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Schöne Aussicht auf neue Siedlung bei Tag und Nacht

von Sabine Hoch

Die Arbeiten in der Neubausiedlung auf dem ehemaligen Krankenhausgelände in Lennep-Hackenberg habe ich in den vergangenen 14 Monate interessiert verfolgt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell etwas entstehen kann. Gerade erst ist die Bodenplatte gegossen worden, und im nächsten Moment steht da schon das halbe Haus. Nun ist die Siedlung – von „oben“ gesehen – fast fertig. Ich habe das Glück, diese wunderschöne Aussicht bei Tag oder Nacht und mit den Vorzügen der vier Jahreszeiten zu genießen.

Ahnenlinie bis zum Urahn C. W. Platte zurückverfolgt

von Hubert Löffler

Ich habe bereits viele Waterbölles-Veröffentlichungen über die Remscheider Industriegeschichte gelesen. Dabei bin ich wiederholt auf Namen aus meinen Familienakten gestoßen. Mein Schwiegervater, Forstdirektor Dr. Günter Platte, stammt von Remscheider Schmieden ab. Er war Forstdirektor in der Landesforstverwaltung Baden-Württemberg und u.a. Vorsitzender des Bundes Deutscher Forstleute e.V. Sein Bruder Dr. Hans Platte war von 1962 - 1971 Direktor des Kunstvereins in Hamburg. Die Ahnenliste habe ich mithilfe der Stadt Remscheid zurückverfolgen können bis zum Urahn Carl Wilhelm Platte, der mit Catharina Magdalena Lüdorff verheiratet war. Deren Sohn war der Kleinschmied und Zangenfabrikant Carl Theodor Platte, geb.3.7.1801, der am 30.7.1827 die am 1.10.1809 geborene Theresia Hasenclever heiratete (Eltern: Arnold Hasenclever Arnold und  Maria Catharina Birken).

Vieles spricht für eine Verbindung zum Spelsberger Hammer im Eschbachtal/Preyersmühle. Dort ist um 1709 ein Peter Caspar Platte erwähnt. Ein Carl (Karl) Platte hat 1895 den Spelsberger Hammer übernommen. Nach dessen tödlichem Unfall ging der Betrieb an den Bruder August Platte über, der zwei Söhne hatte, August jun. und Gustav. Gustav Platte hat bis vor kurzem noch dort auf dem Spelsberger Hammer gearbeitet. Um 1800 war ein Peter Josua Hasenclever Eigentümer des Spelsberger Hammers. In meiner Ahnenlinie ist eine Theresia Hasenclever als Frau von Carl Theodor Platte aufgeführt. Heiratszeuge war u.a. Fabrikant Gustav Herbener.

Gerne würde ich die Platte-Ahnenlinie mit Hilfe von sachkundigen Remscheider erweitern bzw. absichern. E-Mails gerne an hubert.loeffler@gmx.de.

Eine Liebeserklärung für das Freibad Eschbachtal

von Nicole Lange

Sehr geehrte Verantwortliche und Unterstützer des Freibads Eschbachtal,

„Freibad Eschbachtal schließt bereits einige Tage vor Saisonende.“ Dieser Satz hat mir und vielen anderen Badegästen des Freibades ordentlich die letzten Sommerferientage dieses Jahres verdunkelt. Und ja, ich gebe es zu: Ich liebe mein Eschi, und ich habe tatsächlich auch eine kleine Träne verdrückt aufgrund des so plötzlichen Schwimmendes. Es hat mir als einer von zwei Besuchern am Eröffnungstag und einem doch recht mutigen Anschwimmen bei 11,8 Grad und Regen – übrigens ganz im Rahmen der Tradition, wo es doch auch bei der Eröffnung 1912 wohl in Strömen geregnet haben soll – zu abrupt so gar kein abschließendes Schwimmen vor der langen Winterpause mehr erlaubt – und das trotz strahlenden Sonnenscheins. Eine Nachricht also, die sicherlich eine unter vielen, mit Sicherheit in unserer komplexen Welt ‚bedeutenderen‘ Schlagzeilen ist, die einen aber dennoch traurig macht. Nicht nur die ‚Eisenmännchen‘. Nicht nur mich. Ganz Remscheid.

Sie macht aber zudem nachdenklich und verursacht ein seltsam mulmiges Gefühl in der Magengegend. Die Notwendigkeit einer Sanierung ist definitiv das aktuelle Thema. Hin und wieder dringen Infos dazu an die Öffentlichkeit. Ausschüsse haben in den letzten Wochen getagt. Aber: Die Informationen bleiben oberflächlich. Sie kommen nur vereinzelt und aus verschiedenen Richtungen. Der Tonfall der Informationen zur Lage und das, was da hinter den Kulissen so vor sich geht, wirkt auf den aufmerksamen Beobachter doch seltsam ernst und plötzlich deutlich verschärft. 

Mir fehlen vor diesem Hintergrund eine sichtbare Vernetzung der zuständigen Stellen und eine ernsthaftere, offenere und letztlich effektivere Kommunikation mit der Remscheider Bevölkerung, welche diese konkret anspricht, erreicht und damit endlich mehr mit ‚ins Boot‘ holt. Warum könnte die Überschrift des SPD-Sanierungsantrages statt „Freibad Eschbachtal 21 – Wenn keiner hilft, dann hilf dir selbst!“ nicht heißen „Wenn keiner hilft, dann lasst uns jetzt zusammen helfen!“?

Sicherlich werden viele von Ihnen sagen: „Wir machen das doch. Wir wissen schon selbst am besten, was zu tun ist. Wir haben alles im Griff. Wir lassen das Eschbachtal sicher nicht sterben.“ Ich möchte das ja sehr gerne glauben. Aber in den aktuellen (politischen) Zeiten, in denen Politiker und andere Offizielle nicht immer durchsetzen (können), wofür sie augenscheinlich kämpfen, und es manchmal einer Erweckung der öffentlichen Aufmerksamkeit à la Greta bedarf, sind meines Erachtens Zweifel nicht unangebracht. Vielleicht ist das alles jetzt bloß viel politischer Lärm um letztlich vielleicht einfach – nichts?

Denn: was wenn, obwohl eigentlich niemand dies möchte, die Überschrift auf ihren Zusatz „einige Tage vor Saisonende“ verzichten müsste und tatsächlich eine Schließung des Bades angekündigt würde, weil man hinter verschlossenen Türen feststellt, dass finanzielle Mittel einfach doch nicht ausreichen, um es zu erhalten? Wenn es das Bad einfach plötzlich nicht mehr geben würde, welches doch vielen eine selbstverständliche Einrichtung ist, ohne die sie sich die Stadt gar nicht vorstellen können? Der Aufschrei wäre dann riesengroß. Und es wäre schlichtweg zu spät. Möchten Sie das riskieren? Die augenblickliche Situation macht mit Blick auf die Zukunft wirklich besorgt.

Aber vielleicht ein kurzer Exkurs dazu, warum mir das Freibad eigentlich so am Herzen liegt. Das hat seine eigene, vielleicht etwas verrückte Geschichte. 2015 habe ich im Freibad meinen Lebensgefährten kennengelernt, der damals im Sommer dort als Rettungsschwimmer tätig war. Als auf meinen Hinweis hin, dass im nahezu paradiesischen Eschbachtal eigentlich nur noch Delfine fehlen würden, beim nächsten Besuch ein riesiger Plastikdelfin auf mich wartete, wusste ich - der Mann ist er Richtige und das Freibad nun wirklich einer der besten Orte der Welt. Ein Ort, dem eigentlich aus meiner, selbstverständlich an dieser Stelle augenzwinkernden Sicht nur noch ein Delfinbrunnen fehlt, wie ich ihn kürzlich in einer MOMA-Reportage zu Freibädern entdecken konnte.

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Seltsamer Beitrag zum Weltkindertag

von Brigitte Neff-Wetzel, sozial- und jugendpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE

 „Sportplatz Kommune- Einführung eines Sportgutscheins“,  unter dieser Überschrift legte die Verwaltung am Mittwoch im Jugendhilfeausschuss – wie zuvor im Sport- und Schulausschuss – das Konzept zur Einführung eines Sportgutscheins vor. Stolz formuliert die Verwaltung schon auf der ersten Seite: „Mit der Aktion …möchte die Stadt Remscheid vier- bis sechsjährige Kinder in Bewegung bringen, indem sie jedem Kind einen Gutschein für eine einjährige Mitgliedschaft in einem Sportverein schenkt“. Soweit – so toll – sollte man meinen! Allerdings: auf Nachfrage der sozial-und jugendpolitischen Sprecherin der Linken antwortete der Sozialdezernent Herr Neuhaus erst sehr blumig – dann allerdings konkret- , dass bei allen Kindern, die einen Rechtsanspruch auf Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben, der Sportgutschein aus diesen Mitteln bezahlt werden soll.

Im Klartext: Kinder, deren Eltern Transferleistungen (auch Wohngeld und Kinderzuschlag) beziehen, haben einen Rechtsanspruch auf Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket, zurzeit maximal 15 € im Monat. Dieses Geld ist gedacht für die Teilhabe an sportlichen oder kulturellen Angeboten (musikalische Früherziehung!) sowie sozialen Aktivitäten – also z.B. auch einmal einen Zoobesuch mit der Familie. Herr Neuhaus will nun mit diesen 15 € den „geschenkten“ Gutschein bezahlen. Die bedürftigen – sprich: armen – Kinder in Remscheid haben wieder einmal das Nachsehen. Während allen anderen Kindern  unabhängig vom Geldbeutel der Eltern und unabhängig davon, welche Aktivitäten sie sonst in ihrer Freizeit unternehmen, der Gutschein wirklich GESCHENKT wird, gibt die Kommune  für die benachteiligten Kinder keinen Cent aus und schenkt ihnen NICHTS! Nehmen sie den Gutschein in Anspruch, ist das Geld für andere sportliche, kulturelle, soziale Aktivitäten für ein ganzes Jahr weg! Sieht so die viel beschworene Kinderarmutsbekämpfung in Remscheid aus?

Den Bürgern eine bestimmte Meinung ans Herz gelegt?

Schildkrötenjagd auf dem Stadtparkteich ohne Halali (Waterbölles-Video vom 22. August 2015

von Ute Pohlhaus

Ich empfand während der Bürgerwerkstatt zum Stadtparkteich es zeitweilig, als ob man den Bürgern eine bestimmte Meinung ans Herz legen wollte. Im Edelhoffpark gebe es eine Quelle, vielleicht sei ein Teich da ja besser aufgehoben... Braucht man den überhaupt? 

Das so genannte „Speeddating“ an drei Tischen war in meinen Augen das Beste an der Veranstaltung, weil man zu drei Themen jeweils 20 Minuten Ideen einbringen konnte:

  • Wie kann ein Teich aussehen wenn man träumen darf? (Sandstrand, Steg, Modellbau, Tiere  Biotop Schwimmteich).
  • Wie kann man den Stadtpark verändern und was fehlt? (Kiosk, Poehlschen Schieten, abgezäunte Hundewiese, Kletterwand am Wasserbunker, Wasserspielplatz für Kinder, Toiletten).
  • Wo sollte der Teich hin? Die Grundmeinung schien mir die zu sein: Er soll da bleiben, wo er ist, wenn man eine Möglichkeit der Wasserzufuhr findet, eventuell, indem Regenwasser vom Bunker oder der umliegenden Häuser in den Teich geleitet wird. Mit Wassertanks zum Zwischenspeichern.

Für mich hat die Stadt Remscheid eigentlich eine moralische und vertragliche Verantwortung, den Stadtteich zu sanieren und nicht weitere drei Jahre verstreichen zu lassen. Ist überhaupt eine Sanierung in den von der Verwaltung genannten Dimensionen nötig, nur um Fördermittel zu bekommen? Ich bin der festen Überzeugung, dass man die Bürger und auch große Firmen in Remscheid dazu bewegen könnte, den Teich wieder neu herzurichten und wieder zu altem Glanz verhelfen. Und bei den Bürgern müsste die Einsicht wachsen, dann nicht wieder so viel Brot an die Enten zu verfüttern wie bisher, oder die zu groß gewordenen Wasserschildkröten in die Natur zu entlassen.

Meine neuen Lieblingsworte nach dieser Bürgerwerkstatt sind übrigens Hydrologie und Nachhaltigkeit. ;-)

„System Error“ bringt Kirche und Politik zusammen

von Ulla Wilberg

Die große Hitze passte zum heißen Thema des Films um die Frage: „System Error“, sind wir bereit, für den Kapitalismus alles zu opfern? Wie endet der Kapitalismus? Schwindende Regenwälder und Gletscher, das Wissen um die Endlichkeit der Natur bremsen nicht die den blinden Glauben Wirtschaftswachstums. Dass wir alle von dieser Entwicklung betroffen sind, führte die ungewöhnliche Veranstaltergemeinschaft aus Kirche und Politik am Mittwoch erneut zusammen. Schon 2018 zum 200. Geburtstag von Karl Marx fanden drei gemeinsame Veranstaltungen statt.  Nun zeigten der Katholikenrat Remscheid und die Katholische Arbeitnehmerbewegung Remscheid den bundesweit in Kinos aufgeführten Film in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk Wuppertal/Solingen/Remscheid, dem SPD Unterbezirk Remscheid, dem Kreisverband Remscheid der Linken und Bündnis 90 Die Grünen Remscheid.

„SYSTEM ERROR“ sucht Antworten auf diesen großen Widerspruch unserer Zeit und macht begreifbar, warum trotzdem alles so weiter geht wie gehabt. Der Film zeigt die Welt aus der Perspektive von Menschen, die von den Möglichkeiten des Kapitalismus fasziniert sind. Ob europäische Finanzstrategen, amerikanische Hedgefondsmanager oder brasilianische Fleischproduzenten: Eine Welt ohne eine expandierende Wirtschaft können, dürfen oder wollen sie sich gar nicht erst vorstellen.

Zur anschließenden Diskussion stand der jahrzehntelange Afrika-Referent MISERIOR, Karl Wirtz, für Fragen zur Verfügung. Wichtige Erkenntnis: der Kapitalmarkt hat den Bezug zur Realwirtschaft verloren. Wie kann die Zerstörung der Umwelt durch Überproduktion gestoppt werden? Unser Bewusstsein für Nachhaltigkeit muss gestärkt werden und in ein nachhaltiges Handeln münden. Die Klima Aktivisten müssen ihren eigenen Konsum beleuchten. Der Systemfehler des permanenten Wachstums ist ein globales Problem, dass nicht durch weniger Fleischkonsum in Privathaushalten gelöst wird. Es ist eine Frage, wie billig wir alles zu jeder Zeit haben wollen und wie anfällig wir für die Werbung von Konzernen sind. Remscheider Leitungswasser schlägt jedes Wasser multinationaler Konzerne. Ein Anfang, darüber nachzudenken.

Ein-Cent-Stück leuchtet in frischem Asphalt

Glücks-Cent im Asphalt. Foto: privat.von Gisela Cuerten

Die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) haben vor unserem Haus den Gehweg neu asphaltiert. Jetzt ist uns in dem neuen Asphalt ein Ein-Cent-Stück aufgefallen, das mit einasphaltiert worden ist .Wir bedanken uns bei den TBR für diesen Glückspfennig.

Todesanzeige unangemessen und geschmacklos

An die
Gründerschmiede Remscheid e.V.
Hindenburgstraße 8

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir möchten Ihnen mit diesem Schreiben mitteilen, dass wir – die Fraktionen und Gruppen von SPD, BÜNDNIS´90/DIE GRÜNEN, FDP und W.i.R. – in der Ratssitzung am 28. März 2019 keine Entscheidung gegen, sondern ganz im Gegenteil für die Gründerschmiede e. V. getroffen haben. Ausdrücklich haben wir die Verwaltung aufgefordert, Gespräche mit dem möglichen Käufer wie auch dem Verein Gründerschmiede als möglichem Mieter hinsichtlich Errichtung eines Gründerzentrum in der Böker-Villa zu führen. Gleichzeitig wurde die Verwaltung aufgefordert, andernfalls den Verein bei der Suche nach einem adäquaten Ort zu unterstützen.

Wir wünschen uns einen städtebaulichen Impuls für die Sanierung der Böker-Villa. Das höhere Kaufangebot im Interessenbekundungsverfahren lässt sich nicht ignorieren. Auch das Konzept des Wuppertaler Anbieters hat uns in vieler Hinsicht überzeugt. Hinsichtlich des denkmalgeschützten Hauses fließt bereits erforderliches Knowhow mit ein.

Die Reaktion der Vereins Gründerschmiede überrascht uns sehr, zumal sie kein Bieter in diesem Verfahren war. Die Verbreitung einer Todesanzeige in den sozialen Netzwerken finden wir unangemessen und geschmacklos. Sie vermitteln den Gründern, dass man Mut und Willensstärke zur Umsetzung der Ideen haben muss. Dass Rückschläge und Absagen dazugehören. Auch Sie treffen, zum Beispiel beim Innovationstheater, eine Auswahl und entscheiden, welcher der Gründer beim Unternehmer-Pitch zum Zuge kommt.

Wir warten nun in Ruhe das Verhandlungsergebnis ab. Die Türen sollten nun nicht verschlossen sein. Von unserer Seite bleiben sie geöffnet, und wir sind gerne und jederzeit gesprächsbreit.

Mit freundlichen Grüßen
Sven Wolf, Beatrice Schlieper, Wolf Lüttinger und Waltraud Bodenstedt

Die Blume, eine äußerst reizvolle Freifläche

von Christiane Karthaus, 1. Vorsitzende des Heimatbundes Lüttringhausen e. V.

Mit Verwunderung hat der Heimatbund den erneuten Vorstoß des Lenneper Bezirksbürgermeisters Markus Kötter zum Gewerbegebiet Blume zur Kenntnis genommen. Trotz der Hinweise seiner Parteikollegen Jens Nettekoven (MdL) und Lüttringhausens Bezirksbürgermeister Andreas Stuhlmüller hält Herr Kötter beharrlich an seiner Meinung zum Gewerbegebiet Blume fest.

Dieses Gebiet ist als Gewerbegebiet nicht verhandelbar, da hier nicht nur die politische Mehrheit fehlt. Die Mitglieder der CDU haben sich mehrheitlich gegen dieses Gewerbegebiet ausgesprochen; auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hat sich nicht zuletzt auf dem Kottenbutteressen dagegen positioniert. Einige der betroffenen Eigentümer haben sich zudem gegenüber dem Heimatbund in einer zuletzt eingeholten Stellungnahme deutlich dahingehend ausgesprochen, dass ein Verkauf ihrer Flächen jedenfalls derzeit nicht ansteht.

Vielleicht ist dies nunmehr ein deutliches Signal, auch an den Bezirksbürgermeister der Nachbargemeinde Lennep, diese unnütz geführte Diskussion zu beenden. Jedenfalls ist davon auszugehen, dass sich der Heimatbund auch weiterhin für den Erhalt der landschaftlich äußerst reizvollen Freifläche an der Blume, mit aller zur Verfügung stehenden Energie, einsetzen wird.

Auto-Versuch kann klares Konzept nicht ersetzen

von Ursula Wilms

Zu Dritte Debatte zu Autos auf der Allee am 28. März. Es wäre interessant zu erfahren, wer von den seinerzeit angeschriebenen Einzelhändlern auf der unteren Alleestraße, die auch geantwortet haben, noch ein Geschäft dort betreibt. Möglicherweise reden wir sonst nicht nur von einer veralteten, nicht repräsentativen Studie, sondern nur noch von Phantomdaten. Auf der Basis von solchen Daten einen zweijährigen "Versuch" anzusetzen, der wiederum eigene Auswirkungen haben kann und wird, ist unwissenschaftlich und verhindert ein durchdachtes Konzept für die Alleestraße.

Doch nicht nur die Tatsache, dass es noch kein durchdachtes Konzept gibt, sollte diesen Versuch jetzt unangemessen erscheinen lassen, auch die diversen angedachten Möglichkeiten müssten zunächst einmal auf ihre Realisierung hin abgeklopft werden.

Soll an der unteren Alleestraße nun Wohnbebauung stattfinden, soll es dort Cafés, Bibliothek und Treffpunkte geben, oder dürfen wir den Versprechungen der DOC-Befürworter Glauben schenken, die doch immer wieder eine Belebung auch der Innenstadt von Remscheid durch das DOC angekündigt haben?

Sollte nicht auch das Kino an die Innenstadt angebunden werden, und der Bahnhof? Eine direkte Verbindung in Form eines kleinen Pendelbusses vom Bahnhof zur unteren und oberen Alleestraße könnte dies möglich machen.

So viele Möglichkeiten sind offen, und nun soll ein Versuch auf der Basis von wackeligen, veralteten Daten stattfinden, der eigene Auswirkungen haben wird und die Macht des Faktischen auf den Plan ruft? Darüber hinaus setzt dieser Versuch auf den Individualverkehr, der kein zukunftsträchtiges Modell mehr darstellt.

Ein Konzept anstatt eines Versuchs dürfte man von der Politik doch wohl erwarten – auch in Remscheid. Insofern ist hier zunächst die Politik gefordert, dann erst die Verwaltung.

Lob an die Stadt für prompte Erledigung

von Bernhard Dehler

Am 14. Januar hatte ich die Stadtverwaltung auf diese nicht mehr standsicheren Mauerreste an der Trasse des Werkzeugs im Bereich der Kippdorfstraße unterhalb eines Discounter-Grundstücks hingewiesen. Innerhalb weniger Tage wurden die offensichtlich instabilen Mauerreste abgebrochen und entsorgt.

Der sanierte Zustand lässt die ehemalige Gefahrenstelle nicht mehr erahnen. Egal, ob die Stadt oder der Grundstückseigentümer in der Verkehrssicherungspflicht steht, das schnelle Ergebnis zählt. Für die prompte Reaktion ist auf jeden Fall ein Lob an die Stadtverwaltung fällig.

Mohammed muss mit seinen Eltern leben dürfen

von Dr. Axel Ziemke*

Seit drei Jahren besuchen vier syrische Flüchtlingskinder die Rudolf-Steiner-Schule in Bergisch-Born. Einer von ihnen, Mohammed, ist ein „unbegleiteter minderjähriger Flüchtling“. Seine Eltern und seine Geschwister leben bis heute in Syrien. Die Lehrer der Steiner-Schule, die Eltern der Schülerinnen und Schüler, die Mitschüler, sie alle haben erlebt, wie die vier die deutsche Sprache erlernten und erleben, wie sie Freunde fanden und finden und einen festen Platz in ihrer Klassengemeinschaft eingenommen haben.

Sie haben das Leben aller Beteiligten und den Schulalltag unglaublich bereichert. Auch ihre Sehnsucht nach der Heimat ist immer deutlich zu spüren. Und bei Mohammed natürlich auch der tiefe Schmerz eines Kindes, das seit drei Jahren ohne Vater, ohne Mutter und ohne Geschwister leben muss.

Im Rahmen des „Familiennachzugsneuregelungsgesetzes“ dürfen seine Eltern nun endlich nach Deutschland kommen. Eine lange überfällige humane Geste Deutschlands. Doch diese Humanität reicht leider nicht sehr weit: Die beiden kleinen Brüder Mohammeds, 13 und 7 Jahre alt, bleiben von dieser Regelung ausgeschlossen. Wie tausende Eltern von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden auch die Eltern Mohammeds vor die fatale Entscheidung gestellt, entweder ihre Kinder im Heimatland oder jene in Deutschland allein zu lassen.

Diese Regelung ist nicht nur unmenschlich, sie verstößt nicht nur gegen das Menschenrecht auf Familie und die UN-Kinderrechtskonvention, sondern ist auch ein denkbar schlechter Beitrag zur Integration von Flüchtlingen in Deutschland. Die Familie ist einer der wichtigsten Werte der arabisch-muslimischen und der christlich-europäischen Kultur. Ausgerechnet diesen Wert, der unsere Kulturen miteinander verbindet, mit Füßen zu treten, ist eine denkbar schlechte Voraussetzung, Flüchtlingen aus der arabischen Welt die Werte unserer Kultur nahezubringen. Aus diesem Grunde habe ich eine Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht, auch minderjährigen Geschwisterkindern von minderjährigen Flüchtlingen eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen zu ermöglichen. Bitte unterstützen Sie unsere Petition, die Flüchtlingskindern ihre Familie zurückgeben will! Bitte teilen Sie unsere Botschaft mit allen Menschen, die die Migrationspolitik in Deutschland nicht von PEGIDA-Demonstranten und AfD-Wählern diktieren lassen will! Bitte gewinnen Sie Menschen für dieses Anliegen!

Mit der Petition wird gefordert, dass den minderjährigen Geschwistern minderjähriger Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz ebenso eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen (nach § 36 a Familiennachzugsneuregelungsgesetz) erteilt werden kann wie den Eltern minderjähriger Flüchtlinge. Begründung: Im Gefolge der Neuregelung des Familiennachzuges kann den Eltern von in Deutschland lebenden minderjährigen Flüchtlingen eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen erteilt werden. Die noch im Ausland lebenden minderjährigen Geschwister profitieren nicht von dieser Neuregelung. Für ihren Nachzug bestehen derzeit so erhebliche rechtliche Hürden, dass die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis in den meisten Fällen unmöglich oder nur in einem getrennten Verfahren mit erheblichem Zeitaufwand möglich sein wird. Konsequenz dieser Rechtslage ist, dass die im Ausland lebenden Eltern von minderjährigen Flüchtlingen vor die Entscheidung gestellt werden, entweder mit ihren in Deutschland oder mit ihren im Heimatland lebenden Kindern zusammen zu leben. Da die in Deutschland lebenden minderjährigen Kinder in der Regel älter sein werden als die minderjährigen Kinder im Heimatland, wird diese Regelung den Nachzug der Eltern unmöglich machen oder die Eltern zu einer Trennung zwingen, damit ein Elternteil nach Deutschland kommen und einer in Syrien bleiben kann. Beide Alternativen bedeuten weiteres seelisches Leid für die in Deutschland lebenden minderjährigen Flüchtlinge und ihre Familien und behindern erheblich die individuelle Entwicklung und Integration der Jugendlichen. Die derzeitige Regelung ist herzlos, unmoralisch und widerspricht dem Grund und Menschenrecht auf Familie ebenso wie der UN-Kinderrechtskonvention.

Was Sie tun müssen, wenn Sie die Petition unterstützen wollen:

  • Registrieren Sie sich auf der Homepage des Petitionsausschusses mit ihren persönlichen Daten und der Emailadresse
  • Bestätigen Sie die Registrierung, indem Sie die den Bestätigungslink auf der bei Ihnen eingehende Email des Petitionsausschusses klicken
  • Melden Sie sich mit ihren Zugangsdaten an und treten Sie der Petition bei

Was die Petition bewirken kann Bei Erreichen eines Quorums von 50.000 Stimmen sollte der Petitionsausschuss die Petition in Zusammenarbeit mit den zuständigen Organen des Bundestages und der Bundesregierung bearbeiten. Der Bundestag könnte daraufhin eine Gesetzesänderung beschließen. Sollte dies nicht der Fall sein, könnte die Petition dennoch ein deutliches Signal gegenüber Bundestag und Bundesregierung sein, dass es in Deutschland viele Menschen gibt, denen das Schicksal von Flüchtlingen aus den Krisenregionen dieser Welt am Herzen liegt – besonders dann, wenn es Kinder sind.

Die Petition ist vier Wochen online: vom 11. Februar bis zum 11. März. Während dieser Zeit 50.000 Stimmen zusammenzubringen, ist sehr schwierig. Es kann nur dann gelingen, wenn Sie als Unterstützer auch Menschen im Bekanntenkreis oder in Netzwerken aller Art zum Beitritt motivieren. Bitte, engagieren Sie sich für junge Menschen aus Krisengebieten!

*Dr. Axel Ziemke ist Lehrer an der Rudolf-Steiner-Schule, Remscheid