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Lieber Schwammstadt statt Betonstadt!

von Alfred Leonhardt

Als Mitglied des Naturschutzbeirates beschäftigt mich ein vorgestelltes Projekt zum Hochwasserschutz am Müggenbach, das mit weiteren geplanten Maßnahmen den Hochwasserschutz im Morsbachtal verbessern soll. Der RGA hat das in seiner gestrigen Ausgabe thematisiert: "Betonbecken sollen vor Flut schützen". Im Folgenden meine Meinung dazu: Die TBR hat auf der Sitzung des Naturschutzbeirates am 20.9.2022 ein Hochwasserschutzprojekt am Müggenbach vorgestellt, das als „alternativlos“ bezeichnet wurde und das zugleich allen Nachhaltigkeitsstrategien, zu denen sich die Stadt bekennt, widerspricht.

Seit es Dächer, Höfe und Wege gibt wird das Regenwasser über Rinnen, Rohre oder Abzugsgräben abgeleitet. Was in ländlichen Gebieten kein großes Problem ist, funktioniert mit zunehmender Bebauung und Versiegelung bald nicht  mehr. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, dass stärkere Regenereignisse zu gefährlichem Hochwasser bzw. trockene Sommer zu versiegenden Gewässern und zu Dürre führen - auch ganz ohne Klimawandel, der jetzt noch erschwerend hinzukommt. Die Probleme sind da und stellen uns unbestritten vor große Herausforderungen. Jahrzehntelange städtebauliche Fehlentwicklungen sollen jetzt mit einer mehrere tausend Quadratmeter großen Betonwanne buchstäblich aufgefangen werden. Diese Betonwanne soll tief in den Grundwasserkörper hineingedrückt werden, um zusätzliches Volumen zu gewinnen.

Da tun sich eine ganze Reihe von Folgeproblemen auf:

  • Das weggedrückte Grundwasser wird sich das nicht gefallen lassen und in der Nachbarschaft zu Vernässungen und Wasseraustritten führen.
  • Das im Bereich der geplanten Betonwanne bestehende Wald- und Röhrrichtbiotop soll weggebaggert werden. Das wiederum bedeutet zunächst einen Verlust an Biodiversität.
  • Die ausgleichende Wirkung auf das Mikroklima entfällt, wenn beispielsweise im Hochsommer die trockene Betonwanne aufgeheizt wird.
  • Die günstige Wirkung der bestehenden, üppigen  Vegetation auf die Klimabilanz entfällt.
  • Die Klimabilanz wird im Gegenteil negativ, weil der über Jahre aufgebaute Kohlenstoffvorrat des Feuchtgebietes  mit der Baumaßnahme als CO2 freigesetzt wird.
  • Was sagen die Nüdelshalbacher zu so einer „Visitenkarte“?


Dabei ist das  millionenteure Projekt „Betonwanne“ keineswegs, wie behauptet, alternativlos.  Nach dem Konzept der „Schwammstadt“ wird das Regenwasser nicht möglichst schnell abgeleitet, sondern im Gegenteil möglichst vor Ort gehalten. Das ist gut für den Hochwasserschutz und das ist gut, wenn der Regen mal längere Zeit ausbleibt. Dazu könnten viele kleine und einfache Maßnahmen in den kommenden Jahren gefördert und umgesetzt werden, zum Beispiel naturnahe Sickermulden oder Rigolen unter Parkplätzen. Auch naturnahe Rückhaltebiotope, wie sie auch von den TBR schon gebaut wurden, dienen nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern gleichzeitig Tieren und Pflanzen, dem Mikroklima, der CO2-Minderung und nicht zuletzt der Lebensqualität in unserer Stadt. Also: Schwammstadt statt Betonstadt!

Kein Obstwiesenfest auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof

von Gabriele Lipka

Die kurzfristige Absage des Obstwiesenfestes am 25. September auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof hat nicht nur bei den Remscheider RBN-Mitgliedern großes Unverständnis und Betroffenheit ausgelöst. Erfreulicherweise sind Beratungen der Geschäftsführung der Stiftung , der Biologischen Station Mittlere Wupper und der Unteren Landschaftsbehörde zur Neupflanzung von Apfelbäumen geplant. Der RBN steht auch weiterhin beratend im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Stärkung der Artenvielfalt, der CO2-Minderung und der Reduzierung der Klimaerwärmung auf dem des Geländes zur Verfügung. Der Remscheider Naturschutzbeirat hat dieses Vorhaben in seiner gestrigen Sitzung ausdrücklich unterstützt.

Die vielfältigen baulichen Aktivitäten auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof habe ich begrüßt. Aus meiner jahrelangen beruflichen Tätigkeit in der psychiatrischen Klinik weiß ich, was die Menschen erleiden, die psychisch erkrankt sind. Die Belastungen des Alltags, naturferne Techniken, Drogenkonsum lassen die Zahlen der Patienten stetig ansteigen. Moderne medizinische und therapeutische Behandlung braucht Raum.  

Während der 1990er Jahren gab es einen Austausch der Geschäftsführung und interessierten Mitarbeitern der Stiftung Tannenhof mit dem RBN (Bergischer Naturschutz Verein). An geeigneten Freiflächen des Geländes der Klinik entstanden Biotope, die die Artenvielfalt fördern sollten. Beobachtungen von Tieren wie Mauerseglern, Fledermäusen und Insekten sowie auch die Farbe von Blühpflanzen, kann auch das Leben  der Menschen bereichern, denen es nicht möglich ist, das Gelände zu verlassen. Das Kunstwerk „Baumscheiben“ der Künstlerin Angela Clement im früheren Eingangsbereich gründete sich auf das Baumkataster der Stiftung Tannenhof. Die wohltuende und somit  heilsame Wirkung von Bäumen auf Menschen ist heute auch wissenschaftlich nachgewiesen.

Bäume mussten durch die Baumaßnahmen im Rahmen der Baugesetze entfernt werden. Eine zeitgemäße Planung, in der vorhandene Bäume in den Bebauungsplaneingefügt worden wäre, ist nicht erkennbar. Der versiegelte, besonnte Parkplatz mit Zufahrt von der August-Erbschlöh-Straße verfehlt alle Erfordernisse, der Klimaerwärmung entgegenzuwirken, CO2 durch Baumerhalt  zu mindern.  Kulturell, historisch, medizinisch, naturwissenschaftlich waren die ca. 70 Jahre alten entfernten Gingkobäume eine Bereicherung. Nicht nachvollziehbar ist die Entfernung aller Obstbäume, obwohl das Obstwiesenfest zum wiederholten Mal hier stattfinden sollte. Zusammen mit der AG Arbeitsgemeinschaft Streuobstwiesen im Städtedreieck war es lange geplant worden.

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Der Blaue Mond leuchtet – nicht!

von Stefan Holzhauer

Nach langjährigen Querelen hatte Aldi endlich ein Einsehen und der "Blaue Mond" steht wieder. Erfreulicherweise wurde er mit moderner und energiesparender LED-Technik ausgerüstet, so dass er mit wenig Strom betrieben werden kann. So weit, so gut. Vorige Woche erfahre ich dann aus den lokalen Medien, dass der Mond nur kurz geleuchtet hat, nämlich einmal für einen Test und einmal zur offiziellen (Wieder-) Inbetriebnahme der Beleuchtung für Politik und Presse. Da es noch keine feste Installation gibt, wurde hierfür Strom mittels einer Kabeltrommel vom bekanntermaßen nahe gelegenen Aldi herbeigeführt, und diese Leitung wurde nach dem Termin natürlich wieder abgebaut. Jetzt kann der Blaue Mond zwar wieder herumstehen, aber leuchten kann er nicht, da es keine Stromversorgung gibt und offenbar niemand weiß, wie man eine solche herstellen kann, zumindest klingt das bislang so.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass nicht nur der Mond nicht leuchtet, sondern auch in Hirnen bisweilen keine Lampe angeht... Zwei, drei Solarzellen und ein Akku an den Mond montiert lösen das Problem sofort und höchst umweltverträglich. Die LED-Technik verbraucht so wenig Strom, dass man in der Lage wäre, mit wenigen und preiswerten Komponenten zu agieren. Man kann das Einschalten an einen Lichtsensor koppeln, der die Beleuchtung nur dann aktiviert, wenn es dunkel wird. Und selbst wenn der aus Sonne und Akku gelieferte Strom nur für ein paar Stunden nach Einbruch der Dunkelheit Energie liefert, dann sollte auch das völlig ausreichend sein und würde mitten in der Nacht die Lichtverschmutzung reduzieren.

Bei den Leistungen, über die wir sprechen, sollten kleinere Photovoltaikzellen und Akkus mit geringerer Kapazität völlig ausreichen, damit wären auch die Kosten deutlich geringer, als aufwendig eine Stromleitung dorthin zu ziehen. Vielleicht wäre ja sogar eine Firma aus dem Bereich Elektrik oder Photovoltaik Willens, das zu finanzieren, nach meinen Kenntnissen über moderne Solaranlagen sollte das Material vielleicht 1000, höchstens 1.500 Euro kosten dürfen, dazu käme die Installation. Im Vergleich zu den bisher angefallenen Kosten für die Wiederherstellung sicherlich die so gern zitierten "Peanuts"! Leider habe ich den Eindruck, dass die Existenz moderner, energiesparender und umweltfreundlicher Technologien noch nicht in den Köpfen mancher Remscheider angekommen ist.

Obdachlose brauchen Hilfe bei der Wohnungssuche

von Fraktion der Linken

Bei der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GEWAG kann die Wohnungssuche nur noch online erfolgen. Grundsätzlich ist die Digitalisierung der Verwaltung und der städtischen Töchter zu begrüßen und wurde und wird von der Politik stets gefordert. Allerdings darf dabei nicht vergessen werden, dass es Menschen gibt, die aus unterschiedlichen Gründen die digitale Kommunikation nicht nutzen können. Dies trifft Menschen, die sprachliche Probleme haben, im Umgang mit PC oder Smartphone keine oder zu wenig Erfahrung haben oder die schlichtweg nicht über diese Hardware verfügen. Auch hier sind wieder die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft besonders betroffen, wie Obdach- und Wohnungslose. Sie verfügen in der Regel nicht über einen E-Mail-account, können sich nicht online auf Wohnungssuche begeben. Gerade diese Menschen benötigen aber Unterstützung dabei endlich eine Wohnung zu finden. Da sie auf dem freien Wohnungsmarkt kaum eine Chance haben, ist für sie die städtische Wohnungsbaugesellschaft in der Regel die einzige Möglichkeit, ein Dach über dem Kopf zu
bekommen.

Förderung von Lastenfahrrädern, aber wie?

von Bettina Stamm (Ratsmitglied, echt. Remscheid e.V.)

Am 28. April hat der Rat der Stadt die Richtlinie zur Förderung von Lastenfahrrädern beschlossen. Für dieses Förderprogramm wurden zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 20.000 € eingeplant. Der Richtlinie ist zu entnehmen, dass, „Im Falle einer Förderung sich die Fördernehmerin / der Fördernehmer gegenüber der Stadt Remscheid verpflichtet, den Fördergegenstand über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren überwiegend im innerstädtischen Verkehr als Ersatz für die Nutzung eines Pkw im Stadtgebiet Remscheid zu nutzen.“ Weiter ist auf Anfrage die Nutzung des Lastenrads für die Dauer von drei Jahren nachzuweisen. Auf unsere mündlichen Nachfragen zur Art der Erbringung des Nachweises haben wir keine Antwort erhalten. Wir bitten deshalb nun um die schriftliche Beantwortung der Frage, wie der Nachweis über die Nutzung eines geförderten Lastenrades über mindestens drei Jahre im innerstädtischen Verkehr vom Fördernehmer zu erbringen ist, in der Sitzung des Haupt und Finanzausschuss am 18. August.

Deutsch-ukrainisches Grillfest am Neuen Lindenhof

Fotos;: privat.von Mirjam Starke

Bei bestem Wetter wurde am vergangenen Wochenende im Neuen Lindenhof gegrillt. Eingeladen hatten zum „Willkommensfest für neue ukrainische Nachbarn und ihre Unterstützer“, Bernd Hofmann und ich, Mirjam Starke. Bernd Hofmann ist seit vielen Monaten bereits intensiv engagiert bei der Hilfe für Flüchtlinge. Er kümmerte sich um Möbeltransporte, Hilfe bei Behördengängen und einer guten Vernetzung innerhalb Remscheids. Viele Flüchtlinge betreute er von der ersten Minute an. Es sollte ein schöner gemeinsamer Abend werden, wo Helfer und Flüchtlinge zusammen kommen und Sorgen und Nöte der letzten Wochen einmal nicht im Vordergrund stehen. Und das wurde er auch. Dank der Unterstützung vom Land NRW „2000 x 1000 Euro für Engagement in NRW“, konnte in entspannter Runde am Lindenhof gefeiert werden. Bei deutschem Kartoffelsalat und ukrainischen Schaschlik-Spießen , einem kühlen Getränk und Eis für die Kinder kamen alle auf ihre Kosten. Es tat gut, so viele Menschen Lachen zu sehen. Auch nach dem Ankommen in Remscheid bleibt es wichtig sich auszutauschen.

" Der Zustand ist untragbar und völlig inakzeptabel!"

von Stefan Holzhauer

Seit Monaten ist der Aufzug zu den Gleisen am Hauptbahnhof Remscheid defekt. Dies hindert nicht nur Radfahrende an einer Nutzung des ÖPNV auf der Schiene, sondern stellt auch eine ganz erhebliche Einschränkung für Mütter und Väter mit Kinderwagen, körperlich eingeschränkte NutzerInnen, SeniorInnen und andere Betroffene dar, bis hin zur Möglichkeit von Unfällen (tatsächlich hat es diese bereits gegeben, wenn Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer die Treppe nutzen mussten und auf Hilfe Dritter angewiesen waren). Der Zustand ist untragbar und völlig inakzeptabel.

Die Deutsche Bahn ergeht sich in immer neuen Ausreden, warum der Aufzug nicht repariert werden kann, erst fehlte ein Ersatzteil, dann wartet man angeblich auf einen Gutachter, aus diesen sinnlosen Informationen lässt sich meiner Ansicht nach leicht entnehmen, dass es sich um Schutzbehauptungen handelt.

Welche konkreten Maßnahmen hat die Stadt Remscheid bereits ergriffen, um Druck auf den Betreiber Deutsche Bahn auszuüben? Falls keine konkreten Maßnahmen ergriffen wurden, warum nicht? Und: Wann werden sie ergriffen, um Druck auf die Deutsche Bahn auszuüben? Die Diskriminierung von Eltern, Senioren, Behinderten und Radfahrern könnte auch rechtsrelevant sein (Diskriminierungsverbot)? Warum nimmt die Stadt Remscheid die durch die Deutsche Bahn zu verantwortende erhebliche Unfallgefahr am Bahnhof monatelang ohne konkrete Maßnahmen hin? Hat die Stadt Remscheid mit der Bahn alternative Lösungen zu den offensichtlich technisch wie fachlich unzureichenden Aufzügen diskutiert (Rampen, Übergänge über die Gleise)?

Dass der Aufzug nach einer Reparatur nicht lange funktionieren wird, ist aus Erfahrung der Vergangenheit abzusehen. Die notwendige Mobilitätswende wird bei solchen Problemen nicht stattfinden, da Nutzer den ÖPNV zugunsten des Pkw meiden werden.

Übrigens: Auch der Aufzug am Bahnhof Lennep ist defekt.

Kahlschlag auf der Trasse einmal im Jahr sollte reichen

von Stefan Holzhauer

In jedem Frühjahr und Herbst sehe ich mit großer Bestürzung, wie Arbeitende an der Trasse des Werkzeugs für einen Kahlschlag der bewachsenen Ränder sorgen. Dieser massive Eingriff in den Bewuchs an der Trasse ist meiner Ansicht nach angesichts des katastrophalen Insektenrückgangs nicht mehr zeitgemäß, denn das Abmähen blühender Blumen und anderer Gewächse entzieht Insekten und damit auch Vögeln, sowie anderer Fauna, die Lebensgrundlage, insbesondere bei Nutzung der laut Studien massiv umweltschädlichen Fadenmäher. Noch am ehesten zu akzeptieren wäre es, wenn nur der Bewuchs zurückgetrimmt werden würde, um eine gefahrlose Nutzung der Trasse sicherzustellen.

Auf meine letzte Anfrage zum Herbst-Kahlschlag wurde mir von Verantwortlichen bei der Stadt Remscheid geantwortet, dass dies notwendig sei, um einer "Verbuschung" vorzubeugen. Auch diese Antwort kann ich nicht nachvollziehen, denn auch eine Verbuschung ist nicht grundsätzlich abzulehnen und würde Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinlebewesen schaffen. Dennoch kann ich die Arbeiten im Herbst zumindest ansatzweise nachvollziehen, den Kahlschlag in jedem Frühjahr jedoch nicht. Ich muss jedes Mal erschreckt zusehen, wie aus einer gesunden Blumen- und Brennnesselwiese (letztere insbesondere wichtig für Schmetterlinge) eine weitestgehend tote Fläche gemacht wird, die Wochen bis Monate benötigt, um sich zu regenerieren.

Ich möchte dringend darum bitten, den Frühjahrskahlschlag an der Trasse des Werkzeugs zu unterlassen oder aber mindestens auf das Allernötigste zur Verkehrssicherung zu beschränken. Insbesondere möchte ich darum bitten, die Fläche hinter den Häusern Kremenholler Straße 19 & 21 so zu belassen wie sie ist.

Das Bergische packt Pakete zum Überleben

von Tobias Dehler

In der Ukraine herrscht Krieg. Bergische Bürgerinnen und Bürger helfen jetzt den Menschen vor Ort mit einer besonderen Aktion, die sich von anderen unterscheidet: Sie kommt aus der Region, hilft schnell und ausschließlich mit Grundnahrungsmitteln, greift auf die logistische Erfahrung einer eingespielten Katastrophenhilfe zurück und ist für alle Teilnehmenden mit geringem Aufwand verbunden.

Die Aktion „Das Bergische packt Pakete zum Überleben“ ist in dieser Form einzigartig, bereits erfolgreich angelaufen und weiterhin auf der Suche nach Unterstützerinnen und Unterstützern. Die Aktion richtet sich insbesondere an Bürgerinnen und Bürger aus dem Bergischen Land und funktioniert so: Überall in der Region gibt es Verteilstellen für leere Kartons, die dort abgeholt, von Bürgerinnen und Bürgern mit Grundnahrungsmitteln (Warenwert ca. 15 Euro) befüllt und dann wieder in den Verteilstellen abgegeben werden. Die Kartons werden dort gesammelt und anschließend per Lkw in die Krisengebiete (Ukraine und Anrainerstaaten mit vielen Geflüchteten) gebracht. Schon in den ersten fünf Tagen sind auf diese Weise 1.500 Kartons in Umlauf gekommen, knapp die Hälfte davon wurde bereits befüllt und wird in den nächsten Tagen auf den Weg geschickt.

Die verheerende Situation in der Ukraine zeigt, dass die zivilen Opfer im Land und auf der Flucht unsere Unterstützung brauchen. Hier wollen wir langfristig helfen. Bei der Aktion greifen wir auf die seit Jahrzehnten eingespielte Auslands- und Katastrophenhilfe des Bundes (FeG) zurück, die regelmäßig Hilfsgüter nach Ost- und Südeuropa bringt und über bewährte Logistik und Infrastruktur verfügt. Auf diese Weise kann die Aktion helfen, wie es aktuell nötig ist: Schnell und unkompliziert.

Gleichzeitig ist „Bergische packen Pakete zum Überleben“ auf Langfristigkeit angelegt: Unser Ziel ist es, so lange wie nötig jeden Monat einen Sattelzug mit Paketen aus dem Bergischen loszuschicken. Eine ambitioniertes Ziel, dass wir nur schaffen können, wenn viele Menschen, Unternehmen, Vereine, Kindergärten und Schulen mitmachen. Ob es klappt wissen wir natürlich nicht, aber die Reaktionen der ersten zwei Woche sind überwältigend gut. Neben den Kartons, die natürlich kostenlos ausgegeben werden, bekommen alle, die mitmachen, eine detaillierte Einkaufsliste und einen Packplan, der leicht umsetzbar ist, aber alle Transport- und Einfuhrvorschriften berücksichtigt. Wichtig ist den Initiatoren nicht nur die praktische Hilfe, sondern auch die emotionale Unterstützung der Ukrainerinnen und Ukrainer. Die Spenderinnen und Spender erhalten daher zu dem Karton einen Briefbogen, den sie mit einer persönlichen Nachricht dem Paket beilegen können. Alle Kartons werden mit einem Sticker “From Germany with Love” beklebt. Eine Liste aller Ausgabestellen finden Sie auf www.paketezumüberleben.de.

Bei Bedarf Fahrrad-Abstellplatz am Rögy?

von Bettina Stamm, echt. Remscheid e.V.

Am 21.2.2013 beschloss der Haupt- und Finanzausschuss, dass die Parkplätze an Verwaltungsgebäuden und Schulen an die Bediensteten vor Ort vermietet werden sollen. Offensichtlich sind am RöGy keine oder nur wenige Mietverhältnisse abgeschlossen worden, denn seit fast zehn Jahren steht der Parkplatz so gut wie leer.
Die Remscheider Mobilitätsstrategie beinhaltet die Förderung und Attraktivitätssteigerung des Fahrradverkehrs. Dazu gehören neben der Schaffung von Radwegen auch komfortable, diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten. Unseres Wissens gibt es keine zentrale Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an der Schule. Es gibt einige Schüler, die mit dem Rad zur Schule kommen oder vielleicht auch das Rad nutzen würden, wenn entsprechende Abstellmöglichkeiten vorhanden wären. Unter der Voraussetzung, dass ein Bedarf in der Schülerschaft besteht, könnte dieser Platz auch als Fahrrad-Abstellplatz sinnvoll genutzt und entsprechend ausgestattet werden.

Wann endet der Klärungsprozess der Stadtverwaltung?

von Michael Wehrmann und Wolfgang Luge

Der Ratsbeschluss vom 24. Juli 2021 zum forcierten Ausbaus von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Dächern ist weiterhin im Klärungsprozess, und die damit verbundene Erstinformation an Rat und Bürger blieb bis jetzt aus. Nach derzeitigem Kenntnisstand besteht zurzeit lediglich

  • ein Prüfauftrag für 15 Dachflächen von vorhandenen 46 in diesem Jahr
  • die Absicht, im Kontakt mit ortsansässigen Banken und der EWR organisatorische und technische Probleme zu erörtern
  • die Absicht, sich über Modelle einer Bürgerbeteiligung zu informieren
  • nach Abschluss aller Arbeiten dann in die Öffentlichkeitsarbeit einzusteigen

Nicht erkennbar ist bis jetzt, wann die Erstprüfungen abgeschlossen sein könnten und wann mit einem Start in das Projekt Kommune-Bürger zu rechnen ist.

Aus einer Verwaltungsmitteilung auf unsere Einwohnerfrage geht hervor, dass der Rückgriff auf die erwähnten 15 Dachflächen eine elektrische Arbeit von ca. 737.000 kWh pro Jahr als Ertrag ergäbe und somit zirka 211  Vier-Personenhaushalte mit Strom versorgen könnten oder eben auch städtische Liegenschaften.

Die Hütte brennt : Selbst mit dem Start einiger „sicherer“ Dachflächen kann in diesem Jahr nicht gerechnet werden. Stattdessen kauft die Kommune weiterhin benötigte Strommengen ein. Dabei liegen sowohl der Verwaltung als auch den Fraktionen Bürgermodelle vor. Wasa fehlt ist der erkennbare Wille, mit einem Startprojekt zu beginnen und damit das Vorhaben anzustoßen.

Der Verwaltung fehlt der Biss, beherzt vorzupreschen. Vor 24 Jahren war das anders. Damals erteilte die Verwaltung die unkompliziert die Erlaubnis zur Nutzung von PV-Flächen auf städtischen Dachflächen für Bürger-Solaranlagen. Das sich nun auch vorhandene Freiflächen (Mülldeponie Reinshagen)  und andere (Stichwort Agri-Photovoltaik) mit einbeziehen ließen, sei hier nur angemerkt. Es gibt unseres Erachtens nach keinen Grund, den zügigen Neuanfang nicht zu starten. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprechen längst dafür, aktiv auf diesem Sektor tätig zu werden.

Die Akzeptanz für eine „Bürgerbeteiligung in Verbindung mit kommunaler Wertschöpfung im Bestand der Kommune“ ist vorhanden. Das zeigen die bestehenden Bürgersolaranlagen seit vielen Jahren. Hückeswagen und Halver planen die Installierung weiterer ( !) Windkraftanlagen. Und Wuppertal will 2035 klimaneutral werden und über ein Klimaschutzmanagement unter Bürgerbeteiligung und mit Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Bau dieses Ziel erreichen. Ein Blick auf diese Strategie lohnt sich, da hier ein Konzept ersichtlich wird.
Das Projekt  Kommune-Bürger bleibt damit weiterhin Chefsache und Bürgeranliegen!

Sechs Bausteine für den Stadtteil Lennep

Skizze zur Neugestaltung des DOC-Geländes mit freigelegten Bächen an der Mühlenstraße und Röntgenstraße, Firmengebäuden auf dem DOC-Gelände, Wohnbebauung auf dem Kirmesplatz und einem neuen Radweg zwischen Altstadt und Lennepe-Bachtal.von Stefan Switala

Wirtschaft und ökologische Nachhaltigkeit stehen nicht im Widerspruch zueinander: Die Stadt Remscheid muss dringend neue Standorte für Firmen zur Verfügung stellen und dies möglichst an ökologisch verantwortbaren Orten. Nachhaltigkeit im wirtschaftlichen Sinne beinhaltet auch, dass keine großen Flächen unwiederbringlich an Großinvestoren, die keinen Bezug zum Bergischen Land haben, vergeben werden. Gefragt sind vielmehr inhabergeführte, mittelständische Unternehmen, die ihre Steuern in der Region zahlen. Ebenfalls sehr groß ist die Nachfrage nach Baugrundstücken in Lennep. Diese sollten möglichst innerstädtisch vergeben werden, nicht aber auf der grünen Wiese am Stadtrand; vor allem nicht in Quellgebieten der heimischen Bäche wie Herbringhauser-, Eifgen- oder Dörpe-Bach.

Baustein 1: Die grüne Ader.  
Freilegung des Lennepe-Bachs bis an den Rand der Altstadt, gesäumt von kleineren Firmengebäuden und einem Radweg Die Renaturierung des Lennepe-Bachs und Entsiegelung der Flächen sollte mit einem Fuß- und Radweg einhergehen, der am Rand der Altstadt beginnt und in der Bachtalrunde seine Fortsetzung findet. An beiden Seiten sind Firmenansiedlungen möglich. Die Gebäude sollten höchsten zweistöckig, klimaneutral und optisch ansprechend sein (Glas- / Holz- / Beton- Bauweise, Solar- oder Erdwärmepumpen-Energie, evtl. Wand- und Dachbegrünung; optisches Vorbild: Südpark Solingen am ehem. Solinger Hauptbahnhof mit seinen Güterhallen und der Korkenziehertrasse) Eine Anpflanzung vieler neuer Bäume und Sträucher ist ausdrücklich erwünscht, darunter auch große Schattenspender. Ein Teil des Jahnplatzes sollte als Parkplatz mit begrünten Inseln erhalten bleiben. Im Gegenzug wird der Parkraum vor den Firmengebäuden begrenzt, damit viele grüne, unversiegelte Flächen für die Öffentlichkeit erhalten bleiben.
Der Beginn der Baumaßnahmen könnte zunächst auf dem Gelände der alten katholischen Grundschule am Stadion erfolgen. Lennepe-Bach und Radweg werden auf dem Stadiongelände fortgesetzt. Es ist zu überlegen, ob das Stadion erhalten bleibt oder aber nebenan der Aschenplatz an der Mühlen- und Rader Straße. Hierzu sollten auch die Sportvereine befragt werden. Außerdem ist zu überlegen, wie die Überquerung der Ringstraße fußgängerfreundlich gestaltet werden kann. Denkbar ist eine Unterführung unterhalb der Shell-Tankstelle und eine Fortsetzung des Weges zwischen Autohaus und TÜV-Gebäude.

Baustein 2: Öffnung zur Stadt / Treff- und Bewegungsangebot für junge und ältere Menschen.
Die „grüne Ader“ (gemeint ist die Firmenansiedlung mit Lennepe-Bach und Radweg auf dem DOC-Gelände im verlängerten Lennepe-Bachtal) kann auf dem Platz vor dem Jugendzentrum „Die Welle“ ihren Anfang haben. Der Eingang zur Altstadt ist offen gestaltet: Ein Skater-Parcours aus Asphalt-Hügeln bietet jungen Menschen Anreize; für die Älteren laden Bänke zum Verweilen ein.

Ein Industriegebiet in Endringhausen?Baustein 3: Industriegebiet Endringhausen.
Über ein Industriegebiet an der Autobahnabfahrt „Blume“ darf in der Politik zurzeit nicht mehr gesprochen werden, stattdessen aber über eine Bebauung der Erdbeerfelder an der Borner Straße und des Gleisdreiecks in Bergisch Born, wodurch noch weitaus mehr Schwerlastverkehr durch die Stadt rollen würde. Da erscheint ein verkleinertes, unauffälligeres Industriegebiet in Endringhausen (in der Senke) sinnvoller zu sein.  Hier könnten sich auch größere Firmen ansiedeln, die aber gewisse Umweltauflagen erfüllen müssten.

Baustein 4: Wohnbebauung auf dem Kirmesplatz.
Gegenüber dem Röntgen-Gymnasium gab es vor Jahrzehnten Teiche. Der davon gespeiste Bach, der zurzeit unterirdisch parallel zur Röntgenstraße fließt, könnte wieder freigelegt werden. Seitlich des Bachs wäre eine Wohnbebauung vorstellbar, mit einer grünen Mitte, die allen Bürgern offensteht. Vergleichbares findet man z.B. in der Senke zwischen Fontanestraße und Christhauser Straße. Die Bebauung geschieht unter Umweltauflagen: Mit Höhenbegrenzung, unversiegelten Außenflächen, klimaneutralem Heizen etc. Jedem Haushalt sollte nur ein Stellplatz vor dem Haus zur Verfügung stehen, damit genügend Spielfläche für Kinder bleibt. Ergänzend könnte es ein Gemeinschaftsparkhaus an der Ecke Ring-/Rader Straße geben.

Baustein 5: Rad- und Fußwegekonzept
.Die Balkantrasse wird entlang der Schienen nach Lüttringhausen verlängert, wo schon der Anschluss an das Marscheider Bachtal besteht. In Lennep sollte außerdem ein optisch deutlich hervorgehobener Abzweig zur Lenneper Altstadt eingerichtet werden, z.B. unter Verwendung von grünem oder roten Asphalt. Der Rad- und Fußgängerweg führt idealerweise über die Düstergasse vorbei am alten Amtsgericht und weiter über den Munsterplatz bis in die Altstadt. An den Übergängen Poststraße und Bahnhofstraße müssten Zebrastreifen oder Bedarfsampeln eingerichtet werden.

Baustein 6: Lenneper Altstadt.
Erfreulicherweise haben sich in den letzten Jahren einige Restaurants und Cafés angesiedelt, und die Altstadt hat auch mit Rotationstheater und Klosterkirche einiges zu bieten. Trotzdem stehen viele Ladenlokale leer. Möglicherweise findet man hier einen Investor, der wie in Bad Münstereifel mehrere Läden als Outlet bewirtschaftet? Ungeklärt ist dann aber, wie die Parksituation zu bewältigen ist. Damit die Altstadt für Einkäufer vom ehem. Karstadt-Gebäudes (Edeka/Aldi) aus besser zu erreichen ist, sollte der ursprüngliche Eingang an der Ecke Kölner Straße / Wupperstraße wieder geöffnet und die Parkzeit auf dem Parkdeck auf zwei Stunden erweitert werden.