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Die Beziehungen der Hasenclevers zu J. W. von Goethe

Aus: „Bergische Wegbahner. Persönlichkeiten und Geschlechter aus Remscheid, Lennep und Lüttringhausen“.
Herausgegeben 1951 vom Vorstand des Bergischen Geschichtsvereins e.V. Abteilung Remscheid.

von Dr. Wilhelm Rees

Während die Beziehungen der Pempelforter Jacobi zu Goethe allgemein bekannt sind, sind die der Ehringhauser Hasenclever nur wenig über den Bereich unserer Stadt hinaus gewürdigt worden. Josua Hasenclever kam erstmalig 1808 in Frankfurt mit dem Freundeskreis Goethes in Berührung, und zwar mit den Brüdern Fritz und Christian Schlosser, den Söhnen des Schöffen Hieronymus Peter Schlosser, mit deren Tante, der Geheimrätin Georg Schlosser, und ihrer Tochter Henriette. Er schloss sich mit herzlicher Liebe den beiden Brüdern an, die ihn, wenn sie ihn auch an Geist und Kenntnissen übertrafen, doch wegen seines praktisch-tüchtigen Sinns und der Gradheit seines Urteils schätzten. Christian Schlosser weilte mehrmals, 1808 und 1823, in Ehringhausen und wurde — seine zahlreichen Briefe lehren es — der Mentor Josua Hasenclevers in der Befriedigung seines Bildungsbedürfnisses.

Eine zweite Brücke hin zu Goethe wurde 1809 geschlagen, als David Hasenclever sich mit Henriette Schlosser, der Tochter Georg Schlossers und Johanna Fahlmers, vermählte. Johanna Fahlmers, die in ihrer Jugend dem Pempelforter Kreise angehörte, wurde die zweite Gattin Schlossers, als ihm Goethes Schwester Cornelia durch einen frühen Tod entrissen worden war. Sie hatte Goethe 1772 in Frankfurt kennengelernt, und der junge Dichter stand sehr bald unter dem Einfluss dieser stillen Frau, von der er in „Wahrheit und Dichtung" sagt, dass sie durch die große Zartheit ihres Gemüts und die ungemeine Bildung des Geistes Zeugnis gab von dem Wert der Gesellschaft, in der sie herangewachsen war. „Sie lehrte uns Schonung, indem sie uns fühlen ließ, dass wir derselben auch wohl bedürften". Im März des Jahres 1773 begann der Briefwechsel Goethes mit Johanna, der bis zum Jahre 1778 mit der gleichen Herzlichkeit andauerte und uns tiefe Einblicke gewährt in Goethes äußeres Leben und die Verhältnisse am Weimarer Hofe, wie in sein dichterisches Schaffen und die intimen Herzensangelegenheiten des Liebenden.

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Enn kapitalen Schaden

Nu mott ech es öwerlegen wat es in der Tied all so ni’eues gövt bie us tehieme odder in Remsched.

Dat ess jo nit su völl, dat Driet-Pandemie löppt jo emmer noch. Opp dat die Dollen send ut Majorka, die fieren bös de Dokter kümmt, ohne Schnodderlappen und Affstangk. Jo ett ess arch lästeg emmer mit dem Duak för de Schnute, besongersch wenn ett opp de dressig Grad aangiat. Manchmol, wenn ett kianer süat, donn ech wennigstens de Gorke druuten. Evver nur kott. Dann pack ech se wedder in denn Schnodderlappen.

Ett jütt jo noch emmer genug Lütt die nit ruut goang. De send emmer noch bang sech aan te stecken. Ewer dat kuam be mir nit füar. Tehieme fällt ianem jo alles opp den Kappes, nit nur de Decke. Dat gemüatleche Ingeilen in dem Alleecenter un donoh en Köppken Koffee drenken, dat ess iarschmol vorbie. Vörige Weeke wual ech bie mieaner Nohbersche en Koffee drenken, da har ech bauld vergeten, datt Schnodderduak afftenehmen. Datt hätt bauld enn ordentliche Sauerei gegeven. Hätt datt Berta nech gesait, du Klärchen, de Koffee ess doch schon dur en Felter geluapen, datt musst du nech nochens dur datt Schnodderduak feltern, hätt ech mech dökkes drekkeg gemacht.

Am Sonndag vörige Weeke, do wor doch enn ordentlechen Storm. Opp ianmol düart ett enn Knall. Verdekkes dait ech, do ess bie uss de Möllemmer umgefallen. Ech ruut, um te kieken watt loss ess. Do kummt miar an de Husdüar en äulere Frouw entgegen. „gehört Ihnen das blaue Auto vor der Tür“. Joo sait ech. Datt ess dat Ottomobil van mieanem Mann Kaal. Watt ess domet. „da bin ich gerade rückwärts rein gefahren“. Och, seit ech, dann will ech en enns ruapen. Unn tatsächlech en woar enn kapitalen Schaden an seinem Prunkstöck. Sogar de Pollze’i ess jekuamen un hatt den Schaden oppjenommen. Ech sait noch zu dem Pollzisten, nu hangk wiar ennen denn Sonndag noch verdorwen. Ne sait de Pollzist, datt hätt hütt morjen schon de Wäcker erledigt.

Se hangk ehre Arbett jemakt unn am Mondag ess der Kaal mett sianem Schrotthuapen dann no de Werkstatt gefahren. Ett wüard repariert unn he kregt för die Tied jo molls enn Leihwagen. Emmer föll Ärger un Lüöperei. Watt well mar maken. Kloppen un bletzeg weären muss man jo nitt. Sonst gövt ett ewer nit föll ni’eues.

De Kriemelner Denkerschmette makkt am iarschten August wiar open. De Tüpitter wüard ett desse Weeke noch verkünden. Am 04. August ess Treffen der Streckgruppe draan. Dann küanem wennegstens de Strecktanten in ussere Streckgruppe wiar tesamen töttern. Natürlech opp Abstangk, sowiat ett giat. Wiar hangk uss joo Monate nit gesenn. Da gütt ett föll to vertellen. 

Bös strackes, önker Klärchen

Wilhelm Conrad Röntgen war niemals ein Musterknabe

Aus: „Bergische Wegbahner. Persönlichkeiten und Geschlechter aus Remscheid, Lennep und Lüttringhausen“.
Herausgegeben 1951 vom Vorstand des Bergischen Geschichtsvereins e.V. Abteilung Remscheid.

von Dr. Wilhelm Rees

Während die Gestalt eines Dichters in seinem Werke aufsteht, bleibt das Bild des exakten Wissenschaftlers und Entdeckers nur zu oft im Dunkeln und bedarf der besonderen direkten Belichtung, dass es strahlkräftig wird über seine Zeit hinaus. Die Erinnerung an die weltweite Entdeckung Röntgens, die bis in unsere Tage der Atomphysik nachwirkt, wachzuhalten, ist nicht not. Aber allein schon die Dankbarkeit gebietet, der Persönlichkeit des großen, eng mit unserer Stadt verbundenen Gelehrten zu gedenken, dessen Geisteshaltung und Lebensführung in ihren Grundzügen exemplarisch erscheint für die Menschen des Bergischen Landes und einen Appell bedeutet für die kommenden Geschlechter. Es nimmt bei der Grundbegabung des bergischen Menschen für ein pionierhaftes praktisches Schöpfertum, das mancherlei Bausteine; zu unserem Zeitalter der Technik beigesteuert hat, nicht weiter wunder, dass die Maschinenlandschaft des Wuppervierecks in W. C. Röntgen auch einen Klassiker der Physik hervorgebracht hat.

W. C. Röntgen erblickte am 27. März 1845 in der alten Stadt Lennep als Sohn des Kaufmanns Friedrich Conrad Röntgen und seiner Ehefrau Constanze, geb. Frowein das Licht der Welt. Da seine Eltern bereits im Jahre 1848 unsere Hügellandschaft mit den Niederlanden tauschten und in Apeldoorn ansässig wurden, könnte der Gedanke wachwerden, dass der spätere Gelehrte in gar keinem innerlichen Verhältnis zu seiner Vaterstadt gestanden hätte. Aber Röntgen war viel zu sehr durch eine lange Kette von Ahnen, die schon im 17. Jahrhundert die bergische Scholle bei Dabringhausen umbrachen, mit dem Heimatboden verwachsen, als dass er sich nicht stets und freudig seines Ursprungs erinnert hätte. Es ist uns überliefert, wie sehr er sich des Ehrenbürgerbriefes seiner Vaterstadt freute, dass er 1911 auf einer Reise nach Holland auch die Stätten seiner frühesten Jugend aufsuchte, dass der im Süden des Vaterlandes heimisch Gewordene schon am Klang der Stimme den Landsmann erkannte. Und sicherlich zeugt es von einer besonders tiefen Verbundenheit mit der Vaterstadt, wenn er ihr in seinem Testament Wertpapiere als Röntgenstiftung zu Erziehungsbeihilfen hinterlassen hat.

Wilhelm Conrad Röntgen, 1854 - 1923, Entdecker der Röntgenstrahlen.Was ihn aber mehr noch zu einem der Unsrigen macht, ist seine wesenhafte Verwurzeltheit in dieser Landschaft, jene eigenartige Mischung sächsisch-fränkischen Stammesgutes: des Ernstes, der Verschlossenheit, des praktischen Denkens und doch hinwiederum der Aufgeschlossenheit für rheinischen Froh­sinn und Humor, eine Mischung, die diesen Mann geradezu zu einer Inkarnation bergischen Menschentums werden lässt.

Die Dürftigkeit der Nachrichten über das Elternhaus verbietet es uns, das Erbteil von Vater und Mutter, wie Goethe es vermochte, reinlich zu sondern. Der mütterlichen Seite, die in den Niederlanden Wurzel geschlagen hatte, wiewohl auch sie in unseren Bergen die Heimat hatte, scheint nach Hausrat und Bildbesitz ein gewisser Kunstsinn eigen gewesen zu sein. Er gab dem Leben Röntgens nicht das besondere Gepräge.

W. C. Röntgen ging nicht den üblichen Weg zur Professur. Er war schon in seinem Werdegang ein Eigener und bezeichnet es einmal als befriedigendes Gefühl, dass seine Eltern keine Gelegenheit hatten, ihm durch Protektionen im Leben weiter zu helfen. Schon seiner Jugend blieben die kummervollen Nächte nicht erspart, die den Menschen reifen, als man ihn in Utrecht von einer technischen Lehranstalt (nicht einem Gymnasium) verwies, weil er einen karikaturfreudigen Mitschüler nicht angeben wollte, als man ihn, den Externer, über dem immer noch das Damoklesschwert jener Schuld schwebte, durchs Examen fallen ließ, und als ihm, der die Reife nicht staatlich verbrieft vorzuweisen vermochte, die Habilitation an der Universität Würzburg versagt wurde. Aber gerade dieses Werden und Wachsen abseits des vorgezirkelten Bildungsganges wird ihn zu jener Gründlichkeit und Selbständigkeit erzogen haben, die dem späteren Gelehrten eigen sind.

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Geschichte und Blütezeit der "Mannesmänner" (IV)

Aus: „Bergische Wegbahner. Persönlichkeiten und Geschlechter aus Remscheid, Lennep und Lüttringhausen“.
Herausgegeben 1951 vom Vorstand des Bergischen Geschichtsvereins e.V. Abteilung Remscheid.

von Gustav Hermann Halbach

Teil 4
Am 1. Mai 1888 war das erste von den Mannesmann in Remscheid-Bliedinghausen errichtete deutsche Mannesmannröhrenwerk betriebsfertig. Reinhard Mannesmann d. Aelt. schied aus dem Unternehmen A. Mannesmann aus, um mit seinen Söhnen die Erfindung auszunutzen und ein Walzwerk anzulegen. Er erhielt für seinen Geschäftsanteil den nördlichen Teil des Bliedinghauser Werkgrundstücks. Zur selben Zeit aber und zum Teil schon vorher hatte man mit den Vorbereitungen für die Auswertung der Patente für Oesterreich-Ungarn, die an Alfred Mannesmann abgetreten waren, sowie für Süddeutschland, Luxemburg und Belgien begonnen. Andere Werke folgten. Für die Gründung der Mannesmannröhren-Walzwerks-Aktiengesellschaften zu Komotau in Böhmen, wo Alfred Mannesmann von 1887—1893 tätig war, und zu Bous an der Saar knüpften Geschäftsfreunde von Reinhard Mannesmann d. Aelt. die ersten Verbindungen. Der 16. Juli 1890 brachte die zusammenfassende Gründung der Deutsch-Österreichischen Mannesmannröhrenwerke A.-G., heute Mannesmannröhrenwerke A.-G., Düsseldorf, mit einem Stammvermögen von 35 Millionen Mark. Hiervon erhielten die Gebrüder Mannesmann die Hälfte = 17,5 Millionen Mark, allein 14 Millionen Mark für ihre Patente.

Mit der Entdeckung des Grundsätzlichen musste eine Reihe von Maschinen, u. a. ein besonderes Schwungrad ersonnen werden. Reinhard baute es. Bei vierfach gesteigerter Geschwindigkeit gab es die sechzehnfache Kraft her. Max stellte, da die alten Maschinenkupplungen den ungeheuren Druck nicht aushielten, sinnreiche Kupplungen her. Eine gehörige Antriebskraft war für die Walzen nötig. Dazu hätte es einer mehrhundertpferdigen Dampfmaschine bedurft, doch mit deren Herstellung und Lieferung dauerte es zu lange. Kurz entschlossen kauften darum die Mannesmann von der Eisenbahndirektion Elberfeld eine der stärksten Lokomotiven, um sie zum Antriebe des Walzenganges zu benutzen. Sie erwies sich indes als zu schwach. Man musste noch ein Schwungrad dazu beschaffen, das vorab von der Lokomotive zu genügend schnellem Kreisen und erforderlicher Drehungszahl gebracht wurde, so dass dann seine aufgespeicherte Kraft zusammen mit der An­triebskraft der Lokomotive ausreichte, den Walzenvorgang zu beendigen.

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Geschichte und Blütezeit der "Mannesmänner" (III)

Aus: „Bergische Wegbahner. Persönlichkeiten und Geschlechter aus Remscheid, Lennep und Lüttringhausen“.
Herausgegeben 1951 vom Vorstand des Bergischen Geschichtsvereins e.V. Abteilung Remscheid.

von Gustav Hermann Halbach

Teil 3
Unweit des Reinhard Mannesmannschen Wohnsitzes zu Remscheid-Menninghausen stand mein Geburtshaus. Darum habe ich die gesamte volksverbundene Familie Mannesmann noch lebhaft in meiner Erinnerung: das alte ehrwürdige bergisch-biedere Ehepaar Reinhard mit seinen prächtigen forschen Söhnen und schlichten, einfachen Töchtern. Es war eigentümlich, wie mich als Kind schon der Brüder Wesen beeindruckte, wenn sie des Wegs dahergeschritten kamen. Das war Beweglich- und Vielseitigkeit, Lebensbejahung, Selbstsicherheit, Wagemut und entschlossene Tatkraft. Ihr Blick kündete rastlosen Geisteshöhenflug, Stürmen und Drängen und Gipfelmenschentum. Auch gedenke ich noch des Leichenzuges von Vater Reinhard, der am 27. April 1894 verstarb und unter gewaltiger Beteiligung aus allen Bevölkerungsschichten höchst ehrenvoll auf dem alten hochgelegenen Stadtfriedhof beerdigt wurde.

Der alte Reinhard Mannesmann hatte einige vertraute Freunde, die er geschäftlich jährlich besuchte, so Werner von Siemens, Heckmann zu Berlin, Henschel zu Kassel, Hermann Gruson zu Magdeburg-Buckau u. a. Sonst leitete er sein Werk, und die Söhne reisten. Beliefert wurden die Eisenbahnen, die staatlichen Werkstätten und die deutsche Flotte. Der Marineminister von Stosch verfügte einmal, dass in Anlaufhäfen deutscher Schiffe, die dort ihre Bestände ersetzten, die ansässigen Geschäfte anzuweisen seien, Segeltuch von Delius und Feilen von A. Mannesmann wegen ihrer vorzüglichen Bewährung auf Lager zu halten.

Allen seinen Söhnen gab der alte Reinhard Mannesmann gediegene fachliche und Hochschulbildung. Daheim im Bliedinghauser Werk mussten sie die Feilenherstellung von Grund auf bis zum Feilenhauen erlernen. Max konnte am besten Feilen hauen und Feilenhaubeitel schleifen. Aus dieser Kenntnis heraus ersann und erbaute er 1880 erfolgreich seine erste Feilenhaumaschine für schwere Sorten. Reinhard d. J. legte 1873 auf dem Gymnasium zu Düsseldorf die Reifeprüfung ab. 1874 studierte er Maschinenbau und Chemie auf dem Polytechnikum zu Hannover, sodann auf der Gewerbeakademie und Bergakademie und Universität Berlin Maschinen- und Hüttenwesen und Bergfach. 1877 machte er als 21 jähriger die berg- und hüttenmännische Prüfung auf der Bergakademie über die Aufgabe: „Verhalten des freien Kohlenstoffs zu freiem Eisen bei steigenden Temperaturen". Diese Arbeit wurde in der Zeitschrift für Gewerbefleiß abgedruckt. Reinhard Mannesmanns Untersuchungen entschieden die Frage, ob die Wanderung des Kohlenstoffs im Eisen durch Gaskohlung oder die Molekularwanderung erfolge, zugunsten der Molekularwanderung. Seitdem ist die Frage nie wieder wissenschaftlich bestritten worden. In dieser Arbeit wurde zum ersten Mal nachgewiesen, dass man jeden gewünschten Kohlenstoffgehalt auf jede gewünschte Tiefe ins Eisen hineinführen kann. Durch diese Erkenntnis wurde die Grundlage zu der Herstellung der außen glasharten und innen weichen Panzerplatten ermöglicht. Der umfangreiche Beweisstoff verblieb in der Ausstellung der Bergakademie Berlin, und diese Prüfungsarbeit wurde bis zum Tode des Geheimrats Wedding in dessen Vorlesungen als Musterarbeit regelmäßig erwähnt. Wie sein nicht minder begabter Bruder Max reichte Reinhard schon als Student sein erstes Patent ein. Die Fortpflanzung des Drucks in glühendem Eisen war für Reinhard Mannesmann d. J. und seinen jüngeren Bruder Max der Gegenstand langjähriger wissenschaftlicher Forschungen und Untersuchungen.

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Geschichte und Blütezeit der "Mannesmänner" (II)

Aus: „Bergische Wegbahner. Persönlichkeiten und Geschlechter aus Remscheid, Lennep und Lüttringhausen“.
Herausgegeben 1951 vom Vorstand des Bergischen Geschichtsvereins e.V. Abteilung Remscheid.

von Gustav Hermann Halbach

Teil 2
Auf seine Feilen aus allerbestem Stahl schlug A. Mannesmann sein Geschäftszeichen. Bald hielten sie dem ausländischen und besonders dem englischen und amerikanischen Wettbewerbe stand. Auf der ersten Weltausstellung von 1851 zu London erhielten die Brüder Arnold und Reinhard Mannesmann für ihre Leistungen die höchste Auszeichnung in Form einer goldenen Ehrenmünze und später auf jeder weiteren Weltausstellung die gleichen Anerkennungen, so 1867 zu Paris bis 1900 daselbst. 1867 entwickelte der Remscheider Gewerbeverein durch die Pariser Weltausstellung ein reges Leben. Diese wurde durch eine Anzahl von Mitgliedern beschickt. Zu den Kosten steuerte die Vereinskasse 150 Taler bei. Die Preisrichter hatten Reinhard Mannesmann sogar für das Kreuz der französischen Ehrenlegion vorgeschlagen. Napoleon III. jedoch versagte die Verleihung und schrieb an den Rand der Vorschlagsliste „Un Prussien ne-jamais!" Im Anschluss an die zu Paris errungenen Erfolge wurde Reinhard Mannesmann von König Wilhelm I. von Preußen der Kronenorden 4. Klasse verliehen.

Die wagemutigen Brüder Mannesmann führten auch frühzeitig in ihrem Betriebe die Dampfkraft ein. Laut Remscheider Verwaltungsunterlagen bat Reinhard Mannesmann 1856 um Genehmigung zur Aufstellung von vier Dampfhämmern und der zum Antriebe erforderlichen Dampfmaschine. Um 1861/63 stellten die Brüder weitere Dampfhämmer auf. Beizeiten auch wandelten sie später die Feilenerzeugung vom ursprünglichen völligen Handbetriebe auf Maschinenanfertigung um. 1874 entstand die großzügige Werkanlage an der oberen Bliedinghauser Straße und Bahnstraße, die noch heute den Kern des Betriebes von A. Mannesmann bildet. Den Grundplan für die später zu­sammengeschlossene Erzeugung hatte Reinhard Mannesmann vor dem Baubeginn festgelegt, um deren richtiges „Fließen" durchführen zu können. Er fing mit der Stahlherstellung an und brachte dann allmählich die verschiedenen Fertigungszweige in die neuen Werkstätten.

Das Hauen der Feilen blieb ursprünglich Haus-, also Heimarbeit. Jeder Feilenhauer hieb bestimmte Feilen- und Raspelnsorten. Nach dem Schliff holte er sie unbehauen selbst ab und brachte sie gehauen zurück. Daheim hatten die Feilenhauer als Meister eine Haukammer mit Gesellen und Lehrlingen, meist ihren eigenen Kindern, Söhnen und Töchtern. Mannesmanns Feilenhauerei beschäftigte mehrere hundert Arbeiter. Das Hauen war eine Kunst und erforderte eine große, zur Vererbung gewordene Geschicklichkeit.

Aus der Zeit der Aufstellung der ersten Dampfhämmer durch die Brüder Mannesmann geht im Volksmunde noch ein reizendes Geschichtlein um. Von dem 1861 geborenen und 1950 erstorbenen Dr.-Ing. eh. Karl Mannesmann habe ich es mir vor Jahren bestätigen lassen. Als der erste Dampfhammer laufen sollte, hatten sich viele Leute neugierig gespannt und erwartungsvoll vor dem Mannesmannschen Werke zu Bliedinghausen angesammelt, um Zeuge des bedeutsamen Ereignisses zu sein. Wie nun die ersten lauten Hammerschläge erdröhnten, begei­sterte sich die Volksmenge und schrie: „Horra, de Masching gi'eht!" Plötzlich aber ward es still. Da rief einer aus der Menge: „Horra, se gi'eht nit!" Nachdem jedoch kurz darauf die Donnerschläge wieder und ununterbrochen erschallten, brauste es aus der angesammelten Masse: „Horra, se gi'eht doch!" Von dieser Stunde an entstand das geflügelte Wort: ,,Do hüöt sech doch derr Mannesmann bie op!" als Ausdruck des Erstaunens für schier unglaubliche, an Wunder grenzende Leistungen. „Verdammt on Donnerkiel", sagte das Volk, „derr Uöhm Re'inhatt kann et all!" Es war überzeugt, dass ihm von seinen Plänen nichts misslingen und er das andern Unmögliche meistern könne.

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Geschichte und Blütezeit der "Mannesmänner" (I)

Aus: „Bergische Wegbahner. Persönlichkeiten und Geschlechter aus Remscheid, Lennep und Lüttringhausen“.
Herausgegeben 1951 vom Vorstand des Bergischen Geschichtsvereins e.V. Abteilung Remscheid.

von Gustav Hermann Halbach

Teil 1
In Südwestfalen liegt das märkische Sauerland, eigentlich das Süderland. Das Dreieck Lüdenscheid - Meinerzhagen - Attendorn um­schließt das Hochland des Ebbegebirges. An dessen steilem Westabhange im Quellgebiete der Volme, Agger und Lister liegt das freundliche und saubere, aus dem 9. Jahrhundert stammende Städtchen Meinerzhagen. Zu seinem Kirchspiel gehört das Gelände der Sulenbecke, die bereits 1160 im Werdener Hebeverzeichnis als Salubecki genannt wird. Hier ist das alte Geschlecht mit dem weltbekannten Namen Mannesmann beheimatet.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts stoßen wir auf einen Rolf (Rudolf) Mannesmann (1629—1695) als Besitzer von drei Gütern, dem Hoxengut zu Ohl, dessen Namen ungeklärt ist, dem Möhnengut, also Muhmengut, und dem Fredreksgut, also Friedrichsgut, zu Sulenbecke. Rolfs Frau hieß Katharina (1639 bis 1715) und stammte von Ohl. Wahrscheinlich war sie eine geborene Wiemann (auch Weimann). Von diesem Ehepaar lassen sich drei Söhne nachweisen: Johannes, Christian und Friedrich. Christian (1664—1746), seit 1701 vermählt mit Anna Gertrud Brinkmann (1679 —1738) von Buschhöhe bei Meinerzhagen, war Inhaber des Möhnenguts. Seine Eltern beerbte der Sohn Peter (1708—1774), der 1741 Katharina Gertrud Schröder (1711—1752) aus Meinerzhagen als Gattin heimführte.

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Was alles zum stereometrischen Lennep gehört

von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Liebe Freunde des Bergischen Landes, liebe Lenneper,
Ja, was für eine Überschrift, was kann das bedeuten? Für mich als Archivbetreiber und Sammler bedeutet dies: Es handelt sich hier nicht um historische Flachware aus Papier oder Pergament, also nicht um Lennepstiche, Fotos oder Lithographien, sondern um Dinge, die man als solche dreidimensional in der Hand spürt, wenn man sie anfasst.

Als ich im Jahre 2002 von dem Lennepsammler Bernhard Koch dessen über Jahrzehnte angehäuften Lennepensien erstand, da behielt er zwar einige wenige Stücke wie z. B. Tassen mit Lennep-Motiven für sich, aber – von der Flachware wie Zeugnissen, Urkunden bis zu den postalischen Dingen wie Ersttagsbriefen und Briefmarken mal abgesehen – waren auch Münzen, Plaketten, Siegel und Fahrkarten vom Lenneper Bahnhof mit dabei bis zu einem Lennep-Quartett. Sonst wären sie ja auch nicht zu Bestandsteilen einer expliziten Lennep-Sammlung geworden, ob sich nun die professionellen Archive dafür interessieren oder auch nicht. Jetzt sollen sie, sofern Interesse besteht, an das Remscheider Stadtarchiv gehen als Erinnerung an das Lennep, "wie es einmal war". (Weitere Beispiele u.a. bei https://www.lennep.eu/lenneper-geld/  sowie  https://www.lennep.eu/gesammeltes-lennep/)

Beginnen wir hier mit dem Wachsabdruck eines Bronzesiegels aus dem Kloster der Minoriten (Schwarze Franziskaner) in Lennep (Fotos oben). In einem Auktionskatalog wird das Original so beschrieben: "Ovale Siegelplatte 1642 mit halbkreisförmigem Griff und Trage-Öse. Nachdem das im Zuge der Reformation im 16. Jahrh. aufgegebene Kloster der Minoriten in Lennep im Jahre 1642 neu besetzt worden war, wurde im gleichen Jahr das vorliegende Typar (Siegel) geschaffen und blieb wohl bis zur Säkularisation im Gebrauch. Der Hlg. Bonaventura, geboren 1221, lehrte bis 1255 in Paris, wurde 1257 Ordensgeneral der Franziskaner, 1273 Kardinal, starb 1274 und wurde 1482 durch Papst Sixtus IV. kanonisiert. Seine Attribute zeigen ihn als Franziskanermönch, Kirchenlehrer (Buch), Bischof (Pluviale), Kardinal (Cappa magna, mit Hut) und als kanonisierter Kardinal (Kreuzstab mit Doppelkreuz)." Der Wachsabdruck wurde wahrscheinlich in Lennep vor langer Zeit anlässlich eines kirchlichen Jubiläums angeboten.

Eine ganz andere historische "Lennepensie" sehen wir hier: "Landwirtschaftliche Verdienstmedaille Preußen 1903. Lokalabteilung Elberfeld, Barmen, Lennep, Remscheid". Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit, hält einen Siegerkranz und ein Füllhorn über die Erzeugnisse der erfolgreichen Landwirtschaft. Ein Bienenkorb versinnbildlicht zusätzlich den Fleiß, die Grundlage der Auszeichnung "Für Verdienstvolle Leistungen". Die andere Seite der Plakette zeigt neben traditionellen und modernen Arbeitsgeräten (u.a. Sense und Dampfwagen) den Bezug der Landwirtschaft zu Wild und Pferd. Derartige Plaketten werden heute im Auktionshandel für rund einhundert Euro angeboten. Der Lennep-Sammler Bernhard Koch reiste für so etwas von Auktion zu Auktion und gab dafür schon vor Jahrzehnten einige Scheinchen her.

Viele ältere Lenneper erinnern sich noch gut daran, dass es nach dem 2. Weltkrieg im Lenneper Stadion zahlreiche Reitveranstaltungen gab. Daran erinnert auch eine stehende Plakette aus dem Jahre 1949. Ende Juli fand seinerzeit das 4. Reit-, Spring- und Fahrtunier statt und nahm mit der Neugründung mehrerer einschlägiger Vereine die Vorkriegstradition wieder auf. Auch für die Kinder und Jugendlichen war so eine Veranstaltung  immer ein großes Ereignis. Noch farbenprächtiger waren die „Military Tattoos“ mit den in der neuen Bundesrepublik noch verbliebenen westlichen Besatzungseinheiten, große Musikschauen mit prächtig geschmückten Musikern, Reitern und Pferden.

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Auf Christoph Imber folgt Torsten Dehnke

Der Stadtführer "Nachtwächter" Lothar Vieler.Lothar Vieler (Foto)  nimmt seine "Nachtwächter"-Führungen durch Lennep wieder auf. Ab  Freitag, 4. September, will er jeden 1. Freitag im Monat (in diesem Jahr des Weiteren am 2. Oktober, 6. November und 4. Dezember ), jeweils um 19 Uhr, seine Führungen am Röntgenmuseum starten, eine weitere positive Entwicklung der Corona-Maßnahmen vorausausgesetzt. Teilnahmegebühr fünf Euro. Anmeldung unter Tel. RS 666861 oder über www.xray-tours.de.

„Wir hoffen, dass wir ab Juli / August unsere Touren mit dem gewohnten Spaß Faktor anbieten können“, ist auf der Internetadresse xray-tours.de zu lesen. Unter dem Namen „Xray-Tours“ will Torsten Dehnke („Miro“) künftig Erlebnistouren und Teamevents in Remscheid und im Bergischen Land vom Krimi über das Mittelalter bis zur bergischen Natur. anbieten, „auch individuell buchbar zum Wunschtermin.  Wir verstehen uns als Ihr zuverlässiger Partner für Freizeit- und Feriengestaltung im Bergischen Land. Egal ob Geburtstag, Hochzeit, Firmenjubiläum oder eine Weihnachtsfeier – wir haben das passende Bergische Erlebnis!“ Anfragen zu den Erlebnistouren per info@dehnke.de">E-Mail oder unter Handy 0171 477 91 82. Torsten Dehnke hat das Projekt der Stadtführungen, das Christoph Imber 2012 ins Leben gerufen hatte, in diesem Jahr von dem Gastronomen der „ErlebBar“ übernommen, wie es auf der Homepage heißt. Zitat: „Als (Freizeit-) Plattform greifen wir dazu auf ein umfassendes Netzwerk aus Stadtführern, Kreativen, Gastronomen, Kulturinstitutionen sowie Tourismus-Partnern zurück.“

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Sumpfdotterblumen lieben sumpfigen Boden

Die ab April blühende Sumpfdotterblume gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Deren lateinischer Name, „Ranunculaceae“, erinnert Gartenbesitzer an die beliebte Frühjahrsgartenpflanze, die Ranunkel, die ebenfalls in diese Familie gehört. Die Sumpfdotterblume mag es feucht. Sie wächst auf Sumpfwiesen, an Quellen, Bächen, Gräben und in Auwäldern. Trockengelegte Wiesen zerstören ihren Lebensraum und führen in manchen Landesteilen zur Gefährdung ihrer Art. Sumpfdotterblume mit nassen Füßen

Die Sumpfdotterblume blüht mit großen, glänzend goldgelben Blütenblättern, die eine hohe Leuchtkraft besitzen. Ihre Farbe erhalten sie durch eingelagerte Karotinoide, die auch der Karotte ihren Namen geben.
Der häufig verwendete Name „Butterblume“ hat seinen Ursprung in der Verwendung der Pflanze zur Gelbfärbung von Butter in früheren Zeiten. Andere volkstümliche Namen sind Dotterblume, Wiesengold, Schmalzblume, Eierblume oder Goldrose.

Die einfachen Scheibenblumen werden von Bienen, Käfern, Fliegen und besonders von Schwebfliegen besucht. Insekten, die im UV Bereich sehen können, werden am Pollen vorbei durch „Saftmale“ zum Nektar geleitet. Die Pflanze bildet sternförmige Balgfrüchte mit schwimmfähigen Samen, die durch auftreffende Regentropfen herausgeschwemmt werden. Die Sumpfdotterblume ist daher ein „Regenschwemmling“. Sie ist durch ihren Gehalt an Anemonin schwach giftig. Der Verzehr führt zu Schwindel, Erbrechen und Krämpfen. Auf der Weide wird sie vom Vieh verschmäht. Sumpfdotterblumen sind in der Wasserrand- oder Sumpfzone eine Bereicherung für den Gartenteich. Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp aus der Natur-Schule Grund! (Stefanie Barzen)

Als es in Lennep noch den Orient gab

Logenteller aus Lennep.von Dr. Wilhelm R. Schmidt

Ja, was haben wir denn hier: olle Teller, es steht Lennep drauf, und ob man es glaubt oder nicht, die Teller kommen auch aus Lennep. Sie stammen aus einer vergangenen Zeit, als sich die Lenneper Männer der gehobenen Mittelschicht nicht nur in Vereinen, sondern auch in mehr oder weniger vornehmen Clubs versammelten, sicherlich auch, um dem normalen Alltag und der Familie einmal aus dem Wege zu gehen. Die Teller gehörten zu einer so genannten Loge, einer Vereinigung, die sich der Menschlichkeit und Brüderlichkeit widmen wollte. Die Emblematik mit Winkeleisen und Zirkel verweist u. a. auf eine Jahrhunderte alte Tradition, die auch mit dem Bauwesen zu tun hat.

Die "Loge zur Bergischen Bruderkette - Orient Lennep" mit der Gründungszahl 1912 war damals an der oberen Kaiserstraße, heute Bahnhofstraße, angesiedelt, im sog. Vereinshaus, das auch das erste Lenneper Alumnat (Gästehaus) für die überregionalen Schüler des Real-Gymnasiums sowie Versammlungsräume der evangelischen Kirche beherbergte. Manchen von uns ist ja noch in Erinnerung, dass sich dort nach dem Zweiten Weltkrieg Neubauten des RWE befanden. Da gab es die "Loge zur Bergischen Bruderkette" schon nicht mehr. Ein früheres Mitglied hatte aber das umfangreiche Logengeschirr rechtzeitig gerettet und im Keller seines Privathauses am Mollplatz deponiert. Als auch dieses Haus Anfang der 1970-er Jahre einem Neubau weichen musste, rettete jemand zumindest ein paar Beispiele des Geschirrs, und quasi als Belegexemplar der Lenneper Geschichte wurden Einzelteile an interessierte Institutionen abgegeben, z. B. an die heutige Loge im Remscheid und an das Remscheider Stadtarchiv.

Ja, die Zeiten ändern sich, und mit ihnen die Menschen - das wussten schon die alten Römer. Aber es ist doch gut, dass die Erinnerung an Vergangenes fortlebt - und das nicht nur in Bibliotheken und Archiven.

Enn Schlabberlappen för de Gorke und dä Goschen

Nu ess ett jo sowiet, en wüard Pflecht. Alle die ienkoopen gongk und mett demm ÖPNV römmkutschieren müaten, die bruuken enn Schlabberlappen för die Gorke und dat Goschen, denn die Gefahr ess jo noch nit vörbie.

Ech hann mech enn de Nehstuof gesatt unn hangk för mech und denn Kaal enn Blöühlianen Schlabberlappen geneht. Sonst jütt datt joo nechste Weeke nix miar mett demm ienkoopen. Dann hangk wiar enn jo och direkt benutzt unn sind nom Discounter gefahren. Dösse Weeke gütt ett bie us Schlodderkappes mett Wüarschtkes unn Buckspeck dobie.

Emm Geschäft hangk wiar uss dann opp ieanmol verloren unn ech süak denn Kaal. Do stong he bie demm Fusel. No watt och söns. Ech roll opp en tau unn donn emm ens ordentlech de Nüate aff. De Schmeärbüdel soll mett mir ieankoopen unn nech sech do duar donn.

Nu ewer kawupptech, sonst gütt datt för hütt kieanen mehr mett demm Schlodderkappes. Lott de Hacken krieasen Kaal unn holl ens enn Sack Earpel. Die bruuk ech och noch.

He troch loss unn versongk enn siean Schneelshüsken, su hang ech jeschangkt. Ech kuan mech grad nech miar tesamen rieten. Suan Drecksack. Nix kann man de Mannslütt selwer öwerlooten. Unn dann schängt doch ess mett suanem Schlabberlappen för de Goschen, dann wüast ihr dat dat nech lusteg ess, da kümmt nett genug Lout in de Tröte, bie allem watt do ruut kömmt, odder kuamen will. Unn dä Lomp kiakt mech nur aahn un schüadelt met emm Koppe. Wenn datt su giakt, dann ess dem Klärchen och egal, opp ett tehiemen ess odder grad emm Laden stongk. Dann gütt ett enn Stangkpauke die sech gewäschen hätt.

Wie wiar dann duar de Kasse send, fuhr ech enn aan, nu be’iel dech Kaal, ech wual doch glieke enn denn Gaarden.

Doo kuam en oppgerechten Frouw opp mech tu und said zu mir:

Nu looten see doch mal endlech mianen Keärl in Ruah. Kieaken se enn doch moll aan, he ess joo ganz komfus un vertüttert. Ech kieak se aan und sach: Wie jetzt, ehren Keärl, datt ess mian Kaal.

Ne, sait se: denn hann ech miar emm Schlepptau gedonn. Unn nu müssen wiar de Keärls wiar tuuschen. Mieanen nemm ech jedenfalls wiar mett nohiemen. Unn da kömmt jenau suan Exemplar van Keärl utt demm Laden. Och enn Blöühlianen Schlabberlappen för de Gorke und dä Goschen. Jacke un Buxe woaren och glieke.

Henger miar demm Keärl hann ech dann denn Schlabberlappen ronger getrokken unn dann woar datt tatsächlech de Falsche.

Do hätt doch de fremde Keärl sech von miar de ganze Tied aanschängen looten unn hätt nix gesait, ewer do wär he och nitt te Woorte gekuamen.

Also passt opp wen ihr mitnemmt emm Laden. Ett küan och de Falsche sinn.

Wiar hangkt dann de Keärls getuuscht, unn de Kaal seet noch zu mir em Ottemobil, datt wuar jo molls enn entspanntes ieankoopen för enn. Joo, sach ech, ewer för denn angeren Keärl nech.

Bös strackes önker Klärchen