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Museum von Schloss Burg zeigt sich in neuem Gewand

Pressemitteilung des Schlossbauvereins Burg a/d Wupper e.V.

Wegen  der Sanierung von Schloss Burg und der damit verbundenen Schließung des Hauptgebäudes können Besucher/innen in den kommenden Jahre nicht mehr durch den Rittersaal, seine Nachbarräume und die darüber liegenden Etagen schlendern. Damit aber große und kleine Besucher trotzdem einen Blick auf Wandgemälde, Ritterrüstungen, Schwerter und andere Dinge werfen können, wurde ein Übergangsmuseum im Grabentor eingerichtet. Die Räume mussten allesamt neu hergerichtet werden; bislang wurden sie als Büroräume genutzt. Nun erzählen dort mehr als 35 Schautafeln und Abbildungen von der Geschichte der Burganlage und dem Leben im Mittelalter und zeigen Szenen der bedeutendsten Wandgemälde der Festsäle. Die Besucher dürfen sich also freuen, auf ein mit viel Liebe zum Detail neu eingerichtetes „altes“ Museum.

In den vergangenen zwei Monaten steckten vor allem der Museumstechniker Edgar Falkenhain und der wissenschaftliche Mitarbeiter Tobias Millard viel Fleiß und Arbeit in die neue Ausstellung. Aber nicht nur sie hatten alle Hände voll zu tun – uneingeschränkt alle Mitarbeiter haben auf unterschiedlichste Weise zum Gelingen der Ausstellung beigetragen. Daher gilt der Dank des Museumsdirektors Gregor Ahlmann dem ganzen Team. Der Schlossbauverein ist stolz und glücklich, dass der Museumsbetrieb trotz der großen Sanierung weitergehen kann. Vor allem auch nach einer sehr langen Corona-Durststrecke.

Auch digital hat sich Schloss Burg weiterentwickelt. Zusammen mit der Excit3d GmbH aus Solingen wurden virtuelle Szenen erstellt, die den Besucher mit Hilfe einer an dem Museumskasse erhältlichen VR-Brille in Kombination mit dem eigenen Smartphone in die Welt des Mittelalters eintauchen lassen. So sitzt man z.B. mit am gedeckten Tisch in großer Runde zu einem mittelalterlichen Gelage oder kann den Ritter bei einem Probekampf im Brunnenhof zuschauen, wo nicht weit entfernt der Schmied auch seiner Arbeit nachgeht. Die Access-Points sind entsprechend auf dem Rundweg gekennzeichnet, der im Hof beginnt und durch die neue Ausstellung im Grabentor zum Bergfried führt. Leider ist die Besichtigung nach wie vor nicht komplett barrierefrei möglich. (Nadine Neuschäfer)

Wochenrückblick vom 7. bis 13. Juni 2021

„Kunst am Bau" als Teil der Stadtkultur reaktivieren

Die Fraktion der Linken im Rat der Stadt wünscht sich eine neue Initiative für „Kunst am Bau“. Für die nächsten Sitzung des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung (16. Juni), des Ausschusses für Bauen, Umwelt, Stadtentwicklung, Klimaschutz (24. August) und des Rater der Stadt (23. September) hat sie den Antrag gestellt, über das Programm „Kunst am Bau“ Aufträge für heimische Künstlerinnen und Künstler zu generieren. Auf diese Weise ließen sich Gebäude aufwerten im Sinne einer „identitätsstiftenden Stadtentwicklung“. Zugleich wird in dem Antrag vorgeschlagen, die in den Nachkriegsjahrzehnten im Rahmen von „Kunst am Bau“ (alt) geschaffenen Kunstwerke systematisch zu erlassen (Ort, Entstehungszeit, Künstler, Beschreibung des Werks sowie Abbildung) und in geeigneter Weise zu präsentierten – digital und möglichst als Broschüre.

„Kunst am Bau und im öffentlichen Raum ist ein fester und herausragender Bestandteil von Stadtkultur und Stadtentwicklung“, heißt es in der Antragsbegründung. “Sie ist die öffentlichste aller Künste und trägt in besonderer Weise zur Reflexion der Bürgerinnen und Bürger über ihre und zur Identifikation mit ihrer Stadt bei.“ (Richtlinien der Landeshauptstadt Düsseldorf für Kunst am Bau und im öffentlichen Raum vom 19. Mai 2017) In den Jahrzehnten des Wiederaufbaus unserer Stadt hätten Künstlerinnen und Künstler auf und in vielen neuerrichteten Gebäuden sowie im öffentlichen Raum Kunstwerke geschaffen, die heute noch sichtbar seien: „Sie legen Zeugnis ab vom Geist dieser Zeit und vom Aufbauwillen dieser Generation.“ Ihre systematische Erfassung und Publikation trügen dazu bei, dass künftige Generationen die Möglichkeit hätten, sich mit diesen Werken auseinander zu setzen.

Vom Hauptbahnhof Remscheid zum Haltepunkt

Auszug aus
Jophann Max Franzen
"Die Geschichte des Bahnhofs Remscheid“

Bergischer Verlag, Kartoniert | 91 Seiten | 15 Euro | ISBN 978-3-96847-014-6 (Nachdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags)

Der Remscheider Hauptbahnhof gehört zu den wenigen Hauptbahnhöfen deutscher Großstädte, die nicht am Fernverkehrsnetz angeschlossen sind. Er wird lediglich von S-Bahnen angesteuert. Die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft eröffnete am 1. September 1868 den ersten Abschnitt der Bahnstrecke von Oberbarmen nach Lennep, mit einer Zweigstrecke nach Remscheid.

Mit der Einweihung der Müngstener Brücke am 15. Juli 1897 wurde eine Lücke zwischen Solingen Süd und Remscheid geschlossen. Somit besaß der Remscheider Bahnhof Bahnverbindungen in vier Richtungen, mit den Strecken von Lennep nach Opladen, Solingen und nach Wuppertal. Die bis dahin im Volksmund genannte "Zigarrenkiste", ein Holzbau, wurde am 10. August 1911 durch einen Neubau ersetzt.

Im Jahr 1914 wurde der Bahnhof in Remscheider Hauptbahnhof unbenannt. Mit dieser Umbenennung wollte man die Bedeutung als wichtigster Bahnhof der Stadt Remscheid betonen. Die Bedeutung aber des Remscheider Hauptbahnhofs blieb hinter der das Bahnhofs der damaligen Nachbarstadt und des heutigen Stadtteils Lennep zurück. Am 1. August 1929 wurden durch die Gebietsreform die Kreisstadt Lennep, Lüttringhausen und Remscheid mit dem Namen Remscheid vereinigt.

BS Rollen: 30 Jahre bewegende Zeiten

Pressemeldung der BS Rollen GmbH

Sich selbst definiert das Unternehmen mit dem Slogan „we are moving everything“. Am 5. Juni 1991 gegründet, kann die BS Rollen GmbH auf 30 bewegende Jahre zurückblicken. Was Geschäftsführer Bernd Schmahl damals als Handelsvertretung für Rollen mit Werkslager gründete, ist längst zu einer Branchengröße geworden. BS Rollen ist heute ein international agierender Rollenproduzent mit Exklusivpartnern in 18 Ländern und einem Sortiment von über 12.000 Produktvarianten rund um Räder, Rollen und Fördertechnik.

Seit über 25 Jahren hat BS Rollen mit eigenen Werkzeugen in Fernost die Produktionspartnerschaften und kontinuierlich das eigene Rollenprogramm auf- und ausgebaut. Zum Großteil besteht die Zusammenarbeit als verlängerte Werkbank bereits seit Anbeginn. Die technische und Design-Entwicklung sowie die kundenspezifische Montage erfolgt hier vor Ort, selbstverständlich ist BS Rollen nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert mit entsprechendem Qualitätsanspruch. Das Unternehmen hält mehrere Patente auf innovative Produktentwicklungen.

Mit knallfarbenen Rollen in Kundenfarben geht der neue Trend weg vom Einheitsgrau der Rollen. Auch unter Apparaten gibt es softe Designrollen und mit dem patentierten Zentralfeststeller, der mit einer Fußbewegung alle vier Rollen stoppt. Neue Materialien wie TPE oder Besothane machen Rollen widerstandsfähiger, komfortabler im Lauf und vor allem leiser, sie leisten einen wertvollen Beitrag zum Arbeitsschutz für Gehör und Rücken. Ein neues Rollensystem für die Luftfrachtlogistik wurde mit den Air Cargo Castors auf den Markt gebracht und Blue Wheels werden im Eventbereich unter den Cases für das Equipment eingesetzt.

Die Zentrale von BS Rollen mit dem über 3000 Quadratmeter großen Hochregallager und 600 Quadratmeter Bürofläche ist bereits von der A1-Ausfahrt Remscheid gut sichtbar. Von dort aus werden pro Jahr unterschiedlichste Branchen mit mehr als vier Millionen Rollen beliefert. In den 30 Jahren des Bestehens ist BS Rollen der größte Rollen- und Räderlieferant des Deutschen Fachhandels geworden; diese Kompetenz wurde mit dem Lieferanten-Award des Fachhandels ausgezeichnet. Darüber hinaus liefert das Unternehmen auch an die Industrie. „Wir verkaufen nicht nur Produkte, sondern eine komplexe Dienstleistung,“ so Geschäftsführer Jörg Pötschko, „entlasten unsere Kunden, indem sie ihre Warenwirtschaft und ihre Logistik digital mit uns verknüpfen.“ Alle Produktdaten von BS Rollen sind per PIM-System verfügbar, auch 2D und 3D-CAD Versionen. In einem standardisierten Austausch sind von Kundenseite aus nicht nur tagesaktuelle Online-Bestandsabfragen möglich, sondern die gesamte Versandabwicklung kann für den Kunden übernommen werden. Kundenbestellungen, ob klassisch oder online, gehen sofort von BS Rollen aus im Rahmen einer schlanken Prozessstruktur an den Endkunden.

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Als die Wahlbeteiligung noch bei mehr als 80 Prozent lag

Das Remscheider Rathaus nach Kriegsende, zum Teil schon wieder unter Dach.Das Jahr 1949 war ein optimisti­sches Jahr. Zum ersten Mal überkam die Menschen eine Ahnung von bevorstehenden besseren Zeiten. Die Lethargie brach wie ein mürbe gewordener Panzer, fiel ab, lag in Trümmern hinter den Genossen dieses Zeitaugenblicks. Die Remscheider Kirmes lockte wie eh und je die Massen an. Die Besucher mussten sich nicht mit Karussellfahren begnügen, nein, sie konnten auch leiblichen Genüssen frönen. Eis und Fischbrötchen, türkischer Honig und Würstchen, Bier und Schnaps, alles war da. »Wie im Frieden«, sagte mancher, ohne dass er sich dabei klarmachte, wie deutlich er mit dieser Wendung die Abnormität der politischen Zustände beschwor. Das »Wie im Frieden« hat bis heute Gültigkeit behalten, denn zu einem Friedensver­trag zwischen den ehemals kriegführenden Parteien ist es nie gekommen. Die weltpolitische Entwicklung hatte zu schnell andere Akzente gesetzt.

Oberbürgermeister Walter Frey beim Richtfest für den Wiederaufbau des Rathauses.Kurz nach der Remscheider Kirmes lockte eine weitere Großveranstaltung Zuschauermassen an: das Reit- und Fahrturnier in Lennep, bei dem Otto Loerke und sein Schüler Willy Schultheiß zum ersten Mal nach langer Zeit wieder Olympia-Dressur ritten. Auf der Aschenbahn des Stadions zeigten Mannequins die Mode der damaligen Zeit, Folgeerscheinungen des 1947 in Amerika kreierten New Look, der erstmals wieder weiblichen Körperformen Rech­nung trug. 20.000 Besucher auch hier.

Am 14. August 1949 wählen die Bewohner der Bundesrepublik ihren ersten Bundestag. Remscheid bringt es auf eine Wahlbeteiligung von 80,2 Prozent. Stärkste Partei wird, wie schon bei den Kommunalwahlen, die SPD mit 13.346 Stimmen. Die FDP folgt mit 12.841 Stimmen dichtauf, liegt sogar noch vor der CDU, die 11.552 Stimmen schafft. Die KPD ist in Remscheid immer noch eine beachtenswerte Kraft: 11417 Stimmen. Und die Radikal-Soziale Freiheits­partei (RSF), die nur in Lüttringhausen eine Hochburg hat und im kommunalpolitischen Raum auch eine Rolle spielt, heimst 5.231 Stimmen ein. Bundesweit hat dies natürlich keine Auswirkungen. (aus: „Remscheid so wie es war 2“, von Dr. Gerd Courts, erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf, im Jahre 1978.)

Das Jahr 1949 bringt noch einige Ereignisse, die auf weitere Normalisierung der Verhältnisse hindeuten. So darf nach vierjährigem erzwungenem Schweigen am 30. Oktober der »Remscheider General-Anzeiger«, der von vielen sehnlichst erwartete »Tü-Pitter«, wieder erscheinen. Wochen vorher hat das Blatt die Werbetrommel gerührt, und so darf es sich am Tage seiner Wiederkehr mit dem Superlativ schmücken, die höchste Bezieherzahl in Groß-Remscheid und in allen angrenzenden bergischen Gebieten zu haben.

Auf etwas anderes müssen die Remscheider noch warten, auf den »Bergischen Sprachschatz« von Gustav Hermann Hal­bach. Das Erscheinen dieses Lebenswerkes, das im Jahre 1939 geplant wurde und dessen Manuskripte schon 1948 vorlagen, verzögerte sich immer wieder aus Papiermangel. Aber 1949 konnten immerhin Vorbestellungen abgegeben werden. Es dauerte aber noch bis zum April 1951, ehe der Dr. Oskar Born Verlag, Wuppertal-Barmen, diesen »Beitrag zur Geschichte Remscheids« vorlegte, auf schlechtem, schnell vergilbendem Papier. Das Buch ist bis heute eine Fundgrube für alle an Remscheider Mundart Interessierten geblieben. Halbach schickte seinem fast 900 Seiten starken Werk folgenden Spruch voran: »Hi'emetsproke, Remscheder Platt, hann en dorn Buoke ech tröülich bewatt. Lands­lütt, haulent et uoch reit en Huot: Es et doch hi'eleg Urahnenguot, op dat us Nohfahrn noa dusend Joahrn, kalln noch äs vir gekallt on geschwoarn.« (aus: „Remscheid so wie es war 2“, von Dr. Gerd Courts, erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf, im Jahre 1978.)
(Waterbölles zu den Fotos: Schon vor der Währungsreform im Jahre 1948 waren 25 Dienstzimmer im Rathaus wieder nutzbar. Und gleich nach der Währungsreform bekam der westliche Teil des Südflügels ein neues Dach. 1949 wurde das Dach auf den übrigen Teilen des Rathauses fertig – bis auf dem stark zerbombten Mitteltrakt.)

Wochenrückblick vom 31. Mai bis 6. Juni 2021

Als in Müngsten ein Sturm eine Tannenallee vernichtete

Heutzutage heißen schwere Stürme "Wiebke" oderr "Kyrill". Das gab es vor hundert Jahren noch nicht, Stürme aber sehr wohl: "Sturm-Katastrophe im Bergischen Land, 14. August 1906. 150jährige Tannenallee in Müngsten wurde vollständig abgedreht und entwurzelt.“ (Verlag Wilhelm Fülle, Barmen)

Aber: Nicht immer spiegeln historische Postkartenansichten die Realität wieder. Wer wie Michael Tettinger, Solingen, genauer hinsieht (Lupe, Fadenzähler oder Scanner mit passender Auflösung), der wird in diesem Fall eines Besseren belehrt: Die "Wandergruppe" ist ins Foto montiert worden.

Ein paar Jahre später verkaufte der Verlag Max Wipperling eine Postkarte, die Müngsten einige Jahre nach dem Tornado zeigt. Rechts neben dem Teich, an der Straße nach Remscheid, stand vorher die Tannen-Allee.

Vor 1906 standen die Tannen noch. Dann kam der Sturm.von Jürgen Breidenbach

"Jammerschade" schreibt der  "Führer durch Stadt und Umgebung" (Verlag des Verkehrs und Verschönerungs-Vereins, Remscheid,  Druck Herrmann Krumm Remscheid) von 1909 zu dem Kleinholz, das der namenlose Wirbelsturm 1906 in Müngsten anrichtete, und zeigt ein Bild aus besseren Zeiten, als dort noch im besten Staat herumspaziert wurde. Nach diesem Buch wurden die Baumriesen Anfang des 19. Jahrhunderts im Rahmen der Anlage des Weges vom "Remscheider Dorff über Schüttendelle nach Müngsten" gepflanzt, als dort noch in mehreren Hämmern "Blaue Sensen" geschmiedet wurden.

Die schöne Allee gehörte zu einem beliebten Ausflugsziel und Naherholungsgebiet mit Parkanlagen am Wupperübergang, das nach dem Bau der Müngstener Brücke einen Boom ohnegleichen erlebte. Ein "Brückenpark" vor hundert Jahren! Die angestauten Hammerteiche wurden als "Größter und schönster Gondelteich der Umgebung" angepriesen und das "Hotel- Restaurant Müngsten" von Franz Henke war kein Container mit Schnellküche, sondern galt als "Haus ersten Ranges", das nicht nur täglich zu  Diners und zur "großen Kaffee- Restauration" einlud,   sondern laut "Verzeichnis der Remscheider Gasthöfe und Sommerfrischen"  den Reisenden "Automobilgarage und Stallungen für 40 Pferde" anbot. Logis mit Frühstück 2.50 Mark. Nichts wie hin!

Werkzeugmuseum ist ab morgen wieder geöffnet

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Wir freuen uns, das Museum ab dem 2. Juni, 10 Uhr wieder für Sie öffnen zu dürfen. In den Ausstellungen haben wir sehr viel Platz, so dass Ihr Besuch nach Corona-Regeln unkompliziert und sicher stattfinden kann. Eine kleine Hürde gibt es allerdings – bitte melden Sie Ihren Besuch vorher an.

Seit dem 10. Dezember wartet die aktuelle Sonderausstellung „(K)Ein Kinderspiel… Früh übt sich, wer ein Meister werden will!“ auf Besucher. Alles war pünktlich fertig, aber leider konnten wir nicht mehr eröffnen. Insofern nutzen Sie jetzt die Chance und schauen Sie sich diese tolle Ausstellung an. Sie werden in Erinnerungen schwelgen, sich an den schönen Spielzeugen erfreuen, aber auch die sozialen Komponenten kennenlernen können. Aber ist das alles „Ein Kinderspielzeug“? Hat Spielzeug nur die Funktion Kinder zu unterhalten oder sie vor Langeweile zu bewahren? Nein, Kinder sollen auch etwas daran und damit lernen. Auch sollen sie Erfahrungen sammeln, mit anderen Kinder zusammen kooperativ handeln und gegebenenfalls ein großes Projekt gemeinsam fertigstellen. Auch sollen Fingerfertigkeit oder Ausdauer trainiert werden. Natürlich sind es alles „Kinderspielzeuge“, aber bestimmte Spielzeuge haben auch die Funktion, Kinder in eine bestimmte Richtung zu lenken oder anders ausgedrückt, sie zu konditionieren.

Wir hoffen, dass die Inzidenzzahlen weiter sinken werden, so dass wir Sie bald wieder zu unseren Veranstaltungen einladen können. Bitte melden Sie aktuell Ihren Besuch unter Nennung von Namen, Datum und Uhrzeit bei uns telefonisch (RS 162519) oder per E-Mail (werkzeugmuseum-hiz@remscheid.de) an.

Die Dampfloks der "RME" transportierten auch Ziegen

Personenzug der Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn AG.

Remscheid hatte, seit das Eisengewerbe die Ruhrkohle benötigte, ein lebhaftes Interesse an der Verbilligung des Transports. Allgemein wurde daher die 1828 projektierte Kohlebahn von der Ruhr nach Remscheid begrüßt. Interessenten aus dem Morsbachtal und Ronsdorf planten den Bau einer Schmalspurbahn von Ronsdorf nach Müngsten mit einem späteren Ausbau durch das Wuppertal bis Sonnborn und Burg. Nachdem sie diese Pläne der Kreisverwaltung in Lennep vorgetragen hatten, vereinigten sich die Interessenten 1857 unter dem Vorsitz des damaligen Landrats Koenigs. Durch die tatkräftige Vorarbeit der Kommission konnten die umfangreichen Planungsarbeiten soweit gefördert werden, dass in der Sitzung am 15. Mai 1888 ein Plan des Baurats Hostmann aus Hannover vorgelegt und angenommen werden konnte. Nach dessen Plan sollte die Bahn die Landstraße von Ronsdorf über Halbach nach Clarenbach und von da ab die im Bau befindliche Morsbachtalstraße benutzen. Ein Remscheider Vorschlag, von Clarenbach aus eine Verbindung zum Remscheider oder Hastener Bahnhof herzustellen, wurde abgelehnt.

Alte Urkunden legen noch heute Zeugnis ab von den Anfängen der "Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn" (RME). Aus der Konzessionsurkunde vom 18. November 1889 geht hervor, dass eine Aktiengesellschaft mit bekannten Firmen aus Remscheid, Wuppertal, Ronsdorf, Cronenberg und Lüttringhausen gegründet wurde. Bemerkenswert war, dass eine ganze Reihe kleiner Firmen neben so bekannten wie J. Gottlieb Peiseler, Luckhaus & Günther, Carl Hagenböcker oder A. Erbschloe Aktien erworben hatten. Das hatte seinen Grund: Gerade die kleinen Kotten im Morsbachtal wollten sich den neuen, für die damalige Zeit modernen Transportweg für ihre Werkzeuge und Ma- schinen sichern.

Bahnhof Clarenbach (heute Kegelzentrum Oetelshoven) Foto: Siegfried EhretAm 18.Mai 1890 erteilte die Stadt Remscheid die Genehmigung zum Bau einer Bahnlinie auf Remscheider Gebiet mit der Auflage, dass die Gesellschaft für die Instandhaltung der Straße in ihrer Gesamtheit zu sorgen habe. Am 28. Mai 1890 konnte der erste Spatenstich für den Bahnbau erfolgen. Die Verwirklichung des Projektes verzögerte sich aber durch die zu niedrig berechneten Baukosten. Die Bauarbeiten mussten verschiedentlich unterbrochen werden, weil Schienen und Weichen wegen der hohen Transportkosten nicht rechtzeitig vom Bahnhof Ronsdorf an die Baustellen befördert werden konnten. Die Inbetriebnahme des 1,8 km langen Teilstücks zwischen Staatsbahnhof und dem Stadtbahnhof Ronsdorf erfolgte am 28. Mai 1891. Das zweite Teilstück mit 4,3 km Länge zwischen dem Staatsbahnhof Ronsdorf und der Clarenbach wurde am 21. August 1891 eröffnet, und das letzte Teilstück von Clarenbach durch das Morsbachtal bis Müngsten mit 9,2 km Länge konnte am 16. November 1891 eröffnet werden.

Im Gebiet der Stadtgemeinde Lüttringhausen lagen 5,8 km Gleis und die Haltestellen Graben, Halbach, Stollen, Clarenbach, Gründerhammer und Platz. Auf Remscheider Gebiet lagen 4,3 km Gleis und die Haltestellen Clemenshammer, Gerstau, Hütz, Breitenbruch, Aue, Berg/- Fürberg und Morsbach. In Clarenbach, Gerstau, Aue, Berg/Fürberg und Morsbach waren Güterschuppen mit zwei Lagerräumen. Kleinere Güterschuppen waren in Gründerhammer und Platz. Für den Personenverkehr gab es Warteräume in Clarenbach, Gerstau, Morsbach, Platz, Hütz, Aue und in Berg/Fürberg.

Die Herstellung der Gesamtstrecke kostete damals eine Million Mark, wovon die Stadt 265 000 Mark zu tragen hatte und dafür Aktien übernahm. Zunächst wurde das 1,8 km lange Stück vom Staatsbahnhof Ronsdorf bis Stadtbahnhof Ronsdorf, dann das Teilstück Ronsdorf- Clarenbach und schließlich die Strecke Clarenbach-Müngsten gebaut. Die Gesamtlänge betrug 15,146 km mit einem Höhenunterschied von 185,85 Metern. Am 16. November 1891 war die Strecke Ronsdorf  Müngsten fertig. Zwei dreiachsige Tenderlokomotiven, vier vierachsige Personenwagen und insgesamt 22 Güterwagen zählten bei der Eröffnung zu den Betriebsmitteln. Zur Beleuchtung der Fahrspur dienten zwei Petroleumslampen. Die Güterzüge fuhren zwischenzeitlich nach Bedarf und versorgten die Morsbachtaler Betriebe und das Solinger Wasserwerk mit Kohlen und anderen Rohstoffen. Umgekehrt versandten die Betriebe ihre Fertigwaren mit der Schmalspurbahn.  Der gesamte Zugverkehr wurde durch betriebseigene Fernmeldeanlagen telegrafisch geleitet. Am Stadtbahnhof Ronsdorf, in Gerstau und Müngsten waren Wasserleitungen bzw. Brunnen, zur Speisung der Lokomotiven installiert.

Zwischen Ronsdorf und Müngsten verkehrten werktags sieben und sonntags neun Personenzüge. Die Personenzüge führten einen bis drei Wagen, der Frühzug zusätzlich einen Gepäckwagen. Sie brauchten für die rund 15 km lange Strecke 85 min. Fahrzeit, also fast 1 1/2 Stunden bei einer fahrplanmäßigen Geschwindigkeit von 16 km/h. Der Fahrpreis betrug für die 3. Klasse je Kilometer fünf Pfennig bei Aufrundung der Fahrstrecken auf gerade Kilometerzahlen. Vor allem im Sommer und zur Zeit der Müngstener Kirmes war der Andrang von Fahrgästen groß; die Fahrt durch das idyllische Morsbachtal war für jeden, der sie einmal mitgemacht hatte, ein unvergessliches Erlebnis.

Die Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn war von 1893 bis 1959 über 60 Jahre in Betrieb. Bereits im Jahre 1907 war die Strecke so profitabel, dass man sich entschloss, eine Verlängerung der Strecke über Müngsten hinaus bis Solingen-Krahenhöhe vorzunehmen, die allerdings, nicht zuletzt infolge des ersten Weltkrieges, im Jahre 1916 wieder einging. Im Jahre 1903 erfolgte die Umstellung der Bahn auf Elektrizität. Die allgemeine Verkehrsentwicklung brachte es mit sich, dass nach dem ersten Weltkrieg der Verkehr zwischen Clarenbach und Müngsten etappenweise abgebaut wurde; die Bahn ging zuerst bis Morsbach, später bis Gerstau und schließlich nur noch bis Gründerhammer. Am 24. Juni 1959 schrieb der Remscheider-General-Anzeiger über die Stillegung der Strecke folgende Zeilen: "Nur noch wenige Tage werden vergehen, dann wird die Straßenbahn der Wuppertaler Bahnen zwischen Ronsdorf und Clarenbach ebenso der Geschichte angehören wie der schienengebundene Güterverkehr auf dieser wie auch auf der Strecke zwischen Clarenbach und Gründerhammer. Die Wuppertaler Bahnen haben sich entschlossen, am 4. Juli die Straßenbahn auf Omnibus umzustellen und den Güterzugverkehr ganz einzustellen. (…) Die an dieser Linie bisher beteiligten Firmen sind darüber seit längerer Zeit ins Bild gesetzt worden. Ihr Interesse an der Bahn war mit ihrer weitgehenden Umstellung von Kohle auf Gas oder Strom und der Verlagerung ihrer Gütertransporte von der Schiene auf die Straße sowieso wesentlich zurückgegangen, so dass der Ausfall der bisher noch täglich laufenden Güterzüge der Kleinbahn kaum noch spürbar sein dürfte."Der „Müter“, auch "Bügeleisen" genannt, am Sudberger Steilhang in MüngstenFoto : Stadtwerke RemscheidIm Sommer 1902 kaufte die Barmer Bergbahn die Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn AG. auf; am 22. Juli des Jahres erteilte die Stadt Remscheid der neuen Eigentümerin die Genehmigung zum Bau des Teilstückes Clarenbach - Schöne Aussicht. Diese Strecke wurde am 24. Dezember 1902 eröffnet. Damit rückte die Bedeutung der Güterstelle Clarenbach noch mehr in den Vordergrund, zumal bald die Umstellung auf Strom erfolgte. Der letzte Dampfzug fuhr am 13. April 1903, dann übernahmen die "Bügeleisen", wie die elektrischen Zugmaschinen liebvoll genannt wurden, die Antriebsaufgabe. Nachdem der Gastwirt Adolf Halbach seinen Schankraum in dem Wartesaal des Bahnhäuschens aufgegeben hatte und in sein Haus gegenüber gezogen war, nahm der Streckenwärter Maehler Besitz von der Wohnung. Aus dieser Zeit gibt es noch amüsante Erinnerungen an das, was sich im Bahnhof Clarenbach und auf der Strecke ereignete. So wird noch berichtet, dass Frau Benninghofen aus der Gerstau mit ihren Ziegen den Zug benutzte, um sie zum Singerberg zum Bock zu bringen. Wenn sie von dort zurückkam und zur Rückfahrt die Personenwagen wieder benutzte, stank es dort sehr nach "Hippenbock". Nach erheblichen Fahrgastprotesten musste sie später mit dem Güterwagen fahren. (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

Die Schmalspurbahn der „Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn" wurde am 18. November 1891 eingeweiht. Sie war der wichtige Transportweg für die Hammerwerke im Morsbachtal. Die Belieferung der Hämmer und Kotten mit Kohle und Roheisen wurde erheblich erleichtert, ebenso der Abtransport des hochwertigen Raffinierstahls und der fertigen Produkte. Das Foto, etwa aus dem Jahre 1920, zeigt eine Arbeitsgruppe (Rotte) der „Barmer-Bergbahn AG". Sie hatte 1903 die 16 Kilometer lange Strecke elektrifiziert. Die Wasserhämmer konnten den Fabriken, die mit Dampf oder Strom angetrieben wurden, wenig entgegensetzen. Durch ihre Schließung verlor auch die Schmalspurbahn an Bedeutung. 1952 wurde das letzte Teilstück Gründerhammer-Morsbach stillgelegt. Die Strecke bis Müngsten „verschwand" bereits früher.  (aus: ‚Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild’, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Wochenrückblick vom 24. bis 30. Mai 2021