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Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern wurde unterlaufen

von Peter Maar

Haben Sie schon einmal eine Silvesternacht mit einer zehn Jahre alten Hündin erlebt, die gewöhnlich Freundlichkeit, Freude und keine Angst an den Tag legt? Einem Hund, der mutig am Gartenzaun versucht, die Kehrmaschine oder den Müllwagen zu verbellen? Diesen über Jahre lieb gewonnene Begleiter kennen Sie in der Silvesternacht nicht wieder. So auch in diesem Jahr, in einer Silvesternacht mit einem sogenannten "Verkaufsverbot" von Feuerwerksartikeln.

Spätestens nach dem ersten "Polenböller", so gegen 22 Uhr, überkamen das arme Tier die ersten Panikattaken. Die steigerten sich, je näher der Jahreswechsel heranrückte, ins für den Hund Unerträgliche. Das arme Tier zitterte ununterbrochen am ganzen Leib, hechelte um Luft, versuchte sich in alle Ecken zu verkriechen, scharrte an Teppichen, um unter ihnen wohl Schutz zu suchen. Die Hündin, Liebling der ganzen Familie, war durch absolut nichts zu beruhigen, und wir hatten Angst, das ohnehin herzkranke Tier würde kollabieren oder gar einen Herzschlag erleiden. Auch ein spontaner Umzug ins Kellergeschoss mit Fernseher auf hoher Lautstärke und herabgelassenen Rollläden half nichts; die Hündin zitterte wie verrückt, hechelte panisch, und aller Zuspruch half nicht.

Das von unserer Regierung verordnete "Verkaufsverbot" von Feuerwerkartikeln ohne ein gleichzeitiges striktes Abbrennverbot  (was absolut logisch gewesen wäre), war ein „voller Erfolg"! Stolz berichteten im Fernsehen Feuerwerkfanatiker, dass sie hunderte Kilometer nach Belgien gefahren seien, um sich kurz hinter der Grenze sich mit teilweise großen Mengen an Feuerwerksartikeln einzudecken. Die Händler in Belgien und Polen konnten das Geschäft ihres Lebens machen, aber natürlich auch der Internethandel.

Diese Inkonsequenz unserer Regierenden, ein Verkaufsverbot in Deutschland auszusprechen und gleichzeitig kein Abbrennverbot zu erlassen, ist an Naivität nicht mehr zu überbieten. Und dieses Verhalten wird jetzt noch überboten, in dem die mit einem Verkaufsverbot belegten deutschen Hersteller ohne ihr Zutun Zeugen eines tollen Silvesterfeuerwerks wurden, aber finanziell in die Röhre schauen mussten und jetzt, natürlich nachvollziehbar, vom Staat Millionenbeträge für den Unsatzausfall erwarten dürfen. Der Staat wird mit Steuermitteln schon sorgen, dass die deutschen Hersteller und Verkäufer nicht leer ausgehen…

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) hat aktuell – wieder einmal – ein absolutes Feuerwerksverbot gefordert. Denn nicht nur Haustiere geraten in Panik voller Qualen. Auch Wildtiere leiden und natürlich letztlich die ganze Umwelt. Und zahlreiche Schwerverletzte und Tote sind auch in diesem Jahr wieder zu beklagen, darunter ein zwölf Jahre altes Kind.

So sah gestern die Sana-Impfkontrolle aus

Impfkontrolle am Eingang zur Notaufnahme des Sana-Klinikums Remscheid:

  • Besucher tritt an die Anmeldung heran.
  • Frage durch die Mitarbeiterin der Anmeldung: „Sind Sie geimpft?“
  • Besucher: „Ja. - Manche auch ganz stolz: „Sogar dreimal!“
  • Eine Vorlage des Impfnachweises oder Personalausweises wird nicht verlangt.
  • Ende der Impfkontrolle, der Besucher betritt den Wartebereich der Notaufnahme.
  • Dieses Verfahren konnte über fast zwei Stunden beobachtet werden.

(Ein Remscheider Ehepaar. Der Name ist dem Waterbölles bekannt.)

Bernd Liebetrau verabschiedet sich in den Ruhestand

von Bernd Liebetrau, Dipl.-Sozialpädagoge

Seit 29 Jahren arbeite ich nun schon als Fachkraft für Suchtvorbeugung beim Diakonischen Werk und zum 1.1.2022 bin ich in Rente. Wir haben Aktionswochen unter dem Motto „Sucht hat immer eine Geschichte“ auch mit Suchtberatungslehrer:innen gestaltet, Kinotage, Theaterstücke, Ausstellungen verwirklicht. Im Unterricht und bei Elternabende befassten wir uns mit Sucht und Konsumverhalten, Tabak-, Alkohol- und Cannabis-konsum, oder den selbstbewussten Umgang mit digitalen Medien. Fortbildungen zur Motivierenden Gesprächsführung – MOVE für Lehrerinnen und Lehrer wurden umgesetzt und Infoveranstaltungen zu Modulen wie dem Alkoholkoffer. In Kooperation mit dem Erzieherischen Jugendschutz, der Schulsozialarbeit Kompazz und der Polizei fanden regelmäßig Alkoholparcours statt, seit zehn Jahren auch Peerarbeit in einer Gesamtschule. Zusammen mit dem Jugendamt verwirklichen wir ebenso lange MIDZ – www.midz-remscheid.de , die Mitdenkzentrale für klares Rauschen, wo Studierende als Buddys für Suchtprävention ausgebildet werden, um mit Jugendlichen bei Festveranstaltungen über das eigene Konsumverhalten ins Gespräch zu kommen, bzw. in Schulen an Parcours oder im Unterricht über Alkohol oder andere Suchtmittel aufzuklären.

Auf dieser langen Wegstrecke ist nun vor zwei Jahren die Pandemie dazwischen gekommen, die viele Veranstaltungen unmöglich machten. Ich wünsche Ihnen, dass das neue Jahr wieder entspannter wird. Es wird im Diakonischen Werk einen/e Nachfolger:in in der Suchtprävention geben. Die Bewerbungen laufen noch! Bitte wenden Sie sich bei Präventionsanfragen an Tel. RS-591600 oder sb.remscheid@diakonie-kklennep.de">sb.remscheid@diakonie-kklennep.de oder auch an den Erzieherischen Jugendschutz Sandra Wiesiollek, Tel. RS 162922, E-Mail sandra.wiesiollek@remscheid.de">sandra.wiesiollek@remscheid.de oder jugendschutz@remscheid.de">jugendschutz@remscheid.de. Ich selber werde noch freiberuflich meine Beratungsdienste als Coach oder Supervisor anbieten und Fortbildungen machen. Wenn Sie also eine berufliche Frage haben, Unterstützung suchen, können Sie mich unter liebetrau@web.de">liebetrau@web.de erreichen bzw. Tel. 0177 2122722. Und nun wünsche ich uns allen segensreiche Festtage, Gesundheit und ein privat und beruflich erfolgreiches Neues Jahr!

Klimaschutz ist auch Kinderschutz

Offener Brief des Kinderschutzbundes, Ortsverband Remscheid

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Sehr geehrte Mitglieder des Rates der Stadt Remscheid,

auf der Klimastreik-Demonstration am 24. September  auf dem Rathausplatz teilte der Sprecher des Bündnisses Remscheid, Daniel Pilz, mit, dass die Forderung von Fridays for Future, die Ratsmitglieder mögen einmal im Jahr eine autofreie Ratssitzung durchführen – verbunden mit einer Tagesordnung, die sich vorrangig um aktuelle Klimathemen in Remscheid dreht - bisher nicht umgesetzt wurde. Als Vater, Großvater und Vorsitzender des Kinderschutzbundes in Remscheid frage ich mich, warum ist es bisher nicht dazu gekommen? Warum fällt, die Entscheidung, einmal im Jahr zu einer Ratssitzung zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zu kommen, so schwer? Das muss sich doch – einmal im Jahr – organisieren lassen, auch wenn es für jedes Ratsmitglied eine Herausforderung darstellt. Diese Challenge werden Sie doch schaffen!

Natürlich ist die Einsparung von CO2 bei dieser Aktion sehr begrenzt – aber darum soll es dabei ja auch nicht gehen. Es geht darum, ein Zeichen zu setzen und die jungen Menschen mit ihren Forderungen ernst zu nehmen. „Ja – es geht um eure Zukunft, wir nehmen den Klimawandel ernst.“ Das bedeutet auch, den einen oder anderen Verzicht zu üben. Der Markt allein wird nicht alles regeln. Dieses mag Symbolpolitik sein – aber Fahnen vor dem Rathaus aufhängen ist doch oft auch nur symbolisch, um ein Zeichen zu setzen.

Zum Klimaschutz gehört eine Verkehrswende, d.h. für Remscheid insbesondere der Ausbau des ÖPNV. Hierüber treffen Sie im Stadtrat Entscheidungen. Viele Bürgerinnen und Bürger, Kinder und Jugendliche sind auf den ÖPNV angewiesen. Sie als Mitglieder des Stadtrates, die vielleicht nicht regelmäßig mit dem Bus fahren, können so Erfahrungen sammeln.

Ich bitte Sie daher, noch einmal über diese Forderung der jungen Menschen nachzudenken. Als Kinderschützer ist mir dieses Anliegen sehr wichtig – denn „Klimaschutz ist auch Kinderschutz“.

Mit freundlichen Grüßen
Karl-Richard Ponsar

Luftfilter verringern Corona-Risiko beim Singen

von Klaus Sporenberg,  Lüttringhauser Männerchor

Als einer der ersten Chöre in Deutschland hat der Lüttringhauser Männerchor  ein hocheffizientes Luftfiltergerät angeschafft. Seit Mitte Oktober wird es während der Chorproben eingesetzt. Es  reinigt die Raumluft vier- bis fünfmal pro Stunde von Viren, Bakterien etc. mit Hilfe von fünf verschiedenen Filtern. Angepasst an die Raumgröße findet alle zwölf bis 15 Minuten eine komplette Reinigung der Luft statt.

Das Gerät kann über ein Touch-Display, eine Fernbedienung oder – eingebunden in ein Netzwerk - über ein Smart Phone oder Tablet mit TUYA App gesteuert werden. Durch die manuell oder automatisch schaltbaren Reinigungsstufen ist es möglich, pro Stunde bis zu 1300 m³ Umgebungsluft zu reinigen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, Lüften sei die bessere Lösung, sieht der Lüttringhauser Männerchor im Einsatz eines Luftfiltergerätes die beste Lösung für seine Sänger, weil mit Lüften allein in der genannten Zeit kein vollständiger Luftaustausch erreicht werden könne – ganz abgesehen von  der Frage der Häufigkeit und Dauer des Lüftens in der kalten Jahreszeit.     

Der Chor will mit dem Einsatz des Luftfiltergerätes das Ansteckungsrisiko für seine Sänger minimieren - gerade auch im Hinblick auf die jetzt wieder ansteigenden Zahlen der Corona-Infektionen –, da ja bekanntlich beim Singen große Mengen Aerosole in die Raumluft abgegeben werden und diese nunmehr permanent bei den Chorproben gereinigt wird.

Neue „Bedingungswerke“ als spannende Lektüre

von Peter Maar

Die neue Bundesregierung hat, wenn die Rot-Grün-Gelbe Koalition denn zustande kommen sollte, den Bürokratieabbau in Deutschland als ein Schwerpunktthema ihrer künftigen Regierungsarbeit angekündigt. Da bietet es sich an, einmal mit dem Bereich der Banken und Sparkassen einen Anfang zu machen.

In diesen Tagen erhalten die Kunden von Geldinstituten einen Brief, in dem darum gebeten wird, ihnen zeitnah die Zustimmung zu den neuen "Bedingungswerken" zu erteilen. Und diese "Bedingungswerke" sind wahrhaft ein imposantes Werk, umfassen sie doch sage und schreibe zum Beispiel bei meinem Geldinstitut 120 Seiten! Eine wahrlich spannende Lektüre, die geeignet ist, ein ganzes Wochenende an einem verregneten Herbsttag damit zu verbringen. Denn der Leser muss sich ja sorgfältig Zeile um Zeile in den Inhalt dieses Werkes einlesen, bevor die Bedingungen per Zustimmung akzeptiert werden. Ansonsten läuft er Gefahr, zum Beispiel eines Tages Opfer von Wucherzinsen und Gebührensteigerungen zu werden, denen er auch noch zugestimmt hat, ohne das Werk gelesen zu haben.

Die Kunden in Deutschland sind daran gewöhnt, bei allen möglichen Vertragsabschlüssen Vertragsbedingungen zu akzeptieren, die auch schon mal 20 oder 30 Seiten umfassen. Meistens werden diese einem vor die Nase gehalten und ungelesen unterschrieben. Aber ein "Werk mit Bedingungen", welches ein Vielfaches davon umfasst, dürfte dem durch Bürokratie geplagten deutschen Bürger auch nicht alle Tage als Lektüre angeboten werden.

Die Geldinstitute werden zu Recht darauf verweisen, dass sie nur ausführendes Organ sind und das vollziehen müssen, was das höchste deutsche Gericht und letztlich der Gesetz- und Verordnungsgeber vorgegeben haben. Dies muss man zur Entlastung der Sparkassen und Banken hinnehmen. Akzeptieren kann man allerdings nicht die Regulierungsorgien, die der Gesetzgeber und Gerichte immer wieder in Gang setzen, und die zu solchen Auswüchsen führen.

Tannenhof-Azubis zum Welttag der Ergotherapie

Wir, die Auszubildenden vom Kurs 43 der Ev. Stiftung Tannenhof, haben uns zum Welttag der Ergotherapie am 27. Oktober damit beschäftigt, was Ergotherapie ausmacht. Denn uns war aufgefallen, dass viele Menschen das nicht wissen. In einem Projekt wurden daraufhin mehrere TikTok-Videos entwickelt, die auch auf dem Instagram-Account des DBZ @dbz_schule_pflege_ergotherapie zu finden sind, und am Welttag in der Schule ein Informationsstand (Foto) aufgestellt.

„Gehöre dazu. Sei du selbst.” das Motto des diesjährigen Welttages der Ergotherapie, steht für die Förderung von Vielfalt und Inklusion. Es sagt aus: „Du bist gut, so wie du bist. Du kannst sein, wer du bist. Du gehörst dazu.“
Schlaganfällen, Rheumatische Erkrankungen oder psychiatrische Erkrankungen können Menschen erheblich bei der Bewältigung alltäglicher Betätigungen einschränken. Je nach Krankheitsbild gibt es unterschiedliche ergotherapeutische Maßnahmen, individuell auf die Patienten angepasst. Zum Beispiel das Trainieren von alltäglichen Aufgaben/Bewegungsabläufe wie das Binden der Schuhe, Haare bürsten und Gedächtnistraining. Im Laufe der Therapie, mit wachsender Selbständigkeit, kann man dann sehen, wie die Klienten wieder mehr Spaß am Leben gewinnen und sich von negativen Denkweisen abwenden.

„Solarstadt Remscheid“ braucht mehr Schwung

Wolfgang Luge.

von Wolfgang Luge

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert ein 100.000 Solardächer-Programm für öffentliche Gebäude (Pressemitteilung  August 2021), die SPD pocht auf Solar-Pflicht (SPD-Vize Miersch im Oktober 2020 zum Konzept zur Förderung Erneuerbarer Energien), Und der Remscheider SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf sagte im Februar: „Wir wünschen uns ein Remscheid als Solarstadt“. In der Tat: Ziel muss es sein, so viele öffentliche Dachflächen wie möglich mit Photovoltaik- (PV) und Solarthermie-Anlagen auszustatten. Diese Bürgerbeteiligung sollte möglichst einfach, schnell und unkompliziert erfolgen; die Stadt sollte die lokalen Kreditinstitute und die städtische Tochter EWR zusammenbringen, wie es in einer Pressemitteilung im Mai SPD, Grüne und FDP gefordert haben. 

Der Ratsbeschluss vom Juni 2021 orientiert sich an Vorschlägen zum Ausbau der regenerativen Energieträger mit dem Photovoltaik-Ausbau als Schwerpunkt unter Beteiligung von Bürgern als Darlehensgeber. Die Kommune hat hierfür 52 mögliche Standorte aufgelistet, von denen 13 bereits genutzt werden. Somit besteht eine nicht unerhebliche Reserve mit einer unbekannten Dachflächensumme. Das Gebäudemanagement verweist aber auf Eigenbedarf der Flächen zur Stromerzeugung. Hierfür würden allerdings Steuergelder benötigt. Dagegen kooperieren z. B. in Solingen, Wuppertal, Rinteln und Baden-Württemberg Bürger mit Kommunen in unterschiedlichen Modellen beim Ausbau von PV-Anlagen auf städtischen Flächen.

Eine Bürgersolaranlage könnte auf einem partiarischen Darlehen basieren. Das bedeutet, dass Zins- und Rückzahlungen vom Betriebsergebnis abhängen. So verfuhr die Betreibergemeinschaft in Klausen, wo sich vor 24 Jahren 45 Enthusiasten mit damals jeweils 500 DM beteiligen konnten - unterstützt von einer völlig überzeugten Verwaltung, die auch später den Weg frei machte für andere Betreibergemeinschaften. Die Finanzierung wäre auch heute kein Problem, denn: Man bräuchte etwa 500 Remscheider mit einer Einlage von jeweils 500 €, um eine PV-Anlage zu errichten, die flächenmäßig etwa dem 10-fachen der im Schulzentrum Klausen vorhandenen entspräche. Es bedarf eben lediglich eines niederschwelligen Angebots, um den Einstieg für die Bürger zu ermöglichen. Als ortsbezogener Beitrag zur 2045 angestrebten Klimaneutralität und für die, die sich aufgrund der fehlenden baulichen Voraussetzung an diesem Vorhaben beteiligen möchten!

Es wäre nun an der Verwaltung, ein einfaches Bürgermodell zu initiieren. Die Zeit für langwierige "Wenn- und Aber-Diskussionen" läuft davon. Temporär eingesetzte externe Beratung, wie z.B. durch die Energieagentur NRW in Wuppertal oder aber die von Statik-Fachleuten, würden die Umsetzung beschleunigen helfen. Erforderlich wäre auch eine offensive Öffentlichkeitsarbeit. Starten wir durch!

Hartz IV-Satz steigt um drei Euro

von Brigitte Neff-Wetzel

Menschen, die Hartz IV beziehen, erhalten ab Januar 2022 drei Euro mehr im Monat, für Kinder bis 14 Jahren beträgt die Steigerung der Regelbedarfe zwei Euro. Das soll genug ein? Drei Euro im Monat mehr im Portemonnaie entsprechen einer prozentualen Steigerung von gerade einmal 0,76 Prozent. Aber seit Januar dieses Jahres haben wir es mit einer kontinuierlichen Preissteigerung zu tun. Im September/ Oktober lag die Preissteigerungsrate sogar auf einem Rekordhoch von 4,1 Prozent – im Durchschnitt!  Besonders fatal etwa  für Familien mit Kindern: Die Preissteigerung bei Obst und Gemüse lag zuletzt bei über zehn Prozent. (lt. Verbraucherzentrale NRW)

Zugegebenermaßen trifft die Preissteigerung  alle! Doch gerade Menschen, die auf Transferleistungen angewiesen sind und am Existenzminimum leben, trifft jede Preiserhöhung – insbesondere für Waren des täglichen Lebens – besonders hart. Statt wenigstens mit der Erhöhung der Hartz IV–Sätze  einen Ausgleich der gestiegenen Lebenshaltungskosten zu gewähren, werden alle, die auf Transferleistungen angewiesen sind, durch diese kümmerliche Regelsatzerhöhung um  drei Euro weiter in Armut fallen. Und ehrlich: Kinderarmut bekämpft man so erst recht nicht!

Natürlich ist hier in der Kommune, in Remscheid, niemand verantwortlich für diese Regelung. Aber sie trifft sehr viele unserer Remscheider Mitbürgerinnen und Mitbürger – und geht deshalb uns alle an!

Zum Wunsch nach Sport und Schwimmen

Offener Brief der SPD-Fraktion an Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, lieber Burkhard,
durch die Sommerferienaktion für Kinder und Jugendliche wurden überplanmäßig Gelder zur Verfügung gestellt. Diese Mittel sind weitgehend aufgebraucht. Das Bundes- und Landesprogramm „Aufholen nach Corona“ bietet den Kommunen die Möglichkeit, eigene Angebote oder solcher der Freien Träger zu fördern. Das Land stellt gemeinsam mit dem Bund den örtlichen Trägern Mittel zur Verfügung. In Remscheid sind es ca. 25 Millionen Euro, um Angebote u. a. für außerschulische Jugendarbeit zu ermöglichen.

Während der Corona-Pandemie mussten viele Kinder und Jugendliche auf soziale Kontakte für lange Zeit verzichten. Das von SPD, GRÜNEN und FDP initiierte Programm zum freien Eintritt im H2O während der Sommerpause war ein voller Erfolg. Gut wäre es, wenn die freien Träger in Remscheid für die kommenden Schulferien ein ähnliches Programm entwickeln, um gerade dem Wunsch nach Sport und Schwimmen nachzukommen.

Die SPD-Fraktion möchte mit diesem Schreiben dazu auffordern, die freien Träger zu unterstützen, ein Programm zu entwickeln, dass insbesondere für die Herbst- und Weihnachtsferien 2021 ein Angebot für die Kinder und Jugendlichen bietet.

Mit herzlichen Grüßen
Sven Wolf, Faktionsvorsitzender

Corona hat Bildungschancen noch ungerechter verteilt

von Brigitte Neff-Wetzel, Sprecherin der Ratsfaktion der Linken

Am kommenden Montag, 20. September, ist Weltkindertag, ein Tag, an dem traditionell – wenn die Pandemie es zulässt-  Spielfeste und Kindervergnügen organisiert werden und – besonders gern und ausgiebig – Reden von Politikern aller Couleur gehalten werden. „Kinder sind unsere Zukunft“ oder „Wir tun alles für eine glückliche Kindheit“ so in der Regel der Tenor der Politikerstatements.

Nur sieht leider die Realität völlig anders aus: Ich will hier gar nicht sprechen vom Leid hungernder, geflüchteter, misshandelter Kinder in allen Kontinenten dieser Welt. Schauen wir auf Deutschland: In diesem reichen Land leben fast 20 Prozent aller Kinder in Armut oder sind von Armut bedroht. Die physischen und psychischen Folgen, die Auswirkungen auf Bildung, Beruf, Gesundheit und Lebenserwartung sind hinreichend bekannt und wissenschaftlich ausgiebig erforscht. Doch nichts hat sich getan! So konnten sich die Parlamentarier im Bundestag noch nicht einmal dazu durchringen die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern!

Und in Remscheid: Die Situation der Kinder hier vor Ort ist nicht besser, im Gegenteil: Gerade die Pandemie hat noch einmal sehr deutlich gemacht, wie ungleich Kinder hier aufwachsen und wie ungerecht etwa Bildungschancen verteilt sind. In Remscheid lebt mittlerweile jedes vierte Kind in Armut, Tendenz in den letzten Jahren: steigend! Doch auch hier zeigen sich einige Politiker äußerst zurückhaltend,  wenn es darum geht, die Lebenssituation von Kindern wenigstens ein  klein wenig zu verbessern.

Zwei Beispiele:
1. Bei der Diskussion der hiesigen Bundestagskandidaten antwortete ein Kandidat auf die Frage, was er konkret gegen Kinderarmut machen werde, wenn er in den Bundestag gewählt wird: Die Kinderarmut läge daran, dass Väter ihrer Verantwortung nicht gerecht würden und keinen Unterhalt zahlten. Das sollte man nicht zulassen.
2. CDU und Linke stellten im Remscheider Rat gemeinsam den Antrag, in den Herbstferien und Weihnachtsferien den Kindern und Jugendlichen freien Eintritt ins Hallenbad H2O zu gewähren, was auf Antrag und Eingabe dieser beiden Fraktionen schon  in den Sommerferien sehr erfolgreich umgesetzt wurde. Aber die anderen Fraktionen konnten sich erst einmal dazu nicht durchringen: zunächst sollen Fördermöglichkeiten geprüft werden. Es soll überprüft werden, ob nicht ein freier Träger ein Schwimmangebot im Rahmen der Landesförderung machen kann und ganz wichtiges Gegenargument: Es gehe hier ja um etwa 25 000 €. Die könnte man ja wohl nicht „einfach so ausgeben“. 25 000 € – also noch nicht einmal 1,50 € pro Remscheider Kind und Jugendlicher- sind dann doch zu viel – auch am Weltkindertag!

 

Leider bekommt man keine Informationen mehr

Offener Brief

Herrn Ministerpräsident Armin Laschet, Herrn Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Herrn Bundestagsabgeordneter Jürgen Hardt,

mein Name ist Stefan Grote aus Remscheid. Ich bin Inhaber des mittelständigen Unternehmens elektro-technik-grote mit 25 Mitarbeitern. Ich habe das Unternehmen 2011 aus der Arbeitslosigkeit heraus gegründet. Nun möchte ich das Unternehmen erweitern - in Verbindung mit der Schaffung weiterer Arbeitsplätze.

Hier greift das Förderprogramm des Landes NRW = RWP Mittel - Bundesregelung Kleinbeihilfen. Dieses ist im Februar diesen Jahres aufgelegt worden und gilt bis zum 31.12.2021. Ich habe einen Antrag im Juni/Juli auf Förderung gestellt, der Anfang August nur noch mit Titel formal genehmigt werden sollte. Leider bekommt man zu diesem Antrag keinerlei Informationen mehr. Es mehren sich nur die Gerüchte, dass sich das Ministerium mit dem Umfang des Programmes übernommen haben soll...

Wer hat denn da seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht, wenn ein Programm mit einer Laufzeit von zehn Monaten nach vier Monaten schon nicht mehr bedient werden kann ? Des Weiteren wird dieses im Internet noch immer beworben!

Daher meine Bitte, wie können Sie mir weiterhelfen, damit ich mein bereits in die Wege geleitetes Vorhaben umsetzen kann. Die geforderten Arbeitsplätze habe ich bereits umgesetzt. Außerdem werde ich zum 1.September einen weiteren Ingenieur aus der Arbeitslosigkeit heraus einstellen!

Ich würde mich über eine Antwort, hoffentlich positiv und kurzfristig, freuen.
Besten Dank im Voraus
Mit freundlichen Grüßen
Stefan Grote