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Wochenrückblick vom 13. bis 19. September 2021

Künftig „Werkzeug- und Röntgenstadt Remscheid“

Zur heutigen Ratssitzung liegt der Vorschlag der Verwaltung vor, von Paragraf 13 der Gemeindeordnung Gebrauch zu machen und – vorbehaltlich der Genehmigung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, – für die Stadt Remscheid die Bezeichnung „Werkzeug- und Röntgenstadt Remscheid“ zu beschließen. Hierfür ist eine Mehrheit von mindestens drei Viertel der Mitglieder des Rates erforderlich. Dem Rat gehören 58 Ratsmitglieder und der stimmberechtigte Oberbürgermeister an, so dass für die Abstimmung eine gesetzliche Mindestzahl von 59 Mitgliedern zugrunde gelegt werden muss. Das Quorum beträgt demnach 45 Stimmen.

Von der Möglichkeit einer Namensergänzung, die in der Gemeindeordnung seit Oktober 2011 besteht, haben bis Februar 2019 36 Städte und Gemeinden Gebrauch gemacht. Davon entschieden sich sieben für „Hansestadt“. Die Ortschilder von Solingen tragen künftig den (schon vorher oft gehörten) Zusatz „Klingenstadt“.
Für eine Ergänzung des Namens der Stadt Remscheid um eine Bezeichnung mit Bezug auf die Stadtgeschichte oder ihre heutige Eigenart hatte es in der Vergangenheit verschiedene Vorschläge gegeben. Wiederholt war die Bezeichnung „Werkzeug- und Röntgenstadt“ diskutiert worden. „Diese Bezeichnung setzte sich zuletzt auch bei einer Befragung des Remscheider General-Anzeiger mit deutlichem Vorsprung gegenüber Alternativbezeichnungen durch“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. „Die Verwaltung empfiehlt diese Bezeichnung, da sie auf die historische Entwicklung Remscheids und seiner Stadtteile Bezug nimmt und zugleich die Alleinstellungsmerkmale des ‚Deutschen Röntgen-Museums‘ und des ‚Deutschen Werkzeugmuseums‘ würdigt.“ Der Name Wilhelm Conrad Röntgen steht für Superlative wie „genial“, „einmalig“, „wegweisend“, „revolutionär“. Sowohl die Entdeckung der Materie durchdringender Strahlen und ihre Anwendungsmöglichkeiten, als auch das Wirken von Röntgen als Person und seine Einstellung zu Wissenschaft und Forschung hätten auch nach 126 Jahren nichts an Modernität verloren.

Zitat: „Mit der Entdeckung der X-Strahlen am 8. November 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg erfolgte der wahrscheinlich bedeutendste Schritt in den menschlichen Bestrebungen, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Nicht nur die Möglichkeit, dieses mit Hilfe der Röntgenstrahlen tun zu können, sondern dies auch ohne Zerstörung oder nachhaltige negative Wirkungen auf den Untersuchungsgegenstand anzuwenden, war die Grundlage für den bis heute anhaltenden und interdisziplinären Welterfolg dieser Entdeckung. Sich unsere heutige Welt ohne die vielfältigen Möglichkeiten der modernen Röntgentechnik vorzustellen ist schlichtweg unmöglich. Ihr besonderer Stellenwert für die Medizin und die wissenschaftliche Forschung ist unbestritten. Als Prototyp des modernen, kreativ-disziplinübergreifenden naturwissenschaftlichen Denkers wurde Röntgen Gütesiegel und Markenzeichen für (natur)wissenschaftliche Höchst- und Spitzenleistungen der Forschung und Entwicklung in Deutschland um 1900: Röntgen hat mit seinem Werk den Nimbus 'Made in Germany' der Ingenieurkunst, Technologie, Wissenschaft und Forschung hierzulande wesentlich mitbegründet. Als erster Nobelpreisträger überhaupt, hat die Auszeichnung Röntgens im Jahr 1901 hohe Standards gesetzt und entsprechende Ansprüche für die weitere Verleihung der Nobelpreise begründet.“

Auch mit Werkzeugen sei Remscheid untrennbar verbunden, so die Verwaltung weiter. „Die Entstehung, die Entwicklung und die heutige wirtschaftliche Kraft basieren auf der Herstellung und dem Handel des Werkzeugs. In Deutschland gibt es drei Zentren der Werkzeugherstellung – den Bereich Schmalkalden in Thüringen, die Umgebung von Esslingen in Baden-Württemberg und natürlich Remscheid. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit waren Remscheid und Umgebung eindeutig der wichtigste und größte Brennpunkt. Insofern können wir auf eine Tradition von mehreren hundert Jahren zurückblicken. Hierbei handelt es sich nicht um Geschichte, sondern um gelebte Tradition. Große aktuelle Weltmarktführer haben eine Firmengeschichte von ca. 400 Jahren (Dirostahl) oder 228 Jahren (Arntz-Sägen) oder deutlich über 150 Jahre (Hazet, Flott-Werkzeugmaschinen) oder über 100 Jahre (A+N | Pott, Gedore). Dieses ist nur eine kleine Auswahl an Remscheider Firmen, die gerade aufgrund ihrer langen Tradition und ihrer Innovationsbereitschaft noch immer als Familienunternehmen mit Stammsitz in Remscheid eine führende Position auf dem Weltmarkt einnehmen. Im Landesvergleich resultieren daraus im Verhältnis die meisten Patentanmeldungen. (…) Besonders herauszustellen ist, dass die industrielle Revolution insgesamt ohne eine Erfindung aus Remscheid vollkommen anders verlaufen wäre. Erst durch die Erfindung der nahtlosen Rohre durch die Gebrüder Mannesmann konnte die Effizienz der Dampfmaschinen so gesteigert werden, dass die Kraft ausreichte, um die vielen Maschinen in den aus dem Boden schießenden großen Fabriken betreiben zu können.“

Die Verwaltung wird nach einem befürwortenden Beschluss die Genehmigung beim Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen beantragen. Nach Eingang der Genehmigung wird  die Verwaltung dem Rat eine Drucksache zur Änderung der Hauptsatzung zur Beratung und Beschlussfassung vorlegen. Danach werden dann die Ortseingangsschilder nach und nach ersetzt. Gleiches gilt für Schilder, Vordrucke, Dienstsiegel und Umschläge. „Noch vorhandene Bestände sind aufzubrauchen. Die Umstellung von DV-Vorlagen und E-Mail-Signaturen erfolgt sofort. Das bestehende Signet der Stadtverwaltung Remscheid ist entsprechend zu überarbeiten“, teilt die Verwaltung abschließend mit.

An der Schleifmaschine nagt der Rost

Das blaue Objekt im Museumspark des Deutschen Werkzeugmuseums. Foto: Lothar Kaiser        Die Maschine, wie sie heute aussieht. Foto: Lothar KaiserEin strahlend blauer Koloss aus Schmalkalden war im November 2008 der Neuzugang im Park des Deutschen Werkzeugmuseums – eine zehn Tonnen schwere, 46 Jahre alte Maschine zum Schleifen von Werkzeugstählen. Der Remscheider Unternehmer Peter Recknagel, inzwischen der Vorsitzende des Fördervereins, hatte die ausgemusterte Maschine frisch anstreichen und nach Remscheid transportieren lassen. Von der frischen Farbe war allerdings zehn Jahre später allerdings nichts mehr zu sehen. nd heute erst recht nicht.

 

Wochenrückblick vom 6. bis 12. September 2021

Wetterbericht ließ gestern viele zu Hause bleiben

Ein offizieller Empfang im Rathaus beendet morgen Nachmittag die vielen kleinen und größeren Begegnungen von Mitgliedern des französischen Partnerschaftsvereins L'Association Quimper-Remscheid und des deutschen Partnerschaftsvereins Städtepartnerschaft Remscheid-Quimper e.V. aus Anlass von "50 Jahren Jumelage (Partnerschaft". Es war dem Wetterbericht geschuldet, dass die für gestern Vormittag geplante Klettertour im stählernen Steig der Müngstener Brücke, nur etwas für Schwindelfreie, abgesagt wurde. Und auch für gestern Abend hatten die Meteorologen nichts Gutes vorhergesagt. Doch das angekündigte Gewitter hatte sich bereits verzogen, als auf dem Ratshausplatz gegen 18.30 Uhr die ersten 3G-Gäste der Musik-, Film- und Lasershow "Amitié" eintrafen.

Gastgeber Bernd Fiedler hatte im Vorfeld verraten, dass auf dem Rathausplatz 2.500 Besucher:innen erlaubt gewesen wären, man sich aber „wegen Corona-Hygiene“ aber auf 1.000 Besucherinnen und Besucher beschränkt habe. Da konnte er nicht wissen, dass es – wohl auch wegen der Wetterprognose für diesen Tag – bei etwas mehr als 200 verkauften Eintrittsklarten bleiben würde. Ein Glück, dass hinter dem Partnerschaftsverein als Sponsoren der Deutsch-Französischen Bürgerfonds , die Vaillant Group, das Heimatministerium NRW die Stadtsparkasse Remscheid standen. Gleichwohl war es für die ehrenamtlichen Mitglieder des Partnerschaftsvereins Remscheid-Quimper und von Remscheid Tolerant e.-V. eine herbe Enttäuschung in Anbetracht einer Vorbereitungszeit von mehreren hundert Stunden.

Wer zu Hause geblieben war, konnte der Lasershow am heimischen Bildschirm via Livestream aus dem Internet verfolgen.  Dazu gehörte viel Live-Musik (Bigband der Musik- und Kunstschule, Katrin Eggert und Band, Papa Jo’s One Man Acoustic Jam), ein bunter Bilder- und Filmmix auf einer großen LED-Wand (mit einem historischen Film über die Begründung der Partnerschaft am 19. Mai 1971) und eine Laser-Illumination der Rathausfront, die die Ideen von Freundschaft, Frieden, Toleranz und Respekt aufgriff. Zum Gegenbesuch werden Oberbürgermeister Für Burkhard Mast-Weisz, sein Stellvertreter Kai Kaltwasser (CDU) und Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser (SPD) am 23. September in Quimper eintreffen.

In Deutschland wurde aus dem Hobby ein Beruf

Auf ihrer Homepage stellt sich die Firma Kramp & Kramp GmbH & Co. KG aus Lemgo-Lieme, Kreis Lippe, als „Altbauspezialist für innen und außen“ vor für innen und außen. Und „Haus Cleff“, das Rokkoko-Bürgerhaus neben dem Deutschen Werkzeugmuseum, wird als eines ihrer gegenwärtigen Projekte vorgestellt. Da gibt es für die Restaurateure für Fachwerk, Dachstühle, Fenster, Türen und Treppen in der Tat derzeit viel zu tun. Und einem Teil der Fassade sieht man heute schon nicht mehr an, dass das Doppelhaus schon 1778/79 errichtet wurde.

Beteiligt an der Sanierung Farhad Nazari (41). Der Iraner kam vor drei Jahren als politischer Flüchtling nach Deutschland. Auf die Anerkennung seines Asylantrages wartet er heute noch – im Gegensatz zu Ehefrau und Kindern; bei ihnen war die Justiz schneller. Was Farhad Nazari als Holzschnitzer an Haus Cleff geleistet hat, hat er dem Waterbölles gezeigt. An erster Stelle sind da die morschen Teile der hölzernen Elemente über den Eingangstüren zu nennen. Die ersetzte er durch exakte Nachbildungen aus gesundem Holz. Da kam es auf eine ruhige Hand und ein gutes Auge an. Ergebnis: Eindrucksvoll! Dabei ist Farhad Nazari gar kein gelernter Holzschnitzer, wie er dem Waterbölles erzählte, sondern das war in seiner Heimatstadt Teheran sein großes Hobby in der Freizeit. Tagsüber arbeitete er als Verkaufsleiter in einer Firma für Medizintechnik. Dass aus  dem Hobby in Deutschland ein Beruf wurde, wertet Farhad Nazari als gutes Zeichen für die Zukunft.

"Lass Mutter nicht so viel in den Garten gehen!"

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Lennepfreunde,
aus einer historischen Ansichtskarte habe ich dieses Einzelmotiv herausgeschnitten. Es zeigt den oberen Teil der Poststraße in Lennep um 1900. Die Straßenbahn war da noch nicht gebaut; sie kam erst 1907. Anstelle der beiden hellen Villen steht dort heute das große Ensemble „Wohnen im Park". Die Villen gehörten damals der Lenneper Industriellenfamilie Hardt, links auf der Ansichtskarte ist noch ein schmales Eckstück des Berliner Hofs zu sehen. Die Poststraße war dort seinerzeit so schmal, dass man einen Kirschkern von der einen auf sie andere Seite spucken konnte. Dies blieb eigentlich auch so, bis in den 1960er Jahren eine Straßenverbreiterung unabdingbar wurde.

Direkt gegenüber dem Berliner Hof sieht man den klassizistisch gestalteten Eingang zum Rosengarten eines weiteren großen Hauses, das in den 1820er Jahren in Fachwerk erbaut wurde und ebenfalls mehreren Fabrikanten als Sitz diente, weshalb es nicht verwundert, dass es ursprünglich die Adresse Poststraße 1 trug. 1970 wurde es im Zusammenhang mit der Straßenverbreiterung abgerissen. Aber links daneben das zur nächsten Hardt-Villa liegende Hagersche Gässchen, man sieht den Beginn auf unserem Bild deutlich, gibt es heute noch.

In der „photographische Aufnahme“ wird die Poststraße als „Straße am Denkmal“ bezeichnet. Damit ist das Kaiserdenkmal am Kaiserplatz gemeint, der später zum Mollplatz wurde. Handschriftlich (Sütterlin) steht auf der Ansichtskarte: „Lass Mutter nicht so viel in den Garten gehen“. Wahrscheinlich sind aber nicht die Gärten der abgebildeten Villen gemeint. Die waren nämlich als Parks hochherrschaftlich gestaltet, wurden von Gärtnern gepflegt und lagen zu heutigen Gartenstraße hin. Sie luden auch nicht alle Lenneper zum Wandeln ein, sondern nur die Ehefrauen und Kinder der Villenbesitzer.

Wochenrückblick vom 30. August bis 5. September 2021

EMA: Wohlwollen für beantragte Namensänderung

Inzwischen gibt es mehrere Vorschläge für einen neuen Namen des Gymnasiums an der Elberfelder Straße, dass im Volksmund nur „EMA“ heißt, die Abkürzung für „Ernst Moritz Arndt“. Geschichtslehrer Stefan Otto sammelt sie, um sie im nächsten Monat einer Kommission vorzulegen. Die übergibt sodann ihre „Prioritätenliste“ der Schulkonferenz zur Entscheidung. Im Schulausschuss schloss Otto am Mittwoch nicht aus, dass der Rat der Stadt, der darüber das letzte Wort hat, nicht nur einen Namensvorschlag präsentiert bekommen werde, sondern gleich drei.

Bis dahin gibt es für die Politik nichts zu entscheiden. Das hatte Arndt Liesenfeld (Fachdienstleiter Schulverwaltungsamt) schon am 18. August in der Beschwerdekommission klar gemacht. Ein Ratsbeschluss, den alten Namen der Schule aufzuheben, ohne zugleich über einen neuen Namensvorschlag der Schulkonferenz zu entscheiden, sei nicht möglich.

Gleichwohl konnten Schulleiter Rainer Schulz und Stefan Otto mit dem zufrieden sein, das sie aus dem Kreis der Ausschussmitglieder hörten. Nachdrücklich befürworteten Erden Ankay-Nachtwein (SPD) und Brigitte Neff-Wetzel (Linke) die von der Schulkonferenz mit großer Mehrheit beantragt Namensänderung. Diese sei „endlich an der Zeit“. Die Gestaltungsmehrheit stehe hinter der Schulkonferenz, so Erden Ankay-Nachtwein. Und auch Alexander Schmidt (CDU) deutete Wohlwollen an und sprach von einem „breiten Rückenwind aus der Politik“. Lediglich Waltraud Bodenstedt  verwies darauf, dass der Juden-Hasser und Nationalist Ernst Moritz Arndt auch eine positive, „freiheitliche“ Seite gehabt habe und vermutete, dass insbesondere die Schar der ehemaligen EMA-Schüler sich mit einer Namensänderung schwer tun würde. Ausschussmitglied Manfred Ebert hielt dagegen; er erinnerte sich,  schon vor 50 Jahren als EMA-Schüler im Geschichtsunterricht mit kritischem Unterton von einem Arndt‘schen Loblied auf die germanische Rasse gehört zu haben…

Haus Cleff: Antrag auf Fahrstuhlbau liegt vor

Der Risalit (aus italienisch risalto ‚Vorsprung‘) ist nach Wikipedia „ein zumeist auf ganzer Höhe aus der Fluchtlinie eines Baukörpers horizontal hervorspringender Gebäudeteil“. In der Renaissance und im Barock war er ein typisches Gestaltungsmittel der Architektur zur Fassadengliederung. An der rückwärtigen (Ost-)Fassade von Haus Cleff fallen gleich zwei solcher Vorsprünge auf. Der rechte Risalit soll samt Sockel und Treppenpost vorrübergehend abgebaut werden, um im Bereich der historischen nördlichen Küche einen Fahrstuhl zur barrierearmen Erschließung des Gebäudes installieren zu können. Hierfür muss zunächst eine Fahrschachtgrube gegraben werden. Später soll das Risalit neu errichtet und um eine Fahrstuhlrampe ergänzt werden. Der Personenaufzug wird dann über den Hinter- und Vordereingang von Haus Cleff zugänglich sein.

Die Planung finde in enger Rücksprache mit der Unteren Denkmalbehörde und der Landeskonservatorin statt, betont die Verwaltung in ihrem Antrag zur Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid am 7. September. Zitat: „Anknüpfend an die vollständige denkmalgerechte Sanierung von Dach und Fach, der Erneuerung der Schiefereindeckung sowie die komplette Erneuerung der Spengler-Arbeiten am Haus Cleff werden auch die Schiefer- und Spengler-Arbeiten des nördlichen Risalits im Sinne eines bauzeitlichen Zustands neu errichtet. Die historischen Bestandsfenster bleiben sämtlich als Blindfenster erhalten und werden restauratorisch aufgearbeitet. Die ehemalige Eingangstür an der Außenseite bleibt erhalten, ist jedoch in Zukunft nicht gangbar. Die bestehenden Außenmaße des nördlichen Risalits werden nicht verändert.“

August 2011: Der Waterbölles blättert zurück

Im Kreis aller an Planung und Bau Beteiligten übergab am 5. August 2011 Oberbürgermeisterin Beate Wilding den Nordsteg am Hauptbahnhof seiner Bestimmung. Mehr als ein Jahrzehnt zuvor hatte das Gebiet rund um den Remscheider Hauptbahnhof – den Willy-Brandt-Platz – die kommunalpolitische Debatte geprägt. Die als Blumeninsel ausgestaltete Bushaltestelle stand am Anfang der neuen Verbindung zwischen der Remscheider Innenstadt und dem Südbezirk. Die REGIONALE 2006 sorgte schließlich für die notwendige Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen.

Die Arbeit am Weltkulturerbe-Antrag ist in vollem Gange“, berichtete vor zehn Jahren in einer Pressemitteilung die Bergische Entwicklungsagentur GmbH. Für den Weltkulturerbe-Antrag zur Müngstener Brücke und den hoffentlich ersten positiven Bescheid seitens des Landes würden viele Gutachten vonnöten sein. Und deshalb habe sich Renate Falkenberg von der Unteren Denkmalbehörde Stadt Remscheid und ihr Amtskollege Andreas Kleinhenz aus Solingen mit Carsten Zimmermann, Projektleiter der Bergischen Entwicklungsagentur, auf den Weg nach Augsburg gemacht, um im Archiv der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg AG (MAN) nach alten Plänen, Verträgen, Rechnungen, Bildern und Filmmaterial zu suchen. Und sie seien fündig geworden: Ein besonderer Schatz sei der Originalvertrag zwischen MAN und der Eisenbahndirektion Elberfeld Der erste Schritt für das Projekt „Weltkulturerbe Müngstener Brücke“ könne nun gegangen werden. Warum allerdings die rund 60 Seiten in Sütterlin-Schrift zugleich als „Pamphlet“ (Schmähschrift) bezeichnet wurde, bleibt das Geheimnis des Verfassers.

Platz für Kreisverkehr ist auch auf einer kleinen Kreuzung“, titelte der Waterbölles am 11. August 2011. Gemeint war der damals fertiggestellte Minikreisverkehr auf der Königstraße an der Einmündung von Hütten- und Uhlandstraße mit überfahrbarer Mittelinsel, erstellt für 6.000 Euro, der in den Medien ziemlich kontrovers diskutiert wurde. Aus der Kreuzung war schließlich heimlich, still und leise ein Kreisverkehr geworden.
Und auf dem kam es schon einen Tag später zum ersten Verkehrsunfall mit einem Sachschaden von ca. 8.500 Euro.  Manfred Dörpfeld damals „Als Rechtsabbieger 1. Ausfahrt bist Du noch nicht im Kreis, da bist Du schon wieder draußen. Auf zehn Meter zwei Ausfahrten aus dem Kreis!“ Von einem holprigen Start in eine neue Ära der Kreisverkehre in RS war später bei einem Ortstermin die Rede, zu dem Bezirksbürgermeister Otto Mähler auch Gerald Hein von der Verwaltung eingeladen hatte. Er betonte: „Der Mini-Kreisel entsprach von vornherein allen Anforderungen der Straßenverkehrsordnung!“ Seitdem haben sich die Autofahrer an die Mini-Lösung gewöhnt.

Ein 18-jähriger Toyota-Fahrer verlor im August 2011 auf der Straße Jägerwald vermutlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit r die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte beim Abbiegen auf einen Parkplatz gegen die Wand eines Firmengebäudes. Er war damals  gerade mal drei Tage lang im Besitz des Führerscheins. Der entstandene Gesamtsachschaden wurde auf mindestens 20.000 € geschätzt.

Im August 2011 musste der Landschaftsverband Rheinland an die Stadt Landschaftsumlage aus 2007 in Höhe von rund 184.000 Euro zurückzahlen. Das hatte das Verwaltungsgericht Düsseldorf und später auch das Oberverwaltungsgericht Münster entschieden. Derr Landschaftsverband sei nicht berechtigt, planmäßig Überschüsse zu erwirtschaften und hierfür über die Umlage seine Mitgliedskommunen zur Kasse zu bitten. Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz damals: „In Zeiten knapper Kassen müssen auch die Landschaftsverbände Zurückhaltung üben. Wenn Mitgliedskommunen zum Teil kaum mehr in der Lage sind, genehmigungsfähige Haushalte aufzustellen, passt es nicht, wenn der Landschaftsverband Überschüsse in seinem eigenen Haushalt plant und von seinen Mitgliedskommunen finanzieren lässt.“

Für ein friedliches Miteinander von Christen und Muslimen traten vor zehn Jahren zum Ramadan Pfarrer die evangelischen Pfarrer Hartmut Demski und Jochen Robra und der katholische Stadtdechant Thomas Kaster ein: „Zu den Gemeinsamkeiten, die Christen und Muslime verbinden, gehört der Glaube daran, dass der eine Gott der Schöpfer der Welt und der Ursprung alles Lebendigen ist. Innerhalb der Schöpfung kommt dem Menschen eine besondere Würde zu, weil Gott ihm die Verantwortung für die Gestaltung der Welt überträgt. Der Koran bringt dies dadurch zum Ausdruck, dass er den Menschen als Statthalter Gottes bezeichnet. Die Bibel spricht davon, dass Gott den Menschen als sein Abbild erschaffen hat.“ Der Glaube an die besondere Würde des Menschen sei für Muslime und Christen Gabe und Aufgabe zugleich. „Es bleibt unsere Aufgabe, sich für das gute und friedliche Miteinander in Wort und Tat immer wieder einzusetzen.."

Wochenrückblick vom 23. bis 29. August 2021