Skip to content

Anzeige

Bau-Innung Remscheid Innung für elektrotechnische Handwerke Remscheid Fachinnung für Metall- und Graviertechnik Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Remscheid
Dachdecker-Innung Remscheid Friseur-Innung Remscheid Maler- und Lackierer-Innung Remscheid Kraftfahrzeughandwerk Remscheid

Eine klasse Idee, die Aufwertung der Kraftstation!

„Soziale Integration im Quartier“ heißt das Förderprogramm von Bund und Ländern, von dem sich die Stadt Remscheid das Geld für einen Ausbau des soziokulturellen Zentrums „Kraftstation“ an der Honsberger Straße verspricht. Die Pläne wurden gestern erstmals in der Sitzung der Bezirksvertretung Alt-Remscheids vorgestellt. Demnach sollen für 2020 für die „Qualifizierung der Kraftstation“ 333.000 € an Fördergeldern beantragt werden bei einem städtischen Eigenanteil von 37.000 €. Macht dann zusammen 370.000 €, genug Geld, um die Kraftstation an den neuen, unterhalb gelegenen Quartiersplatz, das "Grüne Wohnzimmer Stachelhausen", anbinden zu können durch Um- und Ausbau des Untergeschosses des Jugendzentrums. Das erfordert die Öffnung eines alten, derzeit zugemauerten Eingangs im Untergeschoss. Hierüber wäre dann künftig der barrierefreie Zugang zum Hauptgebäude und weiter zum Innenhof der Kraftstation  möglich. Zwei Fliegen mt einer Klappe: Es gibt im Rathaus Überlegungen, "auf dem benachbarten Grundstück eine Kita zu errichten". Zu dort dann eine Fußwegeverbindung über den Innenhof der Kraftstation bis zur Freiheitstraße zu bekommen, wäre ideal.

Mit neuen Räumlichkeiten im Untergeschoss kann das Soziokulturelle Zentrum die Attraktivität und Nutzungsvielfalt des Quartiersplatzes steigert als eines gern und oft frequentierten Treffpunkt für alle Generationen. Zitat: „Es böte sich eine deutlich höhere Flexibilität der Nutzung -gerade in der Kombination der Räume und des Platzes- für unterschiedlichste Formate bürgerschaftlichem Engagements, für neue Verbindungen zwischen den hauptamtlichen Mitarbeitenden der Kraftstation und „Ehrenamtlichen“ und für Veranstaltungen und Angebote mit vielfältigen Möglichkeiten der niederschwelligen Einbindung der Bewohner/innen aller Altersgruppen.“ Denkbar seien beispielsweise – in Abstimmung mit dem Runden Tisch 50+ und dem Verein Sport für Seniorinnen und Senioren e.V. – die Gründung eines „Begegnungs- und Beratungszentrums“ (BBZ) für ältere Menschen im Quartier sowie eine Kooperation mit der Remscheider Freiwilligenzentrale („Die Brücke e.V.“) zum Ausbau des bürgerschaftlichen Engagements. Und: Bürgerschaftlich organisierte Gruppen könnten die neuen Räume im Untergeschoss auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten eigenverantwortlich nutzen, zumal sie multifunktional gedacht sind – mit flexiblen Trennwänden, separatem Toilettentrakt und eigenem Eingang. Derzeit werden diese Räume als Werkstatt- und Lagern genutzt, wesentlich auch für Theaterkulissen(-bau), Bühnenelemente und PA-Technik. Ersatz hierfür soll im Untergeschoss des Hauptgebäudes durch den Rückbau des alten Toilettentraktes geschaffen werden.

Die Deckung des Eigenanteils von 37.000 € sei beim Etatposten „Grundstücksankäufe“ möglich, meint Stadtkämmerer Sven Wiertz. Denn bereits jetzt sei abzusehen, dass die dort eingesetzten Mittel in diesem Jahr nicht vollständig verbraucht würden.

SPD-Fraktion hat für die ISG ein paar Fragen

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Energieeffizienz und Verkehr am 27. Juni möchte die SPD-Fraktion gerne dem Vorsitzenden oder dem Geschäftsführer der Immobilien- und Standortgemeinschaft Alleestraße (ISG) ein paar Fragen stellen:

  • Was wurde im Sinne der Satzung (Ziele und Maßnahmen) bereits umgesetzt?
  • Welche Aktionen sind in naher Zukunft geplant?
  • Liegen der Stadt bereits Mittelverwendungsnachweise der ISG vor?

Begründung: Die am 15.2.2015 gegründete ISG habe sich dafür ausgesprochen, ein Konzept für die Alleestraße zu erstellen mit dem Ziel einer Aufwertung und eines Mehrwert für die Alleestraße und somit auch für Eigentümer, Mieter und Pächter. Entsprechend dem Satzungsbeschluss vom 1.1.2016 seien die Ziele und Maßnahmen u. a. zur Stabilisierung des Handelshandelsstandortes, Verbesserung der Aufenthaltsqualität, Vermeidung von Leerständen festgeschrieben worden. Zitat: „Die ISG hat sich als Träger der Maßnahmen verpflichtet, diese in enger Kooperation mit der Stadt umzusetzen und jährlich schriftlich über die Mittelverwendungsnachweise zu berichten.“

 

Ferienangebote versprechen 3.000 Kindern tolle Ferien

Bereits zu Beginn des Jahres bot die Stadt Remscheid in ihrem „Freizeitenheft 2019" einen Überblick über die Ferienfreizeiten 2019, damit die Familien die Ferienbetreuung ihrer Kinder frühzeitig sichern konnten. Eine kalendarische Übersicht aller Sommerferienangebote findet sich auf der städtischen Homepage http:// www.remscheid.de. Die insgesamt 147 Angeboten wurden von 30 Anbietern (Jugendeinrichtungen und -verbände, Kirchengemeinden, Sportvereine, Kultureinrichtungen und Initiativen, Fachdienste der Stadt Remscheid u.a.) organisiert. „Einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Ferienangebote, die rund 3.000 Kindern tolle Ferien versprechen“, freute sich Thomas Neuhaus, der städtische Beigeordnete für Jugend, Soziales, Schule und Sport, zu Beginn der gestrigen Pressekonferenz, in der er zusammen mit Egbert Willecke, Fachdienstleiter Jugend, und Michael Ketterer (Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen) sowie Daniela Gradante und Tim Boretius vom RTV, Rolf Haumann (Arbeitsgemeinschaft Jugendverbandsarbeit), Katharina Jansen (Sportjugend im Sportbund Remscheid), Jörg Liesendahl (Naturschule Grund) und Zbigniew Pluszynski (Arbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit /AGOT) eine kleine Auswahl der vielen Möglichkeiten vorstellte, die Remscheider Kinder und Jugendliche n den Sommerferien viel Spaß machen, aber Spaß machen, aber auch spannende und wertvolle Erfahrungen vermitteln sollen.

Neun Freizeiten außerhalb Remscheids sind für ca. 350 Kinder/Jugendliche geplant, 24 mehrtägige Freizeitangebote innerhalb Remscheids für ca. 600 Kinder/Jugendliche und 114 offene, meist kostenlose Tagesangebote für ca. 2.000 Kinder/Jugendliche.

Um nur ein paar Stichworte von A bis Z zu nennen: Action, Ausflüge, Begegnung, Kreatives Tun, Künstlerisches Gestalten, Mediennutzung und -gestaltung, Musik, Naturerfahrungen, Open-Air-Kino, Party, Spiele, Sportarten, Technik, Zelten. Bei einem Teil der Angebote ist auch die Teilnahme von Kindern mit Behinderungen möglich. Junge Geflüchtete nehmen ebenfalls an Angeboten teil. Für die Teilnahme an den Angeboten gibt es für einkommensschwache Familien die Möglichkeit der Bezuschussung. Manche Angebote richten sich nicht nur an Kinder, sondern auch an deren Eltern. Auch die Offenen Ganztagsgrundschulen bieten in den Ferien eine verbindliche Betreuung. Und der Fachdienst Jugend hat in enger Kooperation mit vier Partnern vier „Sommerspielaktionen" im Angebot, jeweils von 14 bis 17 Uhr:

  • am 6. und 7. August auf dem Spielplatz Emil-Nohl-Straße in Hasenberg und
  • am 21 und 22. August auf dem Spielplatz der Konsumterrassen in Rosenhügel.

Die AGOT erwartet am 20. Juli an der Wuppertalsperre („Kräwi“) den Besuch von „Ottis U-Boot auf Rädern“, das mobile Unterwasserlabor der Fischerjugend NRW. Das bietet durch eine umfangreiche Ausstattung an Materialien Kindern und Jugendlichen die ideale Möglichkeit, Gewässer vor Ort zu erforschen. Und auch die Naturschule Grund freut sich auf junge Naturforscher zwischen sechs und zwölf Jahren bei seinem „Ferienprogramm Natur“(10 bis 13 Uhr) und vier Nachtwanderungen für Familien mit Kindern ab sechs Jahren.

Viele Angebote sind leider inzwischen schon ausgebucht. Aber bei einzelnen Anbietern nach einer Durchsicht der Programmtabelle auf remscheid.de sicherheitshalber noch einmal nachzufragen, kostet ja nichts. Die ev. Kirchengemeinde Lennep beispielsweise hat für ihre Tagesangebote vom 15. Bis 26. Juli im Gemeindehaus an der Hardtstraße für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren noch Plätze frei(80/100 Euro), die ev. Clarenbach-Gemeinde vom 19. Bis 23. August für Fünf- bis Elfjährige (15 Euro) und der CVJM für die Freizeit auf der Insel Ameland vom 12. Bis 23. August für 12- bis 15-Jährige (450 Euro).

Kurze Vorschau auf das Programm der Klosterkirche

Bevor das Team der Klosterkirche in die Ferien startet, erwartet die Remscheider Kulturinteressierte ein buntes und sommerliches Programm mit vielen Highlights. Lassen Sie sich von den „Springmäusen“ (27. Juni) unterhalten, oder singen Sie beim Ohrwurm singen Ihre Lieblingshits mit (3. Juli). Trotz Ferienzeit erleben Sie wieder akustische Hörgenüsse mit der Weltklassik am Klavier (23. Juni, 21. Juli und 18. August).
Im Juli legt die Klostekirche ihrem Stammpublikum ganz besonders Nicole Berendsen und Christoph Spengler mit einem besonderen Duo-Abend (4. Juli) ans Herz. Bevor dann die Pforten des Kulturzentrums schließen, erwartet die Besucher ein spannender und interessanter Live-Multivisions-Vortrag „Abenteuer - Weltreise per Rad" von Carsten Grüttner (5. Juli).
(Stephanie Licciardi & Veronika Weber)

Sonntag | 23.Juni | 17 Uhr | Musik: Klassik, Neue Musik
Rameau, Ravel, Mussorgsky
Nadezda Pisareva · Weltklassik am Klavier -  Bilder einer Ausstellung!

Veranstalter: Weltklassik am Klavier
Nadezda Pisareva gewann die Silbermedaille und den Kammermusikpreis des "Scottish International Piano Competition" 2010 in Glasgow, den Publikums- und 3. Preis beim Val Tidone International Piano Competition 2015 in Italien und ist Preisträgerin des "Bärenreiter-Urtext Preis" im Rahmen des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD 2014 in München. 2015 debütierte sie in der Moskauer Philharmonie und trat beim Verbier Festival auf. Als Solistin hat Nadezda unter anderen mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra in Glasgow und Orchestre Royal de Chambre de Wallonie in Brüssel zusammengearbeitet. Sie hat zwei CDs veröffentlicht: Das Programm der ersten Solo-CDs ist dem Komponisten Robert Schumann gewidmet. Die zweite CD besteht aus Kammermusikwerken für Saxofon und Klavier und war eine Zusammenarbeit mit der Saxofonistin Hannah Stoll und Deutschland Radio Kultur. Nadezda studierte in Moskau und in Berlin.
Manchmal kann man durch Malerei die Musik besser verstehen - und umgekehrt erklingt manchmal in der Seele fast Musik, wenn man Bilder betrachtet. Diese beiden Künste standen sich immer schon sehr nah. Die große Tradition der französischen Komponisten Rameau und Couperin ahmt mit der Musik die Natur nach. Im 20. Jahrhundert haben die Franzosen Debussy und Ravel diese Tradition noch weiterentwickelt und sie noch raffinierter und reicher gemacht. Auf der anderen Seite waren sie auch von der russischen Musik des 19. Jahrhunderts stark inspiriert: so stark, dass Ravel sogar eine Orchesterfassung der Bilder einer Ausstellung von Mussorgsky komponiert hat. In diesem Programm geht es um Bilder in der Musik, und man kann hören, wie reich und tief solche Programmmusik sein kann.
Reservieren Sie rechtzeitig Ihre Plätze im Internet unter www.weltklassik.de, per E-Mail an info@weltklassik.de">info@weltklassik.de oder telefonisch unter Tel. 0211/936 50 90.  Gutscheine des Kulturzentrum Klosterkirche e.V. sind für die Konzerte der Weltklassik am Klavier leider nicht einlösbar.

Artikel vollständig lesen

Denkerschmette: Programm im Juni

Die Remscheider Denkerschmette e.V.plant für den 12. Juli um 18 Uhr ein Sommer-Sale-Grillfest. Wir würden uns freuen, wenn sich gaaaaaaaaanz viele anmelden. (Tel. RS 589202 oder Handy 0176/ 43 53 85 39) (Sabine Marquardt)

Donnerstag, 20. Juni, 15.30 Uhr
Interaktiver Vortrag-Workshop
unter dem Motto Erkenne und lebe Dein wahres Selbst“. Heutiges Thema:Wahre Selbstliebe ist die Kraft, die Selbstheilung bewirkt und krankhafte Verhaltensmuster entlarvt und beendet“ Dauer 2,5 bis 3 Std., Kostenbeitrag 20 Euro, Anmeldung unter Tel. RS 4604711, Leitung: Clemens Müller

Samstag, 22. Juni,
15 Uhr
Literaturcafé
Bei Kaffee und Kuchen hören wir das Neueste von den Hobbyautoren des RS Literaturcafés. Kommen Sie vorbei, zum Zuhören oder Vortragen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

19 Uhr
COSIMO ERARIO in Concert
Der Gitarrist und Singer-Songwriter serviert einen eigenständigen, eindrucksvoll dargebotenen
musikalischen Cocktail. Eintritt frei, der Hut geht rum

Artikel vollständig lesen

Fotos vom 37.Stadtteilfest mit Honsberger Kulturen

Unter dem Motto "Honsberger Kulturen" feierten die Honsberger am vergangenen Wochenende ihr 37.Stadtteil. Und wie in den Vorjahren wieder mit „vollem Programm“. Dafür sorgten diesmal 18 Vereine und Organisationen – mit einem „Kultur-Café“ im Neuen Lindenhof, zahlreichen Ständen auf dem Hof mit Leckereien aus vielen Ländern, mal süß, mal herzhaft, mit Aktionen für Kinder, Backgammon-Spieltisch und natürlich wieder mit viel portugiesischer und türkischer Folklore auf der Bühne. Mit dabei diesmal auch die AWO-Spielgruppe, der Chor des Türkischen Senioren-Solidaritätsvereins, die „Kids Honsberg“ das Tanzstudio Remscheid, der Spielmannszug Remscheid und die Line Dancer von „Maverick“. Die ev. Kirchengemeinde steuerte das Erzählcafé „Wörtersammler“ bei. Und mittendrin gegen 15.30 die offizielle Eröffnung durch Bezirksbürgermeister Otto Mähler. Samstagabend dann live auf der Bühne: Die bekannte Coverband „SHAKE-A-DELIC“. Den  Schlusston setzte gestern die original Honsberger Rockband „Jokers Life“. (Fotos Hans Georg Müller)

50 Jahre Interessengemeinschaft Bergisch Borner Bürger

Ihr 50-jähriges Bestehen feiert am kommenden Wochenende auf dem Kirchplatz die Interessengemeinschaft Bergisch Borner Bürgern (IGBB). Das Fest beginnt am morgigen Samstag um 14 Uhr mit dem Fassanstich durch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und der Ehrung der Gründungsmitglieder. Die Moderation übernimmt Horst Kläuser.

Die anschließenden Programmpunkte:

  • 15.30 Uhr – Theater, 3. Klasse, Rudolf Steiner Schule
  • 15.45 Uhr – Eurythmie, 11. Klasse, Rudolf Steiner Schule
  • 16:00 Uhr – Chor der Ev. Kirchengemeinde Bergisch Born
  • 16.30 Uhr – Step Tanz, TBBB
  • 17.00 Uhr – Bingo im Festzelt, IGBB
  • 17.30 Uhr – DiaShow „Bilder aus dem alten Born“  in der Kirche, IGBB
  • 19.00 Uhr – Bergisch Born feiert! Mit DJ Pierre.

Das Programm am  Sonntag:

  • 10.15 Uhr – Gottesdienst der Ev. Kirchengemeinde Bergisch Born
  • 11.30 Uhr – Traditionelle Erbsensuppe, IGBB
  • 12.00 Uhr – Treffpunkt Wanderung SGV
  • SGV Sauerländischer Gebirgsverein
  • 12.30 Uhr – Hand-in-Hand Chor
  • 13.30 Uhr – Bingo im Festzelt, IGBB
  • 14.00 Uhr – DiaShow „Bilder aus dem alten Born“ in der Kirche, IGBB
  • 15.00 Uhr – Orgelspiel in der Kirch:  Märchen von den Bremer Stadtmusikanten, Reiner Vallo
  • 16.30 Uhr – Luftballon Aktion, IGBB
  • 17.00 Uhr – Ende von Bergisch Born Feiert!

Die Angebote auf und am Kirchplatz: Krammetsvögel,  Kinderschminken (Samstag, 14 – 17 Uhr), Sektbar, Weinbar, Pommes Frites, Würstchen, Currywurst, Erbsensuppe, Bierstand, Waffeln, Wikinger-Schiff (vom Rosenmontagszug), Kinderspiele, Party mit den Vorstadt-Cowboys.

Pferdestall Remscheid e.V. mit Förderpreis geehrt

Im Bild von links nach rechts die drei Vorstandsmitglieder Francesco LoPinto, Tina Horky und Klaus Blumberg des Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid e.V. Foto: Klaus Blumberg.Der Verein Gedenk-und Bildungsstätte Pferdestall e.V. hat in Bad Münder den “Hildegard Hamm-Brücher-Förderpreis für Demokratie lernen und erfahren” erhalten. Eine von Hildegard Hamm-Brücher gestiftete Dotation ermöglicht es dem Förderverein Demokratisch Handeln e.V. seit 2009, mit diesem Preis Personen des öffentlichen Lebens sowie Projekte in Schulen und Jugendarbeit zu würdigen, die sich engagiert für die Stärkung der Demokratie und eine demokratische Praxis in ihren jeweiligen Wirkungsfeldern einsetzen.

In diesem Jahr ging der Hamm-Brücher-Förderpreis an Prof. Dr. Volkhard Knigge (u.a. Leiter der Gedenkstätte Buchenwald), das BSZ Wurzen (Projekt: „Common history and common future in Europe“) und an Der Verein Gedenk-und Bildungsstätte Pferdestall e.V. (den Schüler/innen und Lehrer/innen des EMA-Gymnasiums initiiert hatten). Damit wählte die Jury eine Persönlichkeit und zwei Projekte aus, die sich vorbildlich und beispielhaft für eine Erinnerungskultur in ihren jeweiligen kommunalen Räumen einsetzen und unermüdlich daran arbeiten, dass Taten und Verbrechen der (deutschen) Geschichte nicht in Vergessenheit geraten oder gar geleugnet werden können, und die dazu auffordern, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, sie zu hinterfragen und sich gemeinsam um ein demokratisches Zusammenleben aller bemühen. Zur Preisverleihung in Bad Münder hatte die Jury 48 von insgesamt ca. 235 Projekten aus ganz Deutschland zu einer „Lernstatt Demokratie“ eingeladen. Die Projekte beschäftigen sich vom Umweltschutz über die Flüchtlingsarbeit bis hin zur Aufarbeitung der deutschen Geschichte für die Gegenwart.

Ziel der GuB Pferdestall ist es, die Zeit des Nationalsozialismus für SchülerInnen aufzuarbeiten und diese mitzunehmen auf eine authentische Reise in die Vergangenheit, in dem sie durch selbsterarbeitete Ausstellungen an einzelnen persönlichen Schicksalen die Geschehnisse aufzeigen und dabei immer wieder einen Bezug zur Gegenwart herstellen. Das fördert eine Erinnerungskultur, die den selbstkritischen Umgang des Einzelnen und der Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit ermöglicht. (Tina Horky)

Kindergarten Hasten hofft auf erfolgreiches Crowdfunding

Nachdem der alte evangelische Kindergarten Hasten, Moltkestraße 13, vor nunmehr 22 Jahren (1997) abgerissen worden war, entstand dort, teilweise auf dem Fundament des alten, ein Neubau für vier Gruppen gleich 75 Kinder. Monika Hesse kennt beide Häuser. Denn sie leitet den Kindergarten seit dem 1. September 1982, und unter den 75 Jungen und Mädchen, die ihn gegenwärtig besuchen, sind fünf, deren Mütter oder Väter sich dort selbst als kleine Kinder sehr wohl gefühlt haben. Ein solches Wiedersehen mit „den Kleinen von Einst“ erlebte Monika Hesse auch in früheren Jahren schon einige Male. Auch mit Katrin Kremer. Sie ist jetzt die Kassiererin im neuen Förderverein des ev. Kindergartens Hasten e.V. Der wurde am 17. November vergangenen Jahres gegründet (1. Vorsitzende Stefanie Runge, 2. Vorsitzender Tobias Lüttenberg), hat mittlerweile 23 Mitglieder, bekam im März die Bestätigung der Gemeinnützigkeit durch das örtliche Finanzamt und kann sich seitdem um Sponsoren bemühen für sein erstes großes Projekt: Die Gestaltung eins abwechslungsreichen, pädagogisch sinnvollen und anregenden Außengeländes.

Pläne dafür gab es schon 1997. Doch leider konnten sie damals nur teilweise realisiert werden, so dass sich im Zentrum des Außengeländes eine relativ große, ungenutzte Freifläche befindet, ein schattiger kleinere Erdhügel. Der soll nun zur "Großen Bewegungsbaustelle" werden. Kein Spielgerät im klassischen Sinn, sondern ein „Spielraum mit Spielwert", wo die Kinder selbst Hand anlegen und aus bereitgestellten Materialien Buden und Verstecke bauen können, ein Raum zum Konstruieren und Gestalten, zum Probieren, Scheitern und Neuanfangen und zum Stolz auf das sein, was man letztendlich geschafft hat. Und darum herum sollen sich weitere Spielgeräte gruppieren, etwa eine Hütte für „nachdenkliche Architekten“, eine „Tankstelle mit Werkstatt“, eine „Fischerhütte“ und ein „Kükenbach“ (beides für den U3-Bereich). Die Erzieherinnen und Erzieher hatten Ideen für nachhaltige, kreative Spielgeräte gesammelt und diese an die „Spiel-Werkstatt Jens Jürgensen“ aus Detmold herangetragen. Dort rechtete man und nannte als Preis für die "Großen Bewegungsbaustelle" 4637,43 €. Alles im allem wird die Neugestaltung des Außengelände aber rund 20.000 Euro kosten, einen neuen Anstellraum für Spielgeräte inclusive.

Woher das Geld nehmen? Die evangelische Kirchengemeinde Hasten hat zwar Geld angespart, aber das reicht gerade für ein „Puppenhaus“ auf dem Außengelände. Gut also, dass Volksbank und Stadtsparkasse das Projekt ebenso unterstützen wollen wie engagierte Eltern und andere Anwohner des Hasten, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen und dafür auch einen finanziellen Beitrag erübrigen können. Auch plant der Förderverein Waffelverkäufe (15. Und 21.6.) und einen Frauen- und Kindersachentrödel (7.9.) und hofft darauf, beim Sommerfest des Kindergartens am 29. Juni weitere Förderer gewinnen zu können.

Angelaufen ist am 4. Juni das Crowdfunding-Projekt bei der Volksbank für das Bergische Land. Von der in diesem Rahmen erbetenen Summe von 4.637 Euro für die „Baustelle“ haben Unterstützer bisher 1.015 Euro zugesagt. Sofern in 87 Tagen, am 3. September, die Gesamsumme erreicht ist, kann in Detmold das benötigte Baumaterial bestellt werden. Eltern, Verwandte und Freunde der Kita  wollen dann unter Anleitung des Herstellers selbst Hand anlegen und die neue Bewegungsbaustelle aufbauen.

"Wenn alles klappt, können wir das neue Außengelände zum Erntedankfest am 6. Oktober einweihen", zeigten sich gestern im Gespräch mit dem Waterbölles Monika Hesse und Katrin Kremer optimistisch. Erzieher/innen und Kitas-Eltern wissen: Bewegung im Freien ist für Kinder enorm wichtig. Aber viele Kinder bewegen sich immer weniger. Weil freie Flächen zum Toben, Ausprobieren und Spielen weniger werden bzw. dafür ungeeignet sind. Deshalb soll es für die Kinder des evangelischen Kindergarten Hasten neue Bewegungsspiele und Stationen geben, die ihnen Räume bieten zur motorischen und kreativen Entfaltung bieten.
Sie halten das für unterstützenswert? Dann beteiligen Sie sich doch an der Crowdfunding-Aktion oder überweisen eine Spende an die Förderverein des Evangelischen Kindergartens Hasten e. V. bei der Stadtsparkasse Remscheid-Hasten,  IBAN: DE51 3405 0000 0012.

135 Urkunden warten darauf verteilt zu werden

Schon seit vielen Jahren besteht zwischen dem Kommunalen Integrationszentrum Remscheid (KI) und dem IKE-Förderverein für Interkulturelle Erziehung e.V. eine erfolgreiche Kooperation, und sie ist in NRW sogar einmalig: Das KI gewinnt und betreut die „Elternbegleiter“ für die 17 jährlichen Griffbereit-, Rucksack- und Eltern-Kurse, die an neun der insgesamt 60 Kindertagesseinrichtungen und zwei der 21 Grundschulen in Remscheid angeboten werden plus eines weiteren Elternkurses in arabischer Sprache in einem städtischen Übergangsheim. Und das IKE kümmert sich (seit 1992) um die Finanzierung diese Kurse. Was seit einigen Jahren mit Hilfe des „Paritätische Akademie LV NRW e. V.“ auch gut gelingt: Mit jeweils 2000 Euro für jeden einzelnen einjährigen Elternbildungskurs, derzeit also insgesamt 34.000 Euro, lasse sich dieses wichtige Angebot für Eltern mit Zuwanderungsgeschichte und deutsche Familien aufrechterhalten, berichteten gestern die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Remscheid, Sevinc Brilling, und die Vorsitzende des IKE-Fördervereins für Interkulturelle Erziehung e.V., Erden Ankay-Nachtwein, in einem Mediengespräch. Es gebe sogar noch weiteren finanziellen Spielraum, bestätigten sie. Doch in den Grundschulen zehn bis 15 Teilnehmerinnen für einen neuen Kurs zu gewinnen, erfordert Zeit. Und daran mangelt es in vielen Remscheider Grundschulen zurzeit erheblich. Wegen unbesetzter Planstellen!

Die Teilnehmerinnen der jüngst zu Ende gegangenen Kurse werden am Donnerstag,  13. Juni, im Neuen Lindenhof auf dem Honsberg ihre Urkunden erhalten. Zu den Gratulanten wird auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gehören. Und wie bei früheren Abschlussfeiern gilt der Dank auch den derzeit zwölf Elternbegleitern. Denn diese seien „sehr motiviert und mit Lust und Laune“ bei der Sache, wie KI-Mitarbeiterin Joby Joppen betonte. Sie koordiniert die Kurse zusammen mit ihren Kolleginnen Claudia Göncüoğlu, Michaela Pappas und Katharina Neuser-Turczynski. Die vier „Griffbereit“-kurse im Jahr wenden sich an Eltern mit und ohne Zuwanderungsgeschichte mit kleinen Kindern bis zu zwei Jahren, die acht „Rucksack“-Kurse an Eltern von Kindern im Kita-Alter von drei bis sechs Jahren und die fünf Elternkurse an Väter und Mütter mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren. In diesen Kursen soll die Entwicklung der Kinder gefördert werden, speziell ihre Mehrsprachigkeit, zugleich aber auch das deutsche Sprachvermögen der Eltern als „wichtige Ressource in unserer globalen Welt für eine gemeinsame Zukunft“, wie es auf der gestrigen Pressekonferenz hieß. Dem sollen auch Informationen und Inputs von Fachleuten dienen sowie die Besuche verschiedener Einrichtungen, z.B. Stadtbibliothek, Psychologische Beratungsstelle, SPZ usw. Zugleich erhalten die Mütter Anregungen und Materialien, wie sie ihre Kinder auch zu Hause fördern können. „Die Kurse sind für die Müller ein wichtiger Baustein in der Entwicklung der Kinder und eine Unterstützung im deutschen Bildungssystem“, betonte Sevinc Brilling. Und Erden Ankay-Nachtwein ergänzte, damit seien nicht nur (wie den ersten Jahren der Kurse) türkische Frauen gemeint, sondern auch Migrantinnen aus Russland, Albanien  oder Polen. Auch deshalb sei in den Kursen inzwischen Deutsch die allgemeine Verständigungssprache.

Geleitet werden die Kurse, von ausgebildeten Elternbegleiterinnen, die selbst zweisprachig aufgewachsen sind. So auch die Kinderpflegerin Sela Altiparmak. Sie absolvierte ihren Kurs vor 2005 und war danach zwölf Jahre lang selbst Elternbegleiterin. Sie wird am 13. Juni die Zertifikatsfeier moderieren. Zum großen Fest am 13. Juni werden 135 Mütter erwartet, die die 17 Kurse erfolgreich absolviert haben, sowie Kita- und Grundschulleiterinnen. Für sie singt an diesem Vormittag der Chor „Gruppe der Freundschaft“, der türkische Senioren-Chor vom Honsberg unter der Leitung von Dr. Sabre Uysal. Die internationale Frauengruppe „El Ele“ kümmert sich am Mittag um das leibliche Wohl der Gäste.

Bald mehr Tipps zu Förderprojekten für Kulturelle Bildung

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Am Dienstag, 4. Juni, folgten rund vierzig Remscheider Kulturschaffende der Einladung von Kulturdezernent Sven Wiertz und Claudia Sowa, Leiterin des Westdeutschen Tourneetheaters (WTT) ins Teo Otto Theater. Das rund zweistündige Treffen, das um 18 Uhr unter der Moderation von Claudia Sowa in der Theaterkantine begann, war eine Mischung aus Förderperspektive, Manöverkritik und Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei tauschten sich Kulturschaffende der freien Szene, Kulturinstitute, Vertreter von Förderprogrammen und der städtischen Kulturförderung aus über Möglichkeiten von Kooperation, Präsentation, Bewerbung und Förderung. Passend hierzu stellte Kathrin Volkmer das Förderprogramm „Kultur macht stark“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung vor. Sie ermutigte die Anwesenden außerdem dazu, ihre Unterstützung bei der Beantragung entsprechender Fördergelder in Anspruch zu nehmen.

Engagiert wurde an diesem Abend außerdem das Format „Kulturbörse“ diskutiert, das im Mai nach zu geringen Anmeldungen hatte abgesagt werden müssen. Die Anwesenden brachten hierzu ihre Kritik vor, machten aber gleichzeitig auch verschiedene Verbesserungsvorschläge zu Motto und inhaltlicher Ausrichtung, Veranstaltungsdauer, Vernetzungsaspekten und der Bewerbung jüngerer Künstler. Mehrheitlich bestand der Wunsch, erneut in die Vorbereitung für September 2020 einzusteigen. Noch am selben Abend gründete sich hierzu ein Vorbereitungsteam.

Der nächste Kulturdialog findet am Dienstag, 8. Oktober, in der Musik- und Kunstschule, Scharffstraße 7-9, statt, einem weiteren Ort kulturellen Schaffens in Remscheid. Dann werden die Vorschläge des Vorbereitungsteams für die nächste „Kulturbörse“ auf der Agenda stehen, die als Veranstaltung von Kulturschaffenden für Kulturschaffende demnächst möglicherweise unter anderem Namen firmieren wird. Außerdem soll es mehr Tipps zu Förderprogrammen im Bereich der Kulturellen Bildung geben.

Nur ein schmaler Grat zwischen Hassreden und Taten

In Anwesenheit der Dipl.-Sozialwirtin Birgit Mair aus Nürnberg und zahlreicher Schülerinnen und Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums wurde heute in der Gedenk- und Bildungsstätte „Pferdestall“ an der Uhlandstraße die Ausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" eröffnet. Birgit Mair hatte die Ausstellung 2012 und 2013 im Auftrag des Instituts für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung e.V. erstellt. Sie ist seitdem bundesweit mehr als 170 Mal gezeigt worden. Im April 2018 aktualisiert, setzt sie sich mit den Verbrechen des „Nationalsozialistischen Untergrundes“ (NSU)  in den Jahren 1999 bis 2011 auseinander sowie der gesellschaftlichen Aufarbeitung nach dem Auffliegen der neonazistischen Terrorgruppe im November 2011. Die Ausstellung stellt auf 24 Tafeln Biografien einiger Opfer des NSU, die Bombenanschläge in Nürnberg und Köln sowie Banküberfälle des NSU dar, bei denen unschuldige Menschen teilweise lebensbedrohlich verletzt wurden. Auch beleuchtet die Ausstellung das Netzwerk des NSU, etwa die Verbindungen neonazistischer V-Leute verschiedener Verfassungsschutzbehörden mit den bisher Verurteilten. Analysiert werden auch die Gründe, warum die Mordserie lange nicht aufgedeckt wurde.  

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gestern in der Gedenk- und Bildungsstätte 'Pferdestall'. Foto: Lothar Kaiser.Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (Foto links) erinnerte bei der Ausstellungseröffnung an die 33 politischen Morde durch Mitglieder der so genannten Roten Armee Fraktion in den 1970-er Jahren. Diese hätten damals zu vielen öffentlichen politischen Diskussionen geführt. „Und heute? Wie lange hat es gebraucht, um zu erkennen, dass die NSU-Morde nicht einzeln und unabhängig voneinander begangen wurden. Wie lange hat es gebraucht, zu erkennen, dass es nicht nur feige Morde waren, sondern wieder ein Angriff auf unsere Demokratie und Freiheit?“ Hetze gegen Muslime, Intoleranz, Antisemitismus, offene Zustimmung zu rechtsradikalen Positionen, eine stärkere Präsenz von Neonazi-Parteien in der Öffentlichkeit, das alles sei der „Nährboden für Kräfte, die unsere Demokratie in Frage stellen, einen anderen Staat wollen. Und daher brauchen wir diese Ausstellung, um deutlich zu machen, wohin Rassismus, Extremismus, Gewalt führen kann“. Sich der politischen Verantwortung nicht zu stellen, ließe die Opfer der NSU-Morde quasi ein zweites Mal zu Opfern werden. „ Das werden wir nicht zulassen!“

Die Ausstellungsmacherin Birgit Mair aus Nürnberg sprach gestern in der Gedenk- und Bildungsstätte „Pferdestall“ an der Uhlandstraße aus Anlass der Eröffnung ihrer Wanderausstellung "Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen" über ihrer damaligen Beweggründe, das umstrittene Urteil im NSU-Prozess  und über gefährliche Rechts-Tendenzen in Europa.

Olaf Wiegand, der stellvertretende Leiter der EMA, wies darauf hin, dass die Fachschaft „Sozialwissenschaften“ der Schule angeregt habe, die Ausstellung in den „Pferdestall“ zu holen: „Für diese Ausstellung, die es besser nie hätte geben müssen, kann ich mir in Remscheid keinen besseren Ort vorstellen!“ Die Schülerinnen und Schülern hatten in der Ausstellung die Möglichkeit gesehen, die „Ursachen von politischen Extremismus und Terrorismus" aufzuzeigen. Und das habe schließlich mit Unterstützung der Schulpflegschaft, der Falken und eines örtlichen Sponsors sowie dank der „konkreten händische Mitarbeit unserer Schülerinnen und Schüler“ realisiert werden können. Diesen dankte Wiegand insbesondere für ihr großes Interesse, sich zu Guides für diese Ausstellung ausbilden zu lassen.

„Die Namen der Städte Mölln, Rostock, Hoyerswerda und auch den unserer Nachbarstadt Solingen verbinden wir heute mit den pogromartigen Überfällen in den 90er Jahren auf Flüchtlinge und Menschen mit einem Migrationshintergrund“, fuhr Olaf Wiegand fort. „In den ersten zehn Jahren der deutsch-deutschen Wiedervereinigung nach 1990 zählte die Wochenzeitung „DIE ZEIT" mehr als 100 von Neonazis ermordete Menschen. In diesem Klima wuchsen Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe auf, radikalisierten sich, gründeten den NSU, verübten mindestens 15 Raubüberfälle, zwei Bombenanschläge auf Migrantinnen und Migranten und ermordeten in den Jahren 2000 bis 2007 neun Migranten und die Polizistin Michele Kiesewetter.“

Maxime Kampik, stellvertretende Schulsprecherin der EMA. Foto: Lothar KaiserDavon hörte Maxime Phoebe Kampik (Foto rechts) erst in späteren Jahren. Denn damals war sie noch ein Kind. „Und das gilt für viele, wenn nicht gar die meisten Schülerinnen & Schüler“, sagte die stellvertretende Schulsprecherin der EMA, bei der Ausstellungseröffnung. „Für unsere und jede nächste Generation ist der NSU Geschichte. Schreckliche Geschichte. Aber dennoch Geschichte. Vergangenheit. Ausstellungen wie diese rufen uns all die Geschehnisse wieder ins Gedächtnis. Und angesichts dessen, „was uns heute jeden Tag präsent ist, scheint dies wichtiger denn je: Populisten und rechtsgerichtete Parteien gewinnen immer mehr Einfluss in Deutschland, in Europa. Dabei sollten wir alle aus der Vergangenheit gelernt haben. Wir sollten Sensibilität entwickelt haben – für beifällige Bemerkungen, Kommentare und Parolen. Intoleranz und Rassismus beginnen nämlich genau dort - Worte beeinflussen, schüren Hass und Verachtung!“ Und der Grad sei schmal zwischen scheinbar leeren Äußerungen und Taten. Das bewiesen auch die 7700 registrierten, mutmaßlich rassistisch motivierten Straftaten in Deutschland im vergangenen Jahr!“

Hans Heinz Schumacher, der Vorsitzende des Vereins der Gedenk- und Bildungsstätte „Pferdestall“ äußerte die Hoffnung, „Ich hoffe, dass insbesondere auch junge Menschen verstehen, dass wir uns alle politisch engagieren müssen, damit nicht wieder nationalsozialistisches Gedankengut versuchen kann, das friedliche Zusammenleben nach den Vorgaben unseres Grundgesetzes zu verhindern. Die Opfer, derer wir mit der Ausstellung gedenken, wurden zwar nicht in den 1930er und 1940er Jahren unter den damals herrschenden Nationalsozialisten ermordet, sondern in den Jahren 2000 bis 2007.Abere die Motive der NSU, grundlegend für die Ermordung von zehn Menschen und die vielen weiteren Verbrechen – die verübten 43 Mordversuche, drei Sprengstoffanschläge und 15 Raubüberfälle –, sind zweifelsfrei identisch mit den Motiven der damals herrschenden Nationalsozialisten.

Schumacher betonte, wie wichtig es sei, das Geschichtsbewusstsein von Schülerinnen und Schülern zu fördern. Zu einer demokratischen politisch-historischen Bildungsarbeit, die sich der Verein zur Aufgabe gemacht habe, gehöre auch das Eintreten gegen Menschenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Militarismus. Dass dies von aktueller Brisanz sei, „zeigen nicht nur die Ergebnisse der Wahlen vom vorletzten Wochenende, die in Deutschland für zunehmende Stimmenanteile d e r Parteien geführt haben, bei denen man nicht das Gefühl hat, dass sie  d a f ü r  gerade nicht eintreten. Und noch schlimmer stellt sich die Situation in Italien, Frankreich und Großbritannien dar, wo solche Parteien die meisten Stimmen bekamen!“