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Vaillant treibt Energiewende und Digitalisierung voran

Pressemitteilung der Vaillant Group

Als einer der weltweiten Markt- und Technologieführer präsentiert der Heiztechnikspezialist Vaillant auf der Branchenmesse ISH 2019 in Frankfurt am Main eine Vielzahl neuer energiesparender und umweltfreundlicher Produkte sowie umfassende Servicedienstleistungen. „Nach einem sehr guten Geschäftsjahr 2018 wollen wir mit einem erweiterten Wärmepumpenportfolio, einer neuen Serie effizienter Brennwertheizgeräte und digitalen Serviceangeboten für Fachhandwerk, Immobilienwirtschaft und Immobilienbesitzer weiter wachsen. Dabei orientieren wir uns konsequent an den Bedürfnissen unserer Kunden“, betonte Dr. Andree Groos, Geschäftsführer Vertrieb, Marketing und Service der Vaillant Group, auf der gestrigen Pressekonferenz des Unternehmens. Wärmepumpen und effiziente Gas-Heizgeräte seien auch nach 2030 die wesentlichen Säulen des Wärmemarktes, stellte Dr. Groos unter Bezug auf die „Branchenstudie 2018“ des Bundesverbands Wärmepumpe und die „Gebäudestudie“ der Deutschen Energie-Agentur heraus. „Mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens sind wir damit ein Teil der Lösung zur Erreichung der weltweiten Klimaschutzziele“, so Dr. Groos.

Mit „ecoTEC exclusive“ stellt Vaillant erstmals ein Produkt aus seiner neuen Generation von Gas-Brennwertgeräten vor. Mithilfe der Ionisationstechnologie werden Gasqualitätsschwankungen ausgeglichen und Gasarten automatisch erkannt. Eine optimale Energieausbeute bei zugleich bester Verbrennungsqualität ist somit gewährleistet.
Die neue Warmwasser-Wärmepumpe „aroSTOR“ nutzt ein natürliches, umweltfreundliches Kältemittel und stellt effizient und umweltschonend Warmwasser mit Wassertemperaturen von mehr als 60°C zur Verfügung. Die „aroTHERM plus“ ist die neue Monoblock-Luft/Wasser-Wärmepumpe von Vaillant. In dem Gerät wird ebenfalls das natürliche Kältemittel R290 eingesetzt, wodurch sowohl die Vorlauf- als auch die Warmwassertemperatur bis zu 75 Grad Celsius betragen können.
Zu den weiteren Neuheiten von Vaillant auf der ISH zählt eine neue Reglergeneration für eBUS-Systeme. Diese Regler sorgen für höchsten Komfort und maximale Energieeffizienz beim Betrieb von Vaillant Heizgeräten. Vaillant präsentiert alle Neuheiten auf der ISH in Frankfurt am Main bis zum 15. März (Stand E 81, Halle 12.1).

„Remscheid brummt“: Insektenschutz in der Stadt

Pressemitteilug der Stadt Remscheid

Nach einer Eingabe der Grünen hatte der Rat der Stadt Remscheid am 22.Februar 2018 einstimmig beschlossen, sich mehr für die Vermittlung der Bedeutung von Insekten sowie ihren Schutz einzusetzen, unter anderem durch das Angebot von Nistplätzen und Nahrung. Dabei geht es nicht allein um die Steigerung des Ertrags für Imker, sondern um die Erhaltung der Artenvielfalt unserer Insekten. Zudem soll die Bevölkerung darüber informiert werden, wie unverzichtbar Insekten -  auch die kaum wahrnehmbaren und die nicht ganz so niedlichen - für uns Menschen sind. Dabei setzt man am besten bei Kindern und Jugendlichen an und nutzt ihre Neugier auf alles, was um uns herum lebt. Auszug aus dem Ratsbeschluss: „Im Rahmen ihres Engagements für eine nachhaltige Entwicklung der Stadt Remscheid setzt sich die Verwaltung für eine verstärkte Vermittlung der Bedeutung von Insekten und ihrer Lebensräume ein. Hierzu sollen im Öffentlichen Raum, sowie – auf freiwilliger Basis - an Schulen und Kindergärten exemplarisch Blühangebote, charakteristische Lebensraumstrukturen sowie Nisthabitate geschaffen und gefördert werden.“

Zur Umsetzung dieses Beschlusses traf sich seitdem mehrfach eine vom Bildungsbüro koordinierte ressortübergreifende Arbeitsgruppe aus Fachleuten und Verwaltungsmitgliedern. Denn es soll nicht bei einzelnen Aktionen bleiben, sondern der Insektenschutz soll zum „mitwachsenden Konzept“ werden. Beteiligt sind neben Bildungseinrichtungen (Kindertageseinrichtungen, Grund- und Förderschulen, Schulen der Sekundarstufe I und II, Arbeit Remscheid) auch der Fachdienst Umwelt, die Natur-Schule Grund, die Biologische Station Mittlere Wupper und die Technischen Betriebe Remscheid. Somit stellt sich „Remscheid brummt“ als ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit von Bildungsakteuren innerhalb und außerhalb der Verwaltung dar.

Für Juni sind Aktionswochen geplant:  Pfingsten herum (3.-7.6. und 12.-15.6.) werden für alle Remscheider Bürgerinnen und Bürger unterschiedliche Aktivitäten angeboten, z.B. Führungen und Begehungen an Orten, die im Sinne der Erhaltung der Artenvielfalt gestaltet sind (etwa die Ziegelei Schäfer, das Freibad Eschbachtal, das Naturschutzgebiet Feldbachtal), Schulen und Kindertageseinrichtungen zeigen auf ihren Geländen angelegte Habitate, Interessierte können Insektenhotels bauen und aufstellen etc. Das genaue Programm befindet sich noch in der Planung.

Auch ein Wettbewerb ist vorgesehen. Hierfür ist es gelungen, Spenden einzuwerben. Zu gewinnen sind attraktive Geldpreise, alle Teilnehmenden erhalten aber auch Sachpreise als Anerkennung für ihren Einsatz (Insektenhotels, Becherlupen, evt. Sachbücher). Und Grundschüler*innen sind aufgefordert, ein Logo zu entwerfen, das in Zukunft das Markenzeichen von „Remscheid brummt“ sein soll.

Für die Sekundarstufen I und II wird jeweils ein Kurzfilmwettbewerb ausgeschrieben, in dem die Bedeutung von Insekten – teils mit wissenschaftlichem Schwerpunkt, aber immer mit deutlichem Bezug zu unserer Stadt - Thema ist. Am 15. Juni sollen im Kino die Preisträger geehrt werden.

Auf lange Sicht werden die Orte des Insektenschutzes (renaturierte Flächen, Insektenhotels, Blumenwiesen mit passendem Nahrungsangebot, Streuobstwiesen etc.), auch solche auf Kita- und Schulgeländen, im städtischen Geo-Datenportal und auf der Pädagogischen Landkarte, die vom Bildungsbüro eingerichtet wird, zu finden sein.

Februar erst nass und dann frühlingshaft

Pressemitteilung des Wupperverbandes

Nach dem nassen Januar startete auch der Februar zunächst mit viel Regen. Doch ab dem 12. Februar gab es einen Vorgeschmack auf den Frühling mit viel Sonnenschein und milden Temperaturen. Die Auswertungen des Wupperverbandes zeigen, dass die Regenmengen an den Messstationen zumeist unter dem Monatsmittel lagen. So fielen an der Bever-Talsperre in Hückeswagen circa 73 Liter pro Quadratmeter, üblich sind dort 104 Liter. An der Großen Dhünn-Talsperre in Wermelskirchen-Lindscheid wurden 60 Liter gemessen, im Schnitt sind es 81 Liter. In der Kläranlage Solingen Burg lag der Wert bei 64 Liter, im Mittel sind es 94 Liter. Einzig in der Wuppertaler Kläranlage Buchenhofen fiel so viel Regen wie im Durchschnitt, 67 Liter.

Während es bis zum 11. Februar beinah täglich regnete, blieb die 2. Monatshälfte weitgehend trocken. Nur vereinzelt wurden geringer Niederschlag am 18., 21. und 28. Februar gemessen. Der nasseste Tag war Sonntag, 10. Februar, mit sehr ergiebigen Regenmengen im Wuppergebiet: 37 Liter waren es an der Bever-Talsperre, 33 Liter in Wuppertal-Buchenhofen, 30 Liter im Klärwerk Burg und in Lindscheid wurden 26 Liter gemessen. Insgesamt lagen die Durchschnittstemperaturen und die Zahl der Sonnenscheinstunden in diesem Februar weit über dem vieljährigen Mittel, meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD). In Nordrhein-Westfalen schien die Sonne knapp 125 Stunden, der Durchschnitt liegt bei 72 Stunden.

Innenstadt wird probeweise neu beleuchtet

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die angekündigte Beleuchtungsprobe findet am Montag, 11. März, um 20 Uhr statt. Treffpunkt ist das Innenstadtbüro, Markt 13. Nach der Vorstellung des Beleuchtungskonzepts startet von dort der Rundgang durch die Innenstadt. Im Rahmen der Umsetzung des „Konzeptes zur Revitalisierung der Innenstadt“ ist die Erneuerung der Innenstadtbeleuchtung geplant (Maßnahme 1.6). Projektziel ist die Aufwertung öffentlicher Plätze und Wegeverbindungen. Durch eine technisch zeitgemäße energiesparende Stadtbeleuchtung können zudem dauerhaft die Energiekosten und der CO2-Ausstoß gesenkt werden. Zur Vorbereitung der Erneuerung erarbeitet die Planungsgemeinschaft aus dem Planungsbüro „Studio DL“, Hildesheim, und der RheinEnergie AG, Köln, ein Beleuchtungskonzept.

Die Öffentlichkeit hatte im Rahmen des Beteiligungsworkshops im September die Gelegenheit, sich über den Konzeptvorentwurf zu informieren und Anregungen zur weiteren Konkretisierung zu geben. Die weitere Ausarbeitung des Konzepts kann nun der Öffentlichkeit vor Ort präsentiert werden. Hierzu werden exemplarisch ausgewählte Standorte neu in Szene gesetzt. Dabei möchten die Lichtplaner weitere Anregungen für die spätere Umsetzung von der Bürgerschaft sammeln.

Besichtigung des Blockheizkraftwerkes der Stadtwerke

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Der städtische Fachdienst Umwelt lädt in Kooperation mit der EWR GmbH alle Remscheider Unternehmen herzlich zu der Informationsveranstaltung „Energieeffiziente Werkstatt – Besichtigung des Blockheizkraftwerkes der Stadtwerke Remscheid GmbH“ ein. Die kostenfreie Veranstaltung findet am Dienstag, 12. März, von 15 bis 17.30 Uhr bei den Stadtwerken Remscheid, Neuenkamper Straße 81-87, statt. Um Anmeldung bis zum 7. März wird gebeten (Nicole Schulte, Tel. RS 163344, E-Mail nicole.schulte@remscheid.de">nicole.schulte@remscheid.de).

Als beratender und planender Ingenieur wird Stefan Schmidt (EWR GmbH) praxisnah  über die energieeffiziente und umfassende Modernisierung der Buswerkstatt der Stadtwerke Remscheid GmbH berichten. Bei der anschließenden BHKW-Anlagenbesichtigung werden die bei der Hallenbeheizung, Belüftung und Wärmeverteilung umgesetzten Maßnahmen sowie das Zusammenwirken der Wärme- und Strom erzeugenden Komponenten aufgezeigt. Welche Dienstleistungen die EnergieAgentur.NRW den Unternehmen diesbezüglich anbietet, wird Rüdiger Brechler (EnergieAgentur.NRW) aufzeigen.

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Genossenschaft für Nachhaltigkeit, Wald in Bürgerhand

von Annette Lübbers

Legenden, Märchen und Mythen - nirgendwo sonst auf der Welt wird die Seele eines Volkes so sehr mit dem Wald verortet wie in Deutschland. So lässt sich wohl auch erklären, dass der Hambacher Forst und seine geplante Abholzung für den Braunkohletagebau Naturschätzer und Baumfreude auf die Barrikaden beziehungsweise in die Baumhäuser trieb.

Gefährdet sind Eichen, Fichten und Buchen aber auch, wenn sie sich in privatem Besitz befinden. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Waldgrundstücke durch Erbfolgeregelungen immer kleiner, eine Bewirtschaftung der kleinen Parzellen lohnt sich heute kaum noch. Viele private Besitzer verkaufen deshalb ihr grünes Erbe an Inves­toren. Deren Ziel: Geld verdienen. Das geht am besten mit diesem Rezept: kaufen, kahlschlagen, abtransportieren, weiterziehen! Solch „marodierende Holzhändler" hat Markus Wolff in einer seiner Nachbargemeinden bei der Arbeit erlebt. Möglich ist das nur, weil in Nordrhein-Westfalen laut Landesforstgesetz bis zu zwei Hektar zusammenhängender Waldfläche - sofern es sich nicht um ein Naturschutzgebiet handelt - ohne jede Geneh­migung kahlgeschlagen werden dürfen. Und schon ein schmaler Waldriegel genügt, um weitere zwei Hektar benachbarten Waldes abholzen zu dürfen.

Gefallen hat dem Städtischen Forstdirektor in Remscheid diese Entwicklung so wenig wie den Bürgern der Nachbargemeinde. Markus Wolff wollte einen neuen Ansatz in der „Wald-Politik“. Und den hat er nun: In Remscheid hat im J hat im Jahr 2013 die erste Waldgenossenschaft Deutschlands ihre Arbeit aufgenommen.

Markus Wolff.Dafür kann jede natürliche oder juristische Person Mitglied der Genossenschaft werden. Ab 500 Euro Einlage ist eine Mitgliedschaft möglich, unabhängig davon, ob man selbst Wald einbringt oder nicht, Die Genossenschaft kauft mit den Einlagen Waldanteile oder tauscht Waldflächen gegen Waldgenossenschaftsanteile. Ziel des Projektes ist es, es, mit privatem Kapital den Ankauf privater oder kommunaler Waldflächen verkaufswilliger Waldeigentümer zu betreiben. Und diesen Wald als echten Bürgerwald multifunktional und möglichst naturnah zu bewirtschaften und für alle erlebbar zu machen, Aktuell hat die Genossenschaft 207 Mitglieder und ist Besitzer von 68 Hektar Wald. Mehr als in der ursprünglichen Planung für das Jahr 2018 vorgesehen war. Am Ende der Wegstrecke ist die Genossenschaft aber noch lange nicht. Markus Wolff: „In etwa 30 Jahren soll der Genossenschaftswald auch als solcher erkennbar sein." Aktuell liegen die genossenschaftseigenen Parzellen nämlich noch weit voneinander entfernt. Nach der extremen Trockenheit im Jahr 2018 ist die Zahl der verkaufswilligen Waldbesitzer aber noch ein­mal stark gestiegen! Gute Voraussetzungen für eine -weitere Expansion.

Nicht nur die ehemaligen Waldbesitzer, auch der Wald selbst profitiert von der Arbeit der Genossenschaft! Markus "Wolff: „Unser Wald wird selbstverständlich naturnah bewirtschaftet. Und wir schaffen die Voraussetzungen für einen ökologischen Umbau des Waldes, der dem Klimawandel Rechnung trägt. Wir stellen sicher, dass diese Waldflächen eine diesen Zielen untergeordnet Waldpflege erfahren. Das gilt natürlich auch für den Stadtwald und den restlichen Wald, der im Forstverband betreut wird. Die Regeln für die Pflege des Waldes haben wir in der Satzung festgelegt, denn natürlich können wir nicht mit jedem Genossen jeden zu pflanzenden. Baum und jeden zu fällenden Baum diskutieren."

Bis zu zehn Prozent der Wälder bleiben dabei ungenutzt. In diesen Gebieten sollen sich Bäume, Tierpopulationen und Pflanzen möglichst ungestört entwickeln. Rücksicht auf emotionale Befindlichkeiten der ehemaligen Besitzer nehmen die Waldgenossen dennoch gerne. Jutta Velte, Ratsfrau und Aufsichtsratsmitglied der Genossenschaft, erinnert sich an eine besonders schöne Geschichte; „Eine Frau. die ihr Leben dem Aufbau von Genossenschaften in Ostafrika gewidmet hatte, brachte der Genossenschaft besonders viel und besonders schönen alten Wald ein. Sie selbst wohnte mittlerweile in Freiburg und konnte sich nicht selbst kümmern." Volker Pleiß, Bereichsdirektor der Stadtsparkasse Remscheid und Finanzchef der Genossenschaft, nickt: „Sie erinnerte sich noch daran, wie sie damals mit ihrem Großvater zusammen zum Baumpflanzen ging. Natürlich hatte sie eine emotionale Bindung zu ihrem Wald und wollte schon deshalb nicht den schnellen Dollar, sondern eine sinnvolle Nutzung ihres Erbes." Den Genossen machte sie zur Auflage, dass ein besonderer Baum als Nistplatz für Greifvögel auf jeden Fall erhalten bleiben solle. Diese Eiche trägt nun seit März 2018 eine Biotop-Baum-Plakette. Eine Nutzung dieses Baumes ist nun für immer ausgeschlossen.

Foto: Lothar KaiserVorstand, Aufsichtsrat und Genossenschaftsversammlung leisten viele Stunden ehrenamtliche Arbeit für den Bürgerwald. Die Genossenschaft beschäftigt derzeit nicht einen bezahlten Mitarbeiter. Zu tun gibt es für die engagierten Genossen genug: 2013 war die Genossenschaft Mitveranstalter und Gastgeber einer forstwissenschaftlichen Fachtagung zum Thema „Gemeinschaftswälder". Sie stößt öffentliche Diskussionen an — etwa zum Thema „Wieviel ist uns der Wald wert?" Sie veranstaltet Waldpflanzaktionen mit Schulklassen, gibt Studien in Auftrag und lädt Genossen und Interessierte zu von Fachleuten begleiteten Waldbegehungen ein. Jutta Velte erklärt: „Heutzutage gehören Waldbesitzer eher zur älteren Generation. Wir hoffen mit Aktionen wie diesen, dauerhaft auch jüngere Menschen für den Wald und seine Zukunft zu sensibilisieren."

Wirtschaftlich arbeiten kann die Genossenschaft nur, weil die Triebfeder eines typischen Wald-Genossen eher eine ideelle als eine renditeorientierte ist. Volker Pleiß erläutert: „Unser Ziel ist es schon, in der Genossenschaft ein bis zwei Prozent Rendite zu erwirtschaften." Viel ist das nicht, aber die Ergebnisse der letzten Mitgliederbefragung zeigen sehr deutlich, dass viele Genossen auch gar nicht an finanziellem Gewinn interessiert sind. Immerhin 43 Prozent der Genossen gaben an, keine Dividende zu erwarten. Und weniger als zehn Prozent erwarteten eine Dividende von zwei bis vier Prozent.

Die städtischen Forste in Remscheid sind bis heute erst einmal außen vor geblieben. Jutta Velte lacht: „Die Schwarzen im Stadtrat wollen nicht so gerne Genossen sein." Volker Pleiß hat für diese Haltung grundsätzlich sogar Verständnis: „Nach Kapitalgesichtspunkten ist das Genosse-Sein tatsächlich eher schwierig. Laut Genossenschaftsrecht hat ja jedes Mitglied - unabhängig von der Höhe seiner Kapitaleinlage - nur eine Stimme. Ein Genosse mit einem Genossenschaftsanteil von 500 Euro hat also genauso viel Mitspracherecht wie ein Genosse, der 50.000 Euro eingebracht hat. Ein kapitalgetriebener Investor überlegt sich deshalb sehr genau, ob er bei einer gemeinnützigen Genossenschaft einsteigen will." (Nachdruck aus der Zeitschrift KOMMUNAL Nr. 2/2019, dem Mitgliedermagazin des deutschen Städte- und Gemeindebundes, mit freundlicher Genehmigung der Autorin Annette Lübbers aus Balve im Märkischen Kreis)

Wasservorrat der Großen Dhünn-Talsperre schonen

Pressemitteilung des Wupperverbandes

Das vergangene Jahr mit seiner lang anhaltenden Trockenphase hat es gezeigt: der Klimawandel ist im Bergischen Land bereits angekommen. Seit Beginn der Aufzeichnungen an der Bever-Talsperre war noch in keinem Jahr der Zeitraum Juli bis November so trocken wie in 2018. Die Talsperren des Wupperverbandes waren durch den nassen Winter 2017/ 2018 zunächst gut gefüllt. Doch sie haben in der Trockenphase viel geleistet, dementsprechend ist ihr Füllstand im Laufe des Jahres 2018 gesunken. Die Hauptsperre der Trinkwassertalsperre Große Dhünn ist zurzeit mit rund 54 Millionen Kubikmetern zu 75 Prozent gefüllt. Trotz großer Niederschlagsmengen im Dezember und Januar füllt sich diese Talsperre langsamer als die Brauchwassertalsperren, z. B. die Wupper-Talsperre.

Die Große Dhünn-Talsperre hat neben der Aufgabe der Wasserbereitstellung für die Trinkwasseraufbereitung auch die Aufgabe, in Trockenzeiten Wasser an die Dhünn abzugeben und somit einen Mindestwasserstand zu gewährleisten. Damit die Talsperre auch für den Fall, dass die kommenden Monate keine ergiebigen Niederschläge bringen, im Frühjahr vor der Absenkphase ausreichend gefüllt ist, hat der Wupperverband in dieser Woche damit begonnen, die Wasserabgabe aus der Talsperre an den Unterlauf der Dhünn anzupassen. Das bedeutet, wenn wenig Regen fällt und der Pegel der Dhünn sinkt, wird der Verband nach wie vor ausreichend Talsperrenwasser an die Dhünn abgeben. Statt bisher 1000 Liter pro Sekunde am Pegel in Leverkusen-Manfort wird die Dhünn 700 Liter pro Sekunde führen. Die Genehmigung, die Wasserabgabe zu verringern, ist zeitlich befristet und gilt jeweils für  vier Wochen. Während dieser Zeit wird der Wupperverband in einem begleitenden Untersuchungsprogramm zweimal täglich an zwei Stellen in der Dhünn Proben nehmen und die Wasserqualität untersuchen.

Durch die Anpassung der Wasserabgabe soll die Schonung des Wasservorrats in der Talsperre mit einer für die Dhünn verträglichen Wasserführung und den Ansprüchen des Flusses in Einklang gebracht werden. An der Bereitstellung des Rohwassers aus der Talsperre an die angeschlossenen Wasserwerke ändert sich nichts. Diese erhalten weiterhin die vereinbarten Kontingente für die Trinkwasseraufbereitung.

Innenstadt wird probeweise neu beleuchtet

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die angekündigte Beleuchtungsprobe findet am Montag, 11. März, um 20 Uhr statt. Treffpunkt ist das Innenstadtbüro, Markt 13. Nach der Vorstellung des Beleuchtungskonzepts startet von dort der Rundgang durch die Innenstadt. Im Rahmen der Umsetzung des „Konzeptes zur Revitalisierung der Innenstadt“ ist die Erneuerung der Innenstadtbeleuchtung geplant (Maßnahme 1.6). Projektziel ist die Aufwertung öffentlicher Plätze und Wegeverbindungen. Durch eine technisch zeitgemäße energiesparende Stadtbeleuchtung können zudem dauerhaft die Energiekosten und der CO2-Ausstoß gesenkt werden. Zur Vorbereitung der Erneuerung erarbeitet die Planungsgemeinschaft aus dem Planungsbüro „Studio DL“, Hildesheim, und der RheinEnergie AG, Köln, ein Beleuchtungskonzept.

Die Öffentlichkeit hatte im Rahmen des Beteiligungsworkshops im September die Gelegenheit, sich über den Konzeptvorentwurf zu informieren und Anregungen zur weiteren Konkretisierung zu geben. Die weitere Ausarbeitung des Konzepts kann nun der Öffentlichkeit vor Ort präsentiert werden. Hierzu werden exemplarisch ausgewählte Standorte neu in Szene gesetzt. Dabei möchten die Lichtplaner weitere Anregungen für die spätere Umsetzung von der Bürgerschaft sammeln.

„Grün statt Grau“, oder: Neues aus Großhülsberg

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Bis 2022 präsentiert die KlimaExpo.NRW 1.000 Projekte, die man als „Motor für den Fortschritt“ bezeichnen kann und die Anregungen für zukunftsorientierten Klimaschutz und Klimaanpassung sind. Das Projekt „Grün statt Grau“ in Großhülsberg überzeugte die Landesregierung NRW, da es sich auf die Umgestaltung bestehender Gewerbegebiete konzentriert, langfristige und übertragbare Maßnahmen priorisiert und das gemeinsame Handeln von Kommunen, Unternehmen, und Anwohnenden fördert. Das Projekt bekommt das Logo „Wir sind dabei“ verliehen!

Konkret wird es in diesem Zusammenhang am Mittwoch, 27. Februar, um 14 Uhr: Die Stadt Remscheid pflanzt auf einem Parkplatz (Einfahrt Schlosserstraße) der Firma Orthopädie Kall GmbH sechs Laubbäume. Dazu wird der Asphalt auf rund vierzig Quadratmeter entfernt, und es werden große Baumscheiben angelegt. Unterpflanzt werden die Bäume mit einheimischen Sträuchern und Stauden, die ein geeignetes Nahrungsangebot für Insekten bieten. Ziel ist es, neben einer ästhetischen und ökologischen Aufwertung der Fläche, der Hitzeentwicklung im Sommer durch Verschattung entgegen zu wirken. Dies hat positive Auswirkungen auf das Grundstück sowie die Umgebung. Grün- und Freiflächen sind für das Lokalklima bei Hitzestress von großer Bedeutung. Deren Beitrag zur Abmilderung des Wärmeinseleffekts erhöht sich, wenn die Grünstrukturen vernetzt sind. Die Baumpflanzungen sind daher Teil eines Gesamt-Begrünungskonzepts der Firma Orthopädie Kall GmbH zu dem auch Dach- und Fassadenbegrünungen gehören.

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Unterschriftenaktion und Geld aus eigener Tasche

BV unterstützt Wunsch von Anliegern nach Spiegel“, berichtete waterboelles.de am 12. Dezember 2018. In einer Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid hatte Jürgen Beckmann, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Remscheid, berichtet, dass dem Gremium der „Verkehrsbesprechung“ von Ordnungsbehörde, Verkehrsabteilung und Polizei, jeden Monat fünf bis sechs Anträge auf Installation eines Verkehrsspiegels vorgelegt würden. Aktuelles Beispiel: Der Antrag der Hofgemeinschaft Unterhölterfelder Straße 40 bis 40k auf dem Hasten. Der war in der Verkehrsbesprechung zwei Monate hintereinander ein Thema –und wurde beide Male abgelehnt. Wie Beckmann mitteilte. Dafür hätten die Verkehrsexperten keine Notwendigkeit gesehen, zumal sich der Ziel- und Quellverkehr in bzw. aus Richtung Holz in Grenzen halte. Der beantragte Verkehrsspiegel sei „zwar möglich, aber nicht nötig“.

Die Politik sah das zwar anders, kann sich über die Entscheidung der Behörden aber nicht hinwegsetzen. „Alles, was mehr Sicherheit bringt, sollten wir unterstützen“, meinte in der Dezember-Sitzung Bezirksbürgermeister Otto Mähler, und Beatrice Schlieper (Grüne), Alexander Ernst (W.i.R.) und Rosemarie Stippekohl (CDU) gaben ihm Recht. Jürgen Beckmann hielt entgegen, der fließende Verkehr sei an der für den Spiegel vorgesehenen Stelle nicht schlechter als anderswo.

Wie viele Fahrzeuge diese Stelle passiere, will die Verkehrsbehörde in diesem Jahr ermitteln lassen. Doch die Anwohner Hans Liebig und Bertold Fahl wollen das Ergebnis dieser Verkehrszählung nicht abwarten, sondern eine Unterschriftenaktion starten, weil sie die umliegenden öffentlichen Einrichtungen allein für triftige Argumente halten, die für einen Verkehrsspiegel an der Straßenlaterne gegenüber der Einfahrt zu den Wohnhäusern sprechen. Den Spiegel selbst zu bezahlen, wären sie gerne bereit. Fehlt nur noch die Zustimmung der „Verkehrsbesprechung“.

Wer macht mit bei der Kindermeilenkampagne?

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Stadt Remscheid lädt alle Kindertageseinrichtungen und Schulen zur Teilnahme an der Kindermeilenkampagne ein. Die Kampagne wird seit 2002 jährlich durch das Klimabündnis durchgeführt. Seither haben über zwei Millionen Kinder aus 37 Ländern teilgenommen und gemeinsam 27 Millionen „Grüne Meilen“ gesammelt. Die Stadt Remscheid hat bereits an der Aktion teilgenommen und plant nun eine weitere Aktion. Dabei setzen sich Kinder bis zur 6. Klasse mit den Themen Nachhaltigkeit, Klima und Verkehr auseinander, indem sie sogenannte „Grüne Meilen“ sammeln. Eine „Grüne Meile“ steht für einen Weg, der klimafreundlich zu Fuß, mit dem Roller, dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wurde. Die Kinder erproben dabei alternative Verkehrsmittel zum Elterntaxi und entdecken ihre eigene Mobilität sowie ihre Umgebung bewusst.

Kindertagesgruppen und Schulklassen können zwischen dem 1. April und dem 30. Juni teilnehmen. Sie entscheiden selbst, wann und wie lange sie mitmachen wollen. Es wird empfohlen, mindestens sieben Tage lang „Grüne Meilen“ zu sammeln. Detaillierte Vorschläge für Lerneinheiten und Spielideen gibt es in einem Begleitheft, das von der Stadt Remscheid für alle teilnehmenden Einrichtungen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Auch bei der Umsetzung einzelner Aktionen gibt es bei Bedarf Unterstützung durch die Klimaschutzmanagerin Nicole Schulte (Tel. RS 163344, E-Mail nicole.schulte@remscheid.de">nicole.schulte@remscheid.de). Am Ende des Projektes werden die Kinder ihre eigenen Ideen und Wünsche für den Klimaschutz im Remscheider Rathaus vorstellen.

Ötzi aus Rheinbach lebte vor ca. 4.500 Jahren

von Claudia Holtschneider

So mancher Remscheider kennt mich durch mein Wirken als Historikerin in der Agentur „Via Temporis“, als Ausbilderin der Remscheider Stadtführer oder auch durch meine Tätigkeit als Stadtführerin in Remscheid. Dass ich aber auch Archäologin bin, wissen nur Wenige. Nach meinem Studium der Archäologie habe ich nicht nur viele Jahre lang Ausgrabungen im Rheinland geleitet, sondern war auch mehrere Jahre die Stadtarchäologin von Rheinbach, einer kleinen Stadt in der Nähe von Bonn. Aber die Arbeit einer Archäologin, die in der praktischen Archäologie arbeiten möchte und somit in ganz Nordrhein-Westfalen tätig sein muss, ist nur schwer mit dem Wunsch nach Familie zu vereinbaren. Als ortsansässige Historikerin war für mich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf einfacher.

Vor drei Jahren habe ich mich jedoch entschieden, wieder als Archäologin zu arbeiten. Viele meiner ehemaligen Kommilitonen haben Ende der 1980er Jahre „archäologische“ Firmen gegründet, die im Auftrag unterschiedlichster Auftraggeber archäologische Untersuchungen durchführen. Und in eine dieser Firmen bin ich nun „eingestiegen“: Die arthemus GmbH hat ihren Sitz in Frechen. Unsere Auftraggeber sind im gesamten Rheinland ansässig, von Emmerich bis Bad Honnef. Es sind Städte und Gemeinden, Energieträger wie RWE, Verbände wie der Erftverband, Straßen NRW oder auch private Bauherren u.v.m. Unsere archäologischen Untersuchungen  waren in den vergangenen Jahren u.a. in Schloss Burg, an der Großen Ledder in Wermelskirchen, aber auch in Weeze, Dormagen und Bonn.

Seit 2017 sind wir in der Stadt Rheinbach tätig. Rheinbach liegt in der Nähe von Bonn, nur wenige Kilometer vor der Grenze nach Rheinland-Pfalz. Das Stadtgebiet ist landwirtschaftlich geprägt, vorrangig wird hier der Anbau von Äpfeln und Birnen betrieben. Durch ihre Lage an der Autobahn A 61 ist die Stadt Rheinbach verkehrstechnisch gut angebunden. Dies und die vielen unbebauten Flächen begünstigen in Rheinbach seit vielen Jahren die Erschließung großer Gewerbegebiete, die sich in einem Gürtel östlich um den Stadtkern gruppieren. Das jüngste projektierte Gewerbegebiet in Rheinbach Wolbersacker wird sich über eine Fläche von ca. 39 ha ausdehnen. Der Verkauf der Flächen hat begonnen. Und als der erste Käufe – DHL – 2017 die Errichtung eines großen Logistikzentrums plante, kam die Archäologie ins Spiel.

Die fruchtbaren Lößböden in Rheinbach förderten seit tausenden von Jahren die Ansiedlung von Ackerbau und Viehzucht treibenden Kulturen. Vor ca. 7.500 Jahren siedelten sich die ersten sesshaften Bauerngemeinschaften in Rheinbach an. Nach der Bänderverzierung auf ihrer Keramik werden sie Linearband- oder Bandkeramiker genannt. Die weilerartigen, bäuerlichen Ansiedlungen bestanden aus mehreren Gebäuden, die aus Holz und Lehmfachwerk errichtet waren. Große Gruben, die parallel zu den teilweise bis zu ca. 30 Meter langen Häusern lagen, dienten zur Lehmentnahme beim Hausbau und später als „Mülltonnen“ der Bewohner. Heute sind die Gebäude obertägig nicht mehr sichtbar, aber kreisrunde, dunkle Verfärbungen im Boden lassen erkennen, wo einst die Pfosten der Häuser im Boden standen. Dunkle, große und unregelmäßige Verfärbungen, die meist mit Scherben und Erde verfüllt sind, sind die Reste der „Mülltonnen“.

Bereits seit 2004 war bekannt, dass auf dem Gelände des geplanten Gewerbegebietes eine bandkeramische Siedlung zu erwarten war, die im Vorfeld der geplanten Bebauung archäologisch untersucht werden musste. Und muss. Seit November 2017 graben wir diese bandkeramische Siedlung aus, die sich als bisher größte bekannte bandkeramischen Ansiedlung im Rheinland entpuppt hat. Voraussichtliches Grabungsende wird Ende 2019/Anfang 2020 sein. Das DHL Logistikzentrum wurde übrigens mittlerweile auf den von uns untersuchten und frei gegebenen Flächen errichtet.

Aber nicht nur die Bandkeramiker ließen sich auf den fruchtbaren Böden nieder. Ihnen folgten in den tausenden von Jahren zahlreiche weitere Bevölkerungsgruppen. Heute noch deutlich fassbar ist die römische Besiedlung im 2./3. Jahrhundert n. Chr., als dort im Abstand von wenigen Kilometern eine römische Villa neben der anderen stand.

Weniger gut erforscht ist der Zeitraum nach dem Ende der bandkeramischen Kultur im Rheinland, ab ca. 5.000 bis 4.900 v. Chr. bis zum Erscheinen der Römer im 1. Jh. v. Chr. Sicher ist, dass neue Siedler folgten, ihre Siedlungen sind jedoch selten und kaum nachweisbar. Aber genau aus dieser Zeit stammt ER, der so genannte Ötzi aus Rheinbach, der in den vergangenen Wochen im Fokus des öffentlichen Interesses stand. Im Gegensatz zum Südtiroler Ötzi handelt es sich hier aber nicht um den Fund einer Mumie, sondern „lediglich“ um einen Skelettfund. Zudem ist der Rheinbacher „Ötzi“ vermutlich ca. 700 Jahre jünger.

Da ca. 150 Meter südlich der bandkeramischen Siedlung der Boden tiefgründig abgetragen werden sollte, war es unsere Aufgabe, im Vorfeld dieser Arbeiten zehn Meter breite und bis zu 250 Meter lange Sondagen anzulegen (Abb.1). Diese waren ca. 0,70 m tief, da wir in dieser Tiefe archäologische Befunde, also Verfärbungen, vermuteten. Wir fanden zwar Fahrspuren der mittelalterlichen Aachen – Frankfurter Krönungsstraße, aber sonst eigentlich „nichts“. Bei einer Nachkontrolle fiel mitten in einer der Sondagen eine ca. 1,80 m x 1,00 m große, leicht rechteckige Verfärbung auf. Sie zeigte sich in einem sehr hellen Beigegrauton und hob sich kaum vom umliegenden Lehmboden ab. Die rechteckige Form ließ auf einen anthropogenen Bodeneingriff schließen. Nachdem wir diesen Befund in der Aufsicht= Planum tachymetrisch eingemessen hatten, folgte als nächster Arbeitsschritt das sog. „Schneiden“ des Befundes. Dabei wird dieser der Länge nach halbiert, so dass hinterher eine Hälfte noch unangetastet steht, die andere Hälfte aber „entnommen“ und somit zerstört ist. So entsteht ein Profil, an dem Archäologen erkennen können, um welche Art Bodeneingriff es sich einst handelte. War es ein Pfosten, eine Grube oder nur ein Tierbau? Für diese Arbeit des „Schneidens“ kommen Spaten und Schaufel zum Einsatz, nicht gerade Feinwerkzeuge.Nach dem „Schneiden“ war im Profil des Befundes fast nichts zu erkennen, lediglich kleine weiße Pünktchen fielen auf. Und diese weißen Pünktchen sind häufig Indizien für ein Grab, denn es können Reste von Knochen sein. Daraufhin wurde das oben erwähnte Profil nochmals vorsichtig abgestochen und es kam ein fest im Profil steckender, scheinbar vollständiger Topf aus Keramik zum Vorschein (Abb. 4). Aber noch war diese Verfärbung nichts Außergewöhnliches. Zwar deuteten die Knochenpünktchen und der Topf auf ein Grab, aber die Lößböden im Rheinland sind für ihre schlechte Knochenerhaltung bekannt. Durch die Lagerung im Boden wird den Knochen der Kalk entzogen und sie lösen sich auf, erst recht nach vielen tausenden von Jahren. So erwarteten wir nicht viel... (siehe Seite 2)

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