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Klares Zeichen gegen Rassismus und Faschismus

Über die sozialen Medien (Facebook etc.) hatte Remscheid Tolerant e.V. am Freitagabend die Bürgerinnen und Bürger von Remscheid eingeladen, am Sonntagabend auf dem Rathausplatz der unschuldigen Opfer der rassistischen Terrortat in Hanau zu gedenken – Gökhan Gültekin, Ferhat Ünvar, Hamza Kurtović, Mercedes K., Sedat Gürbüz, Kalojan Welkow, Fatih Saraçoğlu, Bilal Gökçe, Said Nessar El Hashemi und einer namentlich noch unbekannten Frau –, die aufgrund der faschistoiden Überzeugungen eines Rechtsextremisten hatten sterben müssen. Es sollte ein deutliches öffentliches Zeichen gegen Rassismus und Faschismus werden. Und das wurde es auch: Teilnehmer schätzten die Zahl der Anwesenden auf rund 500. Die Polizei sprach im internen Funkverkehr sogar von 500 bis 700 Remscheidern vor dem Rathaus, wie ein Beamter dem Waterbölles nach der Veranstaltung sagte. Dabei hatten zunächst heftige Sturmböen und Starkregen dafür gesorgt, dass der Mahnwache bis zwei Stunden vor Beginn eine Absage drohte. Doch der Vorstand von Remscheid Tolerant hatte gut daran getan, sich auf den Wetterbericht zu verlassen: Es war trocken, und auch der Wind hatte nachgelassen, als Anne Marie Fassbender, die Vorsitzende von Remscheid Tolerant, die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger gestern um 19 Uhr von der Rathaustreppe aus begrüßte, die mit Tee- und Grablichtern und Blumen erschienen waren.

Zu Wort kamen an diesem Abend neben Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz auch der  Journalist Horst Kläuser,  die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Alexa Bell, Christine Krupp, der Fraktionsvorsitzende der Remscheider Linken, Fritz Beinersdorf, und die Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Remscheid, (in dieser Reihenfolge, siehe nebenstehendes Video), ferner die Fraktionsvorsitzende der Remscheider Grünen, Beatrice Schlieper. und der stellvertretende Vorsitzende von Remscheid Tolerant, Sascha von Gerishem. Schlieper brachte die politische Lage in Deutschland auf den Punkt, indem sieaus der AfD-kritischen Büttenrede von Sitzungspräsident Andreas Schmitt („Obermessdiener“) in der Karnevalssitzung „Mainz bleibt Mainz wie es singt und lacht“ zitierte: "Wir leben hier zusammen, die Demokratie wird triumphieren, dieses Land werdet ihr niemals regiere!"

Mahnwache gestern auf dem Remscheider Rathausplatz. Sorry für die schlechte Bildqualität aufgrund der Lichtverhältnisse und für den leider teilweise unsyncronen Ton. Aber der Ton selbst, der passt!

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz hatte für den Anfang seine kurzen Rede ein eindringliches Gedicht gewählt:

„Bei Hitlers brennt noch Licht.
Es ist nie ganz erloschen,
nur eine kurze, ruhige Zeit war's Fenster fest verschlossen.
Nur ab und zu, ganz schüchtern fast, kaum hörbar, ein Gewisper
Man nahm's kaum wahr und dachte sich: „Was soll’s, da ist noch Licht an.“
Bei Hitlers brennt noch Licht – jetzt treten sie ans Fenster.
Jetzt sieht man sie, jetzt hört man sie.
Das sind keine Gespenster.
Ganz stolz und lautstark stehn sie da, entzünden und krakeelen,
Und ihre Drohung ist ganz klar: „Wir gehen wieder wählen".
Bei Hitlers brennt noch Licht,
Vernunft wo bist du? Wo?
Komm raus und hilf, und schallt es aus.
Sonst brennt es lichterloh.“

Liebe Remscheiderinnen und Remscheider, das ist ein Gedicht von Simon Pearce. Und es wird immer aktueller. Ein Rechtsradikaler ermordet in Hanau neun Menschen, danach seine eigene Mutter. Ich bin wie viele entsetzt über diese Morde. Viele Menschen, so auch heute hier, zeigen ihre Verbundenheit mit den Opfern und deren Angehörigen. Dafür bin ich sehr dankbar. Entsetzt bin ich aber auch über die Reaktion aus der rechten Ecke. Da wird relativiert, der Täter als lediglich geisteskrank bezeichnet, eine Verbindung zu rechten und faschistischen Strömungen vehement bestritten. Aus Sicht dieser Demagogen ist das nachvollziehbar: sie wollen nicht als das überführt werden, was sie sind. Sie sind die geistigen Brandstifter solcher Taten. Wer tagtäglich gegen Menschen anderer Herkunft, anderer Religion, anderer Lebensausrichtung hetzt, ist mitverantwortlich dafür, was in Hanau geschehen ist, was auch in Halle geschehen ist.

Liebe Remscheiderinnen und Remscheider, vor einigen Tagen wurde ich von dem Rechtsanwalt einer rechten Partei, die auch in unserem Stadtrat sitzt, aufgefordert, die Respekt-Schilder hier am Rathaus abzunehmen. Ich verstoße, so u.a. das Schreiben, gegen das Neutralitätsgebot. Sollte ich dies bis zum 4. März nicht tun, so formuliert der Anwalt, werde er seinem Mandanten raten, verwaltungsgerichtlichen Rechtsschutz zur Entfernung der Schilder in Anspruch zu nehmen. Es läge somit auch in meinem Interesse, die Schilder nunmehr kurzfristig zu entfernen.

Meine Antwort: natürlich bleiben die Schilder hängen. Natürlich werde ich in diesem Haus weiterhin Respekt einfordern, natürlich werde ich mich weiterhin gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus einsetzen. Diese Stadt ist und bleibt bunt, vielfältig, friedlich und stolz auf das gute Miteinander. Dafür werde ich, dafür werden wir auch weiterhin einstehen. Und ich werde gemeinsam mit Ihnen und euch auch dafür einstehen, dass die Menschen, die nach Remscheid aus anderen Ländern eingewandert sind - sei es vor mehreren Generationen, sei es in den letzten Jahren - unsere Stadt, unser Land als das ihre erleben.

Da ich auf der Internetseite dergleichen Partei, deren Anwalt mich aufgefordert hat, die Schilder abzunehmen, nicht nur Herr Behrendt kritisiert worden ist, sondern auch ich für meine Rede bei der Altweiberfeier hier im Haus und man mir nachsagte, ich habe offenbar zu viel getrunken, wiederhole ich -genauso nüchtern wie am Donnerstag- diese kritisierten Sätze erneut: Genauso wenig wie ich braune Flecken an der Hose mag, mag ich braune Leute im Rat."

Auch der Fraktionsvorsitzende der Linken, Fritz Beinersdorf, ergriff das Wort: “Die rassistischen Morde in Hanau sind schrecklich und widerwärtig. Das Leid, das den Angehörigen und Freunden der Ermordeten zugefügt wurde, ist kaum vorstellbar. Meine Gedanken sind bei den Ermordeten und bei den Hinterbliebenen, denen ein rassistischer Mörder einen Teil ihres Lebens geraubt hat.

Alles, was wir bislang wissen, fügt sich in eine widerwärtige Reihe: Die NSU-Morde, der Mord an Walter Lübcke, der antisemitische Terror in Halle, Hanau. Neu ist das nicht, ich denke an die Blutspur von Rostock, Mölln, Hünxe und Solingen. Menschen, die vermeintlich "fremd" sind, müssen in Deutschland auch hier in unserer Stadt Angst um ihr Leben haben. Das darf nicht sein!

Unsere Demokratie ist von rechtem Hass bedroht, von menschenverachtenden Rassisten und ihren politischen Stichwortgebern, von Relativierern, die rechte Gewalt nicht klar benennen und verurteilen können. Wir alle sind aufgefordert, nicht zur Tagesordnung überzugehen, sind gemeinsam aufgefordert, uns entgegenzustellen: im Stadtrat, auf der Straße, bei der Arbeit, auf dem Fußballplatz, überall. Lübcke, Halle und Hanau und die unzähligen rassistischen Ausfälle, die jeden Tag stattfinden, erfordern entschlossenes Handeln des Rechtsstaates und das Aufstehen aller Demokraten. Handeln wir entschlossen und gemeinsam. Klare Kante gegen Hass und Rassismus!“

Wochenrückblick vom 17. bis 23. Februar 2020

Buch zur Geschichte des Mollplatzes (1830 – 1970)

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Am Mollplatz in Lennep, das heute ein Stadtteil von Remscheid ist, spiegelt sich die Geschichte der ehemaligen Kreisstadt im 19. und 20. Jahrhundert wieder. Die Bebauung am Mollplatz entstand erst nach den Freiheitskriegen 1813 bis 1815, als in Lennep der mittelalterliche Stadtwall überflüssig und deshalb eingeebnet wurde. Lennep wuchs damals aus seinem historischen Stadtkern, der heutigen Altstadt innerhalb der Wallstraße, heraus, die ehemaligen Stadttore wurden abgebrochen und für die Pflasterung der neu entstehenden Umgehungsstraßen benutzt. Nördlich der Altstadt entstand in Lennep auf diese Weise die Poststraße, die mit ihrem östlichen Teil in den heutigen Mollplatz mündet.

Der „Berliner Hof“ und das gegenüberliegende Gebäude des „Parlaments“ von 1848/49 zählten bis ins zwanzigste Jahrhundert zur Poststraße, einen Platz im heutigen Sinne gab es lange Zeit noch nicht. Als im Jahre 1889 das Kaiser- und Kriegerdenkmal entstand, hieß dieses lange Zeit noch „Denkmal an der Poststraße“. Der „Kaiserplatz“ der wilhelminischen Zeit wurde nach dem ersten Weltkrieg zum Andenken an eine wichtige Lenneper Familie zum „Mollplatz“ demokratisiert. Der Kaiser selber wurde 1935 auf den Hohenzollernplatz an der Ringstraße versetzt und später aus „ kriegswichtigen“ Gründen eingeschmolzen.

Die Poststraße und der Mollplatz waren lange Zeit vor der Entstehung der Schillerstraße und der Rotdornallee der eigentliche Villenbezirk in Lennep, fortgesetzt durch den Thüringsberg und die Wupperstraße. Alles was Geld, Rang und Namen hatte, baute hier seine Häuser, u. a. die verschiedenen Zweige der Familie Hardt. Als es in den 1960er Jahren an die „Verbreiterung der Poststraße“ ging, war dies nur der Anfang einer völligen Umgestaltung zwischen Post-, Garten- und Lüttringhauser Straße. Zehn Jahre später folgte der bloßen Straßenverbreiterung der totale Abriss zahlreicher geschichtsträchtiger Häuser auf diesem Areal, darunter die Hardtvilla Poststraße 9, die frühere „Polizei“ und die Gebäude der ehemaligen Poststation. Alle diese Häuser waren zwischen 1820 und 1850 entstanden. Die neu hochgezogenen Wohnmaschinen erinnern heute durch die Bezeichnung „Wohnen im Park“ noch an die vergangenen Zeiten.

Mein Lennepbuch erschien zuerst im Jahre 2005 im Erfurter Sutton Verlag und umfasst 96 Seiten. Es war in Lennep zunächst schnell vergriffen und wurde mehrfach nachgedruckt. Zur Jahreswende 2005/2006 gab es im Lenneper Tuchmuseum eine vielbeachtete Ausstellung, präsentiert vom Bergischen Ring. Die Ausstellungseröffnung bot auch ein Erzählcafé zum Thema Mollplatz, an dem sich eine große Anzahl Lenneper Bürger lebhaft beteiligte. Im Buch gehe ich zunächst anhand meines heute verschwundenen Vaterhauses der Geschichte an Poststraße und Mollplatz im Zeitraum ca. zwischen 1830 und 1970 nach. Dabei weitet sich der Blick auf die Geschichte des gesamten Areals. Die bauliche Entwicklung wird in den Rahmen von Kultur und Gesellschaft gestellt. Namen tauchen auf, deren Träger in Lennep und Umgebung Geschichte gemacht haben. Dazu gehören nicht nur die Hardt, Hölterhoff, Hilger und Moll, sondern am Mollplatz auch die Fabrikantenfamilien Springmann, Karsch, Walter, Strohn und Mühlinghaus, die verschiedenen Besitzer des „Berliner Hofs“ und die Bauunternehmerfamilie Schmidt, deren großes, altes bergisches Haus 1971 abgerissen wurde. Der Denkmalschützer Michael Metschies schrieb damals: "damit ist nur noch die südliche Seite des historischen Mollplatzes intakt."

Das Buch ist keine historisch-wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein Bilderbuch, das in 120 zumeist zuvor unveröffentlichten Fotos, Postkarten und sonstigen Abbildungen alle Lenneper und ihre Besucher zu einer spannenden Zeitreise einlädt. Die heimische Künstlerin Claudia Reichelt gestaltete dafür eigens drei Bleistiftzeichnungen. In diesem Bildband kann sich noch so mancher Lenneper am Mollplatz selbst wieder entdecken, u. a. als kindlicher Zuschauer beim Abtransport des Kaiserstandbilds im Jahre 1935, oder er erinnert sich an die Tanzstundenzeit im „Berliner Hof“. Zu den Bildern gesellen sich in einem Textanhang authentische Augenzeugenberichte aus den verschiedensten Zeiten, u.a. vom Bombenangriff der Alliierten Dezember 1944 bis hin zur Zeit der Häuserabrisse Anfang der 1970er Jahre. Eine kommentierte Zeittafel fasst anhand der Geschichte des Hauses Mollplatz 7, heute steht da der Wohnkomplex Lüttringhauser Straße 2, die ca. 200-jährige Geschichte des Mollplatzes zusammen. Das Buch ist außer im Buch- und Antiquariatshandel in Lennep noch im Tuchmuseum, im Lennepladen in der Wetterauer Straße oder auch über mich erhältlich, außerdem in den meisten bergischen Bibliotheken.

Arbeit mit neuer Kraft für die GuB Pferdestall

von Tina Horky

Rund 120 engagierte Schülerinnen und Schüler aus ganz NRW kamen am vergangenen Montag und Dienstag zur 8. regionalen „Lernstatt Demokratie“ in Hamminkeln zusammen. Diese wird alljährlich vom Wettbewerb „demokratisch handeln“ veranstaltet und ruft Kinder und Jugendliche dazu auf, sich für Demokratie zu engagieren. Insgesamt beteiligten sich diesmal 46 von 66 Projekten an der Lernstatt. Darunter war auch die Geschichts-AG des Remscheider Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums mit ihrer Initiative zur Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid (GuB). Klaus Blumberg, Leiter der AG: „Bereits 2019 waren unsere Schülerinnen und Schüler von dem Konzept der Lernstatt begeistert und konnten wertvolle Erfahrungen sammeln. Als wir dann mit dem Hildegard-Hamm-Brücher Förderpreis ausgezeichnet wurden, war schnell klar: Wir bewerben uns wieder!“.

Bei dieser Gelegenheit hatte das demokratisch handeln-Team um Regionalberater Michael Ridder angefragt, ob nicht zwei SchülerInnen aus Remscheid die Lernstatt moderieren könnten. Und so hatte die AG Francesco Lo Pinto (Abitur 2019) und Laima Nolte (EF) als Moderatoren nach Hamminkeln geschickt. Luca Marie Linden (EF) durfte dort die Idee der GuB Pferdestall sowie den diesjährigen Schwerpunkt der Ausstellung mit dem Thema „verfolgt – verurteilt – fast vergessen“ Ministerialdirigentin Susanne Blasberg-Bense vom Schul- und Bildungsministerium NRW vorstellen.

Am 27. Und 28. Februar findet die Jury-Sitzung bestehend aus LehrerInnen, SchülerInnen, ProfessorInnen und anderen Mitgliedern in Jena statt. Dann wird entschieden, welche 50 Projekte aus ganz Deutschland zur Bundeslernstatt nach Berlin anreisen dürfen. Für die Geschichts-AG ist klar: nach dieser Lernstatt gehen sie mit positiver Energie und neuer Kraft ans Arbeiten in der GuB Pferdestall.

Drei historische Persönlichkeiten auf Werbetour

Weitere Angebote:

In diesem Jahr feiern gleich drei historische Persönlichkeiten aus dem Bergischen ihren Geburtstag. Anna von Kleve, die als Tochter des Herzog Johann III von Jülich, Kleve und Berg als vierte Ehefrau des englischen Königs Heinrichs VIII nicht nur in die Bergische, sondern auch in die englische Geschichte einging, wäre in diesem Jahr 505 Jahre jung geworden. Etwas jüngeren Alters ist Friedrich Engels, der in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag hätte feiern können und der gemeinsam mit Karl Marx das Kommunistische Manifest verfasste. Und mit 175 Jahren ist Wilhelm Conrad Röntgen, der 1895 die nach ihm benannten Strahlen entdeckte, der jüngste im Bunde der bergischen Drei. Um diese Persönlichkeiten zu würdigen, hat der Bergisches Land Tourismus Marketing e.V. drei Pauschalen entwickelt, die den Gästen des bergischen Städtedreiecks das Leben und Wirken von Anna von Kleve, Friedrich Engels und Wilhelm Conrad Röntgen näher bringen sollen. Auf einer kleinen „Geburtstagsfeier“ wurden die neuen touristischen Angebote gestern in Haus Müngsten vorgestellt. Die drei Geburtstagskinder (verkörpert von Anna Gebuhr, Jürgen Holzhauer und Harald Blondrath ) schnitten gemeinschaftlich die Geburtstagstorte an. Nächste Woche werden sie auf Reise- und Campingmesse in Essen auf Werbetour gehen, Im März auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin.

Auf den Spuren einer
britischen Königin

Anna von Kleve wurde im Jahr 1515 als eines von vier Kindern Herzog Johannes III. von Jülich-Kleve-Berg in Düsseldorf geboren. Sie wuchs in der Obhut ihrer Mutter Maria auf Schloss Burg auf. Ihre Erziehung war wohl eher konservativ geprägt. Dies entwickelte sich zu einem Manko, als sie im Jahr 1540 mit Heinrich VIII. von England verheiratet wurde. Ihr waren die höfischen Sitten und Gebräuche kaum bekannt und des Englischen war sie auch nicht mächtig. Daher war der aus politischen Gründen arrangierten Ehe auch keine Zukunft beschert und bereits nach 6 Monaten wurde diese wieder annulliert. Anna blieb aber in England und verbrachte die nächsten 17 Jahre bis zu ihrem Tod am 16. Juli 1557 hoch angesehen auf der Insel. Sie wurde in der Westminster Abbey bestattet.

Das erwartet Sie:
Die Reise "auf den Spuren einer britischen Königin" beginnt im Brückenpark Müngsten. Zu Beginn können Sie sich im Haus Müngsten mit einer Kleinigkeit stärken und treten von dort die Wanderung zum Solinger Ortsteil Unterburg an. Mit der vorab erhaltenen Wanderkarte, werden Sie den Weg problemlos finden. Unterwegs bieten sich Ihnen wunderbare Einblicke auf die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands sowie auf das idyllische Tal der Wupper. In Unterburg angekommen, befördert Sie die Seilbahn zu dem Ort, an welchem Anna von Kleve aufwuchs - Schloss Burg. Alternativ können Sie auf die Fahrt mit der Seilbahn verzichten und über einen gewundenen Wanderpfad ("Burgstiege") den Berg zu Schloss Burg erklimmen. Nach Ihrer Besichtigung der Burg fahren Sie mit der Seilbahn zur Talstation und haben die Möglichkeit von der Bushaltestelle "Solingen-Burg Brücke" mit der Freizeitlinie 687 (bitte beachten: Betrieb nur Samstag, Sonn- und Feiertag) zurück zum Brückenpark zu gelangen.Oder t Sie nehmen den schönen, aber anstrengenden Abstieg zum Haus Müngsten über die "Wupperberge".

Leistungen:
- Verzehrgutschein Haus Müngsten
- Wanderkarte
- Eintritt auf Schloss Burg
- Hin- und Rückfahrt mit der Seilbahn
- Busfahrt von Unterburg nach Müngsten
Preis: 23,50 € pro Person

Ein Gespenst geht um
in Europa

Friedrich Engels war Vieles: Textilunternehmer, Philosoph, Kommunist, Journalist und Lebemann. Besonders hervorzuheben ist die große Sonderausstellung „Friedrich Engels – Ein Gespenst geht um in Europa“ des Historischen Zentrums Wuppertal in der Kunsthalle Barmen (Geschwister-Scholl-Platz 4-6) vom 29. März bis zum 20. September 2020. Ein weiteres Programm-Highlight ist der 200. Geburtstag am 28. November 2020. An diesem Tag wird nicht nur Engels Geburtstag gefeiert, sondern auch die Wiedereröffnung des Engels-Hauses.

Das erwartet Sie:
Nach Ihrer individuellen Anreise beziehen Sie Ihr Zimmer, im Fachwerk Hotel. Nach dem Check-In erwartet Sie Wuppertal mit vielen Möglichkeiten, wie z.B. Museen und Kultureinrichtungen, oder auch die vielfältigen Einkaufs- und Einkehrmöglichkeiten. Mit der Schwebebahn können Sie sich flexibel zwischen den Stadtteilen Wuppertal-Barmen und Wuppertal-Elberfeld bewegen.
Den Abend können Sie im Wuppertaler Brauhaus, mit einem Abendessen und einem „ENGELS BRÄU“ (s. Foto), ausklingen lassen. In der Kunsthalle Barmen erwartet Sie am nächsten Tag die Sonderausstellung „Engels – Ein Gespenst geht um in Europa“ (29.03.2020 – 20.09.2020).

Leistungen:
- Übernachtung im Fachwerkhotel
- Eintritt Sonderausstellung "Engels, ein Gespenst geht um in Europa"
- Kleines Geschenk zum Thema Engels
- Informationsmaterial zum Engelsjahr
Preis: ab 71,-€ pro Person im Doppelzimmer

Übernachten in
Röntgens Geburtsstadt

Es war eine der großen Sternstunden der Menschheit, als Wilhelm Conrad Röntgen (1845-1923) am 8. November 1895 in Würzburg eine neue Sorte von Strahlung entdeckte, die in der Folge weltweit Wissenschafts- und Alltagsgeschichte geschrieben hat und bis heute schreibt. Röntgen wurde am 27. März 1845 in Lennep als Spross einer Tuchhändlerfamilie geboren. Sein Name und seine Strahlen wurden weltberühmt. Am 10. Dezember 1901 erhielt er für die Entdeckung und Erforschung der nach ihm benannten Röntgenstrahlen den ersten Nobelpreis für Physik.

Das erwartet Sie:
Reisen Sie pünktlich zu Ihrem 3-Gang Menü, im 4-Sterne Dorint-Hotel Remscheid, an. Ab 18.00 Uhr können Sie im Hotelrestaurant „MAHLzeit“ Ihr 3-Gang Menü genießen und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Nach einer erholsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück (Mo. – Sa. 06:00 – 10:00 Uhr; So. 07:00 – 11:00) starten Sie von der nahegelegenen Bushaltestelle „RS-Lennep Jägerwald“ mit der Buslinie 655 (Richtung „Badeparadies H2O“) direkt bis zum Deutschen Röntgen-Museum (Ausstieg: Bushaltestelle „RS-Lennep Röntgenmuseum“). Im Museum angekommen erwartet Sie eine spannende Erfahrungs- und Erlebnisreise in die Welt der nach seinem Entdecker benannten Röntgenstrahlen. Nach ihrem Besuch können Sie auf dem Rückweg zu Ihrem Hotel, den historischen Ortskern Lennep auf eigene Faust erkunden. Unweit befindet sich der Bahnhof-Lennep, wenn Sie mögen, beginnt dort Ihre Rundwanderung, um die Geburtsstadt von Wilhelm Conrad Röntgen aus einem anderen Blickwinkel kennenzulernen und die Eindrücke des Tages auf sich wirken zu lassen. Am Ende Ihrer Wanderung bietet sich das der Wanderstrecke gelegene Hotel-Restaurant „Wuppertaler Hof“ zur Einkehr an.

Leistungen:
- Übernachtung im 4-Sterne "Dorint Hotel" inkl. Frühstück
- 3-Gang-Menü am Abend der Anreise
- Busfahrt zum Deutschen Röntgen-Museum
- Eintritt Deutsches Röntgen-Museum
- Wanderkarte "Rundwanderwege"
Preis: ab 85€ pro Person im Doppelzimmer

Wochenrückblick vom 10. bis 16. Februar 2020

 

Vor 75 Jahren: Remscheider floh aus Arnsberger Knast

von Armin Breidenbach

Nach einer 1935 vom Reichsjustizministerium herausgegebenen Broschüre mit dem Titel „Das Gefängniswesen in Deutschland“ gab es am 29. Juni 1935 im Deutschen Reich 1.143 Vollzugsanstalten aller Arten und Größen, die insgesamt über eine Belegungsfähigkeit für etwa 107.000 Gefangene verfügten. Einige dieser Strafanstalten werden auch in einer vermutlich in den 1960er Jahren von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), Kreisvereinigung Remscheid, erstellten „Liste mit den Namen von - meist aus Remscheid stammenden - NS-Verfolgten bzw. -Opfern“ genannt. Diese Liste ist jedoch nicht vollständig, wie Recherchen der letzten Jahre eindeutig ergeben haben, dies gilt sowohl für die Zahl der verfolgten Remscheider Bürgerinnen und Bürger als auch für die Zahl der Haftorte.

Nicht aufgeführt in der VVN-Liste ist beispielsweise das Landgerichtsgefängnis in Arnsberg, dessen Grundstein bereits am 3. August 1833 gelegt worden war. Im Hof dieses Gebäudes, das am 21. Juli 1836 in Dienst gestellt wurde, wurden auch Hinrichtungen vollstreckt, die letzte im Jahre 1934 „wegen Vergiftung der Ehefrau“. In dem Gefängnis, das bis 1970 genutzt wurde, waren bis zu 70 Gefangene untergebracht.

Im „Dritten Reich“ waren im Landgerichtsgefängnis Arnsberg auch zahlreiche politische Gefangene inhaftiert, darunter nach derzeitigem Forschungsstand auch mindestens vier Remscheider: Willi Busch, Carl Albert Freidhof, Paul Schumacher und Walter Frielingsdorf. Zumindest bei den drei Erstgenannten steht fest, dass sie am 12. Januar 1945 vom Gerichtsgefängnis Wuppertal aus in das Gefängnis Arnsberg eingeliefert wurden.

Der Schleifer Willi Busch, 1907 in Detmold geboren und nach eigenen Angaben ehemaliges Mitglied der SPD, war am 16. August 1944 wegen Wehrkraftzersetzung festgenommen und in das Polizeigefängnis Remscheid eingeliefert worden. Sieben Tage später wurde er von dort in die Untersuchungshaftanstalt Wuppertal überstellt. Anschließend wurde er am 12. Januar 1945 in das Landgerichtsgefängnis Arnsberg überführt. Nachdem der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben worden war, wurde Willi Busch am 22. Januar 1945 von dort entlassen.

Als am 9. Februar 1945 bei dem Luftangriff auf Arnsberg zahlreiche Personen getötet wurden, befanden sich unter diesen Opfern auch mindestens fünf Häftlinge des dortigen Landgerichtsgefängnisses. Neben den Wuppertalern Wolfgang Weyl und Georg Emil Wiegand zählten unter anderem auch zwei Remscheider, Carl Albert Freidhof und Paul Schumacher, zu diesen Opfern.

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Eine alte Postkarte von Wirt August Kopf?

Repro Lenneparchiv Schmidt

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Unter meinen historischen Fotos zum Alten Markt in Lennep und fand ich die die nebenstehende Ansichtskarte, deren Original seit mehreren Jahren im Remscheider Stadtarchiv aufbewahrt wird. Im Jahre 2002 erstand ich, wie vielen interessierten Lennepern noch bekannt ist, von dem altvorderen und inzwischen verstorbenen Lennepsammler Bernhard Koch für mehrere tausend Euro ein großes, vielschichtiges Lennepkonvolut mit den unterschiedlichsten Einheiten an originalen Dokumenten, darunter eine Ansichtskartensammlung, die mit der finanziellen Hilfe der damaligen Lenneper Altstadtfreunde, die sich gerade auflösten, an das Remscheider Historische Zentrum / Stadtarchiv gespendet werden konnte.

Als Mitglied der nunmehr ebenfalls historischen Lenneper Altstadtfreunde hatte ich diesen Teil meiner Lennepbestände zuvor digitalisieren lassen, nicht etwa nur die schönen Bildseiten der Ansichtskarten, sondern auch deren Adressseite, und zwar für spätere Forschungszwecke. In der Tat lassen sich ja auch den Adressseiten jede Menge historischer Informationen entnehmen: solche über die Absender, solche über die Adressaten, ggf. wer wann die Ansichtskarte produzierte, vielleicht sogar in Lennep, ob es sich um einen besonderen, evtl. heute wertvollen Spezialdruck handelte usw. Und nicht zu vergessen: in vielen Fällen kann man ja auch am Stempel erkennen, wann eine solche Ansichtskarte abgeschickt wurde, in früheren Zeiten wurde ja sogar die Ankunft am Postamt des Bestimmungsortes per Stempel beglaubigt und ein schuldhaft verzögertes Austragen der Post durch den Postboten mit Strafen seitens der hohen Postbehörde geahndet.

In meiner Schülerzeit am Röntgen-Gymnasium waren übrigens immer wieder Schüler in den Schulferien bei der Lenneper Post als Aushilfskräfte tätig. So auch ich, der Weg zum "Dienst" war für mich ja nicht weit, weil ich direkt gegenüber der damaligen Poststation wohnte, in dem uralten Haus der Familie gegenüber dem Berliner Hof. In den 1960er Jahren war das alte Postgebäude gegenüber dem Lenneper Bahnhof, in das ich als Kind oftmals an der Hand meines Vaters zum geschäftlichen Postfach mit genommen wurde, aufgrund seiner kriegsbedingten Baufälligkeit aufgegeben worden, man zog in den ehemals sog. Großen Saal des Berliner Hofs, und ich erinnere mich noch, dass an dem kleinen Nebeneingang vor dem Steinernen Haus an der Poststraße 8 vom Lenneper Bahnhof her über ein Treppchen die Geldkassetten angeliefert wurden. Die eigentlichen Postler machten sich dabei einen Spaß daraus, die dabei mitzuführende Pistole an die Aushilfen, also die Schüler oder jungen Studenten, zu geben. Stolz waren wir eigentlich nicht darauf, eher war es ein Witz, und gottseidank kam es seinerzeit zu keinem Überfall.

Auf der historischen Ansichtskarte sehen wir das ein schöne altbergische Haus, in dem in Parterre eine Wirtschaft untergebracht war. Ich erinnere mich noch gut, dass mitten in der Wirtsstube hinter dem treppenbewährten Eingang ein Billardtisch stand, man konnte da auch gegen Gebühr spielen, jedoch schärfte der damalige Wirt den nicht geübten Interessenten immer wieder ein, doch ja nicht den grünen Bezug mit dem Queue zu verletzen, dem langen, vorne leicht gerundeten Spielstock beim Billard. Es schien aber damals schon mehrere ungeübte Spieler vor Ort gegeben zu haben, denn meiner Erinnerung nach war der grüne Billardtischbezug niemals gänzlich unbeschadet.

Die Ansichtskarte zeigt das Gebäude um 1900, ganz genau kann man das nicht sagen, immerhin ist der auf der Adressseite angegebene Besitzer des Etablissements, Herr August Kopf, im Lenneper Adressbuch von 1903 verzeichnet, und zwar für das Haus Markt 4. Weiterhin wohnte dort der Kommis Berghaus. Links daneben, Markt Nr. 3, gab es damals die Drogen-, Farb- und Kolonialwarenhandlung Kuhn, die auf unserem heutigen Ansichtskartenfoto auch gut zu sehen ist, und rechts an der Marktecke zur Berliner Straße erkennt man das damalige Schuhgeschäft des Remscheider Schuhwarenhändlers Paul Hesse. Der "Gruß vom Berg. Hof, Lennep", wurde übrigens, wie es auf der Adressseite der Ansichtskarte heißt, am 19. 12. des Jahres 1913 in Lennep abgeschickt, und zwar an eine Frau Elly Jorgas in Köln-Ehrenfeld. Verfasst wurde sie von einem August ..., der außer herzlichen Grüßen auch fröhliche Weihnachtsfeiertage wünschte. Ob der Absender der damalige Wirt August Kopf war, wissen wir nicht, aber es könnte durchaus sein.

Wochenrückblick vom 3. bis 9. Februar 2020

 

1. deutsche Königin Englands lebte auf Schloss Burg

Pressemitteilung der Universität Wuppertal

Im Spätherbst 1539 machten sich 263 Personen und 228 Pferde von Düsseldorf aus auf den Weg ins ferne England, um König Heinrich VIII. seine vierte Frau zu überbringen: Anna von Kleve. Hierzulande ist sie fast in Vergessenheit geraten. Doch die Herzogin von Jülich-Kleve-Berg war die erste Königin auf dem englischen Thron, die aus dem heutigen Deutschland stammte – und bis heute die einzige aus dem Bergischen Land. Dr. Georg Eckert, Historiker in der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften der Bergischen Universität, kennt ihre Geschichte. Von ihr und vor allem über die Umstände, die die bergische Tochter auf die Insel führten, berichtet er in der aktuellen Bergischen Transfergeschichte.

Viel ist über die Herzogin nicht überliefert. Aber: „Wir wissen, sie war für ein halbes Jahr englische Königin und sie war die zweitälteste Tochter eines im Reich und in ganz Europa wichtigen Akteurs – Johann III., Herzog von Jülich-Kleve-Berg. Die Herzöge von Jülich-Kleve-Berg hatten eine konfessionelle und politische Schlüsselposition im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Das Herzogtum“, so Eckert, „rahmte das katholische Erzbistum Köln und grenzte an die reformierten späteren Niederlande. Und es lag am Rhein, also entlang eines strategisch wie ökonomisch zentralen Stromes.“ Erkenntnisse über Anna von Kleve würden auf einer spärlichen Quellenlage basieren – wie es auch bei vielen Herrschergattinnen der Fall sei, erklärt Eckert. Seiner Ansicht nach seien die wenigen erhaltenen Zeugnisse mit Vorsicht zu genießen, da sie aus innenpolitischen Auseinandersetzungen in England resultierten oder von zweckgebundenen ausländischen Wahrnehmungen geprägt seien. „Immerhin sind sich alle darin einig, dass sie eine freundliche und zugewandte Person gewesen ist, die sich um ihre Bediensteten offenkundig gut gekümmert hat.“ 

Aber von vorn: Geboren 1517 in Düsseldorf, verbrachte Anna von Kleve große Teile ihrer Kindheit und Jugend auf Schloss Burg in Solingen. Unter der Obhut ihrer Mutter, Maria von Berg, genoss sie eine eher konventionelle Erziehung, in die noch kaum Ideale der Renaissance eingeflossen waren: Sprachen, die Bildenden Künste oder Musik spielten dabei kaum eine Rolle, auch höfischer Tanz nicht. Umso erklärungsbedürftiger, warum ein so kunstsinniger und weltgewandter Monarch wie Heinrich VIII. sein Interesse an Anna anmeldete: „Da spielt die Herkunft wieder eine entscheidende Rolle. Wir bewegen uns“, klärt Eckert auf, „in der dynastischen Heiratspolitik. Politische Bündnisse wurden durch Heiraten zwischen großen europäischen Adelsfamilien arrangiert und bekräftigt. Das sieht man bei Anna von Kleve ganz gut.“

Die Heiratspläne zeigten die enorme Bedeutung des damaligen Herzogtums Jülich-Kleve-Berg: „Eigentlich war Anna von Kleve bereits im Kindesalter dem französischen Herzog Franz I. von Lothringen versprochen. Ihre ältere Schwester Sibylle war mit dem Kurfürsten Johann Friedrich I. von Sachsen verheiratet. Das ist gewissermaßen Champions League in den Heiratsverbindungen“, sagt Eckert, der als Privatdozent Neuere Geschichte an der Bergischen Uni lehrt. „Heinrich VIII. brauchte damals starke Verbündete, aber das war nach der Hinrichtung seiner zweiten Frau, Anne Boleyn, einigermaßen problematisch.“

Der englische König suchte nach mächtigen Bündnispartnern, um sich gegen die gerade entstehende Allianz zwischen dem König von Frankreich und den Habsburgern zu behaupten, die nach der Annullierung der Ehe mit Katharina von Aragon (erste Frau Heinrichs VIII., Anm. d. Red.) ohnehin schlecht auf Heinrich zu sprechen waren. Zeitgleich wollte Annas älterer Bruder, Herzog Wilhelm V., seinerseits das soeben ererbte Herzogtum Geldern gegen Kaiser Karl V. behaupten. Hier überschnitten sich die Interessen. Zudem spielten mitten im Zeitalter der Reformation auch konfessionelle Hintergründe eine Rolle. Eine katholische Hochzeit war kaum denkbar – Heinrich VIII. hatte sich mit der Anglikanischen Kirche von der Kurie losgesagt und war 1538 zudem exkommuniziert worden. Mit seiner einstigen Polemik gegen Martin Luther hatte er jedoch auch dessen Anhänger gegen sich aufgebracht. „Der Kreis europäischer Hochadelsdamen, die als Gattinnen denkbar waren, war also einigermaßen eng. Aber Jülich-Kleve-Berg passte nahezu perfekt, die dortigen Herzöge fuhren einen Mittelkurs zwischen den Extremen: nicht strikt gegen den Papst, aber eben auch nicht für die Reformatoren“, erklärt Eckert.

Der König ließ seinen Hofmaler Hans Holbein den Jüngeren nach Düren reisen, um die Herzogstöchter Anna und Amalia zu portraitieren, beide potenzielle Ehepartnerinnen. Das Gemälde Annas, aufgrund dessen er sich für sie entschied, ist heute im Pariser Louvre zu bewundern. Doch wie es scheint hatte der Maler Annas Antlitz zu schmeichelhaft dargestellt. Vor allem aber dürften fehlende Kenntnisse der Herzogin über Rituale des englischen Tudor-Hofs zu einer zeremoniellen Panne geführt haben: „Heinrich war ein Mensch der Renaissance, der mit raffinierten Inszenierungen arbeitete. Er hat sich“, erzählt Eckert, „Anna nur verkleidet genähert. Er wusste, wen er umtänzelte – sie aber nicht. Vermutlich hat er eine andere Reaktion erwartet. Man muss sich die Szene wie eine kleine Theateraufführung vorstellen, deren Text alle Beteiligten kannten: nur eben Anna nicht.“ Die konnte ihren künftigen Gatten wohl gar nicht identifizieren und wandte ihm nach der Übergabe seines Geschenks den Rücken zu. Der König soll davon entsetzt gewesen sein, dass Anna längst nicht so schön war, wie auf Holbeins Porträt, und zog sich zurück, um sogleich die Eheschließung aufzuschieben.

Dieses Hadern dürfe man sich aber keinesfalls nur als männliche Laune vorstellen, gibt der Wissenschaftler zu bedenken: „Heinrich war schon Machtpolitiker genug, um zu wissen, dass man hochpolitische Vermählungsfragen nicht allein mit Blick auf hübsche Gesichter beantworten konnte. Auch seine folgende Abwendung von der künftigen Gattin dürfte eine Inszenierung gewesen sein. Zu deren Adressaten gehörten manche Engländer, die lieber erneut eine Engländerin als Königin gesehen hätten – wie Annas hingerichtete Vorgängerin –, gewiss aber auch das Ausland. Frei nach dem Prinzip ,Schaut mal, was ich so alles machen und mir erlauben kann‘.“

Aber ein kompletter Rückzug wäre politisch unklug, wenn nicht unmöglich gewesen. Also wurde die Ehe schließlich am 6. Januar 1540 in Greenwich geschlossen. Sie hielt ein halbes Jahr, nicht länger – wesentliche Ausgangsbedingungen der Ehe waren hinfällig geworden: Die bedrohliche Allianz zwischen dem habsburgischen Kaiser und dem König von Frankreich war geplatzt, in England hatten sich die Gewichte zu Ungunsten Annas verschoben – Thomas Cromwell, Mastermind der Eheschließung, wurde geköpft. Was passierte nun mit der ersten deutschen Königin auf dem englischen Thron? „Das Wichtigste zuerst: Sie wurde nicht hingerichtet“, berichtet Eckert schmunzelnd und weist auf die Erkenntnisse der Forschung hin: „Heinrich VIII. hat seine Gattinnen nicht seriell hingerichtet. Für die Exekution Anne Boleyns und Catherine Howards hatte er seine relativ zwingenden politischen Gründe; obendrein waren sie Engländerinnen, bei denen keine internationalen Verwicklungen drohten. Nach einvernehmlicher Annullierung der Ehe hat Heinrich deshalb Anna sehr gut ausgestattet, um die Verbindung zu Jülich-Kleve-Berg zu halten. Außerdem hatte ein Ehevertrag bestimmt, was ihr zustand. Diese gütliche Lösung signalisierte weiteren potenziellen Gattinnen: ,Vor mir muss man keine Angst haben‘. Heinrich wollte nach wie vor seine Dynastie absichern, durch weitere männliche Erben“, sagt Eckert. 

Anna zog sich auf ihren Landsitz zurück, blieb aber am Tudor-Hof hochgeachtet. „Bei der Krönung von Mary Tudor hat sie gemeinsam mit Elisabeth I. eine hervorgehobene Rolle gespielt: Für alle sichtbar, und sie war ja – von Heinrich selbst als ,beloved sister‘ (geliebte Schwester, Anm. d. Red.) bezeichnet – in eine sehr ehrenvolle Stellung gebracht.“ Anne of Cleves, wie sie in England genannt wurde, starb eines natürlichen Todes, und das lag Eckert zufolge auch an ihrem wohlüberlegten Verhalten. „Sie hat geschickt agiert, indem sie sich in unüberschaubare Intrigen der englischen Politik gerade nicht einmischte, und so auch die kritischen Herrschaftswechsel ganz gut überstand – erst zu König Edward VI., dann zu Mary Tudor. Sie war klug genug, keine kompromittierenden Schriftstücke zu hinterlassen, die gegen sie hätten genutzt werden können. Die Rolle, in der sie nun stand, hat sie gut gespielt.“

Einfluss auf die Erziehung der späteren Königin Elisabeth I. hatte sie freilich nicht: „Was am englischen Hof gewünscht und schick war, das beherrschte Anna von Kleve einfach nicht: weder zeitgenössische oder klassische Fremdsprachen noch Musik und Tanz – alles Elemente, die für das Hofleben der Tudors ganz charakteristisch waren.“

Als einzige Person aus dem Bergischen Land ruht sie bis heute in Westminster Abbey, der englischen Königskirche, in der die meisten englischen Herrscher bestattet sind. Das „Anne-of-Cleves-House“ nahe Lewes in der Grafschaft East Sussex zeigt Mobiliar und Ausstattung der Zeit. „In Großbritannien ist die Erinnerung an diese Frau präsent. Überall da, wo Heinrich und seine sechs Frauen vorkommen, da denkt man eben auch sofort an Anna von Kleve. So hat sich der Name im kulturellen Gedächtnis gehalten.“ Bleibt noch zu erwähnen: Der Hofmaler Hans Holbein der Jüngere durfte nie wieder ein Mitglied der königlichen Familie malen. (UWE BLASS)
***) Dr. Georg Eckert studierte Geschichte und Philosophie in Tübingen, wo er mit einer Studie über die Frühaufklärung um 1700 mit britischem Schwerpunkt promoviert wurde, und habilitierte sich in Wuppertal. 2009 begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fach Geschichte und lehrt heute als Privatdozent in der Neueren Geschichte.

Februar 2010: Der Waterbölles blättert zurück

Der Deutsche Wetterdienst verschickte im Februar 2010 eine Unwetterwarnung und „versprach“ dem Bergischen Land ergiebige Schneefälle und Sturmböen. Und so kam es denn auch. Entsprechend sahen dann auf dem Hohenhagen Vogelhäuschen, „Kinderhaus“ und Gartenmöbeln aus, deren Schneehauben wurden immer höher. Ebenso wie die Schneeberge an den Straßen. Auf vielen ging bei Gegenverkehr gar nichts mehr, da wäre auch Einbahnverkehr angesagt gewesen, wie ihn die Stadt für die Emil-Nohl-Straße anordnete. Und den Schnee einfach abtransportieren? Zu teuer!! Der Schnee beschäftigt auch die Remscheider Feuerwehr, unterstützt durch das THW. Sie musste gestern neben zahlreichen Rettungsdiensteinsätzen auch mehr als 30 Einsätze abarbeiten, die überwiegend mit der Schneelage (umgestürzte Bäume, herunterfallende Eiszapfen, Verkehrsstörungen durch festgefahrene Fahrzeuge) zu tun hatten. Bei der Firma Röntgen (Metallsägen), Auf dem Knapp 44, drohte unter der Schneelast ein Hallendach einzustürzen, bei Landwirt Wette, Endringhauser Str., ein Stalldach. Auch das Dach des Teo-Otto-Theaters musste vom Schnee befreit werden. Auf der 1.000 Quadratmeter großen Dachfläche lag er teilweise 70 Zentimeter hoch - zu viel für die Statik. "Schnee for free! Aber nur für  Selbstabholer“ stand damals auf einem Schild im Industriegebiet an der Trecknase, aufgestellt von Martin Gerhardts. Heftige Orkanböen verursachten mehr als 70 Unwettereinsätze der und der Freiwilligen Feuerwehren. Sie mussten sich um heruntergefallene Dachziegel, lose Dachteile, umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste, herausgerissene Plakatwände und Werbetafeln kümmern. Die Böen waren so stark, dass bei Lüdorf ein Pkw samt Anhänger auf die Seite kippte.

132 von knapp über 500 Mitgliedern der CDU Remscheid kamen im Februar 2010 trotz Eis und Schnee zum Kreisparteitag ins Schützenhaus gekommen, um einen neuen Vorstand zu wählen. 121 und damit 93 Prozent der Stimmen entfielen auf Jens Nettekoven. Nur neun Mitglieder stimmten mit „Nein“, ein Mitglied enthielt sich der Stimme.

Zwölf Jahre lang war Edwin Behrens der Behindertenbeauftragter der Stadt Remscheid. Vor zehn Jahren ging er in den Ruhestand, und den Abschied aus den Amt im Saal der Volkshochschule richtete der „Beirat für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ aus. Mit dabei der Beigeordnete Dr. Christian Henkelmann. Er ergriff nicht das Wort, war ja auch nicht der Gastgeber… Als Fachbereichsleiter für Pädagogik, Psychologie, Eltern & Familie war Behrens am 1.1.1978 von Braunschweig nach Remscheid gekommen. Im Juli 1996 wechselte Behrens auf eigenen Wunsch dann in den Bereich der städtischen Altenhilfeplanung.

Die Nachricht, dass das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium und das Gertrud-Bäumer-Gymnasiumaus Kostengründen „an einem zentralen Standort zusammengelegt würden, sorgte im Februar 2010 unter SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen Unruhe und Unverständnis aus. In Absprache mit dem damaligen Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz stellte Oberstudiendirektor Michael Birker damals öffentlich klar, “die Schulverwaltung im Rahmen der Haushaltssanierung lediglich den Auftrag erhalten hat, bis zum Jahre 2015 zu prüfen, welche Einsparungen sich mit der Zusammenlegung der beiden Gymnasien erzielen ließen“. Die Gymnasien seien  mittelfristig in keiner Weise in Frage gestellt.  Schon kurz danach war das Thema vom Tisch.

WDR-Moderator „Frank Plasberg warb vor zehn Jahren bei der RemscheidLandstreckenbläufer brachten heute die Pleitegeierfahne von Wuppertal nach Remscheid. Foto: Lothar Kaiserer Berufsfeuerwehr für ein Fundraisingprojekt  des Evangelischen Kirchenkreises Lennep, die Unfallseelsorge , deren Kosten damals bei 60.000 Euro lagen. Im Bild von li. n. re. Oberbürgermeisterin Beate Wilding, Frank Plasberg, Feuerwehrchef Guido Eul-Jordan, Pfarrer Ulrich Geiler und Superintendent Hartmut Demski. Geld, das fehlt, wurde im Februar 2010 gleich mehrfach im Remscheid thematisiert.  „Wenn im Theater die Lichter ausgehen, die Freibäder austrocknen, der freiwilligen Jugendfeuerwehr der Hahn zugedreht wird, auf den Sportplätzen der Ball nicht mehr rollt, Schaufenster blind werden und Fassaden bröckeln, Straßen Löcher haben, Schülermägen mittags knurren, in der Stadtverwaltung die Telefone still stehen, … dann ist Ebbe an der Wupper“, stand auf dem Flugblatt, das damals Mitglieder der Aktion „Wuppertal wehrt sich“ im Deutschen Werkzeugmuseum auf Hasten verteilten. Anlass: Die Übergabe einer Protestfahne an Vertreter des „Bündnis für Remscheid“ (Foto rechts). Nach einem PrFoto: Lothar Kaiserotestmarsch wurde  die Pleitegeierfahne wenig später  von Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz vor dem Rathaus gehisst. Eine gute Gelegenheit für den Sozialdezernenten, die Finanzsituation der Stadt noch einmal deutlich zu machen und Hilfe von Bund und Land einzufordern. 100 Milliarden Euro seien für die Verluste der HypoReal vom Bund sofort und ohne lange Diskussion bereitgestellt worden. Die Kassenkredite aller NRW-Städte betrügen derzeit 15 Mrd. Euro. Darum kümmere sich leider niemand.

Auf ihr 20-jähriges Bestehen verwies Mitte Februar 2010 die Ärztliche Beratungsstelle Bergisch Land e.V. mit Sitz am Sana Klinikum. Die Initiative von Kinderärzten ist eine spezialisierte Fachstelle für Kinder und Jugendliche, die von körperlicher Misshandlung, Vernachlässigung und/oder sexuellem Missbrauch betroffen sind. Die Mitarbeit der Kinderärzte erfolgt ehrenamtlich. Kinder, Jugendliche und ihre Familien werden häufig über Jugendämter, Justiz und niedergelassene Kinderärzte mit der Auftragsstellung einer Psychodiagnostik oft in Kombination mit einer ärztlichen Diagnostik im Zusammenhang von Gewalterfahrungen überwiesen.

In Offenburg nahm die Kriminalpolizei im Februar 2010 einen 71-jährigen Mann und eine 41-jährigen Frau fest, denen mindestens 33 Diebstähle und Betrügereien zum Nachteil älterer Menschen zur Last gelegt wurden. Die Trickbetrüger waren unter anderem auch Wuppertal, Remscheid und Solingen aktiv, drängten älteren Menschen mit Migrationshintergrund an der Haustür ein Kochtopfset zum überhöhten Preis von 2.000 Euro auf, dessen Einkaufspreis lediglich bei 50 Euro lag.

„Waterbölles“ tauchte im Vorwort eines Romans auf

Bernd Kleuser und sein Roman.Wenn das nicht ungewöhnlich ist: Der Waterbölles gab die Initialzündung zu einem Roman. Sein Titel: „Villa Goldenberg“. Erschienen ist er Anfang Januar 2010, und geschrieben hat ihn Bernd Kleuser. Der Name der Familie, deren Stammbaum bis ins Jahr 1487 zurückreicht, ist mit der alten Villa im Ortsteil Goldenberg eng verbunden. Und Bernd Kleuser ist der letzte noch lebende Kleuser, der dort selbst gewohnt hat. Seit 1978 lebt er in Unkel bei Bonn. Als er dort am 23. August am PC im Waterbölles-Bericht „Kleines Neubauprojekt am Singerberg erhitzt die Gemüter“ den Namen „Villa Goldenberg“ las, die 1840 erbaut und 1964 von der Erbengemeinschaft Kleuser an die Stadt Remscheid verkauft wurde, fiel ihm „alles wieder ein. Die die Erzählungen meines Vaters und seine Notizen über meine Vorfahren. Dazu die Fotos, der Absturz des britischen Bombers, das Versteck der Besatzung im unterirdischen Geheim­gang, der Kaffee-Schmuggel, der Prozess in Köln.“

Die Villa Goldenberg, zeitweilig ein Restaurant, auf einer alten Postkarte.Nie sei in der Familie die eigene Geschichte ein Thema gewesen, schreibt Bernd Kleuser. „Man schwieg und fragte nicht, auch ich nicht. Erst 46 Jahre später erfuhr ich die letzten Details bei einem Besuch in Australien.“ Die Notiz im Waterbölles habe den Anstoß gegeben, alles zu Papier zu bringen. Entstanden ist ein in Ich-Form geschriebener historischer Familienroman, der in einem Zeitfenster von mehr als 500 Jahren spielt - am Beispiel seiner direkten Vorfahren „auch ein Zeugnis der Industrialisierung und ein Spiegel der Gesellschaft im Rheinland und im Bergischen Land.“ Eine Geschichte von ritterlichen Herolden, Kottenbetreibern und Hammerschmieden in den Remscheider Tälern und dem Niedergang des Familienunternehmens im Zweiten Weltkrieg.

Die Basisgegebenheiten seien weitgehend authentisch, aber durchsetzt „mit einem starken Schuss Fiktion“, so der Autor. So führt er im Roman etwa mit seinem eigenen Ururahn ein Zweigespräch. „Denn fragen konn­te ich keinen mehr, was ja nicht von Nachteil sein muss. Dazu ein Schuss Leben, mit seinen nicht vor­hersehbaren Ereignissen, seinen Glücksfällen und sei­nen Dummheiten - damit es unterhaltend bleibt. Die Schwierigkeit mit dem Leben ist ja, dass man nicht wirklich weiß, ob es sich jetzt um einen in den Abgrund führenden Prozess handelt. Die Schwierigkeit mit dem Leben ist, dass man nicht wirklich weiß, in welcher Phase man sich befindet. Man weiß eben nicht, ob es in Zukunft besser oder schlechter wird, man weiß nur, dass es so sein wird wie es dann ist. Wie sagt man in Köln: Et kütt wie et kütt.“      („Villa Goldenberg“, 207 Seiten mit Fotos und Stammbaum, Verlag Der Rheinländer, ISBN 978-3-942035-04-0, © Bernd Kleuser, Auf Jägert 1, 53572 Unkel.) (Im Waterbölles wurde dieser Beitrag ertmals heute vor zehn Jahren veröffentlicht)