierhauses „Haus Cleff“ bislang lediglich ausreicht, um die äußere Hülle des Hauses – bestehend aus vielen Holzbalken, diversen Holzarbeiten (an den Fenstern), Ziegeln und Schiefer – vom Mansardendach bis zum steinernen Sockel instand zu setzen. Mehr aber auch nicht.

Mit der äußere Restaurierung des Hauses wird jetzt begonnen. Ein Teil des Gebäudes ist bereits eingerüstet; die noch fehlenden Gerüste sollen in der kommenden Woche folgen. Ein  Bauzaun verhindert das Betreten der Baustelle durch Unbefugte. Mit Pressevertretern begaben sich der Düsseldorfer Architekt Bernhard Bramlage, anerkannter Fachmann für Denkmalsanierungen, und die städtische Architektin Anja Klein gestern auf das Gerüst, um sich die Die Ruine gegenüber von Haus Cleff. Dass die gelbe Ruine einem größeren Parkplatz im Wege ist, stört gewaltig. Foto: Lothar Kaiserverwitterten Holzteile der Fenster aus der Nähe anzusehen. Für die Sanierung des Denkmals stehen derzeit insgesamt 3.545.551 Euro  zur Verfügung:

  • Eingeplante Haushaltsmittel der Stadt Remscheid (Investitionsplan): 1.200.000 Euro
  • Wert der Instandhaltungsrückstellungen zum 31.12.2018: 1.715.551 Euro
  • Förderung aus dem Denkmalschutzsonderprogramm der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages: 490.000 Euro
  • Fördergelder der Stiftung Deutsche Denkmalpflege: 120.000 Euro

Die Handwerkerarbeiten an der Fassade sollen in den nächsten Tagen ausgeschrieben werden; hier sind echte „Künstler“ gefragt. Spätestens in zwei Jahren will Architekt Bramlage das Haus von außen wiederhergestellt haben - – vom Dach, wo man beginnen will, bis zum Kellersockel, Parallel will sich die Stadt Remscheid um weitere Fördergelder bemühen, um den Innenausbau vorantreiben zu können. Hiermit bis Ende 2023 fertig zu sein, erscheint überaus ambitioniert und dürfte, wenn überhaupt, nur bei großzügigem Geldzufluss (auch mit Hilfe von Sponsoren?) und der baldigen Vorlage eines neuen Museumskonzeptes gelingen. Bleibt das erforderliche Geld aus, träfe der Satz von Volker Leitzbach, kulturpolitischer Sprecher der SPD, aus der Juni-Sitzung des Kulturausschusses zu: „Eine neue Fassade mit nichts dahinter!"

Bisher sind seit 2015 für vorbereitende Sanierungsuntersuchungen und Sicherungsmaßnahmen 383.505,07 Euro verausgabt worden. Auf Grundlage der aktuellen Kostenschätzung ergibt sich ein Gesamtaufwand in Höhe von 2.217.000 Euro (brutto) für die Sanierung der Gebäudehülle (erster Bauabschnitt). Auf dieser Grundlage wurde zwischenzeitlich ein Antrag auf Gewährung einer Landeszuwendung aus der Denkmalförderung gestellt, der folgende Maßnahmen umfasst:

  • statische Ertüchtigung der Außenwände und der flankierenden Bauteile innen
  • Austausch bzw. Ergänzung von nicht mehr tragfähigem Holzwerk und Fachwerkverbindungen, Ertüchtigung der Sparren und Pfetten der Dachkonstruktion;
  • Wiederherstellung der Auflager Decke / Außenwand;
  • Instandsetzung der Fassaden und der Dachhaut
  • Abbruch und Erneuerung der Schieferflächen unter Berücksichtigung des historischen Schieferbildes;
  • Abbruch und Erneuerung der Bedachungen und der alten Bleianschlüsse an den Übergängen zum Gesims, den
  • Restaurierung bzw. Rekonstruktion des Holzwerks Fassade
  • Restauratorische Bearbeitung der historischen Fensterelemente, Gesimse, Lisenen, Läden und Gauben;
  • Rekonstruktion von vier fehlenden Fensterelementen;
  • Anstrich des gesamten Holzwerks in den Außenwänden mittels Leinöl.

An dem gestrigen Ortstermin nahmen auch  Bezirksbürgermeister Otto Mähler, Karl Heinz Humpert, der Vorsitzende des Kulturausschusses, und natürlich auch Museumsleiter Dr. Andreas Walbrecht  teil.

14. Interkulturelle Lesereihe mit Autor Akos Doma

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Am Donnerstag, 21. November, findet um 19 Uhr (Einlass 18.30 Uhr) in der Zentralbibliothek Remscheid, Scharffstraße 4 - 6, die 14. interkulturelle Lesereihe statt. Der Eintritt ist frei. Interessierte sind herzlich eingeladen. Zu Gast ist der deutsch-ungarische Autor Akos Doma. 1963 in Budapest geboren, verließ der heute vielfach ausgezeichnete Schriftsteller Ungarn als Kind mit seiner Familie. Nach einer mehrjährigen Odyssee über Italien und England landete er schließlich 14jährig in seiner neuen Heimat Deutschland, wo er zur Schule ging und im Anschluss studierte. Seit 2001 hat er mehrere Romane veröffentlicht.

In Remscheid liest Akos Doma aus seinem 2017 erschienenen Roman „Der Weg der Wünsche“. Mit großer sprachlicher Kraft stellt er die Flucht einer Familie aus dem sozialistischen Ungarn in die erhoffte Freiheit vor dem Hintergrund von Bespitzelung, Mangelwirtschaft und Wohnungsnot dar. Auch die Zwangsaussiedlung seiner Familie vor der heranrückenden Ostfront im zweiten Weltkrieg wird thematisiert. Das Leben von Flüchtenden, deren Dasein in der Anonymität, die verlorene Zeit des Abwartens und der Verlust von Heimat sind in diesem auch heute hochaktuellen Roman melancholisch und einfühlsam aus der Sicht einer Familie mit zwei Kindern dargestellt. Musikalisch wird der Autor von dem Gitarristen Alaa Khaddam begleitet.

Am Freitagvormittag (22. November) wird Akos Doma vor Schülerinnen und Schüler der Sophie-Scholl-Gesamtschule lesen und anschließend mit ihnen ins Gespräch kommen. Zur Veranstaltergemeinschaft der Interkulturellen Lesereihe gehören Schlawiner gGmbH, Caritasverband Remscheid e.V., Deutsch-Indische Gesellschaft Remscheid e.V., Die Lütteraten e. V., IKE-Förderverein für Interkulturelle Erziehung e.V., Akademie der Kulturellen Bildung e.V., Katholisches Bildungswerk Wuppertal, Solingen, Remscheid und Kommunales Integrationszentrum der Stadt Remscheid – ein. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz.

Informationen aus der Kulturszene und Gespräche

Pressemitteilung des Büros für Regionale Kulturpolitik

„Tödder“ oder auch regional „Tötter“ ist bergisches Platt und heißt „Plausch“. „Kultur-Tödder am Abend“ ist ein Netzwerktreffen für alle Kulturschaffenden im Bergischen Land: Künstlerinnen und Künstler, Vertreterinnen und Vertreter von Kulturinstitutionen, Vereinen und Kommunen, Kulturprofis wie ehrenamtlich Engagierte. Im Dezember findet diese Veranstaltung in Remscheid statt und zwar am Dienstag, 3. Dezember, von 19 bis 21 Uhr beim Kulturverein „Ins Blaue“, Halskestraße. 26.

In Remscheid-Honsberg haben Künstler*innen aus einem unbewohnten Straßenzug das Künstlerviertel „Ins Blaue“ geschaffen. In diesen Räumen wird zurzeit die mit Landesmitteln geförderte Ausstellung „Der Wald – der Sturm“ gezeigt. Sie gibt dem Kultur-Tödder einen besonderen Rahmen. Zu Gast wird am 3. Dezember Dr. Emmanuel Mir vom Landesbüro für Bildende Kunst NRW ein. Er stellt das neu geschaffene Landesbüro mit seinen Angeboten für Bildende Künstler*innen vor. Danach wird noch ausreichend Zeit zum Töddern bleiben bei Getränken und Laugengebäck. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Kulturwerkstatt der Regionalen Kulturpolitik Bergisches Land statt. Die Kulturwerkstatt ist ein Weiterbildungsangebot für alle Kulturschaffenden im Bergischen Land. Durch die Unterstützung des Landes NRW und der bergischen Städte und Kreise kann die Veranstaltung unentgeltlich angeboten werden. Alle Interessierten, Künstler, Künstlerinnen und Kulturschaffende sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen. Um Anmeldung wird gebeten an E-Mail: info@kultur-bergischesland.de.

Immer wieder gerne ins Deutsche Werkzeug-Museum

Freitag, 15. November, bis 17. Mai 2020
„Donnelwettel. Made in Germany“: Flott. Bohrmaschinen der Extraklasse.
Vom Drillbohrer über Bohrwinden, von der Regulator-Bohrmaschine über elektrische Bohrmaschinen bis zu digital gesteuerten Standbohrmaschinen erstreckt sich die Entwicklungsreihe der Firma Flott. Ständige Innovationen zeichnen die Firma aus und machen sie zum Technologieführer bei den industriellen Bohrmaschinen. Dabei werden regionale und soziale Verantwortung groß geschrieben und unter dem Leitspruch ‚Made in Remscheid‘ zusammengefasst. Nach 165 Jahren ist das Unternehmen immer noch im Familienbesitz. Grund genug für das Deutsche Werkzeugmuseum, in einer Ausstellung die Geschichte der Firma und die Entwicklung der Bohrmaschine aufzuzeigen. An der Ausstellungseröffnung am 14. November um 19 Uhr wird auch der Gesellschafter und Geschäftsführer der Fa. Flott, Jan Peter Arnz, teilnehmen. Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht wird in die Ausstellung einführen. Die Musik- und Kunstschule Remscheid hat die musikalische Umrahmung übernommen.

Freitag, 15. November, jeweils 17 Uhr
Museum im Dunkeln
Mit dem Nachtwächter Balduin Keks auf Kontrollgang
Im Deutschen Werkzeugmuseum zieht unser Nachtwächter jeden Abend seine Kreise. Ganz selten nimmt er einige wenige Interessierte mit auf seinen Rundgang. Am Freitag, 15. November, um 17 Uhr ist es wieder soweit und es heißt „Museum im Dunkeln“. Einmal ein Museum im Dunkeln zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Aber dabei auch noch vom Nachtwächter geführt zu werden und alle seine Aufgaben erläutert zu bekommen, das hat man nicht jeden Tag. Ganz verrückt wird es, wenn der Nachtwächter auch noch Balduin Keks heißt und ein Hund ist. Dieses Angebot von Markus Heip richtet sich natürlich besonders an die Kinder, aber auch für Erwachsene ist das sehr spannend. Melden Sie sich schnell an, diese Veranstaltung ist fast schon zu einem richtigen Klassiker geworden – die Hauptperson ist es auf alle Fälle: Balduin Keks. Ganz wichtig: Unbedingt an Kekse denken, darüber freut er sich besonders. Anmeldung erbeten unter Tel. RS 162519 oder per E-Mail Werkzeugmuseum-Hiz@remscheid.de">Werkzeugmuseum-Hiz@remscheid.de bis spätestens 13. November.

 

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Neue Ideen für eine Einwanderungsgesellschaft

von Dr. Mark Terkessidis
(aus dem Buch „Nach der Flucht“, dass bei Reclam erschienen ist)

Es herrschte nahezu Weltuntergangsstimmung, als neulich im Wartezimmer meiner Ärztin drei etwas betagtere Frauen sich über die Veränderungen auf der Straße unterhielten: Da »draußen« im Straßenverkehr, da gehe es ja so aggressiv zu, man könne ja kaum noch auf die Straße gehen, früher habe es das alles nicht gegeben.

Nun liegt die Praxis in einem Viertel, das gemeinhin als bürgerlich bezeichnet wird – von einem Sicherheitsproblem kann keine Rede sein. Woher also kommt der Eindruck der Gefahr? Es kann kein Zweifel bestehen, dass sich auch die bürgerlichen Viertel in den letzten Jahren verändert haben. Junge Familien sind zugezogen, Familien mit Migrationshintergrund, auch viele »Expatriates«. Diese Personen leben oft weniger in geographischen Nachbarschaften als vielmehr in Netzwerken: Sie kennen oft die Leute nicht, die unmittelbar unter ihnen wohnen, haben aber Bekannte überall in Deutschland und manchmal auch rund um den Globus.

Haben sie Migrationshintergrund, besitzen sie häufiger Wohneigentum im Herkunftsland oder pflegen zumindest andauernde transnationale Familienbindungen. Diese Welt der Netzwerke bildet sich in den Vierteln oft nicht mehr physisch ab. Die traditionelle Bewohnerschaft trifft in den Bäckereien keine Bekannten zum Plausch mehr, der Einzelhandel ist in Händen von Geschäftsleuten türkischer oder afghanischer Herkunft, und in den Kneipen, in denen früher Mundart gesprochen wurde, hört man heute oft Englisch. Gefährlicher ist es durch diese Veränderungen keineswegs geworden, aber die Welt erscheint den angestammten Bewohnern nicht mehr vertraut. Selbst wenn sich gar nichts verändert hat, kursieren in den Medien all die Geschichten über das, was in Paris passiert ist oder in Köln oder in all den anderen Großstädten im »Multikultiwahn«. Das möchte man »bei sich« nicht haben – oft genug sind die Vorbehalte gegen die Einwanderungsgesellschaft dort am größten, wo kaum oder keine Personen Migrationshintergrund leben.

Seit der Flucht von etwa 900.000 Menschen nach Deutschland im Jahr 2015 sind die Auseinandersetzungen um das Thema »Migration« heftiger geworden. Tatsächlich hat dieses Ereignis auch den Letzten klargemacht, dass Einwanderung kein Randthema mehr ist, sondern zentrale Bedeutung auch und vor allem für unsere Zukunft hat. Doch mit der Normalität von Migration tut sich die Republik weiter schwer: Die oft blauäugig begeisterte »Willkommenskultur« schlug schnell um in einen ebenso unangemessenen Pessimismus. Die wohlwollenden Befürworter der Einwanderungsgesellschaft betonen oft, die Vielfalt an sich sei eine großartige Sache – »Vielfalt, das Beste gegen Einfalt«, hieß etwa zwei Jahre hintereinander das Motto der »interkulturellen Wochen«.

Doch ist Vielfalt tatsächlich immer gut? Kann Vielfalt nicht auch Vertrauen zerstören, allen Beteiligten auf die Nerven gehen, Ärger machen? Diversität hat immer dann positive Effekte, wenn sie auch bewusst gestaltet wird. Inzwischen hat sich gezeigt, dass die üblichen Sondermaßnahmen und Reparaturarbeiten nicht ausreichen, sondern die Institutionen, Organisationen und Einrichtungen der Gesellschaft sich auf eine neue Weise an der unhintergehbaren Vielheit der Bevölkerung ausrichten müssen.

Diese Vielheit – (der stärkere Begriff ist hier bewusst gewählt) – hat keineswegs nur mit Migration zu tun. Es geht eben nicht um Sonderleistungen für die »Hinzugekommenen«. Die Gesellschaft benötigt »Vielheitspläne«, die sich an den unterschiedlichen Voraussetzungen, Hintergründen und Referenzrahmen aller Individuen orientieren. Reformen sind notwendig – und Einwanderung dient beständig als eine Art Passepartout, um viele grundsätzliche Probleme des Wandels zu erörtern. Damit wäre Migration aber auch ein Anlass, um zu lernen. Das wiederum wäre mit dem Eingeständnis verbunden, nicht immer alles zu wissen, sondern sich in einem Prozess der Veränderung zu befinden. Dieser Prozess mag Experimente erfordern, holperig sein und er mag auch mehr als ein paar Jahre dauern. Vielleicht erfolgt aber im Moment ein neues »Kennen-Lernen « der eigenen Gesellschaft, in dem das Vertrauen sich neu bildet.

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Akteure (6) im Gesamtkonzept Kulturelle Bildung

„Schulen und Kindertageseinrichtungen (KTE) Im Zusammenhang mit dem kommunalen Gesamtkonzept Kulturelle Bildung als eigene Kategorie zu nennen, ist einigen Besonderheiten dieser Institutionstypen geschuldet. Für die KTE gilt, dass diese per se Einrichtungen sind, die im Rahmen eines Grunderwerbs kultureller Fähigkeiten am frühesten in einer Biografie einsetzen. In KTE ist es eines der erklärten Primärziele, neben der Schaffung und Förderung von sozialen Kompetenzen den Kindern frühestmöglich Interesse an kulturschaffenden Fähigkeiten, aber auch an konsumierbaren kulturellen Ausdrucksformen zu wecken.

In den 60 KTE verschiedener Träger in Remscheid findet sich eine breite Palette von kulturellen Angeboten, Aktionen, Veranstaltungen sowie Kooperationen mit Künstlern und kulturellen Einrichtungen. So wird den Kindern und ihren Familien über die praktische Erfahrung der Zugang zu kultureller Bildung ermöglicht.  Beispiele für kulturelle Angebote in KTE:

  • Besuch der Kinderbibliothek mit Führung und Ausstellen von Leserausweisen
  • Besuch im Teo Otto Theater und WTT, auch hinter den Kulissen
  • Museumsbesuche in Remscheid, Köln, Wuppertal, Solingen
  • Besuch bei den Bergischen Symphonikern
  • Gestaltung eigener Ausstellungen und Theaterstücke
  • eigene Experimente und Forschungen

Auch die Schulen nehmen ihren kulturellen Bildungsauftrag wahr. Durch die Schulpflicht ist der Zugang zu Kindern und Jugendlichen sichergestellt. Alle Remscheider Schulen bieten neben dem Regelunterricht freiwillige Angebote wie Bands, Chöre und Theater-AGs. Die Theater-AG des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums gewann beim Theaterwettbewerb, der seit vielen Jahren im Rahmen der Solinger Theatertage veranstaltet wird, einen ersten Preis mit der Produktion „Peer Gynt“, an der Schüler*innen der Jahrgangsstufen QI und II teilnahmen. In Remscheid gibt es insgesamt

  • 17 Grundschulen (davon vier Schulverbünde),
  • zwei Förderschulen,
  • eine Hauptschule (zwei Standorte),
  • zwei Realschulen,
  • eine Sekundarschule,
  • zwei Gesamtschulen,
  • vier Gymnasien,
  • drei Berufskollegs,
  • ein Weiterbildungskolleg (Abendrealschule) und
  • die Waldorfschule Rudolf-Steiner-Schule (Schule in freier Trägerschaft).

Die Öffnung von Schule gegenüber außerschulischen Lernorten und -inhalten jenseits des Fächerkanons bietet die Möglichkeit Kultureller Bildung und Teilhabe aller Schülerinnen und Schüler. Um diesen Effekt an Remscheider Schulen zu gewährleisten, bestehen zahlreiche Kooperationen zwischen Schulen und Orten kultureller Bildung. Ein Beispiel dafür ist der seit Jahren bestehende Kooperationsvertrag zwischen den Bergischen Symphonikern und Remscheider Schulen, finanziert von der Stadt. Hierdurch wird allen beteiligten Schüler*innen, auch solchen mit sonst eingeschränktem Zugang zu diesem Bildungsangebot, die Möglichkeit der Teilnahme an speziellen, kulturpädagogisch gestalteten Schulkonzerten ermöglicht. Durch die Beteiligung von Schulen am Landesprogramm Kultur und Schule (s.o.) haben sich die Projekte zum festen Bestandteil des Schulprogramms entwickelt, aus ihnen hat sich zum Teil eine weitergehende Zusammenarbeit mit Orten kultureller Bildung und Künstler*innen ergeben."

(Ausschnitte aus dem 30 Seiten umfassenden „Kommunale Gesamtkonzept Kulturelle Bildung“, das die Verwaltung dem Kulturausschuss zu seiner Sitzung am 29. Oktober vorgelegt hat.)

Wer als Kind viel liest, hat bessere Zensuren

Pressemitteilung des Instituts der deutschen Wirtschaft

Dass es für Kinder positiv ist, wenn sie regelmäßig lesen oder ihnen jemand vorliest, ist allseits bekannt. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, dass sich die Leistungen in manchen Schulfächern sogar um eine Viertelnote verbessern können. Zehnjährige, die täglich in ihrer Freizeit ein Buch in die Hand nehmen, gehen später häufiger auf ein Gymnasium – die Wahrscheinlichkeit hierfür ist zehn Prozentpunkte höher als bei den Lesemuffeln. Auch die Schulnoten, vor allem in Deutsch und in der ersten Fremdsprache, fallen später besser aus – auf dem Zeugnis von 14-Jährigen sind die Noten im Gegensatz zu Kindern, die mit zehn Jahren weniger gelesen haben, eine Viertelnote besser. Das zeigt eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Auch später in der Schullaufbahn lassen sich positive Effekte beobachten. 17-Jährige, die mindestens einmal pro Woche in ihrer Freizeit lesen, sind mit ihren Noten und Leistungen in der Schule zufriedener als Jugendliche, die seltener lesen. Die besuchte Schulform, also Hauptschule, Realschule, Gesamtschule oder Gymnasium, spielt dabei keine Rolle. Außerdem lesen die älteren Jugendlichen häufiger, wenn sie bereits im Grundschulalter Freude an Büchern hatten. Gerade deshalb sollten Kinder im Grundschulalter noch stärker zum Lesen motiviert werden. "Ehrenamtliche Lesepaten leisten hier bereits heute einen wichtigen Beitrag und ihr Engagement sollte weiter gestärkt werden", sagt Wido Geis-Thöne, der Autor der neuen  Studie. "Zudem sollte die Leseförderung noch stärker im Regelangebot verankert werden." Die Datengrundlage für die Studie ist eine Langzeitbefragung von mehreren tausend Haushalten in Deutschland.

Akteure (5) im Gesamtkonzept Kulturelle Bildung

Im Zusammenhang mit dem kommunalen Gesamtkonzept Kulturelle Bildung werden Im Folgenden in alphabetischer Reihenfolge (S-W) exemplarisch bestehende Einrichtungen und Orte sowie Programme, Projekte, Initiativen und Kooperationen kultureller Bildung dargestellt.

Schatzkiste - Kleinkunst, Kabarett, Musik: Die vor kurzem gegründete private Kleinkunstbühne bietet Kabarett- und Comedy-Veranstaltungen an. Das Programm wird gestaltet vom bekannten Kabarettisten Jürgen H. Scheugenpflug.

Schreibwerkstatt Rosenhügel: Diese kreative Textschmiede lädt in Kooperation mit dem Westdeutschen Tourneetheater (WTT) Interessierte zum gemeinsamen Schreiben ein. Menschen der Generation 50+, die gerne Geschichten erfinden und sich vorstellen können, diese dann auch öffentlich zu präsentieren, treffen sich wöchentlich. Unter Anleitung professioneller Schauspieler und Stückeschreiber entstehen Gedichte, Erzählungen, Wortreihen und "Elfchen". Die Texte werden in öffentlichen Aufführungen im WTT auf die Bühne gebracht.

Tanzschulen: In zahlreichen freien Tanzschulen in Remscheid werden Angebote für unterschiedliche Zielgruppen und Bedürfnisse bereitgehalten. Tanz-formen vom Gesellschaftstanz über Klassisches Ballett bis zum aktuellen Street Dance können erlernt werden.

Teo Otto Theater: Das Teo Otto Theater der Stadt Remscheid ist ein Gastspielhaus mit einem umfangreichen, international orientierten Spielplan aus Oper, Operette, Konzert, Musical, Schauspiel, Klassischem und Modernem Tanz, Zirkustheater, Show und Comedy, Kinder- und Jugendtheater sowie Lesungen und eine Tanzwerkstatt für Kinder und Jugendliche. Mit der Spielzeit 2019/20 plant der neue Künstlerische Leiter, theaterpädagogische Angebote aufzunehmen. Das Theater ist auch die Remscheider Spielstätte der Bergischen Symphoniker mit einem vielseitigen, bis in die Moderne reichenden Sinfoniekonzertprogramm. Ziel des Theaters ist es seit einigen Jahren, vor allem im Bereich Tanz nicht nur Traditionelles anzubieten, sondern immer auch neue Ausdrucksformen zu entdecken und dem Publikum zugänglich zu machen.

Tuchmuseum: Viele original erhaltene Gegenstände erzählen von der 200-jährigen Geschichte des einst weltumspannenden Unternehmens, das Wollstoffe herstellte. Dabei wird die Lenneper Stadtgeschichte mit ihren sozialen, technischen und ökologischen Aspekten mit berücksichtigt. Das Tuchmuseum bietet für Primarstufe und Sekundarstufe I einen Museumskoffer für den Sach- und Geschichtsunterricht. Träger des Museums ist eine Stiftung, ehrenamtliche Mitarbeitende erhalten den Betrieb aufrecht.

Volkshochschule: Mit gut 700 Unterrichtsangeboten und weit mehr als 5.000 Teilnehmenden im Jahr ist die Volkshochschule der mit Abstand größte und meist frequentierte Weiterbildungsträger in Remscheid. Das Angebot reicht von Kursen und Veranstaltungen im Bereich der allgemeinen Weiterbildung (Programmbereiche Politik, Gesundheit, Studienfahrten, etc.) über Angebote im Bereich der beruflichen Weiterbildung (Fremdsprachen, EDV, u.v.m.) bis hin zu Kursen in den Bereichen Schulische Abschlüsse, Alphabetisierung und Deutsch als Fremd-/Zweitsprache. Als lizensiertes telc-, TOEFL- und Xpert-Prüfungszentrum bietet die Volkshochschule darüber hinaus die Möglichkeit, anerkannte Sprach- und/oder Wirtschaftszertifikate zu erwerben. Im Bereich der Kulturellen Bildung ist die Volkshochschule in diverse lokale und regionale Kooperationsprojekte eingebunden. So hat sie im Frühjahr dieses Jahres im Rahmen des Projektaufrufs „Kultur und Weiterbildung“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW gemeinsam mit der Musik- und Kunstschule sowie professionellen Künstlern und Künstlerinnen das Pilotprojekt „DIY – Do it yourself – Zwischen Illusion und Kopie“ durchgeführt. Im Rahmen des besagten Projekts haben junge Erwachsene – unterstützt von einer Sängerin und Songwriterin, einem namhaften Schriftsteller sowie einem Künstler mit Schwerpunkt Performance, Tanz und Musik – sehr erfolgreich Musikvideos zu aktuellen gesellschaftlichen Themen produziert.

Westdeutsches Tourneetheater (WTT): Das WTT besteht seit 1950 und bietet bis heute eine große Auswahl an Theaterstücken für Kinder und Jugendliche sowie theaterpädagogische Angebote wie Klassenzimmerstücke, Probenbesuche, Schauspieltraining für bestehende Theatergruppen, Theaterprojekte für die Offene Ganztagsschule. Familienvorstellungen an Sonntagen laden auch außerhalb von Schule zu einem Theatererlebnis mit Eltern, Großeltern oder Freunden ein. Mit der nahegelegenen Nelson-Mandela-Sekundarschule und der Sophie-Scholl-Gesamtschule pflegt das WTT Kooperationen in Form von Stückbesuchen mit Einführung und Workshops.

(Ausschnitte aus dem 30 Seiten umfassenden „Kommunale Gesamtkonzept Kulturelle Bildung“, das die Verwaltung dem Kulturausschuss zu seiner Sitzung am 29. Oktober vorgelegt hat.)

Akteure (4) im Gesamtkonzept Kulturelle Bildung

Im Zusammenhang mit dem kommunalen Gesamtkonzept Kulturelle Bildung werden Im Folgenden in alphabetischer Reihenfolge (M-R) exemplarisch bestehende Einrichtungen und Orte sowie Programme, Projekte, Initiativen und Kooperationen kultureller Bildung dargestellt.

Musik- und Kunstschule der Stadt Remscheid: Als VdM-Mitgliedsschule bietet die Musik- und Kunstschule der Stadt Remscheid (MKS) allen Remscheider Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ein umfassendes und qualitativ hochwertiges Angebot an musikalischen und künstlerischen Unterrichten. Im Sinne des lebenslangen Lernens reicht das Angebot von der Frühförderung in Eltern-Kind-Musikgruppen über Angebote für Vor- und Grundschulkinder sowie Jugendliche bis zur generationenübergreifenden Erwachsenenarbeit im Instrumental- und Gesangsbereich, in Musiktheorie, Bühnencoaching und bildender Kunst von Bühnenbild-Erstellung bis Zeichnen. Die Musik- und Kunstschule ist Partnerin vieler Remscheider Schulen, Kindertagesstätten und weiteren (sozio-)kulturellen und kirchlichen Einrichtungen der Stadt und trägt dabei wesentlich zu einer vernetzten kulturellen Bildungsarbeit innerhalb Remscheids bei.

Öffentliche Bibliothek: Die Öffentliche Bibliothek der Stadt Remscheid bietet an insgesamt drei Standorten ein breit gefächertes Angebot an Print-, audiovisuellen und digitalen Medien für alle Altersgruppen. Sie ist Informationsknotenpunkt, Lernort und Treffpunkt für mehr als 7.000 aktive Nutzer*innen. Die Öffentliche Bibliothek ist Kooperationspartnerin für viele Remscheider Kitas und Schulen. Sie organisiert regelmäßige Lesungen, Ausstellungen, Vorträge, Konzerte sowie Themennachmittage und Kinderkino für Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus qualifiziert sie interessierte Erwachsene zum Vorlesepaten / zur Vorlesepatin und schult Schüler*innen in punkto Medienkritik und wissenschaftlichem Arbeiten.

Offene Kinder- und Jugendarbeit in Remscheid: Die Offene Kinder- und Jugendarbeit in Remscheid bietet Kindern und Jugendlichen vielfältige, freiwillige Angebote u.a. kultureller Jugendarbeit. Diese soll gemäß Auftrag nach dem Kinder- und Jugendförderungsgesetz Nordrhein-Westfalen (KJFöG) "Angebote zur Förderung der Kreativität und Ästhetik im Rahmen kultureller Formen umfassen, zur Entwicklung der Persönlichkeit beitragen und jungen Menschen die Teilnahme am kulturellen Leben der Gesellschaft erschließen, die interkulturelle Kompetenz der Kinder und Jugendlichen und die Selbstvergewisserung über die eigene kulturelle Identität und die Aneignung von Medienkompetenz, insbesondere die kritische Auseinandersetzung mit der Nutzung von neuen Medien fördern." [§ 10 Kinder- und Jugendförderungsgesetz Nordrhein-Westfalen (KJFöG)] Insgesamt elf Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit bieten im Sinne dieses Auftrages kulturelle Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche an. Beispielhaft seien hier genannt:

  • Im Kunstprojekt des Lenneper Jugendzentrums "Die Welle" für den Stadtteil Hasenberg erstellten Kinder und Jugendliche aus dem Stadtteil mit der Schwelmer Künstlerin Beate Koch Druckformen zur Gestaltung von Bildern und T-Shirts. Ergänzt wurde diese Aktion durch das Film- und Fotoprojekt der Filmemacherin Karla Stindt und des Kunststudenten Richard Opoku-Agyemang. Unter dem Motto "Die Schönheit der Gegensätze" nahmen die Teilnehmer mit Kamera, Mikro, Handy oder Fotoapparat den Hasenberg unter die Lupe.
  • Im Projekt "Pulsschlag PLUS" des Jugendzentrums Kraftstation lernten Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren als Teil einer Jugendkulturredaktion, wie man einen Film dreht und als Videoreporter*in interessante Beiträge erstellt. Als Pulsschlagreporter*in berichteten sie über verschiedene Veranstaltungen und waren an der Erstellung von YouTube-Videos beteiligt.
  • In den Graffiti-Workshops im Rahmen der offenen Arbeit der Ev. Kirchengemeinde Lennep wurden. Jugendliche von Graffiti-Künstlern angeleitet und bei der Erstellung eigener Graffiti begleitet.

Rotationstheater/Schule für Musik, Tanz und Theater: Das in Remscheid-Lennep ansässige Rotationstheater wurde 1990 gegründet. Hervorgegangen ist es aus einer privaten Schule für Musik, Kunst und Theater. Mit dem Umzug in das Herz von Lennep standen nun größere Räumlichkeiten zur Verfügung, und die wichtigste war die ehemalige Druckerei der ortsansässigen "Bergischen Morgenpost", die Rotation. Daraus entstand auch der Name des Theaters. Es versteht sich als Förderer junger Talente: Nicht wenige heute durch überregionale Auftritte und TV bekannte Kabarettisten begannen im Rotationstheater ihre Laufbahn. Die Schule für Musik, Kunst und Theater fördert Kinder vom Vorschul- bis zum Jugendalter in Musik, Theater und Tanz und unterhält eine große Zahl regionaler bis internationaler Kooperationen.

(Ausschnitte aus dem 30 Seiten umfassenden „Kommunale Gesamtkonzept Kulturelle Bildung“, das die Verwaltung dem Kulturausschuss zu seiner Sitzung am 29. Oktober vorgelegt hat.)

Akteure (3) im Gesamtkonzept Kulturelle Bildung

Im Zusammenhang mit dem kommunalen Gesamtkonzept Kulturelle Bildung werden Im Folgenden in alphabetischer Reihenfolge (K-L) exemplarisch bestehende Einrichtungen und Orte sowie Programme, Projekte, Initiativen und Kooperationen kultureller Bildung dargestellt.

Kino: Seit Ende 2018 hat Remscheid nach mehrjähriger Pause wieder ein Kino. In verkehrsgünstiger Lage neben dem Hauptbahnhof hat ein CINESTAR-Kino eröffnet. Neben dem üblichen Blockbuster-Programm gibt es auch Kooperationen mit Bildungsakteuren. So stellte das Kino einen Saal für die Präsentation der Wettbewerbsarbeiten von Kitas und Schulen im Rahmen der Insektenschutz- Initiative „Remscheid brummt“ zur Verfügung. Im Jahr 2019 war das Kino Veranstaltungsort der NRW-Schulkinowochen.

Kinobunker – Museum für Kino- und Luftschutzgeschichte: Der Verein hat das Ziel, den denkmalgeschützten Bunker Honsberg zu erhalten sowie seine wechselvolle Geschichte in militärischer und ziviler Verwendung seit dem Jahr 1900 erlebbar zu machen.

Kirchen und Gemeindehäuser: In Remscheid stehen sieben katholische und 14 evangelische Kirchen, dazu kommen noch etwa ein Dutzend Kirchen- und Gebetsräume anderer Religionsgemeinschaften. Den Sakralbauten sind oftmals Gemeindehäuser oder -säle angegliedert. Dort wie in den Kirchengebäuden finden häufig kulturelle Veranstaltungen statt. So werden z.B. (klassische) Konzerte, Vorträge, Diskussionsrunden und Lesungen angeboten, manche Gemeinden haben eine eigene Bibliothek. Eine instrumental-kulturelle Besonderheit findet sich im Glockenturm der evangelischen Stadtkirche, welcher ein Carillon beherbergt, das regelmäßig bespielt wird.

Kommunales Bildungszentrum: Das Kommunale Bildungszentrum Remscheid umfasst als Organisationsstruktur die Öffentliche Bibliothek der Stadt, die Volkshochschule und die Musik- und Kunstschule. Das Bildungszentrum wurde 2012 gegründet, mit dem Ziel, der Remscheider Bevölkerung eine öffentliche Einrichtung zu bieten, die im Sinne des lebenslangen Lernens ein umfassendes (Weiter-)Bildungs-, Informations- und kulturelles Angebot für jede Altersstufe – von ganz klein bis hochbetagt – bietet. Alle drei Abteilungen – Bibliothek, Volkshochschule und Musik- und Kunstschule – werden nachfolgend noch einzeln als Akteurinnen aufgeführt.

Konzertmuschel im Stadtpark: Der Remscheider Sommer ist seit vielen Jahren eine traditionelle Sommer-Open-Air Veranstaltungsreihe in der Konzertmuschel im Remscheider Stadtpark. Die Veranstaltungsreihe beginnt jedes Jahr im Mai und endet im September. Während dieser Zeit ist von Kindertheater, Konzerten, Musikveranstaltungen über Chormusik und Comedy für Jung und Alt etwas dabei. Der Remscheider Sommer ist ein Anziehungspunkt für große und kleine Besucher*innen und bietet jedes Jahr aufs Neue Kulturerlebnisse. Das Besondere bei dieser Veranstaltung ist zudem, dass der Eintritt für die Besucher*innen kostenlos ist.

Kulturwerkstatt Ins Blaue e.V.: Im Sommer 2015 haben freischaffende Künstler*innen am Remscheider Honsberg die Bewegung „Ins Blaue“ gegründet, um den von Wohnungsleerständen geprägten Stadtteil mit künstlerischen Aktionen gemeinsam mit den Bewohner*innen zu bereichern. Dafür hat die ansässige Wohnungsbaugesellschaft den Künstler*innen und Designer*innen zunächst bis 2020 unentgeltlich Wohnraum als Ateliers und Arbeitsräume zur Verfügung gestellt, auch Projekte im Bereich Theater, Tanz und Film finden statt. Im Juli 2019 veranstalteten Mitglieder der Künstlervereinigung ein Open-Air-Fest der Sinne mit dem Titel „Das Labyrinth“. Bestandteile der Performance, die eher als partizipatives Erlebnis denn als Show für Zuschauer*innen konzipiert wurde, waren Tanz, Musik, Klanginstallationen, Lesungen und Malerei. Mit der Hilfe von externen Beratern wird derzeit ein Konzept erarbeitet, das eine auf Dauer rentable und für alle Seiten zufriedenstallende Nutzung ermöglichen soll. So sind z.B. noch weitere Einrichtungen geplant: Ein Concept Store, Showrooms, Konferenzräume, Co-Working Spaces, eine Werkstatt, ein Fab Lab (eine offene, auf computergesteuerte Fertigung ausgelegte Werkstatt) und Weiteres.

Kulturzentrum Klosterkirche: Engagierte Bürger*innen des Remscheider Stadtbezirks Lennep setzten sich Ende 1982 für die Rettung und Instandsetzung der vom Verfall bedrohten dortigen Klosterkirche ein. Sie entwickelten Ideen und Konzepte und gewannen schließlich Rat und Verwaltung der Stadt Remscheid für eine öffentliche Nutzung des denkmalwerten Kirchenbaus. Im August 1983 gründete sich der Verein Klosterkirche Remscheid-Lennep e.V. und übernahm die Planung und Organisation des Projektes. Nach Fertigstellung des Bauwerks und festlicher Eröffnung im September 1987 übernahm der Verein die Aufgabe, ein interessantes und vielfältiges Kulturprogramm zu organisieren und durchzuführen.

Kunstschule Heimat: Das Angebot der "Kunstschule Heimat" der Remscheider Künstlerin Ute Lennartz-Lembeck arbeitet spartenübergreifend und umfasst vielfältige Bereiche aus Bildender Kunst, Musik und Literatur. Sowohl mit festen Öffnungszeiten als auch in Projekten legt sie Wert auf soziale Bildung durch die Begegnung von Menschen unterschiedlichster sozialer Herkunft. Die Kunstschule Heimat kooperiert in Remscheid mit Schulen, Institutionen, Kindertageseinrichtungen und Vereinen, zeigt sich aber auch in der Zusammenarbeit mit überregionalen und internationalen Partner*innen sowie in Ausstellungen und Vorträgen. Kürzlich haben 20 Kinder einen Fallschirm mit einer bunten Weltkugel bemalt, um sich dem weltweiten Appell Mother Earth einer amerikanischen Künstlerfamilie anzuschließen. Dritter Partner war eine Remscheider Kaffeerösterei, die sich für Nachhaltigkeit einsetzt.

Lüttringhauser Volksbühne: Die 1954 gegründete Lüttringhauser Volksbühne führt alljährlich Mundartstücke auf, die seit 1928 bestehenden Bergischen Heimatspiele, welche traditionell im Sommer auf der Freilichtbühne im Ortskern von Remscheid-Lüttringhausen stattfinden. Der Theater- und Mundartverein ist als Mehrgenerationen-Ensemble bekannt. Der Verein bringt theaterbegeisterte Menschen aller Altersgruppen zusammen, die Spaß am Mundart-Theater haben.

(Ausschnitte aus dem 30 Seiten umfassenden „Kommunale Gesamtkonzept Kulturelle Bildung“, das die Verwaltung dem Kulturausschuss zu seiner Sitzung am 29. Oktober vorgelegt hat.)

Solidaritätskonzert für Toleranz zwischen Kulturen

Pressemitteilung des Caritasverbandes Remscheid e.V.

Am 9. November jährt sich die Reichspogromnacht von 1938. Dieses Datum setzt in ganz besonderer Weise ein Mahnmal für Ausgrenzung, Verurteilung, Hass und Verfolgung einer ausgegrenzten Bevölkerungsgruppe. Auch aktuell gibt es wieder Gruppierungen, die Ausgrenzung, Hass propagieren und Verleumdungen verbreiten, insbesondere gegenüber zugewanderten Menschen. Zuwanderung ist zwar für alle Beteiligten eine Herausforderung, aber auch eine Chance. Sie bietet z.B. für uns die Möglichkeit auf Erfahrungs- und Wissenserweiterung im interkulturellen Zusammenleben in vielfältiger Art und Weise.

Dazu bedarf es außer Offenheit gegenüber anderen Kulturen manchmal nur eines kleinen Anstoßes um sich auf eine Entdeckungsreise zu begeben. Musik als Mittel zur Völkerverständigung kann so ein Anstoß sein und neugierig machen auf die Menschen, die uns mit der Musik ein Stück ihrer jeweiligen Heimat mitbringen. Wir laden Sie daher herzlich zu dieser Entdeckungsreise für Samstag, 9. November, um 18 Uhr in die Lenneper Klosterkirche ein, mit der wir gleichzeitig ein klares Statement gegen Fremdenfeindlichkeit und Hass setzen wollen. Der Eintritt ist frei.

An diesem Abend tritt in der Klosterkirche der internationale Frauenchor „WoW Women of Wuppertal“ gemeinsam mit „Al Watan“ auf. Diese Ensembles bringen über die Musik in einem gemeinsamen Konzert Menschen verschiedener Herkunftskulturen zusammen. „Women of Wuppertal“ vereint Frauen verschiedenster Altersstufen, Herkunftsländern und Milieus. Der Chor fungiert als Ort der Begegnung und des gegenseitigen Respekts, und die Sängerinnen verstehen sich als Botschafterinnen unserer einen Welt. 2017 erhielten WoW für ihre zukunftsorientierte Arbeit den Preis des Sparda-Musiknetzwerkes. Der Deutsche Kulturrat hat den Chor 2018 für den Nationalen Integrationspreis der Bundeskanzlerin nominiert.

Das Ensemble „Al Watan“ – der Name kommt aus dem Arabischen und bedeutet „Heimat“ – setzt sich zusammen aus Teilnehmern des Projektes „Instrumentalunterricht für Geflüchtete“ sowie aus Mitgliedern und Freunden der immer schon international besetzten Mandolinen-Konzertgesellschaft aus Wuppertal. Mit ihrer Musik, die ebenso vielen Kulturkreisen entstammt (amerikanisch, europäisch, türkisch, arabisch, iranisch, jüdisch), wollen die Musiker ein Zeichen gegen Hass und Hetze und für ein friedliches Miteinander.

Akteure (2) im Gesamtkonzept Kulturelle Bildung

Im Zusammenhang mit dem kommunalen Gesamtkonzept Kulturelle Bildung werden Im Folgenden in alphabetischer Reihenfolge (A-H) exemplarisch bestehende Einrichtungen und Orte sowie Programme, Projekte, Initiativen und Kooperationen kultureller Bildung dargestellt.

Akademie der kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW: Die Akademie wurde 1958 als zentrales Fortbildungsinstitut der kulturellen Kinder- und Jugendbildung gegründet. Sie ist Anbieterin von langfristigen Qualifikationen und Fortbildungen, Tagungen und Workshops für Fachkräfte der Jugend-, Sozial-, Bildungs- und Kulturarbeit im gesamten Spektrum kultureller Bildung. Hier sind auch die Arbeitsstelle Kulturelle Bildung NRW sowie das in die Region wirkende Programm AkademieRegio angesiedelt.

Bergische Symphoniker: Die Bergischen Symphoniker gingen 1995 aus dem Zusammenschluss der Remscheider Symphoniker (seit 1925) und des Städtischen Orchesters Solingen (seit 1939) hervor. Beispielhaft ist die Arbeit des Orchesters im Bereich Kinder- und Jugendbildung. Der Bereich Education etwa bietet zahlreiche Projekte für junge Zuhörer*innen, wie Probenbesuche und Schulpatenschaften. Solist*innen in der Schule oder Backstage-Besuche vermitteln einen unmittelbaren Zugang zur Musik und der Arbeit eines Orchesters. Deutschlandweit einmalig ist das Stipendium der Orchesterakademie zur Förderung junger Dirigent*innen.

Chorverband Bergisch Land Remscheid e.V.: Der Chorverband ist ein Zusammenschluss von aktuell 34 Chören unterschiedlicher Stilrichtungen aus der Region. Die Initiative „Singen macht schlau“ für Kinder im Vorschul- und Primarbereich hat sich die Integration des Singens in den Alltag zum Ziel gesetzt.

Denkerschmette: Neben einem klassischen Gaststättenbetrieb hat der Betreiber mit der Denkerschmette einen Ort für Diskussionen, Lesungen, Vorträge, Ausstellungen und Kleinkunst geschaffen. Er richtet sein Angebot ausdrücklich an Menschen, die offen für die Auseinandersetzung mit Kultur und Politik sind.

Deutsches Röntgen Museum: Das Deutsche Röntgen Museum in Remscheid-Lennep wurde vor gut 80 Jahren am Geburtsort des Entdeckers der Röntgen-Strahlen eröffnet. Es beherbergt die weltweit einmalige Sammlung zur Biografie Wilhelm Conrad Röntgens sowie der Entdeckung, Erforschung und Anwendung der Röntgen-Strahlen in den Gebieten Medizin, Naturwissenschaft und Technik. Neben altersangepassten Führungen bietet es verschiedene Angebote für Schulklassen und andere Kindergruppen. Eine Besonderheit ist der Mini-Club (seit 2010), der neun- bis elfjährige Kinder zu Museumsprofis ausbildet, welche dann selbst andere Kinder durch das Museum führen dürfen. Im Rahmen der großen Gemeinschaftsoffensive »Zukunft durch Innovation.NRW (zdi)« zur Förderung des naturwissenschaftlichen und technischen Nachwuchses in NRW unterhält das Museum für Jugendliche das sogenannte RöLab mit einmaligen Experimentiermöglichkeiten im MINT-Bereich. Es bestehen zahlreiche Kooperationen mit Schulen und im Zusammenhang mit den Projekten Kulturscouts und Kulturrucksack.

Deutsches Werkzeugmuseum: Das fast hundertjährige Werkzeugmuseum ist das einzige seiner Art in Deutschland mit einer umfangreichen technik-, sozial- und kulturgeschichtlichen Sammlung zum Thema Werkzeug seit der Steinzeit. Das Werkzeugmuseum ist Teil des Historischen Zentrums, zu dem ebenfalls „Haus Cleff“ (ehemals das Stadtmuseum, wird derzeit saniert) sowie das Stadtarchiv gehören. Das Museum bietet vielfältige pädagogische Angebote und kooperiert z.B. mit dem Käthe-Kollwitz-Berufskolleg sowie mehreren allgemeinbildenden Schulen.

DuMuP-Theater - Durchsholzer Marionetten- und Puppentheater: Das DuMuP-Theater wurde von Markus Heip, Puppenspieler und Museums-pädagoge, gegründet und bietet neben Theaterstücken und Videoprojekten mit den selbstgebauten Marionetten auch Workshops und Veranstaltungen nicht nur für Kinder(garten)gruppen und Schulklassen an.

Haases Papiertheater: Das Ehepaar Haase bietet dieses außergewöhnliche Miniaturtheater - die Bühne ist nicht größer als ein Fernsehgerät - sowohl in ihrem Haus als auch mobil an. Darüber hinaus bieten sie eine Sammlung vieler unterschiedlicher, teils historischer Papiertheater-Bühnen.

(Ausschnitte aus dem 30 Seiten umfassenden „Kommunale Gesamtkonzept Kulturelle Bildung“, das die Verwaltung dem Kulturausschuss zu seiner Sitzung am 29. Oktober vorgelegt hat.)