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Wochenrückblick vom 29. Juni bis 5. Juli 2020

 

Juni 2010: Der Waterbölles blättert zurück

Der Remscheider Fotograf Jochen Wende stellte dem Waterbölles Anfang Juni 2010 dieses Luftbild der Lenneper Altstadt zur Verfügung.

Die Bezirksvertretung (BV) Lennep beschäftige sich im Juni 2010 mit der Einwohnerfrage, was denn an den Gerüchten sei, das Röntgenstadion werde an einen Baumarkt-Investors verkauft. Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein damals: Schon seit drei bis vier Jahren sei ein Baumarkt-Betreiber in Remscheid auf der Suche nach größeren Grundstücken. Von einem solchen „Frequenzbringer“, könne die gesamte Lenneper Altstadt profitieren. Aus dem Baumarkt wurde dann später ein Designer Outlet-Center… Bislang auf dem Papier!

Mit Hubschrauber und Streifenwagen suchten Polizeibeamte am Morgen des 2. Juni 2010 im Raum Vieringhausen nach einem unbekannten Mann, der nach einem Überfall auf die dortige Filiale der Stadtsparkasse zu Fuß Richtung Reinshagen geflüchtet war. Der Unbekannte hatte einer Angestellten der Bank einen Zettel mit der Drohung vorgelegt, die Filiale zu sprengen. Er flüchtete mit mehreren Hundert Euro aus der Kasse.

Die“ Giftliste" der Verwaltung wurde am 3. Juni 2010 im „Presseclub“ der Denkerschmette heftig diskutiert. Der frisch gewählte SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf begrüßte damals die angekündigten Sparmaßnahmen: „Wir müssen in Remscheid unsere Hausaufgaben machen, um Hilfe von Bund und Land erwarten zu können!“ Julian Kleuser (CDU) gab zu bedenken, Bund und Land hätten ihre eigenen Probleme. Wieland Gühne, Fraktionsvorsitzender der W.i.R., lehnte betriebsbedingten Kündigungen in der Stadtverwaltung nicht grundsätzlich ab. Doch einen solchen „eisernen Besen“ erwarte er vom Verwaltungsvorstand nicht. Axel Behrend von den Linken forderte, große Kapitalgewinne und Vermögen in Deutschland stärker zu versteuern. Frühere Steuergeschenke an Vermögende (damals der FDP an Hoteliers)seien ein Fehler gewesen.

Die 13 Torwände, die im Februar 2010 während der Aktions- und Informationsveranstaltung „Das Handwerk – immer ein starkes Stück Zukunft“ im Alleecenter in der „Lebenden Werkstatt“ der Tischler-Innung Remscheid für Kindergärten und Kindertageseinrichtungen gefertigt worden waren, wurden im Juni noch gerade rechtzeitig zu Beginn der Fußballweltmeisterschaft ausgeliefert“, die während der Aktionswoche die „Lebende Werkstatt“ der Tischler-Innung besucht hatten. Im Bild die Akteure vor der Kindertageseinrichtung „Dicke Eiche“ an der Kleinen Flurstraße.

Eine  neue Tagespflegestation eröffnete die Caritas vor zehn Jahren am Hasenberg. Hierzu war die ehemalige Schlecker-Filiale im GEWAG-Haus Hasenberger Weg 13 hell und freundlich umgebaut worden. Maximal können zwölf Seniorinnen und Senioren betreut werden.

Kurz vor 2 Uhr am 19. Juni 2010 auf der Lenneper Straße: Das erste Brückenteil schwebt ein für die neue Überquerung der Bahn strecke Remscheid–Lennep. Ein 500 Tonnen schwerer Autokran hat das Stahlstück an vier flexiblen „Bändern“ am Haken, die neue linke Fahrbahn. Später folgt auch die rechte. Beide Fahrbahnen samt Fußgängergeländer. Ein geplatztes Hydraulikventil des Krans hat dreistündige Zwangspause zur Folge.

Auf der Bilanzpressekonferenz der Stadtsparkasse Remscheid am 24. Juni 2010 stellte die Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeisterin Beate Wilding, Frank Dehnke  (40) als künftigen Vorstandsvorsitzenden vor. Er löste am 1. Januar 2011 Max Peter Schmitz ab. Ab dann hatte der Sparkassenvorstand nur noch zwei Mitglieder, Frank Dehnke und Ulrich Gräfe.

Pressemitteilungen 2020 der Verwaltung u.a. im Archiv (3)

Sportfreianlagen und Stadien für den kontaktlosen Breiten- und Freizeitsport geöffnet. Die Remscheider Sportfreianlagen und Stadien sind wieder für den kontaktlosen Breiten- und Freizeitsport geöffnet. Die neueste Änderung der Coronaschutzverordnung macht es möglich. Der kontaktlose Sport- und Trainingsbetrieb im Breiten- und Freizeitsport auf öffentlichen oder privaten Freiluftsportanlagen sowie im öffentlichen Raum ist unter Beachtung der gängigen strikten Hygienevorgaben und Abstandsregelungen wieder erlaubt. Gleiches gilt für den Reitsport. Und das auch in geschlossenen Reitsportanlagen und Hallen. Weiterhin gilt: Die Nutzung von Umkleide-, Dusch-, und Waschräumen ist vorerst nicht gestattet. Nur die Toiletten dürfen angesteuert werden. Weitere Einschränkung: Zuschauer sind weder auf den Sportfreianlagen, noch in den Stadien oder in den Reitsportanlagen zugelassen. Kinder haben bei ihrem Sport nicht das Nachsehen: Sie dürfen in Begleitung eines Erwachsenen kommen.

Vorverkauf für den Kinder-Circus Casselly wird verschoben. Der Vorverkauf für das Herbstferienangebot des Kinder-Circus Casselly wurde wegen des Corona-Infektionsgeschehens verschoben. Die Planungen für ein neues Anmeldeverfahren und mit neuem Anmeldedatum laufen und richten sich nach der Entwicklung der Corona-Situation. Die Veranstaltenden können die Entscheidung über das weitere Vorgehen leider erst zu einem Zeitpunkt treffen, wenn die Entwicklung absehbarer ist und die Rahmenbedingungen für die Durchführung des Kinder-Circus klarer sind. Auf www.remscheid.de und über die Medien wird die weitere Entwicklung kommuniziert.

Blitzanlage auf der Freiheitsstraße in Betrieb. Die Stadt Remscheid setzt seit 11. Mai im Kampf gegen nächtliche Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Freiheitsstraße eine semistationäre Blitzanlage ein. Auf der Strecke gilt von 22 bis 6 Uhr ein maximales Tempo von dreißig Kilometern pro Stunde. Der mobile Blitzanhänger ist von einem gewöhnlichen Anhänger kaum zu unterscheiden und kombiniert die Vorzüge mobiler und stationärer Geschwindigkeitsüberwachung, weil er auch andernorts eingesetzt werden kann. Verkehrsteilnehmende werden nochmals daran erinnert, sich unbedingt an die Geschwindigkeitsbeschränkung zu halten.Corona-Bürgertelefon beim Bergischen ServiceCenter stellt Erreichbarkeit am Wochenende ein. Wegen stark reduzierter Nachfrage stellt das Bergische ServiceCenter mit Sitz in Wuppertal seine telefonische Erreichbarkeit für allgemeine Fragen zum Corona-Infektionsgeschehen in Remscheid unter der Rufnummer RS 162000 an den Wochenenden ein.

Mit Führerschein der Klasse B (Pkw) auch Leichtkrafträder bis 125 ccm nutzen. Wer als Führerscheininhaber/in der Klasse B (PKW) auch Leichtkrafträder bis 125 ccm (Schlüsselzahl B196) nutzen möchte, benötigt hierfür die Unterstützung der besuchten Fahrschule. Die erforderlichen Unterlagen können Corona-bedingt derzeit nur über sie bei der Fahrerlaubnisbehörde Remscheid eingereicht werden. Alle Fahrschulen in Remscheid sind hierüber informiert.

Tumorzentrum Solingen e.V. in Solingen und Remscheid präsent. Die Telefonberatung werde gut angenommen, stellt das Tumorzentrum Solingen e.V. fest. Fast 100 Beratungskontakte habe es seit Beginn der Pandemie und der Umstellung auf Telefon- und E-Mailberatung gegeben. Doch nicht nur die Beratungssituation habe sich verändert, sondern auch die vorgetragenen Sorgen: Durch die Corona-Pandemie sind wirtschaftliche Unsicherheit, große Einschränkungen im alltäglichen Leben und Veränderungen in der Gesundheitsversorgung hinzu gekommen, was bei vielen Betroffenen zu großer Verunsicherung geführt hat. Auch berichten sie von veränderten Behandlungsplänen, verschobene Nachsorgeterminen oder abgesagten Anschlussheilbehandlungen. Aus Angst vor einer Infektion trauten sich manche kaum noch aus dem Haus, berichten die Mitarbeiter der Krebsberatung. Besonders Alleinstehende litten durch die eingeschränkten oder unterbrochenen Angebote der Selbsthilfegruppen oder Onko-Reha-Sportgruppen, die sich zum Glück langsam wieder einfinden, unter der Isolation. Die telefonische Beratung – Tel. 0177 32 47 130 (Anrufbeantworter gegebenenfalls mit Namen, Rückrufnummer und kurzer Nachricht besprechen), E-Mail info@krebsberatungsolingen.de">info@krebsberatungsolingen.de – kann in solchen Zeiten ein Rettungsanker sein. Auch Briefe erreichen das Team weiterhin regelmäßig; die Post wird zeitnah bearbeitet.

Wiedereröffnung des H2O Badeparadieses. Das H2O Badeparadies ist seit dem 29. Juni wieder geöffnet. Unter der Beachtung von einigen Hygieneregeln zum Schutz des Personals und der Gäste! „Wir sind froh, dass wir mit unseren Revisionsarbeiten und unserem Hygienekonzept eine Punktlandung zum Start der Sommerferien geschafft haben!“, so Christian Liese, Bereichsleiter der H2O GmbH. „So lange hat das Bad noch nie stillgestanden. Allein, die Pumpen und Filter in der Technik hochzufahren, hat viel Zeit in Anspruch genommen.“ Besucher können maximal vier Stunden im Badeparadies verbringen. „Uns ist bewusst, dass wir aufgrund der Zutrittsbeschränkung nicht allen, die Schwimmen wollen, zu jeder Zeit einen Platz bieten können“, so Dr. Thomas Hoffmann, Geschäftsführer der H2O GmbH. „Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, für unsere sportbegeisterten Gäste das Sportbad am Park auch in den Sommerferien zu öffnen“. Die Öffnungszeiten finden Interessierte auf der Internetseite Sportbad-Remscheid.de. Die Saunalandschaft im H2O bleibt vorerst noch geschlossen.
Die Gäste des H2O werden gebeten, sich im Voraus ein Online-Ticket über Remscheid-Live.de kostenlos zu buchen, um Warteschlangen vor dem H2O zu vermeiden. Wer nicht online buchen möchte, kann die Tickets auch bei den Vorverkaufsstellen von Remscheid-Live.de erhalten - unter anderem bei Gottlieb Schmidt (Alleestraße 29), im Rotationstheater (Kölner Str. 10 in Lennep) und im Reisebüro Hallen (Kreuzbergstr. 27A in Lüttringhausen).

Instandsetzung der Stützen und Entwässerungsleitungen an der Neuenkamper Brücke und der Birgderkamper Brücke. Seit Montag, 29. Juni, werden alle Stützen im Bereich unter der Neuenkamper Brücke und der Birgderkamper Brücke instandgesetzt. Die Arbeiten, die rund zwei Monate dauern, verknappen das Parkplatzangebot unter den Brücken. Mit weiteren Sperrungen und Baustellenschmutz ist zu rechnen.
Im Zuge der Arbeiten fällt ab Montag, 6. Juli, ein Großteil der Parkplätze unter der Neuenkamper Nord- und Südbrücke weg. Die gesperrten Parkflächen werden mit Halteverbotsschildern gekennzeichnet. Außerdem kommt es zu Sperrungen auf nebenliegenden Fahrspuren und Gehwegen, wenn die Instandsetzungsarbeiten auf diese Flächen ausgeweitet werden müssen. Die Instandsetzung der Entwässerungsleitungen in den Hohlkästen der Neuenkamper Nord- und Südbrücke erfolgt parallel. Sie ist von außen nicht wahrnehmbar.

Wochenrückblick vom 22. bis 28. Juni 2020

Neue Röntgen-Medaille zum Jubiläum

Pressemitteilung der Stadtsparkasse Remscheid

In diesem Jahr feiert die Stadt Remscheid den berühmten Sohn der Stadt. Vor 175 Jahren wurde Wilhelm Conrad Röntgen geboren. Am 27. März 1845 erblickte der erste Nobelpreisträger für Physik in Lennep das Licht der Welt. Diesen besonderen Geburtstag nimmt die Stadtsparkasse Remscheid zum Anlass, den Entdecker der nach ihm benannten Strahlen mit zwei Sondermedaillen zu ehren – Corona-bedingt etwas später als am eigentlichen Jahrestag. Auf der exklusiven Sonderprägung sind als Motive der Wissenschaftler selbst und auf der Rückseite sein Geburtshaus am Lenneper Gänsemarkt zu sehen. Eingraviert sind weiterhin neben dem Geburtsdatum Röntgens sein Todestag am 10. Februar 1923.

Die Prägung entstand durch eine Kooperation zwischen der EuroMint GmbH und der Deutschen Röntgengesellschaft. Die Silbermedaillen in einer Auflage von 500 Stück besteht jeweils aus 999er Feinsilber, hat einen Durchmesser von 30 Millimetern und ist 8,5 Gramm schwer. Der Preis beträgt 69 Euro pro Stück. Von der 999 Feingold Prägung wird es nur 50 Exemplare geben, die in Handarbeit gefertigt werden. Die Goldmünze kostet 899 Euro. Die Edelmetallpreise gelten freibleibend.

Verkaufsstart ist der 25. Juni 2020. Die Münzen können ausschließlich in der Stadtsparkasse Lennep erworben werden. Die silberne ist vorrätig, die goldene muss bestellt werden. „Wir freuen uns, auf diese Weise Wilhelm Conrad Röntgen und seine bis heute herausragende wissenschaftliche Arbeit noch einmal besonders zu ehren. Beide Medaillen sind eine schöne Erinnerung, die zum Beispiel auch als Geschenk zu verschiedenen Anlässen Freude bereiten wird“, sagt Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Michael Wellershaus. Mit einer der ersten Silbermedaillen wurde das Röntgen-Geburtshaus bedacht, das damit seine Ausstellung bereichern wird.

Was alles zum stereometrischen Lennep gehört

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde des Bergischen Landes, liebe Lenneper,
Ja, was für eine Überschrift, was kann das bedeuten? Für mich als Archivbetreiber und Sammler bedeutet dies: Es handelt sich hier nicht um historische Flachware aus Papier oder Pergament, also nicht um Lennepstiche, Fotos oder Lithographien, sondern um Dinge, die man als solche dreidimensional in der Hand spürt, wenn man sie anfasst.

Als ich im Jahre 2002 von dem Lennepsammler Bernhard Koch dessen über Jahrzehnte angehäuften Lennepensien erstand, da behielt er zwar einige wenige Stücke wie z. B. Tassen mit Lennep-Motiven für sich, aber – von der Flachware wie Zeugnissen, Urkunden bis zu den postalischen Dingen wie Ersttagsbriefen und Briefmarken mal abgesehen – waren auch Münzen, Plaketten, Siegel und Fahrkarten vom Lenneper Bahnhof mit dabei bis zu einem Lennep-Quartett. Sonst wären sie ja auch nicht zu Bestandsteilen einer expliziten Lennep-Sammlung geworden, ob sich nun die professionellen Archive dafür interessieren oder auch nicht. Jetzt sollen sie, sofern Interesse besteht, an das Remscheider Stadtarchiv gehen als Erinnerung an das Lennep, "wie es einmal war". (Weitere Beispiele u.a. bei https://www.lennep.eu/lenneper-geld/  sowie  https://www.lennep.eu/gesammeltes-lennep/)

Beginnen wir hier mit dem Wachsabdruck eines Bronzesiegels aus dem Kloster der Minoriten (Schwarze Franziskaner) in Lennep (Fotos oben). In einem Auktionskatalog wird das Original so beschrieben: "Ovale Siegelplatte 1642 mit halbkreisförmigem Griff und Trage-Öse. Nachdem das im Zuge der Reformation im 16. Jahrh. aufgegebene Kloster der Minoriten in Lennep im Jahre 1642 neu besetzt worden war, wurde im gleichen Jahr das vorliegende Typar (Siegel) geschaffen und blieb wohl bis zur Säkularisation im Gebrauch. Der Hlg. Bonaventura, geboren 1221, lehrte bis 1255 in Paris, wurde 1257 Ordensgeneral der Franziskaner, 1273 Kardinal, starb 1274 und wurde 1482 durch Papst Sixtus IV. kanonisiert. Seine Attribute zeigen ihn als Franziskanermönch, Kirchenlehrer (Buch), Bischof (Pluviale), Kardinal (Cappa magna, mit Hut) und als kanonisierter Kardinal (Kreuzstab mit Doppelkreuz)." Der Wachsabdruck wurde wahrscheinlich in Lennep vor langer Zeit anlässlich eines kirchlichen Jubiläums angeboten.

Eine ganz andere historische "Lennepensie" sehen wir hier: "Landwirtschaftliche Verdienstmedaille Preußen 1903. Lokalabteilung Elberfeld, Barmen, Lennep, Remscheid". Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit, hält einen Siegerkranz und ein Füllhorn über die Erzeugnisse der erfolgreichen Landwirtschaft. Ein Bienenkorb versinnbildlicht zusätzlich den Fleiß, die Grundlage der Auszeichnung "Für Verdienstvolle Leistungen". Die andere Seite der Plakette zeigt neben traditionellen und modernen Arbeitsgeräten (u.a. Sense und Dampfwagen) den Bezug der Landwirtschaft zu Wild und Pferd. Derartige Plaketten werden heute im Auktionshandel für rund einhundert Euro angeboten. Der Lennep-Sammler Bernhard Koch reiste für so etwas von Auktion zu Auktion und gab dafür schon vor Jahrzehnten einige Scheinchen her.

Viele ältere Lenneper erinnern sich noch gut daran, dass es nach dem 2. Weltkrieg im Lenneper Stadion zahlreiche Reitveranstaltungen gab. Daran erinnert auch eine stehende Plakette aus dem Jahre 1949. Ende Juli fand seinerzeit das 4. Reit-, Spring- und Fahrtunier statt und nahm mit der Neugründung mehrerer einschlägiger Vereine die Vorkriegstradition wieder auf. Auch für die Kinder und Jugendlichen war so eine Veranstaltung  immer ein großes Ereignis. Noch farbenprächtiger waren die „Military Tattoos“ mit den in der neuen Bundesrepublik noch verbliebenen westlichen Besatzungseinheiten, große Musikschauen mit prächtig geschmückten Musikern, Reitern und Pferden.

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Wochenrückblick vom 15. bis 21. Juni 2020

Auf Christoph Imber folgt Torsten Dehnke

Der Stadtführer "Nachtwächter" Lothar Vieler.Lothar Vieler (Foto)  nimmt seine "Nachtwächter"-Führungen durch Lennep wieder auf. Ab  Freitag, 4. September, will er jeden 1. Freitag im Monat (in diesem Jahr des Weiteren am 2. Oktober, 6. November und 4. Dezember ), jeweils um 19 Uhr, seine Führungen am Röntgenmuseum starten, eine weitere positive Entwicklung der Corona-Maßnahmen vorausausgesetzt. Teilnahmegebühr fünf Euro. Anmeldung unter Tel. RS 666861 oder über www.xray-tours.de.

„Wir hoffen, dass wir ab Juli / August unsere Touren mit dem gewohnten Spaß Faktor anbieten können“, ist auf der Internetadresse xray-tours.de zu lesen. Unter dem Namen „Xray-Tours“ will Torsten Dehnke („Miro“) künftig Erlebnistouren und Teamevents in Remscheid und im Bergischen Land vom Krimi über das Mittelalter bis zur bergischen Natur. anbieten, „auch individuell buchbar zum Wunschtermin.  Wir verstehen uns als Ihr zuverlässiger Partner für Freizeit- und Feriengestaltung im Bergischen Land. Egal ob Geburtstag, Hochzeit, Firmenjubiläum oder eine Weihnachtsfeier – wir haben das passende Bergische Erlebnis!“ Anfragen zu den Erlebnistouren per info@dehnke.de">E-Mail oder unter Handy 0171 477 91 82. Torsten Dehnke hat das Projekt der Stadtführungen, das Christoph Imber 2012 ins Leben gerufen hatte, in diesem Jahr von dem Gastronomen der „ErlebBar“ übernommen, wie es auf der Homepage heißt. Zitat: „Als (Freizeit-) Plattform greifen wir dazu auf ein umfassendes Netzwerk aus Stadtführern, Kreativen, Gastronomen, Kulturinstitutionen sowie Tourismus-Partnern zurück.“

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Wochenrückblick vom 8. bis 14. Juni 2020

Zur Geschichte einer der ältesten Hofschaften Remscheids

Uralte Ansichtskarte der Ortschaft Morsbach, gestempelt 1898, aus der Sammlung Paul BulangKaum einer weiß soviel über die Hämmer und Kotten in den Tälern rings um Remscheid wie Günther Schmidt. Geboren 1944 in Wolfsburg, kam er 1952 nach Remscheid, besuchte zunächst die Kremenholler Schule, wechselte 1954 zur Morsbacher Schule und verlebte im Morsbachtal seine Jugendzeit. „Diese „ausgesprochen naturverbundenen Jugendzeit“, so Schmidt, war ausschlaggebend für die Zusammenstellung des ersten von mittlerweile sechs Bildbänden zur historischen Industrieforschung. Den Anfang machte 1999 „Die Morsbach“ mit vielen historischen Fotos, das Ergebnis von „mehr als zehn Jahren Sammeln und Suchen". Es folgten die Bände „Von Müngsten bis Gerstau“, „Von Gerstau bis Haddenbach“, „Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach“, „Von Blombach bis Eschbach“ und schließlich „Lobachtal (Hammertal), Bergbau in Remscheid“ – allesamt erhältlich im Buchhandel und in der Druckerei Hartgen, Wupperstraße 40, in Lennep.

Den ersten Bildband zum Morsbachtal prägen die „teilweise lyrischen Fotografien“ des damaligen Stadtfotograf Paul Reifenrath, ergänzt viele Privatfotos und Ansichtskarten, teils aus den Anfängen der Fotografie und deshalb vergilbt, verblasst und verkratzt, aber deshalb nicht weniger anschaulich. Im Rahmen seiner jahrelangen Forschungen über Hämmer, Kotten und Mühlen und der damit verbundenen Sammlung von Fotos, Bildern und Dokumenten war Günther Schmidt durch Zufall darauf gestoßen, dass die Ortschaft Morsbach im Jahre 1999 genau 630 Jahre existierte. Der Autor: „ Es wird wohl nicht mehr möglich sein, den wahren Ursprung der Ortschaft Morsbach datenmäßig festzulegen, da geeignete Daten und Urkunden weder im Hauptstaatsarchiv Düsseldorf noch in den Kirchenbüchern und Rechnungsbüchern der verschiedenen "eintreibenden Steuerstädte" vorhanden sind. Man kann nur anhand der Geschichtsschreibung vergangener Zeiten Rückschlüsse ziehen auf das Leben und Arbeiten im Hof sowie die gesellschaftliche Entwicklung bis dato 1999.“

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Heftiger Streit um das Monopol des Waffenhandels

In der langen Kette der Zunftstreitigkeiten bildet gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine Auseinandersetzung zwischen den Kaufleuten diesseits und jenseits der Wupper ein besonders lehrreiches Kapitel. Sie zeigt, welche Ungereimtheiten und drückenden Härten die wohlgemeinten, aber veralteten Bestimmungen der Handwerksprivilegien auf dem Gebiet des neuzeitlichen Handels nach sich ziehen mussten. Das Bestreben der Remscheider Kaufleute, die alten Beschränkungen von Handel und Gewerbe zu Fall zu bringen, führte zu einem Zusammenstoß mit der Solinger Kaufmannschaft. Eine besonders lästige Bindung bestand für die Remscheider Handelshäuser darin, dass die Solinger Kaufleute wohl Remscheider Werkzeuge, die Remscheider dagegen keine Solinger Waffen veräußern durften. Ja, es war ihnen sogar verboten, mit „auswärtigen", d. h. nicht in Solingen gefertigten Klingen Handel zu treiben. Diese Bestimmungen gründeten sich auf die Solinger Handwerksprivilegien, die den dortigen Kaufleuten den Handel mit Waffen und Messern für das Gebiet der Herzogtümer Jülich und Berg vorbehielten. In dem Privilegium des Sensenhandwerks war zwar auch den vereidigten Händlern das Vorrecht gesichert worden, dass ihnen die Erzeugnisse der Sensenschmiede vor den „freien" Kaufleuten angeboten werden sollten. Doch war man hier insofern schon weitherziger gewesen, als man auch auswärtige Handelsherren ins Handwerk aufgenommen hatte. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts ließ sich noch eine ganze Reihe von Klingenkaufleuten ins Sensenhandwerk aufnehmen.

In der richtigen Erkenntnis, dass die Förderung des Absatzes für das Gewerbe die wichtigste Lebensfrage bedeutet, suchte man aber auch solche („freie") Kaufleute heranzuziehen, die außerhalb des Handwerks standen. So war schon in § 9 des Privilegiums vorgesehen, dass die Sensenschmiede, falls sie innerhalb ihrer Bruderschaft keinen Abnehmer fanden, „ihrem Gefallen und bester Gelegenheit nach außerhalb des Handwerks Kaufleute suchen und ihnen ihre Güter verkaufen" dürften. Wie man dabei vorging und alle Möglichkeiten zu erfassen suchte, beweist ein Beschluss des Cronenberger Handwerksgerichts vom 12. Oktober 1608. Er lautet dahin, „dass zuerst ein Schmied dem andern vor allen andern soll verkaufen, und wenn sich unter den Schmieden kein Kaufmann würde finden, sollen darnach die Kaufleute im Handwerk ersucht werden. Würden deren auch keine des Guts begehren, so sollen den Schleifern die Güter präsentiert werden und zu kaufen freistehen. Sofern aber im Handwerk überall keine Kaufleute erfindlich, soll sich der Schmied bei dem zeitlichen Vogt angeben, der sich inwendig acht Tagen um Kaufleute im Handwerk soll mögen bewerben, und wenn alsdann der Vogt dem Schmied inwendig acht Tagen keinen Kaufmann finden und anweisen würde, soll ihm einen Kaufmann seines Gefallens zu suchen freistehen."

Diese außerhalb des Handwerks stehenden Kaufleute, die von der Sensenzunft nur im Notfalle zum Vertrieb ihrer Waren herangezogen wurden, haben natürlich in der Hauptsache den Handel mit den freien Erzeugnissen betrieben. Als der Sensenhandel immer mehr zurückging, waren sie es, die Hand in Hand mit den nicht zünftischen Kleinschmieden die Herstellung dieser nicht von der Zunft erfassten Artikel in jeder Weise zu fördern suchten. Für diese mannigfachen Waren, die in der Hauptsache aus Werkzeugen der verschiedensten Handwerker bestanden, war also schon früh, abgesehen von den Bindungen des Schleifermonopols, die Gewerbe- und Handelsfreiheit erreicht.

An dem freien Vertrieb der Remscheider Werkzeuge nahmen natürlich auch Solinger Handelshäuser teil. Umso schmerzhafter war es für die Remscheider Kaufleute, vom Solinger Geschäft ausgeschlossen zu sein. Zwar hatte man in Solingen viele Jahrzehnte hindurch ein Auge zugedrückt, wenn die dortigen Waren durch Remscheider oder Cronenberger Händler abgesetzt wurden. Als aber das Solinger Gewerbe nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, war auf Antrag der dortigen Kaufleute die Bestimmung, die ihnen das ausschließliche Recht des Klingenhandels sicherte, durch zwei Verfügungen der Düsseldorfer Regierung in den Jahren 1788 und 1790 bestätigt worden. In dieser Beschränkung erblickten die Remscheider Kaufleute mit Recht eine Benachteiligung und eine Zurücksetzung in den Augen ihrer ausländischen Kunden, die den Sinn dieser veralteten Vorschrift nicht verstehen konnten.

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Wochenrückblick vom 1. bis 7. Juni 2020