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Auf Erkundung mit einem Remscheider Stadtführer

Lars Johann. Foto: Lothar KaiserSamstag, 20. Juli, 14 Uhr,
Wein-Wanderung. Vom Südbezirk zur Feilenfabrik Ehlis im Eschbachtal, inkl. Verkostung von sechs Weinen,
drei bis vier Stunden, Lars Johann, Treffpunkt wird bekannt gegeben,  37 Euro.

Samstag, 27. Juli, 13.30 Uhr,
Müngsten. Von einem verschwundenen Dorf zur Müngstener Brücke,
1,5 Stunden, Klaus Fickert, Parkplatz Brückenpark, fünf Euro.

Auf der folgenden Seite finden Sie das komplette Jahresprogramm:

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Klärchen kregt ni’eue Gardinen

Ech woar et su liad. Su olle Gardinen för de Finster. Do mutt wat angersch her, do mutt de Kaal molls enn bisken Zaster ruutröcken. Su giat dat jo nit. Dann bin ech ran an datt Kalldüösken unn hann denn Raumausstatter meines Vertrauens anjeruopen. He kuam dann och schier mett nem decken Buok voll mett Mustergardinenstoffe. Ech hann miar enn nieue Stores uutjesökkt. Do muass och nix an de Gardinenschienenk verängert wäaren. Datt spaart för datt nechste Projekt. De Raumausstatter meines Vertrauens sait, he besteuölt datt schier unn näkste Weeke es ett dann doo.

Su woar ett och. He rieap dann ahn unn wiar hand derekt enn Termin jemakt. Pünktlich kuam he dann mett enn Ärm voll mett Gardinenstores aahnjetapert. De Röllekes woaren schuan draanjefriemelt.

He hätt sech dann och gliak an de Arbett jemakt. Evver ett lieap nitt su wiar ech sech datt jedeit har. De Röllekes geng zwar in de Schieanen evver ett löppt nit rechteg jeschmeidech, wiar man datt van de Gardinen su verlangen där. Schließlech muss ech ess schiar de Gardinen wechtrecken küanen, wenn de Frou Nohberin vürbie kuamt. Man will jo nitt duar dem verschlotenen Fenster töttern. Da wüar datt Fenster oppjemakt un erstmols ne halv Stund de Nohberschaft duar de Täng getrokken.

De Kaal sait emmer, wiaste woröm du suan decken Hengerschen häss…. Da mett de biam Töttern nit uut dem Finster fälls.

De Raumausstatter mieanes Vertrauens müaht sech aff, aber de Gardinen luopen nitt rechteg.

Wat halten se dann dovon, sait ech zu emm, wenn se de Ritzen in der Gardinenschienenk molls gängiger maken. Hand sie kianen Ritzenschuawer. Do ess miar de Kearl bold van de Liader jefallen. Watt sait he en Ritzenschuawer, unn lacht sech kaputt. Ne sait he, suan Instrament hätt nur miene Frouw, unn datt trökkt se nur ungeärn aahn, datt schuart su enn de Fott. Ech glüav nitt datt datt Dial hier watt hölpen där.

Ne sach ech, da verstongk se mech evver janz falsch. Früaher gov ett bie de Strootenbahn su aule Kearls, die gingen mit sonem Gerät emmer duar de verstopften Strootenbahnschienen, wenn se mett Dreck und Stiane verstopft woaren, damit de Strootenbahn nett entgleisen där. Sojett in klian wör doch auch watt für die Gardinenschieanen. Wer wiass watt da emm Laufe der Tied alles rinnjekruopen ess (Wollmüas, Spinnwewen usu wigger)

Ne, sait de Raumausstatter meines Vertrauens. Suan Gerät jött ett nit, do blievt miar nitt angersch öwer, als klianere Röllekes an de Gardine temaken. Ech kuam morjen wigger mett de geängerte Garding und maak se dann draan. Joo sait ech, dann ess datt ewen su, dann mak ech för hütt ewen de Schallosie tua, sonst denken de Nohbern, datt dat Klärchen un de Kaal sech noch nitt ens anstängige Gardinen liasten küanen.

Am nechsten Dag hätt ett dann mett den nigelnagelnieuen Gardinen geklappt. Unn datt fluppt mett dem wech schuwen, wenn de Nohbersche kömmt. Dat sach ech önk.

Schöne Grüße auch an ihre Frouw sait ech tu dem Raumausstatter. Unn se sual sech molls enn paar anständige Schlöpper kuapen van dem Geld van de Gardinen. Datt schuawt nit su in de Fott.

Bös strackes önker Klärchen

Juni 2009: Der Waterbölles blättert zurück

Zwei Sekunden nach der einstimmigen Wahl: Burkhard Mast-Weisz strahlte. Foto Lothar Kaiser Für weitere acht Jahre wurde Burkhard Mast-Weisz vor zehn Jahren ohne Nein-Stimmen und Enthaltungen zum städtischen Beigeordneten für Bildung, Jugend, Soziales, Gesundheit und Sport gewählt. Inne hatte er das Amt dann aber nur fünf Jahre. Denn bei der Oberbürgermeister-Stichwahl am 15. Juni 2014 setzte er sich gegen seinen Gegenkandidaten Jochen Siegfried von der CDU mit 57,5 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen durch. Mast-Weisz war 1995 bis 2001 Leiter des Wuppertaler Stadtbetriebs Jugend und Freizeit, bevor er als Sozialdezernent nach Remscheid wechselte.
Für Samstag, 6. Juli, 11 Uhr, hat die Remscheider SPD ihre Mitglieder zu einer außerordentlichen Vollversammlung in die Mensa der Sophie-Scholl-Gesamtschule auf dem Hohenhagen eingeladen. Zitat: „Wir wollen „die Nominierung einer Kandidatin oder eines Kandidaten für die Wahl einer Oberbürgermeisterin / eines Oberbürgermeisters vornehmen.“ Vorschlagsberechtigt für öffentliche Wahlen sind laut Organisationsstatut alle Mitglieder der SPD. Aber Sie können jetzt schon mal raten, auf wen die Wahl für die nächste (weitere) Amtsperiode wohl fallen wird. ;-)

Foto: Lothar KaiserAls neuer Hausherr des Steffenshammers präsentierte sich im Juni 2009 der Öffentlichkeit erstmals der gemeinnützige „Steffenshammer e.V. - Verein zur Förderung historischer Schmiedetechnik“. Der 1746 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Hammer, in dem einst Werkzeugen und Kleineisenwaren hergestellt und Raffinierstahl geschmiedet wurde, war von der Stadt samt dem umliegenden 4.484 Quadratmeter großen Grundstück zum symbolischen Kaufpreis von einem Euro an den Verein abgegeben worden. Der Verpflichtete sich damals, den historischen Hammer zu erhalten und vielfältig zu nutzen – für Führungen und Besichtigungen, Schmiedekurse, Firmenevents und Privatfeiern. Zitat: „Das Schmieden mit historischen Techniken soll den Hammer auf authentische Weise mit Leben füllen und die Arbeitswelt unserer Vorfahren heute für Kinder und Erwachsene erlebbar machen.“ Und das geschieht bis heute.
Mitglieder der Artistic Jumpers beim Großreinemachen. Foto: Jochen Wende Vor zehn Jahren bekam Remscheid ein neues Sportzentrum, das „Spoz“ an der Remscheider Straße in Lüttringhausen. Eine frühere Fabrik, gemietet von der Industriehof Lüttringhausen GmbH, ist seitdem das Domizil der beiden Betreibervereine artistic-jumpers Remscheider TV e.V. und Lüttringhauser TV 1869 e.V. Aus der alten Industriehalle war in 10.000 ehrenamtlichen Stunden unermüdlicher Arbeit eine moderne Übungsstätte geworden, bestehend aus zwei Sporthallen (25 x 12 Meter bzw. 15 x 8 Meter), einem Mehrzweckraum (20 x 8 Meter) großem Geräteraum, Sanitär- und Umkleideräumen sowie Sauna- und Wellnessbereich (Nutzfläche insgesamt 830 m2). Dabei war erst im Februar 2008 wurde mit Abbrucharbeiten im Inneren der Werkhalle begonnen worden.

Ein Kreisverkehr ist auf Dauer wirtschaftlicher als eine Ampelkreuzung. Zu diesem Ergebnis kam vor zehn Jahren eine Sonderprüfung des Rechnungsprüfungsamtes der Stadt. Sie galt der Kreuzung Hackenberger Str./Hans-Potyka-Straße in Lennep. Nachdem die Unternehmensberater von Rödl & Partner aus Kostengründen die Umrüstung von Ampelanlagen auf LED-Technik empfohlen hatten, hatte der Verwaltungsvorstand den Vergleich der Bau- und Unterhaltskosten von Kreisverkehr und Ampelkreuzung  in Auftrag gegeben. Fazit: „Die Variante Kreisverkehr ist die wirtschaftlichere.“ Aber: Die 380.000 Euro an Umbaukosten gab der Etat der finanzschwachen Stadt Remscheid damals nicht her. Zwei Kreisverkehre jüngeren Datums konnte die Verwaltung damals nennen – den auf der Dreher Straße und den auf der Hohenhagener Straße. Ich glaube nicht, dass in den vergangenen Zehn Jahren noch einer dazugekommen ist.

Großer Andrang beim Remscheider Bahnhofsfest: Am20. Juni 2009 besichtigten zahlreiche Remscheider und auswärtige Besucher, was am Remscheider Hauptbahnhof („Haltestelle“) mit Hilfe von 26 Millionen Euro (das meiste davon Landeszuschüsse) innerhalb von drei Jahren an die Stelle der alten Bahnhofsgebäude getreten war – ein moderner Baukomplex, geprägt von Stahl, Beton und Glas. Das dreigeschossige Gebäude im Nordteil beherbergte bei der Eröffnung eine Buchhandlung, ein Sportgeschäft, eine Cocktailbar und einen Computerladen. Nicht alle Läden werden heute noch in gleicher Weise betrieben...
„Vor dem Hintergrund der sich immer weiter verschlechternden Finanzsituation der Stadt Remscheid“ verzichteten „die den „Zukunftspakt Remscheid“ tragenden Fraktionen von SPD, FDP und Grünen im Juni 2009 auf Reden zur Verabschiedung des städtischen Haushalts 2009. Stattdessen formulierten sie einen Aufruf an die Landes- und Bundesregierung. Der sollte einmal mehr verdeutlichen, „dass weitere Einsparungen die Substanz der Stadt angreifen. Schon heute übersteigt die Schuldenaufnahme bei weitem die Ausgaben der freiwilligen Leistungen Remscheids. Die Vergeblichkeitsfalle kann nur durch Unterstützung des Landes und des Bundes vermieden werden.“ Das zu betonen werden die betroffenen Kommunen bis heute nicht müde.

Thomas O. Schmittkamp führt "Lennep offensiv" seit nunmehr zehn Jahren. Im Juni n2009 war er erstmals in der Nachfolge von Stefan Freund zum 1. Vorsitzenden von „Lennep offensiv“ gewählt worden. Zum 2. Vorsitzenden wurde Dr. Gerhard Wollnitz gewählt. Beide betonten damals, mit kontinuierlicher Arbeit und gemeinschaftlicher Anstrengung könne die Situation in Lennep Schritt für Schritt weiter verbessert werden. Heute kann man sagen: Sie hatten Recht!

Innerhalb kurzer Zeit verlor der Remscheider General-Anzeiger (RGA) im Juni 2009 zwei leitende Mitarbeiter: Zuerst Verlagsleiter Thomas Bischzur und dann Chefredakteur Wolfgang Schreiber.

Vor zehn Jahren tagt in Remscheid die Kommission der deutschen Frauenbeauftragten.  Oberbürgermeisterin Beate Wilding nahm dies zum Anlass, um die städtischen Mitarbeiterinnen aufzufordern, sich verstärkt für Leitungsaufgaben zu interessieren und zu qualifizieren, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen. Aber heißt es auch heute noch: „Wes gibt viel zu tun...!“

„Da werden wir in einigen Jahren erhebliche Probleme bekommen“, sagte im Juni 2009 beim „Presseclub“ in der Denkerschmette der damalige SPD-Fraktionsvorsitzende Hans Peter Meinecke. Er hatte im SPD-Ortsverein Lüttringhausen nach Kandidaten für den Rat und die Bezirksvertretung gefragte: „Da winkten alle ab.“ Das sei zu kompliziert, zu aufwendig.“ Ohne staatsbürgerliches Bewusstsein keine Bereitschaft zum Ehrenamt! : In der Diskussion wurde auch die Meinung vertreten, der Politik fehle die Portion Glamour, ohne die es heutzutage wohl nicht mehr gehe. Und deshalb nehme die Zahl derjenigen zu, die in der griechischen Antike „Idiotes“ (ἰδιώτης) genannt wurden, weil sie weder ein öffentliches Amt innehatten noch sich am politischen Leben beteiligten. Ein Erklärungsansatz: „Defizite in den Schulen“. Hans Peter Meinecke setzte damals Hoffnungen auf die Ganztagsschule, um bei Jugendlichen das staatsbürgerliche Bewusstsein zu wecken. Wie sehen das heute die Lehrerinnen und Lehrer dieser Schulen?

OB Wilding und Dr. Pavel Hagyari enthüllen das Straßenschild.  Foto: Lothar Kaiser Auch eine Delegation aus Prešov kam zur Straßentaufe im. Juni 2009. Seitdem heißt die ehemalige Ladestraße am Bahnhof offiziell „Prešover Straße“. Seit 1989 besteht zwischen der Stadt Remscheid und der slowakischen Stadt Prešov eine Städtepartnerschaft. Dafür engagieren sich in beiden Städten Bürgervereine.

Elektro-Tretroller (“Scooter“) sind heutzutage in aller Munde. Die Firma  Heni war vor zehn Jahren ein Vorreiter in der Produktion dieser Gefährte. Am 15. Juni 2009 veröffentlichte der Waterbölles ein Foto, auf dem Heni-Geschäftsführer Dirk Niemeyer einen Akku-betriebenen Roller mit 30 Kilometer Reichweite an Carsten Seidel von den EWR übergab. Der konnte sich damals „durchaus vorstellen, in PSR-Parkhäusern eigene Stellplätze für die Elektroroller zu schaffen“.

Die Demo heute auf dem Rathausplatz sah aus wie ein Kinderfest. Fotos: Lothar KaiserWie ein Kinderfest sah der Streik aus, zu dem sich vor zehn Jahren Erzieherinnen und Erzieher aus Remscheider Kindertagesstätten auf dem Rathausplatz versammelten. Die Gewerkschaft ver.di hatte dazu aufgerufen, und erschienen waren auch Väter und Mütter (aus Solidarität) und Jungen und Mädchen (weil es einfach Spaß machte). Eine Forderung der der Beschäftigten war damals die nach einem höheren Stellenwert ihrer Arbeit in der Gesellschaft.

Der Keller eines alten GEWAG-Hauses in Honsberg. Foto: Lothar Kaiser Die Wohnungsbaugesellschaft GEWAG, eine „Tochter“ der Stadt, bereitete vor zehn Jahren den Abriss von fünf Häusern auf dem Honsberg vor. Baujahr 1953, erworben 1999. Der substanzielle Zustand der Gebäude lasse eine wirtschaftliche Sanierung insbesondere im Hinblick auf eine energetische Optimierung und eine neuzeitliche Grundrissgestaltung nicht zu, hieß es damals. Die Häuser hatten 50 Wohnungen mit insgesamt 2.096 Quadratmetern. Das ergab eine durchschnittliche Wohnungsgröße von 42 Quadratmetern. Durch ein offenes Kellerfenster fotografierte der Waterbölles damals eine Waschküche wie aus den 1960er Jahren mit einem Waschbottich, der mit Kohle befeuert wurde – das Abgasrohr zum Schornstein ist gut zu erkennen -, und rechts an der Wand ein gemauertes Becken, in dem die gewaschene Wäsche gespült wurde.

Lockere Spröche vam Günter Hessenbruch gesammelt

Us Herrgott lött genesen, on derr Dokter nömmt die Spesen.
Se wellen et all wi’eten, on wenn se et wi’eten, dann send se bedri’eten.
Bi de Lahmen lernt man hinken, bi den Süppern lernt man drenken.
Dat is guod so, do motts du dir ki’en gries Hoar wahßen looten.
En guode Frau es en guoden Schmear am Wagen.
Kehr vörr diener Düören, do es Dreck genuog.
Watt dat Uog nit sütt, dat bedrüft et Hatte nit
Uoat emm unglöcklichen Aasch, kömmt och kian fruöhlecher Fuurz
Es derr Juni tämmlech warm, gött et Freud förr Riek on arm
Gott göff allen, die mech kennen tienmohl mie äs sie mir gönnen.
Dat Bruot es dür, de Tiet es dol, gootloof de Kappestonn es voll.
Wo de Katte löppt vörr derr Muus, do duogt et nit em Huus.
 Li’ewer en Mösche en derr Hangk, äs en Duuf op dämm Dake.
Wat sall merr met derr guoldenen Schöttel wenn drennen nix te eten is.
Wo nix bennen es, do kömmt och nix erut.
Wenn alle Lütt riek wüören, on alle Lütt gliek wüören, on alle wüören am Desch eten on sengen – wecker sall dann dat Eten brengen.
Drenk dech satt on eet dech deck, on lott de Fenger van derr Poletek.
Wenn Kuohdriete Botter wöär, dann köün merr se deck schmeären.
Nu schrei’i nit so, de Nohbern send nöüschiereg, Send vir gar nit, send vir gar nit
Die henger denn Gedinen stonnt on spinsten, dat send de schlemmsten Minschen
On en derr grüößten Nuot schmackt de Wuosch och ohne Bruot
Besser der’imol geblosen, äs i’enmol de Muul verbrangkt

Bös strackes önker Klärchen

Pfingsten, oder: Zauber der „Pengslosthusker“

von Alma Mühlhausen

Damals, als noch die Postkutsche durch die Täler der Wupper fuhr und das Posthorn des Schwagers seine Weisen über die blühende Landschaft schmetterte, feierte die Bürgerschaft das Pfingstfest noch so recht nach den überlieferten Sitten der biederen bergischen Vorfahren.

Am Tage vor Pfingsten begann um Häuser, Schmieden und Werkstätten ein emsiges Großreinemachen. Mit einem riesigen Reiserbesen wurde alles blitzblank gefegt. Zum „Splengdern" benutzte man das Regenwasser aus der Re­gentonne, die fast vor jedem schwarz-weiß-grünen Haus unter der Dachrinne zu finden war. Sogar die Schmiedefenster wurden mit dem weichen Wasser aus der „Rehntonn" vermittels eines Handfegers für das Auge wieder durchsichtig geputzt. Und alles geschah in einer frohen, festlichen Stimmung. Die Hessenli'ehr/öngker, falls sie zum Feste nicht zu Muttern fuhren, vergaßen an diesem Tage ihr „Muttendriewen" on „Pöhlschesschi'eten".

Nachdem alles reingefegt war, ging's in den Busch, man holte „Maischlöite" und Birkenreiser, die dann an die Haustürenpfosten und Fensterläden ge­steckt wurden. Mittlerweile war der Nachmittag unter den Vorbereitungen vergangen, die ersten Abendschatten fielen über die friedlich atmende Landschaft. Das war dann die Zeit, die den Familienvater in den Busch führte, um Ausschau nach einem geeigneten Platz für die Pfingstlaube zu halten. Schon beim ersten Hahnenschrei des Festmorgens herrschte ein reges Leben im Busch. Laube bei Laube wuchs aus dem Grün des Waldes, und jeder Baumeister zeigte den Ehrgeiz, die schönste und geräumigste Laube zu bauen. Anderntags, in aller Herrgottsfrühe, sah man dann die Familien, festtäglich gekleidet und mit Henkelkörben bepackt, dem Walde zugehen. Für Sitzgelegenheit sowie für das übrige Inventar der Laube hatten die Väter schon vorgesorgt. So saß man bald schmausend um den roh gezimmerten Brettertisch und ließ sich Muzen und Ballebäuschen gut schmecken. Bei fröhlichem Kindertreiben und anregendem Kartenspiel der Männer wurde es Mittag. Schon hatten sich die Hausfrauen mit den Körben entfernt, um daheim nach dem Festessen zu sehen, das in der Regel aus Fleischsuppe, Kartoffeln und Eingemachtem bestand. Der Nachmittag und auch der Abend sah dann die meisten Familien wieder in der Waldlaube versammelt, und der Jubel der Kinder mischte sich mit dem Gesang der Vögel, die zutraulich näher kamen, die Kuchenkrümel aufzupicken.

 

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"Kömpkes Tüch" waren nur "starke Naturen" gewachsen

ISchleifsteinbruch in der Eifel 1905. HIZ Remscheid

Teil II

Die Unzugänglichkeit des Arnsberger Kottens zwischen Burg und Müngsten war erheblich, und das Heranschaffen der Schleifsteine bereitete auch in späteren Zeiten noch große Schwierigkeiten. Wir müssen uns diese Gegend vor 380 Jahren als eine richtige Wildnis vorstellen. Die Schleifer von Dorp nahmen aber die mit den Naturzuständen verbundenen Unbequemlichkeiten in Kauf, denn sie waren ja darauf angewiesen, sich eine neue Arbeitsstätte auf der eigenen Wupperseite anzulegen. Dadurch entledigten sie sich der Schwierigkeiten des Wupperüberganges und auch den Scherereien, die sie mit den Cronenberger und Remscheider Schleifern in den von ihnen bisher benutzten Arbeitsstätten hatten.

Reinhard Meis vom Dorp als letzter Schleifer im Kotten wusste noch zu berichten, dass die Herbeischaffung eines neuen Schleifsteines eine ganz besondere Prozedur war. "War der Schleifstein, der damals in der Eifel gebrochen wurde und über Mosel und Rhein zu Schiff bis Hitdorf seinen Weg genommen hatte, auf der Achse von dort über die Wupperfurt bei Horn (Leichlingen) mühsam bis ins Solinger Gebiet gebracht worden, so konnte man den von Pferden gezogenen Wagen nur bis an eine Stelle am Hang seitlich vom Arnsberger Kotten heranbringen. Von da ab war man gezwungen, den Schleifstein den Abhang schräg herunter rutschen zu lassen, und suchte den Aufprall durch einen mächtigen Stoß Reisig zu dämpfen."
Einen Schleiferbrauch hat Hendrichs auch noch parat: "So gehörte es sich, dass die Braut eines Schleifers, um auch ihre Zugehörigkeit zum Handwerk zu besiegeln, am Hillingstage mit zum Schleifkotten ging, sich dort, angetan mit den großen Schleifschuhen, den Wittblotschen, vor den großen Stein stellte und ein Schwert oder Messer schliff, so gut es gehen wollte. Die Braut war dabei von ihren Freundinnen wie der Bräutigam von seinen Freunden begleitet. Für den Kotten war dies ein großer Festtag. Butterbrote und Zigarren wurden verteilt und dabei dem "Ronsdorfer" und dem "Köbes" - letzterer ein Zuckerchnaps - mehr zugesprochen, als wohl zwingend nötig gewesen wäre. Wurde aber erst "Kömpkes Tüch" gereicht, eine Schale, ein Kump mit Schnaps, in den Honigkuchen in kleinen Würfeln geschnitten war, so ging es begreiflicherweise besonders hoch her. Nur starke Naturen waren dieser Labsal gewachsen."

In jenen Zeiten wurde vielfach übermäßig lange gearbeitet. Beim Morgengrauen zog man in die Täler, und oft wurde es spät am Abend, bis man auf die Berge zurückkehrte. Im Sommer, wenn das Wasser besonders knapp war, schlief man auch schon mal im Kotten und arbeitete in der Nacht ein paar Stunden, wenn sich genug Wasser gesammelt hatte, das man dann nicht unbenutzt vorbeifließen lassen wollte. Zur Mittagszeit wurde den Schleifern das Essen meist durch Angehörige in den Kotten gebracht. Zwischen den Schleifern des Arnsberger Kottens und denen des nächst höher gelegenen Anschlagkottens, gab es fast dauernd Streitigkeiten wegen der Wupperstauverhältnisse. Wie bei Forstmann versuchten die "Arnsberger" immer wieder ihr Stauwehr eigenmächtig zu erhöhen und behinderten dadurch die Arbeit im Anschlagkotten. Daraus ergab sich ein sieben Jahre langer Rechtsstreit, während dem die Eigentümer des Arnsberger Kottens jede Arbeit zur Instandhaltung unterließen. Die Folge war, dass die Stellenmieter (Schleifer) nach und nach ausblieben und der Kotten schließlich ab den 1880er Jahren verfiel.

Im Arnsberger Kotten sind wohl von jeher Remscheider Erzeugnisse wie Schlittschuhe, Sägen usw. geschliffen worden. 1835 brannte in mindestens einem Kotten das Inventar, worauf es in einer Bekanntmachung heiß: " An Sonn- und Feiertagen pflegen bei warmer Witterung oft zahlreiche Gesellschaften junger Leute sich an der Wupper aufzuhalten, und es wird alsdann unter dem Vorwande des Badens nicht selten Unfug getrieben, wozu insbesondere Fischereifrevel sowie Beschädigung und Zerstörung fremden Eigenthums gehören. Am meisten sind die an der Wupper gelegenen Schleifkotten dem Muthwillen dieser Gesellschaften Preis gegeben, indem diese Gebäude unbewohnt, an gedachten Tagen ohne Aufsicht, auch nicht wohl so zu verschließen sind, um sie unzugänglich zu machen. Dadurch aber dass dieselben, wie dies häufig geschieht, ganz unvorsichtig mit brennenden Pfeiffen betreten werden, entsteht außerdem auch große Feuersgefahr, und der am vorigen Sonntage in dem Arnsberger Kotten ausgebrochene Brand ist höchst wahrscheinlich einer solchen Unvorsichtigkeit zuzuschreiben. Die Gendamerie und Polizei-Angestellten sind daher angewiesen auf diesen Unfug zu wachen, und alle diejenigen, welche sich dessen ferner schuldig machen mögen, ohne Nachsicht zur Bestrafung anzuzeigen, wobey noch bemerkt wird, dass die Eltern für die Vergehen ihrer minderjährigen Kinder verantwortlich sind. Solingen den 10. July 1835." Oder war es die Konkurrenz? Jedenfalls ist nachzulesen, dass 1895 der andere Kotten ausgebrannt ist. (aus: „Hämmer und Kottenforschung – Lobachtal (Hammertal), Bergbau in Remscheid“, 2007 herausgegeben von Günther Schmidt)

Solinger Schleifer in die Wupper-Wildnis abgedrängt

Teil I

Geht man vom Wiesenkotten Richtung Müngsten, kommt man auf halber Strecke am Standort des Arnsberger Kotten vorbei. Der ehemalige Transportweg, von Schaberg kommend, hat sich als breiter Hohlweg deutlich sichtbar eingefahren. Der Kotten am Hang der Arnsberge ist uralt, denn auf der Industriekarte von Ploennies 1715 ist er aufgeführt. Franz Hendrichs hat 1922 die Schleifkotten an der Wupper erfasst, beschrieben und auch teilweise in Skizzen wiedergegeben. Er berichtet, dass dieser Kotten bereits 1628 gegründet wurde. Dass es sich um eine Doppelkottenanlage handelte, ist auch auf den historischen Urkatasterkarten der Stadt Solingen von 1826 erkennbar. Gebaut worden ist der Kotten aufgrund von Streitereien zwischen den Schleiferzünften von Remscheid und Solingen. Näheres beschreibt der Heimatforscher Julius Günther aus Solingen 1932:

"In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bestand zwischen den Remscheider und Cronenberger Schleifern des Sensenhandwerks im Morsbachtal und denjenigen in Solingen ein Streit hinsichtlich des Schleifens Remscheider Erzeugnisse. Die Remscheider und Cronenberger beriefen sich auf ein Privileg von 1600, nach dem ihnen das Schleifen Remscheider Erzeugnisse allein zustand, während die Solinger behaupteten, dass sie von alters her in ihren Wupperkotten bei Müngsten Remscheider Waren bearbeitet hätten. Um 1600 verdrängten die Solinger Schleifer in den Kotten am Morsbach die Cronenberger und die Remscheider im Jahre 1625 die Solinger. Neue Schleifkotten wurden daraufhin auf der Solinger Wupperseite bei Müngsten errichtet. Dort bestand um 1600 nur der Schaltkotten, zu dessen Errichtung schon im Jahre 1573 die Genehmigung erteilt worden war. Alle übrigen Kottenanlagen von Burg aufwärts entstanden später. Im Jahre 1625 erbaten die Gebrüder Drieß und Johann Asheuer, wohnhaft "Zum Dorp", sowie einige andere Brüder des Schleiferhandwerks zu Solingen, bei der Landesregierung die Genehmigung zur Errichtung zweier Schleifkotten (Doppelkotten) zwischen Burg und dem Müngstener Steege gegenüber Küppelstein am Arnsberge. Sie berichteten, "dass sie ihr Handwerk auf etlichen jenseits der Wupper auf Cronenberger Gebiet (geht auch heute noch bis an den Morsbach heran) stehenden Schleifkotten nicht gebrauchen noch mächtig sein könnten, weil deren Steege abgetrieben seien. Andernteils aber auch wegen der Landstreifen jenseits der "Zoghbrücke", die man machen lassen müsse. Dieselbe wäre ihnen aber mehrenteils "uffgezogen verhalten" und sie wären mehrenteils dadurch in Verderb gesetzt worden."

Was war passiert? Aus welchen Gründen auch immer kamen die Solinger Schleifer nicht mehr regelmäßig in den Schleiferkotten am Morsbach an, zu dieser Zeit das „Meisennest“ und der „Leyerkotten“ waren. Waren sie dort nicht mehr geduldet? War es Hochwasser, das die Stege weggespült hatte? Allein die Tatsache, dass die Zugbrücke vielfach oben war, läst ersteres vermuten. Zudem hatten die Remscheider Schleifer in Verbindung mit den Cronenberger Schleifern am Müngstener Steg noch eine Vorrichtung geschaffen, mit der sie einen Teil des Wuppersteges von ihrer Seite aus hochziehen konnten, um zu jeder Zeit kontrollieren zu können, wer den einzigen Wupperübergang an dieser Stelle passieren wollte. Wilhelm Engels berichtet in seinen Aufzeichnungen, dass zu damaliger Zeit Landstreifen eingesetzt wurden, welche die Warenlieferungen überprüften, und auch sonst Streife liefen, um die abgelegenen Schleifkotten zu bewachen. So erklärt sich auch vage, dass man schon im Jahre 1625 den in Dorp lebenden Schleifern den Übergang über die Wupper und zu den auf Cronenberger Gebiet am Morsbach gelegenen Schleifkotten verwehrte.

Den Dorper Schleifern wurde es nicht leicht gemacht, die Genehmigung zum Bau ihrer neuen Arbeitsstätte gegenüber dem Arnsberg zu erhalten. Allerdings bestand bei der Landesregierung die Befürchtung, dass die Fischerei in der Wupper durch die Anlegung neuer Schleifkotten leiden könne. Andererseits winkte aber auch eine neue Einnahme für die Landeskasse, die später mit jährlich fünf Goldgulden (Doppelkotten) festgesetzt wurde. Es verstrichen drei Jahre, bis man sich bei der Landesegierung über die Genehmigung schlüssig werden konnte. Zunächst wurde der Richter des Amtes Solingen beauftragt, die Örtlichkeit zu prüfen, ferner sollte angegeben werden, ob etwa anderen Untertanen durch den Bau der Kotten Schaden zugefügt werden könne. Die Ortsbesichtigung erfolgte unter Hinzuziehung von "zwei Scheffen des Werks", also Angehörigen der Solinger Handwerksbruderschaft der Schleifer. In dem Bericht über diese Ortsbesichtigung heißt es, dass der vorgeschlagene Ort allen Anwesenden ungelegen vorgekommen sei; man schrieb von "einem Ort uff die Wupper in wilden Busch und von Leuten weit abgelegen". Die Entscheidung, ob an solcher Stelle ein Schleifkotten angelegt werden solle, wurde der gnädigsten Ratifikation überlassen, die Genehmigung dann aber doch erteilt. Zu den technischen Daten ist noch zu erwähnen, dass zwei unterschlächtige Wasserräder mit einem Durchmesser von 3, 60 Metern ihren Dienst verrichteten. (aus: „Hämmer und Kottenforschung – Lobachtal (Hammertal), Bergbau in Remscheid“, 2007 herausgegeben von Günther Schmidt)

Klärchens Schängerei No. 7

Wiar enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Ett gütt doch föll in Remschedd.

Knallkopp = Knallkopf
Schloopüll = allgemeines Schimpfwort
Schmaitlappen = dünner Mensch
Loftekus = Luftikuss
Fazüner = origineller Mensch
Nackaasch = Nachtarsch
Lüüsebrink = jemand der verliert
Ondout = den Schalk im Nacken
Schlodderkopp = verlodderter Mensch
Dollhäuer = verrückter Mensch
Bangaasch = Gruppe von Personen
Gaulecker = jemand nach dem Mund reden
Pöätaasch = allgemeines Schimpfwort
Krooskopp = kurmeliger Mensch
Souhongk = Sauhund
Härengsbendeger = jemand der gern angelt
Schlabberschnute = loses Mundwerk
Schoopskoop = dummer Mensch
Ferkesdriewer = jemand der gern andere für sich arbeiten lässt
Blöüel = allgemeines Schimpfwort
Drömmelaasch = jemand der sich Zeit lässt
Rotzjong = Rotzjunge
Kappeskopp = allgemeines Schimpfwort
Früüshippe = frierender Mensch
Jomerlappen = Jammerlappen
Lüögenbalg = Lügner
Schängschnute = jemand der nur schimpft
Trampeldier = versteht sich von selbst
Dööskopp = passt nicht auf
Pimmock = Dauerdoof
Schmeärlappen = schmieriger Mensch
Lulamm = einfältiger Mensch
Lodderwief = verloddertes Weib
Fuulbalg = fauler Mensch
Schlabberjux = allgemeines Schimpfwort
Prümer = eingeschnappter Mensch
Jöfferken = Jungfer
falschen Hielegen = falscher Heiliger
Drügschliepen = unlustiger Mensch
Ferkeskopp = unsauberer Mensch
Pechelbruoder = Trinker

Bös strackes önker Klärchen

Klärchens Schängerei No. 6

Wiar enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Ett gütt doch föll in Remschedd.

Penndrieter = verschlafener Mensch
Üllekopp = jemand der durcheinander redet
Stiesel = umständlicher Mensch
Quacksalwer = Quacksalber
Krukestoppen = Nachzügler
Maukopp = muffiges Gesicht machen
Rabaddenträmpler = jemand mit großer Schuhgröße
Peias = allgemeines Schimpfwort
Hanswuosch = Hanswurst
Opschnieder = Angeber
Hornickel =allgemeines Schimpfwort
Fennekus = weiss ich nicht
Wibbelsteät = unruhiger Mensch
Bombastus Schwulstophilos = jemand der geschwollen daherredet
Dreckschwalf = Dreckiger Mensch
Rabauenkopp = Ärger machen
Schloopmötsche = Schlafmütze
Prohlhans = Prahler
Herrgottsküken = jemand mit Gottvertrauen
scheel Habekuk = allgemeines Schimpfwort
Dröckeberger = Drückeberger
Hüüldopp = Heulsuse
Bedelsack = jemand der bettelt
Spagitzenmeeker = Spassmacher
Naitsschwärmer = Nachtschwärmer
Stotterboxe = jemand der stottert
Breidöppen = langsamer Mensch
Aaschlook = Arschloch
Duseldier = Dusseltier
Schmeärtäsche = schmieriger Mensch
Knorrbalg = allgemeines Schimpfwort
Prattkopp = eingeschnappter Mensch
Schorrbaas = jemand der gern handelt
Döllmes = doller Mensch
Baselmanes = Arschkriecher
Sabbelschnute = Schwätzer
Schmalächler = allgemeines Schimpfwort
Ürkraat = lässt sich immer eine Ausrede einfallen
Muffkopp = Muffiger Mensch
Batschmuul = Mobber
deker Müter = dicker Mensch
fuul bleng Hesse = fauler blinder Hesse
Aandreger = jemand der petzt

Bös strackes önker Klärchen
 

Klärchens Schängerei No. 5

Wiar enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Ett gütt doch föll in Remschedd.

Tönnes = Dösiger Mensch
Steätape = allgemeines Schimpfwort
Hackentreder = jemand der hinterrücks ist
Knuser = Geizhals
Dröppelkann = langsam, dröppelig
Stippel = stippeliger Mensch
weil Hummelte = sehr aufgedrehte Person
Fuul Gockel = fauler Mensch
Pingel = pingeliger Mensch
Filuu = ausgebuffter Kerl
Schlärfken = allgemeines Schimpfwort
Leerbeck = allgemeines Schimpfwort
Fratz = fratziger Mensch/Kind
Schraatelmüöhn = jemand der laut krakehlt
Rouhnöüsel = grobschlächtig
Schwiemelant = er lügt ständig
Quaselstreppe = Quasselstrippe
Morkser = Murkser
Knötterkopp = Meckerer
Schlampampe = schlampiger Mensch
Dawerpruum = allgemeines Schimpfwort
Höttenkröser = erklärt sich von selbst
Kanalje = Drecksack
Bröllhals = aufbrausender Mensch
fieser Atta = fieser Mensch
Figelant = Angeber
Fisematentenmeeker = Jemand der viel Unsinn anstellt
Schnorrant = Schnorrer
Gierach = gieriger Mensch
Bubblebubb = Schwätzer
Gibbeltante = albernes Frauenzimmer
Morrkopp = mucksiger Mensch
Knorrbüddel = ständig beleidigt
Quaatschboxe = quarkiges Kind
Ürkuuz = allgemeines Schimpfwort
Dagschlöper = Tagträumer
Bettpesser = Bettpinkler, Angsthase
Preckeler = immer was zu ändern
Apenditz = Affe
Schabbelönter = allgemeines Schimpfwort
Ruppeköster = Allesfresser
Hongsfott = Drecksack

Bös strackes önker Klärchen

Auf der Suche nach den verschollenen Monaden

An der Einfahrt zur Stiftung Tannenhof standen fast sechs Jahre lang sieben verhärmt wirkende Skulpturen, so genannte Monaden. Plötzlich waren sie verschwunden. Der Waterbölles fragte bei der Verwaltung der Stiftung nach und bekam die Antwort, es sei nur bekannt, dass die Kunstwerke „durch den Gönner oder die Künstlerin wieder abgeholt wurden.“

Der Mäzen war ein millionenschwerer Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen, der ungenannt bleiben wollte; er hatte der Stiftung die Skulpturengruppe aus dem Jahre 2008 als Leihgabe überlassen. Und die Künstlerin ist Ariana von Mauerstetten aus Düsseldorf. Sie hatte die lebensgroßen Skulpturen damals aus Bronze in mehrfacher Anzahl gießen lassen. Eine Figurengruppe steht im Skulpturenpark der Neu-Ulmer Kunst GmbH. Doch wo  sind die sieben Monaden aus Lüttringhausen geblieben, an denen wiederholt Unbekannte ihr Mütchen gekühlt hatten? Das fing mit einer Bananenschale auf der Bronze-Schulter an. Dann bekam eine Figur einen Hut. Oder eine Figur trug plötzlich eine Jacke. Das war noch Schabernack. Doch bei Vandalismus konnte dann niemand mehr lachen. Die Künstlerin Ariana von Mauerstetten erinnert sich: „Nach der ersten Sprühattacke konnte die Farbe noch entfernt werden. Beim zweiten Mal waren die Figuren dann über und über mit Farbe übersprüht worden!“ Das habe sie damals wie einen Angriff auf sich selbst empfunden.

Der/die Unbekannte(n) kamen in der Nacht zum 10. Juli 2014, nachdem die deutsche Fußballmannschaft bei der Weltmeisterschaft Brasilien mit 7:1 besiegt hatte. Fußballfans voller Überschwang? Es waren jedenfalls die Farben Schwarz, Rot undf Gold, die am Morgen die Monaden „zierten“. Die Polizei kam, ermittelte wegen Sachbeschädigung gegen Unbekannt. Ohne Ergebnis. Die Monaden wurden demontiert. Die Bronze-Kupfer-Legierung war durch den Farbauftrag stark beschädigt worden. Gut also, dass der Mäzen dass Kunstwerk bei der Allianz versichert hatte. Deren Sachverständiger entschied auf Totalschaden. Die Versicherung zahlte die Schadenssumme aus – und behielt die Kunstwerke ein. Wo sie geblieben sind? Der Waterbölles  hat die Pressestelle der Allianz angeschrieben. Deren Antwort von Mittwoch: " Gerne teilen wir ihnen mit, dass sich die Skulpturengruppe „Monaden“ seit diesem Schadenfall in unserem Besitz befindet. Aktuell sind die Skulpturen fachgerecht eingelagert. Über das weitere Vorgehen (z.B. Leihgabe, Ausstellen oder Verkauf) haben wir noch nicht final entschieden."

Klärchens Schängerei No. 4

Enn denn neksten Weeken gütt ett hier enn Utwaal von Schangwördern opp Remschedder Platt. Do kann sech jeder wat uutsöken wat he bruuken kann. Viärde Kiar, völl Plaisier.

Drommaasch = Träumer
Krott = fieser Möppel
Hans emmervoll = Trinker
Grüönschnabel = Grünschnabel
Zackermenter = Sakrament und Zugenäht
Witzknüösel = Witzbold
Klowen = umständlicher Mensch
Mottchen = Flotte Biene
Weesterkoop = unruhiger Mensch
Vollahü = allgemeines Schimpfwort
Z’eimperliß = Zimperliese
Zergättsape = Affe
Fulax = Fauler
doll Kemelte = Verrückte
Luusneckel = Lausbub
Freetbalg = Fresser
Drietfott = A-Loch
Schlengel = Schlingel
Pengßuohs = Pfingstochse
Strotenblag = Straßenkind
Kuuz = allgemeines Schimpfwort
Klöngelskopp = klüngeliger Mensch
Döüwel = Teufel
Zocks = Gesocks
doll Dier = verrücktes Frauenzimmer
Kräntekacker = Korinthenkacker
lang Lulatsch = langer Mensch
Muckbold = mucksiger Mensch
Aaschkrüper = Arschkriecher
Zapperlüöter = allgemeines Schimpfwort
Hanebüöker = Hahnebüchen
Löäres = hinterlistiger Mensch
Quängel = Quängeliges Kind
Kröser = steht für sich selbst
Pottkieker = kleinkariert
Bedrieger = Betrüger
Prattmuul = Prattmaul
Schlappmanes = Schläfer
Spetzbuof = Spitzbub
Lömmel = Lümmel
Störrax = störendes Kind

Bös strackes, önker Klärchen