Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

F(l)air-Weltladen besteht seit 20 Jahren

von Manfred Brauers

20 Jahre ist es her, dass der F(l)air-Weltladen in der Gertenbachstraße eröffnete. Ca. 70 Personen und einige juristische Mitglieder hatten die Ökumenische Initiative Lüttringhausen e.V. gegründet, die zum Träger des Weltladens wurde. Ursprünglich in zwei Räumen gestartet, konnte bald die Erweiterung des Geschäfts um zwei weitere Räume erfolgen. Ständige Verbesserungen kennzeichneten die Entwicklung des Ladens in den vergangenen Jahren, zuletzt dann die grundlegende Renovierung und Neueinrichtung in diesem Jahr. Über die 20 Jahre konnten wir auf das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Mitglieder bauen. Es ist nicht selbstverständlich, immer mit gut 30 Mitarbeitenden die Geschäftstätigkeit zu ermöglichten. Nicht zu zuletzt ist es auch die Unterstützung der Vereinsmitglieder sowie der Freundinnen und Freunde des Fairen Handels, die uns Ansporn für das Engagement im Fairen Handel in Remscheid sind. Sie zeigte sich besonders in diesem Jahr bei der Neugestaltung des Weltladens. Dafür möchten wir noch einmal ganz herzlich danken.

Wir begehen unseren „Geburtstag“ nicht besonders, denn Mitte September konnten wir die Wiedereröffnung des Weltladens nach der Renovierung mit vielen Gästen feiern. Wir würden uns jedoch freuen, am Freitag, 6. Dezember, im Laufe des Tages Gäste begrüßen zu können, die mit uns einen Punsch zu trinken und unsere neuen Wellness- und Pasta-Produkte kennenlernen, die zum Anlass des Tages um zehn Prozent reduziert sind. Um 18 Uhr schließt der Tag mit einem Adventsfenster.

Vor 20 Jahren war unser Ziel, Produkte des Fairen Handels, erweitert um einen Buchhandel, in Remscheid anzubieten, mit dem Café einen Treffpunkt für Lüttringhausen zu schaffen und mit Bildungsarbeit über Entwicklungen im Welthandel zu informieren. Dafür stehen wir auch in den nächsten Jahren. Wir würden uns freuen, Sie weiter an unserer Seite zu wissen und danken für alle Unterstützung in den 20 Jahren. Im Namen des Vorstandes der Ökumenischen Initiative grüße ich Sie und wünsche Ihnen eine gesegnete Adventszeit.

Neuer Fahrkartenautomat hat Defizite

von Felix Staratschek

Viel wird über die roten DB-Automaten gelästert. Aber ich war bisher froh, dass es sie gibt und 24 Stunden am Tag zu Diensten sind. Da die Reisebüros saftige Aufschläge auf Fahrkarten nehmen, lohnt es sich sogar, mit dem Bus zu einem Automaten zu fahren, um sich dort in aller Ruhe auf die Suche nach günstigen Verbindungen zu begeben.

Der neue Automat, am Remscheider Hbf (eingegeben ist dort der Startbahnhof Gelsenkirchen) hat  bei einem Test viele Defizite aufgezeigt:

  • Keine Verbindungssuche ohne ICE, da kann man viele preiswerte Verbindungen nicht mehr finden.
  • Keine Verbindungssuche "Nur Nahverkehr", analog zum Fernverkehr. Denn wenn die Sparpreise alle sind, ist das "Quer durchs Land-Ticket" oft noch eine Alternative, für die der neue Automat die Fahrpläne nicht anzeigt. Es werden jeweils nur wenige Fernverbindungen angezeigt, und man kann nur wenige Male frühere oder spätere Züge suchen. Da sind die DB-Automaten weit großzügiger.
  • Man muss bei den neuen Automaten immer wieder die Suche neu starten mit der ganzen Eingabeprozedur, um weitere Zeitfenster zu prüfen. Jedes Mal dauert der Aufbau des Fernverkehrsbereichs recht lange. 
  • Beim Durchtesten des neuen Automaten ist mir mehrfach die Bildschirmmaske zum Start zurückgegangen, obwohl ich noch gar nicht fertig war. Auch die Reaktion auf den Fingerdruck am Bildschirm blieb immer wieder aus.

Auch die alten DB- Automaten haben Mängel, dort werden mögliche Verbindungen nicht angezeigt, wenn man zu oft umsteigen muss. Wenn man eine Fahrt mit dem "Quer durchs Land Ticket" machen will, kann man die Verbindungssuche splitten, will man jedoch auch Fernzüge benutzen, hat man keine Chance diese vorhandenen Verbindungen zu buchen. Wenn es Transdev nicht gelingt, dem neuen Automaten alle Funktionen des alten DB-Automaten aufzuspielen, wird Bahnfahren für viele wesentlich unattraktiver.

Gefährliche Situationen morgens vor Schulen

Offener Brief der SPD an die städtische Beigeordnete Barbara Reul-Nocke
Sehr geehrte Frau Beigeordnete, liebe Frau Kollegin Reul-Nocke,

in unserer letzten Fraktionssitzung am 25. November haben wir festgestellt, dass wir in den Sitzungen des Rates und der Ausschüsse unterschiedliche Mitteilungen aus Ihrem Dezernat zum Thema „Verkehrssicherheit vor Schulen und Kitas“ erhalten haben. Die Berichte meiner Kolleginnen und Kollegen aus den jeweiligen Ausschüssen waren teilweise diametral. Für die weitere Beratung unseres am 4. Juli einstimmig beschlossenen Antrages ist es daher dringend erforderlich, kurzfristig spätestens bis zu unserer nächsten regulären Fraktionssitzung am 9. Dezember Klarheit zu erhalten. Auch die im dritten Nachtrag für die Sitzung des Haupt-, Finanz- und Beteiligungsausschusses beigefügte Mitteilungsvorlage (Drs. 15/6802) lässt noch viele Fragen offen. Wir bitten Sie daher unsere nachfolgenden Fragen kurzfristig zu beantworten:

  1. Wann wird mit der Umsetzung des gemeinsamen Antrages von SPD, Bündnis 90/DIE GRÜNEN und FDP (Drs. 15/6254 – beschlossen in der Ratssitzung am 04.07.19) begonnen?
  2. Gemäß Mitteilung sind Fördermittel beantragt worden. Wann werden diese bewilligt und gezahlt?
  3. Werden bei der Umsetzung des Antrages unter Einbeziehung möglicher Fördermittel Sicherheitskonzepte an allen Schulen und allen Kitas zeitgleich erarbeitet?
  4. Welche Überlegungen für die Umsetzung des Antrages gibt es, falls keine Bewilligung von Fördermitteln erfolgt?

Im Januar haben die Fraktionen und Gruppen von SPD, Bündnis 90/Die GRÜNEN, FDP und W.i.R. in ihrer Anfrage deutlich gemacht, dass die Schulwege und die Situation vor Schulen und Kindertagesstätten einer dringenden Überprüfung bedürfen. In den letzten Jahren ist festzustellen, dass die Kinder häufig bis vor das Schulgebäude mit dem Fahrzeug gebracht werden. Hierdurch kommt es an einzelnen Schulen besonders morgens zu angespannten und gefährlichen Situationen zwischen haltenden Autos, zu Fuß kommenden Schülerinnen und Schülern und dem weiteren Verkehr rund um die Schulstandorte. Auch dort, wo Halteverbotsschilder angebracht sind, ändern diese nur wenig an der Situation.

Eine vergleichbare Situation ist bereits seit geraumer Zeit auch im Umfeld der Kitas zu beobachten. Hier sind zum einen die Eltern für die Bring- und Abholsituation zu sensibilisieren, zum anderen sind an den Schulen und Kindergärten individuelle und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten. Einzelne Schulen und Kindergärten haben sich hier schon auf den Weg gemacht. So könnten eigens dafür vorgesehene Halteplätze in der Nähe von Schulen für Abhilfe sorgen. Diese Haltebuchten dürfen nur für das Ein- und Aussteigen von Kindern genutzt werden.

Besonders aus den vielen Gesprächen, die wir mit Eltern, Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern und Kindern an den Schulen und Kindergärten geführt haben, wissen wir, wie wichtig der sichere Weg zur Schule und Kita ist. Denn diese Wege sind für Kinder meist die ersten aktiven, regelmäßigen und teils eigenständigen Kontakte mit dem Straßenverkehr. Zudem sind die Kinder die schwächsten und auch gefährdetsten Teilnehmer im Straßenverkehr. Hier wollen und müssen wir schnell handeln! Ein weiteres Abwarten bei der Umsetzung wird meine Fraktion nicht akzeptieren.
Mit freundlichen Grüßen
Sven Wolf MdL
Fraktionsvorsitzender

Schöne Aussicht auf neue Siedlung bei Tag und Nacht

von Sabine Hoch

Die Arbeiten in der Neubausiedlung auf dem ehemaligen Krankenhausgelände in Lennep-Hackenberg habe ich in den vergangenen 14 Monate interessiert verfolgt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell etwas entstehen kann. Gerade erst ist die Bodenplatte gegossen worden, und im nächsten Moment steht da schon das halbe Haus. Nun ist die Siedlung – von „oben“ gesehen – fast fertig. Ich habe das Glück, diese wunderschöne Aussicht bei Tag oder Nacht und mit den Vorzügen der vier Jahreszeiten zu genießen.

Ahnenlinie bis zum Urahn C. W. Platte zurückverfolgt

von Hubert Löffler

Ich habe bereits viele Waterbölles-Veröffentlichungen über die Remscheider Industriegeschichte gelesen. Dabei bin ich wiederholt auf Namen aus meinen Familienakten gestoßen. Mein Schwiegervater, Forstdirektor Dr. Günter Platte, stammt von Remscheider Schmieden ab. Er war Forstdirektor in der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg und u.a. Vorsitzender des Bundes Deutscher Forstleute e.V. Sein Bruder Dr. Hans Platte war von 1962 - 1971 Direktor des Kunstvereins in Hamburg. Die Ahnenliste habe ich mithilfe der Stadt Remscheid zurückverfolgen können bis zum Urahn Carl Wilhelm Platte, der mit Catharina Magdalena Lüdorff verheiratet war. Deren Sohn war der Kleinschmied und Zangenfabrikant Carl Theodor Platte, geb.3.7.1801, der am 30.7.1827 die am 1.10.1809 geborene Theresia Hasenclever heiratete (Eltern: Arnold Hasenclever Arnold und  Maria Catharina Birken).

Vieles spricht für eine Verbindung zum Spelsberger Hammer im Eschbachtal/Preyersmühle. Dort ist um 1709 ein Peter Caspar Platte erwähnt. Ein Carl (Karl) Platte hat 1895 den Spelsberger Hammer übernommen. Nach dessen tödlichem Unfall ging der Betrieb an den Bruder August Platte über, der zwei Söhne hatte, August jun. und Gustav. Gustav Platte hat bis vor kurzem noch dort auf dem Spelsberger Hammer gearbeitet. Um 1800 war ein Peter Josua Hasenclever Eigentümer des Spelsberger Hammers. In meiner Ahnenlinie ist eine Theresia Hasenclever als Frau von Carl Theodor Platte aufgeführt. Heiratszeuge war u.a. Fabrikant Gustav Herbener.

Gerne würde ich die Platte-Ahnenlinie mit Hilfe von sachkundigen Remscheider erweitern bzw. absichern. E-Mails gerne an hubert.loeffler@gmx.de.

Eine Liebeserklärung für das Freibad Eschbachtal

von Nicole Lange

Sehr geehrte Verantwortliche und Unterstützer des Freibads Eschbachtal,

„Freibad Eschbachtal schließt bereits einige Tage vor Saisonende.“ Dieser Satz hat mir und vielen anderen Badegästen des Freibades ordentlich die letzten Sommerferientage dieses Jahres verdunkelt. Und ja, ich gebe es zu: Ich liebe mein Eschi, und ich habe tatsächlich auch eine kleine Träne verdrückt aufgrund des so plötzlichen Schwimmendes. Es hat mir als einer von zwei Besuchern am Eröffnungstag und einem doch recht mutigen Anschwimmen bei 11,8 Grad und Regen – übrigens ganz im Rahmen der Tradition, wo es doch auch bei der Eröffnung 1912 wohl in Strömen geregnet haben soll – zu abrupt so gar kein abschließendes Schwimmen vor der langen Winterpause mehr erlaubt – und das trotz strahlenden Sonnenscheins. Eine Nachricht also, die sicherlich eine unter vielen, mit Sicherheit in unserer komplexen Welt ‚bedeutenderen‘ Schlagzeilen ist, die einen aber dennoch traurig macht. Nicht nur die ‚Eisenmännchen‘. Nicht nur mich. Ganz Remscheid.

Sie macht aber zudem nachdenklich und verursacht ein seltsam mulmiges Gefühl in der Magengegend. Die Notwendigkeit einer Sanierung ist definitiv das aktuelle Thema. Hin und wieder dringen Infos dazu an die Öffentlichkeit. Ausschüsse haben in den letzten Wochen getagt. Aber: Die Informationen bleiben oberflächlich. Sie kommen nur vereinzelt und aus verschiedenen Richtungen. Der Tonfall der Informationen zur Lage und das, was da hinter den Kulissen so vor sich geht, wirkt auf den aufmerksamen Beobachter doch seltsam ernst und plötzlich deutlich verschärft. 

Mir fehlen vor diesem Hintergrund eine sichtbare Vernetzung der zuständigen Stellen und eine ernsthaftere, offenere und letztlich effektivere Kommunikation mit der Remscheider Bevölkerung, welche diese konkret anspricht, erreicht und damit endlich mehr mit ‚ins Boot‘ holt. Warum könnte die Überschrift des SPD-Sanierungsantrages statt „Freibad Eschbachtal 21 – Wenn keiner hilft, dann hilf dir selbst!“ nicht heißen „Wenn keiner hilft, dann lasst uns jetzt zusammen helfen!“?

Sicherlich werden viele von Ihnen sagen: „Wir machen das doch. Wir wissen schon selbst am besten, was zu tun ist. Wir haben alles im Griff. Wir lassen das Eschbachtal sicher nicht sterben.“ Ich möchte das ja sehr gerne glauben. Aber in den aktuellen (politischen) Zeiten, in denen Politiker und andere Offizielle nicht immer durchsetzen (können), wofür sie augenscheinlich kämpfen, und es manchmal einer Erweckung der öffentlichen Aufmerksamkeit à la Greta bedarf, sind meines Erachtens Zweifel nicht unangebracht. Vielleicht ist das alles jetzt bloß viel politischer Lärm um letztlich vielleicht einfach – nichts?

Denn: was wenn, obwohl eigentlich niemand dies möchte, die Überschrift auf ihren Zusatz „einige Tage vor Saisonende“ verzichten müsste und tatsächlich eine Schließung des Bades angekündigt würde, weil man hinter verschlossenen Türen feststellt, dass finanzielle Mittel einfach doch nicht ausreichen, um es zu erhalten? Wenn es das Bad einfach plötzlich nicht mehr geben würde, welches doch vielen eine selbstverständliche Einrichtung ist, ohne die sie sich die Stadt gar nicht vorstellen können? Der Aufschrei wäre dann riesengroß. Und es wäre schlichtweg zu spät. Möchten Sie das riskieren? Die augenblickliche Situation macht mit Blick auf die Zukunft wirklich besorgt.

Aber vielleicht ein kurzer Exkurs dazu, warum mir das Freibad eigentlich so am Herzen liegt. Das hat seine eigene, vielleicht etwas verrückte Geschichte. 2015 habe ich im Freibad meinen Lebensgefährten kennengelernt, der damals im Sommer dort als Rettungsschwimmer tätig war. Als auf meinen Hinweis hin, dass im nahezu paradiesischen Eschbachtal eigentlich nur noch Delfine fehlen würden, beim nächsten Besuch ein riesiger Plastikdelfin auf mich wartete, wusste ich - der Mann ist er Richtige und das Freibad nun wirklich einer der besten Orte der Welt. Ein Ort, dem eigentlich aus meiner, selbstverständlich an dieser Stelle augenzwinkernden Sicht nur noch ein Delfinbrunnen fehlt, wie ich ihn kürzlich in einer MOMA-Reportage zu Freibädern entdecken konnte.

Artikel vollständig lesen

Seltsamer Beitrag zum Weltkindertag

von Brigitte Neff-Wetzel, sozial- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

 „Sportplatz Kommune- Einführung eines Sportgutscheins“,  unter dieser Überschrift legte die Verwaltung am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss – wie zuvor im Sport- und Schulausschuss – das Konzept zur Einführung eines Sportgutscheins vor. Stolz formuliert die Verwaltung schon auf der ersten Seite: „Mit der Aktion …möchte die Stadt Remscheid vier- bis sechsjährige Kinder in Bewegung bringen, indem sie jedem Kind einen Gutschein für eine einjährige Mitgliedschaft in einem Sportverein schenkt“. Soweit – so toll – sollte man meinen! Allerdings: auf Nachfrage der sozial-und jugendpolitischen Sprecherin der Linken antwortete der Sozialdezernent Herr Neuhaus erst sehr blumig – dann allerdings konkret- , dass bei allen Kindern, die einen Rechtsanspruch auf Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben, der Sportgutschein aus diesen Mitteln bezahlt werden soll.

Im Klartext: Kinder, deren Eltern Transferleistungen (auch Wohngeld und Kinderzuschlag) beziehen, haben einen Rechtsanspruch auf Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, zurzeit maximal 15 € im Monat. Dieses Geld ist gedacht für die Teilhabe an sportlichen oder kulturellen Angeboten (musikalische Früherziehung!) sowie sozialen Aktivitäten – also z.B. auch einmal einen Zoobesuch mit der Familie. Herr Neuhaus will nun mit diesen 15 € den „geschenkten“ Gutschein bezahlen. Die bedürftigen – sprich: armen – Kinder in Remscheid haben wieder einmal das Nachsehen. Während allen anderen Kindern  unabhängig vom Geldbeutel der Eltern und unabhängig davon, welche Aktivitäten sie sonst in ihrer Freizeit unternehmen, der Gutschein wirklich GESCHENKT wird, gibt die Kommune  für die benachteiligten Kinder keinen Cent aus und schenkt ihnen NICHTS! Nehmen sie den Gutschein in Anspruch, ist das Geld für andere sportliche, kulturelle, soziale Aktivitäten für ein ganzes Jahr weg! Sieht so die viel beschworene Kinderarmutsbekämpfung in Remscheid aus?

Den Bürgern eine bestimmte Meinung ans Herz gelegt?

Schildkrötenjagd auf dem Stadtparkteich ohne Halali (Waterbölles-Video vom 22. August 2015

von Ute Pohlhaus

Ich empfand während der Bürgerwerkstatt zum Stadtparkteich es zeitweilig, als ob man den Bürgern eine bestimmte Meinung ans Herz legen wollte. Im Edelhoffpark gebe es eine Quelle, vielleicht sei ein Teich da ja besser aufgehoben... Braucht man den überhaupt? 

Das so genannte „Speeddating“ an drei Tischen war in meinen Augen das Beste an der Veranstaltung, weil man zu drei Themen jeweils 20 Minuten Ideen einbringen konnte:

  • Wie kann ein Teich aussehen wenn man träumen darf? (Sandstrand, Steg, Modellbau, Tiere  Biotop Schwimmteich).
  • Wie kann man den Stadtpark verändern und was fehlt? (Kiosk, Poehlschen Schieten, abgezäunte Hundewiese, Kletterwand am Wasserbunker, Wasserspielplatz für Kinder, Toiletten).
  • Wo sollte der Teich hin? Die Grundmeinung schien mir die zu sein: Er soll da bleiben, wo er ist, wenn man eine Möglichkeit der Wasserzufuhr findet, eventuell, indem Regenwasser vom Bunker oder der umliegenden Häuser in den Teich geleitet wird. Mit Wassertanks zum Zwischenspeichern.

Für mich hat die Stadt Remscheid eigentlich eine moralische und vertragliche Verantwortung, den Stadtteich zu sanieren und nicht weitere drei Jahre verstreichen zu lassen. Ist überhaupt eine Sanierung in den von der Verwaltung genannten Dimensionen nötig, nur um Fördermittel zu bekommen? Ich bin der festen Überzeugung, dass man die Bürger und auch große Firmen in Remscheid dazu bewegen könnte, den Teich wieder neu herzurichten und wieder zu altem Glanz verhelfen. Und bei den Bürgern müsste die Einsicht wachsen, dann nicht wieder so viel Brot an die Enten zu verfüttern wie bisher, oder die zu groß gewordenen Wasserschildkröten in die Natur zu entlassen.

Meine neuen Lieblingsworte nach dieser Bürgerwerkstatt sind übrigens Hydrologie und Nachhaltigkeit. ;-)

„System Error“ bringt Kirche und Politik zusammen

von Ulla Wilberg

Die große Hitze passte zum heißen Thema des Films um die Frage: „System Error“, sind wir bereit, für den Kapitalismus alles zu opfern? Wie endet der Kapitalismus? Schwindende Regenwälder und Gletscher, das Wissen um die Endlichkeit der Natur bremsen nicht die den blinden Glauben Wirtschaftswachstums. Dass wir alle von dieser Entwicklung betroffen sind, führte die ungewöhnliche Veranstaltergemeinschaft aus Kirche und Politik am Mittwoch erneut zusammen. Schon 2018 zum 200. Geburtstag von Karl Marx fanden drei gemeinsame Veranstaltungen statt.  Nun zeigten der Katholikenrat Remscheid und die Katholische Arbeitnehmerbewegung Remscheid den bundesweit in Kinos aufgeführten Film in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, dem SPD Unterbezirk Remscheid, dem Kreisverband Remscheid der Linken und Bündnis 90 Die Grünen Remscheid.

„SYSTEM ERROR“ sucht Antworten auf diesen großen Widerspruch unserer Zeit und macht begreifbar, warum trotzdem alles so weiter geht wie gehabt. Der Film zeigt die Welt aus der Perspektive von Menschen, die von den Möglichkeiten des Kapitalismus fasziniert sind. Ob europäische Finanzstrategen, amerikanische Hedgefondsmanager oder brasilianische Fleischproduzenten: Eine Welt ohne eine expandierende Wirtschaft können, dürfen oder wollen sie sich gar nicht erst vorstellen.

Zur anschließenden Diskussion stand der jahrzehntelange Afrika-Referent MISERIOR, Karl Wirtz, für Fragen zur Verfügung. Wichtige Erkenntnis: der Kapitalmarkt hat den Bezug zur Realwirtschaft verloren. Wie kann die Zerstörung der Umwelt durch Überproduktion gestoppt werden? Unser Bewusstsein für Nachhaltigkeit muss gestärkt werden und in ein nachhaltiges Handeln münden. Die Klima Aktivisten müssen ihren eigenen Konsum beleuchten. Der Systemfehler des permanenten Wachstums ist ein globales Problem, dass nicht durch weniger Fleischkonsum in Privathaushalten gelöst wird. Es ist eine Frage, wie billig wir alles zu jeder Zeit haben wollen und wie anfällig wir für die Werbung von Konzernen sind. Remscheider Leitungswasser schlägt jedes Wasser multinationaler Konzerne. Ein Anfang, darüber nachzudenken.

Ein-Cent-Stück leuchtet in frischem Asphalt

Glücks-Cent im Asphalt. Foto: privat.von Gisela Cuerten

Die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) haben vor unserem Haus den Gehweg neu asphaltiert. Jetzt ist uns in dem neuen Asphalt ein Ein-Cent-Stück aufgefallen, das mit einasphaltiert worden ist .Wir bedanken uns bei den TBR für diesen Glückspfennig.

Todesanzeige unangemessen und geschmacklos

An die
Gründerschmiede Remscheid e.V.
Hindenburgstraße 8

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Ihnen mit diesem Schreiben mitteilen, dass wir – die Fraktionen und Gruppen von SPD, BÜNDNIS´90/DIE GRÜNEN, FDP und W.i.R. – in der Ratssitzung am 28. März 2019 keine Entscheidung gegen, sondern ganz im Gegenteil für die Gründerschmiede e. V. getroffen haben. Ausdrücklich haben wir die Verwaltung aufgefordert, Gespräche mit dem möglichen Käufer wie auch dem Verein Gründerschmiede als möglichem Mieter hinsichtlich Errichtung eines Gründerzentrum in der Böker-Villa zu führen. Gleichzeitig wurde die Verwaltung aufgefordert, andernfalls den Verein bei der Suche nach einem adäquaten Ort zu unterstützen.

Wir wünschen uns einen städtebaulichen Impuls für die Sanierung der Böker-Villa. Das höhere Kaufangebot im Interessenbekundungsverfahren lässt sich nicht ignorieren. Auch das Konzept des Wuppertaler Anbieters hat uns in vieler Hinsicht überzeugt. Hinsichtlich des denkmalgeschützten Hauses fließt bereits erforderliches Knowhow mit ein.

Die Reaktion der Vereins Gründerschmiede überrascht uns sehr, zumal sie kein Bieter in diesem Verfahren war. Die Verbreitung einer Todesanzeige in den sozialen Netzwerken finden wir unangemessen und geschmacklos. Sie vermitteln den Gründern, dass man Mut und Willensstärke zur Umsetzung der Ideen haben muss. Dass Rückschläge und Absagen dazugehören. Auch Sie treffen, zum Beispiel beim Innovationstheater, eine Auswahl und entscheiden, welcher der Gründer beim Unternehmer-Pitch zum Zuge kommt.

Wir warten nun in Ruhe das Verhandlungsergebnis ab. Die Türen sollten nun nicht verschlossen sein. Von unserer Seite bleiben sie geöffnet, und wir sind gerne und jederzeit gesprächsbreit.

Mit freundlichen Grüßen
Sven Wolf, Beatrice Schlieper, Wolf Lüttinger und Waltraud Bodenstedt

Die Blume, eine äußerst reizvolle Freifläche

von Christiane Karthaus, 1. Vorsitzende des Heimatbundes Lüttringhausen e. V.

Mit Verwunderung hat der Heimatbund den erneuten Vorstoß des Lenneper Bezirksbürgermeisters Markus Kötter zum Gewerbegebiet Blume zur Kenntnis genommen. Trotz der Hinweise seiner Parteikollegen Jens Nettekoven (MdL) und Lüttringhausens Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller hält Herr Kötter beharrlich an seiner Meinung zum Gewerbegebiet Blume fest.

Dieses Gebiet ist als Gewerbegebiet nicht verhandelbar, da hier nicht nur die politische Mehrheit fehlt. Die Mitglieder der CDU haben sich mehrheitlich gegen dieses Gewerbegebiet ausgesprochen; auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hat sich nicht zuletzt auf dem Kottenbutteressen dagegen positioniert. Einige der betroffenen Eigentümer haben sich zudem gegenüber dem Heimatbund in einer zuletzt eingeholten Stellungnahme deutlich dahingehend ausgesprochen, dass ein Verkauf ihrer Flächen jedenfalls derzeit nicht ansteht.

Vielleicht ist dies nunmehr ein deutliches Signal, auch an den Bezirksbürgermeister der Nachbargemeinde Lennep, diese unnütz geführte Diskussion zu beenden. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass sich der Heimatbund auch weiterhin für den Erhalt der landschaftlich äußerst reizvollen Freifläche an der Blume, mit aller zur Verfügung stehenden Energie, einsetzen wird.