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Auf Erkundung mit einem Remscheider Stadtführer

Freitag, 6.Juli, 19 Uhr
Erlebnisführung – Nachtwächter
Mit dem Nachtwächter durch Lennep. Leitung: Lothar Vieler. Preis: fünf €. Treffpunkt: Deutsches Röntgen-Museum. Anmeldung: C. Holtschneider, Tel. RS 79 13 052.

Sonntag,  8.Juli, 14 Uhr
Talsperre Remscheid – rund ums Wasser
Wasser von oben und Wasser in den Tälern prägen die Landschaft und das Leben der Menschen unserer Region. Dort, wo einst mittelalterliche Hohlwege die Verbindung unserer Region nach Köln gewährleisteten, ging am Beginn des 20. Jahrhunderts  Deutschlands erste Trinkwassertalsperre in Betrieb. Auf dem Rundweg hilft Ihnen unser Stadtführer die Talsperre neu zu entdecken. Leitung: Lars Johann.  Preis: fünf €. Treffpunkt: Oberer Parkplatz Talsperre. Anmeldung: C. Holtschneider, Tel. RS 79 13 052.

Montag, 9. Juli, 18 Uhr
Remscheider Stadtgeschichte erleben
Kostenlose Tour mit Stadtführer Klaus R. Schmidt ab Honsberger Straße 4, Eingangstor des ehemaligen Stadtarchivs
Die Stadt Remscheid plant im Rahmen des Stadtumbaus das ehemalige Stadtarchiv an der Honsberger Straße 4 abzureißen. Dort soll zukünftig ein vielfältig gestalteter, grüner Quartiersplatz für alle Generationen entstehen. Der Quartiersplatz wird der Erneuerung der Stadtteile Stachelhausen und Honsberg einen starken Impuls verleihen. Vor dem Abriss sollen Interessierte noch einmal Gelegenheit dazu bekommen, den Ort vor seinem Wandel zu besichtigen. Stadtführer Klaus R. Schmidt führt um das Stadtarchiv herum und geht auf die Historie des Straßenbahndepots sowie die angrenzenden Flächen in Stachelhausen ein. Remscheider Geschichte wird erlebbar - seien Sie dabei! Raumplaner Peter Apel vom Fachbüro „Stadtkinder“ mit Sitz in Dortmund bzw. Stadtumbaumanagement Stachelhausen/Honsberg: „Die Teilnehmerzahl ist begrenzt! Anmeldung unter Tel. RS 20912 -77/-78 oder E-Mail Stadtumbau-rsh@stadt-kinder.de.”

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Wochenrückblick vom 25. Juni bis 1. Juli 2018

 

Juni 2008: Der Waterbölles blättert zurück

Mit einer Spende von 8000 Euro unterstützte der Lions Club Remscheid vor zehn Jahren die Arbeit der Ärztlichen Beratungsstelle Bergisch Land e.V., die sich um misshandelte und vernachlässigte Kinder kümmert. Das Geld stammt aus dem Erlös des Bücherbasars, den der Lions Club alljährlich im Allee-Center veranstaltet. Die Ärztliche Beratungsstelle Bergisch Land e.V. am Sana Klinikum Remscheid wurde 1989 durch die Initiative einiger Kinderärzte des Klinikums Remscheid gegründet.  Inzwischen stellt die Ärztliche Beratungsstelle einen wesentlichen Bestandteil des medizinischen und psychosozialen Beratungs- und Therapieangebotes für von Gewalt betroffenen Kindern und Jugendlichen dar.

Muslimische Beerdigungsrituale waren im Juni 2008 Thema in einer gemeinsamen Sitzung des Migrationsausschusses und des Kulturausschusses. Referent war Dr. Thomas Lemmen vom Erzbistum Köln, katholischer Theologe und Islamwissenschaftler, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Gesellschaft. Er warb für Toleranz und klärte die Ausschussmitglieder darüber auf, dass Muslimen in der Regel ohne Sarg beerdigt werden, eingehüllt in Tücher. Auch gehöre es zum Beerdigungsritual, dass die Männer den Leichnam zum Grab tragen, nachdem vor der Moschee die Totengebete gesprochen worden sind. , dass sie das Grab selbst ausheben und auch wieder zuschütten. Hintergrund: Eine Trauerfeier auf dem Parkplatz vor dem Muslimischen Kulturzentrum des „Verbandes der Islamischen Kulturzentren“ (VIKZ),  Kremenholler Straße 24 und 26, hatte Passanten irritiert.

Vor zehn Jahren beantragte die Fraktion der Grünen im Ausschuss für Schule und Bildung Einrichtung einer Sekundarschule. Diese wäre für 200 Schüler/innen eine Chance. Denn: „Jahr für Jahr werden fast 200 Schülerinnen und Schüler von den beiden Gesamtschulen abgewiesen. In der Regel handelt es sich dabei um solche, die eine Haupt- oder allenfalls eine Realschulempfehlung haben.“

Foto: Lothar Kaiser Vor zehn Jahren erfreute sich der monatliche „Presseclub“ in der „Denkerschmette“ noch eines großen Interesses der Bürgerinnen und Bürger. Im Juni 2008 war die aktuelle Frage "Sind Politik und Verwaltung noch handlungsfähig oder versinkt Remscheid im Chaos?" Denn damals war die Abwahl von Stadtdirektor Jürgen Müller und die Abberufung des Leiters des Rechnungsprüfungsamtes, Karl Bernhard Wiedenhoff, in der Stadt das politische Thema Nr. 1. Und der damalige CDU-Fraktionsvorsitzende Karl Heinz Humpert erklärte,  dass es im Remscheider Rathaus „gute und qualifizierte Leute gibt“. Das Kernproblem seien jedoch „festgefahrene, verkrustete Strukturen“, die es aufzubrechen gelte. Man bedenke: „Remscheid ist die kleinste Großstadt in Nordrhein-Westfalen, hat aber eine unbestritten große Verwaltung!“ Wobei die Frage unausgesprochen blieb, warum es Rat und Verwaltungsspitze über Jahre hinweg nicht gelungen war, den dringend notwendigen Personalabbau spürbar voranzutreiben.

Die LEG-Wohnungen in Klausen seien einer Heuschrecke zum Fraß vorgeworfen worden, kritisierten vor zehn Jahren der wohnungsbaupolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Horst Becker, den damaligen Verkauf der LEG-Wohnungen an den Immobilienfonds der amerikanischen Investmentbank Goldmann-Sachs und warf Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) vor, „die Gewinnmaximierung für den Landeshaushalt eiskalt über den Mieterschutz für 300.000 Menschen“ zu stellen. Besorgt äußerte sich damals auch Beatrice Schlieper von den Remscheider Grünen: „Verantwortung für die negativen Folgen tragen auch die CDU und FDP im Rat der Stadt Remscheid, die sich nicht für die Mieterinnen und Mieter engagiert haben.“

Viola Juric. Foto: Lothar Kaiser Ein 'Eigengewächs' für die Pressearbeit der Stadt Remscheid stellte Oberbürgermeisterin Beate Wilding vor zehn Jahren in einer Pressekonferenz als vor: die Diplom-Verwaltungswirtin Viola Juric. Bis dahin war sie neun Jahre lang in der Wohnberatungsstelle und in der Alten- und Behindertenberatung tätig, zuletzt teilweise auch in der Heimaufsicht.

Seit dem 1. Januar 2002 erhielten Arbeitslose von der Stadt Remscheid so genannte Bildungsgutscheine im Wert von 50 Euro, die den Besuch eines vollständigen VHS-Kurses nach freier Wahl ermöglichen. Wie VHS-Verwaltungsleiter Frank Schulz im Juni 2008 im Finanzausschuss berichtete, seien auch Mal- und Bautanzkurse und nicht nur Kurse aus den Bereichen Arbeit/Beruf/Fremdsprachen mit den Gutscheinen besucht worden. Beschlossen wurde daraufhin vom Rat der Stadt eine neue Entgeltordnung der VHS, wonach der Bildungsgutschein nur noch für VHS-Kurse verwendet werden durfte, die der beruflichen Weiterbildung dienten.

Foto: Lothar Kaiser Auch das letzte Brückenteil für den neuen Remscheider Hauptbahnhof kam vor zehn Jahren, und damit war der „Südsteg“ fertig, die Fußgängerbrücke, die seitdem den Bahnhofsvorplatz mit dem neuen Einkaufszentrum "Kaufland" verbindet. Freigegeben wird sie übrigens erst 2009.

Vor zehn Jahren wählte die Landschaftsversammlung den bisherigen Leiter des Zentraldienstes "Personal und Organisation" der Stadt Remscheid, Frank vom Scheidt, zum  Landesrat  des Dezernates "Personal, Organisation" beim Landschaftsverband Rheinland. gewählt.  Sein Amt als Parteivorsitzender der Remscheider Grünen gab Frank vom Scheid damals nicht auf – und hat es auch heute noch inne.

Für eine Umgestaltung muss fleißig gespart werden“, hieß es vor zehn Jahren auf Hasten. Gemeint war der Richard-Lindenberg-Platz auf Feld. Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein stelle damals den Mitgliedern der Bezirksvertretung Alt-Remscheid in Anwesenheit von Dieter Orth, Vorsitzender des Hastener Verkehrsvereins, und Gerhard Röttger, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Hasten e.V.,  die Planskizzen vor, die die Bürgerinitiative bei drei Architekten in Auftrag gegeben und anschließend interessierten Hastener Bürgern vorgestellt hatte. Diese hatten sich dann für den Planentwurf entschieden, der dem nebenstehende Plan recht nahe kommt, der den dreieckigen Platz mit Bäumen und einer Pergola vorsah. Die Baukosten bezifferte der Stadtplaner mit 450.000 bis 500.000 Euro. In dieser Größenordnung fanden sich dann in Remscheid keine Sponsoren. Und das sieht man dem Platz auch an.

Foto: Jürgen Breidenbach Verpackt wie von Christo präsentierte sich im Juni 2008 das Rathaus Lüttringhausen. In Vorbereitung auf seine 100–Jahrfeier erfuhr das historische Gebäude damals hinter Bauplanen einer gründlichen Fassadensanierung

Vor zehn Jahren wurde die kleine Westtangente in Lennep Robert Schumacher gewidmet. „Robert Schumacher war überzeugter Sozialdemokrat und mit Sicherheit kein Politiker der Beliebigkeit. Er vertrat seine Meinung und seinen Standpunkt mit einer klaren und verständlichen Sprache. Doch zu seinem Wesen gehörte auch die Suche nach dem Konsens, ohne den eine demokratische Gesellschaft und erst recht eine Gemeinde - nicht dauerhaft überleben kann. Beides brachte ihm Respekt und Anerkennung ein“, sagte damals Oberbürgermeisterin Beate Wilding im Deutschen Röntgen-Museum. Im Anschluss an die Feierstunde enthüllte die Witwe des früheren SPD-Fraktionsvorsitzenden und Landtagsabgeordneten (13. Januar 1936 - 14. Januar 1995) am Bahnhof Lennep das erste Straßenschild mit seinem Namen: Am 17. Oktober 2007 hatte die Bezirksvertretung Lennep beschlossen, die Verbindungsstraße (kleine Westtangente) zwischen den Straßen "Am Bahnhof" und "Alte Kölner Straße") nach ihm zu benennen. Die von der Stadt Remscheid damals in pdf-Form herausgegebene Broschüre zum Leben und Wirken Robert Schumachers findet sich auch heute noch auf der städtischen Homepage.

Chancen der historischen Brücken auf Welterbe-Status

Weltkulturerbe: Brückenkongress in Portugal“, überschrieb der Waterbölles am 7. Juni die Pressemitteilung der Stadt Remscheid, dass die portugiesischen Nachbarstädte Porto und Vila Nova de Gaia vom 21. bis 23. Juni Gastgeber des zweiten internationalen Fachkongresses WORD HERITAGE CONGRESS zu den stählernen Großbogenbrücken des späten 19. Jahrhunderts seien, die es als Weltkulturerbe in den nächsten zehn bis 15 Jahren auf die renommierte UNESCO-Liste schaffen sollen: die Brücken Ponte Maria Pia und Ponte Dom Luis I. in Portugal, der Ponte San Michele in Italien, das Garabit-Viadukt in Frankreich und die Müngstener Brücke in Deutschland. Zu der bergischen Delegation, die inzwischen aus Porto frohen Mutes zurückgekehrt ist, gehörten Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Remscheids Technischer Beigeordneter Peter Heinze. Denn nach ihren intensiven Gesprächen in der portugiesischen Hafenstadt, darunter auch der portugiesische Premierminister António Costa und Kulturminister Luis Filipe Castro Mendes, sehen sie die Welterbe-Bewerbung auf einem guten Weg. „Der Premier ist beeindruckt von der Idee und der partnerschaftlichen internationalen Energie, die in dieser gemeinsamen Bewerbung steckt“, freut sich Tim Kurzbach. „Er will das Projekt sehr genau im Auge behalten. Wir nehmen aus Porto also zusätzlichen Rückenwind mit.“ Zumal Kulturminister Luis Filipe Castro Mendes den Bergischen zusagte, das Gespräch mit seiner deutschen Kollegin in Berlin suchen und so für das Projekt eintreten zu wollen.

Die Unterstützung der Portugiesen ist für einen Erfolg des Vorhabens unabdingbar. Denn über deren Tentativliste sollen die Müngstener Brücke und die anderen Bauwerke auf die Liste der UNESCO gelangen - in einer Art Huckepack-Verfahren. In Deutschland, Italien und Frankreich wären die Aussichten deutlich geringer. Denn deren Listen sind erst vor kurzem aktualisiert worden.

Zusätzlicher Rückenwind aus Porto auch deshalb, weil mit Portos Nachbarstadt Vila Nova de Gaia und Saint Flour in Frankreich jetzt auch die letzten verbliebenen Brücken-Kommunen der Bewerbung beigetreten. Eine weitere Brücke aus Albi in Frankreich soll hinzukommen. Und dass die Bahn-Gesellschaften aus Deutschland und Italien sich schriftlich bereiterklärt haben, das Welterbe-Vorhaben zu unterstützen, spornt Peter Heinze weiter an: „In den Tagen von Porto haben wir einen großartigen Spirit erlebt, der uns weitertragen wird. Ich freue mich jetzt schon auf den 3. Welterbe-Kongress im kommenden Jahr in Italien. Bis dahin werde ich mich überall in Remscheid für diese Bewerbung stark machen.“ Der Beitritt der französischen und portugiesischen Eisenbahn-Eigentümer gilt als nächster Schritt und ist als Ziel für das Jahr 2019 formuliert. Die Deutsche Bahn werde hierfür Dampf machen, wurde mit der Unterschrift von Porto angekündigt.

Aber auch die beteiligten Kommunen wollen auf der Arbeitsebene das Tempo ankurbeln. In Porto wurde vereinbart, dass Solingen jetzt dafür die Federführung übernimmt und im engen Austausch mit den Partnern in den kommenden Monaten die Organisationsstruktur aufgebaut. Für Herbst wurde bereits ein Treffen in Solingen vereinbart.

Bis zum dritten Welterbe-Kongress 2019 in Italien sollen auch die beiden Bahn-Gesellschaften Frankreichs und Portugals ins Boot geholt worden sein. Ein weiteres Ziel der Bergischen ist der Aufbau eines internationalen Netzwerks, bestehend aus Experten, die von der Bedeutung der herausragenden Eisenbahn-Brücken überzeugt sind. Beim Bau dieser Brücken hätten sich die Erbauer noch als Konkurrenten gefühlt („Schneller, weiter höher!“), sagte Peter Heinze gestern im Gespräch mit dem Waterbölles. Zugleich aber hätten sie voneinander gelernt. Denn der technische Standard dieser nach einander entstandenen sei von Mal zu Mal besser geworden. Nunmehr könnten die Brücken aus den beteiligten Kommunen „eine Gemeinschaft in europäischem Geist  schmieden“. Daraus könnten durchaus eines Tages auch Städtepartnerschaften entstehen, meinte der Baudezernent. Vorab jedenfalls Experten-Workshops zu städtebaulichen und/oder verkehrsplanerischen Fragestellungen. Konkretes Beispiel: Wie lässt sich die Umgebung der historischen Brücken für Touristen so gestalten, dass sie diese nicht nur auf der Talsohle, sondern auch in der Höhe gut erreichen können.

Auf der Tagung in Porto oblag es Peter Heinz, die Müngstener Bücke näher vorzustellen, „ ein technisches Meisterwerk der Baupioniere“, wie er betonte. Mit 107 Metern ist sie immer noch die höchstgelegene Eisenbahnbrücke Deutschlands, und während der Bauzeit hatte die Stahlbogenkonstruktion die größte Spannweite (170 m). Der Brückenschlag zwischen Remscheid und Solingen war damals vor allem von den Remscheider Unternehmerschaft gefordert worden. Die neue Eisenbahnstrecke ersparte einen 44 Kilometer langen Transportweg und verkürzt die Reisedistanz auf acht Kilometer. Peter Heinze: „Bis heute ist die Brücke eine direkte Verbindung von Remscheid zum Rheingebiet einschließlich Duisburg oder Rotterdam Hafen - und schließlich ist sie eine Verbindung zur Welt, eine Schlüsselinfrastruktur für die Entwicklung der Industrieregion "Bergisches Städtedreieck" Solingen - Remscheid - Wuppertal“ mit exportorientierten, metallverarbeitenden Industrie.“ Zugleich sei sie aber auch ein authentisches Wahrzeichen, das die Leistungen der Pioniere der Stahlbreitbogenbrücken Ende des 19. Jahrhunderts. In den zurückliegenden 120 Jahren sei die Müngstener Brücke für die neuesten Standards des öffentlichen und industriellen Eisenbahntransports ohne tiefgreifende

Und zum Werbekulturerbe-Projekt sagte Heinze in Porto: „Die einzige Brücke, die zum Weltkulturerbe gehört, ist die Coalbrookdale-Brücke, die etwa hundert Jahre früher als unsere Brücken auf Gusseisenbasis gebaut wurde. Daher glauben wir, dass unser gemeinsames Projekt eines seriellen, transnationalen Welterbes gute Chancen haben wird, in die Welterbeliste aufgenommen zu werden, zumal die Kategorie des industriellen und kulturellen Erbes auf der Liste unterrepräsentiert ist. Es wird ein langer Weg sein - aber ich bin mir sicher, dass es für diese große Bogenbrücken des 19. Jahrhunderts in Europa ein würdiger Weg sein wird“

Wochenrückblick vom 18. bis 24. Juni 2018

Ausstellung „Rettet die Kinder“ zur Geschichte von Aliya

Streben nach Verständigung und Solidarität“, titelte der Waterbölles am 15. Dezember 2017. Tags zuvor hatte der Rat der Stadt einstimmig den Antrag „Erinnerungskultur – Jüdisches Leben im Bergischen" beschlossen, den die Fraktionen und Gruppen von CDU, SPD, Grünen, FDP, Linken und W.i.R. gemeinsam gestellt hatten. gestellt und einstimmig angenommen wurde. Darin wurde Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gebeten, 2018 für eine Ausstellung im Foyer der Zentralbibliothek zu sorgen, die sich mit der Geschichte des Staates Israel befasst. Zugleich möge er zu einer Gedenkveranstaltung aus Anlass des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht einzuladen und dabei das Projekt der Mahn- und Gedenkstätte im sog. Pferdestall der ehem. Polizeikaserne Uhlandstraße einzubinden. Die Gedenkveranstaltung steht noch aus; die Reichspogromnacht von 1938 wird sich am 9. November zum 80. Mal jähren. Die Ausstellung „Rettet die Kinder“ eröffnete der OB gestern in Anwesenheit von Leonid Goldberg, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal, Artour Gourari, Mitglied des jüdischen Gemeinderates, Erden Ankay-Nachtwein, Vorsitzende des Remscheider Integrationsrates, und Karl Heinz Humpert, Vorsitzender der Kulturausschusses, sowie vom Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium der kommissarische Schulleiter Olaf Wiegand, der pensionierte Rektor Hans Heinz Schumacher und der pensionierte Geschichtslehrer  Klaus Blumberg .

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bei der heutigen Ausstellungseröffnung

Am 14. Mai 1948, verkündete der Jüdische Nationalrat die Gründung des unabhängigen Staates Israel. In der Unabhängigkeitserklärung wird das Existenzrecht Israels unter anderem mit der Shoa begründet, dem nationalsozialistischen Völkermord an den Juden Europas. Dass der drohenden Ermordung damals viele jüdische Kinder entfliehen konnten, können sie der Jugendaliya bzw. Kinderaliya verdanken. Diese Abteilung der Jewish Agency, nahm schon 1933 ihre Arbeit auf und rettete bis Kriegsende rund 5.000 jüdische Kinder und Jugendliche aus Nazideutschland. Nach dem Krieg kamen noch 15.000 Holocaustüberlebende dazu. Die Geschichte dieser Hilfsorganisation, die auch heute noch besteht - freilich mit anderen Aufgaben der Kinderfürsorge - beschreibt die Ausstellung in der Stadtbücherei; Leonid Goldberg ging darauf in seinem Grußwort ein (siehe Video). „Aliyah“ bezeichnet im Judentum seit dem babylonischen Exil (586–539 v. Chr.) die Rückkehr von Juden als Einzelne oder Gruppen nach Israel. Seit 1933 hat die Jugend-Aliyah knapp 530.000 Kinder und Jugendliche betreut. Heute leben ständig rund 15.000 Kinder zwischen zwölf und 18 jähren in mehr als 125 Jugenddörfern der Jugend-Aliyah, die dem israelischen Erziehungsministerium untersteht.

Leonid Goldberg, der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal, zu Geschichte und aktuellen Aufgaben der jüdischen Hilfsorganisation Aliyah.

Vor Goldberg hatte der Oberbürgermeister den Schülerinnen und Schülern des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums dafür gedankt, dass sie mit der Gedenkstätte „Pferdestall“ an die Schicksale jüdischer Mitbürger während der Nazi-Zeit erinnern wollen. „Wir stehen in der Verpflichtung, dieses Gedenken wach zu halten“, mahnte der OB (siehe Video). „Und wir müssen uns als Demokraten wehren gegen jede Form von Antisemitismus!“

Bei der heutigen Eröffnung derAusstellung „Rettet die Kinder!“ – Die Jugend-Aliyah 1933 bis heute. Einwanderung und Jugendarbeit in Israel“ im Foyer der Zentralbibliothek präsentierten Merve Dogan und Natalia Dygas die ausgestellten Arbeiten aus der Projektwoche des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums zu Israel.

Die Ausstellung „Rettet die Kinder!“ – Die Jugend-Aliyah 1933 bis heute. Einwanderung und Jugendarbeit in Israel“ wird im Foyer der Zentralbibliothek bis zum 29. Juni zu sehen sein, zusammen mit Arbeiten, die im Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium im vergangenen Jahr im Rahmen einer Projektwoche zu Israel entstanden. Die Öffnungszeiten: Dienstags und freitags 11 bis 19 Uhr, mittwochs und donnerstags 11 bis 18 Uhr, samstags 11 bis 13 Uhr. Für Freitag, 22., Dienstag, 26., und Freitag, 29. Juni, jeweils um 15 Uhr bieten die EMA-Schülerinnen Celine Neumann, Phoebe Kampik, Milene Voß, Marina Kasokat, Theodora Tu und Merve Dogan Führungen an (Anmeldung unter Tel. RS 162235). Gestern waren es Celine Neumann und Phoebe Kampik (beide 16), die auf Wunsch den „Aliya“-Teil der Ausstellung erläuterten, während Natalia Dygas (18) und Merve Dogan (19) die ausgestellten Arbeiten aus der Projektwoche übernahmen (siehe Video).

Wochenrückblick vom 11. bis 17. Juni 2018

Ölmühle 7a Sonntagnacht: Das reinste Chaos

Teich des "Hammers am Esel" wurde 1926 zugeschüttet“, titelte waterboelles.de am 23. März 2016. Der unterhalb dieses Teiches an der Haddenbacher Straße in Remscheid gelegene einstige Schleifkotten aus dem Jahr 1666 steht heute noch – als schmuckes Wohnhaus Ölmühle 7a. Das blühte förmlich auf, als der Anstreichermeister Lothar Schlurmann dort einzog und Hand anlegte. In dem liebevoll restaurierten Fachwerkhaus würde das Ehepaar Margit und Lothar Schlurmann gerne seinen Lebensabend verbringen. Doch kurz nach dem Wolkenbruch vom vergangenen Sonntag sah es zunächst so aus, als würde das Haus in den Fluten des sonst so harmlosen Müggenbaches untergehen. Denn vor der Haustüre staute sich das Wasser 80 bis 90 Zentimeter hoch. Ein Glück, dass die  Türe  mit ihren drei Riegeln und guter Gummierung standhielt. Ein Glück auch, dass die Feuerwehr mit dem Auspumpen des Kellers begann (hier war das Wasser durch einen kleinen Schacht seitlich eingedrungen), bevor es von dort ins Erdgeschoss des Hauses laufen konnte. „Es war das reinste Chaos“, sagte Lothar Schurmann dem Waterbölles gestern Nachmittag.

Wochenrückblick vom 4. bis 10. Juni 2018

Neubau lässt seit 17 Jahren auf sich warten

Das Haus von Zirkusdirektor Fach existiert nicht mehr“, berichtete der Waterbölles am 16. Dezember 2011. Nach einem Dachstuhlbrand zehn Jahre zuvor hatte das Haus Königstraße 195 leer gestanden und war verfallen, ohne dass es äußerlich sonderlich auffiel. Dafür sorgte der dichte Efeubewuchs. Als das Haus dann schließlich 2011 mit einem großen Bagger abgebrochen wurde, hatten Schaulustige den Eindruck, es fiele beinahe von selbst in sich zusammen, kaum waren die armdicken Efeu-Äste entfernt. Eine stärkere Windbö hätte de Ruine leicht zum Einsturz bringen können. Doch zum Glück war am Vortag einem „Mann vom Fach“ (Statiker) auf dem Weg zur Arbeit auf, dass das Dach des Hauses teilweise in sich zusammen gefallen war. Er verständigte Mitarbeiter des städtischen Bauordnungsamt und diese wiederum denjenigen, der das Haus vor zwei Wochen gekauft hatte in der Absicht, es durch einen Neubau zu ersetzen. „Mit dem kann er nun schneller beginnen als vielleicht geplant“, kommentierte der Waterbölles den eiligen, da notwendigen Hausabbruch damals.

Daran erinnerte ich mich vor wenigen Tagen, am 25. Mai, beim Video-Interview mit Jürgen W. Ackermann, dem 2. Vorsitzenden des Vereins Hasten für Hasten e.V., während des Kinderfestes auf dem Spielplatz Bremen. Denn an den Platz grenzt ein Brachgelände, das frühere Grundstück von Franz Carl und Martha Fach, die im Erdgeschoss des Hauses eltiche Jahre eine Kneipe betrieben Hatten, nachdem die Zirkusjahre (Foto rechts) vorbei waren. Da hauste im Keller noch das letzte Zirkustier, ein Bär.

Warum in den Jahren seit 2011 nichts aus dem damals angekündigten Neubau geworden ist? Ich will versuchen, das mal herauszufinden. Vielleicht weiß ja ein Hastener Insider mehr darüber.