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Immer wieder gerne ins Deutsche Werkzeug-Museum

Donnerstag, 23. September, ab 19 Uhr
Wir drucken die Zukunft:
3D-Druck in industriellen Anwendungen

Bisher wurden alle Werkstücke zerspanend hergestellt, der neue Weg nennt sich additives Verfahren. Also nicht mehr abtragend, sondern aufbauend. Jetzt sagen wahrscheinlich viele, ach das kann doch jeder und die Drucker gibt es doch schon für einige hundert Euro zu kaufen. Doch was wir Ihnen an diesem Abend zeigen wollen, das spielt in einer anderen ganz eigenen Liga und geht darüber weit hinaus.
2017 hat die Firma Stöcker Metallbearbeitung den Innovationspreis des Fördervereins MannesmannHaus e.V. genau für Ihr Engagement und Ihre Kompetenz auf diesem Gebiet erhalten. Der absolute Spezialist auf diesem Gebiet, Arnd Meller, wird Ihnen am 23.09.2021, 19 Uhr im Deutschen Werkzeugmuseum in einem Vortrag die Vorgehensweise und die Möglichkeiten aufzeigen. An Beispielen aus der Praxis wird er auf die industriellen Anwendungen dieser innovativen Produktionsmethode eingehen. Sie werden staunen, wo sie ihre Anwendung findet und welche bahnbrechenden Lösungen gefunden wurden. Darüber hinaus wird er anhand weiterer mitgebrachter Beispiele die Möglichkeiten, die Bandbreite und die verschiedenen Methoden des 3-D-Drucks vorstellen - von Kunststoff über Kevlar verstärkte Kunststoffe bis zu ganz unterschiedlichen Metallen. Aluminium, Titan oder Werkzeugstahl sind nur einige Beispiele. Sie werden beeindruckt sein. Der Eintritt ist frei – Spenden sind erwünscht.
Zugelassen sind maximal 40 Personen; verpflichtend sind Abstandsregeln, Mund-Nasen-Schutz, 3-G-Nachweis. Anmeldung gerne über werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de">werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de oder Tel. RS 16 2519.

Donnerstag, 30. September,
Dienstag, 5. Oktober, jeweils 19 Uhr
Hugo Niebeling, ein „ausgezeichneter“ Regisseur (1931 - 2016)
Filmvortrag von Prof. Dr. Horst A. Wessel und Dr. Joachim Thommes

Er ist ein absoluter Kenner der Geschichte der Firma Mannesmann, 1. Vorsitzender des Fördervereins MannesmannHaus e.V. und 25 Jahre Leiter des Mannesmann-Archives: Prof. Dr. Horst A. Wessel. Er hat sich dem Leben und Werk des Regisseurs Hugo Niebeling beschäftigt, der bei Wirtschafts- und Industriefilmen, aber auch Musik- und Ballettfilmen neue Wege ging. Mit seinem experimentellen Kamera- und Schnittstil gilt Niebeling als Wegbereiter der modernen Musikvideo-Ästhetik. Aus dem umfangreichen Werk werden einige wenige Industrie-Filme, hauptsächlich zum Thema Mannesmann, vorgestellt.

Der Eintritt ist frei – Spenden sind erwünscht. Anmeldungen bis zum 29. September per E-Mail werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de">werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de oder Tel. RS 162519. (max. 40 Personen, Abstandsregeln, Mund-Nasen-Schutz, 3G-Nachweis)

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Bodenschutzkalkung des Waldes beginnt wieder

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Voraussichtlich ab 24. September werden wieder Privat- und TBR-Wälder an der Neyetalsperre mittels Hubschrauber gekalkt. Bis zum 1. Oktober sollen dort ca. drei Tonnen kohlensaurer Magnesiumkalk, ein vollkommen natürlicher und unbehandelter Kalkmergel, pro o Hektar Waldboden auf einer Gesamtwaldfläche von rd. 200 ha ausgebracht werden. Trotz aller erfolgreichen Anstrengungen zur Luftreinhaltung in den vergangenen Jahrzehnten, u.a. durch Abgaskatalysatoren, Rauchgasentschwefelung, Rußpartikelfilter etc., sind die Schadstoffeinträge aus der Luft, insbesondere an Stickoxiden und Feinstäuben, nach wie vor viel zu hoch. Im Rahmen der seit mehr als 30 Jahren turnusmäßig durchgeführten Bodenschutzkalkungen soll die weiter voranschreitende Bodenversauerung der Waldböden sukzessive kompensiert werden. Dies dient neben dem eigentlichen Schutz der Wälder u.a. auch dem Boden- und damit dem Trinkwasserschutz.

Die ausgebrachte Menge von drei Tonnen je ha Waldfläche (d.h. 300 Gramm je qm) ist in Anbetracht der gemessenen Bodenversauerung eine eher homöopathische Dosis. Eine nachhaltige Verringerung der Bodenversauerung, die durch den sog. pH-Wert ausgedrückt wird, kann nur durch über Jahrzehnte kontinuierlich wiederkehrende Maßnahmen erreicht werden und durch die weitere Verringerung der Schadstoffeinträge erfolgreich wirken. Vor dem Hintergrund des immer weiter fortstreitenden Klimawandels, der dramatischen Waldschadenssituation auch im Bergischen Land und des dadurch dringend erforderlichen ökologischen Waldumbaus werden alle Anstrengungen konsequent fortgesetzt, die Bodenstandorte der kahlen, aufgerissenen und labilen Waldbestände im Zuge der Kompensationskalkung zu revitalisieren.

Die Waldkalkung führt unter anderem zu einer Verbesserung der Durchwurzelung insbesondere für die Feinwurzeln der Bäume. Dadurch kann die Anfälligkeit gegenüber Trockenstress bei Bäumen entscheidend verringert werden. Ansonsten sind langfristige Störungen des Ökosystems Wald und für Böden, Grund- und Oberflächengewässer zu befürchten. Eine turnusmäßig alle sieben bis zehn Jahre durchgeführte Bodenschutzkalkung – wie in Remscheid seit langem praktiziert – kann insofern einer weiteren Verschlechterung des gesamten Bodenzustands wirksam entgegenwirken und ist daher besonders gut auch für unser Trinkwasser. Das Stadtforstamt der Technischen Betriebe Remscheid weist darauf hin, dass es in der angegebenen Zeit in den betreffenden Waldgebieten zu Belästigungen durch Staub und Lärm kommen kann und bittet die Waldbesucher daher um Verständnis. Die entsprechenden Gebiete werden durch Schilder besonders gekennzeichnet. Die Maßnahme wird maßgeblich finanziell unterstützt durch Fördermittel des Landes NRW, vom Bund und der EU.

Hochwasservorsorge gemeinsam stärken

Pressemitteilung der Bergischen Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid

Die Oberbürgermeister der Städte Wuppertal, Solingen und Remscheid haben sich am 17. September mit dem Wupperverband zu einem gemeinsamen Abstimmungstermin getroffen, um das Hochwasserereignis vom 14. und 15. Juli zu bewerten und konkrete Arbeitspakete zur Optimierung des Hochwasserschutzes zu definieren. Ein zweites Treffen am gleichen Tag fand bei der Bergischen IHK statt. Die Stadtspitzen und der Wupperverband einigten sich auf wesentliche Punkte für das weitere Vorgehen: Die internen Informations- und Meldeketten sowie das Alarmsystem sollen unter der Nutzung digitaler Möglichkeiten kurzfristig verbessert werden. Außerdem soll ein Frühwarnsystem aufgebaut werden. Gleichzeitig soll ein nachhaltiges Wassermanagement entwickelt werden, das die zum Teil gegenläufigen Ziele der Talsperren des Wupperverbands einbezieht: Wasserbevorratung für Dürrephasen und Wasserrückhalt bei Hochwasserereignissen.

„Wir stehen gemeinsam in der Verantwortung und müssen eine ganzheitliche Lösung entwickeln“, betonte Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. IHK-Präsident Henner Pasch sagte, dass die bergische Wirtschaft mit der bekannten „Hands-on-Mentalität“ bereit sei, sich zu beteiligen. „Die Häufigkeit solcher Ereignisse nimmt zu. Die Wirtschaft im Bergischen Land will daher mit Fachwissen und Lösungsvorschlägen an der Seite der Städte und der Region stehen.“ Ein Aspekt kann das Konzept von Dr. Andreas Groß, Geschäftsführender Gesellschafter der Heinz Berger Maschinenfabrik GmbH & Co. KG und Vizepräsident der Bergischen IHK, sein. Groß stellte sein Konzept einer Überwachung der Pegelstände mit per Internet verbundenen Sensoren auf Basis eines lernfähigen Algorithmus am Abend bei der Bergischen IHK vor. Groß hatte das System kurz nach dem Schaden in seiner eigenen Fabrik entwickelt und bereits erste Sensoren entlang der Wupper angebracht.

Wuppertals Oberbürgermeister Prof. Uwe Schneidewind zeigte sich überzeugt: „Das System von Dr. Groß kann ein wichtiger Baustein für ein Hochwasserwarnsystem sein.“ Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach erklärte: „Es ist wichtig, dass wir jetzt als Region auftreten und gemeinsam an einer Lösung arbeiten.“ Georg Wulf, Vorstand des Wupperverbands, und dessen Stellvertreter Thomas Klein kündigten an, schnellstmöglich sinnvolle Standorte für weitere Sensoren entlang der Wupper und der Zuflüsse zu definieren, um einen ersten Schritt zur Installation des Systems zu machen und so die bestehenden Pegel des Wupperverbandes zu ergänzen.

Auch eine nachhaltige Weiterentwicklung der Hochwasserprävention soll künftig stärker im Fokus stehen. Dies bedarf einer wassersensiblen Stadtplanung und einer Sensibilisierung der Bevölkerung zu den Themen Risiken von Hochwasser und Starkregen sowie Eigenvorsorge. Alle Beteiligten sagten zu, ihre Fachstellen zur schnellen Umsetzung der Arbeitsvorhaben einzubinden - unter Einbeziehung von Dr. Groß und der Bergischen IHK.

Energieberater: „Die Kraft der Sonne nutzen!“

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Stadt Remscheid und die Klima-Allianz Remscheid e.V. unterstützen die Bürgerinnen und Bürger beim Umstieg auf Solarenergie und kooperieren dazu mit der Energieberatung der Verbraucherzentrale. Als Privathaushalt der eigene Stromversorger zu werden ist heute auf vielfältige Weise möglich. Ob mit dem kompakten Stecker-Solargerät am Balkon oder der Photovoltaikanlage auf dem Hausdach. Verbraucherinnen und Verbraucher können aktiv etwas für den Klimaschutz tun, ihren eigenen Solarstrom nutzen, unabhängiger vom Energieversorger werden und dabei langfristig Geld sparen. Wie das geht und was zu beachten ist, zeigt die Verbraucherzentrale NRW. Aktuell werden nur drei Prozent der Stromerzeugung im bevölkerungsreichsten Bundesland mit Solarstrom abgedeckt. Dabei entspricht das Sonnenpotenzial in NRW fast der Hälfte des heutigen Stromverbrauchs im Land. Eine gute Gelegenheit für Verbraucherinnen und Verbraucher, Teil einer klimaschützenden Energiewende zu werden. Und das Charmante daran – alle können mitmachen, ob auf dem Balkon, der Terrasse oder dem Hausdach.

„Aller Anfang ist leicht. Nicht alle Verbraucherinnen und Verbraucher haben die Möglichkeit, sich direkt eine große Photovoltaikanlage auf ihr Eigenheimdach zu bauen. Mitmachen und die Sonne ins Haus holen können aber alle. Welche Möglichkeiten im Einzelfall machbar sind, erfahren die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Eignungs-Check-Solar," so Lydia Schwertner, Leiterin der Verbraucherzentrale NRW in Remscheid. Beim Eignungs-Check Solar besucht eine Energieberaterin oder ein Energieberater die Verbraucherinnen und Verbraucher zu Hause und prüft, ob das Gebäude für eine Photovoltaik-Anlage und/oder Solarthermie-Anlage geeignet ist. Die Fachkraft ermittelt die ungefähr benötigte Größe und den voraussichtlichen Ertrag der Anlage. Außerdem gibt sie Hinweise zu eventuell erforderlichen baulichen oder technischen Voraussetzungen. Die Ergebnisse werden in einem Bericht dokumentiert. Hier finden die Ratsuchenden auch Informationen zu Kosten und Fördermöglichkeiten. „Photovoltaik- und Solarthermie-Anlage sind eine „saubere“ Möglichkeit, Strom und Wärme für seinen Haushalt zu erzeugen“, erläutert Wieland Hoppe vom Fachdienst Umwelt der Kommune Remscheid. Er rät deshalb den Remscheiderinnen und Remscheidern, diese unabhängige Unterstützung zu nutzen.

Die Klima-Allianz übernimmt die Kosten für die ersten 20 Anmeldungen zum Eignungs-Check Solar. Die Ratsuchenden bezahlen zunächst das Entgelt von regulär 30 Euro und erhalten es rückwirkend von der Stadt Remscheid zurückerstattet. Informationen und Anmeldung über: Fachdienst Umwelt der Kommune Remscheid, Herr Wieland Hoppe, Tel. RS 162601, E-Mail klimaschutz@remscheid.de. Anmeldungen werden vom 18.10. bis 19.11.2021 unter den unten genannten Kontaktdaten angenommen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erklären sich bereit, dass ihre Daten zur Abwicklung der Beratung an die Verbraucherzentrale übermittelt werden. Die Beratungen erfolgen bis 5.Dezember 2021, die Interessenten erhalten ein Protokoll der Beratung.

Rote Ameise hat sich in Dörpholz wieder bekrabbelt

Als eine Folge der drei vergangenen extrem heißen und trockenen Sommer (Klimawandel) sind (auch) am Dörpholz die Fichtenbestände abgestorben. Dort hat die geschützte Rote Waldameise ihren Lebensraum. Im Vorfeld der notwendigen Baumfällungen wurden die Ameisennester zum Schutz markiert. Trotzdem wurden einige der Nester bei den Forstarbeiten zerstört. Das war ein Thema in der Juni-Sitzung des Naturschutzbeirats. Denn die Rote Waldameise ist gemäß Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt (§ 44 Abs. 1).  Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG, Zugriffsverbote). Darauf hatten bei Ortsterminen Mitarbeiter des Forstamtes, der Biologischen Station und der Naturschutzbehörde den Waldbesitzer und den Forstunternehmer aufmerksam gemacht. Den Verstoß gegen die Bundesartenschutzverordnung jetzt noch zu ahnden, ist allerdings nicht vorgesehen. In einer Vorlage zur Sitzung des Naturschutzbeirats  am 28. Juni heißt es lediglich, eine aktuelle Nachkontrolle der Biologischen Station habe ergeben, „dass sich Nester der Rote Waldameise dank des günstigen Wetters sowohl in den verbliebenen Dürrständern als auch in den Einschlagflächen gehalten haben. Einzelne Nester sind zerstört, andere vermutlich umgezogen, und es sind auch neue Nester entstanden. Die verbliebenen Buchen und Eichen werden massiv belaufen, vor allem der Eichenwald nördlich des Ochsensiepens. Dort ist inzwischen mindestens ein Nest mitten im Laubwald entstanden. Die Biostation erwartet, dass weitere Nester folgen“. Die Botschaft: Alle noch mal gutgegangen.

Corona: Gut vorbereitet sein auf Herbst und Winter!

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Mit steigenden Impfquoten gegen Corona und zunehmender Grundimmunität in der Bevölkerung fallen coronabedingte Kontaktbeschränkungen zunehmend weg. Jedoch ist die Pandemie noch nicht zu Ende. Und selbst wenn, so wird Corona zu einer endemischen Erkrankung, die unter besonders empfänglichen Personen zu lokalen, unter Umständen auch heftigen Ausbrüchen führen kann. Neue Mutationen werden zudem auftreten und für Impfdurchbrüche sorgen.

Derzeit ist bekannt, dass die vollständig Geimpften einen Schutz gegen die Erkrankung oder schwere Verläufe haben. Der Schutz ist jedoch in erster Linie individuell. Auch Geimpfte können das Virus weitergeben, selbst wenn sie selbst asymptomatisch sind bei einer Infektion! Der Herbst und Winter sind zudem auch Zeiten der alljährlichen Influenzaepidemie, die in der letzten Saison aufgrund der praktizierten Corona-Schutzmaßnahmen praktisch nicht stattgefunden hat. Aufgrund dessen muss mit einer geringeren Widerstandsfähigkeit (Resilienz) gegen die diesjährige Influenza gerechnet werden, vor allem bei den vulnerablen Gruppen. Es gilt daher: Das Infektionsgeschehen erfordert weiterhin Aufmerksamkeit, und es muss damit gerechnet werden, dass die Anforderungen an den Infektionsschutz weiterhin hoch bleiben werden!

Damit uns ein so unerfreulicher Winter wie der vergangene erspart bleibt, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • Impfschutz gegen Corona überprüfen und gegebenenfalls komplettieren!
  • Geimpfte Erwachsene sind der beste Schutz vor Erkrankungen bei Kindern unter zwölf Jahren, die noch nicht geimpft werden können!
  • Impfung gegen Grippe nicht vergessen!
  • Ganz wichtig: Weiterhin ist Beachtung der AHA-Regeln notwendig!
  • Auf regelmäßige, gründliche Lüftung von Räumen achten!
  • Vorsicht bei Kontakten zu ungeimpften Risikogruppen, auch wenn man selbst geimpft ist!
  • Je nach Lage im Herbst/Winter wird eine individuell verantwortete Reduktion der Kontakte nötig sein, somit ist jede und jeder Einzelne gefragt!

Keine der oben genannten „Public Health“-Maßnahmen bietet als Einzelmaßnahme ausreichend Schutz; nur das Zusammenspiel dieser Maßnahmen kann die Entwicklung der Pandemie positiv beeinflussen (Multikomponentenansatz). Alles zum Corona-Virus in Remscheid unter www.remscheid.de/corona.

14. Juli zeigte: Menschen halten in der Not zusammen

Die Spenden an die „Fluthilfe Remscheid“ (IBAN: DE12 3405 0000 0012 1212 16) reißen nicht ab:  Über 7.210 Euro von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Schützenstraße („Friedenskirche“), die er wenige Stunden zuvor erhalten hatte, berichtete Horst Kläuser gestern im Garten der Gaststätte Wildschütz Aue. Dorthin („auf Wuppertaler Stadtgebiet…“) hatte er spontan und kurzfristig die vom Hochwasser am 14. Juli Betroffenen aus dem Morsbachtal und den umliegenden Tälern einladen, damit sie sich kennenlernen konnten (falls sie das nicht schon taten), vor allem aber, um ihnen Gelegenheit zu geben, Erfahrungen (etwa mit Versicherungen), Ideen und Tipps auszutauschen. An dem „freundlichen Get-Together ohne großes Programm“ (Kläuser) nahmen auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Sozialdezernent Thomas Neuhaus, Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan, Pfarrer Siegfried Landau, Mitglieder des für die Fluthilfe-Spenden eingerichteten „Verteilerkreises“ sowie einige "Bekieker" teil, die die Hochwasserschäden im Tal in Augenschein genommen  hatten. Den Namen in Remscheider Platt hatte Stephanie Hoffmann („Steph“) beigesteuert. Sie gehört ebenso zum Initiativkreis um Kläuser wie Thomas E. Wunsch und Maximilian Süss. Und die „Bekieker“ seien alles gute Freunde von ihm, verriet der pensionierte WDR-Reporter gestern: „Auch einstige Klassenkameraden sind dabei!“

Bewirtet wurden die Betroffenen mit Würstchen, belegten Brötchen, Kuchen, Bier und Softdrinks. Um das zu organisieren, hatte es nur einiger weniger Telefonanrufe bei einer Metzgerei, einer Bäckerei etc. bedurft. Horst Kläuser ist in Remscheid gut vernetzt. Die Aussage „Alles, was angeboten wird, ist extra gespendet, es fließt kein Spendengeld der Fluthilfe Remscheid“ war ihm wichtig. „Es ist kein Abschiedsbier, das Sie heute trinken“, sagte er in die Runde. Vor den vom Hochwasser Betroffenen liege noch eine schwierige Zeit. „Aber Sie bleiben auch künftig nicht allein. Die Erfahrung nach dem 14. Juli hat gezeigt, dass die Menschen zusammenhalten!“

Und das sogar über die Grenzen Remscheids hinaus. Davon wurde Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz überrascht, wie er berichtete. Ralf Scheler, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Eilenburg in Nordsachsen, hatte ihm schon Ende Juli eine Unterstützung der Remscheider Flutopfer angekündigt und in einem ersten Schritt 21.000 Euro überwiesen. Daraus seien inzwischen 30.000 Euro geworden, so Mast-Weisz bei dem gestrigen Treffen. Dazu hatte der OB Kopien von Antragsformularen und Erläuterungen mitgebracht. Die wurden an die Betroffenen verteilt, um ihnen eventuelle weitere Anträge auf Fördermittel an das Land zu erleichtern. „Wenn Sie sonst noch Sorgen haben, einfach anrufen. Wir kümmern uns dann!“ Horst und Elke Kläuser sowie ihren Unterstützern in der Fluthilfe Remscheid“ dankte Mast-Weisz herzlich für ihr Engagement.

Übrigens, zu den Flutopfern gehört auch der Wirt der Gaststätte Wildschütz Aue, wie Kläuser berichtete: „Der Keller war überflutet. Der Bierkühlschrank dort sah aus wie ein Schlammlager!“

Wahlen am 26. 9. unter Pandemiebedingungen

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Das Team des Remscheider Wahlamtes macht nochmals ausdrücklich auf die besonderen Regelungen aufmerksam, die zum Schutz der Wähler:innen und ehrenamtlich tätigen Wahlhelfenden vor einer Ansteckung mit COVID-19 in den Urnenwahllokalen der Stadt Remscheid gelten – auf Grundlage der aktuellen Coronaschutzverordnung sowie des Hygienekonzepts.

  • AHA + L-Regelungen: In den Wahllokalen gelten die AHA + L-Regelungen (Abstand, Hygiene, med. oder FFP2-Maske, Lüften). Beachten Sie hierzu auch die am Wahllokal angebrachten Hinweisschilder. Zum Schutze aller ist bereits auf den Zuwegungen zum Wahllokal ein medizinischer Mundschutz oder eine FFP2-Maske zu tragen. Außerdem stehen in den Wahllokalen Hand-Desinfektionsmittel zur Verfügung. Bitte beachten Sie auch am Wahltag die Abstandsregelung von 1,5 Metern. Dem Wahlvorstand in Urnenwahllokalen werden zum Schutz Plexiglaswände zur Verfügung gestellt. Durch das Aufstellen dieser Schutzwände entfällt für die Mitglieder des Wahlvorstands die Maskenpflicht.
  • Ausnahmen von der Maskenpflicht: Wahlberechtigte, die durch ein ärztliches Attest von der Maskenpflicht befreit sind, können im Wahllokal wählen. Es ist jedoch notwendig, das Attest mitzubringen und auf Verlangen dem Wahlvorstand vorzuzeigen. Liegt kein ärztliches Attest vor und tragen Wahlberechtigte dennoch keine medizinische Maske, wird der Wahlvorstand zum Eigenschutz aber auch zum Schutz anderer Wahlberechtigter regelmäßig von seinem Recht Gebrauch machen, Wahlberechtigten des Wahllokals zu verweisen.
  • Einmalhandschuhe, Desinfektionstücher: Gerne stellen wir Ihnen im Wahllokal bei Bedarf Einmalhandschuhe und Desinfektionstücher zur Verfügung.
  • Wahlkabinen: Die Wahlkabinen werden regelmäßig desinfiziert.
  • Stifte: Die in den Wahllokalen ausliegenden Stifte werden nach einmaliger Benutzung desinfiziert. Gerne können Sie einen eigenen Kugelschreiber (keinen Bleistift!) zur Wahl mitbringen.

Die Onlinebeantragung von Briefwahlunterlagen endet am Mittwoch, 22. September. Denn danach ist eine Zustellung der Briefwahlunterlagen nicht mehr gesichert. Wer möchte, kann aber weiterhin im Direktwahlbüro im Ämterhaus zu den Öffnungszeiten des Bürgerservices wählen – am Freitag, 24. September, sogar durchgehend von 7.30 bis 18 Uhr. Oder natürlich am Wahltag persönlich im Wahllokal.

Klimacamp begann mit Transparenten und Plakaten

aaa Foto: Lothar Kaiser

‚Klimacamp‘ am Rathaus ist zugleich Mahnwache, titelte der Waterbölles am Donnerstag und stellte die erste größere Aktion des neuen „Bündnis Remscheid“ vor, die auf Initiative von Daniel Pilz, damals Schülersprecher des Röntgen-Gymnasiums und Jugendratsmitglied, inzwischen Vorsitzender der Remscheider Jusos, aus der „Fridays for Future“-Gruppe Remscheid hervorgegangen ist. Auf einer Pressekonferenz im Rathaus hatten die vier Organisator:innen Belinda Tillmanns und Sofia Rodriguez Eckwert, Mitglieder der Projektgruppe „Nachhaltigkeit und Klimaschutz" des Remscheider Jugendrates, Julian Ring und Daniel Pilz über die einzelnen Programmpunkt der Aktion berichtet.

Gestern nun war es soweit: Ein Zelt und ein Pavillon wurden aufgebaut, und heute folgte noch ein zweites Zelt – vor allem aber: Es kamen Transparente und Plakate hinzu. Mit diesen machten die Mitglieder der Remscheider Gruppe von „Seebrücke“ auf die Klimakrise aufmerksam und die sich daraus ergebende wachsende Zahl von Flüchtlingen. Morgen um 11 Uhr beginnt vor dem Rathaus ein „Schöpfungsgottesdienst“ zum Artensterben mit der evangelischen Superintendentin Antje Menn und Bruder Dirk aus Beyenburg. Dazu sind nicht nur Kinder und Jugendliche willkommen, sondern auch ältere Bürgerinnen und Bürger (es sollen mehr als 100 Stühle aufgestellt werden).

Hochwasser-Schadensmeldung über 8.315.500 Euro

Auf insgesamt 8.315.500 Euro beläuft sich die vorläufige Schadensmeldung der Stadt Remscheid an das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung mit den im Juli in Remscheid entstandenen Hochwasserschäden. Die Schadensmeldung wurde am 4. August 2021 dem Ministerium übermittelt und basiert auf folgender vorläufigen Kostenschätzung:

  • Denkmäler 1.034.000 Euro
  • Entsorgungseinrichtungen 112.000 Euro
  • Gewässer 4.157.500 Euro
  • Städt. Straßen, Wege, Plätze und Brücken 2.069.000 Euro
  • ÖPNV, SPNV, Verkehrseinrichtungen 3.000 Euro
  • Grünflächen 100.000 Euro
  • Sportstätten und -bäder 60.000 Euro
  • Forstwirtschaft 79.500 Euro,
  • sonstige öffentliche Einrichtungen, 70.000 Euro,
  • Beseitigung von Treibgut, Erdmassen etc. 130.500 Euro

Wie Stadtkämmerer Sven Wiertz am Donnerstag in der Ratssitzung mitteilte, befinden sich die beschädigten Denkmäler in den Ortsteilen Clemenshammer, Gerstau und Hammertal. Darunter sind 36 Bodendenkmäler, die Überreste von Kotten und Hammerwerken. Zum ebenfalls in Mitleidenschaft gezogenen Freibad Eschbachtal sagte Wiertz, für den Fall, dass dessen grundlegende Sanierung erst im Herbst 2022 beginnen könne, werde es im Frühjahr auf jeden Fall geöffnet werden.

Die Sanierung des Freibads sollte nicht ohne Einbeziehung wertvoller Ideen aus der Bürgerschaft erfolgen, meinte die CDU-Fraktion und stellte einen entsprechenden Antrag auf „Nutzerbeteiligung“. Einstimmig angenommen wurde vom Rat der Stadt gestern aber nur Punkt 2 des Antrags: „Die Verwaltung wird beauftragt, mittels der neuen Stabsstelle Fördermanagement entsprechende Förderprogramme zur Finanzierung der Maßnahmen zu eruieren und entsprechende Anträge zu stellen.“ Zuvor hatte Sportdezernent Thomas Neuhaus klar gemacht, dass im Rahmen der Sanierungsmaßnahme drei (!) Bürgerforen vorgesehen seien.

Freiflächenverbrauch aus reiner Phantasielosigkeit?

Zu Beginn der Ratssitzung am Donnerstag äußerte sich in der „Einwohnerfragestunde“ Stephan Jasper, früheres Ratsmitglied der Grünen, kritisch zum Freiflächenverbrauch in Remscheid:

Anders als der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen bin ich der Meinung, dass das schockierende Regenereignis Mitte Juli sehr wohl ein Anlass ist, Grundzüge der bisherigen Politik zu überdenken.

Wie wir bitter erfahren mussten, trägt auch die Versiegelung des Erd­bodens erheblich dazu bei, kleinere Fließgewässer in tosende Fluten zu verwandeln, wenn riesige Regenmassen auf die Täler niederprasseln. Die Entfesselung der Freiflächenüberbauung von jeglichem Hektar-Limit begünstigt offenbar die Entfesselung von Naturgewalten, und zwar so, dass die Grenzen des technischen Hochwasserschutzes aufscheinen. Die Besinnung auf die Tugend der Genügsamkeit scheint unumgänglich. Als Betätigungsfeld par excellence bietet sich die Flächennutzungsplanung an, ein Prozess, den der Gesetzgeber in die Hände der Kommunen gelegt hat.

Doch leider ist davon in Remscheid noch so gut wie nichts zu spüren, wie beispielsweise der "Blick nach Bergisch Born zeigt. Ganz in der Nähe dreier Bachquellen müssten freie Felder und ein Eichenwäldchen verschwinden, damit im Gleisdreieck Gewerbehallen entstehen können. ..Bebauungen verursachen neue Abflussverhältnisse" - ob Dachbegrünung und Rasengittersteine als wasserwirtschaftliche Kompensation ausreichen, darf bezweifelt werden. Nebenbei bemerkt sind bisher Gründächer nicht als Nistplätze der Feldlerche bekannt geworden und Rasengittersteine nicht als Retter der Nahrung spendenden Ackerkrume in Erscheinung getreten.

Vor diesem Hintergrund, sehr geehrter Herr Mast-Weisz, würde ich gerne von Ihnen erfahren: Was halten Sie von dem Vorschlag, sich mutig von der Verplanung weitläufiger Freiflächen für Bauzwecke zu verabschieden und statt­dessen unter dem Motto „Begrenzung fördert Kreativität" eine Ideen­börse einzurichten, wo auszuloten wäre, wie sich ein signifikantes Ab­bremsen der andauernden, einfallslosen und gefährlichen Offenlandversiegelung vereinbaren lässt mit dem wirtschaftlichen Gedeihen der Stadt. Könnte sich nicht ein „Gewerbearchitekturgipfel“ als brauchbarer Impuls erweisen, um endlich den Aufbruch in eine Ära einzuleiten, in der hochproblematische Eingriffe in den Naturhaushalt zwecks Sicherung des Kommunalhaushaltes der Vergangenheit angehören?

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz antwortete darauf in der Ratssitzung:

„Mir ist es sehr bewusst, dass es eines Spagats bedarf, die Themen 'Flächenentwicklung für Gewerbe und Wohnen' und 'Anpassung an den Klimawandel' unter einen Hut zu bringen. Um genau diesen Spagat zu bewältigen wird derzeit an der Nachhaltigkeitsstrategie für den Konzern Stadt Remscheid gearbeitet. Die Nachhaltigkeitsstrategie soll im Dezember 2021 in die politische Beratung eingebracht werden. Ich stehe voller Überzeugung hinter dem Ratsbeschluss vom 26.09.2019, der im Zusammenhang mit der Diskussion um den Klimanotstand und der Erarbeitung der Nachhaltigkeitsstrategie gefasst wurde: 'Die Belange des Klimaschutzes und der Klimafolgenanpassung sind bei allen Entscheidungen der Stadt zu untersuchen, darzustellen und abzuwägen. Dabei erhalten die Belange von Klimaschutz und Klimafolgenanpassung die gleiche Gewichtung wie die Belange des Haushalts.'

Ich bekenne mich klar zur Nachhaltigkeitsstrategie und deren Umsetzung, muss dabei aber verdeutlichen, dass weitere Flächen für Gewerbe und Wohnen benötigt werden. Die heimische Wirtschaft sowie ansiedlungsinteressierte Unternehmen suchen in Remscheid händeringend nach verfügbaren und geeigneten Gewerbeflächen. Ein Teil der v. a. endogenen Nachfragen können, oft unter intensiver Mitarbeit der Stadtverwaltung, in verfügbaren gewerblichen Bestandsimmobilien untergebracht werden. Diese Möglichkeiten sind jedoch begrenzt und erfordern von den Unternehmen teils erhebliche Zugeständnisse und Flexibilität was die Umsetzung von Expansions- und Verlagerungsnotwendigkeiten angeht. Einige Unternehmen kehren dem Standort Remscheid aber auch den Rücken, weil es an einem geeigneten Gewerbeflächenangebot fehlt.

Die Standortverlagerungen der Fa. Dönges nach Wermelskirchen sowie der Messerfabrik Neuenkamp nach Hückeswagen sind Ihnen allen mahnende Beispiele. Beiden Unternehmen konnten am Standort Remscheid keine den Standortanforderungen entsprechende Flächenangebote unterbreitet werden. Möglichen Unternehmensabwanderungen können wir von Seiten der Stadtverwaltung nicht tatenlos gegenüberstehen, bei allen Aktivitäten des Brachflächenrecyclings sowie der Nachnutzung gewerblicher Bestandsimmobilien. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass wir unter Beachtung aller Rahmenbedingungen auf die maßvolle Ausweisung und Entwicklung neuer Gewerbeflächen nicht verzichten können, wenn wir dem Wirtschaftsstandort Remscheid und somit auch der Stadtgesellschaft eine Perspektive bieten wollen.

Ähnlich verhält es sich bei der Ausweisung und Entwicklung neuer Wohnbauflächen, auch hier müssen wir Bürgerinnen und Bürgern, welche sich in Remscheid niederlassen oder ihren Wohnstandort verändern wollen, eine Perspektive bieten. Die demographische Bevölkerungsentwicklung tendiert zu einer Überalterung der Gesellschaft, das Nachrücken junger Familien mit Kindern ist essentiell für die Stadtgesellschaft und den Fortbestand öffentlicher Infrastrukturen. Dieser jungen Bevölkerungsgruppe müssen attraktive Wohnangebote gemacht werden. Auch bei Wohnbauflächen funktioniert bei passenden Angeboten das Recycling, siehe die Nachnutzung des ehemaligen Krankenhausareals in Lennep oder die künftige Besiedlung des ehemaligen Schulstandortes Am Schützenplatz in Lüttringhausen. Bei allen Aktivitäten des 'Nachnutzens' und 'Verdichtens' in bereits urbanen Strukturen können wir aber auch bei Wohnbauflächen perspektivisch nicht auf die Entwicklung neuer, attraktiver Bauareale verzichten.

Der wahrnehmbare Klimawandel und zuletzt das Starkregenereignis Mitte Juli zeigen uns, dass wir ökologische Notwendigkeiten und Ausgleiche bei Flächenentwicklungen noch intensiver und kreativer mitdenken müssen als das bislang schon der Fall ist. Bei der Inanspruchnahme von nicht-versiegelten Flächen sind in den notwendigen Planverfahren ökologische Ausgleichsmaßnahmen zu erbringen, dies ist gelebte Praxis, die sukzessive auf die aktuellen Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt werden muss. Bei den Diskussionen zur Nachhaltigkeitsstrategie ist klargeworden, dass zukünftig über die üblichen Ausgleichsmaßnahmen hinausgehende Maßnahmen erforderlich sind, um dem Klimawandel zu begegnen. Ich war an diesen Gesprächen beteiligt. Deshalb sage ich klar, dass im Falle einer Realisierung der geplanten Gewerbe- und Wohnbaugebiete alles unternommen wird, um der Anpassung an den Klimawandel gerecht zu werden – auch über die bisher üblichen Anforderungen hinaus.

Seien Sie sich sicher, dass wir von Seiten der Stadtverwaltung keine kurzsichtige Flächenentwicklung mit der 'Brechstange' betreiben. Die ggf. entstehenden Folgeschäden würden unsere Stadt teuer zu stehen kommen. Die sich derzeit in der Erarbeitung befindliche Nachhaltigkeitsstrategie für die Stadt Remscheid greift viele Aspekte Ihrer Einwohnerfrage und der von mir geschilderten Rahmenbedingungen auf. Wir können es uns bei aller Notwendigkeit für die Entwicklung von Gewerbe- und Wohnbauflächen nicht leisten, die Herstellung eines angemessenen ökologischen Ausgleiches dabei aus den Augen zu verlieren.

Begräbniswälder Ehringhausen und Kleebach

Die Technischen Betriebe beabsichtigen, zwei weitere Begräbniswälder anzulegen, da der bisherige Standort „Im Kempkenholz“ demnächst nur noch für Zweitbelegungen an vorhandenen Bestattungsbäumen zur Verfügung stehen wird. Bei den zwei neuen Standorten, die voraussichtlich von einer eigenen Gesellschaft bewirtschaftet werden, handelt es sich um Waldbesitz beiderseits der Burger Straße, wobei anfänglich ausschließlich der Teil nördlich der Burger Straße zwischen den Häusern 262 und 276 in Anspruch genommen werden soll. Darauf bezieht sich der aktuelle Antrag der Verwaltung an den Naturschutzbeirat auf Befreiung gem. § 67 Landesnaturschutzgesetz. Die Gesamtfläche beträgt ca. 75.000 Quadratmeter brutto zuzüglich 10.000 bis 14.000 Quadratmeter Potenzialflächen.

Der zweite Begräbniswald („Kleebach“) soll in einem Waldgebiet zwischen Hackenberg und Vorsperre der Wuppertalsperre auf einer Fläche von 210.000 Quadratmetern brutto angelegt werden. „An beiden Standorten wurde kürzlich die Beprobung der Böden vorgenommen", teilt die TBR mit. Sie seien für die Bestattung von Totenaschen grundsätzlich geeignet. Für beide Standorte wird insgesamt mit rund 130 Bestattungsbäumen bei rund 220 Bestattungen pro Jahr gerechnet. Der Gesamtcharakter der Waldstücke werde sich dadurch nicht verändern. Auch in diesen Begräbniswäldern werden Grabkennzeichnungen und -ausschmückungen unzulässig sein. Mit Asphalt befestigte Wege sind nicht vorgesehen, wohl aber je Standort zumindest ein Unterstand geplant in Eingangsnähe. Die Entscheidung über die Einrichtung mobiler WC stehe noch aus, so die TBR.