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Mit späteren Schmiede-Techniken kaum zu übertreffen

Der Diederichshammer um 1925.
Im Hammertal am Lobach klopften einst die Wasserhämmer um die Wette. Wie hier der Diederichshammer (um 1925) produzierten die Hämmer hochwertigen Raffinierstahl oder verarbeiteten ihn weiter. Der Diederichshammer (nicht zu verwechseln mit dem Kotten) wurde im 17. Jahrhundert erbaut; man nannte ihn auch Eisen- oder Looshütte. 1731/32 fiel er dem Handelshaus Diederichs zu. 1935 wurde er abgebrochen. Der Talweg entlang der historischen Hammerplätze ist heute als Industrielehrpfad gut ausgeschildert. (aus: „Remscheid. Ein verlorenes Stadtbild“, von Rolf Lotzmann, erschienen 1994 im Wartberg-Verlag)

Teil III

Die Wasserhämmer der alten Zeit waren sogenannte Schwanzhämmer. Sie waren höchstens 84 kg schwer. Je leichter der Eisenklotz des Hammers, desto schneller der Gang. Umgekehrt musste aber die Hammerwelle möglichst umfangreich und kurz sein. Die stärksten Eichenstämme, deren man habhaft werden konnte, mussten oft unter den größten Schwierigkeiten aus entlegenen Waldschluchten herangeschafft werden. Je mehr die Bergischen Wälder durch die Herstellung der Holzkohlen ausgenutzt wurden, desto seltener wurden diese Baumriesen und desto umständlicher und kostspieliger die Beschaffung der Hammerachsen.

Die Hammerwerke wurden, wie bereits angedeutet, in Eisen-, Rohstahl-, Reck- und Breithämmer unterschieden. Außer diesen führt der Kellner Francken noch Stahl- und Selbsthämmer auf, die wahrscheinlich mit den Reckhämmern gleichbedeutend sind. Vielleicht sind aber auch darunter, sowie unter den vom Beyenburger Rentmeister Karsch erwähnten Klopfhämmerchen Anlagen zu verstehen, die im Dienst der Werkzeugschmiederei standen.

Die Eisenhämmer bearbeiteten das vom Handwerk reichlich verwendete Eisen, das später vorwiegend aus der Radevormwalder und Hückeswagener Gegend sowie aus dem Märkischen bezogen wurde. Sie gaben ihm die Form von Stangen, Bändern, Platten und Blechen, wie sie von den Werkstätten gewünscht wurden. In den Rohstahlhämmern wurden die aus den Siegerländer Hütten) bezogenen Rohluppen oder Stahlkuchen einer weiteren Bearbeitung unterzogen, indem man die spröden Stahlkuchen in Stücke zerschlug, mit zugesetzten Eisenmengen zusammenschmolz und dann unterm Hammer gründlich durcharbeitete. Man bezweckte damit die teilweise Entziehung des Kohlenstoffgehalts und die Befreiung von der noch beigemischten Schlacke. Zuletzt wurde das Erzeugnis unter dem Hammer zu Stangen geschmiedet und zu dünnen Stäben ausgereckt. Das Verfahren war recht umständlich; denn fünfmal, unter Umständen noch öfter, musste das Rohmaterial warm gemacht und durchgeschmiedet werden, bis sich die anfangs getrennten Stahlkörner auf dem Herd zu einer einheitlichen Masse, dem sogenannten „Schrey", vereinigten.

Die Hämmer bei Remscheid, Cronenberg und Lüttringhausen hatten sich schon im Anfang des 18. Jahrhunderts fast ausschließlich der Verfeinerung des aus dem Siegerland bezogenen Rohstahles zugewandt. In diesen als Raffinierhämmer bezeichneten Werken wurde Schmiedeeisen und Stahl durch wiederholtes Zusammenschweißen und Ausschmieden, das sogenannte Gärben oder Raffinieren, zur Herstellung von Waffen und feineren Werkzeugen zubereitet. Diese Hämmer hatten eine zwiefache Aufgabe. Sie brachten nicht nur das Material in die zweckmäßigste Form, sondern sie verbesserten es auch. Bei dem wiederholten Erhitzen wurden die härteren Partien durch die weicheren entkohlt, und unter den Schlägen des Reckhammers erfolgte die Auspressung der noch beigemischten Unreinigkeiten und gleichzeitig die Verdichtung der Masse. Die Auswahl der verschiedenen Stahl- und Eisensorten und ihre zweckentsprechende Zusammenfügung, sowie die weitere Verarbeitung setzten ein hohes Maß von Erfahrung und Geschicklichkeit voraus. Die Bergischen Raffinierschmiede hatten es in der Bereitung geeigneter Werkzeugstähle soweit gebracht, dass ihre Erzeugnisse bis heute von der fortgeschrittenen Technik kaum übertroffen worden sind.

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Die Schmiede nahmen es mit der Steuer nicht sehr genau

Teichmauer am Diederichskotten 1994. Foto: G. Schmidt (aus seinem 6. Buch)Teil II

Wann die ersten Wasserhämmer und Schleifkotten im Remscheider, Cronenberger und Lüttringhauser Gebiet erbaut worden sind, wissen wir nicht. Die Heberegister der Kellnerei Burg aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die uns Auskunft zu geben vermöchten, sind leider verloren gegangen. Das älteste bekannte Verzeichnis der Mühlen, Hammerwerke und Schleifkotten im Amt Bornefeld ist von dem Burger Kellner Johann Bernhard Francken im Jahre 1692 aufgestellt worden. Aus dem Amt Beyenburg, dem die Wasserwerkean der Nordgrenze Remscheids und im Lüttringhauser Gebiet unterstanden, sind uns ältere Nachrichten erhalten geblieben.

Wie bemerkt, war dieses Amt über 100 Jahre lang mit einer kurzen Unterbrechung verpfändet. In der Zeit der Zwischenherrschaft entstanden am Morsbach, Mückenbach, Hermannsmühlenbach usw. zahlreiche Wasserkraftanlagen. Da sich die fremden Besitzer um die gewerblichen Verhältnisse dieses abgelegenen Gebiets anscheinend wenig kümmerten, so hatten die Inhaber dieser Werke keine Genehmigung nachgesucht. Recht erfreulich war es auch für sie, dass sie keine Abgaben für die Benutzung der Wasserkraft zu entrichten brauchten, während sonst in jenen Zeiten vielfach der Staat oder jeweilige Grundherr die Flüsse und Bäche als Regal nutzte und für die Benutzung der Gefälle einen Wasserzins einzog.

Dieser Zustand der Steuerfreiheit nahm aber mit der Rückkehr unter das Bergische Regiment ein jähes Ende. Im Jahre 1608 schrieb der Beyenburger Rentmeister Johannes Karsch an den Kanzler und die Räte zu Düsseldorf, dass im Kirchspiel zu Lüttringhausen in verschiedenen Orten auf den kleinen Bächen „vor langer Zeit vor und nach" einige Untertanen auf ihrem eigenen Grund und Erbe Klopfhämmer, Schleifkotten, Pulver- und Walkmühlen aufgerichtet und gebaut hätten, aber keine Wassererkenntnis (Steuer) zahlten, wie es im Amt Solingen und Burg gebräuchlich wäre. Die stets geldbedürftige Düsseldorfer Regierung nahm mit Vergnügen von dieser neuen Einnahmequelle Kenntnis und erteilte dem Rentmeister den Auftrag, unter Zuziehung des Lüttringhauser Richters sowie zweier Scheffen und des Amtsboten die betreffenden Werkstätten in Augenschein zu nehmen und den zu entrichtenden Wasserzins zu bestimmen. Es fand dann eine Besichtigung der Werke statt, die unterhalb der Hermannsmühle begann und bis zum Clemenshammer, hierauf ins Gelpetal bis zum Salscheider Bach führte und mit zwei Abstechern zum Leyer- und Marscheider Bach beendet wurde. Dabei wurden u. a. am Morsbach zwischen Clarenbach und Clemenshammer vier Klopfhämmer und neun Schleifkotten festgestellt.

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Keine Franzosen in den Kirchenbüchern, die 1680 begannen

Der Schmied vom Luhnshammer. Foto: HIZ Remscheid

Teil I

Es dürfte kaum ein zweites Gebiet geben, auf dem so viele Irrtümer und unzutreffende Annahmen verbreitet sind wie in den geschichtlichen Darstellungen der bergischen eisengewerblichen Tätigkeit. Es scheint, als ob man den Bewohnern des Bergischen eine solche Fülle von Erfindungen, wie sie hier im Verlauf von drei bis vier Jahrhunderten gemacht wurden, nicht zugetraut hat. Nicht nur die Einrichtung der Wasserhämmer, sondern auch die Gründung der Schleifkotten, die noch weiter zurückreicht, hat man fremden Einwanderern zuschreiben wollen, und eine ganze Reihe der ältesten Remscheider Geschlechter waren in den letzten Jahrzehnten eifrig aber erfolglos bemüht, ihre Stammväter unter eingewanderten Niederländern und Franzosen ausfindig zu machen. Heute wissen wir, dank den Forschungen eines Crecelius, Holthaus, Schell, Schmertosch von Riesenthal, Strutz u. a., dass ein nennenswerter Zuzug von Fremden weder unter der Schreckensherrschaft Albas (1568), noch während der französischen Hugenottenverfolgung (1562—1598), noch endlich nach der Aufhebung des Edikts von Nantes (1685) stattgefunden hat und dass eine Befruchtung der Gewerbetätigkeit durch fremde Schmiede und Schleifer nicht nachzuweisen ist. Die Entwicklung des bergischen Gewerbes, namentlich auch die Einrichtung von Wasserkraftanlagen, war schon zu Anfang des 17. Jahrhunderts soweit vorgeschritten, dass es einer Beeinflussung von außen her gar nicht mehr bedurfte.

Wenn auch eine Beeinflussung der Gewerbetätigkeit durch die Hugenotten verneint werden muss, so hat doch nach Kuske (Volkswirtschaft des Rheinlandes, S. 5 ff.) eine starke Beeinflussung durch die Protestanten stattgefunden, die aus den katholischen Städten (Köln) unter dem Druck der ihnen als Andersgläubigen aufgezwungenen Bedingungen notgedrungen ihre wirtschaftliche Betätigung auf das Land verlegten. „Das hat zur Entwicklung neuer Industriegebiete und neuer Städte in den bisher ländlichen Gegenden unter protestantischer Leitung geführt, wie das Beispiel von Elberfeld, Barmen, Solingen und Remscheid zeigt."

Auch Thun, der die bergische Industrie eingehend behandelt, hat die Sagen von der Einwanderung vertriebener Niederländer und Franzosen unbesehen übernommen. Er schreibt im Anschluss daran, dass die bergischen Meister die Fremdlinge nicht dulden wollten und dass infolge der entstandenen Streitigkeiten mehrere Schmiede im Jahre 1687 in die Grafschaft Mark auswanderten. Dort seien sie am Gevelsberge, an der Enneperstraße und bei Hagen und Eilpe mit offenen Armen aufgenommen worden. Derartige Ansichten gingen noch in die neuere Literatur über, finden sich z. ß. bei Franz Ziegler (S. 19) und in erst kürzlich erschienenen Dissertationen. Auch in dem „Stammbaum der Bergischen Landesherrn" heißt es auf Seite 18: „Den Beschwerden seiner evangelischen Landeskinder half er (Kurfürst Johann Wilhelm von Berg) durch die sogenannten Toleranzedikte ab. Den französischen Protestanten, die infolge der Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 geflüchteten, gestattete er die Niederlassung in seinen Landen und legte damit den Grund zur bergischen Industrie." Die Remscheider Kirchenbücher, die 1680 beginnen, führen aber keinen französischen Einwanderer in dieser Zeit auf. Wie wir später sehen werden, hatte die Auswanderung der bergischen Sensenschmiede ganz andere Ursachen. Diese fortschrittlich gesonnenen Schmiede, denen die Sensenzunft den Betrieb ihrer Hämmer untersagte, wurden nicht durch Fremdlinge, sondern durch ihre eigenen Genossen aus der Heimat vertrieben.

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Postkarte erinnert daran, "wie es früher war"

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Nicht alle Objekte auf dieser Ansichtskarte gibt es auch heute noch, die in Remscheid am 31. 12. 1904 bei der Post abgestempelt wurde. Durch Krieg oder modernisierende Sanierung (nennen wir es mal so) hat sich so manches verändert. Etwa beim Stadtpark Remscheid, dem Rathaus Elberfeld, dem Tölleturm in Barmen, beim Markt in Solingen, in Schloss Burg und an der Kaiser-Wilhelm-Brücke, an der Talsperre, und auch an der Schwebebahn und der Barmer Ruhmeshalle. Aber es ist doch schön, dass wir mit dieser Postkarte noch eine Erinnerung daran haben, "wie es früher war".

Ein Frankfurter Mundartdichter schrieb einmal (hier übersetzt): "Und es will mir nicht in den Kopp hinein, wie kann nur ein Mensch nicht aus Frankfurt sein". Das gilt im übertragenen Sinne natürlich auch für die Lenneper, und darum sage ich: Wenn Sie schon nicht in Lennep wohnen, dann kommen Sie doch einfach mal vorbei, mit der Eisenbahn z.B., aber natürlich geht das nur, wenn der "Müngstener" gerade mal fährt und die ehemalige Kaiser-Wilhelm-Brücke nicht repariert werden muss. ;-)

Wochenrückblick vom 24. bis 30. Dezember 2018

 

Betriebsstilllegungen im Kampf gegen Wucherpreise

Im Jahre 1715 besaßen die Hammerwerksbesitzer der Hückeswagener Gegend schon eine gewisse Monopolstellung in der Vermittelung des Siegerländer Stahls und Eisens. Sie fühlten sich stark genug, durch willkürliche Preissteigerungen einen Druck auf ihre Abnehmer auszuüben, so dass das Cronenberger Handwerksgericht die Hilfe der Regierung anrufen musste. Am 11. Februar 1715 beklagten sich die Sensenschmiede, „dass einige hiesige Landes­eingesessene aus dem Kirchspiel Lüttringhausen", nämlich Peter Clarenbach und Tilman Goldenberg durch ein Abkommen mit den Freudenberger und Ferndorfer Kaufleuten fast den gesamten Stahl- und Eisenhandel im Bergischen an sich gerissen hätten und den Preis nach Belieben erhöhten. Sie wiesen darauf hin, dass die Betreffenden durch ihre Monopolstellung sich bereicherten und dass „der geringe Handwerksmann und Schmied, sowie die Sensen-Kaufleute" durch das rücksichtslose Vorgehen der beiden ruiniert würden. Ferner betonen sie, dass die Bergischen Kaufleute mit den Märkischen, „welche hin und her an allen Märkten und in großer Quantität die Stahl- und Eisenwaren verkauften, nicht mehr zu Markt gehen könnten, absonderlich, da solche das Stahl und Eisen aus der ersten Hand zu wohlfeilerm Preis einkauften". Man beschloss daher, an die Behörden heranzutreten und um Abhilfe zu bitten, da die Bergischen Schmiede durch Eid verpflichtet seien, im Lande zu bleiben und also den Machenschaften eigennütziger Zwischenhändler hilflos preisgegeben wären.

Über den Erfolg dieser Beschwerde erfahren wir nichts. Wenn auch den damaligen Übergriffen ein Riegel vorgeschoben wurde, so behielten doch die genannten Familien im Bergischen Stahlhandel ihre Vormachtstellung. Die Blüte der Hammerwerke an der oberen Wupper war aber auch nicht von Dauer. Sie bildete nur ein Zwi­schenspiel als Vorläufer jener gewaltigen Entwicklung der Eisen- und Stahlerzeugung, die nach Erschöpfung der Holzkohlengebiete sich nach Norden den Steinkohlenschätzen der Ruhr zuwandte.

In den bewegten Zeiten des Siebenjährigen Krieges, in denen auch der Bergische Landesherr Karl Theodor zu den zahlreichen Gegnern Friedrichs des Großen gehörte, war bei der Unsicherheit der Verbindungen zwischen dem Bergischen Industriegebiet und dem Siegel lande der Stahltransport stark behindert. Da das Märkische Gebiet mit seiner aufblühenden Waffen- und Werkzeugfabrikation den Siegener Rohstoffquellen näher lag, so wurde diesem ein großer Teil des Materials zugeleitet, namentlich, wenn die auch hier im Westen recht tatkräftig auftretenden preußischen und hannoverschen Truppen in der Gegend zwischen Berg und Mark das Feld beherrschten. Die Inhaber der Erzgruben und Hütten machten sich die Konjunktur zunutze und steigerten die Preise nach Belieben, und selbst die Stahl- und Eisenherren in der Hückeswagener Gegend mussten jetzt am eigenen Leibe erfahren, wie weh es tut, von anderen in unbarmherziger Weise geschröpft zu werden.

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Im 18. Jahrhundert lebte der alten Bergbau wieder auf

Zur Zeit des Siebenjährigen Krieges (1756–1763), als der Rohstoffbezug für die Bergische Eisenindustrie sehr erschwert und verteuert war, kam einigen Remscheider Kaufleuten der Gedanke, durch Wieder­eröffnung oder Neugründung von Bergwerken in der Remscheider Gegend die Hammerwerke und Schmieden von den fremden Roh­stoffquellen unabhängig zu machen. Besonders Johann Jacob Grothaus, ein Mitglied der Sensenzunft, und Peter Busch gingen in echt Bergischer Unternehmungsfreudigkeit sofort ans Werk. Schon im Jahre 1758 eröffneten sie die Bergbautätigkeit mit der Aufräumung zweier alter Stollen in der Nähe von Reinshagen. Der eine befand sich in dem kleinen Tale rechts von der Straße Reinshagen-Tirol unterhalb der sogenannten Wolfskuhlen, die ebenfalls alte Eisen­steingruben darstellen. Der andere lag in der engen Schlucht zur Linken der genannten Straße und wurde als das Eichenhöfer Berg­werk bezeichnet. Nachdem man die Stollen unter der Leitung des aus Sachsen berufenen Bergsteigers Schildbach freigelegt hatte und dadurch der Ablauf des Bergwassers gesichert war, trieb man von oben chächte auf die Stollen herab. Auf dem Grunde der Stollen und Schächte wurde Brauneisen­stein in vier bis fünf Fuß mächtigen Gängen, an einer Stelle auch der soge­nannte weiße Stahlstein in guter Beschaffenheit festgestellt und in solcher Menge gefördert, dass die Erze zur Eröffnung einer „Hütten­kampagne" (von Frühjahr bis Spätherbst) genügten. Man fand aber bald, dass die Oberfläche der Erzgänge schon in älterer Zeit vollständig ausgebeutet war und dass  man zur Erschließung weiterer Erzvorräte tiefere Stollen zur Ableitung des reichlich quillenden Bergwassers vortreiben musste.

Mit einem Aufwand von mehreren tausend Reichstalern wurde sowohl auf dem Eichenhof als auch unterhalb der Wolfskuhlen je ein neuer Stollen bis auf den Grund des Tales getrieben. Bei den Versuchsarbeiten hatte man den Eichenhöfer Schacht bis zu acht Meter Tiefe unter der Sohle des alten Stollens abgeteuft, wobei man das eindringende Wasser mittels Handpumpen entfernte. Man gewann dabei einen ziemlichen Vorrat an braunem Eisenstein, konnte aber schließlich des Bergwassers nicht mehr Herr werden. In siebenjähriger Arbeit wurde dann der 400 Meter lange St. Jacobsstollen fertig gestellt. Die umfangreiche Halde im Grunde des Eichenhöfer Siepens, durch die das Wasser seinen Weg gebahnt hat, zeugt noch heute von dem Um­fang der geleisteten Arbeit.

Bedeutend schwieriger gestaltete sich die Erschließung der Wolfskuhler Erzgänge, da dort der neuangelegte Stollen nicht ge­nügte, die tieferen erzreichen Stellen auszubeuten. Als notwendig erwies sich die Durchbohrung des ganzen Bergrückens in einer Länge von 280 Metern bis in die Gegend des späteren Hüttenhammers, um den Abzugsstollen auf der tieferliegenden Sohle des benachbarten Eschbachtales münden zu lassen und so das nötige Gefälle für die Wasserleitung zu gewinnen. Dieser Stollen­bau, der im Jahre 1760 gegenüber der Lobachmündung begonnen wurde, blieb aber in den Anfängen stecken. Inzwischen hatten sich nämlich die Schwierigkeiten für das Bergbauunternehmen derart gehäuft, dass seine Fortführung stark gefährdet war. Bei der Suche nach einer geeigneten Stelle zum Bau der erforderlichen Erzschmelze und eines Pochwerks zur Auf­bereitung der Erze war man auf erhebliche Hindernisse gestoßen. Weder am Lobach noch am Eschbach war in der Nähe des Berg­werks eine freie Wasserkraft, deren man zum Hüttenbetrieb be­durfte, zu finden, überall waren schon Eisen- und Stahlhämmer sowie Schleifkotten in Betrieb. 

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Acht von 151 Videos des Waterbölles in 2018

Förderverein "Feilenfabrik Ehlis" auf gutem Weg

Remscheids neues Cinestar-Kino mit sechs Sälen

Sport, Kultur, Geschichte, Heimat – die Auswahl aus den rund 150 Videos, die der Waterbölles in diesem Jahr bei YouTube über Remscheid einstellte, fällt schwer.

Gekleidet wie einst die Remscheider Feilenhauer, führte Klaus R. Schmidt beim Tag des offenen Denkmals viele Besucherinnen und Bescher durch die einstige Feilenfabrik Ehlis im Eschbachtal. Die Geschichte dieses traditionsreichen Handwerks hält heute ein gemeinnütziger Verein aufrecht. Der habe in der kurzen Zeit seines Bestehens schon viel geleistet, bescheinigte Stadtführer Schmidt. Er hatte an diesem Tag Führungen im Stundentakt - und dabei immer viel zu erzählen. Denn mit den alten  Schmieden und Kotten im Eschbachtal kennt sich der Remscheider aus. Der Waterbölles begleitete ihn auf einem Teil seines Rundgangs, bevor er Thomas Abbas, den Vorsitzenden des "Fördervereins zur Erhaltung der Feilenfabrik in Schlepenpohl e.V.", nach den weiteren Ausbauplänen für die Feilenfabrik befragte.

Remscheid freut sich auf das "Kino mit Gleisanschluss". Das neue Multiplex-Kino Cinestar Remscheid darf an dieser Stelle nicht fehlen. Es präsentierte sich vor zwei Wochen bei der Eröffnung als ein Millionen-Objekt mit voll digitalisierten Projektionsstandards und herausragender Tontechnik in zwei größeren und vier kleineren Kinosälen auf zwei Etagen mit insgesamt 1.300 Sitzplätzen. Auch die zahlreichen geladenen Gäste einer Premieren-Party zeigten sich von dem Neubau beeindruckt.  Wie Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz an diesem Tag berichtete, wird die alte Remscheider Bahnhofsuhr, die nach dem Gebäudeabriss eingelagert wurde, derzeit wieder in Gang gesetzt. Sie soll an der Außenfassade des neuen Kinos angebracht werden.

Rögy-Dreifachturnhalle sportlich eingeweiht

Starts beim 18. Röntgenlauf in Hackenberg

Es war eine sportliche Feier, mit der die neue Dreifachturnhalle des Röntgen-Gymnasiums in Remscheid-Lennep, die sich die Stadt 7,2 Millionen Euro hat kosten lassen, eingeweiht wurde. Sportlich kurz die Reden, und sportlich auch die Akrobatik, mit der die Jungen und Mädchen der Klasse 6a die Feier eröffneten. Ein Torwandschießen, an dem neben den Siegern eines Schülerturniers auch die drei Redner teilnahmen, stand an Ende des Programms. Leider flog die „Kirsche“ kein einziges Mal durchs Loch.

Die Marathonläuferinnen und -läufer waren am Clemenshammer schon lange auf der Strecke gegangen, da gab Wolfgang Görtz vom Röntgen Sport Club e.V. beim 18. Röntgenlauf im Sportzentrum Hackenberg den Startschuss für den 400 Meter langen Lauf der Bambini (Jahrgang 2011 und jünger). Merke: Früh übt sich... Und das galt auch für die beiden Kinderläufe über 800 Meter (Jahrgang 2009 und 2010) bzw. 1.250 Meter (Jahrgang 2007 und 2008), und den 2.450 Meter langen Schüler-Crosslauf (Jahrgang 2003 bis 2006), jeweils getrennt für Jungen und Mädchen. Eltern, die nicht nur den Start, sondern auch den Zieleinlauf mit dem Smartphone fotografieren oder Filmen wollten, mussten sich gerade beim ersten Lauf sputen, um vor ihren Sprösslingen am Ziel zu sein.

Eschtival mit Jürgen Drews

Eschtial mit den Kölner Höhnern

Einige Tage lang war es für eingefleischte Fans des auch nach Jahren beim deutschen Publikum immer noch beliebten und sympathischen Sängers eine Zitterpartie: Kommt er, oder kommt er nicht? Doch Jürgen Drews kam. Mit seiner Band. Ihr Auftritt beim 2. Eschtival im Freibad Eschbachtal war der erste nach einem kurzen, aber kritischen Krankenhausaufenthalt. Und auch nach mehr als 40 Jahren sprang der Funken über bei Hits wie „Ein Bett im Kornfeld", „Barfuß durch den Sommer", „Himbeereis zum Frühstück“ und „Wir ziehn heut' Abend aufs Dach". (Den Kalauer im Titel des Videos mögen die Fans mir verzeihen)

Auf den bergischen Höhen ein schöner Sonnenuntergang, da starteten die „Höhner“ beim 2. Eschtival auf dem Gelände des Freibads Eschbachtal vor rund 1.400 Besucherinnen und Besuchern ihr Konzert. Und die klatschten bald die Musik der Kölner Band begeistert mit. Viele kannten sogar die Liedtexte auswendig. Stefan Grote, der Vorsitzende des Fördervereis, der vor einigen Jahren Deutschlands ältestes Binnenfreibad von 1912 vor der Schließung bewahrte, konnte nicht nur mit der Stimmung zufrieden sein, sondern auch mit den Einnahmen. Insgesamt endete das 2. Eschtival allerdings mit einem dicken Minus in der Kasse.

Junge Französinnen von Deutschen überrascht

Das Archiv der Remscheider Museen

Im Rahmen eines Austauschprogramms des Deutsch-Französischen Jugendwerks verbrachten Judith Vidal (17) und Gaëlle Marchand (16), zwei Schülerinnen aus Remscheids französischer Partnerstadt Quimper, vom 29. Juni bis 29. Juli den ersten Teil ihrer Sommerferien in Remscheid, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. In der jeweiligen Gastfamilie, aber auch im Ferienjob in je einem Remscheider Kindergarten, der Kita Henkelshof bzw. der Kita Eisernstein. Darüber und über ihre anderen Eindrücke und Erlebnisse in diesem  für sie bislang fremden Land erzählten sie dem Waterbölles erfrischend ungezwungen im Video.

Schon seit längerem nutzen das Deutsche Werkzeugmuseum und das Deutsche Röntgen-Museum gemeinsam eine ca. 1.600 Quadratmeter große ehemalige Fabrikhalle in Radevormwald-Dahlerau an der Wupper als Museumsarchiv. Diese beherbergt unzählige Röntgenapparaten und -zubehörteile bzw. Maschinen zur Metallverarbeitung und Interieur von Haus Cleff, das zur Sanierung ausgeräumt werden musste. Alles Dinge, die (noch) nicht reif sind für eine Präsentation in den öffentlichen Museumsräumen oder die dorthin eines Tages zurückkehren sollen. Dem Waterbölles stellten Dr. Uwe Busch, der Leiter des Röntgen-Museums, und Thomas Judt, Chef des städtischen Gebäudemanagements, die vielen „Schätze“ vor. Dass die Museumsstücke im  engen Tal der Wupper wegen der dortigen hohen Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen nicht optimal untergebracht sind, hat inzwischen ein Experte des Landschaftsverbandes Rheinland der Stadt Remscheid bescheinigt. Und deshalb gab die Politik grünes Licht für die Suche nach einer neuen Lagerhalle, möglichst im Stadtgebiet.

Wochenrückblick vom 17. bis 23. Dezember 2018

Dezember 2008: Der Waterbölles blättert zurück

Mit Rosen gratulierten die SPD-Delegierten Beate Wilding zur OB-Nominierung. Foto: Lothar Kaiser Einstimmig sprachen sich SPD und Grüne am 1. Dezember 2008 für Beate Wilding als OB-Kandidatin aus. Und Oberbürgermeisterin Beate Wilding strahlte dar ob noch mehr als sonst: „Ich freue mich über das tolle Ergebnis wie jeck!“ Zuerst auf der Versammlung der Remscheider Grünen im Röntgen-Museum und dann anderthalb Stunden später auf dem Unterbezirksparteitag der SPD in der Sophie-Scholl-Schule war sie ohne Gegenstimmen und ohne Enthaltungen zur OB-Kandidatin bei der Kommunalwahl 2009 gewählt worden – von 20 Grünen und 57 SPD-Delegierten (acht waren nicht erschienen). Der SPD-Unterbezirksvorsitzenden Lothar Krebs kündigte damals ein gemeinsames Programm von SPD und Grünen für die nächste Kommunalwahl und die Jahre danach, das gleichermaßen sozial wie ökologisch werden solle.

Vor zehn Jahren bekam Remscheid neue Straßen bzw. neue Straßenbezeichnungen, den „Pirna-Platz“ zwischen Kaufland und Unterführung Bismarckstraße, die „Prešover Straße“ Richtung Weststraße und die „Alma-Mühlhausen–Straße“ im neuen Baugebiet „Sonnenhof“. Damit sollte „Leben und Wirken der Remscheider Heimatdichterin gewürdigt werden.“ Alma Mühlhausen geb. Dorfmüller, am 24. September 1883 in Remscheid geboren und dort am 5. Februar 1961 gestorben, wurde ob ihrer Bücher auch am 5. Februar 1961wurde sie liebevoll „die Remscheider Märchentante" genannt.

Im Dezember 2008 beschloss die Bezirksvertretung Süd, den Baumschutz im Südbezirk stärker zu verankern. Konkret: Die Verwaltung erhielt den Auftrag, die BV vierteljährlich vorab (abgesehen von „Gefahr im Verzug“) über geplante Baumfällarbeiten zu informieren und einmal jährlich eine Baumbilanz vorzulegen, aus der hervorgeht wo Bäume gefällt und wo neue gepflanzt wurden.

Wo jetzt noch Baufahrzeuge stehen, nimmt der künftige 'Bahnhofsgarten' langsam Gestalt an. Einige Steinwälle sind schon fertig. Foto: Lothar Kaiser Vor zehn Jahren entstand am Remscheider Hauptbahnhof der „Bahnhofsgarten“. Auf dem Gelände tummelten sich im Dezember 2008 die ersten Baufahrzeuge. Nachdem sich ein Jahr zuvor auch die letzte Hoffnung zerschlagen hatte, dass das „Schaufenster der Wirtschaft“ doch noch Wirklichkeit werden würde, war die Idee des „Bahnhofsgartens Remscheid“ entstanden.

Landesbehörde hält an Ampelanlage für Müngsten fest“, nahm der städtische Bauausschuss vor zehn Jahren mit Bedauern zur Kenntnis. Gerne hätte er dazu damals den Chef der Gummersbacher Niederlassung des Landesbetriebs Straßen NRW befragt, doch der sagte ab. Stattdessen kam ein Brief des Verkehrsministers mit obiger Aussage.

Was ist eigentlich aus den Konfliktberater/innen für die Bediensteten der Stadt geworden. Nach denen hatte die Verwaltung Angang Dezember 2008 auf gelben DIN A3-Plakaten, die auf allen Fluren des Rathauses zu sehen waren, gesucht – nach „engagierten und interessierten Mitarbeiter/innen, die auf Grund ihrer persönlichen Erfahrungen und/oder ihrer beruflichen Kompetenzen an der Umsetzung der Idee des fairen Umgangs mit Konflikten am Arbeitsplatz mitarbeiten und als Konfliktberater/innen tätig werden wollen“. Eine Arbeitsgruppe des betrieblichen Gesundheitsmanagements hatte zuvor ein Konzept zur Konfliktberatung entwickelt: Nicht gelöste Konflikte oder destruktive Konfliktlösungen am Arbeitsplatz mindern auf Dauer die Zufriedenheit der Arbeitnehmer/innen, verringern die Qualität der Arbeitsergebnisse und beeinträchtigen das körperliche und seelische Wohlbefinden aller Beschäftigten“.

Mit einem Defizit im Jahresetat 2009 von 73 Millionen Euro rechnete im Dezember 2008 der damalige amtierende Stadtkämmerer Burkhard Mast-Weisz. Und der Waterbölles titelte damals: „Hilflose Verwaltung sieht Schuldenberg weiter wachsen“. Da hatte das Rödl-Gutachten, das im Juli 2007 Einsparmöglichkeiten aufgezeigt hatte (realistische, aber leider auch unrealistische), längst Patina angelegt. In der Arbeitsgruppe Kommunalpolitik der SPD-Bundestagsfraktion beklagte vor zehn Jahren Interimskämmerer und Sozialdezernent Burkhard Mast-Weisz den mangelnden finanziellen Handlungsspielraum der drei bergischen Großstädte.

Auf Basis eines früheren Antrages der CDU-Fraktion empfahl der Jugendhilfeausschuss vor zehn Jahren, die Alleestraße für Familien mit Kindern attraktiver zu machen, d. h. im Bereich der Zange von Mai bis August 2009 einen Groß-Sandkasten einzurichten. An fünf Standorten entlang der Alleestraße könnten weitere Spielmöglichkeiten geboten werden, die Eltern mit kleinen Kindern den Bummel über die gesamte Alleestraße attraktiver machen. Zugleich sollten in diesem Zeitraum wöchentliche Spielaktionen auf dem Theodor-Heuss-Platz stattfinden. Ich gebe zu: An die Realisierung kann ich mich nicht mehr erinnern. Hat es die überhaupt gegeben?

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Mandt, Schornsteinfegermeister, erschien zum Richtfest als Glücksbringer. Foto: Lothar Kaiser Das Richtfest am neuen P+R-Parkhaus am Hauptbahnhof wurde am  5. Dezember 2008 gefeiert. Oberbürgermeisterin Beate Wilding, an ihrer Seite Bezirksschornsteinfeger Klaus Mandt (CDU) als Glücksbringer,  dankte den am Bau beteiligten Handwerkern und den Mitarbeitern der Verwaltung „für umsichtige und gute Arbeit“. Wörtlich: „Ihnen verdanken wir, dass im zurückliegendem halben Jahr dieses Gebäude auf insgesamt 65 Bohrpfählen entstehen konnte. Sie tragen das Gebäude mit Tiefen von zwischen acht bis 15 Meter. Deshalb ist das ein sicherer Standpunkt auf dem bergischen Felsen unserer Heimatstadt. Dieses Parkhaus ist mit Sicherheit nicht auf Sand gebaut! Mit Fördermitteln des Landes und des Bundes wurden hier 2,5 Millionen Euro investiert, und so eine Investition in die Zukunft Remscheids verwirklicht.“  Dass bei der Planung einiges vergessen worden war, stellte sich erst später heraus.

In dieser Woche begann in Müngsten der Abbruch der früheren 'Exit'-Diskothek. Foto: Michael Tettinger Im Dezember 2008 zerkleinerte ein Abbruchbagger  die ehemalige Disco "Exit" unter der Müngstener Brücke. Die Solinger  Lebenshilfe e.V.  hatte das traditionsreiche Ausflugslokal gekauft, um an dessen Stelle künftig in einem Neubau „gehobene Gastronomie für den Brückenpark“ anbieten zu können. (Mehr zur Geschichte des „Exit“-Gebäudes hat Michael Tettinger aus Solingen auf dieser Internetseite zusammengetragen. Von ihm stammt auch obiges Foto).

Im Juni 2008 hatte Stadtplaner Hans Gerd Sonnenschein der Bezirksvertretung Süd zum Gewerbegebiet Mixsiepen  erklärt: „Ein Autohaus möchte noch in diesem Jahr das Grundstücksgeschäft abwickeln und anfangen zu bauen.“ Im Dezember wussten dann alle Beteiligten, dass nach dem ersten Autohändler auch ein zweiter seine Baupläne ad acta gelegt hatte. Dass sich dort doch noch ein Autohändler niederlassen würde, entscheid sich erst Jahre später.

An Wechseln an der Spitze der Ratsfraktion mangelte es der Remscheider CDU nicht. „Philipp Veit führt ab heute die CDU-Ratsfraktion“, überschrieb der Waterbölles am 8. Dezember 2008 eine Pressemitteilung der CDU: „Mit deutlicher Mehrheit haben die die CDU-Ratsmitglieder in ihrer heutigen Fraktionssitzung Philipp Veit zu ihrem neuen Chef gewählt und Hans-Herbert Wilke zu einem der beiden Stellvertreter.“ Veit damals: „Ich möchte die Fraktion so führen, dass sie geeint das eine Ziel vor Augen hat: aus dem Wahlkampf als stärkste Fraktion hervorzugehen. Und das bekommen wir nur hin, wenn alle an einem Strang ziehen“. Am gleichen Tag, spät abends, nominierte der CDU-Kreisvorstand Jochen Siegfried als OB-Kandidaten. Die CDU-Kreisvorsitzende Elke Rühl (MdL) bezeichnete ihn als „die richtige Persönlichkeit für einen überzeugenden Neuanfang“.

In der Nachfolge von Jürgen Müller wählte der Rat der Stadt am 11, Dezember 2008  Sozialdezernenten und Interimskämmerer  Burkhard Mast-Weisz zum Stadtdirektor  und damit zum Vertreter der Oberbürgermeisterin. Für ihn votierten in offener Abstimmung die 31 Ratsmitglieder von SPD, Grünen, W.i.R. und FDP. Dagegen stimmten die 22 Ratsmitglieder der CDU. Es war der erste Auftritt von Philipp Veit im Rat als neuer CDU-Fraktionsvorsitzender: "Die CDU lehnt den Beschlussentwurf ab", fasste er sich äußerst knapp. Eine Begründung für diese Entscheidung gab er nicht ab.

Von der Stadt als Reservefläche für Gewerbeansiedlung vorgesehen. Foto: Lothar KaiserStadt kauft "Reservefläche" für Gewerbeansiedlung“, hieß es am 15. Dezember 2008 im Waterbölles. Die Stadt hatte an der Borner Straße in Lennep eine landwirtschaftlich genutzte Fläche von ca. vier Hektar (40.000 Quadratmeter) für rund 400.000 Euro gekauft, um es in ein Gewerbegebiet umzuwandeln. Die Realisierung lässt allerdings noch auf sich  warten...

Der am 9. April 2008 gegründete Freundschaftsvereins Kırşehir-Remscheid wurde im Dezember 2008 ins Vereinsregister eingetragen. Mehr als 8.000 Remscheider haben familiäre Wurzeln in der kappadokischen Region von Kırşehir südöstlich von Ankara. Von dort waren sie oder ihre Vorfahren seit 1963 nach Remscheid gekommen.