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Kulturkooperative soll im Herbst durchstarten

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Mit dem dritten Workshop führte die Kulturkooperative im Bergischen Städtedreieck in Wuppertal Akteurinnen und Akteure der beiden Themenfelder „Museen & Geschichte“ sowie „Musik & Festival“ zusammen, um gemeinsame Formate zu entwickeln und konkrete Verabredungen zu treffen. Drei Arbeitsgruppen zu Kulturangebot und -kommunikation sowie zur Digitalisierung erörterten handfeste Vorschläge für Aktivitäten der Kooperative. Als Leitbegriff für die inhaltliche Ausrichtung wurde neben der „Industriekultur“ auch das Motiv des „Eigensinns“ herausgearbeitet. Künftige Vorhaben sollen etwa sein: Besucher- bzw. Nichtnutzer-Analysen, die Gestaltung einer Kulturmarketingplattform für alle drei Städte, die Bespielung gemeinschaftsstiftender Orte wie Schloss Burg und des Müngstener Brückenparks sowie eine jährlich stattfindende „Bergische Kulturkonferenz“. Die Digitalisierung wurde sowohl als gesellschaftliche Herausforderung als auch mit ihren Chancen zur neuartigen Präsentation und Produktion von Kunst und Kultur reflektiert. Weitere Projektvorschläge waren „Wie klingt das Bergische Land?“ sowie eine „Bergische Digitale“.

Der Moderator Prof. Oliver Scheytt resümiert: „Die drei Workshops haben tragfähige Elemente für die künftige Arbeit der Kulturkooperative erbracht. Drei zentrale Handlungsfelder sind definiert: Zugänglichkeit verbessern, Kreative Räume schaffen und Ausstrahlung im Kulturtourismus stärken. Zu jedem dieser drei Felder gibt es eine Reihe von konkreten Maßnahmen, mit deren Umsetzung noch in diesem Jahr begonnen werden kann.“ Im Herbst 2018 soll die Bergische Kulturkooperative mit einer Konferenz zur Kulturellen Bildung durchstarten.

Nacht der Kultur - Wer ist aktiv dabei?

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Mit einem eindrucksvollen und erlebnisreichen Wochenende will Remscheid auch in diesem Jahr über die Stadtgrenze hinaus punkten. Am Vortag des Röntgenlaufs, der traditionell viele lauffreudige Gäste in unsere Stadtteile und auf die Laufstrecken lockt, findet am 27. Oktober die 14. Auflage der „Vaillant-Nacht der Kultur und Kirchen in Remscheid“ statt. Wer sich an dieser Veranstaltung mit einem Beitrag beteiligen möchte, wird gebeten, sich jetzt anzumelden.

Bei der „Vaillant-Nacht der Kultur und Kirchen in Remscheid“ wird – unter Federführung des Stadtmarketings - auf die bewährte Zusammenarbeit mit Vereinen, Gruppierungen und Einzelpersonen gesetzt, die Kunst und Kultur an interessanten Remscheider Örtlichkeiten präsentieren. Wie bereits im vergangenen Jahr wird die diesjährige „Vaillant-Nacht“ keinem besonderen Motto unterstellt. Weil der Event-Abend von Einfallsreichtum, Kreativität, künstlerischer und kultureller Vielschichtigkeit und Andersartigkeit lebt, ist wieder ausdrücklich Vielfalt gewünscht!

Das Remscheider Stadtmarketing ist aktuell darum bemüht, möglichst viele Akteure der letzten „Vaillant-Nächte“ um ihre diesjährige Beteiligung zu bitten. Ein erstes Rundschreiben mit Anmeldebogen wurde bereits versandt. Allerdings sind dem Stadtmarketing nicht alle potentiell Interessierten bekannt und auch Adressen haben sich zwischenzeitlich geändert. Deswegen ruft das Stadtmarketing mit dieser Presseinformation auch öffentlich dazu auf, jetzt ein Teilnahmeinteresse an der „Vaillant-Nacht der Kultur und Kirchen in Remscheid“ 2018 unter der E-Mail-Adresse stadtmarketing@remscheid.de oder unter Tel. RS 162939, anzumelden.

Konzertreihe in der Welle: Acoustic Garden Lounge

DIE WELLE startet dieses Jahr in die Open Air Saison! Wer hat schon Lust bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen in einer dunklen Konzerthalle zu stehen, wenn man genau so gut das schöne Wetter in gemütlicher Atmosphäre genießen kann?! Deswegen verwandeln wir an zwei Terminen den Garten der WELLE in eine ganz besondere Konzert Location und haben uns dafür ausgesuchte Künstler eingeladen. DIE WELLE bei Facebook

15.6.: Leon Mucke Schon als Leon Mucke klein war, hat ihm die Musik am Herzen gelegen und sie mit Leidenschaft verfolgt. Er spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Schlagzeug und nun schreibt er seit einigen Jahren Pop/Rock Songs auf deutsch. Mit seiner weichen und doch kräftigen Stimme berührt er sein Publikum und bringt es oft zum nachdenken. Also hingehen und überraschen lassen! Leon Mucke bei Facebook

Alen Lukas ist ein in Deutschland NRW geborener Singer/Songwriter und Gitarrist. Seine Songs verbinden die Stilrichtungen Rock, Pop , Soul und Blues . 2016 entschloss sich Alen Lukas nach 20 Jahren in verschiedenen Bands, sich fortan seiner Solokarriere zu widmen. Er legt bei seiner Musik viel Wert auf Emotionalität und Tiefe, was er eindrucksvoll mit seiner Single „Remain“ beweist. Im Frühjahr 2017 ist die nächste Single geplant! Die Leidenschaft für die Gitarre und den Gesang entwickelte sich  Alen Lukas bei Facebookschon in frühen Jahren.

Die Schöne und der Grieche ist das neue Bandprojekt der WELLE. Die Band ist durch das Vocal Coaching Angebot der WELLE entstanden und bieten Pop und Rock Cover Songs. (FB-Veranstaltung)

7.9.: Das Lineup wird noch bekannt gegeben.

Einlass: 18 Uhr, Beginn: 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei!

Dramaturgin freut sich auf künstlerische Programmarbeit

Dass sie sich riesig darauf freut, am 1. Oktober die künstlerische Programmverantwortung für das Teo Otto Theater zu übernehmen, glaubten die Teilnehmer der Pressekonferenz im oberen Theaterfoyer gestern der Dramaturgin Rebecca Egeling auf Anhieb. Eingeladen zur Vorstellung der neuen städtischen Mitarbeierin hatten Stadtdirektor Sven Wiertz als Kulturdezernent und Lutz Heinrichs als Geschäftsführer und Leiter des Theaters. 75 Männer und Frauen  hatten sich in den vergangenen Monaten auf die Halbtagsstelle beworben, berichtete Wiertz. Und sieben seien  unter Beteiligung von Vertretern der Ratsfraktionen und -gruppen zu Auswahlgesprächen ins Theaterfoyer eingeladen worden. Dabei habe sich Rebecca Egeling als beste Bewerberin herausgestellt – „entsprechend ihrer schriftlichen Bewerbung“.

Frisch und völlig unverkrampft stand die 38-jährige Lüdenscheidern gestern Rede und Antwort. Ein Umzug von ihrer Geburtsstadt Lüdenscheid nach Remscheid stehe gegenwärtig nicht an. Aus Rücksicht auf ihren Lebensgefährten, der vor anderthalb Jahren mit ihr aus Stuttgart in die märkische Kreisstadt gezogen sei, und natürlich auch, weil es sich in Remscheid um keine Vollzeitstelle handele. Das lasse ihr Zeit für freiberufliche Aufträge als Dramaturgin. Hintergrund: 2014 gründete Rebecca Egeling ihr Produktionsbüro „Dramaturgie on demand“ Das verbindet sie mit den Arbeitsschwerpunkten Kuratieren, Produzieren und Vermitteln. Zu ihren Auftraggebern gehörte beispielsweise das Schauspiel Stuttgart.

In ihrem Studium lernte Rebecca Egeling die Psychologie und Ökologie kennen, Forschungsmethodik, Kunst-Aktivismus (Dartington College, England) und die angewandte Theaterwissenschaft (Universität Gießen) mit den Nebenfächern Kunstgeschichte, Germanistik, Slawistik und Anglistik. Ihr Diplom erhielt sie 2004 von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt im Fach „zeitgenössischer und klassischer Tanz“. Es folgten Zeitverträge als Dramaturgin (Dance Company Gauthier am Theaterhaus Stuttgart und am Staatstheater Braunschweig (diese Stelle war auch mit Öffentlichkeitsarbeit und Festivalmanagement verbunden) sowie als Regieassistentin (Oper Frankfurt), danach Produktionsleitung, Regie und Tourneemanagement.

In Lüdenscheid hatte die Dramaturgin und Tänzerin zuletzt eine Vollzeitstelle. Und einen zehnstündigen Arbeitstag. Der war nicht nur mit der Programmgestaltung für das Lüdenscheider „Kulturhaus“ ausgefüllt, sondern auch mit Controlling, Buchhaltung und Geschäftsführung. Das bleibt ihr in Remscheid künftig erspart. Hier steht für sie die Kunst wieder im Mittelpunkt, konkret: der Spielplan des Teo-Otto-Theaters, beginnend mit dem für 2019/2020.

„Ich freue mich darauf, das Remscheider Theaterpublikum und seine Wünsche kennenzulernen“, sagte Rebecca Egeling gestern. „Sehr gerne möchte ich es mitnehmen über die Brücke zur Moderne!“ Dass in Remscheid großer Wert auf die Sparte „Tanz“ gelegt werde, habe sie natürlich begeistert. Für "ausbaufähig" hält die neue Programmverantwortliche das Kinder- und Jugendtheater, und für das Schauspiel könne sie sich "ein klareres Profil" vorstellen. Das alles aber nicht auf der Basis von Alleinentscheidungen. Denn: „Das Theater lebt vom Teamgeist!“ Heimischer Produktionen? – „Immer gerne! Denn die binden ein Theater stärker in die Stadt ein!“ Und wenn Bürgerinnen und Bürger Interesse hätten, das Theaterleben mit zu gestalten? „Nur zu!“ Da kann sich Rebecca Egeling beispielsweise Publikumsgespräche und Podiumsdiskussionen vorstellen, gerade im Zusammenhang mit zeitgenössischen Aufführungen (Alzheimer, Migration). Wie auch schon früher wolle sie im Übrigen in Remscheid den Kontakt zu kulturinteressierten Lehrerinnen und Lehrern suchen, um über diese ein (neues) jugendliches Publikum heranzukommen. Denn sie habe die Erfahrung gemacht: „Wer sich in seiner Jugend für das Theater begeistert, bleibt ihm sein Leben lang treu!“

Kein Platz mehr im Teo Otto Theater für die leichte Muse? Ein klares Nein! „Sie soll aber auf hohem künstlerischen Niveau daherkommen und nicht als inhaltsleerer Schenkelklopfer!“ Eine Antwort, bei der die Frage nach dem gegenwärtigen (engen) Finanzrahmen des Stadttheaters nahelag. Hier zeigte sich Rebecca Egeling als Realistin: „Natürlich ist mehr im Etat immer schön. Aber der jetzige ist durchaus auskömmlich!“ (Zum Foto von Rebecca Egeling. Es entstand gestern vor der Pressekonferenz im oberen Theaterfoyer. Draußen ging gerade ein Wolkenbruch zu Ende. Entsprechend schlaff hing vor dem Theater die „Teo Otto“-Fahne herunter, zu sehen hinter der Glasscheibe mit ihren großen Regentropfen.)

Historisches Zentrum braucht 12,8 Millionen Euro

Entsetzt über leichtfertigen Umgang mit Statik“, titelte der Waterbölles am 15. Dezember 2017, nachdem Dr. Andreas Wallbrecht, der Leiter des Historischen Zentrums, den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid die Schäden an der hölzernen Fachwerk-Konstruktion aufgezeigt hatte. Sie dokumentierten, dass Haus Cleff, das einstige Remscheider Heimatmuseum, dringend repariert werden müsste. Zur Wiederherstellung einer sicheren Statik stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung (100.000 Euro von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, 495.000 Euro an Bundes-Fördermittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und 600.000 Euro an städtischen Rücklagen).  Bleiben noch weitere 600.000 Euro aus dem Stadtsäckel für alles andere!? Viel zu wenig, um das Patrizier-Haus aus der Rokoko-Zeit wieder zur guten Stube der Stadt machen zu können. Und nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man alle fünf großen "Bausteine" betrachtet, die im Historischen Zentrum (HIZ) in den nächsten Jahren angepackt werden müssten. Stadtdirektor Sven Wiertz nannte sie in der gestrigen Sitzung des Kulturausschusses:

  • Das Deutsche Werkzeugmuseum (Auffrischung der Museumsdidaktik bzw. -pädagogik zur Präsentation alter und neuer Ausstellungsobjekte und für neue eigenständige Konzepte, um diese den Besuchern näherzubringen),
  • die Sanierung von Haus Cleff,
  • der Bau neuer Parkplätze auf dem Grundstuck der jetzigen „Schrottimmobilie“ an der Hastener Straße in Höhe des HIZ
  • die Integration des rückwärtigen „Cleff-Parks“ und
  • die Integration des benachbarten Haus Berger (museales Konzept, „Tool Lab“, vergleichbar mit dem „Rögy Lab“ in das Museumsareal.

Für eine Stadt wie Remscheid, die seit nunmehr 25 Jahren Haushaltssicherungskommune und an der Pleite nur knapp vorbeigeschrammt ist dank Landeshilfe, hörten sich die Investitionskosten, die der Stadtkämmerer gestern für diese fünf „Bausteine“ erstmals öffentlich nannte, utopisch an: 12,8 Millionen Euro! Da war im Rathaus in der vergangenen Woche im Verwaltungsvorstand offenbar noch einmal intensiv nachgerechnet worden.  „Eine Summe, bei der die Augen zu rollen anfangen“, kommentierte das der Ausschussvorsitzende Karl Heinz Humpert. „Das übersteigt die Möglichkeiten der Stadt bei Weitem!“ Sven Wiertz: „Da liegt noch eine enorme Wegstrecke vor uns!“ Das Projekt sei mit dem des Deutschen Röntgen-Museums vergleichbar und nur in überschaubaren Abschnitten zu realisieren.

Rückblick: „Erst die Statik, dann die Fördertöpfe, danach das Konzept“, titelte der Waterbölles im März 2015. Nachdem Sachverständige die Kosten für die Sanierung von Haus Cleff mit drei Millionen Euro beziffert hatten, fehlte damals noch das Ergebnis einer statischen Untersuchung des Fachwerkbaus, dessen Boden im ersten Obergeschoss teilweise um 15 Zentimeter durchhängt. „Ohne überzeugendes Museumskonzept keine Fördermittel“, hatte es von Seiten der Stadt lange Zeit geheißen. Doch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 14. März 2015 ruderte Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann in puncto Museumskonzept zurück. Zunächst einmal wolle er beim Landschaftsverband Rheinland herausfinden, welche Förderung man sich dort überhaupt vorstellen könne. Im Übrigen stellte es fest: Haus Cleff sei ein „Totalschaden“.

Allein die Sanierung des Patrizierhauses aus dem Rokoko werde rund 4,6 Millionen Euro kosten, berichtete Sven Wiertz gestern. Denn durch Eingriffe in die Statik sei diese im Laufe der Jahrzehnte instabil geworden. Das erfordere etwa den Einbau von Stahlträgern, um das Obergeschoss überhaupt nutzen zu können. Das sei mit den vorliegenden Fördergeldern nicht zu machen. Weitere finanzielle Unterstützungen durch Land, Bund, europäische Union seien aber erst realistisch, wenn es mit Unterstützung der Landeskonservatorin gelinge, Haus Cleff zu einem „Denkmal von nationaler Bedeutung“ zu deklarieren, quasi zu einem „großbürgerlichen Pendant zu Schloss Benrath“. Ein Gespräch mit der Landeskonservatorin / dem Landschaftsverband Rheinland wird Stadtdirektor Wiertz Mitte bis Ende Juni führen. (Hatte da nicht schon Henkelmann vorfühlen wollen?)

Mit einem schnellen finanziellen Erfolg ist nicht zu rechnen. Derweil nagt an Haus Cleff der Zahn der Zeit weiter – nach der inneren Entkernung vor allem an Fassade und Dach. Dort ist jetzt Bestandsschutz auch ohne die Zusage weiterer öffentlicher Zuschüsse angesagt, damit die Hülle des künftigen Museumsgutes nicht weiter verfällt. Ob die Stadt Remscheid dafür in den nächsten Doppelhaushalt 2019/2010 einen Betrag einstellen kann, muss sich aber erst noch zeigen. „Das wird derzeit geprüft“, sagte Wiertz.

Wie die städtische Architektin Anja Klein dem Kulturausschuss berichtete, müssen an der Fassade die Schieferplatten abgenommen werden, um das dahinter liegende Fachwerk begutachten und bei Bedarf reparieren zu können (einige Außenwände scheinen inzwischen nicht mehr standfest zu sein). Restauriert werden müsse das äußere Holzwerk (Fenster, Türen). So seien acht Fenster im Laufe der Jahre von außen verkleidet und von innen abgebaut worden, müssten folglich komplett neu erstellt werden. Der zweite Bauabschnitt – neue Ziegel für das Dach geplant. Der dritte – die Sanierung der Treppen, Eingänge und Kanalisation.

Dass die Sanierung von Haus Cleff auch der Unterstützung eines externen Architekten bedarf, war von vornherein unstrittig. Doch am 20. März erfuhren die Mitglieder des „Fördervereins Haus Cleff auf ihrer Jahreshauptversammlung in der Denkerschmette von Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht (Foto), dass seit Dezember das Remscheider Architektenbüro Sophie und Christof Welke die Renovierung von Haus Cleff wegen Arbeitsüberlastung nicht weiter begleiten könne. Es heißt, ein Facharchitekt aus Düsseldorf könne in die Bresche springen. Was Sven Wiertz gestern zum künftigen musealen Inhalt von Haus Cleff sagte, deutete darauf hin, dass sich nicht nur der Architekt ändert, sondern womöglich auch das museale Konzept, das Wallbrecht in der Denkerschmette vorgestellt hatte. Dabei hatte sich ein Mitglied des Förderkreises zur Idee eines Cafés und eines Festzimmers (z. B. für Trauungen) im Obergeschoss von Haus Cleff kritisch geäußert. Denn dadurch werde die echte Ausstellungsfläche von Haus Cleff dezimiert. Dazu gestern der Stadtdirektor indirekt: „Wir prüfen, die Werke des Remscheider Grafikers Gerd Arntz (eingelagert) und die rund 50 Gemälde von Johann Peter Hasenclever, die auf einen Wert von 340.000 Euro geschätzt werden, in das Ausstellungskonzept aufzunehmen!“ Das aber würde eine neue Zuordnung der Museumsräume bedeuten.

„Kommt denn nun ein Café ins Obergeschoss oder nicht?“, wollte es Fritz Beinersdorf (Linke) genauer wissen. Die Landekonservatorin habe in der Raumfrage, gepaart mit Dankmalschutz und Barrierefreiheit, ein Wort mitzureden, blieb Wiertz unbestimmt. Und das Deutsche Werkzeugmuseum? Auch hier hakte Beinersdorf nach, sprach von „in den vergangenen zehn Jahren verlorengegangener Attraktivität. Da reißt die Besucher nichts mehr vom Stuhl!“ Zustimmung von Beatrice Schlieper: „Die Didaktik hat durchaus Luft nach oben!“ Widerspruch von Sven Wiertz: „Das Werkzeugmuseum ist immer noch zeitgemäß. Aber es muss weiterentwickelt werden. Auch das wird nicht ohne Fördermittel gehen!“

„Aber mit der vorhandenen engagierten Mannschaft!“, betonte Karl Heinz Humpert. Der sei es schließlich in jüngster Zeit gelungen, das Museum „mit Angeboten, die es früher nicht gegeben hat, ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken“. Von Architektin Anja Klein wollte Humpert wissen, wann sie mit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten in Haus Cleff rechne. Die Antwort war zweigeteilt: „Bis Ende 2020!“ –– „Vorausgesetzt, die Fördergelder fließen!“

„‘Die Hoffnung stirbt zuletzt!‘ Das gilt auch für die wünschenswerte, aber ungewisse Sanierung des historischen Rokokohauses Haus Cleff“, schrieb ich schon einmal, am 14. März 2015. Was in der Zwischenzeit passierte, könnte demnächst irrelevant werden. Das Spiel beginnt neu, und es hat noch viel Unbekanntes. (Das Video unten datiert auf den 30. März 2017)

Bei „vielfalt. viel wert.“ hatten viele Spaß

Unsere Gesellschaft ist heute vielfältiger denn je. Vielfalt bedeutet mehr Individualität und mehr persönliche Freiheit. Gleichzeitig braucht Vielfalt aber auch Flexibilität und faires Aushandeln gemeinsamer Regeln. Deshalb warb der Caritasverband Remscheid e. V.  in den vergangenen Monaten mit seiner Kampagne „vielfalt. viel wert.“ für ein positives Verständnis von Vielfalt. Um Begegnungen zu schaffen und das Miteinander in unserer Gesellschaft zu fördern. Mit Musik, Mitsing- und Mitmachaktionen für kleine und große Besucher*innen feiert das Caritas-Kultur- und Netzwerkprojekt „vielfalt. viel wert.“ gestern in der Lenneper „Klosterkirche“ ein buntes, multikulturelles Fest voller Vielfalt. Kreatives und Klangvolles waren dabei zu entdecken und zu erleben. Und viele Kinder hatten ihren Spaß.

Remscheider Kulturpolitik auf offener Bühne

WTT: „Kunst kommt von Kürzen“ hat am 2. Juni Premiere“, kündigte der Waterbölles am 26. Mai 2012 die Hinterbühnensatire „Kunst kommt von Kürzen“, ein selbstgeschriebenes Stück, mit dem sich das Ensemble des Westdeutschen Tourneetheaters (WTT) damals an der aktuellen Spardebatte in Remscheid beteiligte. Inhalt: „Eine kleine Bühne in der Provinz. Was tun in Zeiten klammer Kassen? Ein Förderprogramm aus Brüssel kommt da wie gerufen. Ein neues Theaterformat soll geschaffen werden, das jeden Geschmack bedient und als gewinnbringende Franchise-Idee europaweit etabliert werden soll. Ermutigt machen sich die Schauspieler daran, alle Zutaten zusammenzutragen.“ Heraus kam ein „Kunstsalat“, der verdeutlichen sollte, wohin es mit der deutschen Theaterlandschaft gehen kann, wenn Kultursubventionen ausbleiben.

Dem WTT fiel 2012 der Verzicht auf 30.000 Euro jährliche Förderung durch die Stadt Remscheid schwer, Doch inzwischen hat man sich arrangiert. Wie WTT-Intendantin Claudia Sowa den Mitgliedern des städtischen Kulturausschusses gestern zu Beginn ihrer Sitzung auf offener WTT-Bühne berichtete, sei zwar die Zahl der Schulausführungen von 60 auf 20 im Jahr zurückgegangen, und die geringere städtische Förderung habe durch Eintrittskarten nicht ausgeglichen werden können (bis dahin waren die Schulaufführungen kostenlos). Denn: „Nicht alle Schülerinnen und Schüler können sich fünf Euro für einen Theaterbesuch leisten!“ Aber Sowa gab sich gelassen: Die weitere Selbstausbeutung der Theatermitarbeiter vorausgesetzt, komme das WTT finanziell noch klar, dank treuer Theaterbesucher, die sie inzwischen „fast alle persönlich kennt“. Neue Theaterfreunde hinzuzugewinnen, sei allerdings schwierig.  „Zum Glück haben wir tragfähige Kooperationen wie etwa die mit der Musik- und Kunstschule. Aus der gemeinsamen jährlichen Theaterwerkstatt für junge Leute rekrutieren sich immer mal wieder neue, ‘freiwillige‘ Theaterbesuche!“ Und das WTT ist auf der Suche nach weiteren Partnern für neue Theaterprojekte.

Stadtkämmerer und Kulturdezernent Sven Wiertz erinnerte an den Sparzwang der Stadt, der mit gegenwärtigen Krediten über 580 Millionen Euro weiter andauere, wenngleich die Stadt in den vergangenen zwei Jahren geringe Überschüsse in ihrem Etat gehabt habe. Wiertz: „Die strukturellen Probleme bleiben, und niemand weiß, wie lange die Hochkonjunktur bei gleichzeitiger Niedrigzinsphase noch anhalten wird!“

Neues Verfahren zur Wahl eines neuen Dirigenten

Pressemitteilung der Bergischen Symphoniker - Orchester der Städte Remscheid und Solingen GmbH

Der vom Orchester und den Auswahlgremien präferierte Nachfolger von Generalmusikdirektor Peter Kuhn, Mihhail Gerts, kommt nicht nach Solingen und Remscheid. Der Aufsichtsrat der Bergischen Symphoniker reagierte mit Verärgerung darauf, dass diese Information erst auf Nachfrage übermittelt wurde. Einstimmig hat das Gremium daher das folgende Verfahren beschlossen: Die derzeitige Ausschreibung wird aufgehoben und die weiteren Bewerber hierüber informiert. Die Stelle wird auf der Basis der bisherigen Vorgaben mit einer Bewerbungsfrist von vier Wochen neu ausgeschrieben. Die Findungskommission wird in gleicher Besetzung auch das neue Verfahren durchführen. Direkt nach den Sommerferien sind Zeiträume für weitere Probedirigate bereits disponiert.

Der Aufsichtsrat sieht es als normales und durchaus übliches Verfahren an, dass eventuell Teile der Spielzeit 2019/2020 mit weiteren Gastdirigenten durchgeführt werden. Peter Kuhn hat seine Bereitschaft signalisiert, die künstlerische Gestaltung der Spielzeit 2019/2020 zu übernehmen. Aufsichtsratsvorsitzender Burkhard Mast-Weisz und sein Solinger Kollegen Tim Kurzbach sind darin einig, dass mit diesem Verfahren eine gute Möglichkeit für die Findung einer künstlerischen Leitung für das gemeinsame Orchester geschaffen wurde. (Stefan Schreiner)

Geschichtsverein will beim Museumsarchiv helfen

„Die weltweite Bedeutung des Deutschen Röntgen-Museums für die wissenschaftliche Forschung ist von überragender Bedeutung für die Stadt Remscheid. Die Strahlkraft des Museums für die Stadt Remscheid ist unbedingt auch in Zukunft zu unterstützen und auszubauen. Die Stadt Remscheid ist Projektpartner des Bergischen Geschichtsvereins und hat in ihm einen wissenschaftlich kompetenten Partner für die Erschließung und Digitalisierung der Sammlung des Deutschen Röntgenmuseums gefunden,“ heißt es in einem Förderantrag des Bergischen Geschichtsverein (BGV) an den Landschaftsverband Rheinland (LVR) vom 28. Februar, von dem die Stadtverwaltung den Ausschuss für Kultur und Weiterbildung zur Sitzung am 15. Mai in Kenntnis setzt. Der BGV möchte die beantragten 157.400 Euro aus dem LVR-Etat der regionalen Kulturförderung in den nächsten beiden Jahren dafür einsetzen, die bisher nur rudimentär erschlossenen Archivalien und Objekte des Röntgenmuseums zu erschließen und zu digitalisieren, um sie im Röntgenjahr 2020 (175. Geburtstag  von Wilhelm Conrad Röntgen und 125. Jahrestag der Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen) für die interessierte Öffentlichkeit und die Forschung zugänglich machen zu können.

Dies gilt für Akten, darunter auch fremdsprachige Patentschriften, und Fotos (auf Papierabzügen und Glasnegativen) von Personen, technischen Geräten, Gebäuden und Räumen, für Drucksachen (Bücher, Dissertationen, Zeitschriften, Sonderdrucke, Firmendokumentationen, Werbebroschüren und Gebrauchsanweisungen, für Röntgenbilder und Röntgenfilme, für Nachlässe bedeutender Radiologen und Medizinhistoriker. Und dies gilt auch für die größeren Objekte in dem Museumsarchiv, das sich in einer ca. 1.600 Quadratmeter großen ehemaligen Fabrikhalle in Radevormwald-Dahlerau befindet, darunter ein kompletter Röntgenbus (seine Waterbölles-Video vom 15. Januar). Eine (wissenschaftliche) Nutzung des Archivbestandes sei gegenwärtig nur sehr beschränkt möglich, heißt es im Förderantrag. Auch der persönliche Nachlass von W.C. Röntgen sei bisher nicht vollständig erschlossen. Das Problem: Der finanzaschwachen Stadt Remscheid als Trägerin des Deutschen Röntgen-Museums fällt schon eine sachgemäße Lagerung der Objekte und Archivalien schwer, ganz zu schweigen von der Besetzung wissenschaftlicher Fachstellen.

In die Bresche will nun mit finanzieller Unterstützung des LVR der Bergische Geschichtsverein springen, zu dessen satzungsgemäßen Aufgaben die Erschließung von Sammlungen und Archiven gehört. Zitat aus dem Antrag: „Diese Aufgaben können mit dem vorhandenen DRM-Personal nicht geleistet werden, daher soll mit Hilfe des BGV als Projektträger eine Vollzeitstelle als wissenschaftliche Fachkraft für zwei Jahre geschaffen werden. Die Teilung ... auf zwei halbe Stellen hat sich ... als vorteilhaft herausgestellt. Dem BGV stehen hier zwei Wissenschaftler mit ausgewiesener Expertise für diese Art von Projekten zur Verfügung.“ So verfügen die beiden Wissenschaftler nach Angaben des BGV über Erfahrungen in der Datenbankerfassung mit dem Programm AUGIAS (Archiv und Museum), „da der BGV seine eigenen Bestände mit dieser Software erfasst, verwaltet und mit öffentlichen Institutionen austauscht“. Für die Arbeit im Röntgen-Museum will der BGV seine technische Ausstattung wie Kamera, Leuchten, Lupen, konservatorisches Werkzeug, EDV etc. zur Verfügung stellen. Die Sparkassenstiftung Remscheid will sich an dem Projekt mit 4.000 Euro beteiligen, so dass die Stadt Remscheid nur noch 8.000 Euro an Eigenkitteln aufbringen müsste.

Remscheider Sommer wieder im Stadtpark

Foto: Stadt Remscheid Pressemitteilung der Stadt Remscheid: Remscheider Sommer 2018

Der „Remscheider Sommer“ lockt in diesem Jahr mit 18 Veranstaltungen zur Konzertmuschel in den Remscheider Stadtpark. Die Veranstaltungsreihe startet am Pfingstsonntag (20. Mai) mit dem Auftritt der Band „Get the Cat“, die ihren Musikstil mit BlueSoul umschreibt. Bis in den September hinein gibt es in der Konzertmuschel in Remscheids Stadtpark an jedem Sonntag wieder Programm für Groß und Klein. Dabei sind alle Veranstaltungen kostenfrei. Ermöglicht wird dies durch die großzügige Unterstützung der Stiftung der Stadtsparkasse Remscheid.

Während in den Sommerferien wie gewohnt an (fast) jedem Sonntag Kindertheater geboten wird, kann man an den übrigen Sonntagen unterschiedlichen Musikrichtungen lauschen oder auf den Park Food Festivals im Juni und September schlemmen.

Zum ersten Mal präsentiert auch die Knallfabrik zwei Events beim „Remscheider Sommer“: Am Samstag, 16. Juni, tritt unter anderem die Band „Fachwerk“ bei „Rock im Stadtpark“ auf. Am Sonntag, 17. Juni, dreht sich bei „My fire food - der Grillkontest“ alles um das Thema Grillen. Natürlich gibt es auch wieder die Open-Air-Houseparty „Housepark“ Anfang Juni. Das Musikfestival „RS United“ beendet den „Remscheider Sommer“ am 22. September. Besuchen Sie den Remscheider Sommer 2018 vom 20. Mai bis zum 22. September in der Konzertmuschel im Remscheider Stadtpark! Weitere Informationen zu allen Veranstaltungen des „Remscheider Sommer“ erhalten Interessierte unter www.stadtmarketing-remscheid.de.