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Artikel für die Landwirtschaft hatten eine lange Tradition

Alte bergische Sägenschmiude, rekonstruiert im Remscheider Heimatmuseum. Foto: Mende.Das wichtigste Remscheider Holzbearbeitungswerkzeug ist die Säge. Als man noch keine Walzwerke kannte, wurden alle Sägen in den Wasserhämmern aus Raffinierstahl gebreitet. Die „Sägenschmiede" schmiedeten sie dann auf dem Amboss in die richtige Form, Breite und Stärke. Danach wurden die Zähne auf einem Holzklotz mit Meißel und Hammer ausgeschlagen, später mit Hebeln ausgestanzt. Auf der nebenstehenden Abbildung einer alten Sägenschmiede erkennt der Leser im Hintergrund die Esse, den Blasebalg, der durch Zug an einer Kette in Tätigkeit gesetzt wird, und Geräte zum Ausschlagen der Zähne. Mit der Herstellung von Sägen aus Stahlblech wurde die Produktion umgestaltet, und geschmiedete Sägen wurden kaum mehr hergestellt. Es fehlte dazu auch an geschulten Arbeitern, das Rohmaterial war zu teuer und die Herstellungsweise schwieriger. Die Sägen wurden nunmehr aus den Blechen geschnitten. Die Säge entwickelte sich nächst der Feile zu einem der bedeutendsten Remscheider Artikel. Und zwar werden Sägen für Hand- und Maschinengebrauch verfertigt. Sägen dienen auch der Metallbearbeitung. Metallsägen wer­den gleichfalls in Remscheid hergestellt.

5. Ein anderer Industriezweig von ganz ausgeprägter Bergischer Bodenständigkeit ist die Herstellung gewerblicher Messer. In der Hauptsache handelt es sich um Maschinenmesser mit dem ausgesprochenen Standort in Remscheid; sie stehen im Gegensatz zum Hand- und Tafelmesser, das vor allem in Solingen heimisch ist.

Alle Versuche, die Remscheider Maschinenmesserindustrie in andere Gegenden Deutschlands oder das Ausland zu verpflanzen, sind gescheitert, so dass — sieht man von einigen schwedischen, englischen und nordamerikanischen Erzeugungsstätten ab — Remscheid unbestritten als Zentrale der Weltversorgung mit hochwertigen Maschinenmessern für die Holz-, Metall-, Papier-, Tabak­industrie usw. anzusehen ist. Die Fabrikation erlangte in dem Augenblick ihr eigentliches Übergewicht über den ausländischen Wettbewerb, als führende Betriebe dazu übergingen, mit Hilfe eigener Stahlhammerwerke, physikalisch-chemischer Laboratorien u. a. systematisch nach wissenschaftlichen Arbeitsmethoden die Güte der Erzeugnisse zu verbessern. Auf diese Weise gelang es ihnen, sich in einzelnen Industriezweigen und Messerarten durch überlegene Qualität gegen England, Schweden und Amerika sogar eine Monopol-Stellung zu erkämpfen.

In bemerkenswerter Weise entwickelte sich ein besonderer Zweig der Herstellung von Maschinenmessern: die Industrie landwirtschaftlicher Messer und Maschinenteile (Mähmesser, Häcksel-und Rübenmesser, Sägen verschiedener Art). Damit wurde die alte Tradition der Remscheider Industrie, Artikel für die Landwirtschaft zu verfertigen, fortgesetzt. Die eigentliche Aufgabe lag jedoch in der neuen Zeit darin, gegen einen übermächtigen amerikanischen Wettbewerb in zähem Vordringen Remscheid seine jetzige beachtenswerte Stellung erst zu erringen. Denn die Vereinigten Staaten von Nordamerika sind seit Jahrzehnten das Land der maschinellen Bodenbearbeitung; ihre überaus leistungsfähige Landmaschinen- und Ersatzteilindustrie überschwemmte alle Welt mit ihren Erzeugnissen.

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Neue Ausstellung im Wülfing-Museum in Dahlerau

Eine Fotoausstellung über „Frühes Bauen in Lennep und an der Wupper –  Vier Generationen Bauunternehmung Schmidt“ ist ab Sonntag, 4. Oktober, im Wülfingmuseum in Radevormwald-Dahlerau a. d. Wupper zu sehen (Tel. RS 6922851, E-Mail )info@wuelfing-museum.de">info@wuelfing-museum.de. Die Öffnungszeiten: Sonntag, 11 bis 17 Uhr, Dienstag und Samstag, 10 bis 12 Uhr. Der Aussteller, Dr. Wilhelm R. Schmidt M.A., geboren 1947 am Lenneper Mollplatz, bemüht sich seit 1989 um das Lebenswerk seines Lenneper Urgroßvaters Albert Schmidt (1841-1932). Im Tuchmuseum richtete er bislang acht Ausstellungen zu verschiedenen Lennep-Themen aus. Weitere Ausstellungen wurden in der e Lennep und im Rathaus Lüttringhausen realisiert. Die Ausstellung in Dahlerau läuft zunächst bis Ostern 2021

Traditionell ist vor allem der Lenneper Baumeister, Architekt, Ingenieur und Talsperrenbauer Albert Schmidt als wichtiger Partner der Lenneper Industrieherren Hardt, Schürmann, Hilger, Karsch, Schröder u.a. bekannt. Es finden sich aber seit einiger Zeit vermehrt auch Dokumente über seinen Vater Christian Schmidt (1805-1865), der bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an der Wupper und in Lennep ein großes Baugeschäft mit Zimmerei und Ziegelei betrieb. Die Ausstellung in Dahlerau umfasst 20 Tafeln mit Bild- und Textinformationen, die dem Lenneparchiv Schmidt, dem Tuch- und dem Wülfing-Museum sowie neueren Aufsätzen aus einem 2016 veröffentlichten Sammelband zur Bergischen Industriekultur entstammen. Außer Christian Schmidt gilt die Ausstellung vor allem dessen Sohn Albert Schmidt, der in seiner Jugend über eine längere Zeit die Geschäfte mit seinem Vater zusammen betrieb, sowie Arthur Schmidt, der ab 1903 seinen Vater Albert Schmidt im Lenneper Baugeschäft ablöste. Die Zusammenarbeit der Lenneper Bauunternehmung mit den Wupperfabriken erstreckte sich insgesamt bis in die 1960er Jahre.

 

Die Fabrik von Mannesmann, Pionier einer neuen Betriebsform

Reinhard Mannesmann schuf mit seinem Bruder Arnold die erste fabrikmäßige Anlage in Remscheid.geschäftshausAls Napoleon 1809 dem Herzogtum Berg die Gewerbefreiheit schenkte, war bereits durch die Bergischen Kaufleute tatkräftig eine neue Betriebsform geschaffen und dem in den Zunftschranken erstarrten Handwerk entgegengestellt worden: Die Hausindustrie. Mit dieser Organisation hatten sie sich zu Herren eines Teiles der Produktion gemacht und waren so erfolgreich der Gefahr begegnet, dass sich auch die nicht einer Zunft angehörenden Handwerker zusammenschlössen oder gar dem der freien Gewerbetätigkeit feindlichen Lande den Rücken kehrten. (Zahlreiche Remscheider Unternehmer und Arbeiter wanderten noch in der Zeit der Zunftherrschaft, erst recht aber nach deren Ende in fremde Staaten aus, hoben deren Industrie und machten ihrer alten Heimat Wettbewerb. Im 18. Jahrhundert gründete Peter Hasenclever z. B. bedeutende Eisenwerke in Nordamerika und versuchte, Remscheider Schmiede nach dort zu ziehen.)

Der auch hier (in der Hausindustrie) zum Ausdruck kommende Unternehmungsgeist der Kaufmannschaft hat fraglos einer großen Zahl kleiner Betriebe in die moderne Zeit hineingeholfen. Die Träger der Hausindustrie waren zwei äußerlich getrennte und unabhängige Personengruppen: Kaufleute (Kommissionäre) und Schmiedemeister sowie andere Handwerker. Neben Betrieben dieser Art bestanden anfangs des 19. Jahrhunderts Handwerksbetriebe der sogenannten Kleinschmiede, beide im Wesentlichen unterschieden durch die Gestaltung des Absatzes. Im einen Falle setzten die Meister ihre Waren selbst an die Verbraucher ab. Sobald der Absatz an Großabnehmer (Kaufleute) geht, die ihrerseits die Erzeugnisse weiter vertreiben, haben wir im Allgemeinen einen hausindustriellen Betrieb vor uns. Der wesentliche Vorteil lag für den Kaufmann darin, dass er ein Konjunkturrisiko beliebig auf den Hersteller abwälzen konnte, denn die Betriebsstätten und -einrichtungen gehörten ihm. Später trat eine andere Form der Hausindustrie, die Miete der Arbeitsräume, hinzu. In dieser Beherrschung des Absatzes lag die Überlegenheit des Verlegers — auch „Fabrikkaufmann" genannt" — über den Handwerker, der rasch an Boden verlor. Die Grenzen beider Betriebsarten waren fließend. Ein mächtiger Gegner entstand dem Verlag in der Fabrik, die bis heute die alte Betriebsform fast ganz verdrängte, wenn auch noch immer eine Reihe von kleinen Betrieben für kaufmännische Firmen arbeitet und von ihnen abhängig ist, bzw. noch einige andere Reste hausindustrieller Tätigkeit sich erhalten haben. Die moderne Fabrik kam auf als organisierter Betrieb, der in der Lage war, sich den wachsenden Forderungen des Marktes nach Ware anzupassen und zugleich, weil er die verschiedenen, bisher örtlich getrennten Produktionsstufen eines Erzeugnisses an einem Orte vereinigen konnte, rationeller zu arbeiten.

Vorstufen einer Fabrik begegneten uns in der Sensenfabrikation und der Klingenindustrie. Die Sensen wurden in „Fabriken" (Sensenhämmern) verfertigt, die Handelshäusern gehörten. Die in ihnen Beschäftigten waren von den Besitzern abhängig. Im anderen Fall hatten Robert und Hermann Böker sämtliche Produktionsglieder zu einer einheitlichen, wenn auch örtlich getrennten Erzeugung zusammengefasst. Die erste Fabrik schuf Reinhard Mannesmann (Foto) zusammen mit seinem Bruder Arnold, indem er (etwa 1840) Feilenschmiede, Ausglüher, Härter und Packer in einer Feilenfabrik vereinigte. Schleifer und Hauer leisteten zunächst noch Heimarbeit, wurden aber bald auch in den Betrieb eingegliedert (1850—52). „Die Fabrik von Mannesmann ... ist für Remscheid das, was Henckels für Solingen ist — der Pionier einer neuen Betriebsform," schrieb die Firma damals selbst. Andere Fabriken folgten. Sie waren etwa bis 1860 größtenteils Manufakturen. Dann trat die moderne Form der Fabrik (Maschinenarbeit) in den Vordergrund.

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September 2010: Der Waterbölles blättert zurück

Ein siebentägiger Veranstaltungsreigen war im September 2010 das Bergische Jugendkulturfestival, veranstaltet von den Städten Solingen, Wuppertal und Remscheid mit mehr als 40 Musik- und Tanzgruppen. So gab’s etwa auf der Konrad-Adenauer-Straße ein  siebenstündiges „Open-Air-Konzert“, u.- a. mit der Gruppe „Luxuslärm“. Kooperationspartner waren Teo Otto Theater, Bücherei und Städt. Galerie.

„In Remscheid drohen nicht nur die Brunnen in der Innenstadt zu versiegen, weil die finanzschwache Stadt ihnen das Wasser abdreht, sondern es droht auch die Verlandung des Stadtparkteichs“, berichtete der Waterbölles vor zehn Jahren. Die Verwaltung reagierte damals auf Kritik der CDU wie folgt: „Der schlechte Zustand des Teiches ist schon seit Jahren bekannt. Dieser Zustand wird sich noch über mehrere Jahre hinziehen, bis die vollständige Verlandung des Teiches erfolgt ist. Das ursächliche Problem an der derzeitigen Situation ist der fehlende natürliche Zufluss. Grundsätzlich ändern ließe sich der Zustand nur, wenn die Schlämme des Teiches ausgekoffert würden, so dass eine Wassertiefe, zumindest in Teilbereichen, von ca. 100 cm erreicht würde. Grob überschlägig wären dies etwa 1.000 Kubikmeter Schlämme. Eine Erhöhung des Wasserspiegels um etwa 15 bis 20 cm bis zur Überlaufkante des vorhandenen Ablaufes, wäre die kostengünstigere Variante, um die Situation zu verbessern. Durch eine Erhöhung des Spiegels könnte während längerer Trockenzeit das Trockenfallen hinausgezögert, möglicherweise sogar gänzlich ausgeschlossen werden. Leider ist eine Erhöhung des Wasserspiegels aber nicht möglich, da der Damm offenbar Undichtigkeiten aufweist, die keine höhere Anstauhöhe zulassen, als sie derzeit erreicht ist.“

Ampelanlage auf Vieringhausen ist verzichtbar“, teilte im September 1210 die Straßenverkehrsbehörde mit und revidierte damit Pläne von 2007. Auf eine Ampelanlage aufheben. Eine entsprechende Empfehlung hatte bereits am 29zu verzichten, hatte zuvor die Unfallkommission empfohlen, nachdem die die Kreispolizeibehörde Wuppertal bestätigt hatte, dass es sich „bereits seit einigen Jahren“ um keinen Unfallschwerpunkt mehr handele.

Wie man sich täuschen kann: Die Sanierung von "Haus Cleff" sei machbar, teilte vor zehn Jahren der Aachener Architekten Achim Wolf den Mitgliedern der Bezirksvertretung Alt-Remscheid mit. eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Das alte Patrizierhaus aus Fachwerk muss saniert werden. Die Schäden seien nicht so schwerwiegend, wie zunächst befürchtet. Da sei ihm „ein Stein vom Herzen gefallen“, sagte dazu damals Thomas Judt, der Chef des städtischen Gebäudemanagements, vor der laufen Fernsehkamera eines WDR-Lokalzeit-Reporters. Die Instandsetzung werde voraussichtlich einen mittleren sechsstelligen Betrag erfordert. Historisches Zentrum braucht 12,8 Millionen Euro hieß es dann im Mai 2018.

Die Forderung der Wählergemeinschaft W.i.R. vom 18. August 2010 nach einem „Ordnungs- und Reinigungskonzept  bezog sich auf Vandalismus am Remscheider Hauptbahnhof. Am 1. September 2010 berichtete Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid dann von Sachbeschädigungen im P&-R-Parkhaus. Die Frage nach Videokameras hatte die Verwaltung da bereits geklärt: Im P&R-Parkhaus (Privatbesitz, wenngleich der Öffentlichkeit gewidmet) seien Videokameras erlaubt, im öffentlichen Raum (unter freiem Himmel) könne aber nur die Polizei eine derartige Überwachung veranlassen.

In der ehemaligen IHK-Villa an der Elberfelder Straße eröffnete vor zehn Jahren eine  "Kinderwunschklinik". Dass sich für das Gebäude der IHK-Geschäftsstelle Remscheid, das schon 2001 nach dem Auszug der letzten Mieter für einen Hausmeister und eine IHK-Mitarbeiter viel zu groß geworden war, endlich ein Käufer gefunden habe, die „M+MI Grundstücksverwaltung KG“ in Himmelpforten bei Stade, und ein neuer „Ankermieter", Dr. Johannes Luckhaus, ein bekannter Remscheider Frauenarzt und ausgewiesener Spezialisten für Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, teilte damals die IHK erleichtert mit. Im Jahr 1977, bei der Fusion der bis dahin selbstständigen Industrie- und Handelskammern Wuppertal, Solingen und Remscheid zur Drei-Städte-Kammer, war festgelegt worden, dass in Remscheid noch bis 1983 „ein leibhaftiger Hauptgeschäftsführer" residieren sollte. Noch 2002 hatten an der Elberfelder Straße zwölf IHK-Mitarbeiter/innen ihren festen Arbeitsplatz gehabt, ab 2006 dann nur noch eine kleine Geschäftsstelle mit einer Mitarbeiterin und einem Hausmeister.

Forschungsgemeinschaft übernimmt Thyssen-Gelände“, teilte vor zehn Jahren die Forschungsgemeinschaft Werkzeuge und Werkstoffe (FGW) mit. Der Kauf des knapp 11.000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Papenberger Straße sei. Ein Jahr später begann dort der Bau neuer Büro- und Lagerflächen (ca. 2.500 Quadratmeter).

Das Remscheider Umweltamt (Fachdienst Umwelt) riet vor zehn Jahren davon ab, Pilze unter der Müngstener Brücke zu sammeln. Denn diese hätten einen  hohen Bleigehalt. Der sei zurückzuführen auf diverse bleihaltige Anstriche der Brücke, wie Bodenuntersuchungen der Deutsche Bahn AG ergeben hatten.

Im September 2010 kündigte der Reit- und Fahrverein Remscheid e.V.  in der Hofschaft Buscherhof (Blume) den Neubau einer zweiten Reithalle (62 mal 21,5 Meter groß)  mit 15 Pferdeboxen an. Vereinssprecher Uwe Kloß erläuterte das Projekt damals im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses den Mitgliedern des Schul- und Sportausschusses. Einstimmig bewilligten diese einen Investitionsausschuss von 10.000 Euro. Der Verein zählt vor zehn Jahren 214 Mitglieder. In den Stallungen standen 27 Vereins- und sieben Schulpferde. Erst durch die zusätzlichen 15 Boxen, so Uwe Kloß gestern, rechne sich für den Verein ein fest angestellter Pferdewirt. Der Schulbetrieb für Kinder, Jugendliche und Erwachsene werde mit der neuen Halle von zwei auf drei Stunden täglich ausgedehnt werden.

Mit einem Sport- und Spielfest wurden vor zehn Jahren die Konsumterrassen am Rosenhügel offiziell von Oberbürgermeisterin Beate Wilding eröffnet. Im Anschluss startet das 2. am Rosenhügel. Ein Arbeitskreis und das Stadtteilbüro Rosenhügel hatten die Veranstaltung vorbereitet. Ebenfalls im September 2010 eröffnete Wilding den neuen Bahnhof Lennep.  Mit Fördermitteln aus der Gemeindeverkehrsfinanzierung und der Modernisierungsoffensive NRW waren damals der Bahnhof Lennep ebenso wie die übrigen drei Remscheider Haltepunkte der Deutschen Bahn umgebaut worden. Dabei wurde das Aussehen des Haltepunktes Remscheid-Lennep am grundlegendsten verändert. „Das Gelände drohte zur Schmuddelecke zu werden“, erinnerte Wilding damals an den Anfang des Projektes im Rahmen der Regionale 2006.

Über die Autobahn angeliefert wurde vor zehn Jahren das erste Bauteil des Nordstegs. Es war 24 Meter lang und rund 40 Tonnen schwer ; der nächtliche Schwerlasttransport habe bei der Einfahrt auf den speziell geschützten Bahnhofsvorplatz aber nur zu kurzen Verkehrsbehinderungen geführt, teilte die Verwaltung damals mit.

 

1944 wegen „Wehrkraftzersetzung“ festgenommen

von Armin Breidenbach

Wie das 2018 wiederaufgetauchte „Aufnahmebuch des Polizeigefängnisses Remscheid von 1944/45“ dokumentiert, wurden am 23. Oktober 1944 drei Remscheider in das hiesige Polizeigefängnis in der Uhlandstraße eingeliefert, darunter der Autoschlosser Hans Dürhager und der Packer Albert Schumacher. Beide waren wegen Zersetzung der deutschen Wehrkraft festgenommen worden; zwei Tage später wurden sie in das Amtsgerichtsgefängnis Remscheid überstellt. Nachdem am 28. Oktober 1944 gegen beide ein Haftbefehl erlassen worden war, wurden sie zunächst wieder in das Polizeigefängnis Remscheid zurückgebracht. Zwei Tage später erfolgte ihre Überstellung in das Gerichtsgefängnis Wuppertal.

In der über Hans Dürhager nach dem Zweiten Weltkrieg angelegten Wiedergutmachungsakte befindet sich ein längerer Bericht von Albert Schumacher, in dem es unter anderem heißt: „Hans Dürhager und ich wurden gemeinsam am 23.10.1944 von der Gestapo Remscheid verhaftet und wegen Vorbereitung zum Hochverrat unter Anklage gestellt. Nachdem wir zunächst in das Gefängnis Wuppertal-Bendahl überführt wurden, kamen wir anschließend in das Gefängnis Berlin-Plötzensee […].“

Als bei einem schweren US-Luftangriff auf Berlin am 3. Februar 1945 unter anderem auch das Gebäude des berüchtigten Volksgerichtshofs zerstört und dabei dessen Präsident Roland Freisler getötet worden war, ordnete Hitler zwei Tage später an, den Volksgerichtshof nach Potsdam auszulagern und die für Hoch- und Landesverrat zuständigen Senate nach Bayreuth zu verlegen. Einen weiteren Tag später, am 6. Februar 1945, „wurden aus den Berliner Haftanstalten ca. 300 Untersuchungs- und Strafgefangene zusammengezogen, um sie ins Zuchthaus St. Georgen nach Bayreuth zu bringen. […] Die Gefangenen wurden am Berliner Westhafen in geschlossene Frachträume von Lastkähnen gepfercht und sechs Tage spreeabwärts transportiert. Am 11. Februar 1945 wurde die Fahrt von Coswig in überfüllten Güterwaggons nach Bayern fortgesetzt. In Erinnerungsberichten schildern Überlebende die katastrophalen Bedingungen dieser Fahrt: die völlig unzulängliche Versorgung mit Lebensmitteln, die Enge, die unmenschliche Behandlung durch die begleitenden Wachmannschaften und schließlich die Fliegerangriffe. Als der Transport am 17. Februar in Bayreuth ankam, wurden die erschöpften Häftlinge nach einem Fußmarsch in das überfüllte Zuchthaus eingeliefert.“Wie das im Nationalarchiv Prag verwahrte „Gefangenenbuch des früheren Zucht- und Arbeitshauses St. Georgen-Bayreuth“ dokumentiert, befanden sich unter diesen Gefangenen auch Hans Dürhager und Albert Schumacher; sie wurden unter den Nummern U 1298/44 und U 1329/1944 in dieses Gefangenenbuch eingetragen. Die Gefangenenanstalt St. Georgen-Bayreuth hatte 1935 eine Belegungsfähigkeit für insgesamt 750 Männer gehabt. Später war sie für 1.200 Häftlinge vorgesehen; gegen Kriegsende, als sie „zu einer Schwerpunktanstalt für Gefangene aus dem heutigen Tschechien“ geworden war, war sie mit etwa 5.000 Häftlingen völlig überbelegt.

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Wochenrückblick vom 21. bis 27. September 2020

Organisation war die Sache der kleinen Fabrikanten nicht

Teil II, Paul Legers: Die Remscheider Werkzeug- und Eisenindustrie von der Einführung der Gewerbefreiheit bis zum Ausbruch des Weltkriegs

In der Natur des „kollektivistisch" eingestellten Staates der Gegenwart liegt es erst recht, dass er auf die „Kleinen" im Wirtschaftsgefüge keine Rücksicht nimmt, weil ihnen die sinnfällige Wirkung mit Menschenmasse und Betriebsgröße versagt ist. Ihre Lage muss sich daher umso gefahrvoller gestalten, weil die gesetzlichen Maßnahmen, besonders auf dem Gebiete der Festsetzung und Erhebung der staatlichen Gefälle und Steuern, schematisch aufgebaut sind und diesen Zwischenstufen zwischen Industrie und Handwerk keine Rechnung tragen. In wachsendem Umfange werden für alle industriellen Betriebe, unabhängig von ihrer Größe, gleiche Grundsätze aufgestellt. So wird es unmöglich, einzelnen Gruppen Sonderregelungen zuzuerkennen, wo es deren Natur angemessen und der allgemeinen Rechtsgleichheit nicht zuwider ist.

Die soziale Gesetzgebung umspannt die „Kleinen" mit den gleichen Auflagen wie die größeren Unternehmungen. Kapital- und Kreditnot wirken sich für jene schärfer aus. Zugleich findet eine steigende Syndizierung aller Vor- und Hilfserzeugnisse statt, durch die gleiche Zahlungsbedingungen für jeden Abnehmer geschaffen werden. So sieht sich die Schicht kleiner Betriebe in einen Verwaltungs- und Organisations-Apparat hineingestellt, dem weder der Umfang der Arbeitsstätten noch Denkungsart und Vorbildung der Inhaber im allgemeinen entsprechen. Damit wird ihnen ihre Überlegenheit über den größeren Fabrikbetrieb genommen, die in ihrer Arbeitszeit, ihrer spesenlosen Absatzweise und den daraus entstehenden billigen Gestehungskosten begründet war.

13. Die größeren Fabrikanten, deren Daseinskampf sich in der Gegenwart gleichfalls verschärfte, hätten den Stamm der Führer stellen können, um die sich leichter die große Masse der kleineren Betriebsinhaber vereinigt hätte. Die ihrer Wirtschaftskraft nach bedeutenderen Betriebe der Werkzeugindustrie des Bergischen Landes sind jedoch in ihrer Organisationskraft schon deshalb gehemmt, weil ein Teil von ihnen an den deutschen Großhandel, der andere an den letzten Verbraucher unmittelbar liefert, wodurch sich manche Unterschiedlichkeit in der Beurteilung wirtschaftlicher Faktoren erklärt. Ihr Streben blieb vor allem eingeengt durch die Einstellung der Mehrzahl der kleineren Unternehmer. Da diese fast ausschließlich auf den Absatz ihrer Waren an den ortsansässigen Handel angewiesen sind, ist eine Einheitlichkeit der Betrachtung wirtschafts- und verbandspolitischer Aufgaben in hohem Maße in Frage gestellt.

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Maßloser Wettbewerb gefährdete das ganze Gewerbe

  Teil II, Paul Legers: Die Remscheider Werkzeug- und Eisenindustrie von der Einführung der Gewerbefreiheit bis zum Ausbruch des Weltkriegs

10. Durch mannigfaltige Familien- und Wirtschaftsverflechtungen angeregt oder genötigt, suchte in den letzten Jahrzehnten auch der Fabrikant eigene Wege und zog selbst hinaus in andere Weltteile, um den Absatz seiner Erzeugnisse zu heben. Die Überproduktion spornt den Tatendrang an: „Mein Feld ist die Welt!" Als die großen Bahnbauten in Russisch-Asien entstanden, reiste der Remscheider Unternehmer erst vereinzelt nach Sibirien, Transkaukasien oder an die persisch-indische Grenze auf Kamel, Saumtier, im Schlitten oder zu Fuß zu den Arbeitsplätzen der Ingenieure, um Aufträge zu sammeln. Andere folgten bald. Persönliche Beziehungen zum Kunden werden angeknüpft und sorgsam gepflegt. Anpassung an Einzelwünsche stärkt, das Warenzeichen schützt sie.

11. So müssen wir in der Vergangenheit den Mut des Bergischen Unternehmers ganz besonders bewundern, der sich tapfer, allen Verkehrsnöten und Widerständen zum Trotz, mit seiner Ware durchsetzt. Und dennoch! Dem aufmerksamen Beobachter können trotz aller Erfolge gewisse Schwächen in dem Aufstreben der Industrie nicht verborgen bleiben. Durch Aufhebung des Zunftwesens hatte die Napoleonische Gesetzgebung den Einzelmenschen auf wirtschaftlichem Gebiet von allen Bindungen und allem Zwang befreit. Dem in den Zunftschranken erstarrten Gewerbe fiel mit der Gewerbefreiheit plötzlich ein Geschenk zu, das besonders die Kaufleute stets herbeigesehnt hatten. Dass die Freiheit der Wirtschaft den Unternehmern aber zugleich eine große Verantwortung aufbürdete, kam ihnen in ihrer Allgemeinheit nicht zum Bewusstsein. In der Verkennung dieser Pflichten und ihren Auswirkungen liegt ein tragischer Zug der Entwicklung begründet.

In der Zunft war ein großer Teil der Unternehmer unter staatlicher Aufsicht zusammengeschlossen gewesen. Nach Aufhebung aller Bindungen freute man sich seiner Freiheit und baute später in dem Gefühl, dass der Staat mitwuchs und man als Glied eben dieses Staates dessen Schutz genoss, neue Unternehmungen auf, ohne dass andererseits allgemein ebenso klar eine Verpflichtung des Einzelnen gegenüber seinem eigenen Stand und diesem Staat oder das Gefühl einer Verantwortung erwacht und mitgewachsen wäre. Diese geistige Einstellung des Unternehmers ist nur verständlich, weil der Gedanke einer Organisation der Wirtschaft erloschen war und man vergaß, was er, verkörpert im Zunftwesen, geleistet und welchen Nöten er gesteuert hatte. Zudem kam die Einführung der Gewerbefreiheit, die Einräumung bisheriger Vorrechte Einzelner als Recht an alle ohne irgend eine Bindung oder Verpflichtung, der Eigenart des Bergischen besonders entgegen. Seit alters her übte der „Meister" abseits vom Verkehr und um­hegter Stadt in der Abgeschiedenheit der Berge und Täler seinen Beruf aus. Nun konnte Kaufmann und „Meister" jeder werden, der das Zeug dazu in sich fühlte. Diese Einstellung hielt auch noch in einer Zeit vor, als anderswo längst organisierte Wirtschaftsgebilde mit ständig erstarkender Kraft entstanden, ja, als selbst die ganze Vorindustrie sich kartellierte und Produktions- wie Absatzformen grundlegende Wandlungen erfuhren.

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Von Milch und Wasser im alten Lennep

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde des Bergischen Landes, liebe Lenneper,
lang, lang ist es her, dass diese beiden Fotos in Lennep gemacht werden konnten. Das Foto links stammt noch aus dem vorletzten Jahrhundert und zeigt eine volkstümliche „Partie“, wie man damals sagte, an der Lenneper Bocksgasse, die von der Pastoratstraße unterhalb von Wilhelm Conrad Röntgens Geburtshaus in Richtung Stadtkirche abzweigt. Heute sieht es dort (nach der Altstadtentkernung und/oder Sanierung) natürlich anders aus.

Noch nach dem Zweiten Weltkrieg ging man zum Milch holen zum Kaufmann, oft wurden die Kinder mit der hauseigenen Kanne dorthin geschickt, die allerdings wesentlich kleiner war als die auf unserem Foto abgebildeten Kannen. Mitunter sieht man derartige heute noch mit Blumenschmuck auf unseren Balkons oder in den Lenneper Vorgärten. Milch wurde seinerzeit übrigens auch ins Haus geliefert, gegen Aufschlag natürlich. Ebenso wie beim Wasser, sofern man keinen eigenen Brunnen im Haus hatte. Ferner das Petroleum für die Lampe und der Sand zum Reinigen der Fußböden und sonstiger Holzflächen.

Gemessen an "solchen Zuständen", die allerdings bis in letzte Drittel des 19. Jahrhunderts völlig normal waren, galt es natürlich als Fortschritt, als man am Bismarckplatz später ein Milch- und ein Wasserhäuschen anlegte, zeitweilig auch einen stattlichen Brunnen mit Fontäne und sogar eine meteorologische Station. Ich bin bei meinen Lennep-Führungen noch auf eine betagte Dame mit Gehwägelchen gestoßen, die davon erzählte, dass ihre Mutter am Bismarckplatz Wasser für das eigene Heim geholt habe. Das auf dem Foto abgebildete Milchhäuschen diente übrigens nicht nur der Lenneper Milchversorgung, sondern war letztlich Teil einer preußischen Kampagne gegen den damalig durchaus beachtlichen Alkoholmissbrauch der "unteren Schichten". Auch die Lenneper konnten damals mit dem "Fengersch" von der Kölner Straße und dem "Braselmanns" aus Beyenburg / Schwelm ein Lied davon singen. Bekannt war das Lenneper Original, genannt Bübchen, das mit seinen Mattkadetten (Marktkumpanen) kein Gläschen versäumte und es bis zur Verewigung auf einer Ansichtskarte brachte, auf der er schnapsselig auf sein altes Lennep hinunter blickte.

Milchverkaufsstellen waren sozusagen eine volkstümliche Variante der privaten Schweizerhäuser der reichen Industriellen, von denen es in Lennep am Westerholt übrigens auch eines gab, wo die Kühe im Stall aus Marmorkrippen fraßen. Der Eigentümer, Herr Hardt, pflegte seine Gäste zu fragen, ob sie lieber Champagner, Cognac oder Milch trinken wollten. "Es kostet mich alles dasselbe", soll er hinzugefügt haben.

Wochenrückblick vom 14. bis 20. September 2020

Als der Wupperverband seine größten Talsperren bekam

Pressemitteilung des Wupperverbandes

Bereits seit seiner Gründung vor 90 Jahren betreibt der Wupperverband Talsperren im Wuppergebiet. Heute ist er für den Betrieb von 14 Talsperren und Stauanlagen verantwortlich. Aber in den 1980er Jahren gab es einen regelrechten Talsperrenboom: im Wuppergebiet wurden die größte Brauchwasser- und die größte Trinkwassertalsperre gebaut. Der Wupperverband nimmt seinen runden Geburtstag zum Anlass, die historische Ereignisse in den Fokus zu rücken.

Die Wupper-Talsperre wurde von 1982 bis 1987 gebaut und am 11. November 1987 im Beisein des damaligen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Johannes Rau, feierlich eingeweiht. Der Bau der Talsperre kostete seinerzeit 235 Mio. DM. Das Land NRW unterstützte das Bauprojekt mit einem Zuschuss von 103 Mio. DM für den Hochwasserschutz. Die Wuppertalsperre hat ein Fassungsvermögen von 25,6 Mio. Kubikmetern und ist damit die größte Brauchwassertalsperre des Wupperverbandes. 227 Hektar umfasst die Wasserfläche. Sie liegt in den Stadtgebieten Remscheid, Radevormwald und Hückeswagen und erfüllt wichtige Aufgaben für die Wasserwirtschaft in der Region: Wenn es viel regnet oder die Wupper durch Schneeschmelze viel Wasser führt, leistet die Wupper-Talsperre im Verbund mit weiteren Talsperren an der oberen Wupper Hochwasserschutz für die unterhalb liegenden Gebiete. Davon profitiert insbesondere auch die Stadt Wuppertal.

In Trockenzeiten nutzt der Wupperverband das gespeicherte Wasser, damit die Wupper nicht trocken fällt und mindestens 3,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde am Referenzpegel in Wuppertal führt. Neben den wasserwirtschaftlichen Aufgaben ist die Talsperre heute auch für die Erholung und Freizeitgestaltung der Menschen und als Lebensraum für Tiere und Pflanzen von großer Bedeutung.

In Zeit den Klimawandels wichtiger denn je

Mit Hochwasserschutz, Niedrigwasseraufhöhung und Rohwasserbereitstellung für die Trinkwasseraufbereitung erfüllen die Talsperren wichtige Aufgaben im Wuppergebiet. Wassermanagement mit Talsperren wird in Zeiten des Klimawandels immer wichtiger und ist gleichzeitig eine größere Herausforderung als früher. Es ist wichtig, die Talsperren im Verbund zu betreiben. An der Großen Dhünn-Talsperre wird zudem seit letztem Jahr in Trockenphasen die Wasserabgabe an die Dhünn reduziert, um den Wasservorrat zu schonen. Langfristig strebt der  Wupperverband eine flexiblere Betriebsführung der Großen Dhünn-Talsperre an, um zukünftigen Entwicklungen vorausschauend zu begegnen.

Die Fernwasserversorgung über die Große Dhünn-Talsperre

Am 30. September 1988 erfolgte die offizielle Einweihung des Gesamtprojektes Große Dhünn-Talsperre inklusive der Leitungen und Aufbereitungsanlagen. Der Bau der Talsperre war bereits 1985 abgeschlossen. Ende der 60er und 70er Jahre war der Wasserbedarf im Bergischen Land erheblich gestiegen. Zusätzlich wurde die Sorge durch längere aufeinanderfolgende Trockenphasen groß, langfristig nicht genügend Trinkwasser zur Verfügung zu haben. Um die Versorgungssicherheit in der Zukunft zu sichern, schlossen sich 1973 die Wuppertaler Stadtwerke (WSW Energie & Wasser AG), die EWR GmbH, die Stadtwerke Solingen GmbH (SWSG) und die Energieversorgung Leverkusen GmbH & Co. KG (EVL) in der Bergischen Trinkwasserverbund GmbH (BTV) zusammen. Gemeinsam mit dem Wupperverband und dem 1960 gegründeten Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper wurde das Gesamtprojekt gestemmt: Der Bau der Großen Dhünn-Talsperre hatte einen langen Vorlauf, bereits 1962 ging die Dhünn-Talsperre in Betrieb, sie ist heute eine Vorsperre der Großen Dhünn-Talsperre.

Der Wupperverband stellt das so genannte Rohwasser aus der Talsperre zur Trinkwasseraufbereitung in zwei Wasserwerken zur Verfügung. Vom Wasserwerk der BTV aus gelangt das Trinkwasser in die vier großen Städte. Der WVV leitet das Trinkwasser aus seinem Wasserwerk an  die Kommunen Radevormwald, Hückeswagen, Wermelskirchen, Leichlingen, Burscheid, Odenthal weiter sowie in Teile von Solingen . Die Große Dhünn-Talsperre ist die zweitgrößte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Sie fasst 81 Mio. m³ Wasser.  Pro Jahr können bis zu 42 Mio. m³ Rohwasser zur Trinkwasseraufbereitung entnommen werden. Rund 1 Mio. Menschen in der Region können so versorgt werden. Neben der Rohwassergewinnung ist die Talsperre außerdem für die Regulierung der Dhünn wichtig. Sie leistet Hochwasserschutz und Niedrigwasseraufhöhung der Dhünn in Trockenzeiten. Außerdem ist sie ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Im Umfeld der Talsperre gibt es ein ausgedehntes Netz an attraktiven Wanderwegen.

Wochenrückblick vom 7. bis 13. September 2020