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Im März 1942 fielen auf Vieringhausen die ersten Bomben

Der Bombenkrieg trifft Remscheid zum ersten Mal. In der Nacht vom 10. zum 11. März 1942 fielen Spreng- und Brandbomben in Remscheid-Vieringhausen. Schnee lag noch zu beiden Sehen der Straße, so dass die Feuerwehr Mühe hatte, an die Brandherde heranzukommen.

Der Bombenkrieg hat der Stadt die ersten Spuren ins Gesicht gezeichnet. Im März 1942 waren auf Vieringhausen Bomben gefallen, hatten etliche Häuser zerstört. Im Januar 1943 regneten an die 800 Brandbomben und einige Spreng­bomben hernieder. Der Strom setzte aus, das Amtsgericht brannte, Häuser an der Freiheitstraße wurden zerstört. In der Innenstadt zerbarsten alle Fensterscheiben. Es gab 19 Tote, darunter einen russischen Arbeiter. Aber die Stadt hatte noch eine Schonfrist.

Am 8. April waren die Funktürme auf dem Hohenhagen das Ziel feindlicher Bomben. Am 30. Mai wurden Wuppertal-Barmen und -Ronsdorf vernichtet. Dabei traf es auch Häuser in Lüttringhausen. Das Verwaltungsgebäude der Wagenhalle an der Neuenkamper Straße brannte aus, an der Lenneper Straße das schöne bergische Haus vom Stein. Remscheid beklagte damals 16 Tote. 1.060 Menschen wurden obdachlos, und doch war dies alles erst ein Vorgeschmack kommenden Schreckens. Noch lebte die Stadt, freute sich auch an Einrichtungen der jüngsten Vergangenheit.

Das Mittel des Umzuges blieb populär, auch wenn es für etwas so Makabres wie Volksgasmasken zu werben galt. Im Jahre 1937 werden die Bürger mit solchen Hinweisen und Fragen auf die Möglichkeit eines Krieges hingewiesenDas Kulturleben stand in voller Blüte. Erst im August 1942 war in der Villa Paas an der Elberfelder Straße das Bergische Land­schaftsmuseum, ein Kunstmuseum mit zeitgenössischen Werken, eröffnet worden. Zur gleichen Zeit hatten interessierte Bürger einen Kunstverein gegründet. Im Februar 1943 fanden noch einmal Kunsttage statt, mit Konzerten und Theatererstaufführungen, mit Dichterlesungen, Vorträgen und Kunstausstellungen. Das Programm, das in diesem Buche abgebildet ist, gibt Aufschluss über die Stoffe, die sich dem Volk damals noch nahebringen ließen. Alles war sehr deutsch, sehr nationalsozialistisch, sehr heldisch, allenfalls tragisch, in jedem Fall groß.

Doch der Würgegriff des Krieges ließ Remscheid nicht mehr lange frei atmen. Für Kunst und Kultur sollte schon bald kein Raum mehr sein. Irgendwo in England standen die Bomber bereit, die ihre tödliche Last über dem Kegel entladen sollten, und in der Nacht zum 31. Juli erhielten sie den Startbefehl. (...) Nach zahlreichen Luftangriffen auf deutsche Städte, bei denen die Zivilbevölkerung immer größere Verluste erlitt, war auch Remscheid auf die Liste der zu zerstörenden Städte gesetzt worden. Die Royal Air Force ist zu dieser Zeit mit ihren Bomberkommandos zum „areal bombing“ übergegangen, zu Flächenbombardements, die keinen Unterschied mehr zwischen kriegswichtigen Zielen und reinen Wohngebieten machten. Moral und Arbeitswille der Bevölkerung sollten gebrochen werden. In diesen Plan passte auch, dass die Angriffe meist nachts geflogen wurden. Das erklärte Ziel hat die Royal Air Force zwar nicht erreicht, aber Deutschlands Städte sanken nach und nach in Trümmer.  (aus: „Remscheid so wie es war 2“, von Dr. Gerd Courts, erschienen im Droste Verlag, Düsseldorf, im Jahre 1978.)

Wie es am Neuenteich in Lennep früher aussah

„Ende 1871 gründeten Lenneper Bürger eine Aktien-Gesellschaft zum Betrieb einer Schwimm- und Badeanstalt an der Udelschen Beek. Dieses Freibad hatte auch den Namen „Kakaoteich“. Udelsche Beek heißt das Bächlein, das in Lennep den Talsperrenweg kreuzt und den immer noch vorhandenen Neuenteich speist. Durch die Errichtung der o.g. geschlossenen Badeanstalt an der Wallstraße im Jahre 1886 wurde der Kakaoteich nicht mehr so oft besucht, aber noch 1910 beschloss die Stadtverordnetenversammlung eine gründliche Reinigung des Badeteiches und der dazugehörigen Halle, finanziert aus Sparkassenüberschüssen. Auf den erhaltenen Postkarten konnte man eine „Gruß aus dem Städtischen Freibad“ senden. Meist wurden die Aufnahmen vom oberen Teil des Talsperrenwegs gemacht, manchmal sieht man die Badeanstalt in voller Größe mit den Gästen am Uferrand und auf dem Sprungbrett, manchmal war die Sicht so gestaltet, dass man die in Richtung Ringstraße liegende Fabrik mit ihren Shed-Dächern oder sogar halb Lennep mit seinen „drei“ Kirchen sehen konnte.  Im Laufe der Jahre wurde die Anlage unmodern und immer unsauberer, und es war schöner, an heißen Tagen am Wupperwehr in Krebsöge zu schwimmen. Das Areal wurde später aufgefüllt und zu einem Tennisplatz umgebaut.“ (Der Lenneper Heimatforscher Dr. Wilhelm R. Schmidt am 9. April 1919 im Waterbölles)

„Kurz vor dem Neuenteichwerk, schräg gegenüber vom Blumenhaus Klee (Waterbölles: heute Fahrrad Nagel), befand sich die Lenneper Badeanstalt, (…) am 16.12.1873 nach einem Stadtverordnetenbeschluss von der Stadt Lennep übernommen. Sie lieferte ihr zulaufendes Wasser an den Teich des Neuenteichwerks ab. Etwa 100 Meter unterhalb der Kreuzung Ringstraße Richtung Radevormwald, gegenüber der ehemaligen  Firma Gartenbau Klee,   befand sich das Neuenteichwerk. 1750 ist es  bereits im Burger   Lagerbuch als Konbachsmühle (sicherlich die Kombruchsmühle) als Walkmühle erwähnt. (…) 1854/55 erhielt der Wäschereibesitzer Friedrich Karsch (in Krebsöge geboren) die Konzession zur Aufstellung eines Dampfentwicklers und einer Dampfmaschine mit sechs PS zum Betrieb der Wollwasch- und Reinigungsmaschinen, Wasserpumpen usw. 1867 wird der Betrieb als Tuchfabrik von Fr. Wilhelm Heinrich Karsch  erwähnt.

1892 taucht mit Franz Blasberg aus Wermelskirchen ein neuer Besitzer auf. Er baute die Tuchfabrik zur Lohgerberei um. 1942 lese ich dann von einer Werkzeugfabrik von A. Arnegger. Sie ist als reiner elektrischer Betrieb ausgewiesen. (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach, siehe im Waterbölles vom 18. Juni 2016: „Kurz vor dem Neuenteichwerk, schräg gegenüber vom Blumenhaus Klee, befand sich die Lenneper Badeanstalt. Siehe im Waterbölles vom 18. Juni 2016: „Was sich so alles am Lennepe Bach tummelte“.)

Schon Mitte des 16. Jahrhunderts eine Schule im Morsbachtal

  Hölterfelder Schule am Fürberg. Abgerissen 1954. Foto von Frau DistelerDas geistige Leben stand bei den Morsbachern in früheren Jahrhunderten nicht auf einem besonders erwähnenswerten Niveau, zumal die Bildung nicht gerade gefördert wurde. Allerdings wird bereits 1683 die Heckschule in der Morsbach genannt. Diese Heckschule trat, wie viele andere in den damaligen Hofschaften, dazu an, dem Nachwuchs der Handels- und gewerbetreibenden Kirchspielsleute die nötigen Kenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln. Wie andere auch, war die Morsbacher Schule eher heidnisch, und war dem direkten Einfluss der Kirche entzogen. Sie wurde als Heckschule von der Kirche bekämpft und unterdrückt und nicht zuletzt geschmäht.

Als dann die Schulinteressenten die von ihnen berufenen Lehrer durch die Pastoren einer Wissensprüfung unterziehen ließen, wurden die Heckschulen offiziell anerkannt und vom Kirchenvorstand privilegiert. Der Unterricht bestand in der Hauptsache aus Lesen und Schreiben, wobei Wert auf das Einprägen der (leidvollen) Katechismusstücke und der Kirchenlieder gelegt wurde. Dazu kam durchweg das Rechnen, welches aber eine Erhöhung des Schulgeldes mit sich brachte. In allen Schulen hatten nämlich die Schüler ein Schulgeld zu zahlen, das den Schulmeistern als Entlohnung zufloß. Da die Hofschulmeister im Gegensatz zu den Pfarrschullehrern keine Ländereien zu ihrem Unterhalt bekamen, ihnen also die feste Existenzgrundlage fehlte, wurde ihnen seitens der Schulinteressenten zusätzlich der sogenannte Umgang oder Wandeltisch gewährt, der sie reihum an die Eßtische der Eltern ihrer Zöglinge führte.

Wer kennt ihn nicht, diesen historischen Spruch von Caspar Wittkopp: Äs de Morschbecker Schuel noch op Stippeln stong.... Im Klartext: Als die Morsbacher Schule noch auf Stelzen stand... Diese Schule gibt es wirklich noch, aber nur als Wohnhaus in der Morsbacher Straße unterhalb der ehemaligen Firma Quabeck. Diese tat ihre Dienste bis 1904.

Bereits 1683 wird die Morsbacher Schule erwähnt, und zwar in den "Mitteilungen über Schulwesen in Solingen und Umgebung". Im "Führer durch Remscheid 1928" ist ebenfalls festgehalten, daß die Schule schon Mitte des 16. Jahrhunderts bestanden hatte. Älteste Nachweise im Stadtarchiv Remscheid sind allerdings erst ab 1815 datiert.

Schulentlassungsjahr 1948 in der Morsbacher Schule .Foto: Lissy TootenDas Klassenzimmer mit etwa 30 - 40 Schülern befand sich in einem Handwerkerhaus in der Morsbach. Der genaue Standort ist nicht mehr zu lokalisieren. 1808 wurden in einem Zeugnis der "wohllöblichen Schuldeputation" nur folgende Kriterien bewertet : Betragen, Fleiß, Kenntnisse, Schulbesuch. Im Jahre 1858 baute Lehrer König sein eigenes Schulhaus an der Morsbacher Straße (späteres Wohnhaus Quabeck), in dem er auch seine Wohnung hatte. Die Schülerzahl stieg (man lies und staune...) auf 80 bis 100 und zeitweise auch erheblich darüber. 1903 wurde die Morsbacher Schule neu gebaut. Drei Klassenzimmer und eine Wohnung für den Hausmeister fanden darin Platz.

Schon 1920 gab es einen Elternbeirat. Die sogenannte weltliche Schulform (katholisch angehaucht) wurde zunehmend von den Eltern kritisiert, und 1921 wurde die Gründung einer evangelischen Schulgemeinde beschlossen. Über 100 Mitglieder fanden sich spontan in diesem Morsbacher Schulverein ein. 1924 ist zu lesen, daß mit Hilfe der Quäker aus den USA jedes Kind zum Frühstück ein Brötchen und 1l Milch zugewiesen bekam.

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage gerieten 1931 gerade die mittleren Betriebe im Morsbacher Bereich in schwere Bedrängnis. Sehr viele Väter der Kinder waren arbeitslos. Somit waren auch erhebliche Sparmaßnahmen in der Schule angesagt. Die Pflichtstundenzahl der Lehrer wurde erhöht, die Klassenbesetzung wurde heraufgesetzt und die Einkommen wurden bis zu 21 Prozent gekürzt.

Als am 31.Juli 1943 die Innenstadt durch Bombardierungen in einen Trümmerhaufen verwandelt wurde, kam die Morsbacher Schule mit schweren Glasschäden davon. Aus Lehrer Rohloffs Aufzeichnungen vom 30.November 1943: "Am 30.November war wieder Vollalarm. Plötzlich hörten wir Motorengeräusche feindlicher Verbände. Schon fielen Bomben - ein ohrenbetäubender Lärm. Starker Luftdruck machte sich bemerkbar. Zitternd saßen die Kinder des ersten und zweiten Schuljahres im Keller, weinten und schrien nach der Mutter. Zu allem Unglück war auch noch die Lichtleitung zerstört und wir mußten im Dunkeln sitzen. Nach einigen Minuten äußerster Spannung war alles vorbei. Nach der Entwarnung stellten wir fest, daß mehrere Sprengbomben in unmittelbarer Nähe der Schule gefallen waren. Über 400 Sprengbomben waren in der Nähe der Schule niedergegangen.“ (Aus „Die Morsbach, Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid“ von Günther Schmidt, einem 1999 erschienenen Bildband zum 630-jährigen Bestehen einer der ältesten Remscheider Hofschaften.)

Wochenrückblick vom 22. bis 28. März 2021

RS-Platt: Schlieperstriäke en dänn aulen Wahterkotten

Se´it langen Johren hant fier nit son drüg Johrestied gehat, wie grad döt Johr. Die jöngere Generatzijuonen können sech dat gar nit vürstellen, wie de Stadtbewohner en früöhren Johren , bie sonem drügen Suomer, ohne Waterle´iteng feädeg sind woren. En dr Tied, wo Remsched noch keng Waterle´iteng har, bedär sech jeäder su guot wie et gong.Wenn die Pötte op dänn Bergen drüg woren, dan tuogen se alt en aller Herrgottsfrüöh mem Schwängel on Wahtereimern en de Berg, wo noch son Wahterspröngken wor, öm sech do ehren nüörgen Vürot te´ holen. Et kom och döckes vür, dat alt guoden Tied et Spröngken ledeg geschöppt wor, on sie muoßen dann su lang wahren,bis dat sech wiä Wahter ahngesammelt har. Am schlemmsten wor et et Sohterschdags, wenn geschruppt werden muoß. Dann kom et uoch alt es für, dat met dämm Schrubben ap´geschowen muoß werden, bis op en angern Dag. Aewer die Frauen woßden sech dann doch tu behölpen, et wuod en Kann witten Sangk dur de Stuow gestraut, on vüren am Engang van de Stuowendür wurd gewöhnlech mem Hangkstüöwer en Figur en dänn Sangk gekehrt. Met dämm Sangkstreuen har jo zwar och noch söß sin Gröng,dänn mr hat en dr Tied noch die witt geschrubbde Breder. Aewer nit alleng en dr Hushauleng spell­den die Wahternuot en Roll, och die ganze Industrie hong vam Wahter af. En dänn Johren, wo die Daumpkraft en dänn Schliepkotten noch nit wohr,on jieä­der Fabrikant op de Wahterkotten ahn´gewiäsen  wor, do sall et döckes vür sin kuomen, dat se wegen dämm Schlie­pen metonger Wehken lang nit hant liäwern können, on dodur log dat ganze Geschäft brach. Dr´wegen hedden et uoch emmer, die Schlieper on Hamer­schmiäd dat sind die Herren dr Welt, die können dat ganze en Stellstangk setten.

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Förderverein Welterbe Müngstener Brücke gegründet

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Müngstener Brücke soll Weltkulturerbe werden - in internationaler Gemeinschaft mit den Brücken Ponte Maria Pia und Ponte Dom Luis I. in Portugal, dem Garabit-Viadukt und dem Viaduc du Viaur in Frankreich und der Ponte San Michele in Italien. Alle sechs Großbogenbrücken wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaut und gelten aufgrund ihrer Konstruktion als herausragende Beispiele der Ingenieurskunst. Das Antragsverfahren in Nordrhein-Westfalen ist inzwischen auf dem Weg und damit ein erster Meilenstein im Welterbeverfahren gesetzt. Parallel geht es darum, eine tragfähige Finanzstruktur zu entwickeln. Ziel ist es, zum Ende hin eine Stiftung zu gründen, die das Gesamtvorhaben finanziert, den europäischen Welterbeprozess unterstützt und begleitet. Getragen wird sie gleichberechtigt von allen europäischen Brücken-Partnern, ihr Sitz soll in Solingen sein. So wurde es beim letzten internationalen Brückenkongress in Frankreich vereinbart. 

Zur Vorbereitung werden in den vier beteiligten Ländern jeweils Fördervereine gegründet. Sie sollen zunächst im eigenen Land Finanzmittel beschaffen, Veranstaltungen organisieren und durchführen sowie Projekte zur Förderung des Vereinszweckes entwickeln und unterstützen. Im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stehen die Bemühungen um das Bauwerk vor Ort, aber immer im Hinblick auf die gemeinsame Bewerbung der sechs Großbogenbrücken als serielles, transnationales UNESCO-Welterbe. Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach: „Der Welterbeprozess lebt davon, dass ihn die Menschen in den jeweiligen Ländern unterstützen und dabei die europäische Idee, die ihn auszeichnet, spüren. Genau das wollen wir erreichen. Wir handeln lokal und international. Und  alle ziehen an einem Strang.“

Der Förderverein „Welterbe Müngstener Brücke“ wurde heute gegründet, besiegelt mit den Unterschriften der Gründungsmitglieder, darunter die Oberbürgermeister von Remscheid, Solingen und Wuppertal und der Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn in Nordrhein-Westfalen, Werner Lübberink. „Die Deutsche Bahn sagt noch einmal ganz bewusst „Ja“ zur Müngstener Brücke als Welterbe. Diesen Prozess wollen wir mit unseren Partnern im Städtedreieck und auf europäischem Parkett mit allem Nachdruck zum Erfolg führen“ hebt er hervor: „Wir sind stolz auf das Bauwerk, es ist das Aushängeschild der Deutschen Bahn.“

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De Blotschenschlieper vam Ispills-Kotten

Do ongen an demm gruoten Dieke,
do stong en Kotten, ault on kleng.
Et wueden Fielen drenn geschlie'pen,
twei gruote Schliepsteng hongen dren.
Förr mech wor dat de Ispillskotten,
wie döckes stong ech an dä Düer,
die twei, die vüör den Sti'enen hockden,
do sait ech nuer "de Ispills" für.
Sie haren Blotschen an den Bi'enen,
on decke Breder voe den Kni'en,
dann woaren do sonn decke Hüölter,
do le'iten se de Fielen ren.
On hengendran, do woaren Breder,
do wüöd de Röcken dran geleit.
On dann wüöd met den decken Hüöltern
De Fiel bes an den Sti'en gebrait.
Dä Sti'en de muet em Water luopen,
do drüwer hong en naaten Sack.

On met demm Sack wüöt dann
biem Luopen
De Sti'en rongseröm naatgemackt.
Dat Schliepen mueß alt iener kennen,
sue i'efach wor datt nämlech nitt.
Die Fielen kuonen och verbrennen,
dann woren se ganz blou - statt witt.
Doch die twei Ispills kuonen schliepen,
do ongen en de Hasterau.
Ech han sue döckes tuegekieken,
deswegen wi'et ech dat genau!

(Der Ispills-Kotten stand in der Hasteraue. Aus: „Von Müngsten bis Gerstau - Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid“ von Günther Schmidt, im Jahr 2000 im Verlag: Buchhandlung R. Schmitz, Remscheid-Lennep, erschienen.)

Von einem der ersten Lenneper Discount-Läden

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Lennepfreunde,
Wo mag das in Lennep gewesen sein? Aber auf der Abbildung steht ja gleich die Antwort! Und wenn man in der heutigen Bahnhofstraße mit dem Rücken an der Ecke des ehemaligen Rathauses bzw. Amtsgerichts steht, dann sieht man leicht wiedererkennbar Teile des Gebäudes schräg unterhalb heute noch. In dem dortigen Eckhaus befand sich In der früheren Kaiserstraße 10 das um die Ecke zur oberen Düstergasse führende Geschäft von Hugo Heuck d.Ä. bzw. seinen familiären Nachfolgern. Dieses Privat- und Geschäftsanwesen mit großen Schaufenstern in beiden Straßenzügen wurde 1886 Im Zusammenhang der Entstehung der Kaiserstraße vom damaligen Generalunternehmer Albert Schmidt gebaut. Und nach der Erinnerung des Schreibers dieser Zeilen entstand dort Anfang der 1960er Jahre von der Düstergasse her auf engstem Raum einer der ersten Lenneper Discount Läden. An die schmalen Regalreihen mit den nur notdürftig aufgerissenen Pappkisten der Billigangebote kann ich mich noch gut erinnern.

März 2011: Der Waterbölles blättert zurück

Vor zehn Jahren berichtete die Stadtverwaltung der Politik in öffentlicher Sitzung, dass der früherer Bootshafen-Pächter der Kräwi 231.500 Euro bekommen habe. Aus der Mitteilung ging hervor, dass bereits am 14. Mai 2009 vor dem Landgericht Wuppertal ein Vergleich zwischen der Stadt Remscheid und der Wasserport- und Freizeitanlagen Wuppertalsperre GmbH (früherer Pächter) bzgl. Kündigung, Räumung bzw. Übergabe des Bootshafens Kräwinklerbrücke geschlossen worden war. Erst nach längerer Prüfung war das Rechnungsprüfungsamt zu dem Ergebnis gekommen, dass „die zu zahlende Entschädigung der Bausubstanz entspricht“. Daraufhin erst hatte die Stadt das Gutachten des Gutachterausschusses bezgl. des Zeitwertes akzeptiert und auf die Ermittlung des Verkehrswertes verzichtet. Schon am 27. Mai 2008 hatte die Stadt der Pächterin gekündigt. Dier Wählergemeinschaft W.i.R. im März 2011: „W.i.R. wissen bis heute nicht, warum man die Pächterin loswerden wollte.“ Antwort des damaligen Sportamtsleiters Bernd Fiedler daraufhin: "Das Verhältnis mit Kräwi-Pächter war seit 1995 belastet!"

Unter dem städtischen Kiosk am Bismarckplatz die stillgelegte öffentlicher Toilette. Fotos: Klaus Kreutzer.Am 21. Januar 2009 hatte der Verkehrs- und Förderverein Lennep die Aktion „Lennep braucht ein stilles Örtchen“ aus der Taufe gehoben. Weil es im touristisch beworbenen Lennep an öffentlichen Toiletten fehlte. Der Vereinsvorstand wollte von der Stadt die seit vielen Jahren stillgelegte „unterirdische“ Toilettenanlage am Bismarckplatz nebst Kiosk übernehmen und mit Hilfe von Sponsoren auszubauen. Doch daraus wurde nichts, nicht nur, weil die Zahl der potenziellen Sponsoren überschaubar blieb: „Nach 751 Tagen warf der Verein genervt das Handtuch“, titelte der Waterbölles am 11. März 2011. Von der Stadtverwaltung habe er in dieser Zeit nie einen schriftlichen Bescheid erhalten, beklagte sich damals der Vereinsvorsitzende Klaus Kreutzer. Es habe lediglich eine Eingangsbestätigung durch Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein gegeben, datiert auf den 12. März 2009, in der dieser nach Prüfung „baldmöglichst eine Antwort“ zusagt habe. Doch die sei ausgeblieben. „Verwundern muss, mit welcher Hemdsärmeligkeit und ‚Muße‘ die Verwaltung sich des Anliegens der Lenneper angenommen hat“, kommentierte damals der Waterbölles.

Rutschfester und preiswerter als Granitstein waren die 25 mal 25 Zentimetern großen Betonplatten „Umbriano Granitweiß“, die sich im März 2011 Amtsleiter Gerald Hein von den Mitgliedern des Bauausschusses für den Bereich Neugasse/Bachstraße in der Lenneper Altstadt genehmigen ließ. Begründung: Die bis dato vorgesehenen, großformatigeren Granitsteinplatten könnten dem Druck schwerer Fahrzeuge nicht gewachsen sein (siehe Mühlenstraße). Durch die Betonsteine spare die Stadt ca. 10.000 €.

Als Drehtürmodell stellte das Leibniz-Gymnasium im März 2011eine neue Form der Förderung besonders begabter Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 6 bis 9 vor – die Folge der auf acht Jahre verkürzten Schulzeit am Gymnasium. Das neue Konzept sah vor, dass begabte Schülerinnen und Schüler gewissermaßen durch eine „Drehtür“ für einige Stunden in der Woche den Regelunterricht verließen und selbstständig an einem Thema arbeiteten, das sie besonders interessiert. Dabei wurden sie von Lehrerinnen und Lehrern individuell beraten und begleitet. Gehört habe ich von dem einstigen Pilotprojekt schon lange nichts.

Neuer Kreisvorsitzender der Jungen Union Remscheid wurde vor zehn Jahren Mathias Heidtmann. Zur Politik gekommen war der junge Remscheider als Vorsitzender des Remscheider Jugendrats. In diesem Jahr wurde Heidtmann als Nachfolger von Jens Peter Nettekoven Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Remscheid.

Als die Lenneper Post noch Jux-Postkarten zustellte

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Ostern naht, und so suchte ich in meinen historischen Postkartenbestände nach Lennep-Postkarten, mit einem speziellen und schönen Ostermotiv. Ich fand leider nichts Österliches, was nicht schon veröffentlicht wäre. Dafür fielen mir zwei histporische Juxkarten in die Hände, die die damalige Wirklichkeit humoristisch bzw. karikierend darstellen. Die eine Postkarte, die um die vorletzte Jahrhundertwende entstand, entwirft ein Zukunftsbild; außer dem Preußischen Rathaus mit Telegraphenanlage sieht man darauf viel Volks auf (seinerzeit) gängigen Fahrrädern, Droschken und sogar Straßenbahnen. Das eigentlich Zukunftsweisende besteht aber in einer Schwebebahn über dem Alten Markt, die gemäß ihrer Aufschrift die Linie Lennep-Berlin bedient. Eine „Luftballon-Polizei“ hievt  gerade einen Zeitgenossen, der vielleicht auf dem Altstadtfest zu viel getrunken hat, zur Ausnüchterung, und ein Liebespaar schwebt im Fallschirm mit der Aufschrift „Rendez-Vous“ selig selig aus dem „siebten Himmel“ der Erde zu. Die zweite, ebenfalls kolorierte Juxkarte zeigt den Mollplatz mit dem Kaiserdenkmal von 1889. Sie basiert auf einer Fotographie, auf der auch die Kinder der umliegenden Häuser wie damals üblich mit abgebildet sind. Mal abgesehen vom pittoresken Blick hinunter zur Stadtkirche zeigt die Karte links vom Berliner Hof auch ein hervorragendes Beispiel bis heute erhaltener Lenneper Bautradition. Wie alle ursprünglichen Häuser am Mollplatz stammt es aus der Zeit zwischen 1820 und 1830 und gehörte einst der Fabrikantenfamilie Walter, deren Tuchfabrik auf der Knusthöhe 1854 durch einen Brand gänzlich zerstört wurde. Auch diese Juxkarte stammt aus dem Verlag Kettling, Schalksmühle, und wurde am 25. 11. 1907 gestempelt.

Wochenrückblick vom 15. bis 21. März 2021

Er drehte das Schwungrad der Druckmaschine

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

*Liebe Lennepfreunde,
das Lenneper Altenheim der Wilhelm-Augusta-Stiftung, früher in Lennep auch als Armenhaus und / oder Siechenhaus bekannt, besteht schon lange nicht mehr. Es war eine städtische Einrichtung der wilhelminischen Zeit und lag an der Hackenberger Straße 16. Mit der Geschichte des August-Hardt-Heimes in der Sauerbronnstraße hat es nicht zu tun. In einem Bericht der 1950er Jahre heißt es zu diesem Armenhaus: Als im Jahre 1884 die Bürgerschaft Lenneps ihrer Verehrung zu dem 87jährigen „alten Kaiser Wilhelm“ und zu der 73jährigen Kaiserin Augusta sichtbaren Ausdruck zu geben suchte, beschloss man, dankbar die soziale Gesinnung des Herrscherpaares anerkennend, ein (konfessionsunabhängiges bzw. weltanschaulich neutrales) Altenheim zu errichten. Das über die damaligen Bedürfnisse hinaus geräumige und in schöner Umgebung gelegene Haus erhielt den Namen „Wilhelm-Augusta-Stiftung“. Eine eigene Landwirtschaft ermöglichte es, noch Arbeitswillige der Heimfamilie zu beschäftigen und die Kosten täglich pro Kopf auf 1,20 Mark zu senken, so dass der städtische Zuschuss zu Anfang des 20. Jahrhunderts durchschnittlich nur 4800 Mark jährlich betrug. Der Verwalter versorgte durchschnittlich 37 Alte. Von der evangelischen Kirchengemeinde waren etwa 15 Morgen Weideland dazu gepachtet. So hatten die Betreuten selbst während der Kriege eine ausreichendere Ernährung, als sie viele Familien in Lennep hatten. Davon profitierte auch so manches mittellose Lenneper Original wie z.B. der legendäre Bennad Funneman, der zeitweise beim Kreisblatt in der unteren Kölner Straße das Schwungrad der Druckmaschine drehte, in der Kirche auf der Empore immer am gleichen Platz saß und nach dem Vaterunser postwendend, also vorzeitig aber somit immer pünktlich, das Gotteshaus verließ.