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" Der Zustand ist untragbar und völlig inakzeptabel!"

von Stefan Holzhauer

Seit Monaten ist der Aufzug zu den Gleisen am Hauptbahnhof Remscheid defekt. Dies hindert nicht nur Radfahrende an einer Nutzung des ÖPNV auf der Schiene, sondern stellt auch eine ganz erhebliche Einschränkung für Mütter und Väter mit Kinderwagen, körperlich eingeschränkte NutzerInnen, SeniorInnen und andere Betroffene dar, bis hin zur Möglichkeit von Unfällen (tatsächlich hat es diese bereits gegeben, wenn Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer die Treppe nutzen mussten und auf Hilfe Dritter angewiesen waren). Der Zustand ist untragbar und völlig inakzeptabel.

Die Deutsche Bahn ergeht sich in immer neuen Ausreden, warum der Aufzug nicht repariert werden kann, erst fehlte ein Ersatzteil, dann wartet man angeblich auf einen Gutachter, aus diesen sinnlosen Informationen lässt sich meiner Ansicht nach leicht entnehmen, dass es sich um Schutzbehauptungen handelt.

Welche konkreten Maßnahmen hat die Stadt Remscheid bereits ergriffen, um Druck auf den Betreiber Deutsche Bahn auszuüben? Falls keine konkreten Maßnahmen ergriffen wurden, warum nicht? Und: Wann werden sie ergriffen, um Druck auf die Deutsche Bahn auszuüben? Die Diskriminierung von Eltern, Senioren, Behinderten und Radfahrern könnte auch rechtsrelevant sein (Diskriminierungsverbot)? Warum nimmt die Stadt Remscheid die durch die Deutsche Bahn zu verantwortende erhebliche Unfallgefahr am Bahnhof monatelang ohne konkrete Maßnahmen hin? Hat die Stadt Remscheid mit der Bahn alternative Lösungen zu den offensichtlich technisch wie fachlich unzureichenden Aufzügen diskutiert (Rampen, Übergänge über die Gleise)?

Dass der Aufzug nach einer Reparatur nicht lange funktionieren wird, ist aus Erfahrung der Vergangenheit abzusehen. Die notwendige Mobilitätswende wird bei solchen Problemen nicht stattfinden, da Nutzer den ÖPNV zugunsten des Pkw meiden werden.

Übrigens: Auch der Aufzug am Bahnhof Lennep ist defekt.

Kahlschlag auf der Trasse einmal im Jahr sollte reichen

von Stefan Holzhauer

In jedem Frühjahr und Herbst sehe ich mit großer Bestürzung, wie Arbeitende an der Trasse des Werkzeugs für einen Kahlschlag der bewachsenen Ränder sorgen. Dieser massive Eingriff in den Bewuchs an der Trasse ist meiner Ansicht nach angesichts des katastrophalen Insektenrückgangs nicht mehr zeitgemäß, denn das Abmähen blühender Blumen und anderer Gewächse entzieht Insekten und damit auch Vögeln, sowie anderer Fauna, die Lebensgrundlage, insbesondere bei Nutzung der laut Studien massiv umweltschädlichen Fadenmäher. Noch am ehesten zu akzeptieren wäre es, wenn nur der Bewuchs zurückgetrimmt werden würde, um eine gefahrlose Nutzung der Trasse sicherzustellen.

Auf meine letzte Anfrage zum Herbst-Kahlschlag wurde mir von Verantwortlichen bei der Stadt Remscheid geantwortet, dass dies notwendig sei, um einer "Verbuschung" vorzubeugen. Auch diese Antwort kann ich nicht nachvollziehen, denn auch eine Verbuschung ist nicht grundsätzlich abzulehnen und würde Lebensraum für Insekten, Vögel und Kleinlebewesen schaffen. Dennoch kann ich die Arbeiten im Herbst zumindest ansatzweise nachvollziehen, den Kahlschlag in jedem Frühjahr jedoch nicht. Ich muss jedes Mal erschreckt zusehen, wie aus einer gesunden Blumen- und Brennnesselwiese (letztere insbesondere wichtig für Schmetterlinge) eine weitestgehend tote Fläche gemacht wird, die Wochen bis Monate benötigt, um sich zu regenerieren.

Ich möchte dringend darum bitten, den Frühjahrskahlschlag an der Trasse des Werkzeugs zu unterlassen oder aber mindestens auf das Allernötigste zur Verkehrssicherung zu beschränken. Insbesondere möchte ich darum bitten, die Fläche hinter den Häusern Kremenholler Straße 19 & 21 so zu belassen wie sie ist.

Das Bergische packt Pakete zum Überleben

von Tobias Dehler

In der Ukraine herrscht Krieg. Bergische Bürgerinnen und Bürger helfen jetzt den Menschen vor Ort mit einer besonderen Aktion, die sich von anderen unterscheidet: Sie kommt aus der Region, hilft schnell und ausschließlich mit Grundnahrungsmitteln, greift auf die logistische Erfahrung einer eingespielten Katastrophenhilfe zurück und ist für alle Teilnehmenden mit geringem Aufwand verbunden.

Die Aktion „Das Bergische packt Pakete zum Überleben“ ist in dieser Form einzigartig, bereits erfolgreich angelaufen und weiterhin auf der Suche nach Unterstützerinnen und Unterstützern. Die Aktion richtet sich insbesondere an Bürgerinnen und Bürger aus dem Bergischen Land und funktioniert so: Überall in der Region gibt es Verteilstellen für leere Kartons, die dort abgeholt, von Bürgerinnen und Bürgern mit Grundnahrungsmitteln (Warenwert ca. 15 Euro) befüllt und dann wieder in den Verteilstellen abgegeben werden. Die Kartons werden dort gesammelt und anschließend per Lkw in die Krisengebiete (Ukraine und Anrainerstaaten mit vielen Geflüchteten) gebracht. Schon in den ersten fünf Tagen sind auf diese Weise 1.500 Kartons in Umlauf gekommen, knapp die Hälfte davon wurde bereits befüllt und wird in den nächsten Tagen auf den Weg geschickt.

Die verheerende Situation in der Ukraine zeigt, dass die zivilen Opfer im Land und auf der Flucht unsere Unterstützung brauchen. Hier wollen wir langfristig helfen. Bei der Aktion greifen wir auf die seit Jahrzehnten eingespielte Auslands- und Katastrophenhilfe des Bundes (FeG) zurück, die regelmäßig Hilfsgüter nach Ost- und Südeuropa bringt und über bewährte Logistik und Infrastruktur verfügt. Auf diese Weise kann die Aktion helfen, wie es aktuell nötig ist: Schnell und unkompliziert.

Gleichzeitig ist „Bergische packen Pakete zum Überleben“ auf Langfristigkeit angelegt: Unser Ziel ist es, so lange wie nötig jeden Monat einen Sattelzug mit Paketen aus dem Bergischen loszuschicken. Eine ambitioniertes Ziel, dass wir nur schaffen können, wenn viele Menschen, Unternehmen, Vereine, Kindergärten und Schulen mitmachen. Ob es klappt wissen wir natürlich nicht, aber die Reaktionen der ersten zwei Woche sind überwältigend gut. Neben den Kartons, die natürlich kostenlos ausgegeben werden, bekommen alle, die mitmachen, eine detaillierte Einkaufsliste und einen Packplan, der leicht umsetzbar ist, aber alle Transport- und Einfuhrvorschriften berücksichtigt. Wichtig ist den Initiatoren nicht nur die praktische Hilfe, sondern auch die emotionale Unterstützung der Ukrainerinnen und Ukrainer. Die Spenderinnen und Spender erhalten daher zu dem Karton einen Briefbogen, den sie mit einer persönlichen Nachricht dem Paket beilegen können. Alle Kartons werden mit einem Sticker “From Germany with Love” beklebt. Eine Liste aller Ausgabestellen finden Sie auf www.paketezumüberleben.de.

Bei Bedarf Fahrrad-Abstellplatz am Rögy?

von Bettina Stamm, echt. Remscheid e.V.

Am 21.2.2013 beschloss der Haupt- und Finanzausschuss, dass die Parkplätze an Verwaltungsgebäuden und Schulen an die Bediensteten vor Ort vermietet werden sollen. Offensichtlich sind am RöGy keine oder nur wenige Mietverhältnisse abgeschlossen worden, denn seit fast zehn Jahren steht der Parkplatz so gut wie leer.
Die Remscheider Mobilitätsstrategie beinhaltet die Förderung und Attraktivitätssteigerung des Fahrradverkehrs. Dazu gehören neben der Schaffung von Radwegen auch komfortable, diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten. Unseres Wissens gibt es keine zentrale Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an der Schule. Es gibt einige Schüler, die mit dem Rad zur Schule kommen oder vielleicht auch das Rad nutzen würden, wenn entsprechende Abstellmöglichkeiten vorhanden wären. Unter der Voraussetzung, dass ein Bedarf in der Schülerschaft besteht, könnte dieser Platz auch als Fahrrad-Abstellplatz sinnvoll genutzt und entsprechend ausgestattet werden.

Wann endet der Klärungsprozess der Stadtverwaltung?

von Michael Wehrmann und Wolfgang Luge

Der Ratsbeschluss vom 24. Juli 2021 zum forcierten Ausbaus von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Dächern ist weiterhin im Klärungsprozess, und die damit verbundene Erstinformation an Rat und Bürger blieb bis jetzt aus. Nach derzeitigem Kenntnisstand besteht zurzeit lediglich

  • ein Prüfauftrag für 15 Dachflächen von vorhandenen 46 in diesem Jahr
  • die Absicht, im Kontakt mit ortsansässigen Banken und der EWR organisatorische und technische Probleme zu erörtern
  • die Absicht, sich über Modelle einer Bürgerbeteiligung zu informieren
  • nach Abschluss aller Arbeiten dann in die Öffentlichkeitsarbeit einzusteigen

Nicht erkennbar ist bis jetzt, wann die Erstprüfungen abgeschlossen sein könnten und wann mit einem Start in das Projekt Kommune-Bürger zu rechnen ist.

Aus einer Verwaltungsmitteilung auf unsere Einwohnerfrage geht hervor, dass der Rückgriff auf die erwähnten 15 Dachflächen eine elektrische Arbeit von ca. 737.000 kWh pro Jahr als Ertrag ergäbe und somit zirka 211  Vier-Personenhaushalte mit Strom versorgen könnten oder eben auch städtische Liegenschaften.

Die Hütte brennt : Selbst mit dem Start einiger „sicherer“ Dachflächen kann in diesem Jahr nicht gerechnet werden. Stattdessen kauft die Kommune weiterhin benötigte Strommengen ein. Dabei liegen sowohl der Verwaltung als auch den Fraktionen Bürgermodelle vor. Wasa fehlt ist der erkennbare Wille, mit einem Startprojekt zu beginnen und damit das Vorhaben anzustoßen.

Der Verwaltung fehlt der Biss, beherzt vorzupreschen. Vor 24 Jahren war das anders. Damals erteilte die Verwaltung die unkompliziert die Erlaubnis zur Nutzung von PV-Flächen auf städtischen Dachflächen für Bürger-Solaranlagen. Das sich nun auch vorhandene Freiflächen (Mülldeponie Reinshagen)  und andere (Stichwort Agri-Photovoltaik) mit einbeziehen ließen, sei hier nur angemerkt. Es gibt unseres Erachtens nach keinen Grund, den zügigen Neuanfang nicht zu starten. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprechen längst dafür, aktiv auf diesem Sektor tätig zu werden.

Die Akzeptanz für eine „Bürgerbeteiligung in Verbindung mit kommunaler Wertschöpfung im Bestand der Kommune“ ist vorhanden. Das zeigen die bestehenden Bürgersolaranlagen seit vielen Jahren. Hückeswagen und Halver planen die Installierung weiterer ( !) Windkraftanlagen. Und Wuppertal will 2035 klimaneutral werden und über ein Klimaschutzmanagement unter Bürgerbeteiligung und mit Förderung durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Bau dieses Ziel erreichen. Ein Blick auf diese Strategie lohnt sich, da hier ein Konzept ersichtlich wird.
Das Projekt  Kommune-Bürger bleibt damit weiterhin Chefsache und Bürgeranliegen!

Sechs Bausteine für den Stadtteil Lennep

Skizze zur Neugestaltung des DOC-Geländes mit freigelegten Bächen an der Mühlenstraße und Röntgenstraße, Firmengebäuden auf dem DOC-Gelände, Wohnbebauung auf dem Kirmesplatz und einem neuen Radweg zwischen Altstadt und Lennepe-Bachtal.von Stefan Switala

Wirtschaft und ökologische Nachhaltigkeit stehen nicht im Widerspruch zueinander: Die Stadt Remscheid muss dringend neue Standorte für Firmen zur Verfügung stellen und dies möglichst an ökologisch verantwortbaren Orten. Nachhaltigkeit im wirtschaftlichen Sinne beinhaltet auch, dass keine großen Flächen unwiederbringlich an Großinvestoren, die keinen Bezug zum Bergischen Land haben, vergeben werden. Gefragt sind vielmehr inhabergeführte, mittelständische Unternehmen, die ihre Steuern in der Region zahlen. Ebenfalls sehr groß ist die Nachfrage nach Baugrundstücken in Lennep. Diese sollten möglichst innerstädtisch vergeben werden, nicht aber auf der grünen Wiese am Stadtrand; vor allem nicht in Quellgebieten der heimischen Bäche wie Herbringhauser-, Eifgen- oder Dörpe-Bach.

Baustein 1: Die grüne Ader.  
Freilegung des Lennepe-Bachs bis an den Rand der Altstadt, gesäumt von kleineren Firmengebäuden und einem Radweg Die Renaturierung des Lennepe-Bachs und Entsiegelung der Flächen sollte mit einem Fuß- und Radweg einhergehen, der am Rand der Altstadt beginnt und in der Bachtalrunde seine Fortsetzung findet. An beiden Seiten sind Firmenansiedlungen möglich. Die Gebäude sollten höchsten zweistöckig, klimaneutral und optisch ansprechend sein (Glas- / Holz- / Beton- Bauweise, Solar- oder Erdwärmepumpen-Energie, evtl. Wand- und Dachbegrünung; optisches Vorbild: Südpark Solingen am ehem. Solinger Hauptbahnhof mit seinen Güterhallen und der Korkenziehertrasse) Eine Anpflanzung vieler neuer Bäume und Sträucher ist ausdrücklich erwünscht, darunter auch große Schattenspender. Ein Teil des Jahnplatzes sollte als Parkplatz mit begrünten Inseln erhalten bleiben. Im Gegenzug wird der Parkraum vor den Firmengebäuden begrenzt, damit viele grüne, unversiegelte Flächen für die Öffentlichkeit erhalten bleiben.
Der Beginn der Baumaßnahmen könnte zunächst auf dem Gelände der alten katholischen Grundschule am Stadion erfolgen. Lennepe-Bach und Radweg werden auf dem Stadiongelände fortgesetzt. Es ist zu überlegen, ob das Stadion erhalten bleibt oder aber nebenan der Aschenplatz an der Mühlen- und Rader Straße. Hierzu sollten auch die Sportvereine befragt werden. Außerdem ist zu überlegen, wie die Überquerung der Ringstraße fußgängerfreundlich gestaltet werden kann. Denkbar ist eine Unterführung unterhalb der Shell-Tankstelle und eine Fortsetzung des Weges zwischen Autohaus und TÜV-Gebäude.

Baustein 2: Öffnung zur Stadt / Treff- und Bewegungsangebot für junge und ältere Menschen.
Die „grüne Ader“ (gemeint ist die Firmenansiedlung mit Lennepe-Bach und Radweg auf dem DOC-Gelände im verlängerten Lennepe-Bachtal) kann auf dem Platz vor dem Jugendzentrum „Die Welle“ ihren Anfang haben. Der Eingang zur Altstadt ist offen gestaltet: Ein Skater-Parcours aus Asphalt-Hügeln bietet jungen Menschen Anreize; für die Älteren laden Bänke zum Verweilen ein.

Ein Industriegebiet in Endringhausen?Baustein 3: Industriegebiet Endringhausen.
Über ein Industriegebiet an der Autobahnabfahrt „Blume“ darf in der Politik zurzeit nicht mehr gesprochen werden, stattdessen aber über eine Bebauung der Erdbeerfelder an der Borner Straße und des Gleisdreiecks in Bergisch Born, wodurch noch weitaus mehr Schwerlastverkehr durch die Stadt rollen würde. Da erscheint ein verkleinertes, unauffälligeres Industriegebiet in Endringhausen (in der Senke) sinnvoller zu sein.  Hier könnten sich auch größere Firmen ansiedeln, die aber gewisse Umweltauflagen erfüllen müssten.

Baustein 4: Wohnbebauung auf dem Kirmesplatz.
Gegenüber dem Röntgen-Gymnasium gab es vor Jahrzehnten Teiche. Der davon gespeiste Bach, der zurzeit unterirdisch parallel zur Röntgenstraße fließt, könnte wieder freigelegt werden. Seitlich des Bachs wäre eine Wohnbebauung vorstellbar, mit einer grünen Mitte, die allen Bürgern offensteht. Vergleichbares findet man z.B. in der Senke zwischen Fontanestraße und Christhauser Straße. Die Bebauung geschieht unter Umweltauflagen: Mit Höhenbegrenzung, unversiegelten Außenflächen, klimaneutralem Heizen etc. Jedem Haushalt sollte nur ein Stellplatz vor dem Haus zur Verfügung stehen, damit genügend Spielfläche für Kinder bleibt. Ergänzend könnte es ein Gemeinschaftsparkhaus an der Ecke Ring-/Rader Straße geben.

Baustein 5: Rad- und Fußwegekonzept
.Die Balkantrasse wird entlang der Schienen nach Lüttringhausen verlängert, wo schon der Anschluss an das Marscheider Bachtal besteht. In Lennep sollte außerdem ein optisch deutlich hervorgehobener Abzweig zur Lenneper Altstadt eingerichtet werden, z.B. unter Verwendung von grünem oder roten Asphalt. Der Rad- und Fußgängerweg führt idealerweise über die Düstergasse vorbei am alten Amtsgericht und weiter über den Munsterplatz bis in die Altstadt. An den Übergängen Poststraße und Bahnhofstraße müssten Zebrastreifen oder Bedarfsampeln eingerichtet werden.

Baustein 6: Lenneper Altstadt.
Erfreulicherweise haben sich in den letzten Jahren einige Restaurants und Cafés angesiedelt, und die Altstadt hat auch mit Rotationstheater und Klosterkirche einiges zu bieten. Trotzdem stehen viele Ladenlokale leer. Möglicherweise findet man hier einen Investor, der wie in Bad Münstereifel mehrere Läden als Outlet bewirtschaftet? Ungeklärt ist dann aber, wie die Parksituation zu bewältigen ist. Damit die Altstadt für Einkäufer vom ehem. Karstadt-Gebäudes (Edeka/Aldi) aus besser zu erreichen ist, sollte der ursprüngliche Eingang an der Ecke Kölner Straße / Wupperstraße wieder geöffnet und die Parkzeit auf dem Parkdeck auf zwei Stunden erweitert werden.

 

DOC zu den Akten legen und Neuanfang wagen!

von Colin Cyrus

Seitdem vergangene Woche das Urteil am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig bezüglich des DOCs bekannt wurde, wird in Remscheid über eine mögliche Doch-noch-Zukunft des Projekts oder alternative Vorschläge diskutiert. Vor allem in den Sozialen Medien überschlagen sich die Debatten dabei häufig und DOC-Kritikerinnen und Kritiker werden mit reichlich Häme und Anfeindungen übergossen. Sogar bekannte Persönlichkeiten aus der Stadt machen die Gegnerinnen und Gegner des Projekts öffentlich für die Gerichtsschlappe verantwortlich und fordern von ihnen nun den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Dabei waren es nicht die berechtigten Einwände des Klägers, der Bürgerinitiative oder gar der LINKEN, die das Gericht zu seinem Urteil bewegte. Es wurde lediglich der nicht-rechtskonforme Bebauungsplan beanstandet. Dafür ist allein die Stadt verantwortlich.

Die Kritikerinnen und Kritiker des Projekts sind in keiner Bringschuld. Sie machen seit Jahren auf Defizite aufmerksam, forderten einen Plan-B und mahnten, kein Geld zu investieren, bevor keine Rechtssicherheit herrscht. Das wurde vonseiten der anderen Parteien und der Stadtspitze ignoriert. Diese setzten alles auf eine Karte und hielten mit latenter Überheblichkeit stur an dem Projekt fest. Selbst als es die erste gerichtliche Niederlage in Münster gab.

Schon damals hätte man das Projekt zu den Akten legen sollen. Dann wären wir jetzt schon viel weiter. Es gab keine Anzeichen, dass Leipzig in der Sache anders entscheiden würde. Doch man hielt am Projekt fest, ist bewusst ein hohes Risiko eingegangen und damit geradewegs in die „Versunkene-Kosten-Falle“ (sunk-cost-fallacy) getappt. So nennt man in der Psychologie ein Phänomen, bei dem Menschen an wenig erfolgversprechenden Projekten oder Entscheidungen festhalten, weil sie in diese bereits viel Mühe und Kosten investiert haben. Es besteht die Hoffnung, faktisch verlorene Ressourcen wiederzuerlangen oder die Richtigkeit des Projekts beweisen zu wollen. Ein unbewusstes Folgeverhalten, das zu irrationalen Entscheidungen führt.

Diesen Fehler des Festhaltens dürfen die Stadtspitze und die anderen Parteien kein zweites Mal machen! Die vergebenen Mühen und das verlorene Geld kommen nicht wieder. Ein neuer Bebauungsplan für ein DOC würde wieder Unmengen an Ressourcen verschlingen, Klagen nach sich ziehen und Jahre des Stillstands für Lennep bedeuten. Das kann sich der Stadtteil nicht leisten. Wir haben nun viel Raum und Platz, um gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Ideen für die begehrte Fläche im Zentrumsbereich zu entwickeln und eine sinnvolle und nachhaltige Stadtentwicklung zu betreiben. Dies sollten wir schnellstmöglich tun.

Es fehlten richtungsweisende kreative Ideen

von Gabriele Lipka

Seit den 1990 Jahren bin ich im Remscheider Naturschutz aktiv, viele Jahre bis heute im Naturschutzbeirat (NB) der Stadt. Ein Ziel der Arbeit ist, freie Flächen in der für die  Artenvielfalt, an den Wasserscheiden, für die Lebensmittelerzeugung sowie der Erholung der Bürger Erholung zu erhalten. Die Bereitschaft des Investors, das Outlet Center statt aufs freie Feld, direkt an der Wasserscheide  an der Blume in Lüttringhausen, auf dem Schützenplatz in Lennep zu errichten, hatte ich zunächst mit Erleichterung aufgenommen. Auf den 1.Blick zeigte sich eine freie, stark verdichtete Fläche, darunter ein verrohrter Bachlauf. Das „bißchen“ Strauch- und Baumgrün am Rand würde ausgeglichen werden.

„Der Ausgleich für die Natur wird im Verfahren festgelegt“ lautet die Regelung bei allen Bebauungsplänen, den Vorlagen, über die der NB mit zu entscheiden hat. So auch die Aussage der Verwaltung auf meine Anfrage im Rat (Nov. 2019) zum „Interkommunalen Gewerbegebiet-Gleisdreieck“ und vielen weiteren Bebauungsplänen. Bewertet wird nach einem Punktesystem, das den ökologischen Wert der Fläche festlegt, die ausgeglichen werden muss. Es wird dann nach geeigneten Flächen gesucht. Findet sich keine Fläche, kann der Ausgleich auch monetär erfolgen. In Ausnahmefällen kann der Ausgleich auch außerhalb der Stadt erfolgen. In Leverkusen in der Nähe der Lenneper Panzersperre erfolgte eine Ausgleichspflanzung 20 Jahre nach der Genehmigung und Umsetzung des Bebauungsplans. Das zeigt, wie schwierig es schon jetzt ist, Eingriffe in die Natur und Landschaft auszugleichen, weil dafür die Flächen fehlen.

Zurück zum DOC: Auf den 2. Blick wäre viel Stadtgrün (Bäume, Sträucher) verloren gegangen. Auch Bäume, die durch die Baumschutzsatzung geschützt sind, hätten entfernt werden müssen. Ein Baum ist ein Lebensraum für viele Arten. Seine Fähigkeit CO2 zu reduzieren sind bekannt, wie auch die deutlich geringeren Temperaturen in seiner Nähe an Hitzetagen. Die Darstellung der Bäume sind in den Modellen des DOC geschönt. Sie hätten ihre Größe und auch ihre wohltuende Funktion erst nach Jahren erreicht. Geeigneter Ausgleich wird im Verfahren festgelegt- so die Gesetzgebung. Umsetzung in 20 Jahren?

Anders die Verkehrsplanung: Trecknase und weitere Straßenbereiche wurden  bis heute vorausschauend  „ertüchtigt“. Maßstab war allein der Verkehrsfluss der Autos. CO2-Reduktion spielte für die Stadtplanung offenbar keine Rolle? Ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept ist hier nicht erkennbar. Große Straßenflächen wurden für das DOC ohne Begleitgrün versiegelt. Die Möglichkeit der Klimaerwärmung entgegenzuwirken wurde vertan. Auch die Remscheider Sportflächen wurden im „Vorgriff“ auf das Outlet Center beplant.

Die Gesetzgebung Naturschädigungen im Verfahren auszugleichen ist nicht zeitgemäß. Sie berücksichtigt zudem nicht die Notwendigkeit von Klimaschutz und CO2-Reduktuktion. Für eine nachhaltige Stadtentwicklungsplanung fehlen richtungsweisende ganzheitliche, kreative Ideen, die Zukunft der Stadt mit ihren Bürgern zu gestalten. Die Fläche der kleinsten kreisfreien Stadt in NRW im Außenbereich ist voll.  Bebauungsplanungen von innerstädtischen Brachen muss ökologisch und  klimarelevanten gestaltet werden.

Verkaufsverbot von Feuerwerkskörpern wurde unterlaufen

von Peter Maar

Haben Sie schon einmal eine Silvesternacht mit einer zehn Jahre alten Hündin erlebt, die gewöhnlich Freundlichkeit, Freude und keine Angst an den Tag legt? Einem Hund, der mutig am Gartenzaun versucht, die Kehrmaschine oder den Müllwagen zu verbellen? Diesen über Jahre lieb gewonnene Begleiter kennen Sie in der Silvesternacht nicht wieder. So auch in diesem Jahr, in einer Silvesternacht mit einem sogenannten "Verkaufsverbot" von Feuerwerksartikeln.

Spätestens nach dem ersten "Polenböller", so gegen 22 Uhr, überkamen das arme Tier die ersten Panikattaken. Die steigerten sich, je näher der Jahreswechsel heranrückte, ins für den Hund Unerträgliche. Das arme Tier zitterte ununterbrochen am ganzen Leib, hechelte um Luft, versuchte sich in alle Ecken zu verkriechen, scharrte an Teppichen, um unter ihnen wohl Schutz zu suchen. Die Hündin, Liebling der ganzen Familie, war durch absolut nichts zu beruhigen, und wir hatten Angst, das ohnehin herzkranke Tier würde kollabieren oder gar einen Herzschlag erleiden. Auch ein spontaner Umzug ins Kellergeschoss mit Fernseher auf hoher Lautstärke und herabgelassenen Rollläden half nichts; die Hündin zitterte wie verrückt, hechelte panisch, und aller Zuspruch half nicht.

Das von unserer Regierung verordnete "Verkaufsverbot" von Feuerwerkartikeln ohne ein gleichzeitiges striktes Abbrennverbot  (was absolut logisch gewesen wäre), war ein „voller Erfolg"! Stolz berichteten im Fernsehen Feuerwerkfanatiker, dass sie hunderte Kilometer nach Belgien gefahren seien, um sich kurz hinter der Grenze sich mit teilweise großen Mengen an Feuerwerksartikeln einzudecken. Die Händler in Belgien und Polen konnten das Geschäft ihres Lebens machen, aber natürlich auch der Internethandel.

Diese Inkonsequenz unserer Regierenden, ein Verkaufsverbot in Deutschland auszusprechen und gleichzeitig kein Abbrennverbot zu erlassen, ist an Naivität nicht mehr zu überbieten. Und dieses Verhalten wird jetzt noch überboten, in dem die mit einem Verkaufsverbot belegten deutschen Hersteller ohne ihr Zutun Zeugen eines tollen Silvesterfeuerwerks wurden, aber finanziell in die Röhre schauen mussten und jetzt, natürlich nachvollziehbar, vom Staat Millionenbeträge für den Unsatzausfall erwarten dürfen. Der Staat wird mit Steuermitteln schon sorgen, dass die deutschen Hersteller und Verkäufer nicht leer ausgehen…

Der Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) hat aktuell – wieder einmal – ein absolutes Feuerwerksverbot gefordert. Denn nicht nur Haustiere geraten in Panik voller Qualen. Auch Wildtiere leiden und natürlich letztlich die ganze Umwelt. Und zahlreiche Schwerverletzte und Tote sind auch in diesem Jahr wieder zu beklagen, darunter ein zwölf Jahre altes Kind.

So sah gestern die Sana-Impfkontrolle aus

Impfkontrolle am Eingang zur Notaufnahme des Sana-Klinikums Remscheid:

  • Besucher tritt an die Anmeldung heran.
  • Frage durch die Mitarbeiterin der Anmeldung: „Sind Sie geimpft?“
  • Besucher: „Ja. - Manche auch ganz stolz: „Sogar dreimal!“
  • Eine Vorlage des Impfnachweises oder Personalausweises wird nicht verlangt.
  • Ende der Impfkontrolle, der Besucher betritt den Wartebereich der Notaufnahme.
  • Dieses Verfahren konnte über fast zwei Stunden beobachtet werden.

(Ein Remscheider Ehepaar. Der Name ist dem Waterbölles bekannt.)

Bernd Liebetrau verabschiedet sich in den Ruhestand

von Bernd Liebetrau, Dipl.-Sozialpädagoge

Seit 29 Jahren arbeite ich nun schon als Fachkraft für Suchtvorbeugung beim Diakonischen Werk und zum 1.1.2022 bin ich in Rente. Wir haben Aktionswochen unter dem Motto „Sucht hat immer eine Geschichte“ auch mit Suchtberatungslehrer:innen gestaltet, Kinotage, Theaterstücke, Ausstellungen verwirklicht. Im Unterricht und bei Elternabende befassten wir uns mit Sucht und Konsumverhalten, Tabak-, Alkohol- und Cannabis-konsum, oder den selbstbewussten Umgang mit digitalen Medien. Fortbildungen zur Motivierenden Gesprächsführung – MOVE für Lehrerinnen und Lehrer wurden umgesetzt und Infoveranstaltungen zu Modulen wie dem Alkoholkoffer. In Kooperation mit dem Erzieherischen Jugendschutz, der Schulsozialarbeit Kompazz und der Polizei fanden regelmäßig Alkoholparcours statt, seit zehn Jahren auch Peerarbeit in einer Gesamtschule. Zusammen mit dem Jugendamt verwirklichen wir ebenso lange MIDZ – www.midz-remscheid.de , die Mitdenkzentrale für klares Rauschen, wo Studierende als Buddys für Suchtprävention ausgebildet werden, um mit Jugendlichen bei Festveranstaltungen über das eigene Konsumverhalten ins Gespräch zu kommen, bzw. in Schulen an Parcours oder im Unterricht über Alkohol oder andere Suchtmittel aufzuklären.

Auf dieser langen Wegstrecke ist nun vor zwei Jahren die Pandemie dazwischen gekommen, die viele Veranstaltungen unmöglich machten. Ich wünsche Ihnen, dass das neue Jahr wieder entspannter wird. Es wird im Diakonischen Werk einen/e Nachfolger:in in der Suchtprävention geben. Die Bewerbungen laufen noch! Bitte wenden Sie sich bei Präventionsanfragen an Tel. RS-591600 oder sb.remscheid@diakonie-kklennep.de">sb.remscheid@diakonie-kklennep.de oder auch an den Erzieherischen Jugendschutz Sandra Wiesiollek, Tel. RS 162922, E-Mail sandra.wiesiollek@remscheid.de">sandra.wiesiollek@remscheid.de oder jugendschutz@remscheid.de">jugendschutz@remscheid.de. Ich selber werde noch freiberuflich meine Beratungsdienste als Coach oder Supervisor anbieten und Fortbildungen machen. Wenn Sie also eine berufliche Frage haben, Unterstützung suchen, können Sie mich unter liebetrau@web.de">liebetrau@web.de erreichen bzw. Tel. 0177 2122722. Und nun wünsche ich uns allen segensreiche Festtage, Gesundheit und ein privat und beruflich erfolgreiches Neues Jahr!

Klimaschutz ist auch Kinderschutz

Offener Brief des Kinderschutzbundes, Ortsverband Remscheid

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Sehr geehrte Mitglieder des Rates der Stadt Remscheid,

auf der Klimastreik-Demonstration am 24. September  auf dem Rathausplatz teilte der Sprecher des Bündnisses Remscheid, Daniel Pilz, mit, dass die Forderung von Fridays for Future, die Ratsmitglieder mögen einmal im Jahr eine autofreie Ratssitzung durchführen – verbunden mit einer Tagesordnung, die sich vorrangig um aktuelle Klimathemen in Remscheid dreht - bisher nicht umgesetzt wurde. Als Vater, Großvater und Vorsitzender des Kinderschutzbundes in Remscheid frage ich mich, warum ist es bisher nicht dazu gekommen? Warum fällt, die Entscheidung, einmal im Jahr zu einer Ratssitzung zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zu kommen, so schwer? Das muss sich doch – einmal im Jahr – organisieren lassen, auch wenn es für jedes Ratsmitglied eine Herausforderung darstellt. Diese Challenge werden Sie doch schaffen!

Natürlich ist die Einsparung von CO2 bei dieser Aktion sehr begrenzt – aber darum soll es dabei ja auch nicht gehen. Es geht darum, ein Zeichen zu setzen und die jungen Menschen mit ihren Forderungen ernst zu nehmen. „Ja – es geht um eure Zukunft, wir nehmen den Klimawandel ernst.“ Das bedeutet auch, den einen oder anderen Verzicht zu üben. Der Markt allein wird nicht alles regeln. Dieses mag Symbolpolitik sein – aber Fahnen vor dem Rathaus aufhängen ist doch oft auch nur symbolisch, um ein Zeichen zu setzen.

Zum Klimaschutz gehört eine Verkehrswende, d.h. für Remscheid insbesondere der Ausbau des ÖPNV. Hierüber treffen Sie im Stadtrat Entscheidungen. Viele Bürgerinnen und Bürger, Kinder und Jugendliche sind auf den ÖPNV angewiesen. Sie als Mitglieder des Stadtrates, die vielleicht nicht regelmäßig mit dem Bus fahren, können so Erfahrungen sammeln.

Ich bitte Sie daher, noch einmal über diese Forderung der jungen Menschen nachzudenken. Als Kinderschützer ist mir dieses Anliegen sehr wichtig – denn „Klimaschutz ist auch Kinderschutz“.

Mit freundlichen Grüßen
Karl-Richard Ponsar