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„Kirsche“ flog leider kein einziges Mal durchs Loch

Neue Rögy-Sporthalle wird bald fertig“, berichtete der Waterbölles am 24. August. Und froh darüber zeigte sich im Video damals die städtische Architektin Anja Klein, als sie dem Waterbölles die Besonderheiten der Halle vorstellte. Gestern nun wurde die neue Dreifachturnhalle des Röntgen-Gymnasiums in Remscheid-Lennep eingeweiht, die sich die Stadt 7,2 Millionen Euro hat kosten lassen. Es war eine sportliche Feier. Sportlich kurz die Reden von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Magnus Tewes (Dezernent bei der Bezirksregierung Düsseldorf), Schulleiter Matthias Lippert und Studienrätin Pia Laerz (Fachvorsitz Sport des Röntgen-Gymnasiums. Und sportlich auch die Akrobatik, mit der die Jungen und Mädchen der Klasse 6a die Feier eröffneten. Ein Torwandschießen, an dem neben den Siegern eines Schülerturniers auch die drei Redner teilnahmen, stand an Ende des Programms. Leider flog die „Kirsche“ kein einziges Mal durchs Loch.

Ölmühle 7a Sonntagnacht: Das reinste Chaos

Teich des "Hammers am Esel" wurde 1926 zugeschüttet“, titelte waterboelles.de am 23. März 2016. Der unterhalb dieses Teiches an der Haddenbacher Straße in Remscheid gelegene einstige Schleifkotten aus dem Jahr 1666 steht heute noch – als schmuckes Wohnhaus Ölmühle 7a. Das blühte förmlich auf, als der Anstreichermeister Lothar Schlurmann dort einzog und Hand anlegte. In dem liebevoll restaurierten Fachwerkhaus würde das Ehepaar Margit und Lothar Schlurmann gerne seinen Lebensabend verbringen. Doch kurz nach dem Wolkenbruch vom vergangenen Sonntag sah es zunächst so aus, als würde das Haus in den Fluten des sonst so harmlosen Müggenbaches untergehen. Denn vor der Haustüre staute sich das Wasser 80 bis 90 Zentimeter hoch. Ein Glück, dass die  Türe  mit ihren drei Riegeln und guter Gummierung standhielt. Ein Glück auch, dass die Feuerwehr mit dem Auspumpen des Kellers begann (hier war das Wasser durch einen kleinen Schacht seitlich eingedrungen), bevor es von dort ins Erdgeschoss des Hauses laufen konnte. „Es war das reinste Chaos“, sagte Lothar Schurmann dem Waterbölles gestern Nachmittag.

Weltkulturerbe: Brückenkongress in Portugal

Pressemitteilung der Stadt Remscheid

Der nächste intereuropäische Brückenschlag in Sachen UNESCO-Weltkulturerbe findet in Portugal statt. Die Städte Porto und Vila Nova de Gaia sind vom 21. bis 23. Juni Gastgeber des zweiten internationalen Fachkongresses zu den stählernen Großbogenbrücken des späten 19. Jahrhunderts. Der Zug zum Weltkulturerbe nimmt damit deutlich Fahrt auf. Das Programm der Tagung stellten die Projektpartner auf deutscher Seite, die drei Bergischen Großstädte, die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft und die Deutsche Bahn den Medien heute in Haus Müngsten unter Deutschlands höchster Eisenbahnbrücke vor. Dabei kamen auch die Erwartungen und Zielsetzungen zur Sprache, die die Region an die Fachtagung in Portugal knüpft.

Die erste hochrangig besetzte Fachtagung fand im Oktober 2017 an der Wupper statt. Pünktlich zum 120. Geburtstag der Müngstener Brücke fiel im Brückenpark der Startschuss für das Vorhaben einer Bewerbung als Weltkulturerbe - in internationaler Gemeinschaft mit den Brücken Ponte Maria Pia und Ponte Dom Luis I. in Portugal, der Ponte San Michele in Italien und dem Garabit-Viadukt in Frankreich. Höhepunkt des Kongresses war die festliche Unterzeichnung des Memorandum of Understanding aller beteiligten Kommunen der vier Staaten. (Einen 10-Minuten-Film über den ersten Welterbekongress finden Sie unter https://www.solingen.de/de/inhalt/die-welterbe-bewerbung/ )

Porto und das gegenüberliegende Vila Nova de Gaia nehmen nun den Bergischen Impuls auf. Die Portugiesen verbinden den Kongress mit dem 140. Geburtstag Ihrer Brücke Maria Pia, der ersten der fünf Bogenbrücken von Weltrang. Die Kommunen, die bisher noch nicht unterzeichnet hatten - Vila Nova de Gaia und Saint Flour - werden nun ebenfalls ihre Unterschriften unter das Memorandum of Understanding setzen. Zudem sollen die Brückeneigentümer und die nationalen Bahnunternehmen eine eigene Grundsatzerklärung unterzeichnen.

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister der Stadt Solingen: „Wir haben letztes Jahr unter der Müngstener Brücke mit unseren Partnern aus Portugal, Frankreich und Italien ein wegweisendes Projekt gestartet, mit dem wir auch Brücken nach Europa schlagen wollen. Der nächste Schritt auf unserem langen Weg zum Welterbe ist nun der zweite Welterbekongress in Porto und Vila Nova de Gaia. Die deutsche Vorschlagsliste potenzieller Welterbestätten ist derzeit gesperrt, da sie aufgefüllt wurde und abgearbeitet werden muss. Portugal ist deshalb der zentrale Partner der Bewerbung. Die Idee ist, dass Portugal die Federführung übernimmt und die Müngstener Brücke mit den anderen Brücken auf die portugiesische Vorschlagsliste setzt. Die Vorschlagslisten aus Italien, Frankreich und Deutschland werden dann sozusagen im Huckepackverfahren um das Vorhaben ergänzt".

Peter Heinze, Technischer Beigeordneter der Stadt Remscheid: „Grundsätzlich wissen wir die Kommunalpolitik der drei Bergischen Großstädte an unserer Seite, es ist aber auch wichtig, den politischen Abstimmungsprozess im Städtedreieck formal korrekt durchzuführen. In diesen Prozess werden wir nach den Sommerferien einsteigen, mit einer Beschlussvorlage zum seriellen, transnationalen Welterbe für die drei Stadträte. Dann ist auch unsere Region endgültig auf dem Weg. Natürlich wird es auch einen Beschluss in den zuständigen Gremien der Bergischen Gesellschaft geben."

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Produktionsschule testete Stand auf dem Wochenmarkt

Frische Kuchen und Torten in historischem Ambiente“, titelte der Waterbölles am 9. April. Tags zuvor hatte im Deutschen Werkzeugmuseum erstmals das neue „Contor-Café“ eröffnet – mit leckeren Kuchen und Torten von der Produktionsschule „Catering und Eingemachtes“ der Arbeit Remscheid gGmbH. Die hatten Jan de Buhr und seine Mitarbeiter/innen in der der Lehrküche Freiheitstraße 181/ Am Bruch frisch gebacken. Und am Sonntag, 10. Juni,.  Geht es von 14 bis 17 Uhr in die zweite Runde. Eine Premiere ganz anderer Art hatte die Remscheider Produktionsschule gestern auf dem Wochenmarkt vor dem Rathaus. Dort wurden den Marktbesuchern Pulled-Pork-Burger, Smoothies, besondere Öle, Gewürzsalze, Marmeladen und Eingemachtes zum Kauf angeboten – all das, was es sonst nur (hin und wieder bzw. auf Bestellung) im Sozialkaufhaus am Markt gibt. „Ein erster Testlauf“, hieß es dazu gestern. Aber für den Fall, dass die Produktionsschule die finanzielle  „Durststrecke“ zwischen September 2018 und Januar 2020 übersteht, wäre „ein Dauerstand auf dem Remscheider Wochenmarkt eine bedenkenswerte Option“.

Das war vorsichtig ausgedrückt. Denn in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am vergangenen Mittwoch hatte Sozialdezernent Thomas Neuhaus berichtet, dass sich Arbeitsagentur und Jobcenter zwar auf eine Finanzierung der Produktionsschule ab 2020 verständigt hätten, doch für die Übergangszeit ab September 2018 sei die Finanzierung durch öffentliche Geldgeber noch unklar. Der Grund: Die schwarz-gelbe Landesregierung hat ihr Förderkonzept geändert.

Pro Teilnehmer und Monat zahlte das Land NRW seit Oktober 2016 der Remscheider Produktionsschule 600 Euro. Stattdessen hat sich die Landesregierung nun ein „Werkstattjahr“ einfallen lassen: Drei Tage Ausbildungswerkstatt und zwei Tage Unterricht in Ausbildungsvorbereitungsklassen der Berufskollegs, und das für die Dauer eines Jahres. Die neue Zielgruppe sind Jugendliche bis 19 Jahre. Dadurch fallen landesweit 1.500 Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre aus der Förderung, die im Übergang von der Schule in den Beruf Probleme hatten. In der Remscheider Produktionsschule zum Beispiel sind es zehn junge Frauen und zwei junge Männer, die durch Erfolgserlebnisse bei der praktischen Catering-Arbeit ein besseres Selbstwertgefühl bekommen sollen.

Bei einem Besuch der Produktionsschule im Mai sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf: „Das neue Werkstattjahr ist kein Ersatz!“ Und Thomas Neuhaus forderte vorgestern im Haupt- und Finanzausschuss: „Es muss eine dauerhafte Finanzierung nach klaren Regeln geben!“ Zum Vorschlag von David Schichel (Grüne), die Stadt selbst solle als Geldgeber einsteigen, meinte Neuhaus, „der erste Gedanke ist nicht immer der zielführende“. Er unterstütze die Idee des CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Peter Nettekoven, das Land NRW zur finanziellen Beteiligung an der Übergangsphase zu bewegen. Der Landtagsabgeordnete hatte zuvor erklärt, in Düsseldorf entsprechende Gespräche zu führen. Zu den Aussichten eines Versuchs, die Finanzlücke durch Spenden (20.000 in 2018 und 80.000 Euro in 2019) zu kompensieren, äußerten sich die Ausschussmitglieder nicht. Sven Wolf (SPD): „Drücken wir die Daumen, dass eine Lösung gefunden wird. Denn für die Jugendlichen in der Produktionsschule ist diese die letzte Chance, um im Berufsleben Fuß zu fassen!“

„Meine dritte Chance“ war der passende Name des gestrigen bundesweite Aktionstages, den der Bundesverband Produktionsschulen e.V. organisiert hatte und an dem sich rund 80 der insgesmt mehr als 100 Produktionsschulen beteiligten, die hiesige mit dem „Testlauf“ auf dem Wochenmarkt. Die Schulen verstehen sich als alternatives Bildungsangebot für lernunwillige junge Leute („Null Bock“, aus welchem schulischen, sozialen oder familiären Grund auch immer), die auf den zwei klassischen Ausbildungswegen Schule/Studium und Duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule gescheitert sind. Ihnen geben die Produktionsschulen eine dritte Chance ins Erwerbsleben. Damit sind (waren?) sie seit 2007 eine wichtige dritte Stütze im deutschen Bildungssystem.

Die Remscheider Produktionsschule ist aber auch mit ihrem Catering-Angebot erfolgreich: Bisher wurden mehr als 70 Caterings verschiedener Größenordnungen ausgeliefert, wie Bereichsleiterin (U27) Annika Girbig berichtete. Und die Tendenz sei mit zwei bis drei Caterings pro Woche inzwischen steigend. Sogar Hochzeitsbüffets wurden bereits ausgeliefert. Die jungen Leute übernehmen ferner verschiedene interne Dienste wie z.B. Mittagstisch zubereiten, Zuarbeiten für das Bistro des Kaufhauses Remscheid und den Kiosk des Freizeitparks Kräwinklerbrücke. Auch werden Brotaufstriche, Chutneys und Aroma-Öle entwickelt und zubereitet (Anfragen unter Tell. RS 9514772). Insgesamt wurden bisher 30 Teilnehmende betreut. Ca. 37 Prozent wurden in Arbeit, eine Beschäftigung oder andere Maßnahme vermittelt.

Reise nach Kirsehir wegen Gewerbegebiet verschoben

Der OB vor einer politisch schwierigen Reise“, kommentierte der Waterbölles am 26. Mai die Absicht von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, am 28. Juni in Begleitung von Superintendent Hartmut Demski, dem Vorsitzenden des hiesigen Partnerschaftsvereins, zu einem Arbeitsgespräch nach Kırşehir zu seinem Amtskollegen Yasar Bahceci zu fliegen, „um den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen“. Bahceci gehört zu Erdoğans Partei AKP. „Da könnte das Zusammentreffen als deutsche Wahlhilfe verstanden und auch so genutzt werden, lautet eine Befürchtung. Das macht die Reise von Burkhard Mast-Weisz noch um einige Grade schwieriger“, kommentierte der Waterbölles. „Die Reise des Remscheider Oberbürgermeisters fällt in eine in der Türkei politisch hochbrisante Zeit zwischen der Parlaments- und Präsidentschaftswahl am 24. Juni und der erwarteten Stichwahl am 8. Juli zwischen Erdoğan und Muharrem İnce von der Partei CHP als dem voraussichtlich stärksten Kandidaten des neuen Oppositionsbündnisses.“

Wie Sabine Räck, die persönliche Referentin des Oberbürgermeisters, per E-Mail am Nachmittag mitteilte, „muss die Reise leider aufgrund eines wichtigen anderweitigen Termins nun verschoben werden“. Mast-Weisz  habe dies Bürgermeister Yasar Bahceci via Email mitgeteilt und einen neuen Termin Ende Juli vorgeschlagen. Der Termin ist die Besprechung bei der Kölner Regierungspräsidentin über das neue, interkommunale Gewerbegebiet „Gleisdreieck“. Dieses Treffen hatten der Remscheider OB und die Bürgermeister Rainer Bleek (Wermelskirchen) und Bürgermeister Dietmar Persian (Hückeswagen) am 19. Mai bei einem Pressetermin in Bergisch Born angekündigt.

Der heutige Brief mit der Bitte um Terminverschiebung an Yasar Bahceci hat folgenden Wortlaut:

„Sehr geehrter Herr Bürgermeister, lieber Yasar,
zunächst einmal sende ich dir herzliche Grüfte aus der Partnerstadt Remscheid. Wir befinden uns ja auch hier mitten im Fastenmonat Ramadan, ich bin dankbar über viele Einladungen zum Fastenbrechen und nehme an vielen teil. Die Verbundenheit zwischen Menschen unterschiedlichen Glaubens ist ein wichtiges Zeichen.
Leider komme ich mit einem terminlichen Problem auf dich zu. Ich muss dich bitten, unser für Ende Juni geplantes Treffen um einige Wochen zu verschieben. Gestern erhielt ich unerwartet ein Schreiben der Regierungspräsidentin aus Köln, mit der ich zusammen mit anderen Bürgermeistern zu einer sehr wichtigen Gewerbeentwicklung verabredet bin. Sie bat um Verschiebung unseres Gesprächs – genau in die Zeit, in der ich eigentlich in Kırşehir sein wollte. Von diesem Gespräch hängt aber sehr viel für unseren Wirtschaftsstandort ab. Es geht um die Gewinnung neuer Flächen und die Ansiedlung von Unternehmen. Du wirst aus eigener Erfahrung verstehen, dass das für meine Stadt sehr wichtig ist.
Daher bitte ich darum, dass wir unser Treffen verschieben. Ich kann zusammen mit Herrn Demski vom 29. Juli bis zum 1. August zu dir kommen. Ich würde mich sehr freuen, wenn dies auch aus deiner Sicht möglich wäre und freue mich auf deine Antwort.
Gleichzeitig möchte ich dich einladen, vom 7, bis zum l0. September dieses Jahres nach Remscheid zu kommen. Wie vor drei Jahren feiern wir an diesem Wochenende den Tag der Vereine, zu dem wir traditionell unsere Partnerstädte einladen. Ich würde mich ausdrücklich freuen, wenn du zusammen mit drei weiteren Mitgliedern mein Gast sein würdest.
Ich freue mich auf deine Antwort und verbleibe
Mit freundschaftlichen Grüßen
Dein
Burkhard Mast-West

4.567 Remscheider fanden Rat in Verbraucherfragen

Gratisspiele-Apps, die mit Abbuchungen auf der Telefonrechnung überraschten. Unseriöse Werber für digitalen Fernsehempfang. Und auch die Klassiker unter den Abzockern waren mit überzogenen Forderungen oder tückischen Geschäftsmodellen erneut aufgefallen. Für fast 1.100 Ratsuchende war die Verbraucherzentrale in Remscheid, Alleestraße 32, Tel. RS 8424791, E-Mail remscheid@verbraucherzentrale.nrw">remscheid@verbraucherzentrale.nrw, im vergangenen Jahr wieder der richtige Wegweiser zu Rat und Recht.

Geschickte Täuschung, damit arglose Nutzer kostenpflichtige Bestellungen vornehmen oder in ungewollte Abos tappen – der digitale Verbraucheralltag war wieder gespickt mit Stolperfallen. Die Verbraucherzentrale hat 2017 besonders die Tücken vermeintlich kostenloser Spiele-Apps für Smartphone und Tablet in den Blick genommen. Dabei hatte sich gezeigt, dass die Spielemacher Nutzer laufend durch geschickte Programmierungen animieren, den kostenlosen Sektor zu verlassen, um durch den Zukauf von vielerlei Elementen den Spieleverlauf voranzutreiben. Eingeschlossen die Gefahr, von dann kostenpflichtigen Angeboten überrascht zu werden und den Überblick zu verlieren, wie schnell Spielebeschleuniger oder weitere Komponenten mit Kosten zwischen 99 Cent und bis zu 99 Euro ins Geld gehen können. Die Verbraucherzentrale NRW forderte daher, dass Anbieter von Onlinespielen Preislisten für alle Zusatzangebote offenlegen müssen. Und für junge Gamer und deren Eltern hatte sie vorsorgliche Regeln bei „Free to play“ parat.

Bei der grassierenden Masche der massenhaften Ping-Anrufe hatten Betrüger versucht, durch kurzes Klingeln Rückrufe zu provozieren. Auf dem Display war dann unter dem Hinweis „Anruf in Abwesenheit“ eine Nummer zu sehen, die auf den ersten Blick wie eine lokale Vorwahl aussah. Wer dann zurückrief, landete jedoch nicht bei den vermeintlichen Vorwahlen deutscher Städte, sondern bei ähnlich aussehenden Ländervorwahlen: So ähnelte etwa die von Dortmund mit 0231 der von Liberia (00231). Die Betrüger hatten dann versucht, die Anrufer möglichst lange mit Bandansagen in der Leitung zu halten – und verdienten an den hohen Telefongebühren mit. Die Beratungsstelle warnte nicht nur vor Rückrufen, sondern zeigte auch Wege auf, um diese Kosten nicht bezahlen zu müssen.

Vor allem ältere Kabelkunden waren Zielgruppe von Werbern für Produkte der Unitymedia NRW GmbH: „Bei ihren Besuchen hatten sie an der Wohnungstür Ängste im Hinblick auf die Einstellung des analogen TV-Programms am 30. Juni 2017 geschürt“, berichtet die Beratungsstellenleiterin, Lydia Schwertner. Dadurch verunsichert seien dann unüberlegt oft überflüssige und teure Verträge für Telefonie und Internet oder zusätzliche kostenpflichtige TV-Angebote abgeschlossen worden. „Die Werber hatten dabei auf Unkenntnis gesetzt. Denn dass für die anstehende Umstellung von analogem auf digitalen Kabel-Empfang keine neuen Verträge notwendig sind – das hatten sie natürlich nicht verraten“, entlarvt Lydia Schwertner die Überrumpelungsstrategie.

Ratsuchende berichteten auch, dass ihnen in Unitymedia-Shops langfristige Paketverträge mit Fernsehen, Internet und Telefonie als einzige Alternative zum schwarzen Bildschirm aufgezeigt worden waren. Dabei wurden dann monatliche Gebühren und eine einmalige Anschlussgebühr fällig. „Für den Anschluss ans digitale Kabelzeitalter hätte es tatsächlich jedoch nur eines neuen digitalen Receivers bedurft“, erklärt die Beratungsstellenleiterin. In der Rechtsberatung wurden Möglichkeiten geprüft, den Vertrag zu stornieren.

Auch massive Kostentreiberei von Inkassounternehmen bot Anlass für Verbraucherbeschwerden: „Da wurden Kosten durch die parallele Beauftragung von Inkassobüro und Rechtsanwalt in die Höhe getrieben oder für standardisierte Forderungsschreiben aus dem Computerprogramm Gebühren entsprechend der „anwaltlichen Mittelgebühr“ verlangt“, berichtet Lydia Schwertner, „insbesondere Bagatellforderungen wachsen in der Obhut von Inkassobüros auf das Mehrfache an.“

Bei vielen außergerichtlichen Rechtsberatungen und -vertretungen standen Probleme mit Telekommunikationsanbietern im Mittelpunkt. Nicht nachvollziehbare Posten in der Rechnung, Stolperfallen beim Anbieterwechsel - oftmals gab es mit den Unternehmen gleich mehrere Probleme. Anlass für Beschwerden war vielfach auch, wenn die tatsächliche Leistung und Geschwindigkeit des Internetanschlusses mit den Versprechungen in der Werbung oder des Kundenberaters nicht übereinstimmte. So wollten Ratsuchende etwa wissen, wie es um Entschädigungsmöglichkeiten bei Geschwindigkeitsproblemen bestellt ist.

Beschwerden gab es aber auch über Vertragsanbahnungen in örtlichen Mobilfunkshops. Dort waren oftmals viel günstigere monatliche Entgelte zugesichert worden als dann tatsächlich mit der Mobilfunkrechnung abgebucht wurden. Crux: Die Hürde zur Prüfung ist deutlich höher, wenn man die Rechnung nicht per Post oder Mail bekommt, sondern selbst erst über eine App oder ein Onlineportal abrufen muss. So laufen unbesehen unberechtigte Entgelte auf, die erst beim Kassensturz bemerkt werden, weil etwa das Konto ins Minus bewegt. Für einen Widerspruch ist es dann häufig zu spät.

Erfreulich: Roaming-Aufschläge fürs Surfen und Telefonieren im EU-Ausland hatten viele Jahre für Urlauberverdruss gesorgt. In der Beratungsstelle waren dann viele Fragen gelandet, ob die berechneten Entgelte für die grenzüberschreitende Kommunikation rechtmäßig seien. Seit dem 15. Juni 2017 war damit (fast) Schluss: „Roam like home“ galt seither in den 28 EU-Mitgliedsstaaten; die Aufschläge für die Handynutzung dort wurden weitgehend abgeschafft. Doch einfacher und preiswerter bedeutete keineswegs ohne Limit und Ausnahmen – worüber die Beratungsstelle umfassend informiert hat, um vor teuren Überraschungen auf der Mobilfunkrechnung gefeit zu sein.

Mit der Kampagne „Dreh auf und spar“ hat die Verbraucherzentrale auch in Remscheid die richtige Einstellung zum Energiesparen beim Duschen nahegebracht. Zudem hat sie aufgezeigt, dass ein Wechsel des Strom- und Gastarifs viele Haushaltskassen sicher entlasten kann. „Neben dem Preis sind dabei vor allem kurze Laufzeiten und Kündigungsfristen wichtig sowie die richtige Einschätzung von Preisgarantien und eine besondere Vorsicht bei Bonusversprechen angezeigt“, erläutert Lydia Schwertner die Formel für den sicheren Wechsel. (Der Jahresbericht ist nachzulesen unter www.verbraucherzentrale.nrw/remscheid-jahresbericht2017)

 

Historisches Zentrum braucht 12,8 Millionen Euro

Entsetzt über leichtfertigen Umgang mit Statik“, titelte der Waterbölles am 15. Dezember 2017, nachdem Dr. Andreas Wallbrecht, der Leiter des Historischen Zentrums, den Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Alt-Remscheid die Schäden an der hölzernen Fachwerk-Konstruktion aufgezeigt hatte. Sie dokumentierten, dass Haus Cleff, das einstige Remscheider Heimatmuseum, dringend repariert werden müsste. Zur Wiederherstellung einer sicheren Statik stehen insgesamt 1,2 Millionen Euro zur Verfügung (100.000 Euro von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, 495.000 Euro an Bundes-Fördermittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und 600.000 Euro an städtischen Rücklagen).  Bleiben noch weitere 600.000 Euro aus dem Stadtsäckel für alles andere!? Viel zu wenig, um das Patrizier-Haus aus der Rokoko-Zeit wieder zur guten Stube der Stadt machen zu können. Und nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man alle fünf großen "Bausteine" betrachtet, die im Historischen Zentrum (HIZ) in den nächsten Jahren angepackt werden müssten. Stadtdirektor Sven Wiertz nannte sie in der gestrigen Sitzung des Kulturausschusses:

  • Das Deutsche Werkzeugmuseum (Auffrischung der Museumsdidaktik bzw. -pädagogik zur Präsentation alter und neuer Ausstellungsobjekte und für neue eigenständige Konzepte, um diese den Besuchern näherzubringen),
  • die Sanierung von Haus Cleff,
  • der Bau neuer Parkplätze auf dem Grundstuck der jetzigen „Schrottimmobilie“ an der Hastener Straße in Höhe des HIZ
  • die Integration des rückwärtigen „Cleff-Parks“ und
  • die Integration des benachbarten Haus Berger (museales Konzept, „Tool Lab“, vergleichbar mit dem „Rögy Lab“ in das Museumsareal.

Für eine Stadt wie Remscheid, die seit nunmehr 25 Jahren Haushaltssicherungskommune und an der Pleite nur knapp vorbeigeschrammt ist dank Landeshilfe, hörten sich die Investitionskosten, die der Stadtkämmerer gestern für diese fünf „Bausteine“ erstmals öffentlich nannte, utopisch an: 12,8 Millionen Euro! Da war im Rathaus in der vergangenen Woche im Verwaltungsvorstand offenbar noch einmal intensiv nachgerechnet worden.  „Eine Summe, bei der die Augen zu rollen anfangen“, kommentierte das der Ausschussvorsitzende Karl Heinz Humpert. „Das übersteigt die Möglichkeiten der Stadt bei Weitem!“ Sven Wiertz: „Da liegt noch eine enorme Wegstrecke vor uns!“ Das Projekt sei mit dem des Deutschen Röntgen-Museums vergleichbar und nur in überschaubaren Abschnitten zu realisieren.

Rückblick: „Erst die Statik, dann die Fördertöpfe, danach das Konzept“, titelte der Waterbölles im März 2015. Nachdem Sachverständige die Kosten für die Sanierung von Haus Cleff mit drei Millionen Euro beziffert hatten, fehlte damals noch das Ergebnis einer statischen Untersuchung des Fachwerkbaus, dessen Boden im ersten Obergeschoss teilweise um 15 Zentimeter durchhängt. „Ohne überzeugendes Museumskonzept keine Fördermittel“, hatte es von Seiten der Stadt lange Zeit geheißen. Doch in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 14. März 2015 ruderte Kulturdezernent Dr. Christian Henkelmann in puncto Museumskonzept zurück. Zunächst einmal wolle er beim Landschaftsverband Rheinland herausfinden, welche Förderung man sich dort überhaupt vorstellen könne. Im Übrigen stellte es fest: Haus Cleff sei ein „Totalschaden“.

Allein die Sanierung des Patrizierhauses aus dem Rokoko werde rund 4,6 Millionen Euro kosten, berichtete Sven Wiertz gestern. Denn durch Eingriffe in die Statik sei diese im Laufe der Jahrzehnte instabil geworden. Das erfordere etwa den Einbau von Stahlträgern, um das Obergeschoss überhaupt nutzen zu können. Das sei mit den vorliegenden Fördergeldern nicht zu machen. Weitere finanzielle Unterstützungen durch Land, Bund, europäische Union seien aber erst realistisch, wenn es mit Unterstützung der Landeskonservatorin gelinge, Haus Cleff zu einem „Denkmal von nationaler Bedeutung“ zu deklarieren, quasi zu einem „großbürgerlichen Pendant zu Schloss Benrath“. Ein Gespräch mit der Landeskonservatorin / dem Landschaftsverband Rheinland wird Stadtdirektor Wiertz Mitte bis Ende Juni führen. (Hatte da nicht schon Henkelmann vorfühlen wollen?)

Mit einem schnellen finanziellen Erfolg ist nicht zu rechnen. Derweil nagt an Haus Cleff der Zahn der Zeit weiter – nach der inneren Entkernung vor allem an Fassade und Dach. Dort ist jetzt Bestandsschutz auch ohne die Zusage weiterer öffentlicher Zuschüsse angesagt, damit die Hülle des künftigen Museumsgutes nicht weiter verfällt. Ob die Stadt Remscheid dafür in den nächsten Doppelhaushalt 2019/2010 einen Betrag einstellen kann, muss sich aber erst noch zeigen. „Das wird derzeit geprüft“, sagte Wiertz.

Wie die städtische Architektin Anja Klein dem Kulturausschuss berichtete, müssen an der Fassade die Schieferplatten abgenommen werden, um das dahinter liegende Fachwerk begutachten und bei Bedarf reparieren zu können (einige Außenwände scheinen inzwischen nicht mehr standfest zu sein). Restauriert werden müsse das äußere Holzwerk (Fenster, Türen). So seien acht Fenster im Laufe der Jahre von außen verkleidet und von innen abgebaut worden, müssten folglich komplett neu erstellt werden. Der zweite Bauabschnitt – neue Ziegel für das Dach geplant. Der dritte – die Sanierung der Treppen, Eingänge und Kanalisation.

Dass die Sanierung von Haus Cleff auch der Unterstützung eines externen Architekten bedarf, war von vornherein unstrittig. Doch am 20. März erfuhren die Mitglieder des „Fördervereins Haus Cleff auf ihrer Jahreshauptversammlung in der Denkerschmette von Museumsleiter Dr. Andreas Wallbrecht (Foto), dass seit Dezember das Remscheider Architektenbüro Sophie und Christof Welke die Renovierung von Haus Cleff wegen Arbeitsüberlastung nicht weiter begleiten könne. Es heißt, ein Facharchitekt aus Düsseldorf könne in die Bresche springen. Was Sven Wiertz gestern zum künftigen musealen Inhalt von Haus Cleff sagte, deutete darauf hin, dass sich nicht nur der Architekt ändert, sondern womöglich auch das museale Konzept, das Wallbrecht in der Denkerschmette vorgestellt hatte. Dabei hatte sich ein Mitglied des Förderkreises zur Idee eines Cafés und eines Festzimmers (z. B. für Trauungen) im Obergeschoss von Haus Cleff kritisch geäußert. Denn dadurch werde die echte Ausstellungsfläche von Haus Cleff dezimiert. Dazu gestern der Stadtdirektor indirekt: „Wir prüfen, die Werke des Remscheider Grafikers Gerd Arntz (eingelagert) und die rund 50 Gemälde von Johann Peter Hasenclever, die auf einen Wert von 340.000 Euro geschätzt werden, in das Ausstellungskonzept aufzunehmen!“ Das aber würde eine neue Zuordnung der Museumsräume bedeuten.

„Kommt denn nun ein Café ins Obergeschoss oder nicht?“, wollte es Fritz Beinersdorf (Linke) genauer wissen. Die Landekonservatorin habe in der Raumfrage, gepaart mit Dankmalschutz und Barrierefreiheit, ein Wort mitzureden, blieb Wiertz unbestimmt. Und das Deutsche Werkzeugmuseum? Auch hier hakte Beinersdorf nach, sprach von „in den vergangenen zehn Jahren verlorengegangener Attraktivität. Da reißt die Besucher nichts mehr vom Stuhl!“ Zustimmung von Beatrice Schlieper: „Die Didaktik hat durchaus Luft nach oben!“ Widerspruch von Sven Wiertz: „Das Werkzeugmuseum ist immer noch zeitgemäß. Aber es muss weiterentwickelt werden. Auch das wird nicht ohne Fördermittel gehen!“

„Aber mit der vorhandenen engagierten Mannschaft!“, betonte Karl Heinz Humpert. Der sei es schließlich in jüngster Zeit gelungen, das Museum „mit Angeboten, die es früher nicht gegeben hat, ins Blickfeld der Öffentlichkeit zu rücken“. Von Architektin Anja Klein wollte Humpert wissen, wann sie mit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten in Haus Cleff rechne. Die Antwort war zweigeteilt: „Bis Ende 2020!“ –– „Vorausgesetzt, die Fördergelder fließen!“

„‘Die Hoffnung stirbt zuletzt!‘ Das gilt auch für die wünschenswerte, aber ungewisse Sanierung des historischen Rokokohauses Haus Cleff“, schrieb ich schon einmal, am 14. März 2015. Was in der Zwischenzeit passierte, könnte demnächst irrelevant werden. Das Spiel beginnt neu, und es hat noch viel Unbekanntes. (Das Video unten datiert auf den 30. März 2017)

Der OB vor einer politisch schwierigen Reise

Waterbölles-Kommentar

"... dass viele Menschen diese Partnerschaft mit Leben füllen!" Mit diesem Zitat überschrieb der Waterbölles am 11. Februar 2015 die Pressemitteilung des Freundschaftsvereins Kırşehir–Remscheid, die über die Unterzeichnung von zwei Partnerschaftsurkunden in Türkisch und Deutsch in Remscheids neuer Partnerstadt Kırşehir berichtete. Dort waren die Urkunden am Vortag von den Stadtoberhäuptern Yasar Bahceci und Burkhard Mast-Weisz unterzeichnet worden. Bis dahin hatte der Freundschaftsverein Kırşehir-Remscheid unter dem Vorsitz von Superintendent Hartmut Demski fünf Jahre lang Kontakte geknüpft, einen Schüleraustausch ins Leben gerufen und für Verständnis geworben. "Es bleibt zu hoffen, dass viele Menschen diese Partnerschaft mit Leben füllen", wünschte sich der Superintendent damals genauso wie der pensionierte Sozialarbeiter Ramazan Dalgali. Er hatte mit 21 Jahren seine Heimatstadt Kırşehir verlassen, um, wie viele seiner Landsleute, in Remscheid neue Wurzeln zu schlagen. Die Zahl der Remscheider, die aus Kırşehir und Umgebung stammen, schätzt er auf rund 2.000.

Dass die Städtepartnerschaft zwischen Remscheid und Kırşehir nicht weiter aufgeblüht ist, wie es sich gerade die türkischen Migranten gewünscht hätten, liegt nicht an mangelnder Bereitschaft, sondern hat politische Gründe, angefangen bei dem Putschversuch des Militärs in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2016. In der Folgezeit verabschiedete sich die Türkei unter ihrem Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan vom demokratischen Rechtsstaat. Tausende wurden verhaftet und unter dem (bis heute vielfach unbewiesenen) Verdacht, Anhänger von Fethullah Gülen zu sein, aus dem Staatsdienst entlassen. Auch viele Journalisten traf es hart. (Da kann es nicht verwundern, dass viele deutsche Urlauber der Türkei seitdem fern bleiben.)

„Einige Entscheidungen, die nach dem Putsch getroffen worden sind, sind aus hiesiger Sicht unverständlich. Ich hoffe sehr, dass schnellstmöglich der Notstand wieder aufgehoben werden kann und dass Parlament und Regierung gemeinsam Verantwortung für das Land übernehmen. (...) Leider haben aus unterschiedlichen, vor allem aber terminlichen Gründen, Wirtschaftsvertreter und ein Vertreter der Regierungspräsidentin eine Mitwirkung an der geplanten Reise im Oktober abgesagt. Das bedauere ich sehr. Daher möchte ich diese Fahrt nach Kırşehir ins kommende Frühjahr verschieben“, schrieb Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz am 19. August 2016  an Yasar Bahceci. Zu einem Zeitpunkt also, als das ganze Ausmaß des politischen Wandels zum Depotismus in der Türkei noch gar nicht zu überschauen war.

Aus der verschobenen Reise mit Vertretern der Remscheider Wirtschaft wurde nichts. Aus verständlichen Gründen (siehe oben). Die Vertreter der Wirtschaftsvereinigungen (Kreishandwerkerschaft, Arbeitgeberverband, IHK ) und der Bezirksregierung winkten Anfang 20117 ab, und auch unter den politischen Vertreter/innen und Vertreter fand sich auf Nachfrage keine Mehrheit für eine Reise nach Kırşehir, wie der OB im März vergangenen Jahres berichtete. Aber dem Bürgermeister der Stadt Kırşehir solle übermittelt werden, wie wichtig der Stadt Remscheid die Verbindung zu der türkischen Partnerstadt sei.

Um den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen, will Mast-Weisz nun am 28. Juni zu einem Arbeitsgespräch nach Kırşehir fliegen, begleitet von Superintendent Hartmut Demski, dem Vorsitzenden des hiesigen Partnerschaftsvereins. Beim Besuch des türkischen Amtskollegen seien keine offiziellen Auftritte vor Journalisten vorgesehen, betont der OB. Vom CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Nettekoven bekam er über eine Pressemitteilung der Partei den Wunsch mit auf den Weg, er möge doch bitte auch die seit Wochen andauernde Haft des Remscheider Sozialarbeiters Adil Demirci in einem türkischen Gefängnis ansprechen.

Die Reise des Remscheider Oberbürgermeisters fällt in eine in der Türkei politisch hochbrisante Zeit zwischen der Parlaments- und Präsidentschaftswahl am 24. Juni und der erwarteten Stichwahl am 8. Juli zwischen Erdoğan und Muharrem İnce von der Partei CHP als dem voraussichtkich stärksten Kandidaten des neuen Oppositionsbündnisses. Der Sieger der Wahl wird als Folge von Gesetzesänderungen, die Erdoğan durchgesetzt hat, sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef mit großen Befugnissen, wodurch auch das Amt des türkischen Ministerpräsidenten künftig entfällt. Mit Hinweis auf diese Wahl hatten Remscheider Kommunalpolitiker dem OB von dieser Reise zu Yasar Bahceci abgeraten. Denn der gehört zu Erdoğans Partei AKP. Da könnte das Zusammentreffen als deutsche Wahlhilfe verstanden und auch so genutzt werden, lautet eine Befürchtung. Das macht die Reise von Burkhard Mast-Weisz noch um einige Grade schwieriger.

Einig über das neue Gewerbegebiet „Gleisdreieck“

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (Remscheid), Bürgermeister Rainer Bleek (Wermelskirchen) und Bürgermeister Dietmar Persian (Hückeswagen“ haben sich für ein interkommunales Gewerbegebiet in Bergisch Born ausgesprochen. Das neue Gewerbegebiet „Gleisdreieck“ soll sich über Gesamtfläche von rund 35 Hektar erstrecken - 18 ha auf Remscheider, zwölf auf Wermelskirchener und fünf auf Hückeswagener Stadtgebiet. Dazu unterzeichneten die drei „Stadtspitzen“ heute Nachmittag im Clubheim des SSV Bergisch Born eine gemeinsame „Absichtserklärung zur partnerschaftlichen Flächenentwicklung“. Im Gespräch war das „Gleisdreieck“ schon seit etlichen Jahren. Doch Wermelskirchen, ohne das die Erschließung des Geländes unmöglich ist, zierte sich, wollte auch gerne mit einem Flächenanteil beteiligt sein. Das soll nun gelingen. Und weil „schöne Kinder“ viele Väter haben, brachten die (Ober-)Bürgermeister ihre Planungsstäbe gestern zum Pressetermin auf der derzeitigen landwirtschaftlichen Nutzfläche gleich mit.

Luftbild des geplanten intermonnunalen Gewerbegebietes.Die Erschließung ist im Westen über Wermelskirchener Gebiet und im Osten über Remscheider und Hückeswagener Stadtgebiet geplant. Umgesetzt werden soll das neue Gewerbegebiet zum Jahr 2023. Ein gewichtiges Wort werden bei der Planung die Regionalräte der Regierungspräsidentinnen Gisela Walsken (Köln) und Birgitta Radermacher (Düsseldorf) mitsprechen, denn Remscheid gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf, die beiden Nachbarkommunen aber zum Regierungsbezirk Köln.

Gewerbeflächen sind im Bergischen Land knapp. Durch die gemeinsame Zusammenarbeit direkt an der Stadtgrenze zwischen Remscheid, Wermelskirchen und Hückeswagen ergibt sich für alle drei Städte die Chance, weitere zusätzliche Gewerbeflächen zu gewinnen. Oberbürgermeister Mast-Weisz: „Wir stehen in der Verantwortung, der Bergischen Wirtschaft ausreichende und geeignete Gewerbeflächen anbieten zu können. Ich möchte unseren hiesigen Unternehmen und Interessenten attraktive Angebote unterbreiten können. Durch die Zusammenarbeit mit Wermelskirchen und Hückeswagen eröffnet sich dazu am Gleisdreieck die Möglichkeit. Die Stadt Remscheid wird darüber hinaus weitere Flächen, so zum Beispiel die Erdbeerfelder, für die gewerbliche Nutzung entwickeln. Das alles dient der Stärkung des Wirtschaftsraums und der Arbeitsplatzsicherung.“

Kurzes Statement nach der Unterschrift

Bürgermeister Persian begrüßt die Zusammenarbeit über Stadtgrenzen hinweg so: „Wichtig ist, dass wir gemeinsam attraktive Angebote für die Wirtschaft und damit für die Menschen in unserer Region schaffen. Da nur auf das eigene Stadtgebiet zu schauen, ist nicht mehr zeitgemäß. Die Zusammenarbeit mit Partnern bringt Vorteile für alle Beteiligten. Ich bin mir sicher, dass das Gleisdreieck ein guter Wirtschaftsstandort werden wird.“ Und auch Bürgermeister Bleek setzt große Hoffnung in das gemeinsame Projekt: „Wir müssen die Stärke unseres Wirtschaftsstandortes erhalten. Dies gelingt uns am besten, wenn wir unsere Kräfte über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus bündeln, denn die Nachfrage nach neuen Gewerbeflächen ist sehr groß. Selbstverständlich ist dabei, dass alle drei Partner von der Entwicklung profitieren und es keine Verlierer gibt.“ (Frage dazu an Dietmar Persian, Burkhard Mast-Weisz und Rainer Bleek nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung im nebenstehenden Video)

Nachfolgend die Absichtserklärung im Wortlaut:

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