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Rainer Frantzen: „Wir wurden regelrecht überrannt!“

Stachelhauser Kornbranntwein ist Geschichte“, berichtete der Waterbölles am 18. Mai. Im Video hatten Dr. Rainer Frantzen, bisher Geschäftsführer der traditionsreichen Brennerei Gebr. Frantzen GmbH & Co. KG, Alte Freiheitstraße 24, und die beiden Projektentwickler Stefan Fellhölter und Nikas Schwolle dem Waterbölles mitgeteilt, dass die traditionsreiche Destille an die Unternehmensgruppe „Mayestate“ in Beckum verkauft worden ist.. Gleich neben dem neuen Quartiersplatz von Stachelhausen sind acht Servicewohnungen (Betreutes Wohnen) sowie eine Verbund-Pflegeeinrichtung mit 60 vollstationären Plätzen, einer solitären Kurzzeitpflegeeinrichtung mit 14 Plätzen, einer Demenz-Wohngemeinschaft und einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit jeweils zwölf Plätzen geplant. Ein Projekt im Umfang von 30 Millionen Euro.
Dass in der 199 Jahre alten Brennerei Trödel auf Käufer warte, eine Vielzahl von alten Brennerei-Utensilien, verriet Frantzen am 25. August. Und lud für Montag, 3. Oktober, ab 11 Uhr zum Stöbern in die Brennerei ein. Im Angebot: Ölgemälde, Kerzenleuchter für Tisch und Decke, eine Rechenmaschine aus den 1950er Jahren, große Holzfässer und etwa 80 gläserne Kornflaschen. „Die waren besonders gefragt“, sagte er am Montag um 15 Uhr; da war der große Ansturm schon vorbei. „Man hat uns um 11 Uhr regelrecht überrannt. Einige warteten schon um 10 Uhr darauf,  dass geöffnet wurde!“

Wochenrückblick vom 26. September bis 2. Oktober

Neu: Herbert Goerlich-Platz am Stadtpark

Zuletzt half bei der Enthüllung des neuen Schildes von der Sternwarte am Stadtpark noch der Wind, und Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz konnte das Tuch, das in der Sonne zu leuchten schien, gerade noch auffangen. In Sitzung am 7. September 2021 hatte die Bezirksvertretung  Alt-Remscheid einstimmig beschlossen, den Platz vor dem Bismarckturm am Stadtpark in Würdigung seiner Verdienste um die Stadt Remscheid und den Stadtbezirk Alt-Remscheid nach dem Remscheider Herbert Goerlich zu benennen. Interessierte gestern Nachmittag herzlich eingeladen, als das neue Straßenschild zu Ehren von Herbert Goerlich im Beisein von Familienangehörigen enthüllt wurde. Daran wirkte auch die Urenkelin Emma Oehler mit.

Herbert Goerlich wurde am 19. Dezember 1922 in Remscheid geboren. Von 1939 bis 1987 war er bei der Stadtverwaltung Remscheid beschäftigt. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg hatte er sich in besonderer Weise um die sozialen Probleme der Beschäftigten gekümmert. So wurde er schon 1955 in den damaligen Betriebsrat gewählt und 1957 in den Personalrat der Stadt Remscheid. Ab 1965 war er freigestelltes Mitglied im Personalratsvorstand und wurde 1966 zum Vorsitzenden gewählt. Nach der Verselbstständigung der Krankenanstalten der Stadt Remscheid bekamen diese einen eigenen Personalrat, bildeten aber mit der Stadtverwaltung einen Gesamtpersonalrat. Herbert Goerlich wurde 1978 Vorsitzender des Gesamtpersonalrats. Diese Funktion übte er bis zum Eintritt in den Ruhestand aus.  Herbert Goerlich wurde wegen besonderer Leistung im Bereich der gewerkschaftlichen und sozialen Arbeit 1983 durch den Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Am 28. Mai 2003 erhielt er aufgrund eines Ratsbeschlusses die Bürgermedaille der Stadt Remscheid als Würdigung seines ehrenamtlichen Engagements zum Wohle seiner Stadt. Herbert Goerlich verstarb am 16. September 2006 im Alter von 83 Jahren in Remscheid. An Goerlichs Lebensweg erinnerte gestern Bezirksbürgermeister Otto Mähler.

Lenneps Tuchmacher waren Vertriebene aus Köln

Drahtmühle Lennep. Foto n. Gemälde: Egon Viebahn

In der Frühzeit beschäftigte sich die Einwohnerschaft Lenneps mit Ackerbau und Viehzucht. Doch auf dem Handelsweg von Köln über Wipperfürth, Lennep und Hagen bis Dortmund zogen mit den Jahren mehr Bürgerinnen und Bürger hinzu, und die gewerbliche Beschäftigung gewann an Bedeutung. Aus Köln kamen Mitte des 14. Jahrhunderts die Tuchmacher ins schöne Lennep. 1369 war dort ein heftiger Streit entbrannt zwischen den Zünften und den alten Patrizier-Familien. Köln war schon im Mittelalter der Mittelpunkt des aufstrebenden deutschen Bürgertums, ein mächtiges Glied der Hansa und eine Stätte der Kunst und Wissenschaft. Unter den Zünften der Gewerbetreibenden war die Tuchmacherzunft die angesehenste und mitgliederstärkste, von Burgerstolz beseelt. Durch dieses wachsende Selbstbewusstseins war es schon früher zu Streitigkeiten mit den Vornehmen der Stadt gekommen. Doch der Aufstand, den die Tuchmacher m Jahre 1371 entfachten, nahm  am 21. November für sie ein böses Ende: Nach einer blutigen Schlacht gegen die alten Geschlechter, die sich mit den anderen Zünfte verbündet hatten, wurden 33 Tuchmacher auf dem Heumarkt öffentlich hingerichtet. Die übrigen mussten mit Weib und Kind die Stadt verlassen.

Leider fehlen uns genaue Mitteilungen über die ersten Lenneper Walkmühlen, da die Berichte der Burger Kellner aus der Zeit vor 1750 fast durchweg vernichtet worden sind. Nur aus dem Jahre 1692 ist durch Zufall eine Rechnung des damaligen Burger Kellners Johann Bernhard Francken erhalten geblieben, die ein ausführliches Verzeichnis der hiesigen Wassertriebwerke enthält. Darin sind zwölf Walkmühlen aufgeführt, die damals den Lenneper Tuchmachern zur Verfügung standen. Die meisten Werke lagen am oberen Diepmannsbach (auch Walkbach genannt). Dort befanden sich folgende Walkmühlen:

  •  Die Brormanns- (Brudermanns-) Mühle in der Nahe vom Rotzkotten, die dem Peter Holterhoff gehörte,
  • die Überfelder Walkmühle des Dietrich Frielinghaus,
  • die obere Froweinsmühle im Besitz des Johann Frielinghaus,
  • die untere Froweinsmühle, dem Gottschalk Hasselkus gehörend,
  • die Kummersmühle im Besitz von Johann Wogs.

Zwei entlegene Werke, die aber auch noch der Lenneper Tuchweberei zuzuordnen sind, werden von dem Beyenburger Rentmeister Johannes Karsch genannt. 1607 lag am Herbringhauser Bach die eine Walkmühle,  die andere auf dem Vogtgut neben "Steffens Bach".  Weitere Mühlen lagen zerstreut am Kleebach, Panzerbach, Lennepe Bach usw. Erwähnt werden noch die Walkmühle am Greueler Siepen (Tenter Bach) unterm Birgden und später noch eine Anlage am oberen Eschbach (spätere Schleiferei Pickardt unterhalb der Staumauer). Diese sind zwar im Remscheider Gebiet genannt, unterlagen jedoch der Lenneper Tuchindustrie.

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Wochenrückblick vom 11. bis 18. September 2022

Bergische Schmiede in Krupp-Film über den Raffinierstahl

Von rechts nach links: Krupp von Bohlen und Halbach, Schmied Dienes, Kommerzienrat Schneider, Herr Volberg, Frau Volberg. Repro: Rolf Zeisel

Als der Krupp-Clan 1935 seinen Film über Raffinierstahl fertig hatte, bekamen die Schmiede in Marscheider Bachtal bei Lüttringhausen - Max Austermühle, Hermann Dienes und andere - eine Einladung nach Essen, um sich den Film anzusehen. Am Bahnhof in Essen standen für sie die Maybach-Autos der Krupps zum Abholen bereit. Eine Werksbesichtigung ging dem Film voraus, und Hermann Dienes verstand die Welt nicht mehr. Noch nie hatte er eine so große Fabrik mit solchen modernen Maschinen gesehen.

Caroline und Hermann Dienes. Foto: Rolf ZeiselAls der Film dann fast abgelaufen war, erkannte Dienes auf der Leinwand seine Frau, wie sie ihm an seinem Hammer den Nachmittagskaffee brachte. Lautstark rief er: "Miene Olle, miene Olle". Krupps machten ihm das Angebot, den Film noch einmal ablaufen zu lassen, was Dienes dankend annahm. Auf diese Weise fielen Filmende und Schichtende zusammen. Auf der Straße stauten sich die Autos. Dienes blieb überwaltigt stehen: "Wo kommen all die Menschen her? Wenn ech dat gewost har, wor ech te hiemen gebliewen toscher dann bergeschen Eichen." nach "Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid". Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)

Zu den Fortschritten des Vereins der alten Feilenfabrik

Dass sich der „Förderverein zur Erhaltung der Feilenfabrik in Schlepenpohl e.V.“ am vergangenen Wochenende  – nach den corona-bedingten Absagen der vergangenen zwei Jahre – endlich wieder an einem „Tag des offenen Denkmals“ beteiligen konnte, freute die Vereinsmitglieder schon sehr. Allen voran den Vorsitzenden Thomas Abbas. Weil an diesem Tag für ein Video-Interview die Geräuschkulisse zu groß gewesen wäre, kam der Waterbölles einen Tag später ins Eschbachtal, um Thomas Abbas nach den Fortschritten zu befragen, die der Verein und sein historisches Domizil während der Corona-Pandemie dank tatkräftiger Unterstützung vieler gemacht haben. (Zu den Digitalvideos im Video steuerten Hans Georg Müller und der „Fotoclub Kuhn“ Arbeiten bei)

Video-Rundgang über die Hofschaft Platz

Am „Tag des offenen Denkmals“ beteiligte sich am v ergangenen Sonntag auch der Verein "Hasten für Hasten" e.V. Angeboten wurden drei Führungen, ein „Spaziergang über den historischen Büchel“ und gleich zweimal ein „Rundgang über die Hofschaft Platz“. Hierbei waren Barbara Rodler (am Vormittag) und Susanne Souaré-Michel (am Nachmittag) die sachkundigen Führerinnen. Sie stellten die kleine Ortschaft im Morsbachtal zwischen Gründerhammer und Clemenshammer als ein frühes Zentrum von Kotten und Hämmern vor. Aus vielen einstigen Arbeitsstätten sind längst schmucke Wohnhäuser geworden, deren Fachwerk bewahrt wurde. Noch gut zu erkennen sind die Gräben, die früher das Wasser des Morsbachs den Hammerteichen zuleiteten. Letztere allerdings wurden zugeschüttet, als die Stahlproduktion die engen Taler verließ und auf die Höhen zog. Dafür verwendet wurden häufig die Schlacke aus den Schmieden. Bei der Führung durch Susanne Souaré-Michel war der Waterbölles gestern mit der Videokamera dabei und fügte zahlreiche Momentaufnahmen zu einem kleinen Kaleidoskop zusammen.

September 2012: Der Waterbölles blättert zurück

Der Vorstand des Tennisclubs Mannesmann beim 'Ortstermin' im historischen Mannesmannpark mit den Mitgliedern der Bezirksvertretung Süd. Foto: Lothar KaiserZu einem Ortstermin im Mannesmann-Park an der Burger Straße, gleich neben dem Mannesmann-Denkmal, trafen sich am 5. September 2012 Mitglieder der Bezirksvertretung Süd mit Vorstandsmitgliedern des Tennisclubs Mannesmann. Damals war klar: Sollte der historische Park mit seinem alten Baumbestand – die Anlage wurde von den Tennisspielern seit Jahren unentgeltlich gepflegt – für einen neuen Discounter verkauft werden, würde das für den Verein das Aus bedeuten. „Für die Sorgen des Vereins zeigten die Kommunalpolitiker Verständnis; die Tennisanlage müsse erhalten bleiben“, berichtete der Waterbölles damals. „Und sie kündigten an, in der nächsten (Sonder-)Sitzung der BV am kommenden Mittwoch einen Antrag zu stellen, der schöne alte Park möge erhalten bleiben, nach Möglichkeit sogar unter Denkmalschutz gestellt werden.“
Die folgenden zwei Jahre zeigten dann: Die BV konnte (und wollte?) weder das Bauvorhaben verhindern noch so manchen Baum vor der Motorsäge bewahren. Und die beiden historischen Mannesmann-Gedenksteine verschwanden zunächst von der Baustelle, um dann 2014, auf dem evangelischen Friedhof an der Steinacker Straße in Bliedinghausen einen neuen, würdigen Platz zu bekommen.

Im September 2012 wurde bekannt, dass die bisherige Stadtkämmerin der Stadt Remscheid, Bärbel Schütte, wegen dauerhafter Dienstunfähigkeit nicht an ihren Arbeitsplatz im Rathaus zurückkehren wird. Das hatte ihr der Amtsarzt attestiert (wie zuvor bereits ein Facharzt). Die Entscheidung der von Oberbürgermeisterin Beate Wilding, die Kämmerin in den Ruhestand zu versetzen, kam daraufhin postwendend. Zugleich unterrichtete Beate Wilding die Kommunalaufsicht in Düsseldorf von der neuen Situation. Von ihr erhofft sie sich die Ausnahmegenehmigung, je nach Bewerberlage auch eine(n) ausgewiesenen Kämmerer/in einstellen zu dürfen, der/die kein Jurist ist. (Vorschrift ist eigentlich, dass ein Mitglied des Verwaltungsvorstandes die Befähigung zu  Richteramt haben muss). Dem stimmte die Kommunalaufsicht zu; denn Stadtkämmerer wurde später Sven Wiertz, bis 2014 Persönlicher Referent der Oberbürgermeisterin.

Auf dem Speicher fand Claus Kind vor zehn Jahren alte Postkarten vom Café Müller an der Hastener Straße, die damals einen anderen Namen hatte. Dass das Foto aus den 1930er Jahren stammt, ist auch an dem Foto von Adolf Hitler an der Wand des Gastraums zu erkennen.

Unbekannte entwendeten vor zehn Jahren von seinem umzäunten Lagerplatz an der Greulingstraße ca. 20 Rollen kunststoffummantelte mit einem Gesamtgewicht von mindestens 200 Kilogramm. Auch an der Walter-Freitag-Straße verschafften sich Einbrecher gewaltsam Zutritt zu einem Firmengelände. Auch dort hatten sie es auf diverse Kupferteile aus einer Lagehalle abgesehen. Das Gesamtgewicht der Beute wurde auf 700 bis 800 Kilogramm geschätzt, alles in allem also eine Tonne. In beiden Fällen muss aufgrund des hohen Gewichtes für den Abtransport ein Fahrzeug notwendig gewesen sein.

Das Taubenschgewänzchen beimn Nektar-Genuss. Foto: Hans Georg Müller.Nein, ich bin kein Kolibri!“, überschrieb Hans Georg Müller, CLUB NATUR, am 5. September 2012 über einer Sommerflieder-Blüte einen Nachtschwärmer, der einen 3.000 Kilometer langen Anflug aus dem Süden hinter sich hatte und zitierte ihn fiktiv so: „Manche denken, ich wäre mit dem Kolibri verwandt, aber wie gesagt, ich bin ein Schmetterling. Wie der Kolibri schwirre ich von einer Blüte zur anderen (auch Phlox steure ich an).  Haben Sie meinen tollen, fast drei Zentimeter langen Saugrüssel gesehen? So rücke ich der Blüte nicht zu sehr in die Blätter und kann genüsslich den Nektar schmausen. Rücken Sie bitte die Anti-Insektenlampen" aus dem Weg; die könnten mein Tod sein!“

Entscheidungen der Behörden "betrüblich und irreparabel"

Rad vom Dieneshammer. Marscheider Bach, eEtwa um 1960. Repro: G. SchmidtAnfang September 1966 gab es Aufregung im Marscheider Bachtal bei Lüttringhausen: der Dienes-Teich und der Diederichs- Teich bekamen von der Wasseraufsichtsbehörde Aufstauverbot. Aufgrund angeblicher Mangel an den Wehren und Dämmen mussten die Teiche für immer abgelassen werden. Die Laaker Bevölkerung lief Sturm gegen diese recht unverständliche Entscheidung, denn es handelte sich schließlich nur um etwa 10.000 D-Mark Reparaturkosten, die keiner tragen wollte.  Hierzu stellte damals der letzte Eigentümer Falkenroth im Lüttringhauser Anzeiger klar:

"Nicht der notleidende Zustand der Stauwehre des alten Wasserhammers war die eigentliche Ursache für die Teichentleerung. Er ist nur die Folgeerscheinung einer Bürokratie, die unter Vorgabe von Wasserhaushalt und Landschaftsschutz einer der letzten Oasen bergischer Romantik Gewalt antut. Dem Verfall der Stauschutze ging ursachlich die Anfechtung der angestammten Staurechte durch die Wasserbehörde voraus. Dieses Stauprivileg - sanktioniert durch zwei Urkunden des Karl-Theodor, Herzog von Berg, vom 16. Januar 1754 - wurde der oberen Wasserbehörde im Original vorgelegt. Das Recht begründete sich auf unvordenklicher Verjährung und dem Titel des Ersitzens, weil es vor Inkrafttreten des Code civile schon bestand. Überdies bestätigte die Wasserbehörde selbst 1928,dass das fragliche Wasserrecht ein sogenanntes Eigentümerrecht sei, das nach § 184 WG vom 7.4.1913 im Wasserbuche nicht eingetragen zu werden brauche, und dass durch Nichteintragung das Recht in keiner Weise beschnitten wurde. Gewerblich können diese alten Wasserrechte infolge des landschaftsschützenden Industrieverbotes im Marscheider Tal nicht mehr ausgewertet werden. Deshalb ist deren prozessuale Verteidigung - nur und zwecks optischer Wirkung - uninteressant wegen der damit verbundenen Mühen und Kosten. Andererseits ist ohne die vorbehaltslose Anerkennung der alten Rechte die Unterhaltung der Stauteiche unzumutbar wegen der damit verbundenen strafrechtlichen Dammbruch-Risiken! So musste es - nach vielen Warnungen - zur Entleerung der Teiche kommen.

Ein ebenso betrübliches und darum gleich aktuelles Problem stellte der 300-jährige Kottehammer (Dienes) dar. Seine stilgerechte Restaurierung auf Kosten der Eigner wurde angeboten und betrieben, als der Bau noch ‚gesund’ war. Allein schon die Beantwortung der Bauanfrage musste im Beschwerdeverfahren erzwungen werden. Als sie nach verlorenen Jahren mit Vorbehalten erfolgte, wurde darin ein Dauerwohnrecht trotz hoher Baukosten grundsätzlich verweigert. Nun also stirbt der Wasserhammer, einer der letzten, noch in diesem Winter unter der zu erwartenden Schneelast, und es entsteht ein weiterer Schandfleck im Waldidyll. Nachdem die Wasserrechte angefeindet, die Teichentleerung gefordert, die Fischereirechte vom Fiskus beansprucht, die Wohnrechte im Hammergebäude verwehrt, die Re-Industrialisierung des alten Gewerbes verboten und jegliche Wohnbauvorhaben dort grundsätzlich abgelehnt werden, verbleibt ein Besitz, der keinen Ertrag, wohl aber verwaltungstechnische Unerfreulichkeiten sowie steuerliche und versicherungstechnische Lasten bringt. In vielen Jahren sind diese Probleme immer wieder aufgezeigt, angefasst und leider torpediert worden. Es liegt der Schluss nahe, das weniger menschliche Unzulänglichkeit, als vielleicht eine gezielte Handhabung federführend war und bleibt.

Aber kein Mensch - und auch eine Behörde nicht - kann auf die Dauer gegen jede wirtschaftliche Vernunft regieren, weder mit paraphierten Geboten, noch mit steuerrechtlichen oder strafrechtlichen Prügeln. Das läuft sich irgendwann fest. Und da liegt der Hase im Pfeffer, bzw. im Marscheider Bach. Es mag immerhin möglich sein, das die Behörden innerhalb ihres Geltungsbereiches glauben, das vertreten zu haben, was ihres Erachtens rechtens ist. Leider nur ist das Ergebnis aus dem Konzert der diversen Zuständigkeiten - mangels übergeordneter Konzeption - betrüblich und irreparabel. Mit der Allgemeinheit bedaure ich das aufrichtig!“ (Ende des Zitats von Hammerbesitzer Falkenroth)

Dieser Fall zeigt uns aus heutiger Sicht einmal authentisch, warum im Bergischen Land kaum noch ein historisches Wahrzeichen dieser Art steht. In Remscheid ist der gleiche Fall bekannt von den Auseinandersetzungen am Danielshammer im Diepmannsbachtal, wo der Besitzer Comuth den Hammer restaurieren, originalgetreu wieder aufbauen und darin wohnen wollte. Gescheitert an den Behörden und genervt gab er in den 1980-er Jahren auf. Nachdem der Dienes-Hammer bis in das Jahr 2002 ein elendes Dasein fristete und immer weniger erkennbar war, hat man 2002 die gut erhaltene Hammerwelle mit der Vierkantantriebsnabe herausgeholt und zum Manuelskotten in Cronenberg hingeschafft. (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)

Der Namen dieser Sommerfrische wird gesucht

In früheren Jahren hatte diese „Pension für Sommerfrischler“ (Postkartentext) sogar Anschluss ab die Remscheider Straßenbahn (Die Electrische“). Die verkehrte damals in diesem langgestreckten Tal und verband zwei Ausflugsziele miterinander, die schon damals im Bergischen sehr beliebt waren. Wie hieß das Lokal?

Wochenrückblick vom 5. bis 10. September 2022