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Lille Kartofler Figurentheater auf dem Kremenholl

Heute back ich, morgen brau ich… und am Freitag,  3. Mai, um 15 Uhr gibt das „Lille Kartofler Figurentheater“ das Märchenstück „Rumpelstilzchen“ im Schulgebäude Tersteegenstraße (Kremenholl) des Käthe Kollwitz Berufskolleg. Zu der Veranstaltung des Initiativkreis Kremenholl sind die Kinder der ortsansässigen Kitas und der OGS der Grundschule Kremenholl bei freiem Eintritt eingeladen. Wer zusätzlich mit Kindern der Aufführung beiwohnen möchte, setzt sich bitte telefonisch mit Gabriele Leitzbach vom IK Kremenholl unter 02191 75087 in Verbindung.

Guter Rat zu Förderantrag für Kulturprojekte

Pressemitteilung des Büros für Regionale Kulturpolitik

Die Landesregierung vergibt für Kulturprojekte, die sich über die eigene Stadt- bzw. Gemeindegrenze hinaus vernetzen, Fördergelder. Aber worauf ist bei der Beantragung von Fördermitteln zu achten? Welche Vorhaben sind von der Regionalen Kulturpolitik förderbar? Ralph Zinnikus, Dezernent für Weiterbildung und Kultur der Bezirksregierung Düsseldorf und Meike Utke, Geschäftsführerin der Regionalen Kulturpolitik Bergisches Land, erläutern die wichtigsten Eckpfeiler einer Antragstellung am Dienstag, 7. Mai, von14 bis 17 Uhr im Bürgerbahnhof Vohwinkel, Bahnstr. 16, in Wuppertal. Alle Künstler/innen und Kulturschaffende aus dem Bergischen Land sind eingeladen. Diejenigen, die ein Projekt planen, können dies in einer Grobskizze vorzustellen, um Tipps für die Antragstellung zu erhalten und um weitere Projektpartner zu finden. Wer kein Projekt plant, kann sich hier informieren, an welchen Ideen in der Region gearbeitet wird, und Kontakte knüpfen, um selbst Projektpartner zu werden oder das Projekt später in seine Stadt bzw. seine Institution einzuladen. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Um Anmeldung wird gebeten unter: info@kultur-bergischesland.de oder Tel. 02104 992071.

Kulturpolitiker in der Zentralbibliothek Duisburg

Remscheider Kulturpolitiker im Gespräch mit dem Leiter der Zentralbibliothek Duisburg, Herrn Dr. Jan-Pieter Barbian (v.l.n.r. Gundis Friege, Karl-Heinz Humpert, Sven Wiertz, Ursula Wilberg, Norbert Schmitz, Monika Hein, Inge Brenning, Bernhard Schmid, Nicole Grüdl-Jakobs, Fritz Beinersdorf und Dr. Jan-Pieter Barbian)Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Bibliotheken befinden sich in einem grundlegenden Wandel, um auf die Folgen der Digitalisierung und veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen zu reagieren. Mitglieder des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung nutzten am vergangenen Freitag die Möglichkeit, sich in einem ausführlichen Fachgespräch mit dem Leiter der Duisburger Bibliothek aus erster Hand über Strategien für die Bibliothek der Zukunft zu informieren. Bibliotheksdirektor Dr. Jan-Pieter Barbian führte die Besuchergruppe durch die 2015 im sogenannten „Duisburger Stadtfenster“ neu eröffnete Zentralbibliothek. Er erläuterte die Konzeption der von Grund auf neu geplanten Bibliothek, die über eine landesweit beachtete modellhafte Kinder- und Jugendbibliothek verfügt. Bibliothek und Volkshochschule sind in einem Gebäude untergebracht.

 

Fünf Frauen stellen im F(l)lair-Laden ihre Literatur vor

Pressemitteilung der Ökumenischen Initiative Lüttrighausen

Die Buchhandlung im F(l)air-Weltladen-Lüttringhausen lädt für Samstag, 27. April, zu einer illustren Lesereihe ein. Im Rahmen der Aktion GertenBUCHstraße stellen fünf Lüttringhauser und Lenneper Bürgerinnen „ihre Literatur“ vor. Im Halbstundentakt kommen Autoinnen und Autoren zu Wort, deren Werke die fünf Frauen beeindruckt haben. Damit vermitteln die Bücher eine Vorstellung von den Themen, die „vor Ort“ interessieren, und der Art und Weise ihrer Darstellung. Die erlebte Lesefreude soll anstecken. Johannes Haun, verantwortlich für den Buchhandel im F(l)air-Weltladen, zeigt sich erfreut über die Titelauswahl. Für das Leben wichtige Themen werden von internationalen Autoren präsentiert und laden zum Erfahrungsaustausch ein. „Wer über den Tellerrand blickt, dem fällt es leichter, sich auch vor Ort zu verständigen“, will Haun in der Veranstaltung hervorheben.

Um 11.30 Uhr beginnt Susanne Pütz, CDU-Ratsmitglied, mit dem Buch „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ der australischen Autorin, Songwriterin und Sängerin Bronnie Ware. Nach einigen Jahren als Bankangestellte zog es Bronnie Ware in die weite Welt, sie lebte in England und auf einer Südseeinsel. Anschließend arbeitete sie acht Jahre als Palliativkrankenschwester. Ihr Blog zu ihren Erlebnissen wurde zur Grundlage ihres Bestsellers. Heute lebt Bronnie Ware wieder in Australien.

Katrin Volk, Öffentlichkeitsreferentin des Evangelischen Kirchenkreises Lennep,  setzt um 12 Uhr mit dem Titel „Wie man wird, was man ist“ die Lesereihe fort. Autor ist der amerikanische Psychotherapeut Irvin D. Yalom. Er gilt als einer der einflussreichsten Psychoanalytiker in den USA und ist vielfach ausgezeichnet. Seine Fachbücher gelten als Klassiker. Seine Romane wurden international zu Bestsellern und zeigen, dass die Psychoanalyse Stoff für die schönsten und aufregendsten Geschichten bietet, wenn man sie nur zu erzählen weiß. „Wie  man wird, was man ist“ sind sehr persönliche Erinnerungen, geschrieben mit der Offenheit, die Yalom als Psychotherapeuten so besonders und letztlich weltberühmt machten.

Um 12.30 Uhr steht schon der nächste Wechsel an. Gerhilt Dietrich, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen der SPD Remscheid, stellt „Der dritte Zustand“ von Amos Oz vor. Der erst kürzlich im Alter von 81 Jahren verstorbene israelische Autor trat 1954 dem Kibbuz Chulda bei und nahm den Namen Oz an, der auf Hebräisch Kraft, Stärke bedeutet. Amos Oz war Mitbegründer und herausragender Vertreter der seit 1977 bestehenden Friedensbewegung Schalom achschaw (Peace now). Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1992, dem Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main 2005 und dem Siegfried Lenz Preis 2014. Mit „Der dritte Zustand“ ist Oz mit dem ironischen Porträt des sich selbst quälenden Intellektuellen Fima nicht nur eine Diagnose der gegenwärtigen israelischen Gesellschaft gelungen, sondern zugleich ein äußerst humor- und liebevolles Porträt der täglich mit den Fragen von Leben und Tod konfrontierten einzelnen Israelis.

Christiane Karthaus, Rechtsanwältin und Vorsitzende des Heimatbundes Lüttringhausen,  hat sich um 13 Uhr „Kinder der Freiheit“ von Ken Follet vorgenommen. Der britische Schriftsteller Ken Follett, geboren 1949 in Cardiff, Wales, gehört zu den erfolgreichsten Autoren der Welt. Berühmt wurde er mit den Romanen Die Säulen der Erde und der Fortsetzung Die Tore der Welt. Mit Sturz der Titanen, Winter der Welt und Kinder der Freiheit hat Follet eine groß angelegte Chronik des 20. Jahrhunderts vorgelegt. „Kinder der Freiheit“ erzählt von der Zeit nach dem 2. Weltkrieg, dem Kalten Krieg und dem Aufbruch in neue Freiheiten.

Ab 13.30 Uhr beendet die Kunst- und Literaturhistorikerin Gisela Schmoeckel die Lesereihe mit 2 Büchern von Hans Magnus Enzensberger. Im Mittelpunkt steht „Die große Wanderung“, in der Enzensberger das Jahrhundertthema Völkerwanderung und Fremdenhass aufgreift. Das schon 1994 erschienene Werk „putzt die Brille. Und es ist ästhetische Medizin gegen den Identitäts- und Gesinnungskitsch, der die deutsche Debatte beherrscht.« (»FAZ«) Gisela Schmoeckel setzt das Buch mit dem jüngsten Werk des Autors „Eine Handvoll Anekdoten“, erschienen 2018, in Verbindung. Hans Magnus Enzensberger wurde 1929 in Kaufbeuren geboren. Als Lyriker, Essayist, Biograph, Herausgeber und Übersetzer ist er einer der einflussreichsten und weltweit bekanntesten deutschen Intellektuellen.

Geburtshaus von W. C. Röntgen ist teilsaniert

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Am 27. März 2019 wäre Wilhelm Conrad Röntgen 174 Jahre alt geworden. Die Deutsche Röntgen-Gesellschaft und die Geburtshaus-Stiftung nutzten dieses Datum, um im jetzt fertiggestellten Erdgeschoss des Gebäudes eine Ausstellung über den Jubilar offiziell vorzustellen. Damit ist die etwa siebenjährige Geschichte des Umbaus aber noch nicht beendet. Im Obergeschoss geht die die Restaurierung des denkmalgeschützten Hauses weiter – übrigens ohne öffentliches Geld, vielmehr stammen sämtliche Mittel aus Spenden und Zuschüssen. Dies wurde nun gefeiert, nach den zahlreichen Reden auch mit einem Buffet und Sekt. Auch das Fernsehen war dabei, und die am Boden liegenden Zigarettenreste vor der Fensterfront wurden zweimal entfernt.

In meiner Kinder- und Schülerzeit bin ich, da ich ja nur ca. 50 bis70 Meter entfernt am Mollplatz wohnte, fast jeden Tag an Röntgens Geburtshaus am Gänsemarkt vorbeigekommen und natürlich auch hineingegangen, zumindest in den Teil des Gebäudes, der als Metzgerei der Familie Fritz Drösser öffentlich war. Ich erinnere mich nur zu gut, dass ich des Öfteren dort Schinken kaufen sollte, aber „gut abgehangen“, darauf legte man seinerzeit großen Wert.

Der Metzger Drösser galt in Lennep als Witzbold. Er hängte unter anderem ein Schild ins Schaufenster, auf dem geschrieben stand: „Gern schlage ich Ihnen Ihre Knochen ein“, eine Ausdrucksweise, die man im bergischen Lennep verstand, während man sie heute bei Stadtführungen des Öfteren erklären muss. Meist ging es dann noch ein paar Schritte weiter zum Bäcker Willmund, dessen Nachkriegs- „Amerikaner“ mit der Zucker- und Fettglasur sowie der stark gesüßte „Brotkuchen“ mir besonders schmeckten.

Mit dem Erwerb des Geburtshauses von Wilhelm Conrad Röntgen im Herzen der Lenneper Altstadt hat die Deutsche Röntgengesellschaft dankenswerterweise auch den Weg bereitet, am Ursprungsort des Wissenschaftlers dem persönlichen Nachlass Röntgens einen würdigen Raum zu schaffen. Bislang fehlten ja Räumlichkeiten und Kontext, um die einzigartige Sammlung adäquat präsentieren zu können. Röntgens persönlicher Nachlass enthält Objekte, Möbel, Skizzen und Entwürfe zu einer Vielzahl wissenschaftlicher Themen und seltene Fachliteratur der frühen Radiologie. Es bietet somit ein reichhaltiges Spektrum, um den Wissenschaftler in einem biographisch authentischen Umfeld zu präsentieren. Das Röntgen-Geburtshaus bietet aber auch die Chance, gemeinsam mit dem Deutschen Röntgen-Museum Leben, Werk und Wirkung von Wilhelm Conrad Röntgen umfassend darzustellen.

Die Wiederherrichtung des Hauses bietet zugleich die Chance, ein denkmalgeschütztes Gebäude im Herzen der Altstadt einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In enger Anbindung an das Deutsche Röntgen-Museum soll es als besonderer historischer Ort das geistige und materielle Erbe Wilhelm Conrad Röntgens in außergewöhnlicher Weise bewahren. Zugleich soll es Bildungs- und Weiterbildungszwecken dienen, nur so wird eine museale Einrichtung auch zu einem lebendigen Ort.

Natürlich hat das Geburtshaus auch eine Geschichte. Bekanntlich wurde im Oktober 1746 die Stadt Lennep bis auf sieben Häuser und das Minoritenkloster durch ein großes Feuer verwüstet. Wie es damals am Gänsemarkt aussah, das ist natürlich nicht bekannt. Durch Gutachten kann man nur sagen, dass das spätere Haus am Gänsemarkt 1 nach 1783/85 erbaut worden sein muss. Um 1811 erfolgte der Kauf des Hauses durch Johann Heinrich Röntgen und Anna Louise Frowein, die es später an Friedrich Carl Röntgen (Vater von W.C. Röntgen) und dessen Brüder Richard und Ferdinand vererbten.

Catharina von Pohlheim ist die letzte bekannte Vorbesitzerin vor den Röntgens. Ein genaues Kaufdatum lässt sich nicht mehr ermitteln. 1846 wurde das Haus dann an einen Metzgermeister Gustav Kühne veräußert, der es wiederum 1864 an Metzgermeister F.W. Drösser und dessen Sohn verkaufte.1860 wurde die Ansicht des Hauses durch die Veränderung der Schauseite durch den Einbau eines Ladenschaufensters verändert. Diese Schauseite ist im Prinzip bis heute erhalten und wird gerade restauriert. 1963 erfolgte die Schließung der Metzgerei, an die sich noch heute viele Lenneper erinnern, ein Jahr danach erwarb die Stadt Remscheid das Gebäude und entwickelte verschiedene Überlegungen zur städtischen Nutzung. Spätere Sanierungsarbeiten der Stadt wurden zunächst im Jahre 1980 abgeschlossen. Die Sanierungsarbeiten sollten endgültig ursprünglich bis 2015 abgeschlossen sein, jedoch ergaben sich nach und nach immer wieder neue Schwierigkeiten.

Während der Veranstaltung zur Eröffnung der Ausstellung im Geburtshaus von Röntgen konnte man sehen, dass bei der Renovierung von Röntgens Geburtshaus schon viel geschehen ist, dass aber noch viel getan werden muss. Alles ist abhängig von Spendengeldern.

Für die Lenneper ist es natürlich erfreulich, dass die architektonische und denkmalpflegerische Organisation und  Betreuung durch Ansässige geschieht. Sophie Welke von "Welke Architekten" dazu auf einer Webseite des Bundes Deutscher Architekten NRW: „Aktuell befassen wir uns mit dem Geburtshaus von Wilhelm Conrad Röntgen in Remscheid-Lennep. Das Museum, das dort entstehen wird, braucht zum Beispiel eine Alarmanlage und Heizung. Dort ist u.a. die Unsichtbarkeit von Technik ein Thema. Es bedarf sicher auch einiger Kunstgriffe für den geplanten Wintergartenanbau, dass es passt und aussieht, und dass man das Neue nicht als Störung wahrnimmt.“

Im nächsten Jahr, 2020, also zum 175. Geburtstag und Jubeljahr des berühmtesten Lennepers, soll Wilhelm Conrad Röntgen natürlich noch viel umfassender gefeiert werden, in Würzburg, in München, in Gießen, aber auch in Lennep natürlich.

Jetzt soll sich Notar um leeres Wohnhaus kümmern

Die Stiftung Deutsche Denkmalpflege hat der Stadt Remscheid weitere 100.000 Euro für die Sanierung von Haus Cleff zugesagt, wie Stadtdirektor Sven Wiertz in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid berichtete, In der Sommerpause soll mit der die Sanierung der Gebäudehülle des Patrizierhauses (erster Bauabschnitt) begonnen werden, „um einem weiteren Verfall vorzubeugen“, so Wiertz. Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende 2020 dauern.

Forcieren will die Stadt nun offenbar den Ankauf des leerstehenden Wohnhauses (Foto) an der Hastener Straße gegenüber die Haus Cleff, das angerissen werden soll, um den Parkplatz des Historischen Zentrums erweitern zu können. Man habe einen Notar mit dem Kauf beauftragt, berichtete Wiertz. Dazu sah sich die Stadtverwaltung wegen der unklaren Eigentumsverhältnisse dieser Immobilie veranlasst.

Vom kleinen Kunstmuseum an der Ewaldstraße

Als der junge Grafiker Klaus Küster vor 50 Jahren von Lennep nach Remscheid kam und mit Reißbrett, Mal- und Zeichenutensilien, Fotolabor und einem Vogelkäfig mit einem Paar Kuba-Amazonen ins Dachgeschoß des Hauses Nr. 25 an der Ewaldstraße einzog, da lagen in den Häusern gegenüber die Menschen in den Fenstern: „Watt kömmt denn do, en Hippie?!“ Denn Küster kam mit langen Haaren und einem Schnurrbart. Davon kann heute keine Rede mehr sein. Aber angepasst, gut bürgerlich oder gar bieder würden ihn seine (politischen) Freunde (er war lange Jahre für die Linken im Rat der Stadt) auch heute noch nicht nennen (auch wenn er im Garten des Fachwerkhauses, das er 1979 gekauft und im Inneren hell und luftig ausgebaut hat, eine Schar Hühner hält). Dafür sind die vielen kleinen und größeren Kunstwerke, die dort in den vergangenen 50 Jahren entstanden sind und von denen eine Auswahl nahezu jeden freien Platz an den Wänden füllt, zu fantasievoll, ungewöhnlich und manchmal auch skurril. Kurz, es hat Spaß gemacht, sich von Klaus Küster sein kleines Kunstmuseum zeigen zu lassen. Die Fotografie spielt darin eine große Rolle. Aber dafür muss man schon genau hinsehen...

Anlass für den Atelierbesuch war das 3. Album „Andere Ansichten  2019 – 2014“, das vor wenigen Tagen frisch aus der Druckerei kam. Erschienen ist das 120-seitige Werk mit Abbildungen von Arbeiten Küsters aus den vergangenen sechs Jahren, im eigenen Verlag (ISNB 978-3-00-062388-2). Und dass das Atelier im Haus Ewaldstraße Nr. 25 seit nunmehr 50 Jahren besteht, ist für Klaus Küster und seine Frau Sabine Düwell ein guter Anlass, es von Freitag bis Sonntag zu einem „offenen Atelier“ zu machen, in dem jeweils von 16 bis 19 Uhr Freunde, Nachbarn und kunstinteressierte Remscheider willkommen sind.

Kleine Anekdote am Rande aus dem Vorwort des neuen Buches: Bis zum Herbst 1969 arbeitete Klaus Küster in einer Düsseldorfer Werbeagentur. „Grafiker versuchten sich damals auch schon als Schriftsetzer, indem sie Buchstaben noch aus „Letraset"-Bögen durch Rubbeln auf das Papier des Entwurfs oder den Karton der „Reinzeichnung" transferierten. Zum „Theater am Worringer Platz" war es von der Agentur aus nur ein Katzensprung. Dort erlebte ich mit meinem Freund und Kollegen Eugen Göbel voller Begeisterung mehrfach das Musical „HAIR", da uns wohlgesonnene Ensemble-Mitglieder, mit denen wir uns in den Mittagspausen trafen, durch den Bühneneingang herein ließen. Wir zeigten uns erkenntlich, indem wir das gesamte Ensemble zur Wochenend-Party von Samstag auf Sonntag nach Remscheid einluden. Gegen Morgen teilte sich das Ensemble auf: Eine Hälfte nächtigte bei Eugen in der benachbarten Rosenhügeler Straße, die andere bei mir unterm Dach auf den gerade en vogue gewordenen Iso-Matten.“

Netzwerke schaffen kreative Orte für ihre Regionen

Zum dritten Mal hat CREATIVE.NRW, das Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft des Landes NRW, die Auszeichnung „CREATIVE.Spaces“ vergeben. Der mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Preis ging an fünf Initiativen, die sich in herausragendem Maße für die Kreativwirtschaft in NRW einsetzen. Dazu zählt die Ins Blaue Art Gallery, Kulturwerkstatt Ins Blaue e.V. mit Sitz in Remscheid-Honsberg.

Mit der Auszeichnung unterstützt CREATIVE.NRW Initiativen, die Akteure der Kultur- und Kreativwirtschaft in Nordrhein-Westfalen spartenübergreifend vernetzen. „Trotz der wunderschönen Lage im Grünen wollte am Remscheider Honsberg noch vor ein paar Jahren niemand wohnen. Dem Abriss von acht leerstehenden Gebäuden stemmte sich jedoch eine Gruppe Kreativer entgegen“, heißt in der Pressemitteilung des Kompetenzzentrum zur Preisverleihung. „Seit 2015 erweckt der Verein Ins Blaue das Viertel mit Hilfe von regelmäßigen Konzerten, Festivals und Ausstellungen mit großem Erfolg wieder zum Leben.“

Infos über digitale Strategien für Künstler

Pressemitteilung der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW

Gestern waren zahlreiche Künstlerinnen und Künstler aus NRW bei der Kulturkonferenz Bergisches Land in der Akademie der Kulturellen Bildung zu Gast, um sich zu Themen rund um den digitalen Wandel fortzubilden. Die Konferenz des „Büros Regionale Kulturpolitik“ blickte auf die Chancen der Digitalisierung für die Künste und zeigte, wie Hürden überwunden werden können. Mit kurzen Inputs beleuchteten Dr. Christian Esch (NRW Kultursekretariat) und Akademie-Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel verschiedene Aspekte der Digitalisierung. Horst Pohlmann, Leiter der Fachbereichs Medien an der Akademie, zeigte am Nachmittag in einem Workshop, wie vielfältig neue Medien in der Kulturvermittlung eingesetzt werden können. Der freie Komponist Dr. Anselm Kreuzer diskutierte mit den Teilnehmer*innen Chancen und Fallstricke in der Vermarktung, die sich durch den digitalen Wandel ergeben.

Zukunftsfragen der postdigitalen Arbeitswelt

Pressemitteilung der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW

Wie verändern digitale Techniken, Robotik und künstliche Intelligenz die Arbeitswelt von Morgen? Wie würden wir diese gerne gestalten? Und welche Rolle spielen Kunst und Kultur? Unter dem Titel „Brot und Spiele?“ diskutierte der „Kulturvisionäre Salon“ gestern in der Akademie der Kulturellen Bildung richtungsweisende Zukunftsfragen im Umgang mit neuen Technologien. Eingeladen zum Austausch waren Kulturpolitiker*innen, Wissenschaftler*innen sowie Führungskräfte und Akteur*innen aus der Kulturszene. Als prominente Gäste für das Podium hatte sich neben dem österreichischen Philosophen Armen Avanessian der Kulturpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion NRW, Andreas Bialas, und der Präsident des Deutschen Designtags, Boris Kochan, angekündigt. Gemeinsam mit dem Publikum suchten sie nach konstruktiven Antworten, wie Politik, Kultur und Gesellschaft mit möglichen Zukunftsszenarien und neuen Technologien nicht nur reaktiv, sondern gestalterisch umgehen können. Dabei richtete sich der Blick auch auf die Frage, welche gesellschaftliche Aufgaben Kunst und Kultur in einer zunehmend technisierten Welt haben werden.

Akademie-Direktorin Prof. Dr. Susanne Keuchel, die das Forum zusammen mit der Geschäftsführerin der Kulturpolitischen Gesellschaft, Barbara Neundlinger, moderierte, zog zum Ende des Salons ein positives Fazit: „In Zeiten extremer gesellschaftlicher Transformation ist es wichtig, eine Zukunftsvision zu entwickeln, um diese zielgerichtet umsetzen zu können. Wenn wir frühzeitig Weichen stellen, laufen wir nicht Gefahr, von der technologischen Entwicklung überrannt zu werden und können Herausforderungen für Bildung und Kultur besser gestalten.“ Barbara Neundlinger verwies zudem auf die Rolle der Politik: „Bei den Transformationsprozessen kommt der Kulturpolitik in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen Verantwortung zu, besonders wenn es um demokratiepolitische Ansprüche und digitale Teilhabe geht.“

Ins Blaue: Zuerst die Fotos, dann der Film

Pressemitteilung der Ins Blaue Art Gallery

Das Vernetzungsprojekt bergischer Künstler geht in diesem Jahr in die 4.Runde. Die maßgeblich von der regionalen Kulturpolitik geförderten Veranstaltungen befassen sich in diesem Jahr auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Thema „Gemischte Gefühle“. Den Anfang macht am 7. April, 16 Uhr, der Fotograf und Filmemacher Frank N aus Wuppertal mit der Ausstellung „Sometimes Happy, Sometimes Sad“ in der „Ins Blaue Art Gallery“ mit fotografischen Arbeiten, gefolgt von der Deutschlandpremiere seines Essayfilmes „Lost in Transit“ am 11. April in der Kunststation im Bahnhof Vohwinkel.

Die Ausstellung in der  Ins Blaue Art Gallery, Kulturwerkstatt Ins Blaue e.V.,  Siemensstraße 21, auf dem Honsberg läuft von Sonntag, 7. April, bis Sonntag, 5. Mai, (sonntags geöffnet von 14 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter Tel. 015126886535,ausgenommen Oster- und Feiertage). Vom Film kommend, hat Frank N schon immer - in den meisten seiner Werke - einen Hang zum Erzählerischen, der allerdings in einer Ausstellung noch nie so sehr zum Ausdruck gekommen ist wie bei der nun aktuellen. Von der Struktur ist die Show angelehnt an Comics à la Jacques de Loustal, bei dem häufig jedes einzelne Bild eine Geschichte erzählt und dennoch die einzelnen Bilder sich zusätzlich zu einer kompletten Geschichte fügen. Außerdem werden sowohl Worte/Texte, als auch Sounds/Musik eine Rolle in dieser Ausstellung spielen. In der erzählten Geschichte scheint alles zunehmend schlimmer zu werden. Was lädt sich der großen Menschenverdummungsmaschinerie - von der wir geleitet werden - entgegensetzen? Gibt es Hoffnung? 

Der am Sonntag, 5.Mai, 18 Uhr, Eintritt frei, in der „Ins Blaue Art Gallery“ gezeigte Film „Lost in Transit“ ist ein Essayfilm über die Möglichkeit, eine Depression zu überwinden. In einem Wechselbad der Gefühle, das auf eigenen Erfahrungen des Filmemachers beruht, wird transparent veranschaulicht, wie man in ein solches Dilemma geraten kann - aber wird auch ein Weg heraus skizziert. Mit einem präzisen Rhythmusgefühl wechselt der Film zwischen wildem Bilderrausch und der totalen Entschleunigung hin und her und treibt so seine Geschichte voran. Was ist wahr? Was ist falsch? Der Film deutet nur an, zeigt Türen … die jeder für sich öffnen muss. ( Katja Wickert)

Lesung mit Lena Gorelik in der Sophie-Scholl-Schule

Lena Gorelik. (Foto: privat)Mit großem Applaus wurde am vergangenen Freitag in der Aula der in der Sophie-Scholl-Gesamtschule die der Autorin Lena Gorelik von den Oberstufenschülern der Jahrgänge 11 und 12 begrüßt. Sie Schüler-Moderatorin Anastasia Stojonovic und Wolfgang Luge, Mitglied der Veranstaltergruppe Interkulturelle Lesereihe, hatten sie als eines der Gesichter der jüngeren deutschen Literatur vorgestellt. Diese zweite Lesung in der Gesamtschule mit der aus St. Petersburg gebürtigen Schriftstellerin – die erste hatte im Herbst 2016 mit deutsch-vietnamesischen Autorin Que Du Luu stattgefunden –lenkte den Fokus auf ein spannungsreiches Beziehungsgeflecht zwischen drei Protagonisten aus dem Schul-Umfeld einer Oberstufe. Alex, Paul und Nina, von ihrem Bruder auch „Ratte“ genannt, durchleben in dem Roman "Mehr Schwarz als Lila"die Veränderungen des Erwachsenenwerdens im Rahmen einer innigen Freundschaft. Zu einem Affront kommt es anlässlich einer Klassenfahrt nach Auschwitz, als sich „Ratte“ einem Mädchen außerhalb der Gruppe zuwendet und Alex in eine Kussszene mit Paul auf dem Gelände des Konzentrationslagers verwickelt wird – ein Affront gegenüber dem Andenken an die Ermordeten. Das Kussfoto in den sozialen Netzwerken kursiert dort millionenfach.

Diese Passage sei von ihr als Autorin nicht als Provokation, sondern als Ausdruck einer momentanen Gefühlslage beider Akteure betrachtet worden, sagte Lena Gorelik. Die Frage, ob der  Jugendroman auf einer wahren Begebenheit beruhe, verneinte sie Autorin. „Ich glaube aber nicht, dass wir im luftleeren Raum schreiben.“ Sie nehme seismografisch das gesellschaftliche Umfeld wahr, und wenn sie den Zeitpunkt für gekommen halte, sich zu einem Thema äußern zu müssen, dann geschehe dies auch in Form von Essays und Gastbeiträgen in überregionalen Zeitungen und im Deutschlandradio Kultur. Ihr Roman sei ein All-Age-Roman und ein Konglomerat aus Gehörtem, eigenen Erlebnissen und Fiktivem. Er stellt Stilfragen in den Kontext mit den Grenzen der Selbstverwirklichung – in einer klaren, schlichten Sprache und mit vielen kurzen eindringlichen Dialogen.

An einem Roman schreibe sie gut zwei- bis zweieinhalb Jahre, berichtete die Autorin. Das hänge aber auch von dem Lektor ab, der sie begleite. Amüsierte Zustimmung auch aufgrund der multikulturellen Schülerschaft kam auf, als sie den türkischen Schüler „M“  literarisch skizzierte, der fast immer sein Fußball-Trikot trage, oder als sie Referendarinnen skizzierte: „ Sie sind zu engagiert und legen viel Wert auf das IN in ihrer Bezeichnung, bereiten akkurat den Unterricht vor“ und Referendare: „ Sind zwar auch eifrig, vor allem eifrig darin, uns gefallen zu wollen.“

Im Deutsch -und Literaturkurs der Oberstufe wird es nun sicherlich zu einer Analyse der kurzweiligen Lesung und zu einer anschließenden lebhaften Aussprache über die Freiheit einer Wertegemeinschaft und die stilistischen Mittel einer Erzählung über Einsamkeit, Eifersucht, Liebeskummer und Trauer kommen.

Am Vorabend las Lena Gorelik in der Zentralbibliothek der Stadt Remscheid aus ihrem Roman „Null bis unendlich“ vor. Zuvor war sie Gast in einem Sechs -Autoren-Gespräch auf der „Lit Cologne 2019“ mit der Autorin und Publizistin Carolin Emke zum Thema „Grenzen verschiedenster Art in der Gesellschaft.“ (W.L.)