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Kreditfinanzierung in der Krise sicherstellen

Pressemitteilung der Bergischen Industrie- und Handelskammer

Die aktuelle wirtschaftliche Krise trifft nach einer Blitzumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Nordrhein-Westfalen bereits 90 Prozent aller Unternehmen. „In vielen Fällen hilft das Sofortprogramm des Landes mit seinen Zuschüssen in Höhe von 9.000 bis zu 25.000 Euro zumindest kurzfristig die Liquidität zu sichern. Aber das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein, gerade für die größeren Unternehmen“, betont Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der Bergischen IHK. „Außerdem gilt das Programm nur bis 50 Mitarbeiter. Der größere Mittelstand hat nichts davon. Deshalb ist es so wichtig, dass die Kreditfinanzierung jetzt reibungslos läuft“, so Wenge weiter. Die öffentlichen Banken würden da auch mitziehen und hätten ihre Finanzierungsangebote mittlerweile erheblich ausgebaut, so Wenge.

„Wir haben aber eine ganze Reihe von Onlinekonferenzen mit verschiedenen Branchen geführt und unisono kamen dabei auch immer wieder Probleme bei der Bankfinanzierung zur Sprache“, erläutert Thomas Grigutsch, der in der Bergischen IHK die Krisen-Unterstützung für Unternehmen koordiniert. Darauf müsse man als IHK reagieren. Man biete sich den Mitgliedsunternehmen daher ab sofort verstärkt als Mediator in Richtung der Hausbanken an. Es sei klar, dass die Kreditinstitute auch weiterhin an alle rechtlichen Regularien bei der Kreditvergabe gebunden seien. Den deutlich ausgeweiteten Haftungsfreistellungen der öffentlichen Finanzierungsprogramme auf bis zu 90 Prozent müssten die Banken aber Rechnung tragen. Wenn Banken in dem Zusammenhang aber zum Teil eine aktualisierte Wirtschaftlichkeitsprognose für die nächsten drei Jahre sehen wollen, ist das im Angesicht der jetzigen Situation befremdlich“, so Grigutsch und weiter: „Auf der anderen Seite muss den Bankkunden auch klar sein, dass es keine Kredite auf die Hand gibt und man als Unternehmen auch bei den staatlichen Angeboten voll im Risiko steht. Auch die öffentlichen Banken lassen sich eine Vollhaftung der Unternehmer schriftlich geben.“
Betroffene Unternehmen können sich ab sofort über die E-Mail-Adresse clearing@bergische.ihk.de an die Bergische IHK wenden. Neben den Kontaktdaten und dem Firmennamen sei dabei eine kurze Schilderung des Sachverhalts wichtig. Die IHK wird dann kurzfristig mit dem betroffenen Unternehmen Kontakt aufnehmen und das weitere Vorgehen, gegebenenfalls unter Einschaltung der Hausbank, absprechen.

Arbeits- und Ausbildungsmarkt vor Herausforderungen

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

Angesichts der gravierenden Einschränkungen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus ist zu erwarten, dass der Arbeits- und Ausbildungsmarkt massiv unter Druck geraten wird. Für die weitere Entwicklung werden die Dauer der Eindämmungsmaßnahmen und der Erfolg der unterstützenden Maßnahmen ausschlaggebend sein. Vor diesem Hintergrund ist ein Rückblick auf die Arbeits- und Ausbildungsmarktentwicklung im März von nachrangigem Interesse. (Der statistische Stichtag für die März-Ergebnisse war der 12. März 2020 – mithin vor den ersten Einschränkungen und Entwicklungen auf Grund der Covid-19 Pandemie. Entsprechend unserem Auftrag stellen wir das Datenmaterial wie jeden Monat zur Verfügung. Aus den genannten Gründen wird aber auf eine Kommentierung und Bewertung verzichtet.)

Von ungleich wichtigerer Bedeutung ist die Entwicklung der Daten zur Kurzarbeit (Kug). Bis zum 27. März 2020 haben im Bergischen Städtedreieck rund 5.700 Betriebe Kurzarbeit angezeigt. Dabei handelt es sich um eine grobe Schätzung, da noch nicht alle Kug-Anzeigen elektronisch verarbeitet worden sind und Unternehmen ihre Anzeigen zum Teil mehrfach eingereicht haben. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann auch noch keine Aussage zur Anzahl der betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer getroffen werden; diese Daten liegen immer erst mit mehreren Monaten Verzögerung vor.

Gegenüber der Krise 2009 ist die Zahl der Kurzarbeit anzeigenden Betriebe deutlich höher. Seinerzeit hatten 1.500 Betriebe Kurzarbeit angezeigt, wobei damals der Schwerpunkt auf der Industrie lag. „Ursächlich für unsere aktuelle Entwicklung ist die Betroffenheit vieler Branchen und die sehr von kleinen und mittleren Unternehmen geprägte Struktur im Bergischen Städtedreieck“ erläutert Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal.

„Was jetzt wichtig ist: Absolute Priorität hat die Auszahlung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld sowie die telefonischen Erreichbarkeit. Die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal hat Organisation und Arbeitsweise deshalb vollständig umgestellt. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich von ihren vorherigen Aufgaben verabschiedet und andere übernommen. So unterstützen die Kolleginnen und Kollegen der Berufsberatung den Arbeitgeberservice; viele Betriebe fragen dort nach Kurzarbeit und diesbezüglichen Informationen und Anträgen.
Die Kolleginnen und Kollegen der Arbeitsvermittlung halten einerseits den Kontakt zu ihren Kundinnen und Kunden, verstärken auf der anderen Seite aber auch die Telefonie. Einen großen Teil der Arbeit nimmt die Entgegennahme der Arbeitsuchend- und Arbeitslosmeldungen ein. Die Zahl der Arbeitslosen wird in den kommenden Monaten steigen.
Andere Kollegen sind für die Unterstützung der Leistungsbereiche bereits qualifiziert worden, weitere Beschäftigte werden folgen. Ganz aktuell werden sie in die Bearbeitung der Anträge auf Auszahlung des Kurzarbeitergeldes eingewiesen. Nach jetzigem Stand benötigen wir zur Bewältigung der Kurzarbeit mindestens das Fünffache an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch die Qualifizierungen zur Bearbeitung der Arbeitslosengeldanträge laufen zeitnah an.“

Die Bearbeitung von Leistungsangelegenheiten habe absoluten Vorrang, betont Martin Klebe – und bittet zugleich auf Grund der extrem hohen Zahl von Anträgen auf Kurzarbeitergeld „um Verständnis und Geduld, dass die Bearbeitung und Zahlbarmachung der Gelder etwas Zeit beanspruchen wird. Die Anzeigen und Anträge zur Kurzarbeit würden nach Eingangsdatum abgearbeitet. Die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an und für die Kurzarbeit werde laufend weiter erhöht. „Wir mobilisieren alle verfügbaren Kapazitäten, um möglichst rasch die benötigten Leistungen zu überweisen!“

Die telefonische Erreichbarkeit der Agenturen hat sich nach den Problemen der vergangenen Woche stabilisiert; trotzdem kann es immer noch zu vereinzelten Engpässen kommen. Wir empfehlen, offene Fragen an die Agentur zunächst unter Nutzung der Onlineangebote zu klären und dann auf die Servicerufnummern zurückzugreifen. Für Arbeitnehmer und Arbeitgeber wurden jeweils eigenständige Internetangebote und Rufnummern eingerichtet:

Wie die Online-Kommunikation mit der Agentur für Arbeit funktioniert, erklären Videos der Bundesagentur für Arbeit auf YouTube. Hinweise zu den Filmen und viele weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal: https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/solingen-wuppertal/startseite. Sollte das Onlineangebot keine Klärung ermöglichen, steht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die kostenlose Servicerufnummer 0800 4 5555 00 zur Verfügung. Als zusätzliche, allerdings kostenpflichtige Nummer hat die Agentur Solingen – Wuppertal für die arbeitssuchenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Remscheid, Solingen und Wuppertal einen weiteren Anschluss eingerichtet: 0202 2828 – 111.

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben die Möglichkeit, sich online unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/solingen-wuppertal/kug zu informieren. Dort steht ein immer wieder aktualisiertes Informationsangebot zur Verfügung, dass alle erforderlichen Antragsunterlagen speziell für die Unternehmen im bergischen Städtedreieck enthält. Kurzarbeit kann online beantragt werden. Telefonisch erreichen Arbeitgeber die Agentur für Arbeit unter der kostenlosen Service–Rufnummer des Arbeitgeberservice (AGS) 0800 4 5555 20. Wegen der erwartet starken Inanspruchnahme wurde die Arbeitgeberhotline ebenfalls personell verstärkt. Alle genannten Telefonnummern erreichen Sie von Montag bis Freitag in der Service-Zeit von 8 bis 18 Uhr.Eckdaten zum Arbeitsmarkt im Bergischen Städtedreieck:  

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Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufstocken

Pressemitteilung des DGB-Stadtverbandes Remscheid

Bei der Bewältigung der Corona-Pandemie müssen soziale Schieflagen verhindert werden! Daher muss das Kurzarbeitergeld dringend aufgestockt werden. Bei der in dieser Krise typischen Komplettschließung von Werken und Büros, Verkehrsbetrieben, Einzelhandel, Gastronomiebetrieben und Hotels sowie tausenden Dienstleistern und Kleinbetrieben bedeutet dies für die Beschäftigten einen plötzlichen Einkommensverlust von 40 Prozent im Haushaltseinkommen. Dies führt Millionen von Arbeitnehmerhaushalten bei laufenden Mieten und Verpflichtungen in existentielle Nöte. Besonders Niedrigverdienerinnen und Niedrigverdiener treffen massive Einkommensverluste hart. Die Gewerkschaften fordern in dieser Krisensituation soziale Verantwortung ein. Viele Branchen und Unternehmen zeigen diese Verantwortung, indem sie Tarifverträge zur Aufstockung bei Kurzarbeit abgeschlossen haben. Dort wo dies noch nicht geschehen ist, fordern wir die Arbeitgeber auf, schnellstens auf unser Angebot zu Tarifverhandlungen einzugehen. Die Bundesregierung fordern wir auf, auch den Beschäftigten in Branchen und Unternehmen ohne Tarifbindung eine Mindestsicherung von mindestens 80 Prozent zu ermöglichen.

„Der DGB fordert eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf mindestens 80 %. Das Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 bzw. 67 Prozent bedeutet einen Lohnverlust von bis zu 40 Prozent für die Betroffenen. In vielen Fällen lässt sich davon keine Miete mehr zahlen und keine Familie ernähren. Es kann nicht sein, dass Unternehmen gerettet werden, Beschäftigte aber auf Hartz IV angewiesen sind. Das ist nicht hinnehmbar und birgt großen sozialen Sprengstoff – auch über die aktuelle Krise hinaus, “ erklärte der Remscheider DGB-Vorsitzende Peter Lange.

Anreize für Unternehmen, das Kurzarbeitergeld aufzustocken, seien notwendig. Der NRW-Rettungsschirm sei ein wichtiges Signal: es sei gut, dass das Land die Bemühungen des Bundes mit eigenen Mitteln unterstütze und seinen Teil dazu beitrage, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise zu bekämpfen. Das Geld dürfe aber nicht nur Unternehmen zu Gute kommen – „auch die Beschäftigten dürfen nicht im Regen stehen gelassen werden und müssen jetzt unter dem Rettungsschirm Platz finden. Nur so verhindern wir eine soziale Unausgewogenheit“, so Lange. „Ebenso benötigen die Beschäftigten dringend Schutz vor rechtsbeugendem und rechtsbrechen-dem Verhalten. In einigen Branchen werden geringfügig Beschäftigte zu Kündigungen oder Aufhebungsverträgen genötigt. Das ist ein Skandal. Dieses unfaire Handeln darf nicht durch Landeshilfen unterstützt werden“.

Für den DGB steht fest: Nur Unternehmen, die durch die Corona-Pandemie in die Krise geraten seien, sollen Gelder erhalten. Es dürfe keinen „Vapiano“-Effekt geben, wo sich Arbeitgeber durch Steuergelder gesund mogeln, die schon vor Corona in der Krise steckten. Lange „Besondere Beschäftigtengruppen brauchen darüber hinaus spezielle Regelungen, um die Krise erfolgreich zu meistern: Auszubildende, die Beschäftigten zahlreicher Bildungsträger, Minijobber und Solo-Selbstständige.“

Mit diesem Virenschutz ist Nähe kein Problem

Virenschutz aus Surf-Folie. Foto: privat.Gut, dass der Remscheider Optiker Frank Berghoff sich nicht nur mit Brillen gut auskennt, sondern auch etwas vom Surfen und Kitesurfen versteht (ist sein Hobby). Das kam ihm in diesen schwierigen Corona-Zeiten zugute, als er nach einem Tröpfchen-/Virenschutz für sich und seine Mitarbeiter/innen suchte. Er brauchte etwas, das er sich wie eine Brille aufsetzen und damit in seinem Geschäft herumlaufen konnte, ohne es alle fünf Minuten auf- oder absetzen zu müssen. Und weil ihm kein geeigneter leichter, aber wirkungsvoller Schutz einfiel, bastelte er sich kurzerhand selbst einen – mit Hilfe von durchsichtiger, stabiler Folie („Monofilm“), wie sie für Surfsegel verwendet wird. „Mit dieser Schutzbrille können wir unseren Kunden näher kommen…!“ Inzwischen hat Frank Berghoff schon die erste Remscheider Arztpraxis mit dem neuen Viren-/Gesichtsschutz ausgestattet. Die erste Arztpraxis haben wir schon ausgestattet. "Ich schätze, dass  ich am Wochende wieder 20 bis 30 Stück fertig habem werde!" Wer Interesse daran hat, braucht nicht selbst zur Anprobe in das Geschäft an der oberen Alleestraße zu kommen:  „Wir brauchen dafür nur den Kopfdurchmesser!“

Sozialverträglicher Abbau von 100 Stellen bei Dirostahl

Das Marscheider Tal war die Geburtsstätte von Dirostahl“, titelte der Waterbölles am 21. März. Was vergangene Woche nur ein Gerücht war, hat sich inzwischen bewahrheitet: Das alteingesessene Stahl-Unternehmen mit rund 400-jähriger Geschichte steht vor dem Abbau von 100 Arbeitsplätzen seiner Stammbelegschaft. Derzeit beschäftigt das Unternehmen noch insgesamt 550 Arbeitnehmer.

Zwischen der Firmenleitung und dem Betriebsrat beststand schnell Einigkeit darüber, dass der Arbeitsplatzabbau sozialverträglich geschehen werde. Das bestätigte dem Waterbölles heute der Lüttringhauser Rechtsanwalt Lars Althoff. Ihn hatte der Betriebsrat in den Verhandlungen der vergangenen Wochen mit der Vertretung der Interessen der Belegschaft beauftragt. Der Fachanwalt für Arbeitsrecht bezeichnete diese Verhandlungen als konstruktiv und fair. (Der RGA zitiert in seiner heutigen Ausgabe Geschäftsführer Dr. Roman Diederichs mit den Worten: „Bei uns gab es noch nie betriebsbedingte Kündigungen.“)

In den nächsten Tagen würden die ersten Kündigungsbriefe verschickt, weiß Lars Althoff. Betriebsrat und Firmenleitung haben sich auf eine Transferngesellschaft verständigt, die für ein Jahr einen Teil der Mitarbeiter aufnehmen soll, für die die Firma keine Arbeit mehr hat.

Der sozialverträgliche Stellenabbau wird nicht in allen Fällen mit einer schriftlichen Kündigung verbunden sein, sondern wird sich bis Ende des nächsten Jahres hinziehen. Das gilt für jene Mitarbeiter, die dieser Zeit das Rentenalter erreichen. Ihre bis Ende 2021 freiwerdenden Stellen gehören zu den 100, die es abzubauen gilt.

Geschuldet ist das aber nicht dem Corona-Virus, sondern einem Rückgang der Konjunktur, insbesondere bei Windkraftanlagen, für die die Firma Bauteile produziert. Diese Branche sei massiv unter Druck geraten, so Diederichs. Jetzt werde daran gearbeitet, wettbewerbsfähig zu bleiben.

"Wirtschaft erleben": Großer Andrang bei "Dirostahl", hieß es im Waterbölles am 3. September 2012 über die gleichnamige Aktion der Wirtschaftsjunioren Remscheid (Wijus), an der sich damals mehr als 75 Firmen beteiligt hatten sowie rund 10.000 interessierte Bürger/innen. Ihnen erschien das Angebot, Archivfoto: Lothar KaiserRemscheider Unternehmen von innen kennenzulernen, umso reizvoller, je größer die „Kulissen“ waren. Bestes Beispiel war dafür die Karl Diederichs KG („Dirostahl“), Lüttringhausens traditionsreiches Stahl-, Walz- und Hammerwerk an der Luckhauser Straße, aus der der Waterbölles  damals die obigen Fotos zeigte. Im Bericht hieß es:

„Nicht nur die Bearbeitung des glühenden Eisens war bei Dirostahl sehenswert, sondern auch die zahlreichen „Rohstofflager“ außerhalb der Produktionsgebäude waren es mit ihren unzähligen – ein Mitarbeiter sagte, „mehreren hundert“ – Stahlblöcken von unterschiedlicher Größe, Form und Farbe; ein Wert von vielen Millionen Euro. Daraus stellt Dirostahl Stabstahl und Schmiedestücke aus unlegierten und legierten Stählen für den gesamten Maschinenbau im In- und Ausland her, insbesondere für den Getriebe- und Anlagenbau, den Bau schwerer Werkzeug-, Kunststoff-, Textil- und Papiermaschinen, für Kraftwerke und nicht zuletzt für den Schiffsbau und die Off-Shore-Technik. Freiformschmiedestücke bis etwa 35.000 kg, nahtlos gewalzte Ringe bis etwa 3.500 mm Außendurchmesser, geschmiedeter Stabstahl bis 1.000 mm Durchmesser / vierkant und bis 15 m Länge, aus unlegierten und legierten Stählen.
Seit mehr als vier Jahrhunderten ist die Familie Diederichs im Gebiet zwischen Remscheid und Lüttringhausen im Schmiedebetrieb tätig. Anfangs in kleinen, von Wasserkraft betriebenen Raffinier-, Reck-, Breit- und Sensenhämmern.   Dem traditionellen Kernbetrieb, der Schmiede, wurden Ringwalzwerke, Wärmebehandlungsbetriebe und Mechanische Werkstätten angegliedert.  So wurde aus dem einstigen Kleinbetrieb ein modernes Stahl-, Walz- und Hammerwerk mit 30-prozentigem Exportanteil  und eine der größten und am modernsten ausgerüsteten privaten Freiformschmieden in Europa und der größte gewerbliche Ausbildungsbetrieb am Ort."

Stadtsparkasse bringt Bargeld nach Haus

Pressemitteilung der Stadtsparkasse Remscheid

Aus aktuellem Anlass weitet die Stadtsparkasse Remscheid ihren Bargeld-Bringservice für ihre Kunden deutlich aus. „Unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, aber auch die Menschen mit Vorerkrankungen sind derzeit besonders gehalten, sich so wenig wie möglich in die Öffentlichkeit zu begeben. Gerade dieser Kundenkreis kann in den schwierigen Zeiten von unserer Serviceleistung profitieren und gemeinsam können wir das Infektionsrisiko minimieren“, sagt Sparkassen-Sprecherin Ann-Kristin Soppa. Die Sparkasse hat dazu ihr Personal zur Erweiterung des Angebots aufgestockt. „Es haben sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus anderen Bereichen, die zurzeit weniger ausgelastet sind, freiwillig zur Unterstützung gemeldet“, so Ann-Kristin Soppa. Wer dringend Bargeld benötigt, kann seine Bestellung telefonisch in allen Geschäftsstellen oder über das Kundenservicecenter übermitteln, das montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr unter 0 21 91/16-60 erreichbar ist. Täglich können ausschließlich im Remscheider Stadtgebiet bis zu 500 Euro bestellt werden, die Gebühr beträgt pro Bargeld-Lieferung 5 Euro. Selbstverständlich unterliegt der Bargeld- Bringservice der Stadtsparkasse den aktuell vorgegebenen Hygieneregeln. (Ann-Kristin Soppa)

Wirtschaftsförderung begleitet Firmen im Krisenfall

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Die Remscheider Wirtschaftsförderung ist auch in Zeiten der Corona-Krise verlässliche Partnerin für Remscheider Unternehmerinnen und Unternehmer. Mit starker Internetpräsenz und im persönlichen Austausch per Telefon oder E-Mail unterstützt sie Gewerbetreibende darin, sich im Dschungel der Hilfs- und Förderprogramme von Bund und Land sowie hilfreichen Informationen von Verbänden und Organisationen zu orientieren. Unternehmen, Kultureinrichtungen und Künstler finden gleichermaßen  Unterstützung.  

Aus Anlass der aktuellen Corona-Krise und dem sich hieraus ergebenden gesteigerten Informations- und Beratungsbedarf für Remscheider Unternehmen hat die städtische Wirtschaftsförderung auf ihrer Web-Seite „Coronavirus trifft Wirtschaft“ zahlreiche Infos und Tipps zusammengetragen. Die Informationen werden fortlaufend ergänzt und aktualisiert: https://remscheid.de/arbeiten-und-wirtschaft/wirtschaftsfoerderung/foerderungen-und-kooperationen/146380100000143783.php?p=67465,67803,143783.

Eine Sichtung der aufgeführten Links und Programme macht Unternehmen und Gewerbetreibenden eine Entscheidung darüber möglich, welche Inhalte und Angebote mit passendem Kontakt von besonderem Interesse sind. Besteht darüber hinaus noch Informations- und Beratungsbedarf, steht das Beratungsteam „Wirtschaft und Corona“ für weitere Information zur Verfügung. Sofern gewünscht, wird anschließend für eine rechtssichere Beratung zu einzelnen Maßnahmen an den jeweiligen Träger weitervermittelt. Die Mitglieder des Teams „Wirtschaft und Corona“ sind telefonisch und per E-Mail von Montag bis Freitag zu den üblichen Dienstzeiten erreichbar:

Corona: Anmeldefrist läuft bis zum 30. Juni

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

Aktuell sind Arbeitgeber aufgrund der Corona-Pandemie mit einer Vielzahl unterschiedlicher Probleme beschäftigt, z. B. Schließungen von Einrichtungen/Geschäften, Unterbrechung von Lieferketten, Mitarbeitende im Homeoffice. Gemeinsam unterstützen die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Integrations- und Inklusionsämter Arbeitgeber in dieser Situation. Ob und wie viele Schwerbehinderte sie in ihren Betrieben beschäftigen, können die Arbeitgeber dort bis zum 30. Juni mitteilen. Normalerweise endet das Anzeigenjahr 2019 am 31. März 2020. Die BA und die Integrations- und Inklusionsämter akzeptieren nun, dass die Meldungen bis spätestens 30. Juni 2020 abgegeben werden. Gleiches gilt für die Zahlung der Ausgleichsabgabe. Das bedeutet, dass die BA bis zu diesem Zeitpunkt keine Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen einer verspäteten Abgabe einleiten wird und die Integrations- und Inklusionsämter für die Zeit vom 1. April bis zum 30.Juni 2020 keine Säumniszuschläge erheben werden. Die Förderung der Beschäftigung von schwerbehinderten und gleichgestellten Menschen wird dadurch nicht beeinträchtigt werden.Arbeitgeber mit durchschnittlich mindestens 20 Arbeitsplätzen sind gesetzlich verpflichtet, auf mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Zur Überprüfung der Beschäftigungspflicht haben diese Arbeitgeber ihre Beschäftigungsdaten bis 31. März 2020 der Agentur für Arbeit anzuzeigen. Sofern die Beschäftigungsquote nicht erfüllt ist, müssen Arbeitgeber gleichzeitig eine Ausgleichsabgabe an die Integrations-/Inklusionsämter zahlen.

Corona: Einzelhandel und Gastronomie helfen

In einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und den Technischen Beigeordneten Peter Heinze hat der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf im Namen der SPD-Ratsfraktion angeregt, die Einzelhändler und Gastronomen in Remscheid zu unterstützen. Zitat: „Die Corona-Pandemie verändert massiv unser Leben. Neben der vordringlichen Hilfe zur medizinischen Versorgung der Erkrankten und den Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung werden die negativen wirtschaftlichen Folgen bereits jetzt erkennbar groß sein. Mitglieder meiner Fraktion und ich selbst haben in den letzten Tagen viele Gespräche mit Unternehmerinnen und Unternehmen und Verbänden und Gewerkschaften aus unserer Stadt und Region geführt. Am stärksten sind jetzt diejenigen betroffen, die wegen der Schließung ihrer Geschäfte keine oder kaum noch Umsatzerlöse erzielen, aber dennoch laufende Kosten aufbringen müssen.

Neben den vielen Hilfsangeboten von Bund und Land und auch den Möglichkeiten der Stundung von kommunalen Abgaben und Steuern spüren wir aber den großen Wunsch bei den Remscheiderinnen und Remscheidern, selbst zu helfen. Wir regen daher an, die noch verbliebenen Angebote des Einzelhandels und der Gastronomie direkt auf der Internetseite der Stadt Remscheid verbunden mit einem Verzeichnis der Unternehmen zu präsentieren. Hierzu sollten es einen öffentlichen Aufruf der Stadt und aller Akteure geben. Wir sollten gemeinsam unseren örtlichen, stationären Handel unterstützen und dort bestellen oder jetzt Gutscheine erwerben.

Sicherlich kann eine solche Aktivität nicht den Umsatzeinbruch des stationären Einzelhandels oder der Restaurants und Kneipen auffangen. Es kann aber ein klares Bekenntnis sein, dass wir in Remscheid gerade in schwierigen Zeiten zusammenhalten und unsere örtlichen Unternehmen und die dortigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stärken wollen.“

Stadtsparkasse schließt vier Geschäftsstellen

Pressemitteilung der Stadtsparkasse Remscheid

Vor dem Hintergrund der Corona-Krise reagiert die Stadtsparkasse Remscheid und schließt ab heute vorübergehend die Geschäftsstellen Lüttringhausen, Lennep, Handweiser und Hasten für den Kundenverkehr. Das Kundencenter an der Alleestraße bleibt zu den üblichen Öffnungszeiten geöffnet. Die Bargeldversorgung ist an allen Standorten weiterhin gewährleistet, da die Foyers mit den Geldautomaten und Selbstbedienungsgeräten geöffnet bleiben. Hierdurch möchte die Sparkasse ihre Kundinnen und Kunden und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch besser schützen und zur Vermeidung von sozialen Kontakten zur Verminderung der Ausbreitung des Coronavirus beitragen.

„Alle Geschäftsstellen bleiben personenbesetzt und sind telefonisch erreichbar. Das gilt selbstverständlich auch für unser Kundenservicecenter. Die Remscheiderinnen und Remscheider können sicher sein, dass die persönliche Beratung und Unterstützung zu jeder Zeit gewährleistet ist“, sagt Michael Wellershaus, Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Remscheid. In dringenden Fällen können auch Termine für den Service vor Ort oder zur Nutzung der Schließfächer vereinbart werden. Insgesamt wird damit ein Höchstmaß an Vorsorge getroffen, um den Menschen in der Region auch weiterhin persönliche Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen. Zusätzlich wird der Zugang zur Geschäftsstelle an der Alleestraße kontrolliert, damit nicht zu viele Menschen auf einmal in der Filiale sind. „Selbstverständlich werden alle hygienischen Maßnahmen im Kundencenter eingehalten. Wir bitten aber auch unsere Kundinnen und Kunden an den Kassen- und Serviceschaltern auf den Mindestabstand von zwei Metern zu achten“, erklärt Wellershaus.

Als Tipp zum Schutz ihrer Kundschaft weist die Remscheider Sparkasse ergänzend auch auf die zahlreichen Möglichkeiten hin, mit denen im Alltag beim Einkaufen möglichst hygienisch bezahlt werden kann. So sind Kartenzahlungen kontaktlos an Kassen-Terminals möglich. Auch mobile Zahlungen per Smartphone bieten einen guten hygienischen Schutz. Sollten Kunden zu einer Risikogruppe gehören, bietet die Stadtsparkasse selbstverständlich auch den Bargeld-Bringservice an. Für Termine, Serviceanfragen oder Schließfachbesuche wenden sich Kunden bitte direkt unter Tel. RS an die Geschäftsstelle Hasten 16-7301 und 16-7303, Geschäftsstelle Handweiser 16-7701 und 16-7711, Geschäftsstelle Lennep 16-7115 und 16-7116, und Geschäftsstelle Lüttringhausen 16-7201 und 16-7204.

DGB sagt 1.-Mai-Kundgebung 2020 ab

Pressemitteilung des DGB-Stadtverbands Remscheid

"Schweren Herzens müssen wir die 1. Mai Kundgebung und Kulturfest dieses Jahr in Remscheid absagen. Solidarität heißt in diesem Jahr: Abstand halten! Die weltweite Ausbreitung des Corona-Virus zwingt die Gewerkschaften zu dieser historisch einmaligen Entscheidung. Die Corona-Pandemie bedeutet ein Leben im Ausnahmezustand: Viele Menschen können nicht zum Arbeitsplatz, unsere Kinder nicht in die Schulen und Kitas. Unsere sozialen Kontakte müssen wir einschränken. Wir können nicht mehr unsere Verwandten, unsere Freundinnen und Freunde, unsere Kolleginnen und Kollegen sehen. Viele sorgen sich um ihre Existenz. Zurzeit können wir an vielen Stellen beobachten, dass neue Formen der Solidarität entstehen: wie Nachbarschaftshilfen, Einkaufsgemeinschaften oder Jugendorganisationen, die alte Menschen und andere Hochrisiko-Gefährdete unterstützen. Künstlerinnen und Künstler zeigen ihre Kunst im Netz, Schulen entwickeln innovative Lehrmethoden.", erklärt Peter Lange, der Vorsitzende des DGB Stadtverbandes in Remscheid.

„Auch wir Gewerkschaften sehen uns aktuell mit einer neuen Situation konfrontiert, die uns alle extrem fordert. Wir wissen aber auch, wieviel Solidarität bewirken kann. Die Gewerkschaften haben ihre Kraft und Durchsetzungsfähigkeit schon immer aus dem Füreinander-Einstehen der Vielen bezogen. So haben sie für mehr Gerechtigkeit gesorgt und bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erkämpft. Darum geht es auch heute wieder: Auch jetzt können und müssen wir solidarisch Leben retten. Wir müssen Verantwortung übernehmen. Für uns, und für alle anderen. Nächstes Jahr werden wir hoffentlich wieder mit vielen Menschen den 1. Mai in Remscheid feiern.

Heute aber gilt es erst einmal jenen aufs allerherzlichste zu danken, die uns tagtäglich – mit hohem Risiko für die eigene Gesundheit – vor dem Virus schützen, unsere Versorgung gewährleisten und die öffentliche Sicherheit aufrechterhalten. Wir müssen sie unterstützen, wo immer möglich! Ob Pflegerinnen und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte, die Beschäftigten in den Supermärkten, die Einsatzkräfte bei Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten, die Beschäftigten bei Ver- und Entsorgungsdiensten, LKW- und Bus-Fahrerinnen und -Fahrer oder das Zugpersonal. Sie alle verdienen unseren Respekt und unsere Solidarität. Wir alle müssen uns jetzt dafür einsetzen, dass ihre Arbeit angemessen und nachhaltig gewürdigt wird und sie jetzt und nach der Krise anständige Arbeitsbedingungen und unsere Achtung erhalten.

Die Solidarität der Gesellschaft brauchen aber auch diejenigen, die von den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besonders betroffen sind, die um ihre Existenzgrundlage fürchten oder um die ihrer Familien, die von Betriebsschließungen, Kurzarbeit oder Geschäftsaufgabe bedroht sind. Viele Menschen müssen zuhause arbeiten und sich gleichzeitig um ihre Kinder kümmern. Wir müssen dafür sorgen, dass ihr Arbeitsplatz und ihr Einkommen gesichert bleiben. Wir warnen Arbeitgeber vor jedem Versuch, die Situation zu missbrauchen und Arbeitnehmerrechte einzuschränken! Wir fordern von der Politik, dass sie alle notwendigen Mittel zur Überwindung der Krise mobilisiert. Solidarisch ist man nicht alleine!“

Das Marscheider Tal war die Geburtsstätte von Dirostahl

Diederichshammer, Maler H. Gehlen 1929, Wohnhaus Diederichs, Hintergrund Dieneshammer und Wohnhaus Dienes. Repro: Dr. Manfred DiederichsÜber den abgelassenen Teich des Diederichshammers am Marscheider Bach bei Lüttringhausen schauen wir auf ein großes Fachwerkwohnhaus, das in den vergangenen Jahren sehr schön renoviert und verschiefert wurde. Schon 1640 betrieb ein Clemens Hammerschmidt zu Marscheid diesen Hammer. Seit spätestens 1668 wurde er von seinem Sohn Caspar geführt. Dessen Sohn Caspar der Jüngere betrieb den Hammer ab 1700. Bis 1800 ist nichts Weiteres überliefert, doch dann kommen die Gebrüder Motte ins Gespräch. 1800 ist dieser Hammer als "oberster Motte-Hammer" erwähnt; wie lange dort schon durch Mottes gearbeitet wurde, ist nicht festzustellen. 1804 erscheint er als Rohstahlhammer von Johann Gottlieb Motte in der Beek. Verschiedene Quellen beschicken den Hammerteich. 1824 ist nach Sterbefällen nur noch die Witwe Motte (A.M. Kotthaus) aufgeführt, die den Stahlraffinierhammer selbst und für eigene Rechnung betreibt.

Sie hat aber nicht selbst geschmiedet, sondern erst an Peter Noltzen und dann an Peter Tillmanns in der Clarenbach verpachtet. Diese arbeiteten mit drei oberschlächtigen Wasserrädern, welche den Schmiedehammer und die Blasebalge antrieben. 1828 liest man noch einmal vom "Wittib Motten- Hammer", wobei er 1829 als "mehrere Jahre nicht mehr in Betrieb gewesen" dargestellt wird (die Söhne waren wohl noch nicht ausgebildet). Mottes arbeiteten aber etwa bis 1890 darin. 1898 erfolgt der Umbau zum Stahlhammer. Franz Carl Diederichs arbeitete lange Zeit am Gründerhammer, wo er auch seine Lehre gemacht hatte, bevor er nach Kotte ins Herbringhauser Bachtal wechselte. Vor dem Bau der Herbringhauser Talsperre (1898) siedelte er um und begann im Dienes-Hammer mit dem Schmieden. Er pachtete den Motte- Hammer (danach Diederichshammer) von der "Familie Schmidt in Lüttringhausen- Kreuzbergstraße" am 1.1.1899. Bereits zum 1.1.1902 kaufte Franz Carl Von links nach rechts: Ernst Diederichs, unbekannt, Karl Diederichs (Vater von Dr. Manfred Diederichs), Herr Heinemann, Fritz Huppert, unbekannt, Carl Diederichs,Onkel. Foto: Dr. Manfred DiederichsDiederichs (Urgrosvater des heutigen Inhabers von DIROSTAHL, Dr. Manfred Diederichs) den Hammer auf. Leider verstarb er am 28.8.1902, also noch im gleichen Jahr, so dass die Witwe mit ihren Söhnen Carl (damals 24 Jahre alt) und Ernst (19) die Firma allein führen musste. 1914 wurde Carl zur Wehrmacht eingezogen, und Ernst führte alleine den Betrieb weiter. Aufträge hatte er genug. Wellen, Scheiben, Geschossböden usw. waren im Krieg sehr begehrt.

Beleuchten wir aber den Urgrosvater Franz Carl etwas näher, denn schließlich ist er der Begründer der heutigen Grosschmiede DIROSTAHL in Lüttringhausen, die als eine von wenigen heute noch existierenden Firmen mit Wasserkraft angefangen hat. Hierzu schreibt der heutige Inhaber Dr. Manfred Diederichs: "Mein Urgrosvater Franz Carl Diederichs wurde am 7.11.1842 in Lennep-Diepmannsbach als Sohn des Schumachers Johann Friedrich Diederichs (*2.10.1803 auf Kranenholl) geboren. Dieser ist mit seinem Beruf als Schuhmacher die einzige Unterbrechung in der Ahnenkette bis ins 16. Jahrhundert, da sonst alle männlichen Vorfahren Hammerschmiede im Bezirk zwischen Remscheid und Lüttringhausen waren.“

Franz Carl Diederichs heiratete am 7.12.1871 in Lüttringhausen die Ida Dahl (*19.9.1842 in Lennep-Hohenhagen, gest. 29.10.1924). Man wohnte offiziell bis zum 9.Mai 1898 in "Herbringhauser Bach 1", ab 9. Mai 1898 in "Ronsdorf, Marscheider Bach 11". Der älteste Sohn Carl (lt. Grabstein *6.8.1878) sei dann mit 14 Jahren zum Vater in die Lehre gegangen. Danach habe er etwa zwei Jahre bei C.G.Kotte im Marscheider Bachtal gearbeitet, sei dann zum Vater ins Herbringhauser Tal zurückgekehrt, bevor er dann zum Heeresdienst eingezogen wurde, den er von 1896 bis 1898 bei der Artillerie in Metz verbracht habe. Danach habe er im untersten Hammer bei P.F. Motte im Marscheider Bachtal geschmiedet. Auch der jüngere Sohn Ernst (*30.4.1883, gest. 9.4.1970) habe seine berufliche Laufbahn mit 14 Jahren beim Vater im Hammer begonnen, also 1897, und somit noch im Herbringhauser Bachtal.

Im Diederichshammer gab es einen größeren Wasserhammer mit 210 Schlägen pro Minute und einen kleineren mit etwa 300 Schlägen pro Minute an einer Hammerwelle. Das war technisch recht einfach zu regeln, indem man mehr Nocken (Dauer oder Daumen) an der Hammerwelle anbrachte, um höhere Schlagzahlen zu erreichen. Zu dieser Zeit arbeiteten erst drei, dann vier Männer im Betrieb. Produziert wurden Stabstahl für Radreifen und schwere Hufeisen sowie große Messer.

Fa. Diederichs um 1935. Foto: Dr. Manfred DiederichsNatürlich stammte alles Messermaterial aus dem legendären Raffinierstahl. Die Leistung dieses Wasserhammers hat bei etwa 500 kg Raffinierstahl pro Tag gelegen, der Umsatz bei 1.500 bis 2.000 Mark im Monat. Der Hammer wurde als reiner Schrotthammer geführt. Zunächst wurde Eisen zusammengeschweißt, Material für Radreifen geschmiedet, Hufeisenstahl an Wagenschmiede geliefert, Tonmesser für die Ziegelindustrie, Tonschneider und Flügelmesser hergestellt. Ein Problem war es, das der Marscheider Bach wesentlich kürzer als der Herbringhauser war und damit sein Wassereinzugsgebiet deutlich kleiner. Darum kaufte man 1903 die erste Lokomobile mit 20 PS. Sie wurde zunächst nur bei Wassermangel eingesetzt.  1906 baute man das Wohnhaus an der Straße (Baugeschäft Braun aus Beyenburg), in dem sowohl Karl Diederichs (*21.10.1908, Vater von Dr. Manfred Diederichs, gest. 3.10.1981), als auch sein Bruder Gunter Diederichs (*5.5.1922) geboren wurden. Von dort musste Karl jun. immer zu Fuß zur Volksschule nach Laaken gehen, bis er mit zehn Jahren zum Röntgen-Gymnasium nach Lennep wechselte. 20 Minuten zu Fuß, morgens wie nachmittags, waren gang und gäbe. Später kamen dann noch die Wege zum Konfirmandenunterricht in Laaken hinzu.

1912 wurde der erste Lehrling als Schmied eingestellt. Im Zuge der allgemeinen Dampfmaschinenbeschaffungen in den Hämmern wurde 1912 im Diederichshammer die zweite Lokomobile angeschafft. Da auch sie nur einen kleinen Lufthammer, später einen 10-Zentner-Lufthammer treiben konnte, womit man aber keine größeren Stücke schmieden konnte, hat man auf der rechten Bachseite unmittelbar vor dem Berghang ein Kesselhaus gebaut, um damit einen 15-Zentner-Hammer von Eumuco (vorher Eulenberg) zu betreiben. Die zugehörige 15-Tonnen-Graugusschabotte wurde von der Firma Vopel mit sechs Pferden von oben durch das Marscheider Tal transportiert. Viel Freude hatte man aber nicht daran, denn schon nach einjährigem Betrieb war eine der oberen Backen gebrochen. Als Jungunternehmer noch unerfahren, nahmen Ernst und Carl Diederichs gerne die Hilfe von Hermann Halbach (Fa.Halbach & Braun, Blombacherbach) in Anspruch. Man schloss gleichzeitig einen Kontrakt mit dem Fuhrunternehmer Emil Luckhaus, der Zu- und Ablieferungen 3-Tonnen Hammer 1955. Foto: Rudolf Reneltvornahm (später Fuhrunternehmer August Schäfer). Und wenn im harten Winter bei Eis und Schnee der Transport nach Lüttringhausen stecken blieb, forderte man einfach zwei oder vier Pferde mehr an, und schon lief es wieder.

Im Aufbau begriffen, war man lange Zeit sehr arm. Trotzdem wurde 1913 der erste Dampfkessel angeschafft. Für den zugehörigen Dampfhammer hat der Spediteur Vöpel, Remscheid, it zehn Pferden eine 11-t-Schabotte (schweres Stahlfundament) zum Marscheider Bachtal gebracht, die in Remscheid am Bahnhof gegossen worden war. Bergab reichten dann vier Pferde, den Rest musste die mechanische Bremse des Wagens schaffen.

Im 1.Weltkrieg hat man dann eine neue Schabotte von 15 t Gewicht aus dem Ruhrgebiet bekommen, die mit der Bahn zum Bahnhof Rittershausen (heute Oberbarmen) geschickt wurde, da dort der einzig schwere Kran für solche Gewichte vorhanden war. Mit 20 Pferden ist die Schabotte dann von Rittershausen ins Marscheider Bachtal zum Diederichshammer gezogen worden. Einige Bäume mussten für den Transport durchs Tal gefällt werden.  Im Krieg 1914/18 und mit der Dampfkraft ist der Betrieb dann gewachsen, so das im Tal schon bis zu 20 Mann gearbeitet haben. Das Wasserrad wurde damals immerhin noch für die Ofengebläse genutzt. Man arbeitete regelmäßig zwölf Stunden am Tag und baute nach und nach seine Kundschaft auf. Der Verkehr erfolgte ausschließlich mit Pferdefuhrwerken, aber nicht über den recht steilen Talschluss zur Wupper hinunter, sondern talaufwärts nach Lüttringhausen, wobei die damalige Eingemeindung nach Lüttringhausen sicher auch eine Rolle gespielt haben mag. Erst bei der Eingemeindung Lüttringhausens nach Remscheid wurde 1929 das Marscheider Gebiet an Wuppertal abgetreten.

Inzwischen schmiedete man nicht nur dünnen Stabstahl, sondern Schmiedestucke verschiedenster Art. Die ersten Kunden waren die Firma Dempewolf in Köln und die Firma Speth-Zahnräder in Elberfeld. Der Inhaber der Firma Speth ist dabei öfter am Wochenende ins Marscheider Bachtal gewandert, hat dann bei Diederichs seinen Nachmittagskaffee eingenommen, dafür aber auch Aufträge dagelassen. Als eines Tages Herr Speth ohne Auftragsvergabe im Marscheider Bachtal abreisen wollte, rief Ernst Diederichs durch die Schmiede: "Caal schlut die Dur aff, lot dann Keerl nit mier rut, da mott dann Opdrag hieloten".

Zu den vermehrten technischen Möglichkeiten gehörte auch eine größere Belegschaft: So zeigt ein Foto von 1912 von links den Grosvater Ernst Diederichs mit der großen Schmiedezange, dann einen unbekannten Arbeiter, der kleine Junge ist Vater Karl Diederichs, dann Herr Heinemann, Fritz Huppert mit dem großen Hammer auf der Schulter, Eugen Meier als Lehrling und ganz rechts der Grosonkel Carl Diederichs. Eugen Meier kam als Hammerschmiedlehrling jeden Tag von Velbert mit der Eisenbahn nach Ohde, um dann zu Fuß ins obere Marscheider Bachtal zum Hammer zu gelangen! Mittlerweile war ein 6-Ztr.- und ein 3-Ztr.-Hammer als Riemenfallhammer installiert, auf denen überwiegend Ventile und T-Stücke geschlagen wurden. Ein Wasserrad betrieb nur noch den Blasebalg für das Schmiedefeuer. Man hatte auch schon einen doppelten Glühofen. Aber schwierig blieben die Verkehrsverhältnisse in dem engen Tal, umständlich nicht nur für den Versand der fertigen Teile, teuer auch bei der Beschaffung des Rohmaterials, der Kohlen für Ofen und Dampfkessel sowie der notwendigen Ersatzteile. Die umständliche Lieferei aus dem Tal und die Unabhängigkeit der Dampfmaschine bewog 1919 einen Umzug nach Diederichshammer, Schmied Max Austermühle in der Türe Foto: Norbert AustermühleLüttringhausen zum heutigen Standort. Dort hatte man Gleisanschluss, eine verkehrstechnisch bessere Anbindung, und man bekam auch schnell neue Arbeitskräfte, weil diese kurze Wege hatten. C.G. Kotte übernahm den Diederichshammer; man schmiedete Blattfedern, Pflugscharen und viele nützliche Dinge des bäuerlichen Lebens.

1922 wurde - trotz weniger Aufträge und sieben sieben Millionen Arbeitslosen - noch einmal eine neue Hammerwelle in den Diederichshammer eingebaut, obwohl die Dampfkraft vorhanden war. War es die teure Energie, welche die Firma zu diesem Schritt bewog? Das Hammerwerk wurde wieder mit einem Schwanzhammer versehen, und ein Viergespann gab dem Ganzen die Stabilität. Ein Kettenrad zwecks besserer Kraftübertragung auf die Transmissionen wurde ebenfalls an der Hammerwelle angebracht. Max Austermühle war der maßgebliche Schmied im Diederichshammer. Er schmiedete bis zum Brand des Hammers 1946 (Totalschaden), um dann im Dienes-Hammer weiterzumachen. 1953 war auch im Dienes-Hammer das Ende des Schmiedens gekommen. (Aus: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach)