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Wochenrückblick vom 10. bis 16. Januar 2022

Teich am Birgder Hammer diente später nur den Fischen

Der Birgder Hammer. Fotos: HIZ Remscheid, Dr. Huber.Der Hammer oberhalb der Clarenbacher Hämmer und Kotten war der Birgder Hammer. Die Ortschaft Birgden wird schon 1369 als Birckten erwähnt. Die Schreibweise änderte sich bekanntermaßen, und so liest man 1439 Byrckden, 1452 Berchde, 1454 Berckden, 1469 Birckde, 1582 Birgkde, Birgte, 1622 Birckden und 1639 Bierden. Nun unterscheiden wir heute zwischen Birgden 1, 2 und 3. Birgden 1 und 3 waren in einer Gemarke und somit zusammengehörig. Birgden 2 ist  dem Talsperrenbereich zuzuordnen. Ab etwa 1800 wurde Birgden so geschrieben wie heute.  Der Birgder Hammer unterhalb Birgden am Leyerbach ist 1684 erbaut worden und hatte im Laufe der Zeit verschiedenste Namen: Clarenbacher Hammer (1807), Altenas Hammer, Schneiders Hammer, 1. Goldenbergs Hammer, zuletzt Birgder Hammer. Theiß Haddenbroch setzte mit einer Konzession vom 8.3.1684 einen Eisenhammer auf den "Halbacher Mühlbech". Um 1700 wurde der Hammer von Johannes Reinshagen im Farrenbraken betrieben. Dazwischen ergibt sich eine Lücke bis zur nächsten Eintragung 1800, die Görres & Hasenclever als Betreiber angibt. 1830 gibt es gleich zwei Eintragungen, in denen nur Stursberg und Peter Clemens zu Birgden angegeben sind. Wer macht nun was? Aller Voraussicht nach war Stursberg der Besitzer und hat an Peter Clemens verpachtet.

Das ging bis 1841. Da heißt der Hammer Goldenbergshammer und geht in den Besitz des Gottlieb Lindenberg über. Lindenbergs Stahlfabrik auf dem Büchel war abgebrannt, und so kauften die Gebrüder Lindenberg diesen Hammer, um ihn nach Fertigstellung ihrer neuen Produktionsanlagen an der Hammesberger Straße gleich wieder zu verkaufen. Das war 1863 der Fall. Ferdinand Altena kaufte das Objekt. 1867 erscheint das Hammerwerk in einer Aufzeichnung von Kißling. 1882 erwarb es Caspar Friedrich Stursberg. Sein 1867 geborener Sohn Hermann hat auch noch in diesem Hammer das Schmieden gelernt, bevor er später in den väterlichen Singerberger Hammer als Teilhaber eintrat.

Nach dem letzten Besitzer wurde der bald nach der Jahrhundertwende vernachlässigte Wasserhammer "Schneidershammer" genannt. Schon damals, zumindest von den Nachfolgern Schneiders, wurden im Hammer Werkzeuge gefertigt und bis nach dem ersten Weltkrieg Werkzeuge geschliffen. Dann verfiel der Hammer. Der Teich war bis in die 1950er Jahre ein Fischteich. Ältere Karten verzeichnen noch den Teich, jüngere nur noch die Teichdämme. Der Fußweg nach Birgden 3 ist in den alten Karten als Fahrweg, der heute bewaldete Talgrund als sumpfige Wiese zu erkennen. (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

Archiv muss Gedächtnis der Stadt sein und bleiben

Zur Sitzung des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung am 15. Februar möchte die Fraktion der Grünen von der Verwaltung wissen, wie ist es gegenwärtig um das des Remscheider Stadtarchivs gestellt ist bzw. ob es noch den gebotenen Erfordernissen entspricht. „Wie müsste das Remscheider Stadtarchiv weiterentwickelt werden, um aufgabengerecht, rechtskonform, nachhaltig und zukunftsfähig aufgestellt und handlungsfähig zu sein?“, möchten die Kommunalpolitiker der Grünen wissen: „Das Archiv einer Stadt ist ihr Gedächtnis, nicht nur in Bezug auf die Überlieferung der Verwaltung, sondern auch besonders als Zentrum zur Dokumentation des städtischen Lebens. Das ist neben der wissenschaftlichen auch die rechtliche Grundlage der Unterhaltung eines städtischen Archivs. Das Stadtarchiv leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag, sowohl für die (auch digitale) Archivierung der Akten und Medien der Stadtverwaltung als auch für die Remscheider Stadtgeschichte, stößt aber nach unserer Wahrnehmung zunehmend an seine organisatorischen, personellen und finanziellen Grenzen. Es dient zum einen der aufbewahrungsbezogenen Rechtssicherheit der Stadtverwaltung und der Stadtgesellschaft und ist zum anderen das zentrale historische Gedächtnis nicht nur der Verwaltung, sondern der gesamten Stadtgesellschaft.“

Deshalb müsse das Archiv der Stadt Remscheid fähig sein, „seine gesetzlichen Pflichtaufgaben ordnungsgemäß und nachhaltig wahrzunehmen, insbesondere im Hinblick auf die voranschreitende digitale Langzeitarchivierung. In diesem Zusammenhang müsse das Archiv archivgesetzliche sowie datenschutz- und personenschutzrechtliche Belange und Vorgaben sowie die berechtigten Interessen der Öffentlichkeit und der Zielgruppen berücksichtigen können. Notfalls müsse es dafür entsprechend weiterentwickelt werden. Wertvolle Unterlagen in der Verwaltung wie auch im städtischen Bereich dürften  nicht verloren gehen.

Müngstener Brücke: Bewerbung geht an den Bund

Das Land Nordrhein-Westfalen hat die serielle, transnationale Bewerbung „Europäische Großbrücken des 19. Jahrhunderts“ zur Fortschreibung der bundesdeutschen Tentav-Liste künftiger Welterbestätten an den Bund gemeldet – als einzigen Vorschlag aus NRW. Im Welterbe-Verfahren hat die Bewerbung der Müngstener Brücke in internationaler Gemeinschaft mit den Brücken Ponte Maria Pia und Ponte Dom Luis I. in Portugal, dem Garabit-Viadukt und dem Viaduc du Viaur in Frankreich und der Ponte San Michele in Italien damit eine erste wichtige Hürde genommen. Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, kommt am Freitag, 14. Januar, auf das Baugelände der Deutschen Bahn an der Müngstener Brücke in Solingen-Schaberg, um den drei bergischen Oberbürgermeistern Burkhard Mast-Weisz, Remscheid, Tim Kurzbach, Solingen, und Uwe Schneidewind, Wuppertal, sowie Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn in NRW, die gute Nachricht noch einmal ganz persönlich zu überbringen. Bei dieser Gelegenheit übergibt Lübberink dem Förderverein „Welterbe Müngstener Brücke e.V.“ ein historisches Bauteil der Müngstener Brücke, das dauerhaft in Schaberg ausgestellt werden soll.

Wochenrückblick vom 3. bis 9. Januar 2022

Zuletzt eine Schnapspinte an der alten Kohlenstraße

Kranenholler Hammer Foto: G. Schmidt

Der oberhalb des Birgder Hammers gelegene Kradenholler Hammer ist nur noch als große Wiese zu erkennen. Eine Handskizze von 1803 lässt den Hammer praktisch mitten in der Wiese erscheinen. Oberhalb etwa am Wegesrand geht der Lauf des Leyerbaches weiter, um in den Teich des Birgder Hammer zu führen.

Dies alles ist heute nicht mehr zu erkennen. Ein großes Hammergebäude mit drei Wasserädern, ein Nebengebäude und ein kleinen Wohnhaus sind auf der Karte zu erkennen, alles heute nicht mehr zu erahnen.  Überlieferungen zufolge ist er 1500 gebaut worden und 1607 verfallen. 1597 heißt es Cradenholl, später Kradenholl und erst in den Jahren nach 1900 schreibt man Kranenholl. Seine Namen waren folgende:Kradenholler Hammer, Kranenholler Hammer, Jarres Hammer, Schrotthammer, Schruoden Hammer.

Reste des Kradenholler Hammers, gezeichnet von Berdrow. Bild: Krupp ArchivAm 30.August 1677 erhielt "Joann auf der Halbach" die Bewilligung, "einen Eysenhammer auf seyn guth im Kradenholl auf die Halbacher Bach zu setzen".  Geschmiedet wurde Raffinierstahl. Seit 1671 wohnte Sohn Peter Halbach an dem vom Vater erworbenen Gut Kradenholl. Von 1680 bis 1686 war Peter Halbach als Geselle in diesem Kradenholler Eisen- Reckhammer (Raffinierstahlhammer) tätig. Welch berühmtes Imperium diese Halbachs später einmal innehatten, wagte damals keiner zu träumen (Krupp von Bohlen und Halbach).

Zerfallen war der Hammer bereits ab 1910;  1913 brach er ganz zusammen. Danach konnte man lange Zeit noch die Grundmauern sehen. Überlieferungen zufolge hat 1913 das baufällige Fachwerkhäuschen (als Wohnhaus) eine kleine Schnapspinte beherbergt. An diesem Standort geht auch die ehemalige Kohlenstraße vorbei (Kohlen und Roheisen aus dem Märkischen). (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid Herausgegeben von Günther Schmidt Band 4 - Leyerbach, Diepmannsbach, Mückenbach)

 

Derr Waterhamerschmett

Von Gustav Halbach

Su nett verkröppt em stellen Dahl Dann gieht et wier van nöiem drahn,

Aen Hamer monter schliät. Dat su die Bude kracht.

Derr Schmett schmett Hetten langk on schmahl    Mot pölwen es dän Sahlen ahn,

Och hetten kott on briet. Weil derr sech loss söss mackt.

Et morgens alt en aller Früöh Van Morgens früöh bis Owends speet,

Hüöt meärr dän Hamer schlonn. Dr Schmett häult wacker deär.

Vam Balg däm Schmett sippt alt die Brüöh, Wenn dann am Quantum nix miehr

Wenn vir iäsch op donnt stonn. fehlt,

Wäscht he sech aff dän Schmär.

Dobie sengt he dat Hamerschlied:

Et es kien Dorp su kleng, Tüht dann sech öm on mackt sech nett.

Wo nit än Hamer drennen schliät, Sett die huoh Sieden op.

Dat et schallstert duhr die Gröng. Gieht längs die Beek spazieren gett,

Döit dann dr Trappen ropp.

Des Meddags dan, van twölf bes eng,

Häult he än klienen Nuck.

Der Liehrjong mackt et Füör dann reng,

Sütt no dän Steät on Huck.

Dann röpt he: "Miester, alla, hopp,

die Puos es lang dohenn.

Ech loht dat Water jezz wier dropp,

Beng flott dän Barbel öm"!

Derr Miester en die Klauen speit,

Tüt wier en Hette ruht

On schängt: "Bös du dann noch gescheit

Wie sütt dat Dengen uht?

Du Dusselskopp, du Traumpeldier,

Wo hässte wier ding Senn,

Du kicks wall no dän Mühsen wier,

Statt no dän Hetten hen.

An iener Sitt do es se witt,

An iener es se schwatt.

Wenn die de reite Mohte kritt,

schluck ech et Waterrad."

(aus: „Hämmer und Kottenforschung in Remscheid“, Band IV, von Günther Schmidt)

Wochenrückblick vom 27. Dezember 2021 bis 2. Januar 2022

Dezember 2011: Der Waterbölles blättert zurück

In der Nacht zum Heiligabend 2011 wurde  an der Borner Straße eine Pizzeria- und Wasserpfeifenbar ein Raub der Flammen, deren Neueröffnung erst wenige Stunden zuvor gefeiert worden war. 1912 hatte der Lenneper Architekt Albert Schmidt das bergische Fachwerkhaus, das damals noch am Hindenburgwall in Lennep stand (früher Alleestraße, heute Am Thüringsberg) gekauft und an die Borner Straße versetzt, als es abgerissen werden sollte. In den 1970er Jahren war dort ein Video-/Nachtclub untergebracht, später dann ein China-Restaurant.

Abgerissen wurde vor zehn Jahren das Haus Königsstraße 195, in dem Franz Carl und Martha Fach etliche Jahre im Erdgeschoss eine Kneipe betrieben hatten, Älteren Remscheider/innen war Fach allerdings weniger als Gastwirt, sondern vielmehr als  Zirkusdirektor bekannt. In den 1920er Jahren zogen die Fachs mit seinem Zirkus umher, später hatten sie dann an der Königstraße eine Tierhandlung. Im Keller des Hauses sollen sie sich sogar einen Bären gehalten haben. Sogar von einem Löwen im Keller war die Rede, aber das war denn doch wohl eher eine Mär. Der Remscheider Fotograf Hans Georg Müller erinnert sich: "Vor etwa 50 Jahren fotografierte ich bei den Zirkusleuten im kleinen Wohnzimmer. Es raunzte und gurrte und knurrte aus allen Winkeln des Zimmers, wo in Käfigen Lebendiges gehalten wurde. Ab und zu sprach ein Papagei. Lori genannt. Zig Urkunden, Peitschen und Zaumzeug hing an den Wänden, und ein nicht genau zu definierender Duft, eher Geruch, waberte durch den historienschwangeren Raum. Nachdem wir einen Klaren getrunken und uns viele Geschichten vom Zirkus angehört hatten, wurde uns der Braunbär im Untergeschoß hinter dicken Eisenstangen präsentiert."
2001 machte das Haus Nr. 195 wegen eines wegen eines Dachstuhlbrandes Schlagzeilen in der Lokalpresse (da lebte der Bär schon nicht mehr). Seitdem stand das Gebäude leer und verfiel, ohne dass dies äußerlich sonderlich auffiel. Dafür sorgte von außen ein dichte Efeubewuchs. Als das Haus im Dezember 2011 schließlich abgebrochen wurde, hatten Schaulustige den Eindruck, es fiele beinahe von selbst in sich zusammen, kaum waren die armdicken Efeu-Äste entfernt worden.

Alles begann hoffnungsvoll: Jochen Rohr führt die neue "ISG Alleestraße", titelte der Waterbölles am 9. Dezember 2011. Tags zuvor hatten acht Besitzer von Immobilien an der Alleestraße in der Tanzschule Wieber in Anwesenheit des Notars Dr. Hans Joachim Kind die „ISG Alleestraße“ gegründet und zugleich einstimmig einen Vorstand gewählt: Jochen Rohr (Vorsitzender), Jörg Oestreich (2. Vorsitzender), Werner Roetzel (Schatzmeister), Uwe Milz (Schriftführer), Hedwig Meynen (Beisitzerin), Michel Ruepp (Beisitzer), Doris Lüneschloss, Martina Schmidt und die Stadtsparkasse, vertreten durch Axel Steinweger. Ehrenamtlicher Geschäftsführer wurde Ralf Wieber, der Vorsitzende des „Marketingrates RS-Innenstadt“. Zweck des Vereins sollte es, „die Attraktivität der Remscheider Innenstadt im Bereich der Fußgängerzone Alleestraße als Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum zu erhöhen, die Rahmenbedingungen für die in diesem Bereich niedergelassenen Betriebe zu verbessern und den Werterhalt bzw. die Wertsteigerung der Immobilien des Bereichs zu unterstützen“. Darüber hinaus zielte der Verein auf die „Erhöhung der Aufenthalts- und Wohnqualität des Bereichs“ ab. Ein Ziel, das jetzt ohne die ISG anzustreben bleibt…

Ganz anders als in dem Vorjahren (und in späteren Jahren bis heute) sah 2011 der Weihnachtsmarkt  nebst Eisstock- und Eisbahn auf dem Rathausplatz aus: Die Buden (weniger Adventlichtes und mehr für den Magen) waren dichter an das weiße Quarree herangerückt. Neue, spitze Restaurationszelte und ein Wigwam-artiges Lokal gegenüber sollten speziell jene Remscheider/innen ansprechen, die mehr an einer geselligen Runde mit Freunden Interesse hatten.

Wie schon 2009 und 2010 blieb auch 2011 der kommunale Ordnungsdienst (und auch danach mit wechselnder Intensität) in der öffentlichen Diskussion. Und auch in dem vollmundigen „Ordnungskonzept“, das Stadtkämmerin Bärbel Schütte (Foto) der Politik 2011 vorlegte, konnte Volker Apmann (SPD) am 30. November im Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung Ziele und Maßnahmen „kaum erkennen“. Es sei ja auch noch nicht fertig, räumte Schütte ein, sondern nur ein Einstieg in die Thematik!“ Wohlgemerkt: Mehr als drei Jahre nach der Forderung nach einem neuen Ordnungskonzept!! Kommentar des Waterbölles damals: „Wenn in diesem Rennschnecken-Tempo weiter an Vorlagen geschrieben und in den politischen Gremien diskutiert wird, ist der erste Beamte längst in Pension gegangen, bevor konkrete Maßnahmen zu ersten konkreten Ergebnissen geführt haben.“

Fortbildungen für städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war auch vor zehn Jahren schon ein Thema: „Stadtverwaltung braucht die Fortbildung von Mitarbeitern“, hieß es im Waterbölles am 8. Dezember 2011. Zu dem im Juli 2010 vom Rat der Stadt beschlossenen zum Maßnahmenplan zum Schuldenabbau 2010 – 2015 hatte auch der Prüfauftrag gehört, das Fortbildungsangebot für die städtischen Mitarbeiter/innen zu reduzieren. Dafür sah Stadtkämmerin Bärbel Schütte aber am 7. Dezember 2011 im Haupt- und Finanzausschuss keine Möglichkeit. Im Zuge der weiteren Sparüberlegungen sei auch der Verzicht auf bestimmte Aufgaben zu erwarten. Das aber erfordere dann die Versetzung von Mitarbeitern, sprich: ihre Einarbeitung in neue Aufgaben in Bereichen, in deren es durch den Wegfall von Planstellen zu Personalengpässen gekommen sei. Im schriftlichen Bericht der Verwaltung zum Maßnahmenplan las sich das damals so: „Vor dem Hintergrund der umzusetzenden Haushaltssicherungsmaßnahmen, u.a. des in den Jahren 2010 bis 2020 zu realisierenden Personalabbaus, kann keine Reduzierung des Fortbildungsangebotes erfolgen. Die Aufgabenverdichtung erfordert vielmehr verstärkte Investitionen in Umschulungen, Qualifizierungen etc., um die erwarteten Wirkungen aus den personalwirtschaftlichen Maßnahmen auch zu erreichen.“ (siehe auch Fortbildungen für Führungskräfte sind geplant von heute)

Eine Veranstaltungsbühne auf dem Alter Markt hatten sichc die Lenneper Vereine schon lange gewünscht: anfang Dezember 21011 wurde sie feierlich eingeweiht. Möglich gemacht hatten dies die LTG und die Volksbank Remscheid-Solingen eG; sie finanzierten die neue Bühne zu gleichen Teilen. Dafür war eigens ein Verwaltungsrat gegründet worden, der sich in Zukunft mit der Planung und Ausführung der Veranstaltungen beschäftigen werde, wie es damals hieß. Den Verwaltungsrat der LTG-Volksbank-Bühne bilden Vertreter folgender Vereine: Lenneper Turngemeinde (LTG), Frisch auf Lennep, Lenneper Karnevalsverein (LKG), Lennep Offensiv, Lenneper Schwimmverein (LSV), Verkehrs- und Förderverein, Die Welle, Rotationstheater, Lenneper Schützenverein 1805 und Lenneper Altstadtfreunde. Fortan wolle man gemeinschaftlich etwas bewegen und an einem Strang ziehen, hieß es – was in der Vergangenheit nicht gerade einfach war.

Der Brückenpark Müngsten hat den dortige Abschnitt der Wupper für Besucher zweifellos attraktiver gemacht. Die  öffentlichen Anbindung durch Bahn, Bus oder Pkw (Parkplätze) wurde verbessert, und schutzwürdige Naturbereiche wurden durch den Bau der Schwebefähre, eine Neuordnung der umliegenden Wanderwege und die Stilllegung von Trampelpfaden entlastet. Das sei aber nur teilweise, berichtete vor zehn Jahren die Biologischen Station Mittlere Wupper im Ausschusses für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung. Zitat: „ Die intensive Nutzung der Grünflächen führte zu Beschädigungen oder Zerstörung der Grasnarbe, Hangkanten oder einzelner Anpflanzungen im Zentralbereich des Brückenparkes. Und von einer Beruhigung des östlichen Hangbereiches der Wupper zwischen Schwebefähe und Diederichstempel, des Abschnitts zwischen Napoleonsbrücke und Reinshagener Bach sowie des Dorperhofer Siefen könne keine Rede sein.  In Teilen (Napoleonsbrücke – Reinshagner Bach) sei sogar der „gegenteilige Effekt einer zunehmenden Beunruhigung“ eingetreten. Kritisiert wurde auch ein regelrechter Badetourismus im Zentralbereich des Brückenparks auf Solinger Seite.

24 Herrnhuter Sternen leuchteten vor zehn Jahren erstmals auf dem Vaßbenderplatz neben der evangelischen Stadtkirche. Nach einem Aufruf im Gemeindebrief und in den lokalen Medien hatten Remscheider:innen für die Anschaffung der Sterne mehr als 3.700 € gespendet. Und weitere Gelder sammelte Pfarrer Martin Rogall beim 30. ideellen Weihnachtsmarkt am 11. Dezember 2011 ein. Mit diesem Projekt folgt die Stadtkirchengemeinde dem Beispiel des Lüttringhauser Heimatbundes, der Jahr zuvor für die Adventszeit 39 dieser leuchtend gelben Sterne aus leichtem Kunststoff angeschafft hatte. Der Marketingrat Remscheid hatte dagegen mit seinen Adventssternen über der Alleestraße weniger Glück, wie sich in diesem Jahr zeigt hat. Fragen des Waterbölles in diesem Zusammenhang blieben unbeantwortet.

Der Stadtteil Hohenhagen sucht Freunde und Förderer“, berichtete der Waterbölles am 9. Dezember 2011. Tags zuvor hatte ein gutes Dutzend Anwohner/innen im Stadtteilzentrum „Esche“ auf Einladung des Stadtteilmanagements unter Federführung von Pfarrer Axel Mersmann die Gründung eines Vereins zur Unterstützung und Förderung von Nachbarschaftsprojekten auf dem Hohenhagen vorbereitet. Einstimmig wurde beschlossen, dass es ein eingetragener Förderverein werden solle. Und das wurde er denn auch.

Wo später Honsbergs "Neue Mitte" entstand, tummelten sich vor zehn Jahren noch Baucontainer und -maschinen.  Und die Tage des "Kaufparks" an der Alexander Straße waren gezählt, er schloss wie angekündigt am 31. Dezember 2011. Doch mit dem Abriss des alten evangelischen Gemeindezentrums (Foto) und der dort geplanten „Neuen Mitte“ keimte unter den Bewohner/innen des Stadtteils auch neue Hoffnung auf. Zumal die Gewag durch den Abriss alter Wohnhäuser für mehr Licht und Grün sorgen will. Das ist geschehen, bleibt aber ein „laufender Prozess“.

Große Büro-Leerstände in der Bibliothek werden bald gefüllt“, kündigte die Politik im Dezember 2011 an, und der Haupt- und Finanzausschuss empfahl dem Rat der Stadt, zum 1. Januar 2012 aus den Fachdiensten 3.43 (Weiterbildung/VHS), 3.42 (Öffentliche Bibliothek) und 3.42.1 (Musik- und Kunstschule) den Fachdienst 3.44 (Kommunales Bildungszentrum) zu machen. So denn auch geschehen. Die Leitung des neuen Bildungszentrum übernahm damals die VHS-Leiterin Nicole Hauser-Grüdl, später  Nicole Grüdl-Jakobs. Die erforderlichen Räume für zwölf Verwaltungsmitarbeiter der VHS/MKS würden für eine Viertelmillion Euro umgebaut (siehe „Umzugskarussell“),kündigte die Verwaltung damals der Politik an. Inzwischen erscheint die Zukunft des großen Bibliotheksgebäudes eher ungewiss.

Der Bau des Altenheims auf dem Hohenhagen war von einigen „Geburtswehen“ begleitet. Aber im Dezember 2011 ging es endlich voran: Auf dem Grundstück am Otto-Lilienthal-Weg und im Evangelischen Gemeindezentrum „Die Esche“ fand – in kleinem Kreis – die Grundsteinlegung statt. Zu den Festrednern gehörte auch Frank Sieper vom Vorstand des Ev. Alten- und Krankenhilfe e.V. : „Trotz vieler Schwierigkeiten in der Vergangenheit können wir heute stolz verkünden, dass ‚die Bagger rollen‘! (…) Das neue Diakoniecentrum soll eine Einrichtung für alle Hohenhagener werden, ein in die Gemeinde integriertes Haus im besten Sinne!“

Vor zehn Jahren verlieh der Landschaftsverband Rheinland Peter Maar, langjähriger Vorsitzender des Heimatbundes Lüttringhausen, für seine Verdienste auf dem Gebiet der Denkmalpflege, der Heimatpflege und des Naturschutzes den Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes. Die Auszeichnung hob die ehrenamtlich erworbenen Verdienste des Oberverwaltungsrats im Ruhestand um die rheinische Kulturpflege hervor. Maar hatte sich vor allem für die Bewahrung des historischen Stadtbildes von Lüttringhausen und für kulturelle Veranstaltungen eingesetzt. In der ehemals selbstständigen Stadt, die seit 1929 ein Ortsteil von Remscheid ist und einen der schönsten und besterhaltenen historischen Ortskerne im Bergischen Land besitzt, spielt die Denkmal- und Kulturpflege eine wichtige Rolle.

Keine Spur mehr vom Badeteich der Haddenbacher Jugend

Links Haltestation Haddenbach, mit dem Personenzug der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn und einem Fuhrwerk auf der Haddenbacher Straße Richtung Ronsdorf. Archiv: Stadtwerke Remscheid. Rechts der Bahnhof Haddenbach. Foto: Historisches Zentrum RemscheidVon der Lohmühle Haddenbach (Matador-Werk) geht es nur noch etwa 100 Meter Richtung Haddenbach, dann kommen wir zum Standort der ehemaligen Hämmer von Haddenbach. Sie sind ebenfalls uralt und werden 1692 erwähnt als dem Ern zum Hoddenbroch und dem Theißs in der Ibach („am gleichen Teich stehend“) gehörend. Zuvor hatten dort Schleifkotten gestanden. 1829 sind beide Hämmer im Besitz von Peter Tillmanns. 1853 taucht dieser Stahlhammer wieder als „Haddenbacher Stahlhammer der Gebr. Tillmanns am Laienbach“ auf. Der Leyerbach ist wohl nicht die richtige Bezeichnung, denn der Morsbach wird an dieser Stelle aus den drei Bächen Leyerbach, Diepmannsbach und Mückenbach gebildet. 1867 ist das Hammerwerk von Carl und Richard Tillmanns zu Clarenbach am großen Bach erwähnt mit 12 bis 15 PS. Sie werden auch die letzten Besitzer gewesen sein; Luftaufnahmen von 1924 zeigen auch keinen Hammerteich mehr, obwohl die Reste erst 1970 zugeschüttet worden sind. Alte Haddenbacher erinnern sich noch an den verlandeten Obergraben mit dem Teich; er war der Haddenbacher Jugend als Badeteich sehr willkommen. Der Obergraben kam praktisch unter der Haddenbacher Straße her, wo die kleine Brücke kurz vor der Firma Peiseler (Luftbild unten) den Bach freigibt. (aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid – von Gerstau bis Haddenbach –,herausgegeben von Günther Schmidt, Druck und Vertrieb Paul Hartgen GmbH + Co. KG, Lennep)

Klage gegen alleinigen Anspruch der Schleiferzunft

Blick auf die Frontseite des Sirachskotten 1936. Foto: HIZ Remscheid

Hinter dem Bärenhammer, an der gegenüberliegenden Talseite  des Bärensiepens, liegt im Diepmannsbachtal der Sierachskotten. Er war nachweislich schon 1607 in Betrieb, ist aber vermutlich älter, denn Rentmeister Karsch berichtet in seinen Unterlagen von einem Doppelkotten, der lange vor 1600 gegründet worden war. Vor 1597 hatte der Stursberger Hof vier Brüder zu berücksichtigen. Diese Erbteilung brachte dem Theiß Stursberg den Sirachskotten; Bernd Stursberg hatte den neben dem Kotten des Peter Stursberg vom Goldenberg gelegenen Schleifkotten geerbt, dem er eine Hammeranlage zufügte. Diese Hammer-Kottenanlage betrieb sein Sohn Allof, wobei dessen um 1600 geborener Sohn Sirach den noch heute gebräuchlichen Namen hinterlassen hat. Der vierte Sohn hatte die Landwirtschaft und das Haupthaus geerbt. Alle Stursbergs waren Messermacher und betrieben die kombinierten Hämmer und Schleifkotten, die zu dieser Zeit recht selten waren, da die Zünfte argwöhnisch das Schmieden vom Schleifen trennten.

Am Sirachskotte im Diepmannsbachtal,  oben die Fa. Dowidat. Repro: HIZ RemscheidÄhnlich wie bei den Sichelschmieden und typisch für Lüttringhausen und Lennep, wo die Entwicklung der Messermacher anders verlief als in Remscheid und Solingen, hatten die Kotten zwei Wasserräder. Eines bewegte den Hammer, das andere bewegte den Schleifstein. Stursberg berichtet in seinem Buch "Geschichte des Metzmacherhandwerks" 1959, dass in Lüttringhausen und Ronsdorf die verschiedensten Arten von Tisch- und Klappmessern, die im 16. Jahrhundert immer mehr in Mode kamen, gefertigt wurden. Im Gegensatz zu Solingen, wo in erster Linie Blankwaffen, Schwerter, Degen, Dolche und Stechmesser zum Privileg der Schwertschmiede und Schwertfeger gehörten, zählten die Messermacher zu dem "Klein-Metzmacher-Handwerk" und wurden in Zeiten der Hochkonjunktur von den Solinger Bruderschaften geduldet.

Das Innenleben der Schleifere.i Foto: HIZ RemscheidIn der Mitte des 16. Jahrhunderts erstrebten die Messermacher ebenfalls eine Zwangsinnung mit Handwerksordnungen und erhielten gegen den Widerstand der alten Bruderschaften am 14. Januar 1571 das langersehnte Privileg zuerkannt. Lüttringhausen wurde Nebenquartier, bekam jedoch gegenüber den Solinger Zunftbrüdern die Erlaubnis, eigene Klopfhämmer und Schleifkotten anzulegen, und musste nicht die geschmiedeten Klingen einem Härter und Schleifer zur Weiterverarbeitung gegen Lohn übergeben.

Der Sirachskotten nannte sich in früheren Zeiten auch Stursberger Kotten, Teufelskotten, Jacobs Kotten, Hordenbachskotten, Heidmannskotten und Hasencleverskotten. 1607 gehörte ein Kotten dem Theißen zu Stursberg, er lag neben dem Kotten des Peter am Goldenberg, also am gleichen Teich.  1623 geht der Hammer an Allof zu Stursberg. 1656 übernahmen ihn seine Söhne Nolze und Zens und brachten ein zweites Schleifgeläuf an. Nolze verstarb 1670, und 1676 vererbte sein Bruder Zens den Hammer an seinen Schweigersohn Clemens Jacobs. Dieser kam aus der Haddenbach und besaß dort auch schon einen Kotten.

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Ech dreh dän Schlüetel röm on kiek mech dann es öm

Der Hamerschmett vam Gockelshamer

Ech sin der Hamerschmett vam Gockelshamer
on wäll dat Stohl on Iser all obpi´en.
Mien Hamer schli´et dat all su fast tesamen,
ki´en Peät ritt dat zelewen wi´er utri´en.
Wenn do der Fonke flüht,
ech no der Hette griep.

On i´enen Schwupp, dann fängt der Hamer
ahn.
Ech denk dann an mien Hannchen,
Zuckerhannchen an der Beek.
Ech kann guot Recken, Plätten, Bredden,
Schle´iten,
et kann do sin on hetten wie et well.
On wenn ech plester schwatt wär em
Gese´iten,
mien Hamer feuert en dän Krom eren.
Wenn och der Fonke flüht,
ech no der Hette griep.

On i´enen Schwupp, dann fängt der Hamer
ahn.
Ech denk dann an mien Hannchen,
Zuckerhannchen an der Beek.
On wenn ech schweng dän schworen
Rebbenkusen,
dann driewen mir die Drohpen duorch dän
Baht.

On gött sech mienen Hamer drop an´t Fuhsen,
wüöt mir dat Hemden op miem Röckstrang
naht.
Wenn ech däm Schöttjong nuck,
dann gött et i´enen Ruck:
Dat Water ruhscht, der Hamer fängt wi´er ahn.
Ech denk dann an mien Hannchen,
Zuckerhannchen an der Beek.
On schli´et et Meddag, knorrt der Magen,
schuw ech die Hette noch es en dat Füör -
Mien Hannchen kömmt me´m Ehten ahntedragen:
Vir setten us dann allbeds vörr die Düör.

On wat mien Hannchen backt,
mir stets am besten schmackt.
Der Schöttjong röppt, der Hamer fängt wi´er
ahn,
dann sett ming Frau, mien Hannchen
Zuckerhannchen an der Beek.
On wenn die Owessonn es lang verschwunden,
ställ ech die Waterräder stell,
mak durch dän Hamer dann noch es die
Runde,

on beng mir flöck mien wöllen Halsduok öm.
Ech dreh dän Schlüetel röm
On kiek mech dann es öm.
Do senn ech fupp mien Hannchen an der Beek.
Ech küß mien Hannchen, Hannchen,
Zuckerhannchen an der Beek.

(Aus „Die Morsbach, Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid“ von Günther Schmidt, einem 1999 erschienenen Bildband zum 630-jährigen Bestehen einer der ältesten Remscheider Hofschaften. Mit freundlicher Genehmigung des Autors.)