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Flüchtlinge zu Fachkräften machen

Pressemitteilung der bergischen IHK

Mehr als 100 Personalverantwortliche und Experten, die an der Beratung und Integration Geflüchteter in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt beteiligt sind, kamen am Mittwoch in die Hauptgeschäftsstelle Wuppertal der Bergischen Industrie- und Handelskammer (IHK). Dort fand eine gemeinsame Veranstaltung der IHK und des Netzwerks „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ statt. Die Teilnehmer tauschten sich intensiv darüber aus, wie Integration gelingen kann und welche Unterstützungsangebote es gibt. Außerdem informierten sie sich über rechtliche Rahmenbedingen. Constantin Bräunig vom Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ gab Tipps für eine erfolgreiche Personalauswahl. Katja Heck, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal erläuterte das „my-skill Verfahren“ zur Einstufung der Vorkenntnisse. Barbara Eufinger (BIA Kunststoff- und Galvanotechnik GmbH & Co. KG) und Anita Porsche (periplast) berichteten über ihre Erfahrungen bei der Ausbildung von Flüchtlingen.

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass die Sprachqualifikation ein entscheidendes Kriterium für die Integration sei. Sie forderten daher den Fachsprachunterricht an den Berufsschulen auszubauen und die dafür nötigen Ressourcen bereitzustellen. Nur mit zusätzlichem Sprachförderunterricht seien die Fachbegriffe erlernbar, betonte Michael Wenzel, Lehrer des Berufskollegs Werther Brücke der Stadt Wuppertal. (Claudia Herdt)

„Food“-Verkäufer kritisierten fehlende Sitzgelegenheiten

Gegen 17 Uhr begann auf das Alleestrsße gestern das Auf- und Abräumen. Fotos: Lotrhar KaiserIn Remscheid vor einem Wochenende mit Außengastronomie auf gutes Wetter zu setzen, kommt einer Pferdewette auf den Außenseiter sehr nahe. Aber was ist schon „gutes Wetter“? Für das Freibad im Eschbach war das vergangene Wetter „bombig“, für die Gastronomen, die sich an der EssKULTour 2018 beteiligten, dagegen eher „geht so“ bis „gut“. Wer gemütlich im Freien Essen und Trinken möchte, hat es halt nicht gerne zu warm. Dass die meist auswärtigen Anbieter von Street Food, die auf der oberen Alleestraße ihre Stände aufgeschlagen hatten, gestern gegen 17 Uhr ihre Einkünfte in den vergangenen drei Tage durchweg mit „miserabel bis „schlecht“ bezeichneten, scheint allerdings weniger am Wetter und mehr an den wenigen Sitzgelegenheiten gelegen haben, die die Besucher dort vorgefunden hatten. Gemütlich sei es dort jedenfalls nicht gewesen.

Kritisiert wurde auch „zu wenig Werbung durch den Veranstalter“. Und für einen „Food“-Verkäufer, der seinen Stand mit einem einzigen Mitarbeiter betrieb, konnte ein zehnminütiger Gang zur Toilette au der Scharffstraße schon zu einem „logistischen“ Problem werde. Ein Händler, der mit dem jüngsten Park-Food-Festival im Stadtpark sehr zufrieden war, sagte mir am späten Nachmittag, er habe an diesem Tage gerademal vier Teigtaschen verkauft. Dafür sei ihm die Stadt bei der Standmiete entgegengekommen. (Überprüfen ließ sich beides natürlich nicht.)

ISignet der 'EssKULTour'.m nächsten Jahr wieder auf die Alleestraße? Das schloss der Händler aus Köln nachdrücklich aus Nicht zu übersehen war übrigens, dass auch einige Betreiber von Pagodenzelten auf der mittleren mit unteren Allee schon eine Stunde vor Ende der EssKULTour 2018 begannen, Biergarnituren bzw. Tische und Stühle zusammenzustellen. Da schlenderten durch die Fußgängerzone nur noch wenig, meist ältere Passanten.

Bewerbertag mit einem Zeitarbeitsunternehmen

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

Am Dienstag, 3. Juli, von 9 bis 12 Uhr möchte die Agentur für Arbeit Arbeitssuchenden in der Remscheider Filiale die Möglichkeit bieten, sich unverbindlich bei einem Personaldienstleister zu informieren und zu bewerben. Im Bergischen Land ist das Zeitarbeitsunternehmen A!B!C Personaldienstleistungs GmbH als regionaler Anbieter von Personaldienstleistungen tätig. Im Anschluss haben Interessierte die Möglichkeit, sich in Einzelgesprächen auf die ausgeschriebenen Stellenangebote zu bewerben, sich zu informieren und ihre Bewerbungsunterlagen beim Arbeitgeber abzugeben.

Arbeitslosenquote im Städtedreieck bei 7,8 Prozent

Pressemitteilung der Agentur für Arbeit

„Im bergischen Städtedreieck ist die mit 7,8 Prozent im Juni deutlich niedriger als vor einem Jahr“, erläutert Katja Heck, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Im Juni waren in den drei Städten 25.617 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, das sind 315 Menschen weniger als im Mai und auch 2.461 Personen weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote für die drei Städte sank von 7,9 Prozent im Mai auf aktuell 7,8 Prozent (Juni 2017: 8,7 Prozent). 4.785 Personen meldeten sich im Juni insgesamt bei der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern neu oder erneut arbeitslos. Das waren 530 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 5.113 Menschen ihre Arbeitslosigkeit, 565 weniger als im Juni 2017. Von der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal wurden im Juni insgesamt 7.052 Männer und Frauen ohne Job im Rechtskreis SGB III betreut. Das sind 32 Personen weniger als im Mai und auch 206 weniger als vor einem Jahr. Im Rechtskreis SGB II, für den die Jobcenter zuständig sind, wurden in Solingen, Remscheid und Wuppertal 18.565 Arbeitslose betreut und damit 283 weniger als im Mai und auch 2.255 weniger als vor einem Jahr.

Regelmäßig weist die Bundesagentur für Arbeit die Unterbeschäftigung aus. Hier werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die als Teilnehmer an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Aktivierungsmaßnahmen oder aus sonstigen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden. Die Unterbeschäftigungsquote im bergischen Städtedreieck sank von 13,1 Prozent im Mai auf aktuell 12,9 Prozent (NRW ca. zehn Prozent). Im Juni 2017 betrug diese noch 14 Prozent. Die Unterbeschäftigungsquote bildet alle Personen ab, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt, d. h. die registrierten Arbeitslosen zuzüglich der Personen, die beispielsweise an einer Maßnahme teilnehmen oder einen arbeitsmarktbedingten Sonderstatus haben. Sie bildet den Einsatz der arbeitsmarktpolitischen Instrumente in den drei Jobcentern ab. In Remscheid sind 1.744 (Unterbeschäftigungsquote zehn Prozent), in Solingen 2.548 und in Wuppertal 14.492 Menschen zusätzlich zu den arbeitslosen Menschen in der Unterbeschäftigung.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist leicht gesunken. Konkret wurden in diesem Monat der Arbeitsagentur 1.314 offene Stellen gemeldet, 161 weniger als im Mai und auch 194 weniger als vor einem Jahr. Insgesamt sind im bergischen Städtedreieck aktuell 5.164 freie Stellen gemeldet. Das sind 123 Stellen mehr als vor einem Jahr (+2,4 Prozent). 4.516 und damit 87,5 Prozent aller Stellen sind unbefristet, 638 Stellen oder 12,4 Prozent werden in Teilzeit angeboten. Besonders gesucht sind Fachleute aus den Bereichen Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau, Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe, Medizinische Gesundheitsberufe sowie Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe.

Plädoyer für eine (Re-)Vitalisierung andernorts

Waterbölles-Kommentar

Einem geschenkten Gaul soll man ja bekanntlich nichts ins Maul schauen. Aber auch Zuschüsse des Landes und des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) zur Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes sind Gelder, die letztlich aus dem Portemonnaie der Bürger kommen. Motto: Die Zechen zahlen die...? Also dürfte man als Steuerzahler ruhig mal nachfragen. Aber es stand ja gestern schon in einer Pressemitteilung der Stadt Remscheid. Danach ist beim neuen Friedrich-Ebert-Platz mit Kosten von 12,3 Millionen Euro zu rechnen, 5,2 Millionen bezogen auf dem Zentralen Omnibusbahnhof der Stadtwerke Remscheid, deutlich kleiner als der jetzige, und 7,3 Millionen für die Bau- und Planungskosten des „Drumherum“ (siehe „Politik vor schwieriger Frage: Was soll vertagt werden?“). Vom Anteil der Stadtwerke zahlt der VRR 90 Prozent, von dem der Stadt Remscheid das Land NRW 80 Prozent. Aber wie gesagt: Die Zeche... (siehe oben).

Früher hieß es: „Hölpend met, datt Remsched propper blitt“. Gilt eigentlich auch heute noch. Wird aber von Rat und Verwaltung noch übertroffen durch das „Revitalisierungsprogramm“ zum Wohle der Innenstadt. An dessen Spitze soll die Umgestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes stehen. Die umfasst den neuen, kleineren Busbahnhof (Sache der Stadtwerke) und einen neuen Platz mit teilweiser Überdachung in Form eines Bumerangs (Sache der Stadt Remscheid). Dieser Platz mit in Beton gelegtem Kleinpflaster wird voraussichtlich 7.947.000 € Euro kosten und nicht 7,3 Millionen. Denn hinzukommen die Kosten, die auf die Technischen Betriebe Remscheid fallen.

Ein Platz, der nach Auffassung der Stadt Remscheid den Passanten mehr Aufenthaltsqualität bieten wird. Mit Verlaub, die kann ich nicht erkennen. Zumal das Dach keine Garantie auf Regenschutz zu bieten scheint.

Unbestritten: Der Friedrich-Ebert-Platz ist als Omnibus-Bahnhof überdimensioniert. Das ist er schon so lange, dass das niemanden mehr aufregt. Wir haben uns schlechterdings daran gewöhnt. Die Frage darf jedoch erlaubt sein, ob es wirklich Sinn hat, ihn zu einem Zeitpunkt um die Hälfte zu verkleinern, zu dem die Diskussion um einen fahrpreisfreien Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit deutlich mehr Omnibussen an Fahrt gewinnt.

Mal ehrlich, mir wäre der jetzige Friedrich-Ebert-Platz (ZOB) auch die nächsten vier Jahre noch recht, wenn dafür der übrige Teil der Innenstadt mit der Alleestraße als Mittelpunkt umgestaltet werden würde. Sorgen wir mit dem vom Land angebotenen Geld doch zunächst dort für eine (Re-)Vitalisierung! Der Friedrich-Ebert-.Platz hat darauf so lange warten müssen – da kommt es auf ein paar Jahre mehr auch nicht mehr an.

Politik vor schwieriger Frage: Was soll vertagt werden?

Nach der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause (am 5. Juli) möchte die Stadt Remscheid den Auftrag zur Planung des neuen Friedrich-Ebert-Platzes an den 1. Preisträger des Architektenwettbewerbs vergeben, den die Stadt zu diesem Zweck ausgelobt hatte: die Arbeitsgemeinschaft Stefan Schmitz (Foto rechts) BDA Architekten und Stadtplaner, Köln, zusammen mit Lill + Sparla Landschaftsarchitekten, Köln, und das BSV Büro für Stadt und Verkehrsplanung, Aachen. Sie waren „der einzige und bestmögliche Bieter“, so Baudezernent Peter Heinze, Der Kölner Architekt Stefan Schmitz. Foto: Lothar Kaisernachdem die beiden übrigen Preisträger im Januar abgesagt hatten, vermutlich wegen Arbeitsüberlastung aufgrund der guten Konjunkturlage. Die nächsten Termine auf der durchaus ambitionierten Zeitschiene sind:

  • Oktober 2018: Ergebnis nachträglich beauftragten Verkehrsgutachten (auch zum alten Fußgängertunnel vor dem Ämterhaus) und Abgabe des Förderantrages auf der Basis einer Kostenschätzung bei der Bezirksregierung in Düsseldorf
  • Mai 2019: Entwurfsplanung mit Kostenberechnung, Bürgerbeteiligung
  • 2019: Eingang des Förderbescheids und Ausschreibung der Bauarbeiten
  • 2020: Baubeginn. Voraussichtliche Bauzeit:2,5 Jahre.

Auf dem Verkehrsgutachten hatten Grüne, FDP  und W.i.R. in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 5. Juni bestanden: „Die Verwaltung möge, zusätzlich zu der priorisierten Planung der Querung der Elberfelder Straße als höhengleiche und behindertengerechten Querungsmöglichkeit, prüfen, ob eine Offenhaltung des Fußgängertunnels vom Friedrich-Ebert-Platz zum Ämterhaus möglich und sinnvoll wäre. Dabei kann die Querung der Elberfelder Straße durch den bestehenden Fußgängertunnel nur als zusätzliche Querung zur höhengleichen und behindertengerechten Querung angesehen werden. Die Verwaltung wird beauftragt, die Kosten der Aufrechterhaltung der Tunnelöffnung bei Einrichtung sozialer Kontrollmöglichkeiten (Beleuchtungskonzept und/oder zeitweiser Nachtschließung) zu ermitteln. Die Aufrechterhaltung der Tunnelöffnung soll als Wunsch der Stadt bei den Verhandlungen mit den Preisträgern des Planungswettbewerbs berücksichtigt werden.“ Unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten für die Schüler des Ernst-Moritz-Arndt Gymnasiums könne die wartezeitfreie Querung durch den alten Fußgängertunnel eine sinnvolle Ergänzung darstellen, unter Umständen aber auch Reparaturkosten verbunden sei, die in das Gesamtprojekt noch nicht vorsehe, wie Wolf Lüttinger (FDP) damals ergänzte.

Ob es zu diesem Mehrkosten kommen würde, bleibt abzuwarten. Dass die Entscheidung über Einfach- oder Doppelquerung der Elberfelder Straße letztlich beim Rat der Stadt liegt, betonte heute im Entwicklungsausschuss Peter Heinze nicht zum ersten Mal. Als jedoch der CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Peter Nettekoven bei Architekt Stefan Schmitz nachfragte, ob zum Wettbewerb  auch der eventuelle Erhalt des Tunnels gehört habe (Antwort: Nein), konnte sich Heinze die Bemerkung nicht verkneifen, dass die Politik den Vergaberichtlinien des Wettbewerbs zugestimmt habe. Sollte wohl heißen: „Den Schuh zieh ich mir nicht an!“

Dass es unabhängig von der Tunnel-Frage zu Mehrkosten kommt, steht seit gestern fest. Dafür sorgen Gutachten (Überflutung, Regenwasserrückhaltung, Baugrund für die bumerangförmige Überdachung, Lärmschutzgutachten), eine Projektsteuerung und vor allem das große, von unten LED-beleuchtete Dach. Das allein schlägt mit 1.960.000 € (brutto) zu Buche. Die Baukosten bislang: 5.232.430 €€. Und die nunmehr errechneten: 7.947.000 €. Mehrbedarf: 2.714.570 €. Der Eigenanteil der Stadt erhöht sich damit um 918.514 € auf 1.965.000 € (darunter für das Dach rd. 392.000 €, für die Projektsteuerung rd. 470.000 € und für sonstige Kosten 57.000 €).

Das Problem: Woher das fehlende Geld nehmen? Denn der Fördertopf des Landes ist gegenwärtig bei Gesamtkosten von 12,8 Millionen Euro gedeckelt. Peter Heinze nannte gestern  in einem Pressegespräch wie auch anschließend in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid und im Entwicklungsausschuss zwei Möglichkeiten der Kompensation:

  • Verzicht auf einzelne Maßnahmen zur Revitalisierung der Innenstadt oder deren zeitliche Verschiebung
  • Fortführung des Revitalisierungsprojektes über 2020 hinaus, d.h. mit neuem Förderantrag.

Beides kam bei Ralf Wieber (ISG Alleestraße, CDU-Ratsmitglied) nicht gut an. Denn er fürchtet, dass dabei die Alleestraße zumindest teilweise auf der Strecke bleibt. Peter Heinze versuchte, diese Sorgen zu zerstreuen. Doch der CDU-Fraktionsvorsitzender Nettekoven hakte nach: „Was passiert, wenn der Rat den Mehrkosten nicht zustimmt? Können die Stadtwerke dann zunächst alleine den Neubau des Zentralen Omnibusbahnhofs in Auftrag geben?“

Theoretisch sei das wohl möglich, meinte Heinze. „Das geht auch ohne das Drumherum! Aber auch der vorübergehende Verzicht auf eine städtebauliche Aufwertung des Platzes sei nicht ratsam. „Mit den Mehrkosten wird das Ergebnis besser, und dafür bin ich immer zu haben!“ Hans Lothar Schiffer gab ihm Recht. Zumal die Politik mit dem Verkehrsgutachten zum Fußgängertunnel einen Teil der Mehrkosten  selbst veranlasst habe. „Bei dieser großstädtischen Planung sollten Sie bitte nicht klein-klein denken!“, warnte er Nettekoven.

Was also tun? Die Einzelmaßnahmen zur Revitalisierung der Innenstadt umschichten, um beim neuen Friedrich-Ebert-Platz samt Mehrkosten – mit oder ohne Tunnel –  starten zu können? Oder dieses „Leuchtturmprojekt“ (Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz) erst einmal zurückstellen und mit den zahlreichen kleineren Maßnahmen beginnen? Im Gestaltungsleitfaden zur Revitalisierung der Innenstadtsind sie aufgezählt: Bodenbeläge, Stadtmöbelsystem (Bänke, Abfalleimer, Fahrradbügel, Poller) und Spielgeräte, Straßenbeleuchtung, Beleuchtung (Platzräume/Lichtakzente), Wegeleitsystem, Gehölzverwendung, Aufwertung Theodor-Heuss-Platz, Möblierung Alleestraße, Innenstadtbeleuchtung, Umgestaltung Scharffstraße, Umgestaltung Fastenrathstraße, Umgestaltung Wiedenhofstraße, Umgestaltung Mandtstraße, Fußwegeachse Alte Bismarckstraße, Begrünung Alte Bismarckstraße.

Die schwierige Prioritäten-Frage, vor der die Kommunalpolitiker jetzt stehen: Was zählt mehr, ein neuer, gepflasterter Platz mit teilweiser Überdachung zwischen Omnibusbahnhof und Konrad-Adenauer-Straße (nahe Commerzbank) für fast acht Millionen Euro (der Busbahnhof geht zu Lasten der Stadtwerke), oder die vielen über die Innenstadt verteilten Einzelmaßnahmen?

Weinseligkeit kosten jetzt drei Euro am Tag

Erstmals wird in diesem Jahr das Sommer- und Winzerfest der Lenneper Karnevalsgesellschaft am Freitag, 3., und Samstag, 4. August, jeweils drei Euro Eintritt kosten. Lediglich am Sonntag, 5. August, bleibt der Eintritt kostenlos. Gegenüber Pressevertretern begründete Vorsitzender Günther Brockmann diese Entscheidung damit, dass der Verein das Weinfest im vergangenen Jahr mit  1.730 Euro Verlust abgeschlossen habe. Dabei benötige man die jährlichen Einnahmen aus dem beliebten, aber für den Verein personalintensiven und damit kostspieligen Weinfest, um die Straßenreinigung von 4.500 Euro nach dem Rosenmontagszug bezahlen zu können. Der Gewinn aus dem Weinfest sichere also quasi den Fortbestand des Rosenmontagszuges.

In den vergangenen Jahren hatte das Weinfest mehr und mehr Besucher angelockt. Kamen 2012 noch 1.200, waren es später mehrmals über 3.000. Dann machte die städtische Ordnungsbehörde dicht und ließ die Gäste zählen.

Pluspunkt der neuen 2.600 Tageskarten: Wer sie (ab 1. Juli)  beim Kirchenwirt, König von Preußen, im Kölner Hof oder in Riemanns Küche kauft, kann sicher sein, beim Betreten des Alter Markts nicht wegen  Überfüllung abgewiesen zu werden bzw. vor Ordnern eine Zeitlang warten zu müssen, bis andere Gäste den Platz verlassen haben.

Endspurt in die Ausbildung nicht vergessen

Pressemitteilung der bergischen IHK

Bis zum Beginn des Ausbildungsjahres bleibt nicht mehr viel Zeit – wer noch in diesem Jahr eine Ausbildung beginnen möchte, sollte sich deshalb schnellstens bewerben. Jugendliche und junge Erwachsene können sich dabei von der Starthelferin der Bergischen IHK beraten lassen. Wie klappt es vielleicht doch noch mit dem Wunschberuf, für den es bisher nur Absagen gegeben hat? Oder gibt es berufliche Alternativen, die möglicherweise viel besser zum eigenen Profil passen? Die IHK-Starthelferin Miriam Schöpp unterstützt dabei, aus der Vielzahl der Ausbildungsberufe den individuell passenden zu finden. Sie kann zudem bei der Optimierung der Bewerbungsunterlagen und der Kontaktvermittlung zum passenden Ausbildungsbetrieb helfen. Wer ein persönliches Beratungsgespräch mit der IHK-Starthelferin möchte, kann unter Telefon: 0202 2490 833 einen Termin vereinbaren.

Neben der persönlichen Beratung können Ausbildungsplatzsuchende auch jederzeit das kostenfreie Online-Angebot der IHK auf www.ihk-lehrstellenboerse.de nutzen, um freie Ausbildungsplätze zu finden. Grundsätzlich gilt: Bewerber sollten jetzt aktiv werden, denn aktuell bieten sich noch verschiedene attraktive Möglichkeiten auf dem Ausbildungsmarkt, denn viele Betriebe suchen noch intensiv nach motivierten Auszubildenden. Dieser kostenlose Beratungs- und Vermittlungsservice wird durch das Projekt »Starthelfende Ausbildungsmanagement« möglich, welches mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird. (Claudia Herdt)

Neuer Förderverein hofft auf Mitglieder und Sponsoren

von Ralf Barsties, Geschäftsführer der Arbeit Remscheid gGmbH

Mit unserer Produktionsschule „Catering & Eingemachtes" können wir seit 2016 junge Menschen, denen es auf dem klassischen Weg Schule/Duale Ausbildung bzw. Schule/Studium nicht gelingt, nachhaltig in Ausbildung und Arbeit zu kommen, eine handfeste Chance bieten, einen etwas anderen Anlauf zu nehmen. Unsere Erfahrung im Übergang Schule - Beruf zeigt, dass die Zahl der Jugendlichen/jungen Erwachsenen zunimmt, denen insbesondere der nachhaltige Übergang in Berufsausbildung und Arbeit nicht oder nicht im ersten oder zweiten Anlauf gelingt.

400 Jugendliche sind in Remscheid aktuell arbeitslos - nicht mitgerechnet sind die Jugendlichen in Maßnahmen. Wir sind in Remscheid noch immer über dem NRW-Schnitt. Dieser Zustand ist im Sinne einer Generationengerechtigkeit äußerst unbefriedigend. Hier setzen Projekte und Maßnahmen wie die Produktionsschule an und können andere praktische Wege zum Ziel der beruflichen Integration ebenen. Insbesondere die aktuelle Situation unserer Produktionsschule zeigt, wie anfällig selbst solche Projekte sind, deren fundierte Konzepte nachweislich wirken.

Der Zuspruch in den letzten Wochen aus Öffentlichkeit und Politik, letztendlich auch der Kunden des Cateringbetriebes, hat den jugendlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenso wie deren Betreuerinnen und Betreuern ebenso wie Arbeit Remscheid gGmbH als Träger sehr gut getan. Wir wurden ermutigt, Grundlagen dafür zu schaffen, dass dieses und vergleichbare Projekte auch weiterhin umgesetzt werden kann, und einen entsprechenden Förderverein ins Leben zu rufen.

Diesen Faden haben wir aufgenommen und laden für den 3. Juli zur Gründungsversammlung für den Förderverein „Brücken bauen - Perspektiven schaffen" ein. Damit haben künftig alle Bürgerinnen und Bürgern in Remscheid die Möglichkeit, aktiv (als Mitglied) und passiv (als Spenderin oder Spender) einen zusätzlichen Beitrag gegen die Jugendarbeitslosigkeit in unserer Stadt zu leisten. Mit der Rettung der Produktionsschule fängt die Arbeit des Vereins an. Hier droht ein Förderinstrument wegzubrechen, das die Förderlücke für die schwächsten Jugendlichen schließt. Mit dem Geld soll die Anschlussfinanzierung ermöglicht werden, falls sich kein öffentlicher Fördergeber findet. Der Verein will Förderprojekte für junge Menschen flankieren, besser ausstatten als die Fördergeber es tun, Kofinanzierungen ermöglichen und eine zentrale Stimme für die Perspektiven der jungen Menschen auf dem Arbeitsmarkt in Remscheid sein.

Ordnungsverfügung der Stadt gegen ALDI-Konzern

Die Stadt Remscheid hat gegen den ALDI-Konzern als Besitzer des Discounter-Grundstücks an der Burger Straße – und damit auch des unter Denkmalschutz stehenden Mannesmann-Turms „Blauer“ Mond“ auf dem Gelände – eine Ordnungsverfügung erlassen, wie der Waterbölles gestern aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat. Sie hat das Ziel, den milliardenschweren Konzern zum Wiederaufbau des historischen Wahrzeichens im Remscheider Süden zu veranlassen, der im April 2015 nach dem Sturm „Niklas“ wegen angeblicher Einsturzgefahr demontiert worden war (Fotos rechts). Doch der Konzern denkt gar nicht daran, dieser Ordnungsverfügung zu folgen, sondern ist vor Gericht gezogen, weil der stählerne Turm für ihn ein finanzieller Klotz am Bein sei.

Begründung: Ein Denkmal müsse, für sich allein betrachtet, finanziell tragbar sein. Und so gesehen, bezogen auf die Einnahmen auf die am Turm installierten Antennen von Mobilfunkanbietern, sei er das eben nicht. Die deutlich höheren Einnahmen aus dem benachbarten Discounter spielten bei der finanziellen „Tragfähigkeit“ des Turmes keine Rolle, sei vor Gericht die Argumentation von ALDI, heißt es. Da scheint sich also ein juristischer Streit anzubahnen, der in der ersten Instanz nicht beigelegt sein dürfte. Es sei denn, ein Vergleich böte sich an. Doch von dem ist bislang keine Rede.