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Blausensen verhalfen Sensen-Industrie zu letzter Blüte (II)

Haus Halbach in Müngsten, links der Wohnsitz, rechts das Geschäftshaus der Firma Johann u. Caspar Halbach u. Söhne. Foto: Schmidt.Teil II

Die steirischen Sensen verdankten ihren Ruf in erster Linie dem ausgezeichneten Stahl, der dort zur Verwendung gelangte. Die Materialfrage spielte auch für die Bergischen Betriebe die Hauptrolle, und es ist deshalb kein Zufall, dass Gottlieb Halbach in Müngsten. der als Erzeuger eines vorzüglichen Stahles bekannt war, auch in der neuen Fabrikation zuerst zu einem befriedigenden Ergebnis gelangte. Während er sich noch mit einzelnen gepachteten und für die Sensenfabrikation eingerichteten Hämmern behalf, baute sein Sohn Johann Arnold im Jahre 1772 das erste zusammenhängende Sensenwerk. Viele Tausende von Stahlsensen sind hier im Laufe der folgenden Jahrzehnte, nicht weit von den Stätten entfernt, wo die Cronenberger ihre ersten Versuche machten, geschmiedet und in den noch vorhandenen Packräumen zum Versand fertig gemacht worden. Holzschnitzereien an der Haustür des ehemaligen Halbachschen Hauses mit ihren gekreuzten Sensen er­innern noch heute an die einst so blühende und lohnende Industrie.

Im Jahre 1804 waren nach den Angaben Eversmanns vier Blausensenfabriken im Bergischen vorhanden: 1. das Werk des Johann Arnold Halbach zu Müngsten, 2. die Gründerhämmer der Gebrüder Busch zu Remscheid, 3. die „Buschhämmer" an der Wupper oberhalb Beyenburg, Peter Busch sei. Witwe und Söhnen gehörig, und 4. die Sensenhämmer von Johann Bernhard Hasenclever und Söhnen zu Ehringhausen. Die letzteren hatten eine Reihe von früheren Stahl- und Eisenreckhämmern am Eschbach und dem untern Lobach in den Dienst der Sensenerzeugung gestellt.

Schon am 25. Juli 1778, also sechs Jahre nach Einrichtung des Müngstener Sensenwerkes, schrieb Johann Wilhelm Habernickel als Vertreter der Remscheider Kaufleute und Fabrikanten: „Die schwarzen Sensenfabriken, deren Einführung uns mit Verwerfung der zur Unterdrückung derselben so hartnäckig als widerrechtlich verfochtenen Monopoliengesuchen der auf weiße Sensen privilegierten Sensenschmiede und Schleifer im Jahre 177O nach vieljähriger Bemühung und erstatteter Relation des Handwerkskommissars erlaubt worden ist, haben wir schon binnen dieser kurzen Zeit von sieben Jahren bei der genossenen Freiheit in solche Aufnahme und solchen Flor gebracht, dass deren allein im Kirchspiel Remscheid an zweimal hunderttausend jährlich verfertigt werden und die gegründetste Hoffnung vorhanden ist, dass daselbst binnen zehn bis zwölf Jahren sechs- bis achtmal hunderttausend Stück werden gemacht werden."

Portal des Hauses Halbach in Müngsten mit gekreuzten Sensen in den Holzschnitzereien der Türfüllungen, erbaut von Johann Arnold Halbach (1745-1825), dem Besitzer des dortigen Blausensen-Werkes. Foto: Schmidt.

Nach der Schätzung Eversmanns war die Zahl der im Bergischen erzeugten Stahlsensen im Jahre 1804 ungefähr dreimal so groß als in der Grafschaft Mark. So bietet das Werden und überraschend schnelle Aufblühen der Bergischen Blausensenfabrikation eins der bemerkenswertesten Beispiele für die Ablösung alter absterbender Gewerbe durch neue lebenskräftige Industrien. Die Erklärung ist wohl in erster Linie darin zu suchen, dass auf Grund mehrhundertjähriger Erfahrungen in der Stahlerzeugung und -bearbeitung die besten Vorbedingungen für das Gelingen des Versuchs vorhanden waren. Zweifellos sind auch in dem Müngstener Werk außer den erkundeten Kunstgriffen des steirischen Sensenhandwerks die von den Cronenberger Meistern gesammelten Erfahrungen verwertet worden.

Die Vorzüge der Stahlsensen gegen die aus Eisen mit Stahleinlage bestehenden Weißsensen waren verschiedener Art. Vor allem konnten die aus reinem Stahl gefertigten Sensen infolge der Elastizität ihres Blattes dünner und leichter ausgeschmiedet werden. Sie fuhren deshalb beim Schnitt besser durch die Halme hindurch als die plumperen Eisensensen. Dazu waren die Stahlsensen im Gebrauch von bedeutend längerer Dauer, weil das Blatt fast bis zum Rücken abgenutzt werden kann, während die eisenverstählten Sensen nur soweit schnittfähig sind, als das nur ein Zentimeter breite Stahlplättchen reicht. Ist dieses abgeschlissen, so ist das Werkzeug wertlos und kann zum alten Eisen geworfen werden, weil es nicht mehr schneidet.

Wie wir bereits sahen, wandten sich die Stahlsensenfabrikanten, die der Reihe nach zu den alteinheimischen Hammerwerksbesitzern gehörten, sofort dem mechanischen Betriebe zu. Hatte doch die Geschichte des Sensenhandwerks den Beweis geliefert, dass nur auf diesem Wege noch der Wettbewerb mit anderen Gegenden aufzunehmen war. Die Sensenwerke der Busch, Halbach und Hasenclever verfügten über drei verschiedene Arten von Hämmern, die als Reck-, Breit- und Klipperhämmer unterschieden wurden. Unterm Reckhammer wurde der Stahlstab derart bearbeitet, dass Schneide und Rücken der werdenden Sense erkennbar und die der Befestigung dienenden Teile schon im Rohen vorhanden waren. Die „Hamme", das Verbindungsstück zwischen Sensenblatt und Stil und der „Bart", d. i. die Verbreiterung am Ende des Blattes, traten nach dem Recken schon deutlich hervor. Nachdem das Werkstück wieder erhitzt worden war, wanderte es unter den Breit­hammer, der das Ausschlagen des Blattes besorgte. Da der Sattel des Breithammers den Amboss nicht gleichmäßig berührt, sondern einen keilförmigen Abstand lässt, so erhielt das Sensenblatt hier die erforderliche Verdünnung nach der Schneide hin. Sowohl das Recken als das Breiten erforderte eine große Geschicklichkeit. Mit scharfem Blick und sicherer Hand musste der Schmied das Werkstück bald der Länge nach, bald quer in den verschiedenen Richtungen unter den Hammer bringen, wobei ein verfehlter Schlag alles verderben konnte.

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Glöck on Gesongthiet för twentich nüngtien

En Frau set biem Doktere m Wartezemmer. No ehr kuemen noch twei Männer, die sech deite newer sie setten. Do seät de eng för denn angern, komm sett dech en betschen miehr hieröm, dann kann mir sech gett vertällen. die Frau hürt sech dat Gekäll an, on mot stellegen lachen. Et stellt sech nue eruet, datt dä eng ienenachtzeg Johr, on dä anger gett öwer ziewenzeg es.

Datt die sech völl te vertällen hang, kann mir sech guet vüarstellen. Sue gieat ett dann:

Dr. Schmitz left jo uech alt nitt miehr. On vüerege Weeke hand se den Pitter begrawen. Ett Settchen wat met änn en de Schual gegangen es, hant se en et Armenhues gedonn. Dat arm Mensch. Siewen Blagen hät ett gruetgetrokken. Ewwer die noch dervan lewen, wohnen nitt hie. On ett wuel nitt op sienen aulen Dag noch hie uet där Hiemet wech.

Et seat datt set em Armenhues reit guet hant. Die twei wiaten nitt, dat dat nitt mihr Armenhues het. Sie lewen noch in där Vergangenhiat. Sie Wohnen noch en ehrem klieanen Hüsken, wo där Jong gett drahn gebaut hätt. Nee, ent Armenhues brueken se nitt.

Ech sinn fruah, datt ech noch son betschen eröm schlappen kann.

Wie gieht et dir dann? Bie mir wellen de Biean nitt miehr sue reite. On dann han ech et uech op där Lout. Dann schwieagen se en Uegenbleck on hangen ehren Gedanken noh. Dä Ienenachtzegjörege tüet en Notizbuek uet där Täschen. He bladert get dren, dann hät he gefongen, wat he söckt. Vürsechteg nömmt he mett spetzen Fengern en vierbleadreg Klieblatt eruet on gött et nienem Nober met denn Woaden: Göf datt diener Frau. Ett sall öngk Glöck brengen emm nöüen Johr.

Öwer diese nette Geste, har ech lange nohdenken müaten. En Ieanenachtzegjöriger, dä doch bestemmt em Lewen genog metgemakt hätt. Twei verlorene Krege, Arbetslosegkieat, on schmeitrege Tieden, datt alles hätt änn nett onger gekregen. He denkt en seinem huehen Auler noch dran, angern en Freude te maken änn Glöck te wönschen, Gesongthiet för datt nieue Joar.

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Lene und der „Schmettenknüesel"

von Alma Mühlhausen

Wer es noch nicht wusste, dem sagte es die Krügersche, wenn sie morgens die Brötchen im Hof austrug, „dat et Siepersch Lene en fasten Jongen ut Wermelskerken amgang har". Auch dass der Jung auf dem Kontor war „on sing Aulen en Staats i'egen Hus hären", erzählte et Krügersch Betta seinen Brötchenkunden, die dankbar diese Neuigkeit aufnahmen.

Franz Sieper, der im Hof einen „Schmeermenkel" besaß — Spezereiwarenhandlung nannte Lene den Laden, in dem die Hofbewohner ihre Einkäufe tätigten —, war anfangs mit der Wahl seiner Tochter nicht so recht einverstanden gewesen, da man ihm den jungen Mann als einen „Opschnieder" geschildert hatte, der allen Frauensleuten nachliefe. Gar manchen Auftritt hatte es schon gegeben, wenn sonntags das Flötsignal des Wermelskircheners „Blau blüht ein Blümelein" Lene nach draußen rief. Auch bei den Hofburschen war Lenes Auserwählter unangenehm aufgefallen. Das war, als er mit Lene das Turnfest besuchte und ihr verbot, mit den Remscheider „Dropschlegern" zu tanzen. Die jungen Leute, denen man diese Äußerungen hinterbracht hatte, fühlten sich in ihrer Berufsehre gekränkt und schworen Rache. Davon sollte auch Lene ihr Teil mitbekommen, da auch sie im Hof wegen ihrer Hoffart wenig beliebt war.Lene hatte es mit der Zeit fertiggebracht, den Widerstand ihres Vaters zu besiegen, indem sie ihm solange zusetzte, bis er es Adolf erlaubte, ins Haus zu kommen, da auch die Laube im Gattschen keine Sicherheit für ein ungestörtes Beisammensein mehr bot. Lene durchfuhr stets ein Schrecken, wenn sie an den Abend dachte, an dem man die Laube mit Schrottbomben belegt hatte. Der Siepers Franz aber schimpfte in allen Tonarten seiner bergischen Kraftausdrücke, als er anderntags die alten Pötte aus seinem gepflegten Gattschen schleppen musste. Und als eines Samstags Adolfs Freunde erschienen, um ihren Landsmann zu rächen, entbrannte eine regelrechte Spazierstockschlacht.

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Glocken der Versöhnung

von Alma Mühlhausen

Im weißen Winterschweigen lag die Landschaft, als am letzten Adventsonntag Bauer Hegepeter über den schmalen Feldweg, der die Höfe Falkenberg und Berghausen verband, durch den knietiefen Schnee stapfte. In der Luft zitterte die Kälte, und wer nicht hinaus musste, blieb daheim in der warmen Stube. Am breiten Fahrweg angelangt, spähte der Bauer angestrengt in den Tann. Doch außer dem Flügelschlag eines Raubvogels störte kein Laut den weißen Frieden. Die Hände in den Manteltaschen vergraben, bahnte sich Hegepeter einen Weg durch das Brombeergestrüpp, dabei leise Verwünschungen ausstoßend gegen die Christbaumdiebe, die ihn aus der warmen Stube getrieben hatten. Noch in der letzten Nacht hatte man ihm einige der besten Tannen abgesägt. „Wenn ech i'enen dobie ertapp, demm gi'eht et schleit, murmelte der Bauer.

Eine halbe Stunde mochte verstrichen sein, als ihn ein Geräusch aufhorchen ließ. Und schon sah er, wie ein etwa elfjähriger Junge mit einem Tännchen der Fahrstraße zueilte. „Halt!", schrie der Bauer und lief auf den zu Tode erschrockenen Jungen zu, der gebannt auf dem Fleck stehen blieb. Dann aber kam Leben in den Erstarrten, und die Tanne wegwerfend, lief er auf den Hammerteich zu, der eine spiegelglatte Eisdecke trug. Doch da glitt der Junge aus. Als er sich wieder aufrichtete, stieß er einen Wehlaut aus. Der Junge schien sich den Fuß verstaucht zu haben, denn nur noch hinkend konnte er sich vorwärts beilegen. Aber da keuchte auch schon der Bauer heran, und seine Pranke klatschte in das blasse Kindergesicht. Die wüstesten Schimpfworte prasselten auf den in Angst und Schmerzen aufheulenden Kleinen. Seine Entschuldigungen, dass der Vater schon so lange krank wäre und sie kein Geld für ein Tännchen übrig hätten, lehnte der Erzürnte hohnlachend ab.

„Du kass dienern Vatter sagen, dat ech en aanze'igden, datte dech tom Stehlen en denn Bosch gescheckt heär. Dös Kiehr köhm he nit su le'ite drvan wie do-mols." Die Versicherung des Jungen, dass seine Eltern nichts von seinem Tun wüssten, ließ der Erzürnte nicht gelten.

Als sich der Bauer entfernt hatte, hinkte der kleine Rudolf mühsam nach Hause. Eine heiße Angst saß in dem Kinderherzen. Wenn Bauer Hegepeter, der seit langen Jahren mit seinem Vater verfeindet war, seine Worte wahr machte? Der Vater würde außer sich sein und die Mutter . . .? Wie würde sie sich grämen, dass ihr Junge gestohlen hatte. War es denn wirklich Diebstahl?

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En Dierfröngk opp Eäkesen

Ett Betta koem morgens wie son weildgewordenen Kehrstüwer en de Arbet. Et fegden hen on her on woar ganz opgeregt. Endlech koem et met dr Sproke eruet. Ett Betta wönnt ongen op Eäkesen. Sie hand do son nett klian Hüsken mem Garen darhenger. Dat reinste Paradies. Blagen hand se kian. Dofür hand se Dier ewwer allebeds gärn.

Im Herwst haren se dem Betta en kleng Katte gebrait. Dat arm Dier woar su uutgeschmeit, dat et en paarmol en ganz Tellerken Wiskas fretend. Dann leit et sech en de Hötte on blief nett liegen. Zwar versucht datt Betta die Katte vör de Düar te setten, ewwer dat Dier liat sech nett awschuwen. Also bliev ett do.

Emm Wohnzemmer kriach ett en Körfken newen die Chousch gesatt, on wenn där. Fritz van der Arbet hiemkoem, loeg de Katte bi ämm om Schuet. Do bliev se liegen, bis se int Bett gongen. Wenn där Fritz owens en paar Fleschken Bier höllt, dann giat de Katte mit.

Nüolech braiten se dem Betta noch ne Katte. Die woar ewwer guat em Fuer on mar kuen sehn, datt se en guet Kosthues hat. So gong es ahn datt Kattentellerken, leckden en betschen dordorch on leit sech dann ent Körfken. Ett Betta wual ewwer kian twei Katten on brait se eruet. Ett duarden kian paar Menüten, so stong se alt wiar an der Düaren. Ongen em Keller es en Kattenlook, on dat hat die Katte schier gefongen. Also goef et nix mem Eruetschmieten. Nu har ett Betta twei Katten. Die kleng Gries on den decken ruoten Müter. Ett woar son rechtegen Düawel, on op denn Nomen hüart he och.

Watt sual dat kleng Griesken uech gen maken. He woar der Heer em Hueße on ett Betta dait: Twei Katten brueken jo miehr Mües äs eng. Also woar et beschloetene Sake, dat dä ruode Düawel uech do blief.

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Adventlichter der KIndheit

von Alma Mühlhausen

Wie ein Wintermärchen war das Haus des Schuhmachers Halbach anzusehen, wenn es sich unter dem schneebedeckten Strohdach duckte. Die Hecken, die das kleine Vorgärtchen umschlossen, standen wie mit Zuckerguss bestreut, und den Ziersträuchern hatte der Schnee weiße Flockenschürzchen umgehängt. Besonders adventlich-schön war es abends, wenn der Schein der Petroleum­lampe durch das Oberlicht der zweiteiligen Haustür über den schmalen, mit Steinplatten belegten Weg bis an das hölzerne Gartentörchen fiel. Da früher die Winter im Bergischen schon zur Adventszeit schneereich und so kalt waren, dass man meinte, durch das Schellengeläut der Pferdeschlitten den Frost Wirren zu hören, war auch die Vorweihnachtsstimmung unserer Vor­jahren Diel herztiefer als heute. Obgleich die schöne Sitte mit den Advents-kränzen kaum bekannt war, trugen dennoch die Wohnstuben im Bergischen ihr adventliches Gepräge.

Schuhmacher Halbachs Frau, von allen, die sie kannten, .Rosettchen genannt, verstand es, ihre Stube besonders vorweihnachtlich zu schmücken. Auf dem mit Plüschfransen behängten Eckbrett, auf dem sonst die blitzblank ge­scheuerte Dröppelmina ihren Platz hatte, leuchtete ein mit Hülsen gefüllter Riesenkrug. Auf dem kleinen Tischchen aber standen in schlanken Porzellanvasen Papierrosen, die Rosettchen kunstgerecht mit einer Stricknadel gedreht hatte. Sogar um den schon etwas erblindeten ovalen Spiegel lief eine Tannengirlande.

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En decken Nierenstien

Ett Grete ming Frünndinn woar fröher Hebammenschwester en em grueten Krankenhues im Lempe. Ett hätt nit blos Blagen gekregen, ett kann uech met den Patzienten guet ömgon. Et es ganz ienfach för denn Schwesternberuep geboren. Domols hätt ett trotz siener Jugend alt sing Erfahrengker gemakt. Äm kuen nömes enn X för en U füoarmaken. On trotzdem wöar ett baul rengefallen.

Ett stong en der Aufnahme, es ett Kalldüasken schellden. Ganz opgeregt stault sech ömes äs Doktor Suwiesu füar. He seet, he har en Patzigenting, die en schwor Nierenkolick hätt on ett van Ping nitt miehr uthaulen küen. Sie maüten alles föar en Opertzigun füarberieden, he küam sufot.

Ett Grete wuel grad nom Dokter anruepen, do stong dä Wagen alt föar der Düeren. Die Frau kröümden sech van Ping. Alle drei Menüeten. Töschendorch schangt se wie en Möschenmänneken.

Ett Grete riep dä Hebamme. Die koem, schlueg iahren siedenen Morgenrock uterien, befühlt iehren Buck und liep sue schier se küan, mett iehr en denn Kriaßsaal. Ett Grete lieat sech en där Tied van dem Dokter de Personalien gewen. Ett muass jo en Karteikarte anlegen.

Bie demm ganzen Hen on Her stault sech dann erut, dat he een Dokter in Chemie woar. Ett Grete scheckden änn hiem on seet, he süel späder noch es anruepen. Dann gong ett en den Krieaßsaal.

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Altbergische Weihnacht

von Alma Mühlhausen

In der heutigen Zeit erleben wir die Stille des Heiligen Abends schon in den frühen Nachmittagsstunden. Der Verkehrslärm der Straße ebbt früh ab, und nur noch vereinzelt huschen die Menschen ihren Heimen zu. Die Ursache der frühen Stille ist darin zu suchen, dass der weitaus größte Teil der Bevölkerung seine Bescherungsfeier am Heiligen Abend hält. In alter Zeit war das anders. Da herrschte „Chreßowend" Hochbetrieb. Die Geschäfte waren am Weih­nachtsabend bis in die späte Nacht hinein geöffnet. Die Sitte der Bergischen, am ersten Weihnachtsmorgen zu bescheren, war fast allgemein in den hiesi­gen Familien. Es war gewissermaßen Tradition, „Cheßowend ennet Dorp te gönn", um die letzten Einkäufe zu erledigen. Es war damals alles ganz anders, und ich möchte hier einmal oon einem Weihnachtsfest erzählen, wie ich es als zehnjähriges Mädchen erlebt habe.

Mit zehn Jahren durfte ich in unserer Weihnachtsstube zum ersten Mal einen Tannenbaum „brennen sehen, in der vorher nur die „Chreßkruon" unter der Zimmerdecke hing. War das ein Jubel, als der Vater am letzten Adventssonntag ein grün-weißes Christbaumzäunchen aus der Stadt mitbrachte! Und zusätzlich noch eine Schachtel mit Hirtenfiguren.

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Gräfin Irmgards Weihnachtswunder

von Alma Mühlhausen

Dort, wo der Eschbach seine Wasser wie silberne Rösslein der Wupper zuführt, und von der Höhe Schloss Burg als stolzes Wahrzeichen des Bergischen Landes grüßt, klebt am Bergabhang die Ruine eines Wohnhauses, während sich an das Ufer des Teiches, der Wolken und Sternen ein Spiegel ist, das zerbröckelte Mauerwerk einer Schmiede lehnt. Still und verlassen liegt die Stätte, und nur der Wald, der mit seinen Tannen, Eichen und Buchen die Höhe hinaufklettert, ist Freund und Nachbar des Fleckchens. Und doch hat hier einmal frohes, fleißiges Leben geschafft und gewirkt.

Dann ist alles anders gekommen. Der letzte Besitzer ist ein wüster, unguter Geselle gewesen, der mit den ehrlichen bergischen Menschen, die wohl eine rauhe Schale, aber ein Herz voll der schönsten Heimatlieder haben, nichts gemein hatte. Die brave Lene, die Frau des Hammerschmiedes, deren Ehe ein wahres Martyrium gewesen war, ruhte längst auf dem kleinen Friedhof, der sich an das graue Kirchlein schmiegte. Mit dem Schmied aber war es seitdem noch schlimmer geworden. Sein Lästern und Fluchen übertönte zuweilen das Pochen des Hammers. Wehe den Kindern, die das Blumenpflücken auf der nahen Bergwiese in die Nähe der Schmiede führte, mit dem drohenden Hammer jagte sie der Bösewicht fort.

Es war an einem Wintertag, kurz vor Weihnachten. Der Bergwald hatte zu Ehren des nahen Christfestes ein weißes Gewand angezogen, und die Zinnen der Grafenburg trugen Kapuzen aus weißem Flaum. Die Hammer- und Kottenteiche waren mit einer Eiskristalldecke geschmückt, und der nimmermüde Bach hatte silberne Uferränder.

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Fesch on Earpelschlot

Där Kaal und där Jupp hadden hongertfaufonttwentig Euro em Lotto gewonnen. Dat woar wat, sonen Huopen Geld op eenmol. Noh langem Kopp terbreken komen sie öwereen, am Weekenend noh Hamburg tu fahren, öm do ens sonnen netten Bummel öwer de Reeperbahn zu maken. Do soll et doch allerhangk Klammauk gewen.

Am Samstagmorgen kroosten se sech doröm bietieden ut dä Falle on jockelten met em Kaals Ottomobil noh Hamburg. Grad so reit tum Meddacheeten komen sie an. Et duerden ook gar nit lang, bös sie seck noh de Reeperbahn döarchgefrocht hadden. Äwer am hellen Meddach woar do noch nit völl loss.

Evver se hand en gruoten Kohldamp, denn dat ielige Fröhstöck am Morgen woar wat knapp uutgefallen.  Do wenkten als son nett Lokal. „Fischrestaurant“ stong op dö groaten Glasschief newen dem Eingang.

Nu jo, wo sie nu glöcklech en där groaten Seestadt Hamburg woaren, gehöarten sech dat jo ook, dat sie sech en ordentleche Porzion Fesch eeten dären. Se stiewelten rinn, platzten sech an nem leeren Desch enne Fensterecke on bestellten sech en Glas Bier on för jeden en Fischkotelett met Earpelschlot. „Ewwer nit sonne mikrige Porzion, wiar hand Schmeit“ reep dä Kaal demm Kellner hingerher. 

Ett duerten gar nit lang, do hadden sie ook twei Teller voll, füar seck stonn, do woar alles dropp. En dick Stöck knusprig gebrodenen Fesch on donewen en ganzen Berg Earpelschlot. „Guten Appetit“ wönschten dä Kellner, un stollt enn nett Fleschken dobbie.

Die twei fengen an, rin tuhauen, on et schmackten, datt sie sech ömmer wear dän Baat dobbie leckten.

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