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Klärchens Schängerei No. 6

Wiar enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Ett gütt doch föll in Remschedd.

Penndrieter = verschlafener Mensch
Üllekopp = jemand der durcheinander redet
Stiesel = umständlicher Mensch
Quacksalwer = Quacksalber
Krukestoppen = Nachzügler
Maukopp = muffiges Gesicht machen
Rabaddenträmpler = jemand mit großer Schuhgröße
Peias = allgemeines Schimpfwort
Hanswuosch = Hanswurst
Opschnieder = Angeber
Hornickel =allgemeines Schimpfwort
Fennekus = weiss ich nicht
Wibbelsteät = unruhiger Mensch
Bombastus Schwulstophilos = jemand der geschwollen daherredet
Dreckschwalf = Dreckiger Mensch
Rabauenkopp = Ärger machen
Schloopmötsche = Schlafmütze
Prohlhans = Prahler
Herrgottsküken = jemand mit Gottvertrauen
scheel Habekuk = allgemeines Schimpfwort
Dröckeberger = Drückeberger
Hüüldopp = Heulsuse
Bedelsack = jemand der bettelt
Spagitzenmeeker = Spassmacher
Naitsschwärmer = Nachtschwärmer
Stotterboxe = jemand der stottert
Breidöppen = langsamer Mensch
Aaschlook = Arschloch
Duseldier = Dusseltier
Schmeärtäsche = schmieriger Mensch
Knorrbalg = allgemeines Schimpfwort
Prattkopp = eingeschnappter Mensch
Schorrbaas = jemand der gern handelt
Döllmes = doller Mensch
Baselmanes = Arschkriecher
Sabbelschnute = Schwätzer
Schmalächler = allgemeines Schimpfwort
Ürkraat = lässt sich immer eine Ausrede einfallen
Muffkopp = Muffiger Mensch
Batschmuul = Mobber
deker Müter = dicker Mensch
fuul bleng Hesse = fauler blinder Hesse
Aandreger = jemand der petzt

Bös strackes önker Klärchen
 

Klärchens Schängerei No. 5

Wiar enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Ett gütt doch föll in Remschedd.

Tönnes = Dösiger Mensch
Steätape = allgemeines Schimpfwort
Hackentreder = jemand der hinterrücks ist
Knuser = Geizhals
Dröppelkann = langsam, dröppelig
Stippel = stippeliger Mensch
weil Hummelte = sehr aufgedrehte Person
Fuul Gockel = fauler Mensch
Pingel = pingeliger Mensch
Filuu = ausgebuffter Kerl
Schlärfken = allgemeines Schimpfwort
Leerbeck = allgemeines Schimpfwort
Fratz = fratziger Mensch/Kind
Schraatelmüöhn = jemand der laut krakehlt
Rouhnöüsel = grobschlächtig
Schwiemelant = er lügt ständig
Quaselstreppe = Quasselstrippe
Morkser = Murkser
Knötterkopp = Meckerer
Schlampampe = schlampiger Mensch
Dawerpruum = allgemeines Schimpfwort
Höttenkröser = erklärt sich von selbst
Kanalje = Drecksack
Bröllhals = aufbrausender Mensch
fieser Atta = fieser Mensch
Figelant = Angeber
Fisematentenmeeker = Jemand der viel Unsinn anstellt
Schnorrant = Schnorrer
Gierach = gieriger Mensch
Bubblebubb = Schwätzer
Gibbeltante = albernes Frauenzimmer
Morrkopp = mucksiger Mensch
Knorrbüddel = ständig beleidigt
Quaatschboxe = quarkiges Kind
Ürkuuz = allgemeines Schimpfwort
Dagschlöper = Tagträumer
Bettpesser = Bettpinkler, Angsthase
Preckeler = immer was zu ändern
Apenditz = Affe
Schabbelönter = allgemeines Schimpfwort
Ruppeköster = Allesfresser
Hongsfott = Drecksack

Bös strackes önker Klärchen

Auf der Suche nach den verschollenen Monaden

An der Einfahrt zur Stiftung Tannenhof standen fast sechs Jahre lang sieben verhärmt wirkende Skulpturen, so genannte Monaden. Plötzlich waren sie verschwunden. Der Waterbölles fragte bei der Verwaltung der Stiftung nach und bekam die Antwort, es sei nur bekannt, dass die Kunstwerke „durch den Gönner oder die Künstlerin wieder abgeholt wurden.“

Der Mäzen war ein millionenschwerer Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen, der ungenannt bleiben wollte; er hatte der Stiftung die Skulpturengruppe aus dem Jahre 2008 als Leihgabe überlassen. Und die Künstlerin ist Ariana von Mauerstetten aus Düsseldorf. Sie hatte die lebensgroßen Skulpturen damals aus Bronze in mehrfacher Anzahl gießen lassen. Eine Figurengruppe steht im Skulpturenpark der Neu-Ulmer Kunst GmbH. Doch wo  sind die sieben Monaden aus Lüttringhausen geblieben, an denen wiederholt Unbekannte ihr Mütchen gekühlt hatten? Das fing mit einer Bananenschale auf der Bronze-Schulter an. Dann bekam eine Figur einen Hut. Oder eine Figur trug plötzlich eine Jacke. Das war noch Schabernack. Doch bei Vandalismus konnte dann niemand mehr lachen. Die Künstlerin Ariana von Mauerstetten erinnert sich: „Nach der ersten Sprühattacke konnte die Farbe noch entfernt werden. Beim zweiten Mal waren die Figuren dann über und über mit Farbe übersprüht worden!“ Das habe sie damals wie einen Angriff auf sich selbst empfunden.

Der/die Unbekannte(n) kamen in der Nacht zum 10. Juli 2014, nachdem die deutsche Fußballmannschaft bei der Weltmeisterschaft Brasilien mit 7:1 besiegt hatte. Fußballfans voller Überschwang? Es waren jedenfalls die Farben Schwarz, Rot undf Gold, die am Morgen die Monaden „zierten“. Die Polizei kam, ermittelte wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt. Ohne Ergebnis. Die Monaden wurden demontiert. Die Bronze-Kupfer-Legierung war durch den Farbauftrag stark beschädigt worden. Gut also, dass der Mäzen dass Kunstwerk bei der Allianz versichert hatte. Deren Sachverständiger entschied auf Totalschaden. Die Versicherung zahlte die Schadenssumme aus – und behielt die Kunstwerke ein. Wo sie geblieben sind? Der Waterbölles  hat die Pressestelle der Allianz angeschrieben. Deren Antwort von Mittwoch: " Gerne teilen wir ihnen mit, dass sich die Skulpturengruppe „Monaden“ seit diesem Schadenfall in unserem Besitz befindet. Aktuell sind die Skulpturen fachgerecht eingelagert. Über das weitere Vorgehen (z.B. Leihgabe, Ausstellen oder Verkauf) haben wir noch nicht final entschieden."

Auf Erkundung mit einem Remscheider Stadtführer

Samstag, 11. Mai,
My Viertel Fest in RS,
Kurzführungen rund um die ev. Stadtkirche am Markt, Lars Johann, frei.

Claudia Holtschneider. Foto: Lothar Kaiser.Samstag, 11. Mai, 14 Uhr,
Innenstadt: Vom Wasserturm zur Polizei,
eine Stunde, Claudia Holtschneider und Ute Freihoff, Wasserturm / Hochstr., fünf Euro.

Sonntag. 12. Mai, 14 Uhr,
Büchel, Spaziergang durch den Büchel zu den Infotafeln des Vereins Hasten für Hasten.
Kooperation Stadtführer / Hasten f. Hasten,
eine Stunde, Claudia Holtschneider, Hasten-Feld, Lindenberg-Denkmal, fünf Euro.

Auf der folgenden Seite finden Sie das komplette Jahresprogramm:

Artikel vollständig lesen

Klärchens Schängerei No. 4

Enn denn neksten Weeken gütt ett hier enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Viärde Kiar, völl Plaisier.

Drommaasch = Träumer
Krott = fieser Möppel
Hans emmervoll = Trinker
Grüönschnabel = Grünschnabel
Zackermenter = Sakrament und Zugenäht
Witzknüösel = Witzbold
Klowen = umständlicher Mensch
Mottchen = Flotte Biene
Weesterkoop = unruhiger Mensch
Vollahü = allgemeines Schimpfwort
Z’eimperliß = Zimperliese
Zergättsape = Affe
Fulax = Fauler
doll Kemelte = Verrückte
Luusneckel = Lausbub
Freetbalg = Fresser
Drietfott = A-Loch
Schlengel = Schlingel
Pengßuohs = Pfingstochse
Strotenblag = Straßenkind
Kuuz = allgemeines Schimpfwort
Klöngelskopp = klüngeliger Mensch
Döüwel = Teufel
Zocks = Gesocks
doll Dier = verrücktes Frauenzimmer
Kräntekacker = Korinthenkacker
lang Lulatsch = langer Mensch
Muckbold = mucksiger Mensch
Aaschkrüper = Arschkriecher
Zapperlüöter = allgemeines Schimpfwort
Hanebüöker = Hahnebüchen
Löäres = hinterlistiger Mensch
Quängel = Quängeliges Kind
Kröser = steht für sich selbst
Pottkieker = kleinkariert
Bedrieger = Betrüger
Prattmuul = Prattmaul
Schlappmanes = Schläfer
Spetzbuof = Spitzbub
Lömmel = Lümmel
Störrax = störendes Kind

Bös strackes, önker Klärchen

Klärchens Schängerei No. 3

Hier gütt ett wier enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Dredde Kiar, völl Plaisier.

Blötschkopp = doofer Mensch
Bölles = dicker aufgeblasener Mensch
Knötterbalg = schimpfender Mensch
Quääsken = zickige Frau
Muckser = beleidigt
Quark = kleines Kind
Sou-dier = Schwein weiblich
Nassauer = jemand, der sich gerne was ausgeben lässt
Tölpes = ungelenker Mensch
Wippopp = der ständig wibbelt
scheel Minken = Frau die eine Brille braucht aber nicht aufsetzt (aus Eitelkeit)
bongk Pooschei = farbenfrohe, aber nicht abgestimmte Bekleidung
Dommschnute = jemand der dumme Kommentare gibt
Zöbbel = allgemeines Schimpfwort für Jemand
Fuselsnas = jemand der gerne mal einen trinkt
Höppschenken = jemand der sich den Fuss verletzt hat
Halfgarer = Halbgarer (nicht Fisch nicht Fleisch)
Fuul Dreckes = fauler Mensch
Ketelläpper = dicker Mensch
Fazuun = eigenartiger Mensch
verdammden Donnerkiel = kennt doch jeder
Stiefgedrieten = steifer ungelenker Mensch
Kongelskopp = jemand der gern handelt
Prummelkeste = hat das letzte Wort
Quättsack = meckert über alles
Rotzlöpel = freches Kind
Müödmann = ständig müder Mensch
Rengkvieh = streitsüchtig
Demelskopp = dämliche Kommentare abgeben
Pöätsack = Fieser Mensch
Muffpott = muffiger Mensch
Schmeärpull = schmieriger ungepflegter Mensch
Schnodderkuuz = läuft ständig die Nase
Troonsfonzel = langsam bedächtig
Struwwelpitter = hat den Friseur nötig
schleiten Trabanten = schlechter Mensch
Schubbejack = Betrüger
Sou-Neckel = Drecksack
Dreimolkluoker = er weiss immer alles besser
Dööspaddel = dösiger Mensch
Zauslepel = eigentlich Sossenlöffel, allgemeines Schimpfwort
Ömstangkskremer = umständlicher Mensch
Fieser Möbbel = fieser Mensch

Bös strackes önker Klärche

Klärchens Schängerei No. 2

Enn denn neksten Weeken gütt ett hier enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Völl Plaisier.

Galgenvuogel = Galgenvogel
Pierlengk = einfältiger Mensch
Kallbacke = Schwätzer
scheel Hongk = schielender Hund
Dreckpull = dreckiger Mensch
Kaarenbenger = Scherze machen auf Kosten anderer
Gitzkragen = Geizkragen
Jomersack = Jammerer
Quättbalg = immer was zu jammern
Wiesnas = weiss alles besser
verdammder Keäl = verdammter Kerl
Strolch = datt kennt jeder
Schlappmensch = lässt sich hängen
Kroosaasch = haut einen in die Pfanne
Kräupull = kenn ech nech
Hoanohße = Hornochse
Hannes = kennt jeder
Drüöfleit = trübes Licht
Steänekieker = Träumer
Pippmieskel = immer was meckern
Brellenschlang = Brillenschlange
Wüterech = wütender Mensch
Schrappjee = schrappiger Mensch
Ullefaatsküken = lustige Frau
Wengkbüdel = jemand der jeden grüßt
Fennekieker = der immer zurück schaut
Iefaileg Blag = einfältiges Kind
Stockfesch = arroganter Mensch
Drietlepel = fieser Mensch
Demelack = dämlicher Mensch
Breimuul = jemand der ständig dummes Zeug redet
Apekopp = Affenkopf
Labberdan = der viel redet
Duckmüser = Angsthase
Schnodderkopp = frech daher reden
Lompenhongk = Lumpenhund
Brommbär = launiger Mensch
Bangboxe = ängstlicher Mensch
Döppen = er hat eine Witz gemacht
Siewerlappen = labert viel
Wäschwief = schwätzt viel
Dollmann = doller Mensch

Bös strackes önker Klärchen

Klärchens Schängerei No.1

Enn denn neksten Weeken gütt ett hier enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Völl Plaisier.

Flatschmuul = jemand der eine Schnute zieht
Knaskopp = immer Ärger machen
Aan-gewer = Angeber
Halonk = Halunke
Futelboxe = kian Ahnung evver ess nett
Duogenix = Taugenichts
Oos = Aas
Gröner = Grüner
Lüögenpitter = Lügner
Kröser = jemand der gerne knöstert
verfrorene Mösch = Verfrorener Spatz
Flabes = lustiger Mensch
Pröttelkopp = Meckerer
Schliekefänger = gewitzter Mensch
Isegremm = böser Mensch
Schlonz = unordentlicher Mensch
Wäschlappen = Waschlappen
Rotznas = verschnupfte Nase, rotziger Mensch
Kratzbüöschte = frecher Mensch
Fiestebüdel = kleinkariert
Schnüösel = Schnösel
Domm Kuoh = Dumme Kuh
Drietaasch = Bange
Knörwel = Durcheinander
Lomp = Lump
Ipekrätzer = dreckiger Mensch
Gruotschnute = Großschnauze
Muckeprümeer = beleidigter Mensch
Lappes = Weichei
Suppstömmel = Trinker
Troonslöüte = Tranfunzel

Bös strackes önker Klärchen

Gelungene Restaurierungen am Lenneper Gänsemarkt

Von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Huch, plötzlich ist am Gänsemarkt in Lennep der Osterhase im Bild. Der Gänsemarkt war, wie wir heute ja wissen, niemals ein solcher, denn selbst in der Zeit als bedeutende Kreisstadt war die altehrwürdige ehemalige Hauptstadt im Bergischen Land nicht groß genug, um mehrere einzelne Märkte zu haben, einen Kornmarkt, Fischmarkt oder Eisenmarkt z.B. Vielmehr erklärt sich  ja der Name Gänsemarkt durch den Namen einer frühen Familie, wie so oft in Lennep, etwa bei den Bezeichnungen Knusthöhe, Albert- oder Karlshöhe.

Der Gänsemarkt trug im frühen 19. Jahrhundert übrigens einen anderen Namen, nämlich Poststraße, und diese Straße führte von der Schwelmer Straße tatsächlich in die Richtung der Lenneper Poststation „vor dem Lüttringhauser Tor“ am späteren Kaiserplatz und Mollplatz bzw. zu den Anfängen der späteren „neuen Poststraße“ und Lüttringhauser Straße.

Der Gänsemarkt wurde in jüngster Zeit besonders wegen der bis jetzt nur teilweise erfolgten Instandsetzung von Röntgens Geburtshaus erwähnt, es gab dort aber in den letzten Jahrzehnten auch mehrere aufwendige und gelungene Restaurierungen weiterer Häuser, und bei geschichtsinteressierten Mitbürgern ist noch bekannt, dass es am Gänsemarkt ganz früher auch Bildungseinrichtungen für sog. „Höhere Töchter" gab, u.a. ein „Kreis-Lyzeum“.

In der nationalsozialistischen Zeit endete die Geschichte der Viehhändler- und Hausierer-Großfamilie Isaak (Gänsemarkt 24). Heute erinnern an sie vor dem Neubau ihres ehemaligen großen Wohnhauses nur noch so genannte Stolpersteine. Viele Lenneper kannten auch  den Metzger Drösser in Röntgens Geburtshaus und ein Stück weiter die Bäckerfamilie Willmund. Gegenüber gab es lange Zeit die uralte Restauration von Wilhelm Windgassen (zuvor Spiecker und Becker), in der es irgendwann auch mal eine Schießerei gegeben haben soll. Daher kam angeblich der Beiname der Wirtschaft „blutiger Teppich“. In den 1920er Jahren befand sich dort das Parteilokal der KPD.  

Berichten älterer Lenneper zufolge hatte das Lokal im Bürgertum nicht den besten Leumund, was ich sogar als ganz in der Nähe aufgewachsenes Kind der 1950er Jahre noch bezeugen kann, und als „anständige Frau“ ging man da nicht hin. Vieles weitere könnte man noch vom Gänsemarkt erzählen. Unter anderem wohnte dort ursprünglich auch ein Zweig der Familie Mittelstenscheid bzw. Middelsten Scheid, die Gaslampen jeder Art, „messingene und bronce“, verkaufte. Sie war übrigens schon ein halbes Jahrzehnt vor Gründung der Buchhandlung Schmitz im Jahre 1850 auch in Sachen Buchbinderei und Buchbeschaffung tätig. Überregional handelte man sehr erfolgreich in der zweiten Generation mit den sog. Bergischen Gold- bzw. Münzwaagen.

Das erste originale Exemplar dieser Waagen sah ich übrigens nicht in unserer Heimatstadt Lennep, sondern im Heimatmuseum - und zwar im oberbayerischen Garmisch-Partenkirchen.  Natürlich war ich da auf einer Dienstreise in Sachen „Rettung historischer Buchbestände“. Der Weg der genannten Familie Middelsten Scheid bis zu den heutigen Kobold-Staubsaugern und Küchenmaschinen von Vorwerk, wäre schon wieder eine ganz eigene Geschichte. Aber wir wollen es an den Osterfeiertage gemächlich angehen und folgen deshalb unserem Osterhasen vom Gänsemarkt zurück in die schöne sonnige Natur.

1970: Mini-Demo für den Minirock auf der Alleestraße

Die Minirock-Demo 2070 auf der Remscheider Alleestraße. Fotos: Schwandrau

Von der Remscheider Malerin Christa Schwandrau stammen diese Farbfotos von einer Aktion, die sie heute, fast 50 Jahre später, noch schmunzeln lässt. Nicht zuletzt wegen des Transparents „Maxi, der Monetenklau, denunziert den Unterbau". So demonstrierten im Jahr 1970 einige kurzberockte junge Frauen gegen die damals gerade aufgekommene Maxi-Mode. Sie wollten auf ihre liebgewonnene Mini-Mode nicht verzichten. Die Idee zu dieser Aktion hatte eine 17-jährige Verkäuferin (Angelika) aus der Modeabteilung von Karstadt; sie durfte aber gegenüber der Polizei nicht als Veranstalterin auftreten, weil noch nicht volljährig. Das übernahm daraufhin Christa Schwandrau, und die notwendigen 50 Mark, um die Demo versichern zu können, steuerte das CDU-Ratsmitglied Peter Wolf bei.

Dem Mini-Demonstrationszug ging die Wahl einer „Miss Mini Remscheid“ voraus. Zu den wenigen jungen Mädchen, die sich trauten, der männlichen Jury ihre schlanken Beine zu zeigen, gehört Gunda Ehlis, 13 Jahre alt. Den roten Minirock, in dem sie sich den Blicken der fünfköpfigen Jury und der Zuschauer/innen stellte, hatte sie vorher noch um ein paar Zentimeter gekürzt. Und tatsächlich war ihr Rock kürzer als die ihrer Konkurrentinnen. Dafür gab’s dann den Titel und eine Schärpe. Ein (so) kurzer Rock gezieme sich nicht für ein junges Mädchen (für wen, wenn nicht für diese?), kritisierte später einer ihrer Lehrer am Gertrud-Bäumer-Gymnasium.

Vorne Angelika mit einem Megaphon, dahinter dann ein Buggy mit Gunda und ihrer Schärpe und eine kleinen Schar von Demonstrantinnen (und Demonstranten) – das war der Mini-Demonstrationszug, den Kradfahrer der Polizei sodann über die Alleestraße geleiteten, die damals noch keine Fußgängerzone war. Deshalb musste die Straße auch für die kurze Zeit der Demo für den Verkehr gesperrt werden.

Als Eichhörnchen im Johanneshammer im Kochtopf landeten

Johanneshammer-Belegschaft. Foto: Hubert Felder300 Meter unterhalb des Altenhammer steht im Eschbachtal der Johanneshammer. Johannes Bertrams II war Besitzer eines Reckhammers im Mukkenbachtal. Dieser Hammer war jedoch zu Klein, und der Muckenbach führte zu wenig Wasser, so das er sich Bertram im Jahre 1677 entschloss, auf dem Farrenblech im Eschbachtal ("auf die Eiffische Forellenbach") den Johanneshammer zu bauen, und zwar auf einem zuvor zerfallenen. "1625" steht als Jahreszahl über der Ture, und diese Jahreszahl ist auch in einer Chronik der Stadt Wermelskirchen genannt. Vielleicht stammt dieser Balken aus dem Vorgängerhammer?

Nach bergischer Schmiedekunst wurden Im Johanneshammer Sensen hergestellt. Johannes Bertram war Sohn des gleichnamigen Vaters, der die Tochter Maria des Wilhelm Hasenclever I heiratete. Wilhelm Hasenclever I war Gründer des Hasenclever Clans.  Bertram II stammte vom Hof Hasenclever zu Ehringhausen. Er wurde im Jahre 1633 geboren. Und er war 43 Jahre alt, als er den Johanneshammer errichtete. Nur 15 Jahre hat Bertram II dort der Erzeugung von Raffinierstahl seine Kräfte widmen können. Auf einer Reise ist er am 29. Januar 1692 "ohngefähr um 4 Uhr nachmittags zu Düsseldorf auf öffentlicher Straße niedergestochen und kurz darauf verschieden", berichtet Beltgen in seinem Kirchenbuch. Johannes Bertram ist auf dem Kirchhof zu Remscheid begraben.

Johanneshämmer 1942 Foto: Klaus Gieß1771 bis 1830 gehörte der Johanneshammer dem Bernhard Hasenclever zu Ehringhausen. Um 1780 wird er von Peter Caspar Hasenclever bestellt. 1841 wird lt. Wermelskirchener Mühlenkataster der Sensen-Breithammer von Joh. Bernhard Hasenclever & Söhne zu Ehringhausen geführt. Diese Firma stellte Sensen her. Die Herstellung erfolgte fabrikmäßig, da die der Fa. Hasenclever gehörenden Hämmer ihre Arbeitsvorgänge aufeinander Abgestimmt hatten. 1853 werden in der Regierungsliste "beide Johanneshämmer" genannt. Sie sind als Stahlhämmer ausgerichtet. 1867 ist der erste Hammer zwar noch aufgeführt, aber in desolatem Zustand des ersten Hammers um etwa 1925.

Ein Hammer stirbt: Johanneshammer II. Foto: Osthoff 1951Hammer II wurde 1845 am gleichen Teich durch Johannes Bernhard Hasenclever & Söhne errichtet. Er hat einen Bruchsteinunterbau und steht heute noch. 1853 ist der Sensenbreithammer mit einer Schlacht und 12-15 PS angegeben. Im Jahre 1912 zog der Hammerschmiedemeister Karl Menn in den damals zur Firma Gottlieb Ernst Hasenclever gehörenden Johanneshammer ein und machte sich selbständig. 1920 erwarb er den Hammer und stellte dort mit seinen Söhnen Kurt und Hans unter anderem "ausgeschlagene Gewichtsfeilen" her. 1923 gab die Stadt Remscheid einen Geldschein mit dem Johanneshammer (500.000,- RM als Inflationsgeld) heraus.

Johanneshammer I und II. Sammlung: Reinhard Baade.Die Gebrüder Menn führten nach dem Tod ihres Vaters den Hammer bis März 1962 als Lohnschmiede fort. Sie waren aber auch eifrige Angler, und so mancher Karpfen und so manche Forelle wurde aus dem Teich gezogen. Die Fischzucht lag beiden am Herzen. In dem kleinen Kontor, nahe bei den Glühofen, den Transmissionen und Werkzeugen, wurde auch so mancher Schnaps ausgeschenkt, wenn Förster, Jäger oder Remscheider Freunde kamen. Aber auch wenn schon mal einen gemütlichen Tag gab, so wurden doch im Monat bis zu 25 Tonnen Feilenrohlinge an die Feilenhauereien geliefert. In den letzten Jahren ihrer Arbeit sagten die Brüder übereinstimmend, das sie zwar ihr Auskommen hätten und die Wasserkraft recht billig sei, dass aber das Wirtschaftswunder an ihnen vorbeigegangen sei („Kein Vorwarts und kein Zurück!“).  Zeitweilig gesellte sich der Kunstschmied Kurt Jorzyk vom Bergfrieder Weg im Johanneshammer hinzu, um verschiedene Kunstobjekte zu schmieden. Unter anderem hat er einige Damaszener Schwerter nach alter Tradition geschmiedet.  In einem der beiden Hämmer arbeitete auch Fritz Jogan, der als Junggeselle in einer Dachkammer über dem Hammer wohnte. Er war nicht nur ein fachkundiger Schmied, sondern hatte sich auch der Kunst und dem Waidwerk verschrieben, wenn auch auf eine besondere Art und Weise. Wie dem alten Rauhaus am Neuenhammer neben seiner Arbeit noch Goethe, Schiller, Shakespeare Lebensinhalt waren, so waren es dem Fritz Jogan das Klavier und das Schnitzmesser, mit dem er aus Eichenstumpfen allerlei Tierkopfe schnitt mit denen er die Zaunpfähle zierte. Das "Weidwerk" betrieb er an seinem Dachkammerfenster, von wo aus er mit seiner Flinte manches Eichhorn in den nahen Haselnusstauden traf und es dann in seinen Kochtopf wandern ließ.

Jenseits ihres 60. Lebensjahres und aus gesundheitlichen Gründen gaben die Gebrüder Menn 1969 auf. Der Hammer war ihnen mehr als nur Arbeitsstätte, und so war es ihnen auch nicht egal, wer diesen Hammer übernehmen sollte. Ein glücklicher Zufall bescherte den Verkauf an den Bergischen Kreis der Alt- Nerother Wandervogel; siue bauten den Hammer zu einem Wochenendwanderhaus mit Schlafgelegenheit aus. Eine alte Francis-Turbine, die für den Hammer das Licht erzeugte, ist heute noch intakt und wird von den Nerothern gepflegt. (Ein verbliebener Einmannbunker erinnert auf dem Gelände an den zweiten Weltkrieg, der selbst das so friedliche Eschbachtal nicht verschonte.)

Beim Bau der Remscheider Talsperre wurde mit den Schmieden des Eschbachtales ein Vertrag abgeschlossen, in dem die Pumpstation, die damals noch mit Wasserturbinen arbeitete, verpflichtet wurde, täglich zur Versorgung der Wasserräder der zahlreichen Hammer eine bestimmte Menge Wasser an den Eschbach abzugeben. Als nach und nach einige Schmieden aufgaben, hielten sich die Stadtwerke nicht mehr an die Abgabemengen, so dass das Wasser in den übrigen Hämmern und Kotten rar wurde. Trotz vieler Proteste der Anlieger hielten sich die Stadtwerke aber nicht an die vertraglichen Abgabemengen, somit war das "nasse Gut" ein seltenes Element in den Hammerteichen. (nach: Hämmer- und Kottenforschung in Remscheid. Herausgegeben von Günther Schmidt, Band 5 - Vom Blombach bis Eschbach) (Foto ganz oben aus: „Remscheid“ von Hans Funke, erschienen 2002 im Sutton-Verlag in Erfurt in der Reihe „Archivbilder“)

Als die Lenneper Oberschüler noch Mützen trugen

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Das Osterfest naht, und ein Gruß aus Lennep mit einer historischen Postkarte ist da nicht unangebracht. Das Gasthaus am Alten Markt namens "König von Preußen" gibt es heute noch. Die Geschichte dieses Lokals, später zum Hotel ausgebaut und mit einem großen Saal auf der Rückseite, in dem ich mich in meiner Jugend noch an Theaterproben beteiligte, geht weit ins 19. Jahrhundert und noch weiter zurück. Zahlreiche Lenneper Traditionsvereine, wie z.B. die Freiwillige Feuerwehr oder die Schützen, feierten früher dort ihre Feste. Wie viele Wirte werden da wohl Eigentümer und Pächter gewesen sein? Auf verschiedenen historischen Ansichtskarten kann man mindestens fünf oder sechs ausmachen.

Auf unserem heutigen Bild liest man den Namen von Robert Hildebrandt, den man z.B. im Lenneper Adressbuch von 1902 wiederfindet. Die Ansichtskarte zeigt auch das alte Amtsgericht, 1791 erbaut und 1945 durch Kriegseinwirkung zerstört, das von 1836 bis 1891 als Rathaus und anderen Verwaltungszwecken diente. Als massives Steinhaus und auch in der architektonischen Form passte es von Anfang an nur schwer zur Lenneper Altstadt mit seinen Fachwerkhäusern.

Eine weitere bis heute eindrucksvolle Örtlichkeit in Lennep ist natürlich die Wetterauer Straße (auf der zweiten "colorierten" Abbildung links in der Zeit kurz nach 1900 zu sehen). Worauf der Anfang des 19. Jahrhunderts entstandene Name der Straße zurückzuführen ist, ist  unbekannt. Auch die Buchhändlerfamilie Schmitz aus der Wetterauer Straße, in Lennep seit 1850, einst auch mit Verlag und Druckerei, ansässig, machte sich darüber Gedanken, so steht es in einem alten Zeitungsartikel, und sie fand auf alten Karten in Richtung Siegen und Hessen den Namen Wetterau, bei Geografen und auch bei Matthäus Merian natürlich in der altertümlichen Form "Wetteravia".

Wetterauer Straßen gab es früher übrigens häufiger im Bergischen Land, und sie hatten wohl mit den uralten Handelswegen zu tun, die beispielsweise von Solingen und Remscheid über Hückeswagen, Wipperfürth und Rönsahl, also über das eisenfördernde Siegerland nach Hessen führten, wo es bekanntlich bis heute die Region der "Wetterau" gibt, die mit ihren Grenzen im 19. Jahrhundert anders als heute weit in das Preußische Gebiet hinein ragte.

Aber wie dem auch sei, uns Heutige sollen jetzt eher die Bewohner und Geschäfte in der Wetterauer Straße interessieren, so wie sie auf unserer ca. 120 Jahre alten Ansichtskarte verewigt sind. Geschichtsinteressierten Lennepern ist natürlich die ehemalige Buchhandlung Richard Schmitz bekannt, vielen wohl auch das Kaufhaus Dörrenberg, das nach und nach in der Wetterauer Straße, später dann in der Kölner Straße unterhalb des Kölner Tors am Kraspütt und zuletzt als Vorläufer von Karstadt/Hertie an der Ecke Kölner und Wupperstraße residierte. Dort ist der Altbau vom Beginn der 1910-er Jahre mit mannigfaltigen Veränderungen  noch heute präsent.

Auch das ehemalige Café Grah kennen wir. Als Röntgen-Schüler gingen wir samstags nach dem Unterricht immer dorthin, nachmittags oft auch in die dazugehörige Milchbar mit ihrer Music Box. Ich höre es noch wie heute: Connie Francis sang 1964 "Schöner fremder Mann". Allerdings war das Café Grah auf dem vorliegenden Bild aus der Zeit um 1900 so noch nicht vorhanden. Vielmehr hatte dort längere Zeit der Conditor und "Cafetier" Richard Isenburg sein Geschäft, ein sehr geschichtsinteressierter Lenneper.

Die ursprüngliche "Markt-Apotheke", deren spätere Form manche von uns noch mit dem Namen Kreth verbinden, lag mit ihrem Verkaufsraum seinerzeit nicht an der Hausecke gegenüber von Schmitz` Buchhandlung, sondern links daneben in dem großen bergischen Haus. Dessen Besitzer Emil Halbach verdiente wohl gut, er ließ sich später in der nach ca. 1904 neu angelegten Schillerstraße von der Lenneper Firma Wender & Dürholt eine großzügige private Villa im "altbergischen Styl" errichten. An der Straßenecke auf unserem Bild gab es vielmehr die "Huthhandlung" von Karl Isken jr., was auf unserem Bild sehr gut zu erkennen ist. Links neben dem Kaufhaus Dörrenberg sehen wir noch das Schuhwarengeschäft von Wilhelm Bremicker und ganz, ganz hinten links die am Schieferhaus angebrachte Werbung der Firma Hermann Platte. Im Adressbuch wurde 1902 dazu auch "Uniformmützenfabrik" angegeben. In diesem Geschäft wurden fast bis in unsere Zeit Hüte, Zylinder, Mützen und Schirme verkauft, manches davon habe ich noch zuhause, einen wesentlichen Anteil am Verkauf hatten in früher Zeit auch die Schülermützen der Höheren Schüler, also der Lenneper Oberrealschüler und Gymnasiasten.

Allen Freunden Lenneps und des Bergischen Landes nunmehr eine besinnliche Karwoche und ein schönes Osterfest.