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Auf Erkundung mit einem Remscheider Stadtführer

Foto aus dem Programm 2017 der Remscheider Stadtführer.

Freitag, 25. Mai, 15.00 Uhr
Die Firma Wurm – eine Hastener Firma im Wandel
Von der Sägenschmette zum Hightech-Unternehmen
.
1872 mietete Gustav Wurm eine kleine Schmiede an der Hastener Straße und machte sich als Sägenschmied selbstständig. 1886/87 zog die noch kleine Sägenfabrik in die Kratzberger Straße. Heute ist aus der einstigen Sägenfabrik ein Hightech Unternehmen erwachsen, das elektronische Systeme entwickelt und  Hard- und Software für die Automatisierungstechnik und Lebensmittelkühlung fertigt. Der Technologieführer im deutschen, und europäischen Markt, hat heute seinen Hauptsitz im Morsbachtal. Aber auch in der Kratzberger Straße wird noch gearbeitet.
Die Führung führt von den ersten Standorten der Firma hinunter ins Morsbachtal, wo Sie die Möglichkeit haben, das Werk zu besichtigen. Rücktransport vom Morsbachtal zum Historischen Zentrum ist organisiert. Leitung: Lars Johann. Preis: fünf €.Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben. Dauer: 2 Stunden. Anmeldung: C. Holtschneider, Tel. RS79 13 052.

Samstag, 26. Mai, 14.45
Von  einem verschwundenen Dorf zur Müngstener Brücke
Tief unten im Tal der Wupper, zwischen Remscheid, Solingen und Wuppertal, liegt die Hofschaft Müngsten, bis ins 19. Jahrhundert Sitz der Sensenfabrikation Remscheids und Wohnsitz der Familie Halbach. Heute prägen die Müngstener Brücke, Deutschlands höchste Eisenbahnbrücke, der noch immer betriebene Schaltkotten und der Brückenpark diesen Ort. Tauchen Sie mit unserem Stadtführer in die Geschichte und Industriegeschichte dieses Ortes ein und erfahren, warum es dort auch um Napoleon und Tempelchen geht. Leitung: Klaus Fickert. Preis: fünf € . Treffpunkt: Parkplatz Brückenpark, Solinger Straße (Remscheider Seite).  Anmeldung: C. Holtschneider, Tel. RS79 13 052.

Pfingsten zu Lennep in längst vergangenen Tagen

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Von alters her, wie man so sagt, ist es zu Pfingsten Sitte, ein Schützenfest und eine Pfingstkirmes zu veranstalten. So auch in Lennep, zu der Zeit, als Lennep bergisch-preußische Kreisstadt war, aber auch schon früher und dann später, in der Weimarer Zeit, in den 1930-er Jahren und bis heute. Natürlich wissen wir alle, ob katholisch oder evangelisch, dass das Pfingstfest und die damit zusammen hängenden Feierlichkeiten kirchlichen Ursprungs sind. Die frühere gesellschaftliche Bedeutung des Festes lässt sich noch an dem Ausspruch erkennen: „Dä hätt singen pingstbesten Antuch an“. Aber nicht nur für den Pfarrer machte man sich fein.

Der Name „Pfingsten§ leitet sich von dem griechischen Wort pentekoste, der Fünfzigste, ab. In seiner ursprünglichen Bedeutung verweist er auf den zeitlichen Abstand zu Ostern (50 Tage). Pfingsten folgt immer auch zehn Tage auf Christi Himmelfahrt, und mit Pfingsten endet insgesamt die österliche Zeit. Was an Pfingsten jedoch eigentlich gefeiert wird, weiß heutigen Umfragen zufolge nur noch eine kleine Minderheit der Deutschen. Im Neuen Testament wird in der Apostelgeschichte erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum jüdischen Fest Schawuot in Jerusalem versammelt waren. Dieses Ereignis wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden.

Vor allem in ländlicheren Gegenden wurde Pfingsten in wesentlich größerem Umfang gefeiert als heute. Davon zeugen nicht nur die vielfältigen Bräuche, die heute z.T. verlorengegangen sind, sondern auch Jahrmarkts-Veranstaltungen mit Karussells, Buden und Ständen. Insbesondere im Rheinland und in Westfalen warten die Veranstaltungen immer wieder mit einer Fülle von Attraktionen auf. Im Rheinland veranstalten auch so genannte Pfingstreiter Aus- und Umritte sowie pittoreske Reiterspiele. Derartige Pfingstbräuche haben ihren Ursprung in früheren Heerschauen, die Volkskundlern zufolge sogar bis ins alte Rom zurückgehen. Mit dem Heiligen Geist haben sie weniger zu tun.

In meinem Lennep-Archiv stieß ich vor längerer Zeit auf ein paar Fotos aus der Zeit um 1927, die einen Schützenumzug am Kölner Tor vor dem damaligen Kaufhaus Karstadt zeigen. Ich selbst kann mich noch erinnern, dass meiner Familie in Lennep während der Kirmeszeit am Mollplatz das Trommler- und Pfeifer-Korps am sonntäglichen Morgen in aller Frühe den Schlaf raubte. Das Korps zog dann zunächst zum Ehrenmal auf der Knusthöhe, manchmal zogen wir Kinder auch mit durch die Stadt und sahen z.B. beim "König von Preußen" oder bei " Käse-Kuge" zu, wie sich die Musiker dort mit einem Klaren oder Bittern stärken ließen.

Das Marschieren auf den Straßen, die Ausmärsche der Vereine sind heute seltener als noch in der Nachkriegszeit und seltener vor allem als in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg. Wenn man bedenkt, was das "Kölner Tor" in Lennep allein in der Zeit der Weimarer Republik und der Hitlerzeit an Aufmärschen erlebt hat, so wird man dies vielleicht auch gut heißen. Gänzlich unpolitisch waren übrigens auch die Aufmärsche der Schützen und Turner nicht. Sie hatten in der Regel ebenfalls eine nationalpolitische Bedeutung, wenn auch versteckter als bei den Aufmärschen der Nationalsozialisten und Kommunisten, von denen es in Lennep in den 1920-er Jahren und bis 1933 bekannter Weise auch sehr viele gab. Damals gab es bei den Konfrontationen auch in Lennep Todesopfer.

Aber nicht alles war bei den Umzügen und Aufmärschen nur politisch. „Bolle reiste jüngst zu Pfingsten...“, das gab es auch im Bergischen Land, und man verlor oft nicht nur seinen Jüngsten im Gewühl. Im Gegensatz zur geordneten Marschform zu Beginn der Festlichkeiten verhalfen die Produkte der Kornbrennerei Finger an der Kölner Straße oder der Beyenburger Schnapsbrennerei Braselmann nicht nur zur gehobenen Stimmung, und so manche "Alte" hat, wie im Berliner Volkslied, auf ihrem nächtlich heimkehrenden "Helden" ne volle halbe Stunde herum "poliert".

Wochenrückblick vom 14. bis 20. Mai 2018

Zur Schulentlassung ein Broschüre der Stadt

Am 23. Mai 1949 wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland durch den Präsidenten des Parlamentarischen Rates ausgefertigt und verkündet. 2019 jährt sich zum 70. Mal der Jahrestag der Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Und: Am 14. August 2019 wird es 100 Jahre her sein, dass die Weimarer Reichsverfassung verkündet wurde. Zugleich jährt sich am 28. März 2019 zum 170. Mal die Beschlussfassung über die Paulskirchenverfassung. Drei Zeitmarken, die die Fraktion der SPD und die Ratsgruppe der W.i.R. veranlasst haben, zur Sitzung des Rates am 5. Juli die Einführung einer „Schulentlassgabe“ für die Remscheider Schülerinnen und Schüler zu beantragen: „Über lange Zeit war es üblich, dass die Stadt Remscheid den Absolventinnen und Absolventen der allgemeinbildenden Remscheider Schulen eine Schulentlassgabe überreicht. Diese Tradition wurde in den 1990er Jahre im Zuge der Haushaltskonsolidierung beendet. Wir würden es begrüßen, wenn diese Tradition wieder auflebt und zu einem festen Bestandteil im Programmablauf der allgemeinbildenden Remscheider Schulen wird!“

Die „Schulentlassgabe“ als Zeichen der Anerkennung für die erbrachten schulischen Leistungen „soll durch den Oberbürgermeister, den stellv. Bürgermeistern, den Bezirksbürgermeistern und den Vorsitzenden des Schulausschusses im Rahmen der Entlassfeier überreicht werden“, heißt es im Antrag. „Die Schulentlassgabe soll den Wortlaut des Grundgesetzes und der Landesverfassung Nordrhein-Westfalen beinhalten. Den regionalen Bezug soll eine Darstellung der Geschichte des Bergischen Landes und der Stadt Remscheid herstellen.“ Zugleich wünschen sich die Antragsteller darin ein Vorwort des Bundespräsidenten.  Die Finanzierung der soll durch Sponsoren und durch einen Eigenanteil der Stadt Remscheid erfolgen. Aufgabe der Verwaltung wird es sein, die Kosten zu ermitteln und nach einem Sponsor zu suchen.

Institutionen berichten oder laden ein (3. Archiv 2018)

Nelson-Mandela-Schule / Projekt „Frühaufsteher“. Zehn Schülerinnen und Schüler der Nelson-Mandela-Schule wurden im März im Rahmen des Berufsorientierungsprojektes „Frühaufsteher“ zu einer Betriebsbesichtigung im Remscheider Mercure-Hotel empfangen. Hotel-Direktor Marco Klij und sein Team haben ein attraktives Programm für den Besuch vorbereitet. So erhalten die Schüler neben einer Führung durchs Hotel die Gelegenheit, einen Tisch professionell einzudecken, den Umgang mit Lebensmitteln live zu erleben und zum Abschluss gemeinsam zu essen. Das Personal will dabei über die im Hotel anzutreffenden Berufe informieren und Fragen beantworten. Das Projekt „Frühaufsteher“ soll den jungen Teilnehmern die Berufswelt näherbringen und ihnen Einblick in die Arbeitsrealität geben. Sie sollen verschiedene Berufsfelder kennenlernen, um so entsprechend ihrer Neigungen und Fähigkeiten eine Entscheidungshilfe bei der späteren Berufswahl zu haben.

Bergische Industrie- und Handelskammer / Azubi-Recruiting-Trends 2018. Über die neusten Trends beim Azubi-Recruiting sowie neue und modernisierte Ausbildungsberufe informierte die Bergische Industrie- und Handelskammer (IHK) am 17. Mai in Remscheid. Die Veranstaltung mit dem Titel „Azubi-Recruiting-Trends 2018 – Zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ findet von 15 bis 17:30 Uhr im Berufskolleg Technik statt. Sie richtet sich an interessierte Ausbildungs-verantwortliche, Lehrerinnen und Lehrer der berufsbildenden Schulen sowie Experten, die an der Beratung und Berufsorientierung von Schülerinnen und Schülern beteiligt sind.
2017 hatten 61 Prozent der Bewerber mehr als ein Ausbildungsangebot. Die Entscheidung, wer wo seine Ausbildung beginnt, wird so immer stärker eine Entscheidung der Bewerber und nicht mehr alleine der Unternehmen. Wer gute Bewerber gewinnen will, muss wissen, mit welchen Argumenten in welchen Kanälen er Bewerber anspricht. Genau darüber wird Felicia Ullrich, Geschäftsführerin der Hermann Ullrich GmbH & Co. KG, berichten. Sie stellt die Recruting-Studienergebnisse 2018 vor. Zu erwarten sind spannende Einblicke in die Gedankenwelt der jungen Menschen und ihre Erwartungen an die Ausbildungsunternehmen. Im Anschluss daran werden die angepassten Inhalte verschiedener Ausbildungsberufe und Zusatzqualifikationen sowie neu entwickelte Berufe vorgestellt. Hintergrund hierfür ist die zunehmende Digitalisierung in Industrie, Handel und Dienstleistung. So startet das neue Ausbildungsjahr der Bergischen IHK am 1. August mit den Modernisierungen in den industriellen Metall- und Elektro- sowie den IT-Berufen. Außerdem wird erstmals der Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im E-Commerce angeboten. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung aber erforderlich bei der Bergischen IHK unter www.wuppertal.ihk.de, Dokument-Nr.: 4035390 oder per E-Mail an g.eikholz@wuppertal.ihk.de.

Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW / Tagung „Kulturelle Bildung und gesellschaftlicher Zusammenhalt“. Kulturelle Bildung erlebt just eine Renaissance in Zeiten einer sehr heterogenen und zunehmend gespaltenen Gesellschaft. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt bedarf es mehr als Leistungsprinzip und individualisierte Lebensstile. Im Zuge wachsender gesellschaftlicher Spaltung und zunehmenden extremistischen Tendenzen werden Fragen laut nach verbindenden Elementen, dem kollektiven Gedächtnis, kulturellen Identitäten, Symbolen und Werten. Gefühlt wird der Kulturellen Bildung diesbezüglich ein wichtiger Stellenwert eingeräumt. Es fehlen jedoch fundierte fachliche Erkenntnisse: Trägt Kulturelle Bildung wirklich zu mehr „Kitt“ und gesellschaftlichem Zusammenhalt bei oder unterstützt der sehr subjektspezifische und emanzipatorische Ansatz der Kulturellen Bildung nicht vielmehr eine kritische Haltung zu kulturellen Identitäten, Symbolen und Werten? Und wie müssten Kulturelle Bildungskonzepte aussehen, die gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und zugleich Raum schaffen für individuelle Positionierungen?
Auf der Tagung am 16. - 17. Mai in Remscheid  diskutierten Expert*innen gemeinsam mit Fachleuten der Kulturellen Bildung über Chancen, Risiken und Herausforderungen der Kulturellen Bildung im Kontext des gesellschaftlichen Zusammenhalts mit Blick auf Themenfelder wie kollektives Gedächtnis, kulturelle Identitäten, Symbole und Werte.

Berufsbildungszentrums der Industrie (BZI) / Erstmals Blutspendetag. Die Premiere war ein großer Erfolg: Rund 50 Auszubildende und Ausbilder des Berufsbildungszentrums der Industrie (BZI) beteiligten sich am 16. Mai an der Blutspende- und DKMS-Registrierungsaktion, die BZI-Mitarbeiterin Pia Schultz zum ersten Mal initiiert und organisiert hatte. Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren 26 Erstspender. „Gerade weil wir hier so viele junge Leute haben, ist es eine gute Gelegenheit den Grundstein zu legen, dass sie als Blutspender weitermachen“, freut sie sich über den Erfolg. Genauso groß war das Interesse am Angebot der DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei), wo sich 34 Teilnehmer als potenzielle Stammzellenspender registrieren ließen. „Mund auf, Stäbchen rein“ – diesem Aufruf folgten viele BZI-Azubis und führten direkt vor Ort einen Mundschleimhautabstrich durch, mit dem das Zellmaterial für die Registrierung gewonnen wird. Bis Freitag können sich noch weitere BZI-Mitarbeitende und Auszubildende anschließen.

Lennep Offensiv e.V. / Blumen zum Muttertag. Ein kleines Dankeschön hatte Lennep Offensiv e.V. für alle Mütter einfallen lassen. Am Tag vor Muttertag, verteilte der Verein am Alter Markt in Lennep Blumen an Passantinnen. Ab ca. 8 Uhr standen Mitglieder des Vereins am Wochenmarkt und überreichten ihnen farbenprächtige Rosen. Es wurde übrigens nicht gefragt, ob die Empfängerinnen tatsächlich (schon) Mutter sind. "Es soll eine symbolische Anerkennung für die Leistungen sein, die man sonst gern als selbstverständlich ansieht,." so Lennep Offensiv. „Gerade auf dem Markt trifft man ja diejenigen, die sich um das Wohl der Familie kümmern."

Ökumenische Initiative Lüttringhausen & F(l)airWeltladen-Lüttringhausen / Internationaler Weltladentag. Zur Feier des Internationalen Weltladentags lud die Ökumenische Initiative Lüttringhausen für heute Vormittag zum kostenfreien Fairen Frühstück in den F(l)air-Weltladen an der Gertenbachstraße in Lüttringhausen ein. Spenden sind willkommen. Als besondere Gäste hatten Vertreter*innen von Organisationen zugesagt, mit denen die Initiative das Interesse am Fairen Handel teilt: Gerhilt Dietrich (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen), Matthias Schmid (Pfarrer im Gemeindedienst für Mission und Ökumene – Bergisch Land), Olivia Klose (AG „Schöpfung bewahren“ der Pfarrgemeinde St. Bonaventura-Heilig Kreuz) und Ralf Tobisch (Kolpingsfamilie Lennep). Eingeladen waren außerdem Vertreter der Schülergenossenschaft des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums.
Der Weltladentag am 12. Mai steht im Zeichen der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (SDGs). Bundesweit macht die Fair-Handelsbewegung darauf aufmerksam, dass sich Deutschland im Rahmen dieser Ziele dazu verpflichtet hat, sozial- und umweltverträgliche Produktionsweisen weltweit zu fördern. Der Tag ist aber natürlich eine gute Gelegenheit, um sich im F(l)air-Weltladen-Lüttringhausen zu treffen – und leckere und schöne fair gehandelte Produkte zu entdecken. Wie sähe eine Welt aus, in der Unternehmen nicht vor allem dem Profit, sondern den Menschen und dem Planeten verpflichtet sind? Faire Arbeitsbedingungen für alle können nur erreicht werden, wenn Unternehmen gesetzlich verpflichtet sind, Menschenrechte entlang ihrer gesamten Lieferkette zu achten. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung hat die EU-Kommission mit ihrem Vorschlag für eine neue EU-Richtlinie gemacht: Sie soll Lebensmittelproduzent*innen besser vor unfairer Behandlung durch Supermarktketten und Lebensmittelkonzerne schützen. Eine Liste zum Unterschreiben liegt im F(l)air-Weltladen-Lüttringhausen aus.

Deutsches Röntgen-Museum / Spende für das Archiv. Am Donnerstag, 3. Mai, hatten im Deutschen Röntgen-Museum in Lennep Prof. Dr. Ulrich Mödder, Vorsitzender der Fördergesellschaft des Museums, und Museumsdirektor Dr. Uwe Busch Besuch aus Zürich und Köln: Der bedeutende Schweizer Kinderradiologe Andres Giedion (1925-2013) hatte in seiner beruflichen Karriere ein umfangreiche Lehrsammlung im Bereich der Kinderradiologie zusammengestellt. Dieses für die Fachwelt und für Forschungszwecke bedeutsame Archiv wurden dem Deutschen Röntgen-Museum von seiner Witwe Monica Giedion-Riesch zur Verfügung gestellt. Für die sachgerechte Einlagerung der Sammlung im Archiv des Deutschen Röntgen-Museums stellte sie der Gesellschaft der Freunde und Förderer des Deutschen Röntgen-Museums eine Spende in Höhe von 13.500 Euro zur Verfügun. Die fachliche Gliederung der Sammlung hat die Kölner Kinderradiologin Prof. Dr. Gabriele Benz-Bohm und ihr Mann Dr. Ernst Bohm vorgenommen. Dr. Uwe Busch: „Die Sammlung Giedion ergänzt die bereits im Archiv befindlichen wissenschaftlichen Lehrsammlungen in besonderer Weise. Sie steht ab sofort für Wissenschaftler aus aller Welt für Forschungszwecke zur Verfügung.“

Geschichtsverein will beim Museumsarchiv helfen

„Die weltweite Bedeutung des Deutschen Röntgen-Museums für die wissenschaftliche Forschung ist von überragender Bedeutung für die Stadt Remscheid. Die Strahlkraft des Museums für die Stadt Remscheid ist unbedingt auch in Zukunft zu unterstützen und auszubauen. Die Stadt Remscheid ist Projektpartner des Bergischen Geschichtsvereins und hat in ihm einen wissenschaftlich kompetenten Partner für die Erschließung und Digitalisierung der Sammlung des Deutschen Röntgenmuseums gefunden,“ heißt es in einem Förderantrag des Bergischen Geschichtsverein (BGV) an den Landschaftsverband Rheinland (LVR) vom 28. Februar, von dem die Stadtverwaltung den Ausschuss für Kultur und Weiterbildung zur Sitzung am 15. Mai in Kenntnis setzt. Der BGV möchte die beantragten 157.400 Euro aus dem LVR-Etat der regionalen Kulturförderung in den nächsten beiden Jahren dafür einsetzen, die bisher nur rudimentär erschlossenen Archivalien und Objekte des Röntgenmuseums zu erschließen und zu digitalisieren, um sie im Röntgenjahr 2020 (175. Geburtstag  von Wilhelm Conrad Röntgen und 125. Jahrestag der Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen) für die interessierte Öffentlichkeit und die Forschung zugänglich machen zu können.

Dies gilt für Akten, darunter auch fremdsprachige Patentschriften, und Fotos (auf Papierabzügen und Glasnegativen) von Personen, technischen Geräten, Gebäuden und Räumen, für Drucksachen (Bücher, Dissertationen, Zeitschriften, Sonderdrucke, Firmendokumentationen, Werbebroschüren und Gebrauchsanweisungen, für Röntgenbilder und Röntgenfilme, für Nachlässe bedeutender Radiologen und Medizinhistoriker. Und dies gilt auch für die größeren Objekte in dem Museumsarchiv, das sich in einer ca. 1.600 Quadratmeter großen ehemaligen Fabrikhalle in Radevormwald-Dahlerau befindet, darunter ein kompletter Röntgenbus (seine Waterbölles-Video vom 15. Januar). Eine (wissenschaftliche) Nutzung des Archivbestandes sei gegenwärtig nur sehr beschränkt möglich, heißt es im Förderantrag. Auch der persönliche Nachlass von W.C. Röntgen sei bisher nicht vollständig erschlossen. Das Problem: Der finanzaschwachen Stadt Remscheid als Trägerin des Deutschen Röntgen-Museums fällt schon eine sachgemäße Lagerung der Objekte und Archivalien schwer, ganz zu schweigen von der Besetzung wissenschaftlicher Fachstellen.

In die Bresche will nun mit finanzieller Unterstützung des LVR der Bergische Geschichtsverein springen, zu dessen satzungsgemäßen Aufgaben die Erschließung von Sammlungen und Archiven gehört. Zitat aus dem Antrag: „Diese Aufgaben können mit dem vorhandenen DRM-Personal nicht geleistet werden, daher soll mit Hilfe des BGV als Projektträger eine Vollzeitstelle als wissenschaftliche Fachkraft für zwei Jahre geschaffen werden. Die Teilung ... auf zwei halbe Stellen hat sich ... als vorteilhaft herausgestellt. Dem BGV stehen hier zwei Wissenschaftler mit ausgewiesener Expertise für diese Art von Projekten zur Verfügung.“ So verfügen die beiden Wissenschaftler nach Angaben des BGV über Erfahrungen in der Datenbankerfassung mit dem Programm AUGIAS (Archiv und Museum), „da der BGV seine eigenen Bestände mit dieser Software erfasst, verwaltet und mit öffentlichen Institutionen austauscht“. Für die Arbeit im Röntgen-Museum will der BGV seine technische Ausstattung wie Kamera, Leuchten, Lupen, konservatorisches Werkzeug, EDV etc. zur Verfügung stellen. Die Sparkassenstiftung Remscheid will sich an dem Projekt mit 4.000 Euro beteiligen, so dass die Stadt Remscheid nur noch 8.000 Euro an Eigenkitteln aufbringen müsste.

Wochenrückblick vom 7. bis 13. Mai 2018

 

Die "Neustadt" mit "Waterbölles" in alten Tagen

Der Waterbölles (waterboelles.de) hat gestern die Zahl von vier Millionen Klicks übertroffen. Dafür Dank an alle Leserinnen und Lesern. Denn mit den Klickzahlen/der "Einschaltquote" steigt das Interesse der Werbetreibenden im Internet für die betreffende Seite. Die Erlöse des Waterbölles aus Bannerwerbung kommen bekanntlich über die angeschlossene Stiftung gemeinnützigen Institutionen in Remscheid zugute.

Der Waterbölles, das Forum zur Remscheider Kommunalpolitik und zu Geschichte(n) aus dieser Stadt, existiert seit dem 19. Januar 2006.

„Der Wasserturm an der Hochstraße ist einer von sieben auf sieben Bergen Remscheids. Er wurde als Erster 1883 mit einem großen Festakt in Betrieb genommen. In der Tageszeitung liest man pathetisch: „Tausende begrüßten das silberne Nass auf dem Bergkegel“. Tatsächlich war der Bau des Wasserturms für die Versorgung von über 900 Haushalten dringend notwendig geworden. Im Laufe der Zeit wurde sein Fassungsvermögen mit einer neuen Ummantelung um 1.100 Kubikmeter erweitert. Im Krieg zerstört, wurde er 1953 wieder aufgebaut und 2002 noch einmal restauriert. Bekannt ist er unter dem Namen „Waterbölles“ oder früher auch „Der dicke Daumen des Kämmerers“ und ziert als Wahrzeichen, schon von weitem zu sehen, neben dem Rathausturm die Silhouette der Stadt.“ (aus dem neuen 378meter.de–Online-Stadtführer, geschrieben von Melanie Clemens für Besitzer von Smartphones oder Tablets, die zugleich Nutzer des ÖPNV sind.) (Historische Fotos aus: „Remscheider Bilderbogen“ von Max Eulenhöfer, 1950)

Ins scheinbare Rundlingsdorf führten viele Wege

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Die schon im Mittelalter sehr günstige Verkehrslage Lenneps ist häufig und immer wieder beschrieben worden. Die Lage war geografisch so günstig, weil Lennep jeweils zwei Tagesreisen von Köln und Dortmund entfernt an der frühmittelalterlichen Fernhandelsstraße nach Magdeburg lag. Weiterhin gab es schon früh neben dieser Süd-Nord-Verbindung auch eine West-Ost-Verbindung über Altena bis Soest. Schon daran erkennt man, dass Lennep niemals ein so genannter Rundling war, auch wenn dies bis in die Gegenwart immer wieder leichtfertig  behauptet und abgeschrieben wird. In ein Rundlingsdorf  führt nämlich immer nur ein Weg hinein und derselbe auch wieder hinaus. Auch der in Lennep unvergessene Heimatforscher Egon Viebahn, den viele von uns auch über seine markanten Stadtführungen noch im Gedächtnis haben, widmete sich dem Thema Fernstraße, was u.a. in dem Band „Historische Schauplätze  in Wuppertal, Solingen und Remscheid (Born Verlag Wuppertal 1990, Hrsg. Klaus Goebel) seinen Niederschlag fand. Viebahn hob dabei vor allem den Aspekt des Zustands der damaligen Fernwege  hervor und nannte seinen Beitrag, den wir im Folgenden unverändert zitieren, „Durch Morast und Staub“:

„Am 10. November 1225 wurde der Reichsverweser des deutschen Kaisers, Erzbischof Engelbert von Berg, der auch die Grafschaft Berg regierte, in einem Hohlweg bei Gevelsberg ermordet. Es war ein persönlicher Racheakt seines Neffen Friedrich von Isenburg. Die Leiche wurde auf dem Weg nach Schloss Burg durch die Ortschaft Lennep über die heutige Schwelmer und Kölner Straße gebracht. Das klingt so. als ob der Stellvertreter des Staufenkaisers Friedrich II. im Dickicht naher westfälischer Wälder vom Wege abgekommen sei. Nein: Engelbert befand sich auf einer Hauptverkehrsader des alten Reiches, der Route von Lübeck zur damaligen Welthandelsstadt Brügge im heutigen Belgien.

Auch derart bedeutende Verbindungen waren damals unbefestigt, nicht anders als Feldwege es heute sind. Hangstrecken wurden zu Hohlwegen, weil Pferdehufe und Wagenräder die Erde lockerten und Niederschläge sie zu Tal spülten. Lennep war Rastpunkt an der Strecke von Köln nach Dortmund, wo die Straße auf den Hellweg traf. Die Ansiedlung wuchs zwischen 1230 und 1260 aus „Wilder Wurzel" durch Sammeln von Vorrechten zur Stadt, die schließlich gebündelt ein Stadtrecht darstellten.

Der Altstadtkern, ein Oval von etwa 375 mal 325 Metern, ist heute - auch ohne Stadtmauer – bestens auszumachen Wer vom Norden an den Rhein wollte, benutzte im Hoch- und Spätmittelalter weitgehend diesen Streckenverlauf. Das brachte Leben und Arbeit. Der Ortshandel florierte, solange Frieden herrschte. Oft marschierten Kriegsscharen durch den Morast oder den Staub der Heerstraße. Es ist denkbar, dass Karl der Große seine Franken im Jahre 775 über diese nächste Verbindungslinie von Köln zur Sigiburg (Hohensyburg bei Hagen) ziehen ließ, wo die heidnischen Sachsen eine heute noch in Resten vorhandene Befestigung besaßen. Karl nahm das Bollwerk.

Römermünzen aus der Zeit nach 353 grub man in Vogelsang bei Gevelsberg aus, unmittelbar an unserer Straße! Zogen Römer darüber? Es muss Spekulation bleiben. Belegt aber ist neben vielen anderen Ereignissen, dass im Jahre 1475 Osnabrücker Krieger die Straße benutzten, die zusammen mit anderen Einheiten des Reiches von Köln aus das belagerte Neuss befreien sollten. Noch 1735 wälzte sich eine Soldatenschar aus Lippe-Detmold über die damals immer noch nicht gepflasterte Strecke. Bis zur Reformation wallfahrten Pilger über die Straße. Sie wollten nach Santiago de Compostela in Spanien. In einem Pilgerwegeverzeichnis wird zwischen Köln und Dortmund nur Lennep angegeben. Der vom 14. Jahrhundert an benutzte Seeweg von Brügge um Dänemark zur Ostsee ließ den Verkehr auf dem Landweg nach und nach schwächer werden. Mit der Entdeckung Amerikas (1492) und dem Niedergang der Hanse im 16. Jahrhundert setzte sich dieser Trend fort. Um 1600 war die Straße nur noch eine unter vielen. Für Lennep besaß sie die Funktion eines Geburtshelfers, ohne sie hätte es keine „älteste und führnehmste bergische Hauptstadt Lennep“ gegeben, wie die Stadt in Urkunden des 17 und 18. Jahrhunderts genannt wird. "

Soweit der Beitrag von Egon Viebahn. Was er den Lennepern vor ca. dreißig Jahren populär in Erinnerung brachte, wurde vom Historiker Gerd Helbeck im Jahre 2011 in einem wissenschaftlichen Aufsatz ausführlich beleuchtet. In Heft 3 des 61. Jahrgangs der Zeitschrift Romerike Berge legte er „Neue Überlegungen zur Frühgeschichte der Stadt Lennep“ vor, wobei er sich -u.a.- mit dem Lenneper Stadtgrundriss, den historischen Problemen von Versorgung und Entsorgung und eben auch der Bedeutung des durch Lennep führenden Fernhandels- und PIlgerweges beschäftigt. Dort heißt es zu Beginn: „Wie alle mittelalterlichen Städte entstand Lennep inmitten einer agrarischen Umgebung als Ort des Handels und des Handwerks. Diese Städte benötigten in jedem Fall eine Straße als Ausgangspunkt ihrer Entstehung und Entwicklung. Für Lennep besteht kein Zweifel, dass dies nur die Straße von Köln nach Dortmund am Hellweg gewesen sein kann, die ein Stück der für den Fernhandel sehr bedeutsamen Verbindung zwischen Nordostdeutschland und der Rheinmetropole darstellte … Diese Fernhandelsstraße führte im Bereich Lennep vom Kölner Tor durch die Wetterauer und Berliner Straße und verließ die ummauerte Stadt durch das Schwelmer Tor“.

Schon seit geraumer Zeit betreibt der Verein „Lennep Offensiv“ in Lenneps Berliner Straße eine offizielle Stempelstelle für die Pilger des historischen Jakobswegs und knüpft damit an Lenneps mittelalterliche Tradition an. Genau hier an der gegenwärtigen Stempelstelle dürften wohl auch die frühen Pilger und Handelsleute vor vielen Jahrhunderten vorbei gekommen sein, denn der direkte Weg von der Kölner über die Schwelmer Straße entstand nach Gerd Helbeck ja als zweite Durchgangsstraße erst später bei der Stadterweiterung. Gleich neben dem heutigen Lennepladen musste man in früher Zeit einen der beiden Quellbäche der Lennepe überwinden. Sein Wasser floss im offenen Bett vom Gänsemarkt her in die nicht ohne Grund so genannte Bachgasse. Das wurde erst 1883 bei der Erneuerung der Kanalisation wieder bekannt, als man genau dort frühe Knüppeldämme ausgrub, über die schon unsere Ahnen und die Pilger trockenen Fußes des Weges ziehen konnten. (Wie sehr das Wasser Lenneps Stadtbild beeinflusste, kann man übrigens auch hier nachlesen:  https://www.lennep.eu/lenneps-unterwelt-baeche-teiche-und-kanaele/.)

Wochenrückblick vom 30. April bis 6. Mai 2018