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Remscheider Institutionen berichten oder laden ein

Bergisches Museum Schloss Burg an der Wupper / Ritterspiele im Mai. Es ist der Hauch von Abenteuer, der Traum vom Heldentum, die Mischung aus Romantik und “Action“ und nicht zuletzt die eigene Phantasie, die den Familienverein der „Georgs Ritter“ immer wieder animiert, Jeans und T-Shirt gegen Kettenhemd und Gewand eintauschen. Mit Helm und Standarte reiten sie auf den Turnierplatz und liefern sich, angefeuert von den Zuschauern, heiße Zweikämpfe mit Schwert, Axt oder Morgenstern. Die „Georgs Ritter“ zeigen Pfingsten (19. und 21. Mai, Samstag, 12 und 15 Uhr, Sonn- und Feiertag 11, 14 und 16 Uhr) spannende Schauspiele mit Kämpfen, die trotz allem Schrecken der Historie ein heiteres Spiel bleiben, das Jung und Alt gleichermaßen begeistert und damit eine Gelegenheit für einen Familienausflug ist. Die eigens hierfür geschriebenen Stücke spielen gegen Anfang des 13. Jahrhunderts und handeln z.B. von zu Unrecht verurteilten Pferdedieben oder Hexen, die von tapferen Rittern verteidigt werden. Die „Georgs Ritter“ legen dabei besonders Wert darauf, dass auch Kinder die Handlung nachvollziehen können, um so richtig mitfiebern und mit einbezogen werden zu können, indem sie die “guten“ Ritter lautstark unterstützen. Eintritt: Erwachsene 6,50 Euro, Kinder vier Euro, Kleingruppen 18 Euro. Reservierungen und Kartenvorbestellungen sind nicht möglich.

Sportclub Rot-Weiß e.V. / Jazz meets Tennis. Der TC Blau‐Weiß und der SC Rot‐Weiß laden alle Tennisfreunde und Jazz‐Fans zur Matinee für Pfingstmontag, 21. Mai, ab 11 Uhr in den Rot‐Weiß-Clu, Hägener Strasse 12, ein. „Good time five“ spielt Jazz von New Orleans bis Chicago ‐ für das leibliche Wohl sorgt das Team von Pfeffer & Salz. (Anja Wessel)

„Die Schlawiner“ GGmbH / Ferienaktion „BesserEsser“. Das Jugendteam der Schlawiner veranstaltet in den Pfingstferien ab Dienstag, 22. Mai, bis Freitag, 25. Mai, ein Schulferienprogramm für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Sie erwartet ein buntes Programm rund um Ernährung. Geplant ist ein Besuch auf dem Wochenmarkt, die Herstellung von Frischkäse, die Zusammenstellung einer Brotbackmischung und vieles mehr. Auch die Naturschule Grund wird an einem Tag mit ihrem Aktionsprogramm „Vom Korn zum Brot“ bei den Schlawinern vorbei kommen. Beginn ist täglich um 10 Uhr, Ende gegen 16 Uhr. „BesserEsser“ ist für die Kinder kostenfrei. Da es nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen gibt, sollten sich interessierte Eltern schnellstmöglich anmelden  unter Tel. RS 953 266 oder auf der Homepage  www.dieschlawiner.de unter der Rubrik „Projekte“.

AWO-Ortsverein Lennep-Lüttringhausen / „Rommé und Gesellschaftsspiele“. Der Treff „Rommé und Gesellschaftsspiele“ im „AWO-Haus“, Mollplatz 3, in Lennep findet ab sofort donnerstags statt dienstags um 14 Uhr im statt.

Evangelische Stiftung Tannenhof / Informationsveranstaltung über Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder. Für Donnerstag, 24. Mai, um 15 Uhr lädt die Evangelische Stiftung Tannenhof in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und gemeinsam mit dem Sozialpsychiatrischen Zentrum und dem Augusta-Hardt-Horizonte zu einer kostenfreien Informationsveranstaltung in das Café Elling (Konrad-Adenauer-Straße 2-4) ein. Vorgestellt wird das Angebot und die Arbeit der Stiftung Anerkennung und Hilfe, die ehemalige Heimkinder unterstützt. Hintergrund: Bund, Länder und Kirchen richteten 2017 die „Stiftung Anerkennung und Hilfe“ ein. Sie richtet sich an Menschen, die als Kinder oder Jugendliche in den Jahren 1949 bis 1975 (BRD) beziehungsweise 1949 bis 1990 (DDR) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen untergebracht waren und dort Leid und Unrecht erfahren haben. Bis Ende 2019 können sich Betroffene bei der Stiftung anmelden. (Michaela Düngen)

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Für ein friedliches und demokratisches Miteinander

Den ersten Iftar-Empfang in der Geschichte der Stadt gab es im Großen Sitzungssaal des Rathauses im Juli 2014. Den fünften gestern Abend. Denn in diesem Jahr dauert der Fastenmonat Ramadan für die muslimischen Mitbürger/innen vom 16. Mai bis zum 14. Juni. Und dazu gehört auch wieder das Fest des Fastenbrechens („Iftar“). Das Fest nach Sonnenuntergang ist für viele islamische Familien einer der Höhepunkte des Jahres. Die gegenseitigen Einladungen dazu sind in Remscheid mittlerweile gut gepflegte Gewohnheit. Und auch in diesem Jahr folgten viele muslimische Mitbürger der Einladung von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu einem interkulturellen Iftar-Essen im Rathaus. Sämtliche Moscheevereine waren vertreten, der Rat der Stadt Remscheid durch Sven Wolf, Stefanie Bluth, Christine Krupp, Jutta Velte und Bernd Quinting sowie Erden Ankay-Nachtwein, die Vorsitzende des Integrationsrates. Von Seiten der Stadtverwaltung nahmen die Beigeordneten Sven Wiertz, Thomas Neuhaus und Peter Heinze sowie Sevinc Brilling, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, an dem gemeinschaftlichen Fastenbrechen teil. Es stand in diesem Jahr im Zeichen einer Deklaration, die in der Vorwoche im Rathaus auf Initiative des stellvertretenden Beiratsvorsitzenden Cengiz Özdemir von Mast-Weisz zusammen mit der Vorsitzenden des Integrationsrates, der Leiterin des Kl und den Repräsentanten der Moscheevereine vorbereitet worden war. Die Erklärung zu einem friedlichen und demokratischen Miteinander trägt nicht nur deren Unterschriften, sondern wurde gestern Abend – sehr zur Freude des Oberbürgermeisters – auch von den übrigen Gästen des Iftar-Essens unterzeichnet (Der Wortlauft der Deklaration – siehe nebenstehende Kästen)

Deklaration vom 18. Mai 2018

Hiermit erklären wir Vertreter der Remscheider Moscheegemeinden und Vereine zusammen mit den Gästen des gemeinsamen Fastenbrechens am 18.Mai 2018 im Remscheider Rathaus, dass

  • wir für Toleranz und den uneingeschränkten Schutz unseres Grundgesetzes und der darin verfassten Religionsfreiheit und Menschenrechte eintreten.
  • wir uns zusammen mit Kirchen, Parteien, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Migrantenselbstorganisationen und Einzelpersonen in Remscheid solidarisch und couragiert gegen fremdenfeindliche, frauenfeindliche, homophobe, islamfeindliche und antisemitische Haltungen einsetzen.
  • wir für ein friedliches und demokratisches Miteinander stehen, in der Vielfalt als Bereicherung verstanden wird.
  • wir Vielfalt mit Respekt, Akzeptanz und Anerkennung begegnen, ohne anderen die eigenen Ansichten aufzuzwingen.
  • uns die Sicherstellung von Gleichbehandlung und Chancengerechtigkeit für alle Remscheiderinnen und Remscheider wichtig ist.
  • Remscheid tolerant ist- aber keine Ausschreitungen oder Übergriffe toleriert.
  • wir jede Form von Extremismus ablehnen und dazu aufrufen, sich von Provokationen zu distanzieren.
  • wir uns bei der Remscheider Polizei und den Sicherheitskräften ausdrücklich für ihre Kooperations- und Einsatzbereitschaft bedanken. In anderen Städten hat es Übergriffe auf Moscheegemeinden und Einrichtungen gegeben. Dies hat auch hier zu Sorgen und Befürchtungen geführt. Dank des guten Verhältnisses hier ist es aber in Remscheid im Gegensatz zu anderen Städten in den letzten Monaten zu keinerlei derartigen Vorkommnissen gekommen.

„Ich freue mich darüber, dass das Fest des Fastenbrechens in unserer Stadt immer mehr zu einem selbstverständlichen Teil des Lebens wird, das nicht nur von muslimischen Bürgern wahrgenommen wird. Ich weiß und ich finde es gut, dass es in vielen Familien, Nachbarschaften, in Institutionen und Vereinen gemeinsame Iftar-Essen gibt, zu denen auch Nicht-Muslime eingeladen werden, und in dem sich gemeinsame Lebensfreude ausdrückt“, begrüßte der Oberbürgermeister die Gäste. „Ich bin Herrn Özdemir sehr dankbar für seine Initiative. Es ging ihm darum, dass sich alle teilnehmenden Moscheegemeinden und muslimisch geprägten Migrantenselbstorganisationen für den gegenseitigen Respekt der unterschiedlichen Religionen und gegen jede Form von Hetze und Intoleranz aussprechen. Es ging ihm darum, Polizei und anderen Ordnungskräften dafür zu danken, dass es im Gegensatz zu anderen Städten in unserer Stadt auch in den vergangenen Wochen zu keinerlei Provokationen und Ausschreitungen gekommen ist.“

Leider gebe es  politische Kräfte, die dieses Miteinander immer wieder in Frage stellen, Besuche bei Moscheegemeinden skandalisieren und versuchen, daraus politischen Erfolg zu erzielen, fuhr Burkhard Mast-Weisz fort. „Denen sage ich auch hier, dass ich dies in aller Deutlichkeit zurückweise. Ich lasse das gute Miteinander nicht durch solche Aussagen in Frage stellen!“

Der Oberbürgermeister verlas die Deklaration

Um die Transparenz der Moschee-Gemeinden deutlich zu machen, biete sich der Tag der Offenen Moschee am 3. Oktober jeden Jahres an, betonte der OB. „Schon im vergangenen Jahr haben sich die Gemeinden darauf verständigt, dazu reihum in jeweils eine Gemeinde einzuladen. 2017 stellte uns die DITIB-Gemeinde ihre nach wie vor im Bau befindliche Moschee vor. Gerade bei diesem Projekt, das immer wieder Anlass für öffentliche Diskussionen um seine Fertigstellung bietet, war es wichtig, der Öffentlichkeit zu zeigen, wie es um den Baufortschritt steht. Auch in diesem Jahr wollen die Gemeinden wieder zu einem gemeinsamen Tag einladen. In diesem Jahr wird die ATIB-Gemeinde an die Industriestraße eingeladen. An diesem Tag werden wir die Möglichkeit haben, in den Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern möglichst aller Gemeinden zu treten. Ich begrüße dieses Herangehen sehr. Es zeigt, dass die Gemeinden bereits sind, sich zu öffnen, den Austausch mit Nicht-Muslimen zu suchen. Es liegt jetzt an den Remscheiderinnen und Remscheidern, auch und gerade aus der Politik, diese Einladung anzunehmen.“

In Kinderheimen einst Leid und Unrecht erlebt

Im Bild Andreas Naylor und Uwe Leicht. Foto: Lothar KaiserPetra Alice Berg war zwölf Jahre alt, als sie im Juli 1968 in ein Kindersanatorium eingewiesen wurde. In ihrer Jugend war sie immer wieder auch in der Psychiatrie. Heute ist die Wuppertalerin 62, kann sich aber noch gut an das erinnern, was ihr vor fünfzig Jahren widerfuhr: „Im Kindersanatorium probierte man ohne Einwilligung meiner Mutter Medikamente an mir aus, die noch nicht im Handel erhältlich waren oder noch nicht an Kindern erprobt wurden - vor allem Neuroleptika aber auch Schlafmittel." Danach hörte sie Stimmen oder bekam  Tobsuchtsanfälle. Diese haben Petra Alice Berg auch später noch lange belastet. Seit 2006 ist sie erwerbsunfähig, auf betreutes Wohnen und eine Haushaltshilfe angewiesen.

So steht es in einer Pressemitteilung des Landschaftsverbands Rheinland, die gestern Vertretern der lokalen Medien im Otto-Ohl-Haus der Evangelischen Stiftung Tannenhof übergeben wurde. Auf der Pressekonferenz kündigten Andreas Naylor vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) und Pfarrer Uwe Leicht, Geistlicher Vorsteher der Stiftung Tannenhof, auch im Namen des Sozialpsychiatrischen Zentrums (SPZ) und von Augusta-Hardt-Horizonte für Donnerstag, 24. Mai, um 15 Uhr im Café Elling im “Haus für Seelische Gesundheit“, Konrad-Adenauer-Straße 2-4, eine Informationsveranstaltung über die Stiftung „Anerkennung und Hilfe" an. Diese bietet Menschen noch bis Ende 2019 Unterstützung an, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit vom 23. Mai 1949 bis zum 31. Dezember 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990 in der DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren mussten und heute noch an Folgewirkungen leiden.

Zum Beispiel Ingrid Brandt, Jahrgang 1933. Ihre schlimmsten Erlebnisse verbindet sie mit der Dürener Provinzial Heil- und Pflegeanstalt, heute eine Einrichtung des LVR. Dorthin kam sie im Frühjahr 1949, kurz vor Gründung der Bundesrepublik. Im Januar 2017 zitierte sie Till Döring im LVR-Magazin „RHEINLANDweit mit den Worten: „Frechheit war für die Ärzte gleichbedeutend mit Krankheit. Und frech war ich für die, denn ich war ein Mädchen, das sich nicht alles gefallen ließ." Für Ingrid Brandt die Erklärung dafür, dass sie damals in die Psychiatrie kam. Ein Gruppenschlafsaal mit Eisenbetten war für sie und 13 andere Mädchen der einzige Aufenthaltsraum der Station. „Die Strafen waren das Schlimmste", erinnert sie sich. Manchmal wurden sie von Pflegerinnen mit eiskalten, nassen Tüchern umwickelt, die dann zusammengenäht wurden. „Man warf uns anschließend in die Zellen der psychisch kranken Patienten. Wir konnten uns nicht bewegen. Ich hatte Angst um mein Leben!"

Heimkinder in den Nachkriegsjahren. Foto: Landschaftsverband Rheinland.„Kinderheime hat es auf dem Gelände der Stiftung Tannenhof nicht gegeben“, betonte gestern Pfarrer Uwe Leicht. Bekannt sind Schlagzeilen, die das inzwischen aufgelöste „Gut zur Linde“ der Bergischen Diakonie Aprath in Wülfrath einst machte. Der Diplom-Sozialpädagoge Andreas Naylor leitet beim LVR die Anlauf- und Beratungsstelle für ehemalige Heimkinder beim Landschaftsverband Rheinland (LVR). Das erfahrene Leid sei für die Betroffenen kein singuläres Ereignis, sagt er. Es sei für sie vielmehr traumatisch und präge in vielen Fällen ihr ganzes Leben. Aufgabe der Anlauf- und Beratungsstelle ist es, Menschen beim Beantragen von finanziellen Leistungen aus der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ zu unterstützen, die im Januar 2017 von Bund, Ländern und Kirchen ins Leben gerufen wurde. Sie bietet Menschen Geld und Unterstützung erhalten, die das dam,als erlittene Unrfecht glaubhaft machen können und die Folgen des Erduldeten bis heute nicht völlig überwinden konnten.

Zur Anerkennung des Unrecht und zur Linderung der Folgewirkungen können Betroffene von der Stiftung eine pauschale Geldleistung in Höhe von 9.000 Euro erhalten. Und wer in den Einrichtungen nach dem 14. Lebensjahr sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden, bekommt darüber hinaus eine einmalige Rentenersatzleistung von bis zu 5.000 Euro. „Insgesamt haben sich leider noch zu wenig Menschen bei uns gemeldet", sagt Andreas Naylor. Schätzungsweise 3.300 Menschen könnten in NRW Leistungen der Stiftung erhalten. Im Rheinland haben sich bisher 704 Menschen gemeldet. Von diesen haben 306 inzwischen Geld aus der Stiftung, davon 217 auch Rentenersatzleistungen. Die Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ ist beim Landschaftsverband Rheinland unter Tel. 0221 809-5001 oder E-Mail anerkennung-hilfeßlvr.de erreichbar. Dort arbeiten drei Berater. Sie stellen gemeinsam fest, wer in Ergänzung der gesetzlichen Sozialleistungssysteme grundsätzlich Leistungen aus der Stiftung erhalten kann. Bei einem Beratungstermin in Köln oder am Wohnort des/der Betroffenen werden mögliche finanzielle Leistungen aus der Stiftung vereinbart. „Es handelt sich um keine Wiedergutmachung“, sagt Andreas Naylor, „sondern – auch in individuellen Gesprächen – um eine Anerkennung des erlittenen Unrechts!“

Doch nicht alle Betroffenen melden sich. Vielleicht, weil die Erinnerung an das Erlebte nicht wieder aufgewühlt werden soll. Deshalb wenden sich die Berater des LVR mit der Informationsveranstaltung am 24. Mai auch und gerade an die Betreuer von Betroffenen. Nicht ausgeschlossen, dass auch in Remscheid noch Menschen leben, die damals in Heimen Schlägen, Waterboarding, Eingesperrtsein, Zwangsjacke, stundenlanger Fixierung auf einem Stuhl oder psychischem Druck ausgesetzt waren.

Geschichtsverein will beim Museumsarchiv helfen

„Die weltweite Bedeutung des Deutschen Röntgen-Museums für die wissenschaftliche Forschung ist von überragender Bedeutung für die Stadt Remscheid. Die Strahlkraft des Museums für die Stadt Remscheid ist unbedingt auch in Zukunft zu unterstützen und auszubauen. Die Stadt Remscheid ist Projektpartner des Bergischen Geschichtsvereins und hat in ihm einen wissenschaftlich kompetenten Partner für die Erschließung und Digitalisierung der Sammlung des Deutschen Röntgenmuseums gefunden,“ heißt es in einem Förderantrag des Bergischen Geschichtsverein (BGV) an den Landschaftsverband Rheinland (LVR) vom 28. Februar, von dem die Stadtverwaltung den Ausschuss für Kultur und Weiterbildung zur Sitzung am 15. Mai in Kenntnis setzt. Der BGV möchte die beantragten 157.400 Euro aus dem LVR-Etat der regionalen Kulturförderung in den nächsten beiden Jahren dafür einsetzen, die bisher nur rudimentär erschlossenen Archivalien und Objekte des Röntgenmuseums zu erschließen und zu digitalisieren, um sie im Röntgenjahr 2020 (175. Geburtstag  von Wilhelm Conrad Röntgen und 125. Jahrestag der Entdeckung der nach ihm benannten Strahlen) für die interessierte Öffentlichkeit und die Forschung zugänglich machen zu können.

Dies gilt für Akten, darunter auch fremdsprachige Patentschriften, und Fotos (auf Papierabzügen und Glasnegativen) von Personen, technischen Geräten, Gebäuden und Räumen, für Drucksachen (Bücher, Dissertationen, Zeitschriften, Sonderdrucke, Firmendokumentationen, Werbebroschüren und Gebrauchsanweisungen, für Röntgenbilder und Röntgenfilme, für Nachlässe bedeutender Radiologen und Medizinhistoriker. Und dies gilt auch für die größeren Objekte in dem Museumsarchiv, das sich in einer ca. 1.600 Quadratmeter großen ehemaligen Fabrikhalle in Radevormwald-Dahlerau befindet, darunter ein kompletter Röntgenbus (seine Waterbölles-Video vom 15. Januar). Eine (wissenschaftliche) Nutzung des Archivbestandes sei gegenwärtig nur sehr beschränkt möglich, heißt es im Förderantrag. Auch der persönliche Nachlass von W.C. Röntgen sei bisher nicht vollständig erschlossen. Das Problem: Der finanzaschwachen Stadt Remscheid als Trägerin des Deutschen Röntgen-Museums fällt schon eine sachgemäße Lagerung der Objekte und Archivalien schwer, ganz zu schweigen von der Besetzung wissenschaftlicher Fachstellen.

In die Bresche will nun mit finanzieller Unterstützung des LVR der Bergische Geschichtsverein springen, zu dessen satzungsgemäßen Aufgaben die Erschließung von Sammlungen und Archiven gehört. Zitat aus dem Antrag: „Diese Aufgaben können mit dem vorhandenen DRM-Personal nicht geleistet werden, daher soll mit Hilfe des BGV als Projektträger eine Vollzeitstelle als wissenschaftliche Fachkraft für zwei Jahre geschaffen werden. Die Teilung ... auf zwei halbe Stellen hat sich ... als vorteilhaft herausgestellt. Dem BGV stehen hier zwei Wissenschaftler mit ausgewiesener Expertise für diese Art von Projekten zur Verfügung.“ So verfügen die beiden Wissenschaftler nach Angaben des BGV über Erfahrungen in der Datenbankerfassung mit dem Programm AUGIAS (Archiv und Museum), „da der BGV seine eigenen Bestände mit dieser Software erfasst, verwaltet und mit öffentlichen Institutionen austauscht“. Für die Arbeit im Röntgen-Museum will der BGV seine technische Ausstattung wie Kamera, Leuchten, Lupen, konservatorisches Werkzeug, EDV etc. zur Verfügung stellen. Die Sparkassenstiftung Remscheid will sich an dem Projekt mit 4.000 Euro beteiligen, so dass die Stadt Remscheid nur noch 8.000 Euro an Eigenkitteln aufbringen müsste.

Mehr von solchen Events in Remscheid

„Fühle, rieche, schmecke, höre, sehe, liebe das Viertel“, luden Gastwirte, Gewerbetreibende und Anwohner der Alten Bismarckstraße am vergangenen Samstag zu einem „MyViertelFest“ ein. Es war eine von mehr als 20 Aktionen zum „Tag der Städtebauförderung“, die in der Innenstadt und in den Stadtteilen Stachelhausen und Honsberg zeigen sollten, wie vielfältig der Stadtumbau diese Gebiete verändert hat oder noch verändern wird. Als der Waterbölles am Mittag mit der Videokamera unterwegs war, kam er zum (kürzer ausgefallenen) Boule-Wettstreit zwischen Kremenholl und Honsberg auf dem neuen Richard-Heinrich-Platz fast zu spät, ansonsten war es im Stadtteilpark an der Halskestraße und beiden den Künstlern von „Ins Blaue“ eher ruhig. Ob ein Stadtfest viele Besucher anlockt, ist eben auch eine Frage der Öffentlichkeitsarbeit und der Ankündigungen in den Medien. Jedenfalls muss sich erst noch herausstellen, ob im Verlauf des Tages das angesagte Picknick am „Langen Tisch“ und die Schnitzeljagd mit neun Stationen zwischen Innenstadt und Honsberg tatsächlich stattgefunden haben. Und auch die Zahl der Teilnehmer an der Stadtteilführung mit Klaus R. Schmidt gilt es nachzutragen. Dafür hatten Kinder-Tanzgruppen am Markt viele Zuschauer, darunter Väter und Mütter mit ihren Handys. Und auf der Alten Bismarckstraße „brummte“ es schon um 16 Uhr. Der Waterbölles fing in seinem knapp zehnminütigen Video Stimmen und Stimmungen ein. Bei allen Verbesserungsmöglichkeiten: Remscheid braucht mehr von solchen Events. Das Titel-Foto zeigt die Showskating-Mädels aus Wuppertal in der „Kraftstation“.

Verlernt, über Alternativen nachzudenken...

Die Frage, was uns der Trierer Philosoph und politische Theoretiker Karl Marx heute noch zu sagen hätte, brachte gestern im Deutschen Werkzeugmuseum – das Katholische Bildungswerk Wuppertal / Solingen / Remscheid, die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB / (Volker Beckmann) Remscheid, „Die Linke“, Kreisverband Remscheid (Gottfried Meyer), und den SPD-Unterbezirk Remscheid (Christine Krupp) zu einer ungewöhnlichen Veranstaltergemeinschaft zusammen: Zu einem Vortrag am Vorabend des 200. Geburtstages von Karl Marx über „Karl Marx und das Opium des Volkes“. Referent war der Theologe und Buchautor Dr. Arnd Küppers, stellvertretender Direktor der Katholischen Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle Mönchengladbach. Küppers habe an dem Marxschen Buch „Das Kapital“ mitgeschrieben, stellte ihn Daniel Weisser vom Katholischen Bildungswerk vor. „Aber bevor Sie sich bei ihm nach dem Geheimnis seiner ewigen Jugend oder gleich nach einer Anti-Aging-Creme erkundigen: Er war 2008 Co-Autor am Buch „Das Kapital“ von Reinhard Marx, heute: Erzbischof von München und Freising!“

Damit war klar: Es ging um das spannungsvolle Verhältnis zwischen dem Ökonomen und Religionskritiker Karl Marx (*5. Mai 1818 in Trier, +14. März 1883 in London) und der Kirche, es ging um Kapitalismus-Kritik und katholischen Soziallehre in jener Zeit, die Remscheid In Remscheider Zeitrechnung ausgedrückt beinhaltet sie die Amtszeiten von nicht weniger als 22 Bürgermeistern bzw. Oberbürgermeistern bescherte und der katholischen Kirche 13 Kölner Erzbischöfen und 16 Päpsten, wie Daniel Weisser herausgefunden hatte.

Karl Marx, ein Freund der Kirche? Keineswegs. „Bei dieser Tour durch Belgien, Aufenthalt in Aachen und Fahrt den Rhein herauf, habe ich mich überzeugt, dass energisch, speziell in den katholischen Gegenden, gegen die Pfaffen losgegangen werden muss. Ich werde in diesem Sinne durch die Internationale wirken. Die Hunde kokettieren, ...wo es passend scheint, mit der Arbeiterfrage,“ zitierte Weisser aus einem Brief, den Marx 1969 während einer Reise durch das Rheinland geschrieben hatte.

„Hätte es auch ohne Marx eine katholische Soziallehre gegeben?“, fragte Dr. Arnd Küppers. Und gab gleich die Antwort: „Nein!“ Denn Geschichte sei ein fortlaufendes Geschehen, da führe Bewegung zu Gegenbewegung. Und die Kirche habe auf Marx reagieren müssen. Als „Nestor der katholischen Soziallehre“ gilt.[Oswald von Nell-Breuning (1890 - 1991). Der Jesuit, Nationalökonom und Sozialphilosoph war Berater von Papst Pius XI. und wirkte maßgeblich an dessen Sozialenzyklika Quadragesima anno von 1931 mit, in der die Sozialbindung des Eigentums gefordert wurde. Eine Verteidigung des Privateigentums, zugleich aber auch die Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit. Von Nell-Breuning stammt das Zitat: „Wir stehen alle auf den Schultern von Karl Marx!“ Auch der gegenwärtige Papst Franziskus. Da hatte gestern Abend Dr. Arnd Küppers keine Zweifel: Aus dessen Texten spreche eine klare Kapitalismus-Kritik. Doch während Marx die These vertrat, bessere Lebensbedingungen (über das Existenzminimum hinaus) könnten Arbeiter nur durch einen Umsturz erreichen, hält dies katholische Soziallehre diese Verbesserungen auch innerhalb des bestehenden Systems für möglich. Küppers: „Aber Karl Marx hat die Wandlungsfähigkeit des kapitalistischen Systems unterschätzt!“ Eine Zeitlang habe es so ausgesehen, als habe die Gesellschaft die Konflikte zwischen Arbeit und Kapital gelegt („Soziale Marktwirtschaft“, Mieterrecht, Konsumentenschutz, Arbeitsrecht). Doch die Interessengegensätze bestünden wie eh und je. „Bei Ungleichheit der Kontrahenten!“ Und so brächen die Konflikte denn wieder auf, verbunden mit rechten Angriffen auf die Demokratie, stellte der Referent fest. Und bedauerte zugleich die fehlende Bereitschaft der Menschen, über notwendige grundsätzliche Veränderungen zu reden. Über Alternativen nachzudenken, hätten sie offenbar leider verlernt...

Senioren mit WM-Titel zurück aus Australien

Pressemitteilung des Fallschirmclubs Remscheid e.V.

Eine Weltmeisterschaft der besonderen Art mir Fallschirmspringern im Alter von 60 und mehr Jahren aus mehr als 35 Nationen ging im australischen Busch zu Ende, und nach einem strapaziösen Flug (ca. 17 Flugstunden) sind alle Teilnehmer des Fallschirmclubs Remscheid e.V. wieder auf heimischen Boden gelandet. Das Team um Dr. Uli Sehrbrock war als deutsche Mannschaft und Titelverteidiger an den Start gegangen und behielt ihren Titel. Dr. Uli Sehrbrock: „Der Austragungsort Nagambie liegt ca. 1,5 Autostunden nördlich von Melbourne. Wir machten mit beim Wettbewerb "4-way FS National" mit (4-er Nationenwertung) sowie beim Sport Accuracy (sportliches Zielspringen, so ähnlich wie die Swoop-Landungen). Man musste immer zwei Wettbewerbe belegen, damit man in die Wertung kam, da die WM trotz des sportlichen Anspruchs auch weiterhin als ein Springertreffen gesehen wird, bei dem es auch darum gehen soll, dass man möglichst vielseitig miteinander in Kontakt kommt. Eigentlich ein nettes Konzept.“

Wir, das waren RalphHans-Dieter (Piff) Pfeiffer, Robert Trögele, Martin Stromeyer und Dr. Uli Sehrbrock). Wir waren nach unserem Sieg in Eisenach 2016 die WM-Titelverteidiger im 4-er. Damals war Jan Rojek statt Martin Stromeyer dabei, aber Jan Rojek hatte sich ja vergangenes Jahr heftig verletzt, so dass er noch nicht wieder fit ist. Die Ergebnisse nach fünf Durchgängen: 1. Platz und Weltmeister Germany 16,6 im Schnitt gesamt 83 Punkte,  Australien 6,4 im Schnitt gesamt 32 Punkte, Skandinavien 1,2 im Schnitt gesamt 6 Punkte, gefolgt von Norwegen, Dänemark, Schweden und der Schweiz. Dr. Uli Sehrbrock hat zusätzlich in der Kategorie Sportaccuracy (eine Mischung Zielspringen) einen Weltmeistertitel mit nach Hause gebracht. Mit dieser speziellen WM stellten die Remscheider unter Beweis, dass sie auch mit mehr als 60 Jahren noch gute Leistungen bringen können. Der Fallschirmclub Remscheid e.V., gegründet am 6.Oktober 1971, wird in drei Jahren 50.  (Klaus Mathies)

Schülergruppe aus Kirsehir bei Sven Wolf

Die Schülergruppe aus Kırşehir gestern bei Sven Wolf im Landtag-

Pressemitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf

„Ich freue mich, dass ich gestern Schülerinnen und Schüler aus Remscheids Partnerstadt Kırşehir hier im Landtag als Gäste begrüßen durfte“, berichtete der Landtagsabgeordnete Sven Wolf. „Das war eine sehr spannende Diskussion - nicht nur über politische Fragen, sondern auch über türkische und deutsche Lebensart.“ Den Besuch hatte der Freundschaftsverein Remscheid-Kırşehir e.V. organisiert, der sich sehr für Jugendbegegnung und Schüleraustausch einsetzt. Superintendent Hartmut Demski vom Evangelischen Kirchenkreis Lennep aus dem Vereinsvorstand und Dr. Stephanie Bluth begleiteten die Gruppe.

„Alles ist so grün hier!“, war die spontane Antwort auf die Frage, was im Bergischen Land anders sei als in der Heimat.  Kırşehir – das bedeute Wüstenstadt - erläuterte Serdar Ünsal. Der Unternehmer aus Remscheid war mitgekommen, half als Übersetzer und berichtete auch manche Anekdote aus seinem Berufsleben. „Hier geht alles nach der Uhr. Ab einer bestimmten Zeit stirbt das Leben auf den Straßen“, meinte einer der Schüler. In der Türkei dagegen würden die Familien abends rausgehen, einkaufen und zusammenkommen.

“Früher galt es sogar als unhöflich, wenn man nach 20 Uhr jemanden anruft“, meinte Sven Wolf. „Inzwischen ist es auch bei uns etwas lockerer geworden. Dazu haben die vielen Menschen beigetragen, die aus südlichen Ländern wie der Türkei, Italien, Spanien zu uns gekommen sind. Aber noch immer ist es zuweilen schwierig, nach 21 Uhr außerhalb noch etwas Warmes zu essen zu bekommen. “

„Die Gebäude sind sehr ordentlich, vor allem die Dächer, und jeder hält sich hier an die Verkehrsregeln“, stellten die Gäste fest. Sven Wolf bemerkte, dass einiges von den hier üblichen Eigenarten wohl auch abfärbe. „Wir sind bekannt für unsere ‚Vereinsmeierei‘. Wir sind Mitglied in Schützen-, Karnevals, Sport- und Kleingartenvereinen. Viele türkische Menschen, die zu uns kommen, fangen inzwischen an, auch Vereine zu gründen mit Anmeldung, Satzung, Vorständen und Mitgliederversammlungen."

Auch vom Tagesablauf des Abgeordneten wollten sich die Besucherinnen und Besucher ein Bild machen. „Da ist auch alles mit Kalendereinträgen durchgetaktet“, meinte Sven Wolf. „Viel Zeit für Familienleben und Sport bleibt den Abgeordneten meist nicht. Am Wochenende habe ich aber Spargel gekocht. Wenn die Zeit für den Sport nicht reicht, muss man früh morgens schwimmen gehen oder anders in Bewegung blieben, zum Beispiel anstelle des Aufzugs die Treppe nehmen.“

Dazu passte gut die Erläuterung von Superintendent Demski beim Vergleich der verschiedenen Arten von Enthaltsamkeit in der Fastenzeit. Nicht nur auf bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol oder Rauchen verzichteten die Menschen, sondern manche auch auf das Fernsehen oder das Autofahren, um diese Zeit der inneren Einkehr bewusster zu erleben. „Alkohol weglassen ist kein Problem - nur auf meinen Kaffee kann ich ganz schlecht verzichten“, bekannte Sven Wolf.

 

Bergischer Löwe und Urkunde als Ehrenpreis

Neben Einzelpersonen sollen künftig auch Vereine, Verbände und andere Personengruppen für ihr Engagement geehrt werden. Diesen Vorschlag, der in der Vergangenheit schon mehrfach gemacht worden sei, so die Verwaltung, hat sie nun aufgegriffen: Zur Ratssitzung am 3. Mai schlägt sie der Politik eine Statutenänderung vor, wonach künftig neben Bürgermedaille und Ehrennadel auch ein Ehrenpreis in Form eines bergischen Löwen verliehen werden kann, verbunden mit einer Urkunde. Diesen Preis soll es künftig einmal jährlich für außerordentliches Engagement geben. Die Zahl der Verleihungen der Bürgermedaille soll weiterhin „drei im Jahr nicht übersteigen“. Das neue „Statut über die Verleihung der Bürgermedaille / Ehrennadel / des Ehrenpreises“ soll in Artikel II folgenden Wortlaut haben:

  • „Die Bürgermedaille besteht aus 333 Gold; sie hat einen Durchmesser von 35 mm und ist 2 mm dick. Auf der Vorderseite trägt die Medaille das Stadtwappen der Stadt Remscheid. Auf der Rückseite trägt sie die Umschrift „Für verdienstvolle Tätigkeit für die Stadt Remscheid„; in die Freifläche des Innenfeldes werden Vor- und Zuname des/der Beliehenen und das Verleihungsdatum eingraviert.
  • Die Ehrennadel ist golden. Sie besteht aus einer verkleinerten, stilisierten Wiedergabe des Stadtwappens der Stadt Remscheid in Gold und wird in Form einer Anstecknadel verliehen.
  • Der Ehrenpreis wird in Form eines bergischen Löwen und einer vom Oberbürgermeister und einem weiteren Ratsmitglied unterzeichneten Urkunde verliehen, in der die geehrte Personengruppe sowie der Grund der Ehrung verzeichnet sind.“

Die Bürgermedaille kann an Einwohner/innen und Bürger/innen der Stadt Remscheid verliehen werden, die sich durch herausragende Verdienste um die Stadt erworben haben durch langjährige ehrenamtliche Tätigkeit oder durch außerordentliche dauerhafte und vorbildliche Leistungen im gesellschaftlichen Bereich. Die Anstecknadel wird an Ratsmitglieder und Mitglieder einer Bezirksvertretung als Zeichen und des Dankes als Anerkennung nach zehnjähriger Tätigkeit im Rat / in der Bezirksvertretung verliehen. 1.    Über die Verleihung der Bürgermedaille / des Ehrenpreises entscheidet auf Vorschlag des Ältestenrates der Rat mit der Mehrheit von zwei Drittel der gesetzlichen Zahl seiner Mitglieder.

Bei der Ehrennadel ist eine Änderung der Optik vorgesehen: Die bisherige durch das Statut vorgeschriebene untergelegte blau-weiße Stoffschleife wird, da nicht mehr als zeitgemäß angesehen, vom Hersteller nicht mehr produziert und entfällt künftig. Das neue Statut soll zum 1. Juni 2018 in Kraft treten.

Ein neues Gesicht im Lenneper Lotsenpunkt

Seit November hat die Katholische Kirchengemeinde St. Bonaventura und Heilig Kreuz in Remscheid mit Andy Dino Iussa einen „Engagementförderer“ im Pastoralteam. Zu seinen Aufgaben gehört u.a. die inhaltliche und organisatorische Betreuung des 2014 ins Leben gerufenen Lotsenpunktes.  Und dort hat er einiges vor: Eine Talkshow, eine ungewöhnliche Quartiersführung, Themenschaufenster, ein Chor der Lotsen, um nur einige Beispiele zu nennen. So möchte Lussa dem Lotsenpunkt ein anderes, erweitertes Profil geben. „Man geht zum Lotsenpunkt, wenn man ein Problem hat, wenn man Hilfe benötigt. Der Ort wird bisher weitgehend mit Bedürftigkeit konnotiert. Mein Ziel ist es, dass man zum dorthin geht, weil man Lust hat, dorthin zu gehen, weil man etwas Spannendes, etwas Bereicherndes, Bewegendes erwartet.“
Dieses Vorhaben überrascht eigentlich nicht, denn Andy Dino Iussa ist Theaterregisseur, Projektentwickler in den Bereichen Kunst und Kultur, tritt als Wortklauber im Duo „Gin & Fizz“ auf, moderiert Veranstaltungen, schreibt und arbeitet seit vielen Jahren im Spannungsfeld von Stadtentwicklung, Bildung, Interkulturalität, Politik, Spiritualität und Gesellschaft. Die Palette dieser Arbeiten umfasst Inszenierungen, künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum oder  Ausstellungen. Seit 15 Jahren betreibt er gemeinsam mit Erhard Ufermann eine Agentur, die sich auf die Realisierung künstlerischer Groß-Events unterschiedlicher Art spezialisiert hat (kultur-wirkt.de).

In seinen Projekten geht es ihm immer (auch) um eine Kultur des Miteinanders. „Als ich an der Berliner Volksbühne war, begegnete ich Künstlern wie Frank Castorf oder Christoph Schlingensief und begriff, dass Literatur, Bühne und Sprache, dass Kunst generell, sinnlich, bewegend und verzaubernd Fragen nach Möglichkeiten des Menschseins vermitteln kann. Diese Erfahrungen beeinflussen mein Tun bis heute.“

Über Kunst, Kultur und Diskurs möchte Lussa im Lotsenpunkt Menschen miteinander in Kontakt und in neue gemeinsame Aufgaben bringen, in denen Alltag und Kunst, Alt und Jung, Alteingesessene und Zugewanderte, Soziales und Kulturelles, Spirituelles und Politisches, Gegenwart und Zukunft in fruchtbare Dialoge treten. Das alles kann er natürlich nicht allein bewerkstelligen. Deshalb entwickelt er das neue Konzept behutsam und in Zusammenarbeit mit den im Lotsenpunkt ehrenamtlich engagierten Menschen: „Man kann nicht von jetzt auf gleich solch tiefgreifende Veränderung von oben anordnen, sondern man muss die Menschen, die sich mit dem Ort identifizieren und sich dort einbringen, mitnehmen. Das braucht Zeit. „Ich muss die Leute kennenlernen, verstehen und ihr Wirken wertschätzen“, erklärt Lussa. Zudem ist er viel damit beschäftigt, die Akteure – Vereine, Institutionen, Initiativen und Gremien – in Lennep und in Lüttringhausen kennenzulernen. „Es ist ja unheimlich viel im Gange. Überall agieren kreative und engagierte Menschen, um für ihren Lebensmittelpunkt Gutes zu bewirken. Das ist ein großartiger Boden, der da bereitet ist. Hier kann einiges gedeihen.“

Der Lotsenpunkt wurde 2014 als gemeinsames Projekt der Pfarrgemeinde St. Bonaventura / Heilig Kreuz und des Caritasverbandes Remscheid ins Leben gerufen. Aufgrund geänderter Förderbedingungen hat der Caritasverband 2017 die Trägerschaft an die Pfarrgemeinde übergeben. (Caritas-Vwerband Remscheid)