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Wochenrückblick vom 25. November bis 1. Dezember 2019

November 2009: Der Waterbölles blättert zurück

Am 27. November 2009 wählte die  Grüne Jugend Remscheid auf ihrer Jahreshauptversammlung ein neues Führungsduo: Solveig Pick (19) und Berkan Tensi (16). Ferner wurden Katja Schumann (17), Ozan Yildirim (18) und Muharrem Yigit (17) in den Vorstand gewählt. Berkan Tensi kündigte an, dass sich die Grüne Jugend auch künftig kritisch mit aktuellen politischen Themen befassen werde. „Dabei werden wir auch die neue Gestaltungsmehrheit im Remscheider Rat nicht aussparen“, so Tensi. Ich weiß schon nicht mehr, wann ich das letzte Mal von der Remscheider Gruppe gehört habe. Ich glaube, sie ist schon vor ein paar Jahren sang- und klanglos „entschlafen“.

Nicht dass ein Weidezaun einen Hund, der von der Leine gelassen wurde, davon abhalten könnte, über Felder und Wiesen zu streunen. Umso eher tut er dies, wenn sein Herrchen/Frauchen ihn lässt, wo es gar keine Zäune gibt. Zum Beispiel auf dem Hohenhagen. Deshalb stellte dort im November 2009 ein betroffener Landwirt dort ein Schild auf („Wiesen und Felder sind kein Hundeklo!"), das der „Fremddüngung“ durch Hunde Einhalt gebieten sollte. Zitat: „Liebe Hundebesitzer, auf diesen Wiesen und Feldern wachsen hochwertige Nahrungs- und Futtermittel.  Hundekot verschmutzt jedoch das Erntegut und kann Krankheiten übertragen.“

Ein Dauerbrenner der unangenehmen Art ist schon seit seiner Inbetriebnahme das P&R-Parkhaus auf dem südlichen Teil des Bahnhofsgeländes. "Herr, lass für die Vandalen Hirn regnen!" titelte der Waterbölles am 18. November 2009 nach einer ganzen Reihe von sinnlosen Sachbeschädigungen. Die beschäftigten damals die Mitglieder der Bezirksvertretung Alt-Remscheid. Einhellig forderten sie eine Videoüberwachung – nicht nur für die Bahngleise, sondern auch für das Parkhaus. Vorstellbar sei auch ein roter Alarmknopf im Parkhaus, damit in Notfällen schnell die Polizei alarmiert werden könne. Beides wurde dann aber wieder verworfen.

Zwei unmaskierte Männer überfielen vor zehn Jahren die Hauptstelle der Stadt-Sparkasse an der Alleestraße. Verletzt wurde niemand. Unter Vorhalt von Schusswaffen forderten sie zwei Kassiererinnen zur Herausgabe von Bargeld auf. Mit mehrere Tausend Euro in einem Stoffbeutel flüchtete das Duo in Richtung Hochstraße. Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndung fiel einer Streifenwagenbesatzung an der Neuenkamper Straße ein haltendes Taxi auf, aus dem zwei Männer ausstiegen und in einem Hinterhof verschwanden. Die Beamten folgten den Männern und konnten sie auf dem Hof widerstandslos festnehmen. In einem Rucksack fanden die Beamten die Beute.

Aus Anlass seiner Wahl zum Bundestagsabgeordneten gratulierte vor zehn Jahren Oberbürgermeisterin Beate Wilding dem CDU-Politiker Jürgen Hardt aus Wuppertal. Und erinnerte ihn an die Dokumentation "Wege aus der Schuldenfalle" vom 18. Dezember 2008, die die Situation der inzwischen 19 strukturschwachen Städte des Ruhrgebietes und des Bergischen Landes und der gemeinsamen Forderung nach staatlicher Hilfe zur kommunalen Selbsthilfe sehr konkret beschreibt. An Aktualität hat das Papier bis heute nichts verloren.

Im November 2009 bekam der Lenneper Bahnhof  ein blaues Dach aus Glas und Stahl. Es ragt über den Treppenabgang zur Unterführung hinaus bis auf dem vorderen Bahnsteig. „Ein echter Pluspunkt im Vergleich zum Bahnhof Remscheid“, kommentierte das damals der Waterbölles.

Am 7. November 2009 fiel in Remscheid ein öffentlicher Impftermin flach. Wegen sprunghaft angestiegenen Nachfrage reichte dafür das Impfstoffkontingent des städtischen nicht mehr aus. Und heute: Die Apotheker klagen über Engpässe bei Medikamenten.

1929: Sühne für Raubmord in Bliedinghausen

Mit dem Stadtfest „90 Jahre Großstadt Remscheid“ wurde am 10. August an die Eingemeindung Lenneps am 1. August 1929 erinnert. Dazu gehörte auch eine Art „Extrablatt“, von  einem „Zeitungsboten auf dem Rathausplatz den Besuchern angeboten, das in der vor 90 Jahren in Zeitungen üblichen Schrift (da ungewohnt, heute nur noch schwer zu lesen) Zeitungsberichte aus damaliger Zeit wiedergab. Dazu gehörte auch der folgende Bericht (Rechtschreibung im Original), der hinter dem heutzutage oft kritisierten Sensationsjournalismus nicht hintanstehen muss:

„Sühne für Raubmord in Bliedinghausen. 12 ½ Jahre Zuchthaus für den 20jährigen Paul Wieber. Ein grausiges Verbrechen, das mit einer entsetzlichen Gefühlsrohheit verübt sein muß, wurde am Vormittag des 11. April in der Rheinstraße in Rd.-Bliedinghausen entdeckt. Die im Hause Nr. 12 wohnende 64 Jahre alte Lebensmittelhändlerin Emma Meyer  wurde in der hinter ihrem Laden befindlichen Küche  blutüberströmt aufgefunden. Vor ihr auf dem Fußboden war eine große Blutlache und alles, was sich in der Nähe befand, wies zahlreiche Blutspritzer auf. Der hinzugerufene Arzt Dr. Rödmann leistete die erste Hilfe, und dabei stellte sich heraus, daß  die Frau ganz fürchterlich mißhandelt  worden war. Die Schädeldecke war zertrümmert, das Nasenbein eingeschlagen, auf dem Hinterkopf und an der Stirn befanden sich große Wunden, beide Augen waren blutunterlaufen, auch die Lippen blutig geschlagen, einige Zähne fehlten. Die Frau war bewußtlos und vermochte keine Auskunft über den Täter und die Tat  zu geben. Auf Anordnung des Arztes wurde sie schnell in die Krankenanstalten gebracht, und dort ist sie, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, am 16. April an den Folgen der erlittenen Verletzungen gestorben.

Bald nach Entdeckung der Tat erschien auch die Polizei, besichtigte den Tatort und stellte die ersten Ermittlungen an. Man gewann sofort die Ueberzeugung, daß ein ganz brutal ausgeführter Raub vorliege; die Ladenkasse stand offen, in der Küche waren Schränke und Schubladen durchwühlt und anscheinend nach Geld durchsucht worden. Einen Geldbetrag von 158 Mark in Hartgeld und Papiergeld, den man noch vorfand, hatte der Täter in der Hast liegen lassen. In dem Garten, etwa zehn Meter hinter dem Hause, wurde ein 24 Zentimeter großes Stück Eisenrohr gefunden, es war blutig und offenbar zu der Tat benutzt worden. Durch eine Untersuchung des Blutes wurde festgestellt, daß es Menschenblut war.

Die Nachforschungen nach dem Täter, an denen sich auch die Wermelskirchener und Elberfelder Kriminalpolizei beteiligten, führten bald zum Ziel; schon am 18. April konnte der 20 Jahre alte, schon wiederholt wegen Diebstahls bestrafte Schlosser Karl Wieber in Wermelskirchen in der Wohnung seiner Mutter als der Tat dringend verdächtig festgenommen werden. Er war mehrere Tage vor der Tat am Tatorte gesehen und beobachtet worden und war nach der Tat plötzlich verschwunden gewesen, auch war festgestellt worden, daß er in den letzten Tagen verhältnismäßig gut bei Kasse gewesen war, obwohl er arbeitslos war. Besonders verdächtig war auch, daß er in einem Geschäft 22 Mark Nickelgeld  in größere Münzen hatte umwechseln lassen, denn bei dem Raubüberfall war aus der Ladenkasse da§ Wechselgeld gestohlen worden.

Wieber wurde, wie es verabredet worden war, der Polizei in Elberfeld vorgeführt und dort von dem Kriminalkommissar Beermann vernommen. Den Grund seiner Verhaftung hatte man ihm, ebenfalls verabredetermaßen, verschwiegen. Auch Beermann fiel, als er ihn vernahm, nicht mit der Tür ins Haus, befragte ihn vielmehr zunächst, wo er in den letzten Tagen nach der Tat sich aufgehalten habe. Erst als Wieber, der sich ziemlich frech benah, durch unvorsichtige Bemerkungen selber sich verdächtig machte, kam er dem Zwecke der Vernehmung näher. Anfangs     leugnete  Wieber frech, etwas mit der Sache zu tun zu haben und erklärte, wenn der Kommissar ihn noch weiter mit verdächtigen Fragen belästige, werde er ihm überhaupt keine Antwort mehr geben. Als der Kommissar aber trotzdem weiter in ihn drang, ihm sagte, daß er schon so gut wie überführt sei und ihm nahelegte, nur durch ein reuiges Geständnis seine Lage zu verbessern, wurde er unsicher, und auf nochmaliges Zureden  gestand  er dann, daß er der Täter gewesen sei. Auf weiteres Befragen hat er anschließend daran die Tat in allen Einzelheiten geschildert und dieses Geständnis bei seinen späteren richterlichen Vernehmungen in vollem Umfange wiederholt."

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Wochenrückblick vom 18. bis 24. November 2019

 

Zur Geschichte der Lenneper Markt-Apotheke

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

In letzter Zeit gab es mehrere Artikel zur Zukunft der alten, längst vergangenen Markt-Apotheke an der Wetterauer Straße, die im Jahre 1981 endgültig geschlossen wurde. Ihr Leerstand ist in Lennep geradezu sprichwörtlich; so mancher erinnert sich noch an die damaligen Apotheker, und zahlreiche schöne Ansichtskarten aus der Zeit um 1900 bis in die heutige Gegenwart zeigen das historische Gebäude und seine Umgebung als eines der schönsten in der Lenneper Altstadt.

Wie es dort in Zukunft aussehen wird, werden wir durch neue Eigentümer vor Ort bald erfahren. Aber was ist eigentlich mit der Vergangenheit des historischen Ensembles? Einer der in seiner Zeit profundesten Lennep-Kenner, der der Heimat- und Familienforscher Paul Windgassen (1888-1965), Handelskapitän a.D., der zeitweise zuständig war für das Lenneper Stadtarchiv in Remscheid, schrieb dazu im Jahre 1955 einen Aufsatz im Mitteilungsblatt des Bergischen Geschichtsvereins, der sich u.a. auf die alten Lenneper Kirchenbücher stützt (vgl. https://www.lennep.eu/zur-marktapotheke-in-lennep/). Darin heißt es z.B.: „Die Nachrichten über eine Apotheke in Lennep lassen sich ... bis zum 30jährigen Krieg zurückverfolgen. In den ältesten lutherischen Kirchenbüchern (1654 - 1688) wird ein Apotheker Arnoldi Reinhold Fraes, aus Dortmund gebürtig, aufgeführt. Er war von ca. 1664 - 1712 Besitzer der Apotheke. (...) Ein späterer Nachfolger im 19. Jahrhundert war "der Apotheker Emil Halbach (1865 - 1939) aus Hagen in Westfalen, der am 7.8.1939 m Lennep verstarb. (...) Da Lennep nach einem alten Privileg immer einen Chirurgen und einen Wundarzt haben musste, von denen uns einige schon vor dem 30jährigen Kriege bekannt sind, so ist mit Bestimmtheit anzunehmen, dass die Apotheke bereits vor dem 30jährigen Kriege bestanden hat. Leider fehlt uns darüber jegliches urkundliche Material, das höchstwahrscheinlich bei den drei großen Stadtbränden 1325, 1563 und 1746 verloren gegangen ist. Nur ein altes Giftbuch aus dem Jahre 1823 ist noch vorhanden, in das die Giftempfänger namentlich mit Wohnort und Gewerbe, Art des Giftes und Quantum aufgeführt wurden. Alle drei Jahre fand eine Revision statt, und dann wurde bescheinigt, dass die Giftscheine mit den Eintragungen im Giftverkaufsbuch übereinstimmten. (...) Von 1823-1873 wurden insgesamt 954 Giftscheine ausgestellt, und zwar 797 für die Rattenbekämpfung, 55 für Fliegen und Ungeziefer, 40 für Fabrikbetriebe, 35 für die Mäusevertilgung, zehn für das Schmelzen von Gold etc., acht für das Waschen von Kühen und Pferden, drei für Schabenvertilgung, drei für Erdhunde, drei für Läuse, Maulwürfe und Hunde. (...)

Durch die Aufführung der Personennamen und des Gewerbes ist dieses Buch eine Fundgrube für die Familienforschung. Wie schon gesagt, war die Apotheke von alters her im Hause Wetterauer Straße 11 untergebracht. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde sie durch den heutigen Verkaufsraum erweitert, in dem in meiner Jugend der Kappenmacher Carl Isken sein Geschäft hatte. Als die ältesten Apotheken in Cleve, Jülich und Berg seien hier kurz erwähnt die Hirsch-Apotheke (1588) und die Einhorn-Apotheke (1625), in Geldern die Elefanten-Apotheke (1668), in Düsseldorf-Schermbeck (1680), Essen (1686), die Engel-Apotheke (1686) und die Einhorn-Apotheke (1686) in Duisburg-Elberfeld (1684). Nach den bisherigen Forschungen kann die Lenneper Marktapotheke auf eine über 350jährige Geschichte zurückblicken und ist damit höchstwahrscheinlich die älteste Apotheke im Bergischen Land." (Diese Feststellung Windgassens gilt für das Jahr 1955).

Liebe Freunde des Bergischen Landes, liebe Lenneper, die beiden Fotos aus dem Lennep-Archiv Schmidt zeigen die "Situation", wie man damals sagte, an der Wetterauer Straße, jeweils mit der Buchhandlung von Richard Schmitz (seit 1850) auf der rechten Seite, dem Blick auf die evangelische Stadtkirche und, für uns hier und heute interessant, auf das historische Gebäude der Markt-Apotheke. Beide Fotos sind in den ersten beiden Jahrzehnten nach 1900 entstanden, das untere später als das obere, was man z.B. auch an der Beschriftung von "Café Grah" sieht. Otto Grah hatte das Café mit Restaurant vom Cafetier und Konditor Richard Isenburg übernommen. Später wurde das Café von zwei Brüdern mit ihren Ehefrauen betrieben.

Auf der rechten Seite der Fotografien ist links neben der Buchhandlung Schmitz das Ladengeschäft, auf dessen Beschriftung auf dem oberen Bild der Namenszug "Wittenstein & Stiller" prangt, es handelte sich um ein Tuch- und Bekleidungsgeschäft, auf dem unteren Bild jedoch schon der eines Möbelhauses von Heinrich Bothe. Einst residierte in diesem Haus die Modehandlung Albert Dörrenberg, die später das uns bekannte Karstadt-Hertie-Ensemble entstehen ließ. Viele Lenneper wissen übrigens durchaus, dass die Markt-Apotheke auf der linken Seite der Fotos zunächst in dem früheren historischen Gebäude mit Steintreppe untergebracht war, bevor sie in den von Paul Windgassen erwähnten Anbau zog, wie auf dem unteren Bild zu sehen. In Windgassens Jugend gab es noch den Kappenmacher Isken (im Lenneper Adressbuch von 1903 steht für den Teil des damalig Halbachschen Hausbesitzes: ‚Karl Isken, Huthandlung‘.)

So manches könnten uns die heute hier wiedergegebenen historischen Abbildungen noch aus der Lenneper Vergangenheit erzählen. Z.B. erblickt man auf der untersten Ansichtskarte auch ein Werbeschild von "Schuhwaren Bremicker". Die älteren unter uns haben ja dieses Geschäft noch gut gekannt und ggf. beim Schuhkauf ihre Füße in den auch in der Röntgenstadt Lennep später verbotenen Röntgenschaukasten gesteckt. Für mich war es immer ein Spaß, meine Füße in einem solchen "Pedoskop" oder "Fluoroskop" zu betrachten. Im Gemeindebuch des Kirchenkreises Lennep aus dem Jahre 1952 finde ich noch die Anzeige "Schuhhaus Wilhelm Bremicker, Alleinverkauf in Mercedes-Schuhen, Wetterauer Straße 2, Ruf 61450".  Das ist nun alles vorbei - aber die Wetterauer Straße gibt es immer noch, und es gibt durchaus Pläne für die weitere Zukunft.

De rechtege Farf

Mir höllt ett nech su akerat mett de rechtege Farf, su hann ech letzte Weeke och mian olle grüan Kiedelschötte ahn, dodrunger enn ruat Boxe unn enn lillagepifftes Kamesol. De Kaal seet, datt ett emm an de Döppen wi‘eh duat wenn he mech sütt. He wual mech nu ess opp en Semenar in de VHS schecken, damett ich nitt emmer su bounkt doher luap. Datt hitt Farf un Stilberatengk. Do hätt he mech och aahnjemeildet. Ech kuam do nitt drömheröm. Su bin ech dann vörige Weeke dohin jegangen. Anhüaren schatt jo nitt, deit ech bie mir.

Zuiarscht hatt sech de Semenar‘sche füarjestollt und dann giat ett loss. Ett wuard jemand jesökkt, an demm de rechtege Farf iangestöllt wüard.

Su har ech mech gemeildet. Dat Klärchen ess jo nit te bangk. Sallen se doch es uatprobieren wie datt bie miar rechteg löppt.

Iarscht haffe noch molls Tuck mett dem Leite. Evver dann hand wiar denn rechtegen Platz jefungen. Ech sett mech füar de ganzen Baggage opp denn Stual. Iarscht geng ett los mett Guold un Selver. Guold ess enn drammeg Farwe unn Selver enn kaule Farwe. Miar stong wohl kaule Farwen. Nu, wenn datt su ess, dann ess datt su. Miar ess ett jo schließlich auch alle fottlangks kault.

Nu giat datt noch wigger. Ech kreach enn ganzen Schwung Lappen in verschiedenen Farwen um denn Balg jehangen. Ech muat se gepackthaulen damet se nech rötschen. Unn sie sett sech für mech hin und kieakt mech aahn. Un kieakt mech wigger an und seet dann opp ianmol:      „ bei der Farbe sehen sie aber krank aus“, odder: „bei der Farbe haben sie ein Doppelkinn“.

Ne watt die sech ianbildet, datt man in mianen Auler och ess enn Dubbelkenn haben darf, ess doch natürlech. Unn mallad seh ech och nitt uot.

Gibbeln darf man och nitt bie der Farf- und Stilberatengk, dann kuan se nitt sehen opp ech mit de Farf tereite käm.

Na ja, bevor miar de Arm affjefallen send, ess se dann doch noch zum Ergebnis gekuamen. Datt komesche ess, datt miar die Farwen garnett jefallen, die miar die Tante uutgesökkt har.

Ech woar angeblich enn Wengkter-Tüüp mett Wengkter Farwen.

Opp do watt angersch bie ruutjekuamen wöar, wenn die VHS ordentlech de Owen aanjemakkt haaren, wiat ech nitt.

Nu kuam de Stilberatengk. Ett jött allerhangk Stile, z.B. enn A-Stil, unn enn H-Stil unsowigger. Am Schluot kuam de O-Stil, unn wie sual ett och angersch sinn, datt Klärchen kuam och am Schluote. Ech bin numal kieane Steckenbuohne.

De O-Stil hangk die Wiewer mett dem decken Mimmen und dem decken Buarenbahnhoff.

Dann woar ech feddech mett ming Farf und Stilberatengk, ech wuasst iagentlech nich mehr als vüörher och, unn ming grüan Kiedelschötte drach ech jetzt och noch opp, da kann de Kaal sagen watt he wual.

Bös strackes önker Klärchen

Stolpersteine erinnern auch an Homosexuelle

von Jürgen Wenke

In Krefeld-Uerdingen, Schützenstr. 17, liegt seit  dem 14. November ein „Stolperstein gegen das Vergessen“, verlegt vom Kölner Künstler Gunter Demnig zur Erinnerung an August Kaiser. Am selben Tag wurde auch für den Elektromonteur Carl Becker (Duisburg 1885 - Dachau 1953), der wie Kaiser als Homosexueller verfolgt worden war, in der Dreikönigenstraße in Krefeld ein Stolperstein verlegt.

Die Eltern von  August Kaiser, geboren am 7.2.1889 in Dülken, heute ein Stadtteil von Viersen bei Mönchengladbach, waren der kath. Handelsmann Peter Heinrich Kaiser (geboren in Viersen 1850) und dessen Ehefrau Anna Gertrud Kaiser, geb. Derichs. August Kaiser blieb ledig und zog von Dülken im April 1929 nach Uerdingen und im Mai 1932 nach Köln, kam aber bereits 1936 zurück  nach Uerdingen. Ab 27. März 1937 wohnte er in der Schützenstraße 17. Am 20. November 1941 wurde Kaiser von der Kölner Polizei wegen „widernatürlicher Unzucht“ verhaftet.

Für August Kaiser vergingen nach der Verhaftung bis zur Verurteilung fast sieben Monate, was darauf hindeutet, dass umfangreich von der Polizei ermittelt wurde, mit Sicherheit auch im persönlichen Umfeld. Oftmals waren auch Wohnungsdurchsuchungen und Beschlagnahmungen von Briefen, Postkarten, Adressbüchern, Vernehmungen von anderen Beschuldigten oder Arbeitskollegen usw. Teil der für den Beschuldigten hochgradig belastenden Prozedur. Am 8. Mai 1942 wurde August Kaiser vom Landgericht Krefeld wegen homosexueller Kontakte zu dreieinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt unter Anrechnung von vier Monaten U-Haft. Die Anrechnung der U-Haft auf die Strafdauer legt den Schluss nahe, dass Kaiser homosexuelle Kontakte zugegeben hatte. Rechnerisches Strafende sollte der 8. Juli 1945 sein.

August Kaiser war zum Zeitpunkt seiner Verurteilung vor dem Landgericht Krefeld am 8. Mai 1942 ein lebenstüchtiger, gebildeter Mann von 53 Jahren. Er wusste, dass ihm keine wirklich freie Entscheidung blieb: Entweder Haftverbüßung und anschließende Sicherungsverwahrung, mit der Folge, wahrscheinlich in ein KZ deportiert zu werden, falls er sich nicht „freiwillig“ zur Kastration bereit erklärte oder als Alternative Haftverbüßung und anschließende wahrscheinliche Entlassung, wenn er der Kastration zustimmte (Wir wissen heute, dass diese in Aussicht gestellte Entlassung auch in zahlreichen Fällen auch dann nicht gewährt wurde, wenn die Kastration erfolgt war).

Zur Strafverbüßung wurde August Kaiser von Krefeld am 27. Mai 1942 in das Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen überstellt. Dort wurde ihm, vermutlich von einem Arzt, attestiert, dass er „moorunfähig“ war, d.h. er war zu Schwerstarbeit in einem der Moorlager im Emsland nicht fähig. Seine im Urteil verlangte Kastration  wurde wahrscheinlich im Bezirkskrankenhaus des Gefängnisses Düsseldorf-Derendorf vorgenommen. August Kaiser starb während der Zuchthaushaft in  Lüttringhausen am 24. Januar 1944 im Alter von 54 Jahren. Als Todesursache wurde in der Zuchthauskarteikarte „Herzmuskelschwäche“ angegeben, auf der Sterbeurkunde „hochgradige allgemeine Körperschwäche.“

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Zur bewegten Geschichte des Freibads Eschbachtal

Der Plan zur Errichtung eines Freibades ging auf die Initiative der Remscheider Wassersportfreunde zurück. Dr. Lüer trat damals an den Ehrenbürger Robert Böker mit dem Wunsch heran, sich für die Schaffung eines Freibades einzusetzen: Die technischen Voraussetzungen seien gegeben, das Bad unterhalb der Pumpstation anzulegen. Von der Pumpstation könne täglich eine ausreichende Menge heißes Wasser abgegeben werden. Es gelang Lüer, Robert Böker zu überzeugen – mehr als das: Böker kaufte die benötigten Grundstücke von seinem eigenen Geld und trat mit den fertigen Bauplänen vor die Öffentlichkeit. Oberbürgermeister Dr. Jarres, der ein eifriger Förderer des Schwimmsports war,  war sofort einverstanden; nach mehrjähriger Bauzeit konnte das städtische Strandbad am 29. Juni 1912 dem Betrieb übergeben werden. Die festliche Einweihung fand bei strömendem Regen statt. Der eigentliche Schöpfer des Strandbades, Robert Böker, konnte diesen Tag leider nicht mehr miterleben, denn er war wenige Wochen zuvor gestorben.

Das Strandbad bestand aus drei Schwimmbecken aus Beton,  und zwar je einem getrennten Bereich für Herren und Damen von 20 x 25 Metern, sowie einem Familienbecken von 135 x 25 Metern. Die trennenden Holzwände zwischen den Bereichen wurden erst Ende der 1930er Jahre entfernt. Das Strandbad verfügte über eine Sanitätswache und sogar über ein Restaurant mit Terrasse.

Es gab einen mit Sand aufgeschütteten Badestrand (daher „Strand“-Bad). Das Wasser für die Schwimmbecken wurde, wie geplant, von der Pumpstation im Eschbachtal zugeführt und konnte unter Benutzung der Dampfkesselanlage bei Bedarf erwärmt werden. Das war einzigartig in Deutschland und machte unser Remscheider Strandbad zum ersten Freibad Deutschlands mit künstlicher Wasserzufuhr. Ein Straßenbahnanschluss machte es der Remscheider Bevölkerung möglich, problemlos dorthin zu gelangen.

Im ersten Jahr seines Bestehens verzeichnete das Strandbad 116.960 Besucher, obwohl die Eröffnung erst Ende Juni erfolgte. Die Besucherzahlen verdoppelten sich im folgenden Jahr (1913) auf 244.895 Personen. Allein am 24. August 1913 kamen 9.337 Menschen ins Strandbad Eschbachtal. Zum Vergleich: Heutzutage kommen an starken Tagen etwa 3.000 Besucher. So viele wie 1913 würden aber auch gar nicht mehr hineinpassen, denn nach dem Neubau Anfang der 1960er Jahre wurde das Bad nur noch für 5.000 Personen (Normalauslastung) konzipiert.

Beim Bombenangriff auf Remscheid im Juli 1943 wurde das Strandbad teilweise zerstört und in der Folgezeit durch Diebstahl und Vandalismus zusätzlich geschädigt. 1947 wurde es geschlossen. Die Wiedereröffnung nach umfangreichenden Sanierungsmaßnahmen fand zu Pfingsten 1949 statt. Doch nur etwas mehr als zehn Jahre später stand das Freibad Eschbachtal wieder kurz vor dem „Aus“: Das Schwimmbecken war undicht, die Filteranlage überaltert, und auch aus hygienischen Gründen war ein Weiterbetrieb der Anlage nicht zu verantworten, so der damalige Beigeordnete Dr. Krug im Bauausschuss am 14. Juli 1960.

Ein Neubau stand an, und die Standortfrage wurde diskutiert. In Frage kam entweder der alte Standort im Eschbachtal oder ein Standort, der für alle drei Stadtteile leicht zu erreichen wäre – wie etwa das Diepmannsbachtal. Auch das Wiesental zwischen Greuel und Grenzwall war im Gespräch. Der Neubau, der schließlich für 1,7 Millionen D-Mark doch am alten Standort ausgeführt wurde, beruht auf Entwürfen des Architekten Dr. Limmer aus Düsseldorf, der den Ideenwettbewerb gewonnen hatte.

Quellen: REM 5.3 VRS Verwaltungsbericht Remscheid 1912-1914; Rhein. Landeszeitung v. 28.6.1942; Hans-Jürgen Roth: Geschichte unserer Stadt Remscheid; Sportamt Remscheid, RGA v. 7.1.1949, 15.7.1960 und , RGA v. 6.1.1961;  RP v. 4.6.1949 und 30.6.1960. (aus: Vorlage zur Sportausschusssitzung am 20. November)

Zeitplan hängt von Museumskonzept ab

Die Handwerkerarbeiten an der Fassade des Hauses Cleff im Historischen Zentrum in Hasten sollen in den nächsten Tagen ausgeschrieben werden; hier sind echte „Künstler“ gefragt. Spätestens in zwei Jahren will Architekt Bramlage das Haus von außen wiederhergestellt haben - – vom Dach, wo man beginnen will, bis zum Kellersockel, Parallel will sich die Stadt Remscheid um weitere Fördergelder bemühen, um den Innenausbau vorantreiben zu können. Hiermit bis Ende 2023 fertig sein zu wollen, erscheint überaus ambitioniert und dürfte, wenn überhaupt, nur bei großzügigem Geldzufluss (auch mit Hilfe von Sponsoren?) und der baldigen Vorlage eines neuen Museumskonzeptes gelingen. Bleibt das erforderliche Geld aus, träfe der Satz von Volker Leitzbach, kulturpolitischer Sprecher der SPD, aus der Juni-Sitzung des Kulturausschusses zu: „Eine neue Fassade mit nichts dahinter!" Der Waterbölles sprach mit Architekt Bernhard Bramlage und Stadtdirektor Sven Wiertz.

Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Ehrenhain

Seit 1952 gedenkt die Bundesrepublik Deutschland am zweiten Sonntag vor dem Ersten Advent der Toten der Kriege und der Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. Die Stadt Remscheid, der Verkehrs- und Förderverein Lennep e.V. und der Heimatbund Lüttringhausen e.V. hatten auch diesmal wieder gemeinsam zu der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag in den Ehrenhain Reinshagen, Wallburgstraße, eingeladen, verbunden mit dem traditionellen gemeinsamen Gang vom Parkplatz der Sportanlage Reinshagen zur Gedenkstätte. Die diesjährige Veranstaltung wurde musikalisch umrahmt vom Blechbläser-Ensemble der Bergischen Symphoniker und dem Remscheider Männerchor Germania e.V. Die Gedenkansprachehielt Stadtdechant Msgr. Thomas Kaster.

Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2019

Langjährige Recherchen zu Flugzeugabsturz

Pressemitteilung von Radio RSG

Radio RSG-Redakteurin Tania Janke hat den diesjährigen Hörfunkpreis der Medienanstalt NRW gewonnen. In der Kategorie Information / Recherche ist sie für ihre Beitragsreihe „30. Jahrestag Remscheider Flugzeugabsturz – Die Akten werden geschlossen“ ausgezeichnet worden. Der NRW-Hörfunkpreis der Medienanstalt in Düsseldorf  ist die höchste Auszeichnung für Lokalradio-Macher in NRW und wird in insgesamt zwölf Kategorien vergeben. Der Preis in der Kategorie Information / Recherche wurde vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV NRW) gestiftet. Die Verleihung fand gestern Abend im Düsseldorfer Medienhafen statt.

Die Jury lobte unter anderem die behutsame Herangehensweise und die langjährige Recherchearbeit. Bei dem Absturz eines amerikanischen Kampfjets im Dezember 1988 waren sieben Menschen ums Leben gekommen. Die genauen Umstände und Hintergründe sind jedoch bis heute nicht vollständig aufgeklärt.

Schon seit Anfang der 2000er Jahre beschäftigt sich Tania Janke mit dem Thema. Zusammen mit dem damaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Werner Bertl recherchierte sie in dem Fall und sprach mit Augenzeugen und Betroffenen: „Wir haben uns teilweise nachts mit den Menschen getroffen, die etwas zu sagen hatten, aber unbedingt anonym bleiben wollten“. Die Vermutung, dass der Jet möglicherweise uranhaltige Munition an Bord hatte, konnte bis heute nicht bewiesen werden. Aber: „Es ist ein Thema, das mich nicht loslässt“, sagt Tania Janke.