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Tausende beim Trödel und kein Parkplatz mehr

Pfingsten in Remscheid, das heißt auch immer „Trödelmarkt auf der Hindenburgstraße“. Und der begann heute bei strahlend blauem Himmel; die ersten Wölkchen kamen erst gegen Mittag. Es dürften Tausende gewesen sein, die zwischen Alleestraße in Wilhelmstraße auf Remscheids zweitgrößter Einkaufs- und Essmeile flanierten, bei vielen Einheimischen längst angesagter als die Alleestraße. Ob alle auch ein Schnäppchen beim Trödler im Sinn hatten, sei dahingestellt. Erkennbaren Stau im Fußgängerstrom gab es meist vor den zahlreichen Ständen, die Essen und Trinken in vielerlei Variationen anboten (diesmal dabei: zwei „Cocktail-Bars“). Kleiner Tipp für Remscheider, die mit dem Gedanken spielen, sich heute oder morgen selbst ein Bild vom Trödlermarkt auf der Hindenburgstraße zu machen: Lassen Sie Ihren Wagen am bestens zu Hause und nehmen Sie einen Bus der Stadtwerke. Oder steuern Sie gleich ein Parkhaus an. Denn in der Nähe des Geschehens werden Sie kaum mehr einen freien Parkplatz finden.

 

Bergische Wirtschaft weiter in der Hochkonjunktur

Pressemitteilung der bergischen IHK

„Die bergische Wirtschaft befindet weiter in der Hochkonjunktur“, freuen sich Thomas Meyer, Präsident der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK), und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge. Sie stellten gestern die Ergebnisse der neuen IHK-Konjunkturumfrage vor, an der sich diesmal rund 400 Unternehmen mit circa 20.000 Beschäftigten beteiligt haben.

Aktuell bewerten 42 Prozent ihre Geschäftslage als gut, 50 Prozent halten sie für befriedigend. Der Geschäftslageindex als Differenz der Antworten „gut“ und „schlecht“ verharrt damit unverändert auf einem sehr guten Wert von plus 35. Wenig Bewegung zeigt sich auch innerhalb der drei bergischen Großstädte: Remscheid liegt weiter vorne, gefolgt von Wuppertal. Solingen bleibt auf dem dritten Platz. Etwas stärkere Veränderungen gab es bei den einzelnen Branchen. Deutlich vorn bleiben die Dienstleister einschließlich des Gastgewerbes, gefolgt von der Industrie. Das Verkehrsgewerbe rückt auf den dritten Platz vor. Während die Großhändler schlechter als zum Jahresbeginn dastehen, haben die Einzelhändler eine umgekehrte Entwicklung genommen.

„So gut die Zahlen sind, es deutet sich an, dass der konjunkturelle Höhepunkt überschritten ist“, schränken Meyer und Wenge ein. Die Unternehmen hätten bei einer weiter guten Umsatzentwicklung mit steigenden Kosten zu kämpfen. Sorgen bereiteten insbesondere die Arbeitskosten, aber auch vielfach der Mangel an Fachkräften. Die befürchteten protektionistischen Handelsbarrieren und die Aufkündigung des Iran-Abkommens durch die USA verschlechtern außerdem das Exportklima.

„Dies drückt auf die Stimmung und die Erwartungen für die nächsten Monate. In Folge dessen sind sowohl die Umsatz- als auch die Ertragserwartungen nur noch leicht aufwärts gerichtet. Die optimistische Grundstimmung hat merklich nachgelassen“, so die beiden IHK-Chefs. Gleichwohl wollten die Unternehmen nicht nur mehr investieren, sondern auch zusätzliches Personal einstellen. Hingegen werde sich der Ausbildungsmarkt nur knapp auf dem bisherigen Niveau halten können.

Einig über das neue Gewerbegebiet „Gleisdreieck“

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (Remscheid), Bürgermeister Rainer Bleek (Wermelskirchen) und Bürgermeister Dietmar Persian (Hückeswagen“ haben sich für ein interkommunales Gewerbegebiet in Bergisch Born ausgesprochen. Das neue Gewerbegebiet „Gleisdreieck“ soll sich über Gesamtfläche von rund 35 Hektar erstrecken - 18 ha auf Remscheider, zwölf auf Wermelskirchener und fünf auf Hückeswagener Stadtgebiet. Dazu unterzeichneten die drei „Stadtspitzen“ heute Nachmittag im Clubheim des SSV Bergisch Born eine gemeinsame „Absichtserklärung zur partnerschaftlichen Flächenentwicklung“. Im Gespräch war das „Gleisdreieck“ schon seit etlichen Jahren. Doch Wermelskirchen, ohne das die Erschließung des Geländes unmöglich ist, zierte sich, wollte auch gerne mit einem Flächenanteil beteiligt sein. Das soll nun gelingen. Und weil „schöne Kinder“ viele Väter haben, brachten die (Ober-)Bürgermeister ihre Planungsstäbe gestern zum Pressetermin auf der derzeitigen landwirtschaftlichen Nutzfläche gleich mit.

Luftbild des geplanten intermonnunalen Gewerbegebietes.Die Erschließung ist im Westen über Wermelskirchener Gebiet und im Osten über Remscheider und Hückeswagener Stadtgebiet geplant. Umgesetzt werden soll das neue Gewerbegebiet zum Jahr 2023. Ein gewichtiges Wort werden bei der Planung die Regionalräte der Regierungspräsidentinnen Gisela Walsken (Köln) und Birgitta Radermacher (Düsseldorf) mitsprechen, denn Remscheid gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf, die beiden Nachbarkommunen aber zum Regierungsbezirk Köln.

Gewerbeflächen sind im Bergischen Land knapp. Durch die gemeinsame Zusammenarbeit direkt an der Stadtgrenze zwischen Remscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen ergibt sich für alle drei Städte die Chance, weitere zusätzliche Gewerbeflächen zu gewinnen. Oberbürgermeister Mast-Weisz: „Wir stehen in der Verantwortung, der Bergischen Wirtschaft ausreichende und geeignete Gewerbeflächen anbieten zu können. Ich möchte unseren hiesigen Unternehmen und Interessenten attraktive Angebote unterbreiten können. Durch die Zusammenarbeit mit Wermelskirchen und Hückeswagen eröffnet sich dazu am Gleisdreieck die Möglichkeit. Die Stadt Remscheid wird darüber hinaus weitere Flächen, so zum Beispiel die Erdbeerfelder, für die gewerbliche Nutzung entwickeln. Das alles dient der Stärkung des Wirtschaftsraums und der Arbeitsplatzsicherung.“

Kurzes Statement nach der Unterschrift

Bürgermeister Persian begrüßt die Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg so: „Wichtig ist, dass wir gemeinsam attraktive Angebote für die Wirtschaft und damit für die Menschen in unserer Region schaffen. Da nur auf das eigene Stadtgebiet zu schauen, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Zusammenarbeit mit Partnern bringt Vorteile für alle Beteiligten. Ich bin mir sicher, dass das Gleisdreieck ein guter Wirtschaftsstandort werden wird.“ Und auch Bürgermeister Bleek setzt große Hoffnung in das gemeinsame Projekt: „Wir müssen die Stärke unseres Wirtschaftsstandortes erhalten. Dies gelingt uns am besten, wenn wir unsere Kräfte über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus bündeln, denn die Nachfrage nach neuen Gewerbeflächen ist sehr groß. Selbstverständlich ist dabei, dass alle drei Partner von der Entwicklung profitieren und es keine Verlierer gibt.“ (Frage dazu an Dietmar Persian, Burkhard Mast-Weisz und Rainer Bleek nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung im nebenstehenden Video)

Nachfolgend die Absichtserklärung im Wortlaut:

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Digitalisierung? Wichtig für Nachhaltigkeit!

Pressemitteilung der Bergischen Gesellschaft fur Ressourceneffizienz mbH  

Beim Innovationskongress der Neuen Effizienz diskutierten gestern über 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Wuppertaler Schauspielhaus über Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Zu den Referenten gehörte auch Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, der die regionalen Aktivitäten unterstütze. Im Anschluss feierte die Neue Effizienz ihr sechsjähriges Jubiläum.

Der Kongress "Nachhaltige Innovationen – global denken, lokal handeln" zeigte, dass wichtige globale Trends – vor allem aktuell die Digitalisierung - immer auch einen Bezug zur Energie- und Ressourceneffizienz und zur Nachhaltigkeit insgesamt haben. Hierzu gibt es auch im Bergischen Städtedreieck vielfältige Kompetenzen in Wirtschaft und Wissenschaft. Mit der Neuen Effizienz hat die Region – mit Unterstützung des Umweltministeriums NRW - bereits vor sechs Jahren einen Akteur geschaffen, der die Aktivitäten vernetzt und den Wissenstransfer auch mit eigenen Projekte fördert. „Insgesamt konnten durch die Neue Effizienz in den vergangenen sechs Jahren mehr als 25 Millionen Euro Fördergelder in die Region geholt werden.“, berichtet Jochen Stiebel, Geschäftsführer der Neuen Effizienz. Die Digitalisierung sei dabei in den letzten Jahren bereits immer wichtiger geworden, so Stiebel.

Wirtschaftsstaatssekretär Christoph Dammermann erklärte beim Kongress: „Die Vorträge zeigen das breite Themenspektrum, das die Digitalisierung mit Blick auf die Energie- und Ressourceneffizienz hat.“ In seinem Vortrag gab er einen Ausblick auf die Innovations- und Digitalisierungsstrategie des Landes: „Das Bergische Städtedreieck hat in den letzten Jahren durch viele Aktivitäten und die gute Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen auf sich aufmerksam gemacht. Die Landesregierung möchte die Regionen in Nordrhein- Westfalen noch gezielter dabei unterstützen, sich auf den digitalen Wandel einzustellen. Gerade im Bereich der Energie- und Ressourceneffizienz gibt es viele Ansätze für kreative digitale Lösungen, die öffentliche und private Akteure gemeinsam entwickeln können.“ Der Kongress fand im Rahmen des Projektes „Innovationsnetzwerk GreenTec und Ressourceneffizienz – Chancen aus Industrie 4.0 und Smart City“ (kurz: „Innovationsnetzwerk GreenTec“ statt, gefördert durch das Land und die Europäische Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Das Innovationsnetzwerk greift damit schon auf eine zweijährige Erfahrung in den beiden Schwerpunkten – Digitalisierung der Industrie sowie der Städte – zurück. Hierzu haben bereits Kongresse, Workshops, Unternehmerreisen und daraus abgeleitet Projekte und Projektanträge stattgefunden.

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Preise für Wohnimmobilien steigen weiter

Pressemitteilung des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Remscheid

 Im Jahr 2017 wurden in Remscheid 1.087 bebaute und unbebaute Grundstücke mit einem Geldumsatz von rd. 249 Mio. € veräußert.  Die Anzahl lag wiederholt über dem langjährigen Durchschnitt, ist gegenüber dem Vorjahr jedoch leicht gefallen.  Unbebaute Grundstücke wurden im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger gehandelt. Die meisten Bauplätze wurden erneut im neuen Wohnbaugebiet des ehemaligen Krankenhauses Lennep veräußert.  Ein durchschnittliches Baugrundstück für ein Einfamilienhaus kosteten unabhängig von der Lage rd. 115.500 €.

Für Ein- und Zweifamilienhäuser wurden rd. Sieben Prozent höhere Kaufpreise gezahlt.  Gewerbe- und Industrieobjekte wurden deutlich weniger gehandelt als im Jahr 2016.  Gebrauchte Eigentumswohnungen wurden durchschnittlich zu vier Prozent höheren Kaufpreisen veräußert. Der Durchschnittspreis lag bei rund 1.180 € pro Quadratmeter.  Für Neubauwohnungen wurden rund 2.930 €/m² gezahlt.  Bei gebrauchten Immobilien richten sich die Kaufpreise unter anderem nach dem Baujahr. Eine nach Baujahren differenzierte Tabelle mit durchschnittlichen Kaufpreisen liegt für Ein- und Zweifamilienhäuser wie auch für Eigentumswohnungen im Grundstücksmarktbericht 2018 vor.  Die Grundstücksmarktberichte als auch die Bodenrichtwertkarten des Gutachterausschusses stehen unter www.boris.nrw.de kostenfrei zur Verfügung.  Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte in der Stadt Remscheid befindet sich im Rathaus (Theodor-Heuss-Platz 1, Zimmer 153 bis 161).

Betrieb wegen Legionellen vorerst eingestellt

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Gestern Nachmittag hat ein Betrieb in Remscheid-Lennep dem städtischen Fachdienst Umwelt gemeldet, dass bei einer routinemäßigen Kontrollmessung an Kühlanlagen erhöhte Legionellenwerte festgestellt worden waren. Die Messwerte lagen dabei mit bis zu 180.000 KBE (koloniebildende Einheiten) pro 100 ml deutlich über dem Schwellenwert von 100 KBE. Bei einem Ortstermin heute Vormittag haben die städtischen Fachdienste Umwelt und Gesundheitswesen gemeinsam mit dem Betrieb entschieden, die betroffenen Anlagen vorsorglich stillzulegen. Eine Wiederinbetriebnahme erfolgt, sobald die Kontrollmessung den Prüfwert unterschreitet.

Um den Gesundheitsbehörden im Falle einer Häufung der Erkrankungen die Quellensuche zu erleichtern, hat der Gesetzgeber eine Melde- und Untersuchungspflicht für Trinkwasser und Bäder, aber auch Kühlanlagen eingeführt, die ein legionellenhaltiges Aerosol freisetzen können. Ab einem definierten Maßnahmenwert ist eine Information der Öffentlichkeit vorgeschrieben. Daneben müssen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr erfolgen. Die zuständige Behörde ist hierbei die untere Umweltbehörde. Die Information der Öffentlichkeit hat den Zweck, Ärztinnen und Ärzte sowie Menschen mit schweren Grunderkrankungen darauf aufmerksam zu machen, dass bei Auftreten einer Lungenentzündung möglicherweise eine Legionelleninfektion hierfür ursächlich ist und eine gezielte Therapie ohne Zeitverzögerung eingeleitet werden kann. Antibiotikaresistenz kommt bei Legionellen bis dato nicht vor, so dass hier bei rechtzeitiger Diagnose die Erkrankung gut behandelbar ist.

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Produktionsschule: Bangen darum, wie es weitergeht

Im Bild: Die SPD-Europa-Abgeordnete Petra Kammerevert und der Remscheider SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf und mit der Sozialpädagogin Annika Girbig und Ralf Barsties, Geschäftsführer der Arbeit Remscheid gGmbh. Foto: Danielle Schäfer.Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Sven Wolf und der Europa-Abgeordneten Petra Kammerevert

„Viele unserer Teilnehmerinnen und Teilnehmer hier an der Produktionsschule bekommen bei uns das erste Mal Bestätigung für das, was sie leisten“, betont Ralf Barsties, Leiter der Arbeit Remscheid gGmbH. „Das sind Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen, die bisher schon viele Misserfolge einstecken mussten. Bei uns lernen Sie, in regelmäßigen Strukturen zuverlässig zu arbeiten.“ Doch nun soll die Landesförderung gestrichen werden. Über das drohende Szenario sprachen gestern die Europa-Abgeordnete Petra Kammerevert und der Remscheider Landtagsabgeordnete Sven Wolf vor Ort mit Ralf Barsties und der Sozialpädagogin Annika Girbig, Bereichsleiterin im Maßnahmebereich U 25. „Das Aus der Finanzierung durch die Landesregierung trifft die Produktionsschule hart“, betont Sven Wolf. „Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Produktionsschule hier in Remscheid an den Start ging. Jetzt heißt es auf einmal, die Finanzierung wird eingestampft. Das Werkstattjahr, das die Landesregierung stattdessen unterstützen will, ist kein Ersatz. Wir haben die Landesregierung dringend aufgefordert, die Arbeit der Produktionsschulen auch weiterhin aus ESF-Mitteln zu unterstützen. Bisher ohne Erfolg.“

„Unsere Befürchtung ist: Da bleiben gerade die älteren Jugendlichen über 19 Jahren auf der Strecke. Das Besondere an der Produktionsschule ist, dass die Catering-Tätigkeit Außenwirkung hat. Hier wird nicht für den Papierkorb gearbeitet oder für sich selbst, sondern es gibt ein positives Feedback von Kunden direkt an die Jugendlichen. Für solche Projekte stellen wir auf Europa-Ebene gerne die ESF-Mittel bereit,“ so Petra Kammerevert.

Gestern konnten sich die beiden Abgeordneten von den guten Arbeitsergebnissen und der positiven Entwicklung der Schülerinnen und Schüler in der Produktionsschule im Gespräch und bei der Teilnahme am gemeinsamen Mittagstisch überzeugen. „Wir führen einen realen Betrieb. Das ist unser Plus. Unsere Aufträge sind der rote Faden, der die Teilnehmenden der Maßnahme bei der Stange hält. Im Juni wollen wir außerdem mit einem Stand auf den Markt, an dem wir Gewürzmischungen, Konfitüren, aber auch Fingerfood anbieten wollen. Einen realer Betrieb zu führen, heißt aber auch, dass wir die investierten Mittel für die Küchenausstattung wieder erwirtschaften müssen“, erläuterte Ralf Barsties. 600 Euro pro Kopf monatlich an Landesförderung fallen zukünftig weg. Das ist der größere Teil der Maßnahme. Die restlichen rund 365 Euro werden mit Mitteln des Jobcenters finanziert. Rund ein Drittel der Jugendlichen schaffen im Anschluss den Einstieg in Ausbildung, Beschäftigung oder berufsbildende Maßnahme.

„Wenn wir die Jugendlichen zu früh in einem Praktikum unterbringen, führt das zu unregelmäßiger Teilnahme und Frustrationen auf beiden Seiten. Das endet nur in einem weiteren Misserfolg und hilft auch nicht den Betrieben, die verlässliche Praktikanten und Auszubildende brauchen,“ meinte Ralf Barsties. Das seien die Erfahrungen, dies Teams um Sozialpädagogin Sara Haarmann und Fachanleiter und Koch Jan de Buhr. „Erst einmal müssen wir schauen, dass es für die Jugendlichen weitergeht. Es kann aber auch nicht jeder Rückzug des Landes aus der Finanzierung von der Stadt aufgefangen werden. So wie es derzeit aussieht, wird eine Finanzierung von dritter Seite notwendig werden.“

Fragen an Peter Lange, DGB-Stadtverbandvorsitzender

Der DGB-Stadtverbandsvorsitzende Peter Lange. Foto: LOthar Kaiser Frage: Als Sprecher der DOC-kritischen Bürgerinitiative Lennep standen Sie schon viele Male im Blick der Öffentlichkeit. Als Gewerkschafter kaum. Das hat sich nun geändert seit Ihrer Wahl zum Vorsitzenden des DGB-Stadtverbands Remscheid im Januar. Eine klare Sprache ist in beiden Ämtern von Vorteil, wie Sie beim Arbeitnehmerempfang am 30. April und bei der Mai-Kundgebung einen Tag später bewiesen haben. Aber reicht für beides die Zeit? Zumal Sie im Hauptberuf ja auch stellvertretender Betriebsratsvorsitzender sind.

Antwort: Der zeitliche Aufwand für die Bürgerinitiative (BI Lennep) ist mittlerweile stark zurückgegangen, die Geschichte wird vor Gericht entschieden. Der weitere Handlungsbedarf ist überschaubar, außerdem sind wir als BI so aufgestellt, dass die Arbeit auf mehrere starke Schultern verteilt ist. Als stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bin ich nicht freigestellt, sondern gehe einer, wenn man so will, „normalen“ Arbeit nach. Ich denke, dass die Zeit für beides reichen wird.

Frage: Peter Lange, der Gewerkschafter. Zu einem klaren Bild von Ihnen fehlen Außenstehenden noch ein paar Konturen. Seit wann sind Sie Gewerkschafter, was hat Sie dazu bewogen, wo engagier(t)en Sie sich?

Antwort: Ich habe mein Arbeitsleben in einer Firma begonnen, in der es weder Betriebsrat noch Gewerkschaft gab, „Hire und Fire“ war an der Tagesordnung. Wurde man krank, drohte die Kündigung. Um dies zu ändern bin ich 1986 in die Gewerkschaft eingetreten und habe damals um die 100 Kolleginnen und Kollegen für die Gewerkschaft geworben. Zusammen haben wir dann versucht dort einen Betriebsrat zu gründen. Die ganze Sache ging leider schief, und der Arbeitgeber hat mich rausgeschmissen. Die Rolle der betroffenen Gewerkschaft würde ich heute als unglücklich bezeichnen. Dies war im Nachhinein allerdings ein großes Glück, weil ich dann beim Vorgänger meines jetzigen Arbeitgebers angefangen habe. Hier war die IG Metall stark organisiert und es gab einen starken Betriebsrat. Ich habe mich dann nach einer Weile als gewerkschaftlicher Vertrauensmann engagiert, später, seit ca. 1998, als Betriebsrat.

Frage: Ist die Gewerkschaftsarbeit im Betrieb schwieriger geworden? Gegenüber dem Arbeitgeber und / oder gegenüber der Belegschaft?

Antwort: Früher waren die Firmenzentralen in der Regel vor Ort, die Entscheidungswege waren übersichtlich und kurz. Bei einem international agierenden Unternehmen sind die Entscheidungswege lang, Entscheidungsträger sitzen oft nicht vor Ort, so ziehen sich viele Entscheidungen sehr lange hin. Die Ausarbeitung und Verhandlung von Gesamtbetriebsvereinbarungen zum Beispiel dauert nicht selten mehrere Jahre. Außerdem dreht sich heute alles extrem um Kosten, verschiedene Fertigungswerke eines Unternehmens stehen oft weltweit in Konkurrenz zueinander.

Was die Belegschaft angeht, so leiden die Kolleginnen und Kollegen häufig unter Stress, da mit immer dünneren Personaldecken gearbeitet wird. Fälle von Burn Out Syndrom sind keine Seltenheit. Außerdem gibt es jetzt verschiedene Gruppen von Mitarbeitern, die Stammbelegschaft mit unbefristeten Verträgen, befristet Beschäftigte und Leiharbeitnehmer. All diesen Gruppen muss man als Betriebsrat gerecht werden und bei Problemen zur Seite stehen.

Frage: Es heißt gelegentlich, die politische Farbenleere in den Gewerkschaften verwische sich. Aus Rot wird Grau, wenn nicht sogar Schwarz. Werden auch Remscheider Gewerkschaften von Anhängern rechter Parteien und Gruppen infiltriert?

Antwort: Im Moment sieht es so aus, dass die Remscheider Kolleginnen und Kollegen hier ziemlich immun sind und sich nicht spalten lassen, dafür bin ich sehr dankbar und hoffe, dass dies auch zukünftig so bleibt. Wir wollen zumindest unseren Teil dazu tun.

Frage: Die Gewerkschaft in der Verteidigung der einstigen sozialen Ideale?

Antwort: Ja natürlich, die Gewerkschaften haben die Arbeitswelt humanisiert und sich auch für einen starken Sozialstaat eingesetzt. Dies muss auch so bleiben. Die Schere zwischen Arm um Reich geht immer weiter auseinander, auf der einen Seite gibt es Leute, die Geld wie Heu haben und gar nicht mehr wissen wohin damit, auf der anderen Seite leben immer mehr Menschen in Armut, damit kann ich mich als Gewerkschafter nicht abfinden, dass muss sich ändern.

Frage: Was sehen Sie persönlich als Ihre Hauptaufgaben als stellvertretender Betriebsratsvorsitzender und als Vorsitzender des DGB-Stadtverbandes?

Antwort: Als stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bin ich Bestandteil eines starken Teams von mehreren Kolleginnen und Kollegen, ich kümmere mich dort hauptsächlich um Arbeitssicherheits- und Gesundheitsthemen.

Als Vorsitzender des DGB Stadtverbandes sehe ich thematisch natürlich den Kampf gegen „Rechts“ als eine große Aufgabe an, aber auch die soziale Ungleichheit muss stärker in den Fokus genommen werden.

Der DGB in Remscheid muss wieder sichtbarer werden. Wir haben im Stadtverband sehr viel Kompetenz aus den einzelnen Mitgliedsgewerkschaften, die müssen wir nutzen um uns in Diskussionen einzubringen oder auch Themen zu setzten.

Eine weitere Überlegung betrifft die Schulen, hier könnte ich mir vorstellen, in zehnten Klassen über das Betriebsverfassungsgesetz, Tarifverträge und die Betriebsratsarbeit aus erster Hand zu berichten. Hier herrscht doch zum Teil große Unkenntnis.

Unser Ziel als Stadtverband muss es sein, dass die Mai Demo in den nächsten Jahren länger und jünger wird.

Frage: Die Werbung neuer Mitglieder stelle ich mir sehr schwierig vor. Wie lassen sich gegenwärtigen Azubis denn noch am ehesten für die Gewerkschaftsidee interessieren?

Antwort: Ja, die Werbung von neuen Mitgliedern ist schwierig. Azubis scheinen mir da noch am zugänglichsten, hier kommt es allerdings darauf anm sie langfristig zu binden.

Problematisch ist, dass viele Kolleginnen und Kollegen eine Kosten-Nutzenrechnung aufmachen, die leider vieles, was die Gewerkschaften in der Vergangenheit bereits erreicht haben und von vielen heute als selbstverständlich erachtet wird, nicht mit einbezieht. Dadurch fällt die Entscheidung häufig gegen eine Mitgliedschaft aus.

Frage: Ein Blick in die Zukunft: Wo sehen Sie die Gewerkschaften in Deutschland und hier in Remscheid in 20 Jahren?

Antwort: Das ist schwierig zu sagen, hier kommt es ja in erster Linie auf die gesamte wirtschaftliche Entwicklung an, die Folgen von Industrie 4.0, Crowdworking usw. sind noch nicht absehbar. Eines ist allerdings sicher, die Ziele gewerkschaftlicher Arbeit, wie der Kampf für eine faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen, bleiben die, die sie immer waren.

Erreichen und erhalten können wir diese nur in einer solidarischen und demokratischen Gesellschaft, wo einer für den anderen einsteht – unabhängig von Religion, Alter und Herkunft usw. Wenn wir uns in viele kleine Interessengruppen aufspalten lassen, werden wir verlieren.

Nachbar sagt Nein zu Wohnungen über Woolworth

Zwei neue Etagen mit Wohnungen an der Allee“, titelte der Waterbölles am 13. Dezember 2017 und berichtete über Pläne des Remscheider Immobilien-Unternehmers Leo Schönhals, die Woolworth-Filiale Alleestraße 51-55 gegenüber von „Foto Kaiser“ um zwei Etagen mit Mietwohnungen aufzustocken. In der damaligen  Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheid versprach sich Jörg Schubert, Leiter des Fachdienstes Bauen, Vermessung, Kataster und Untere Denkmalbehörde, von dem Wohnungsbau an der oberen Alleestraße eine Aufwertung. Da hatte sich die Baubehörde anscheinend die Pläne von Leo Schönhals noch nicht genau angesehen und/oder übersehen, dass die geplante Aufstockung mit Wohnungen den Baulasten widerspricht, die für das Grundstück eingetragen sind. Dem Besitzer des Nachbargrundstücks, einem stadtbekannten Bauunternehmer, scheint das allerdings alsbald eingefallen zu sein. Und der denkt gar nicht daran, sich mit Leo Schönhals wie auch immer auf Baulasten zu einigen, die den Neubau ermöglichen würden. Dabei ginge es um eine Erlaubnis zur Bebauung bis an die Grundstücksgrenze und die Zufahrt zu einer neuen Tiefgarage für die Mieter der Wohnungen. Baudezernent Peter Heinze gestern im Bauausschuss: „Um den Plan doch noch realisieren zu können, müssten sich die Grundstückebesitzer zusammenraufen!“ Und Rosemarie Stippekohl (CDU) bestätigte ihm: „Das ist nicht das Problem der Stadtverwaltung. Vielleicht hätte der Investor sich erst einmal sachkundig machen sollen, bevor er in die Planung ging!“

Heinze betonte, dass Wohnungsbau an dieser Stelle grundsätzlich gut sei. Aber in der eingereichten Form sei der Plan nun einmal nicht realisierbar. Und die Bauverwaltung, die alle Beteiligten gerne berate, habe dabei die Rechte a l l e r Beteiligten zu berücksichtigen.

Wie Bezirksbürgermeister Otto Mähler berichtete, will Schönhals das Neubauprojekt nunmehr unter dem Vorzeichen von gewerblicher Nutzung (Anwaltskanzleien, Arztpraxen) fortführen – falls möglich. Auch das wird die städtische Bauaufsicht zu prüfen haben.

"Im gesamten Aufnahmeritual läuft etwas falsch!"

von Otto Mähler

Mitte April bekam meine Frau eine Einweisung ins Sana-Klinikum, um sich einer Kathederuntersuchung zu unterziehen. Es wurde der 2. Mai, 11 Uhr, terminiert. Um 10.30 Uhr fanden wir uns im Klinikum ein und hatten uns auf etwas Wartezeit eingerichtet. Nach ca. einer Stunde wurde meine Frau aufgerufen zur Blutentnahme, anschließend folgte wieder eine Wartezeit von ca. einer Stunde, dann der Aufruf zum Prozedere der Aufnahmeformalitäten. Wir wurden dann zur Station ZS 2 verwiesen, wo es im Aufnahmebereich keine Sitzmöglichkeit gab. Wir wurden, nachdem man uns mitgeteilt hatte, heute 33 Aufnahmen zu haben, in einem leeren Zimmer „geparkt“. Dort erschien dann eine nette Schwester, um einige Sachen zu erfragen und nach einer geraumen Zeit eine  (Assistenz-?)Ärztin, die als erstes fragte, weshalb wir denn so spät gekommen seien. Hier tat Aufklärung Not: Am früheren Morgen sei gar nichts los gewesen.

Meine Frau war zwischenzeitlich mit den Nerven schon ziemlich unten. Gegen 15.40 Uhr waren wir schließlich auf der Station BS 2. Dort wurden wir gefragt, wer uns denn geschickt hatte. – „Haben kein Zimmer für sie frei!“ Zum Glück bekam meine Frau dann doch noch ein Zimmer, da eine andere Dame vermutlich noch in der Warteschleife hing.

Fazit: In dem gesamten Aufnahmeritual läuft etwas falsch. Man möge mir jetzt bitte nicht mit Entschuldigungen kommen. Zum wiederholten Mal festgestellt, von anderen des Öfteren gehört. Es ist eine Katastrophe wie mit Patienten, die ja nicht zum Spaß kommen, umgegangen wird.

Sehr geehrter Sozialdezernent Thomas Neuhaus, ich bitte Sie, dies im Aufsichtsrat des Sana-Klinkums anzusprechen. Es geht mir nicht um uns, sondern um die Patienten im Allgemeinen. Sehr geehrter Herr Sill, lieber Lothar, vielleicht kann man dies auch im Sozialausschuss thematisieren; ich bin gerne bereit zu kommen.