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Seltsame Privataudienz für Beschwerdeführer

Waterbölles-Kommentar

Ratsmitglieder sollten wissen, was in der „Geschäftsordnung für den Rat der Stadt, die Bezirksvertretungen und die Ausschüsse“ steht, die sie sich selbst gegeben haben. Notfalls lässt sich darin per Internet nachschlagen: http://www.remscheid.de/rathaus-und-politik/medienpool/ortsrecht/0.03_101_Geschaeftsordnung.pdf. Da steht unter Absatz 8.10: „Zuhörer dürfen sich an der Verhandlung nicht beteiligen.“ Und sie dürfen erst recht nicht gleich hinter den Ausschussmitgliedern und neben Mitarbeitern der Verwaltung Platz nehmen, als seien sie Sachverständige. Das geht indirekt aus Absatz 4.4. hervor: „Mitglieder der Bezirksvertretungen und der Ausschüsse können an den nichtöffentlichen Sitzungen als Zuhörer teilnehmen. Sie haben dabei in dem für Zuhörer bestimmten Teil des Sitzungsraumes Platz zu nehmen.“

Natürlich kennen die Ausschussvorsitzenden die Geschäftsordnung. Wenn sie sich dennoch nicht daran halten, glauben sie offenbar: „Das macht doch nichts, das merkt doch keiner“. Beides ist falsch. Anderen voran merken es die an den Sitzungen teilnehmenden Verwaltungsmitarbeiter. Und es macht ihnen sicherlich auch etwas aus. Denn eigentlich müssten sie den Sitzungsleiter auf die Geschäftsordnung hinweisen, gegen die er gerade verstößt, halten sich aber zurück, aus welchem Grund auch immer. Das macht verlegen, nehme ich an. Weil es peinlich ist. Erst recht, wenn der „Gast“, dem das Wort erteilt wurde, die Gelegenheit zu massiven Vorwürfen gegen die Verwaltung nutzt.

So geschehen gestern im Bauausschuss unter Vorsitz des politischen Urgesteins Otto Mähler (SPD). Da durfte der Architekt Adolf Böker gegen eine geplante Wohnbebauung an der Königstraße wettern. Über die Pläne hatte der Waterbölles am 4. November 2016 berichtet: „Vier Mehrfamilienhäuser statt alter Fabrikhallen“. Zur frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit lagen die Pläne zum neuen Bebauungsplan 667 – Gebiet: nördlich Königstraße, südlich Stadtpark – vom 29. Mai bis 30. Juni im Fachdienst Bauen, Vermessung und Kataster an der Ludwigstraße 14 aus. Und wenn die Politik über die in dieser Zeit eingegangenen Anregungen und Bedenken aus der Bürgerschaft entschieden hat, wird ein weiteres Offenlegungsverfahren beginnen, zu dem die Bürger/innen dann Eingaben machen können. Fühlen sie sich auch danach noch nicht gebührend erhört, bleibt die „Einwohner-Fragestunde“ in einer Ratssitzung oder eine Klage vor dem Verwaltungsgericht.

Es kann also alles seinen demokratischen Gang gehen, ohne dass jemandem (den man womöglich besser kennt als Otto Normalbürger) gleich ein persönliches Gastspiel in einer Ausschusssitzung gewährt werden muss. Denn sonst könnte der gesamte Ausschuss nebst Verwaltung leicht in den Verdacht des Klüngels geraten. Auch deshalb war es gut und richtig, dass Jörg Schubert, Leiter des Fachdienstes Bauen, Vermessung, Kataster und Untere Denkmalbehörde, auf das ordentliche Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplanes verwies, von dem die Mitarbeiter der Baubehörde nicht abzuweichen gedächten. Dass Architekten dazu neigten, Bebauungspläne, zum Beispiel bei der zulässigen Geschosshöhe, bis zur Schmerzgrenze auszureizen, sei ja nichts Neues, so Schubert. „Damit können wir umgehen!“

In diesem speziellen Fall ging es aber nicht um einen Architekten als Planer, sondern um einen als Anwohner. Und Anwohner, denen ihr Umfeld liebgeworden ist, wehren sich halt gerne gegen Neubauprojekte. Ob berechtigt oder nicht, spielt hier keine Rolle. Da fällt mir eine ganze Reihe von Beispielen aus der Vergangenheit ein. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, dass diese Fälle in einer öffentlichen Bauausschusssitzung mit den Beschwerdeführern erörtert worden wären.

Heute „Tag der Städtebauförderung“ & "MyViertel Fest"

„Alt-Remscheid, Stachelhausen und Honsberg neu erleben! Das geht am morgigen „Tag der Städtebauförderung“. Die Stadt Remscheid nimmt diesen Tag zum Anlass, um auf die Erfolge des Stadtumbaus hinzuweisen. Mehr als 20 Aktionen in der Innenstadt und in den Stadtteilen Stachelhausen und Honsberg sollen zeigen, wie vielfältig der Stadtumbau diese Gebiete verändert hat oder noch verändern wird. Interessierte sind dazu eingeladen, sich von 14 bis 19 Uhr vor und im Innenstadtbüro über die im nächsten Jahr geplante bauliche Umgestaltung von fünf Zugängen zur Innenstadt (Alleestraße) zu informieren: Scharffstraße, Fastenrathstraße, Wiedenhofstraße, Mandtstraße und Alte Bismarckstraße. Und gerne können sie dann neben Horst Kläuser auf dem Sofa Platz nehmen und ihre eigenen Ideen und Vorschläge nennen, festgehalten auf Video für eine spätere Dokumentation, die auch das beauftragte Planungsbüro zu sehen bekommen wird. Vielleicht fließt die eine oder andere Bürgeranregung ja in den Planungsprozess ein...

Kostenloser Shuttle-Bus Innenstadt – Honsberg
Friedrich-Ebert-Platz Bstg. D1 10:25 10:55 alle 15:25
Markt 10:26 10:56 30 Min. 15:26
Stachelhausen Bstg. D (Blumenstr.) 10:27 10:57 bis 15:27
Honsberger Str. 10:28 10:58   15:28
Parallelstr. 10:29 10:59   15:29
Lobachstr. 10:30 11:00   15:30
Thomasstr. 10:31 11:01   15:31
Honsberg Sportplatz 10:33 11:03   15:33
Kostenloser Shuttle-Bus Honsberg – Innenstadt
Honsberg Sportplatz 10:39 11:09 alle 15:39
Thomasstr. 10:39 11:09 30 Min. 15:39
Lobachstr. 10:40 11:10 bis 15:40
Parallelstr. 10:41 11:11   15:41
Honsberger Str. 10:43 11:13   15:43
Kremenholler Str. 10:44 11:14   15:44
Stachelhausen Bstg. A (Freiheitsstr.) 10:45 11:15   15:45
Papenberger Str. 10:46 11:16   15:46
Remscheid Hbf Bstg. A 10:49 11:19   15:49
Markt 10:50 11:20   15:50
Friedrich-Ebert-Platz Bstg. E 10:53 11:23   15:53

Der Aktionstag beginnt nicht am Markt, sondern bereits um 10 Uhr auf dem Honsberg mit kreativen (Mitmach-) Aktionen im Innenhof der Kraftstation, auf dem Richard-Heinrich-Platz, im Neuen Lindenhof und im Stadtteilpark an der Halskestraße. Schließlich bilden Stadtteile Stachelhausen und Honsberg seit 2007 einen Teil des Stadtumbaugebietes auf Grundlage eines städtebaulichen Entwicklungskonzepts. Getreu dem Motto „Alt-Remscheid neu erleben“ verdeutlichen mehrere Projekte, was sich dort seitdem getan hat. Dazu gehört u. a. neben einer öffentlichen Grünfläche mit Bouleplatz, dem Richard-Heinrich-Platz. Auch die Neuanlage von drei Aussichtspunkten und der Ausbau von zwei Wegeverbindungen im Landschaftsraum rund um Honsberg.

Das lässt sich morgen näher kennenlernen. Ein Picknick am „Langen Tisch“ gefällig, wo man die mitgebrachten Speisen mit anderen teilen kann? Möglich zwischen 11 bis 15 Uhr im Stadtteilpark an der Halskestraße! Oder Lust auf eine Schnitzeljagd mit neun Stationen zwischen Innenstadt und Honsberg, auf der Fragen richtig beantwortet werden müssen, um vielleicht ein Gemälde, eine besondere Spirituose oder Kino-Karten zu gewinnen.

„Fühle, rieche, schmecke, höre, sehe, liebe, liebe das Viertel“ bewerben Gastwirte, Gewerbetreibende und Anwohner der Alten Bismarckstraße das „MyViertelFest“, das morgen von 14 bis 22 Uhr auf der Alten Bismarckstraße und im Umfeld der Stadtkirche „Livemusik, köstliche Speisen, kühle Getränke, Kinderspiele, geschichtliche Zeitreisen, Workshops und vieles mehr“ verspricht, kurz: einen schönen Rahmen zum Austausch und zur Inspiration für die Umgestaltung der Alten Bismarckstraße. Sie ist der steilste Zugang zur Innenstadt Remscheids. Und die Anrainer  möchten die Vielfalt der Straße mit Gastronomie und Geschäften, der aktiven Stadtkirchengemeinde, den breiten Angeboten der Diakonie Remscheid, des Seniorenbüros und des Kaufhaus Remscheids sowie privaten Aktionen neu in Szene setzen.

Das komplette Programm auf der nächsten Seite:

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Maikirmes diesmal sogar mit Achterbahn

Die Remscheider Kirmes hat ihre Blütezeit längst hinter sich“, titelte der Waterbölles am10. Juli 2006. „Wie? Das sollte die große Remscheider Kirmes gewesen sein?“. Die Frage, von einem Fahrgast mit Popcorn-Tüte in der Hand an sein Gegenüber gestellt, löste damals im Bus der Stadtwerke auf der Fahrt vom Quimper-Platz zum Friedrich-Ebert-Platz einen Gedankenaustausch aus, an dem sich ein gutes Dutzend Remscheider im Rentneralter beteiligte. „Wissen Sie noch, Ende der 50er Jahren, was war das eine Völkerwanderung über die Wilhelm- und Hindenburgstraße zum Schützenplatz“. – „Schon an den beiden Zufahrtsstraßen standen links und rechts Kirmesbuden. Mit Blumen aus Holland, mit gebrannten Mandeln, weiter hinten gleich zwei Fischbuden“. – „Ja, damals war das noch die größte Kirmes im Bergischen Land, mit Riesenrad, Achter- und Geisterbahn, Boxbude, jeder Quadratmeter des Schützenplatzes wurde genutzt. – „Man ging nicht, man wurde geschoben!“ Und heute?

Zwischenzeitlich war die „größte Kirmes des Bergischen Landes“ in der kleinsten deutschen Großstadt auf die Größe einer Dorfkirmes geschrumpft – und entsprechend unattraktiv. Da, wo es früher noch einen Mittel- und einen Quergang gab, voll mit Fahrgeschäften und Buden, stehen heute die Wohn- und Lastwagen der Schausteller. Und da stehen sie auch in diesem Jahr wieder – bei der Maikirmes 2018. Aber gleichwohl hat der Besucher den Eindruck, als gehe es wieder ein wenig aufwärts.  Sogar eine Achterbahn, „die wilde Maus“, hat zum Remscheider Schürzenplatz gefunden, wie eine ganze Reihe von Fahrgeschäften, von beschaulichen Kinderkarussells bis zu turbulenten Berg-und-.Tal-Bahnen, Drehwurm garantiert. Die eine,  Hully Gully", klingt nostalgisch und ist es wohl auch. Und auch eine Geisterbahn (Foto) fehlt nicht.

Wer es noch einmal – vielleicht nach einem Blick auf das Video des Waterbölles – mit der Remscheider Kirmes versuchen möchte: Die Maikirmes bis bis Sonntag, 6. Maitäglich von 14 bis 24 Uhr geöffnet, sonntags sogar ab 12 Uhr.  Familientag“ mit günstigeren Preisen ist diesmal der Mittwoch. Ein großes Feuerwerk soll es am Freitag, 4. Mai, um 22.45 Uhr geben.

Yakub Arslan führt den 8. Remscheider Jugendrat

Der 17 Jahre alte Yakub Arslan, Schüler der Albert-Einstein-Gesamtschule, der bei der Wahl des 8. Remscheider Jugendrates mit 406 die meisten Stimmen bekommen hatte, wurde gestern auf der konstituierenden Sitzung im Großen Sitzungssaal des Rathauses zum  Vorsitzende des Jugendrates gewählt. In einer Stichwahl erhielt er von den abgegebenen 15 Stimmen - alle Jugendratsmitglieder waren anwesend und gaben ihr Votum ab - acht Stimmen; auf die beiden übrigen Kandidaten Daniel Pilz und Sophie Flüß entfielen vier b zw. drei Stimmen. Auch bei den Wahlen der beiden Stellvertreter bedurfte es Stichwahlen. Die eine entschied Francesco Lo Pinto (16, Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium) mit zehn Stimmen für sich; auf seinen Gegenkandidaten Bengi Aslan entfielen fünf Stimmen: In der anderen Stichwahl – für den zweiten Stellvertreter – brachte es der 17 Jahre alte EMA-Schüler dann auf acht Stimmen, eine mehr als sein Gegenkandidat Elias El Ghorchi. Damit war das neue Führungstrio des neuen Jugendrates komplett: Vorsitzender Yakub Arslan, 1. Stellvertreter Francesco Lo Pinto, 2.Stellvertreter Bengi Aslan. Gerd Dietrich-Wingender, der Geschäftsführer des Jugendrates, staunte: Fünf Kandidaten bei der Wahl des Vorsitzenden und je zehn bei der seiner Stellvertreter - das hatte es zuvor noch nie gegeben!“ Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz verpflichtete sodann die fünf Jugendratsmitglieder und wünschte ihnen eine spannende Zeit. Für die Mitglieder des 7. Jugendrates hatte er herzliche Worte des Dankes und Urkunden.

Nächtliche Randale im Allee-Center beschäftigt Politik

Berichte in den lokalen Medien über nächtliche Randale und Sachbeschädigungen im Allee-Center veranlasste die CDU-Fraktion zu einer Anfrage zur gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Der drängende Tonfall, den der CDU-Fraktionsvorsitzende Jens Peter Nettekoven darin anschlug, konnte den Eindruck erwecken, als habe die Stadtverwaltung auf diese Vorgänge nicht reagiert. Zitat: Achselzucken ist keine angemessene Antwort auf Randale und Pöbeleien. Wir erwarten von der Stadtspitze, dass dem Allee-Center, das nicht nur für unsere Innenstadt eine große Bedeutung hat, und den dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geholfen wird. (...) Auch wir sehen mit Sorge, dass sich das Allee-Center aufgrund randalierender und pöbelnder Gruppen von zumeist Jugendlichen zu einem sozialen Brennpunkt entwickeln könnte in dem Bereich vom Teo Otto Theater zum Allee-Center und zwischen Allee-Center und Theodor-Heuss-Platz.“

Als sozialer Brennpunkt (Synonym für Problemviertel) werden nach einer Definition des Deutschen Städtetages von 1979 Wohngebiete bezeichnet, „in denen Faktoren, die die Lebensbedingungen ihrer Bewohner und insbesondere die Entwicklungschancen beziehungsweise Sozialisationsbedingungen von Kindern und Jugendlichen negativ bestimmen, gehäuft auftreten“, erläuterte in der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Die Jugendlichen, die aktuell vermehrt, oder die Personen, die sich regelmäßig auf dem Theodor-Heuss-Platz oder auf der anderen Seite des Alleecenters aufhalten, und die aktuellen Vorfälle rechtfertigen „aus Sicht des Sozialdezernates sicherlich nicht ... die Einordnung als sozialer Brennpunkt, betonte Neuhaus.

„Öfter halten sich in der letzten Zeit Jugendliche in (größeren) Gruppen vor dem Alleecenter auf. Dieses Phänomen, dass Jugendliche,  insbesondere im Rahmen der Pubertät, sich in Peergroups (Gruppen von Gleichaltrigen) treffen und  selbstorganisiert Orte und Räume suchen, um sich auszuprobieren, ist eine normale Entwicklung“, fuhr der Sozialdezernent fort. Dies zeige sich regelmäßig und an unterschiedlichen Orten in der Stadt – leider auch manchmal der Gestalt, dass die Jugendlichen in dieser Entwicklungsphase auffallen und hierdurch Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erreichen wollen. „Es ist sinnvoll, dass sich der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) und der (einzige) Streetworker des Jugendamtes abstimmen und ein gemeinsames Vorgehen der Ansprache und Orientierung der Jugendlichen vereinbaren“, so Neuhaus weiter. Für diese Ausdrucksformen jugendlicher Entwicklung müsse die Abteilung "Jugendförderung" des Fachdienstes Jugend, Soziales und Wohnen ihr Handlungsfeld "Aufsuchende Jugendsozialarbeit" überarbeiten - auch ein Thema für die freien Träger der Jugendhilfe  in der Arbeitsgemeinschaft AGOT. Mögliches Ziel: die Hinführung dieser Jugendlichen zu den Freizeitangeboten in „Gelber Villa“ und Kraftstation. Neuhaus weiter: „Im Bedarfsfall sollten aber auch ergänzende passgenaue Angebote für diese Gruppen entwickelt werden (z.B. soziale Gruppenarbeit).“

„Insgesamt unbefriedigend“ befand Bezirksbürgermeister Otto Mähler die gegenwärtige Situation: „Die alten Leute trauen sich nicht mehr ins Allee-Center! Da muss was passieren!“ Und Fritz Beinersdorf (Linke) forderte ebenso wie Sven Wolf (SPD) ein „alternatives Aufenthaltsangebot für Jugendliche in der Innenstadt“. Eine solche Anlaufstelle fehle, seit die Stadt das Jugendcafé RIC am Markt aus Kostengründen geschlossen habe, kritisierte Beinersdorf.  Thomas Neuhaus hielt entgegen, das gegenwärtige Phänomen lass sich durch ein neues RIC nicht einfangen.

Auf die Frage der CDU-Fraktion, zu wie vielen Einsätzen die Polizei in jüngster Zeit habe ausrücken müssen und wie oft und an welchen Tagen von ihr die Schließung des Durchwegs im Allee-Center (Anm. außerhalb der Geschäftszeiten) angeordnet worden sei, antwortete gestern Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke: „Eine Einsatzrecherche bei der Polizei hat ergeben, dass seit Jahresbeginn 18 Einsätze wegen „Randalierer, Körperverletzung, Belästigung, Hausfriedensbruch“ zum Allee-Center gefahren wurden. Die Polizei hat dreimal aus gegebenem Anlass den Durchgang am Allee-Center sperren lassen.

Im Ausschuss für Bürger, Umwelt, Klimaschutz und Ordnung (BUKO) habe Ordungsamtsleiter Beckmann am 21. November 2017 berichtet, dass von den bis dahin geplanten 40 gemeinsamen Streifen mit der Polizei 28 stattgefunden hätten,  fuhr Barbara Reul-Nocke fort. Sieben seien vom KOD und fünf von der Polizei abgesagt worden. Der KOD habe bis dahin 188 Streifengänge in der Alleestraße und der Umgebung durchgeführt. Der Weihnachtsmarkt (und damit auch der Zugang zum Allee-Center) sei zweimal täglich (auch samstags) kontrolliert worden. Seit der Sitzung des BUKO am 21. November seien 20 gemeinsame Streifen mit der Polizei geplant worden, von denen dann aber drei durch die Polizei und eine durch den KOD abgesagt worden seien. „Somit haben 16 gemeinsame Streifen stattgefunden!“ Der KOD habe den Innenstadtbereich, dazu gehören auch die Zugänge ins Allee-Center vom Rathausplatz und vom Teo Otto Theater, an insgesamt 71 Tagen teilweise mehrfach täglich kontrolliert, insgesamt seien in diesem Zeitraum 151 Streifengänge registriert. Die Dezernentin: „Die Kontrollen finden überwiegend tagsüber statt, es sind 14 Kontrollen nach 20 Uhr registriert. Seit Schließung des Einzelhandelsgeschäfts ‚Netto‘ am Markt hat sich die Szene der Trinker vermutlich in Richtung Allee-Center verlagert, da im „Real“ bis in die Abendstunden Alkohol nachgekauft werden kann.“ Da es sich bei dem Durchgang im Allee-Center um eine Privatfläche handele, obliege die Kontrollpflicht im Übrigen dem Eigentümer, betonte Barbara Reul-Nocke. Dieser habe dafür bis in die Abendstunden einen Wach- und Schließdienst engagiert, „aber nicht nachts!“

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Zwei neue Führungskräfte "außerhalb" gefunden

Nachfolger von Dietmar Klee als Leiter des städtischen Fachdienstes Recht und Datenschutz ist seit dem 1. März Oberverwaltungsrat Harald Pietz, zuvor Leiter des Ordnungsamtes der badischen Kreisstadt Waldshut-Tiengen nahe der Schweizer Grenze. Zeitgleich trat Amtmann Andreas Levermann, zuvor Leiter Standesamtes Hemer, als neuer Leiter der Abteilung Standesamt im Fachdienst Bürger, Sicherheit und Ordnung in den Dienst der Stadt Remscheid. Gestern stellten Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke und Fachdienstleiter Jürgen Beckmann die beiden neuen Führungskräfte vor - offiziell, aber wenig formell, sondern entspannt und gut aufgelegt.

Seit Jahresbeginn habe sich der Verwaltungsvorstand mit dem Thema „Personalentwicklung“ vor dem Hintergrund des finanziell unabdingbaren Personalabbaus („Stärkungspakt“) intensiv beschäftigt, sagte der OB einleitend. Das habe die Ausbildung neuer Mitarbeiter/innen ebenso umfasst wie die Potenziale mehr- und langjährige Beschäftigter der Stadtverwaltung. Diese Potenziale gelte es zu erkennen und zu fördern. Und bei einem Durchschnittsalter von über 50 Jahren spiele auch das Gesundheitsmanagement zunehmend eine Rolle. Neue Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt zu finden, sei schwierig geworden. Denn der sei „weitgehend leergefegt“. Das Problem: In den nächsten Jahren werden einige Amtsleiter in den Ruhestand gehen. Je spezieller Ihr Aufgabengebiet, desto geringer die Aussicht auf einen Nachfolger / eine Nachfolgerin aus den eigenen Reihen. Burkhard Mast-Weisz: „Wir müssen auch weiterhin gezielt versuchen, neue Führungskräfte von außen für unsere Verwaltung zu gewinnen. Und ich freue mich, dass dies jetzt gleich in zwei Fällen gelungen ist!“ Und an Harald Pietz und Andreas Levermann gewandt: „Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich bei uns richtig wohlfühlen!“

„Meine neuen Jungs“, scherzte Rechtsdezernentin Reul-Nocke, denn sowohl das Standes- als auch das Rechtsamt fallen in ihren Zuständigkeitsbereich, und beide nähmen darin Schlüsselstellungen ein. Wobei der Fachdienst Recht und Datenschutz in den vergangenen Jahren allerdings für Außenstehende den Eindruck erweckt, als litte er unter Auszehrung. Reul-Nocke räume gestern ein, dass die Stadt Remscheid lange Zeit freiberufliche Anwälte mit ihrer Rechtsberatung und anderen juristischen Aufgaben betraut habe. Zugleich betonte sie, dass interner (!) juristischer Sachverstand für eine Verwaltung unentbehrlich sei, ohne dabei ganz auf externe Anwälte verzichten zu wollen und zu können.

„Ich verstehe mich sich als Rechtsberater und Dienstleister für die gesamte Stadtverwaltung“, sagte Harald Pietz (49). Der gebürtige Essener ist Diplom-Verwaltungswirt und arbeitete insgesamt 14 Jahre bei der Stadt Essen, unterbrochen durch ein dreijähriges Jura-Studium an der Uni Bochum, für das die Stadt ihn beurlaubt hatte. Berufsbegleitend absolvierte Pietz noch ein weiteres Studium („Master oh Public Administration“), bevor er vor drei Jahren das Ordnungsamt in der Kleinstadt Waldshut-Tiengen übernahm und Chef von 48 Mitarbeiter/innen wurde. Aber dass es eines Tages nach Nordrhein-Westfalen zurück gehen würde, sei für ihn und seine Lebensgefährtin klar gewesen. Und die Wohnung in Essen soll es bleiben. (Vielleicht bietet sich eine Fahrgemeinschaft an mit einem anderen langjährigen Amtsleiter der Stadt Remscheid...)

Personell sind das Rechtsamt und das Standesamt nahezu gleich aufgestellt. Harald Pietz hat neun Mitarbeiter/innen in Voll- und Teilzeit, 2,5 Stellen davon besetzt mit Jurist/innen, Andreas Levermann sechs. Die Arbeit als Standesbeamter sei seine Passion und Berufung, bekannte der 51 Jahre alte Vater von drei erwachsenen Kindern (25, 23, 21). Danach hatte es am Anfang seines Berufslebens gar nicht ausgesehen: Gelernter Schlosser, Technischer Zeichner, dann Musik-Studium mit Abschluss als Diplom-Orchestermusiker (Musikkorps der Bundeswehr / Fagott), dann Fachhochschule für den gehobenen Verwaltungsdienst in Hagen. Und inzwischen ist er nebenberuflich Dozent an der Akademie für Staatsangehörigkeitsrecht und Meldewesen in Bad Salzschlirf im Bad Salzschlirf im Landkreis Fulda, d e r Aus-und Fortbildungsstätte für die Standesbeamte in Deutschland.

In Remscheid habe er seit dem 1. März bereits 20 Paare getraut, berichtete Andreas Levermann gestern auf Nachfrage. Und er verriet auch seinen Lieblingsspruch an Ende seiner Traurede: Er wünsche dem Brautpaar: „einen schönen Tag, eine schöne Feier - und ein schönes Leben!“

Der 8. Jugendrat der Stadt Remscheid ist gewählt

Name Vorname Erhaltene Stimmen Alter Schule
Arslan Yakub 406 17 Jahre Albert-Einstein-Gesamtschule
Mortazawi Jeanne-Sophie 216 15 Jahre Sophie-Scholl-Gesamtschule
Lo Pinto Francesco 201 16 Jahre Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium
Joundi Ismail 148 17 Jahre GHS Hackenberg
Luckhaus Elisabeth 145 16 Jahre Gertrud-Bäumer-Gymnasium
Pilz Daniel 132 16 Jahre Röntgen-Gymnasium
El Ghorchi Elias 95 17 Jahre Sophie-Scholl-Gesamtschule
Ünal Soner 87 17 Jahre Gertrud-Bäumer-Gymnasium
Oliveira Teles Beatriz 86 15 Jahre Alexander-von-Humboldt-Realschule
Apfelbaum Luca Joel 81 16 Jahre Käthe-Kollwitz-Berufskolleg
Flüs Marie Sophie 76 17 Jahre Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium
Aksoyek Burcu 66 14 Jahre Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium
Reinberger Niklas 65 15 Jahre Röntgen-Gymnasium
Aslan Bengi 62 17 Jahre Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium
Tillmanns Belinda 59 14 Jahre Sophie-Scholl-Gesamtschule
Sipcanin Amra 59 14 Jahre Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium
Pupinovic Mihajlo 52 16 Jahre Albert-Schweitzer-Realschule
Reiß Leonie 51 14 Jahre Albert-Schweitzer-Realschule
Hamad Sdra 49 14 Jahre GHS Hackenberg
Oberste-Brink-Bockholt Luna 49 14 Jahre Röntgen-Gymnasium

Nebenstehend das vorläufige Wahlergebnis der Wahl, die vom 12. bis zum 16. März  an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen der Stadt Remscheid stattfand.

Liste der gewählten Mitglieder (Platz 1 - 15), Liste der Nachrücker (Platz 16 - 20). Nachrücker werden benannt, für den Fall, dass ein gewähltes Mitglied das Amt nicht antritt oder im Laufe der Amtszeit das Amt niederlegt bzw. die Wahlberechtigung verliert.

15 Kandidatinnen und 14 Kandidaten hatten sich zur Wahl gestellt. Die Hälfte davon war zwischen 14 und 15 Jahre alt; dies ist ein hoher Anteil an Jüngeren Kandidat/innen. Gewählt wurden neun männliche und sechs weibliche Mitglieder (ohne Nachrücker), davon neun Mitglieder aus Gymnasien, drei Mitglieder aus Gesamtschulen, je ein Mitglied aus Hauptschulen, Realschulen und Berufskollegs und kein Mitglied aus einer Förder- oder Ersatzschule.

Die Zahl der Wahlberechtigten; 4471, die der abgegebenen Stimmen: 497 und die der gültigen Stimmen: 2453 (ungültig: 44). Die Wahlbeteiligung war diesmal mit 55,84 Prozent fast sieben Prozentpunkte niedriger als 2016 (62,31 Prozent).

Vom 20. bis 22. April wird das erste Seminar zur Schulung der gewählten Jugendratsmitglieder stattfinden. Auch die Kandidatinnen und Kandidaten, die auf den Plätzen 16 bis 20 gelandet sind, sollen teilnehmen können, um gegebenenfalls qualifizierte Nachrückerinnen und Nachrücker zu haben, falls ein Jugendratsmitglied ausscheidet.

CDU zog Anträge mit Drohgebährde zurück

JHA-Sitzung wurde für CDU zum totalen Debakel“, berichtete der Waterbölles gestern. Im Jugendhilfeausschuss (JHA) war die CDU-Fraktion, mit zwei Anträgen krachend (nur ihre eigenen vier Ja-Stimmen) gescheitert, die Ausgliederung der städtischen Kindertageseinrichtungen aus dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen a) in den Bereich Schule bzw. b) in eine selbstständige Organisationseinheit prüfen zu lassen sowie die neuen Herausforderungen in der Jugend- und Sozialpolitik in einem Handlungskonzept inhaltlich und personell zu benennen. Alle übrigen Ausschussmitglieder, auch die Vertreter der freien Träger, hatten dafür keine Notwendigkeit gesehen. Aus dieser Abstimmungsniederlage, die einem politischen Eigentor gleich kam, zog die CDU-Fraktion in der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss schon bei der Festlegung der Tagesordnung Konsequenzen: Fraktionsvorsitzender Jens Peter Nettekoven gab Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz zu verstehen, über diese Anträge brauche nicht mehr abgestimmt zu werden. Nach kurzer Irritation stellte der OB die richtige Frage: "Heißt das, beide Anträge werden zurückgezogen?"  Antwort !Ja".

Hätte es Nettekoven dabei belassen, wäre das Thema kurz und bündig beendet gewesen. Aber er legte nach und warf dem OB vor, die Anträge der CDU in der Vollversammlung der SPD thematisiert und sie an die Mitarbeiter/innen der städtischen Kitas weitergeleitet zu haben, um sie zu mobilisieren. Sollte sich Letzteres als zutreffend herausstellen, werde er sich juristische Schritte vorbehalten.

Burkhard Mast-Weisz wies den Vorwurf der Stimmungsmache zurück und betonte, als Verantwortlicher in dieser Verwaltung habe er das Recht, zu jedweden Anträgen der Politik Stellung zu beziehen. Im Übrigen denke er nicht im Entferntesten daran, die Kitras aus dem Fachbereich (des Jugendamtes) auszugliedern und sei nun froh, dass die CDU auf ihre Anträge verzichte.

Das sei eine kluge Entscheidung, knüpfte hier der SPD-Fraktionsvorsitzende Sven Wolf an. Vergeblich versuchte Nettekoven, diese und die folgenden Stellungnahmen von Sprechern der Grünen und der Linken zu unterbinden. Der Oberbürgermeister: „Herr Nettekoven, Sie haben ihre Meinung sagen können, und das können jetzt auch andere!“

So konnte denn Sven Wolf mit dem Vorwurf an die CDU fortfahren, diese habe, als sie ihre Anträge stellte, übersehen, dass diese Irritationen auslösen würden. Und David Schichel von den Grünen ergänzte, die Anträge seien auch inhaltlich schlecht gewesen, da sachfremd. Die Kitas seien in ihrem jetzigen Fachbereich gut integriert. Nettekoven hielt dem Oberbürgermeister vor, diese Meinungsäußerungen nicht unterbunden  zu haben, verlangt ein Wortprotokoll und wiederholte seine Androhung von juristischen Schritten.

Kurzkommentar des Waterbölles: Ein Zeichen für Dünnhäutigkeit, verbunden mit dem Versuch, noch halbwegs elegant aus dieser selbst verschuldeten peinlichen Lage herauszukommen. Eine kluge Politik und ein halsstarriges „Mit dem Kopf durch die Wand“ schließen sich nun mal aus. Es wäre besser gewesen, die CDU hätte bei den demokratischen Parteien im Rat frühzeitig vorgefühlt, was sie von einem Ämterwechsel der städtischen Kitas hielten. Dann wäre das Ganze sicher schnell und unauffällig unter den Tisch gefallen – ohne Gesichtsverlust für die CDU.

JHA-Sitzung wurde für CDU zum totalen Debakel

Im Jugendhilfeausschuss (JHA) war gestern Punkt 9.3 der Tagesordnung der Antrag der CDU-Fraktion, man möge die Verwaltung mit einem „zukunftsorientierten Handlungskonzept für den Jugend- und Sozialbereich“ beauftragen. Begründet hatte die CDU ihren Antrag mit der Mitteilungsvorlage von Sozialdezernent Thomas Neuhaus, im Verwaltungsvorstand werde seit der Pensionierung von Petra Hellmann-Wien über eine Neuorganisation ihres bisherigen Fachdienstes Jugend, Soziales und Wohnen nachgedacht. Die Verwaltung möge die neuen Herausforderungen in der Jugend- und Sozialpolitik in diesem Handlungskonzept inhaltlich und personell benennen, so die CDU.  Doch ihr Antrag, der als Empfehlungsbeschluss an dem Rat der Stadt hätte weitergeleitet werden sollen, bekam lediglich vier Ja-Stimmen von den Ausschussmitgliedern der CDU.

Dass der Antrag zuvor nicht zurückgezogen wurde, spricht dafür, dass die CDU - wie so oft - kein Drehbuch hatte. Denn kurz zuvor war im JHA mit dem gleichen niederschmetternden Stimmenergebnis auch ihr Antrag hängengeblieben, durch die Verwaltung die Ausgliederung der städtischen Kindertageseinrichtungen aus dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen a) in den Bereich Schule bzw. b) in eine selbstständige Organisationseinheit prüfen zu lassen. Als sich dieser Antrag bei der Abstimmung als politisches Eigentor herausstellte, hätte die zweite Niederlage noch durch ein Zurückziehen der Forderung nach einem Handlungskonzept vermieden werden können. So aber wurde die gestrige JHA-Sitzung für die CDU zu einem totalen Debakel. Und auf der nahezu vollbesetzten Zuschauertribüne des großen Sitzungssaales im Rathaus applaudierten die Erzieherinnen und Erzieher aus den städtischen Kindertagesstätten, weil sie genau das erhofft hatten.

Dabei hätte die CDU ihre Niederlage bei diesen beiden Abstimmungen voraussehen können. Denn gestern um 12.35 Uhr veröffentlichte der Waterbölles eine Presseerklärung der SPD-Fraktion, die unmissverständlich war: Die „SPD-Fraktion lehnt eine Ausgliederung der Kindertageseinrichtungen aus dem Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen ab.“ Denn deren Zugehörigkeit zum Fachdienst Jugend, Soziales und Wohnen habe sich bewährt. Im Übrigen fehle dem Rat der Stadt die Kompetenz, auf die Zuschnitte von Fachdiensten und Dezernaten Einfluss zu nehmen. Die CDU-Fraktion greife mit ihrer Forderung  massiv in die Organisationshoheit des Oberbürgermeisters ein.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Katharina Keil griff das in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses auf. Man habe mit dem bedarfsgerechten Ausbau der Kitaplätze und der Sicherung der Finanzierung der Einrichtungen genug Probleme, die es zu lösen gelte. „Wir haben die Kinder, die Erzieherinnen und Erzieher im Fokus unserer Arbeit und nicht den Einfluss auf die verwaltungsinterne Organisation“, sagt Keil und erntete bei den Erzieher/innen auf der Zuschauertrine mit ihrer Auffassung lauten Beifall, für organisatorische Veränderungen gebe es keinerlei sachliche Gründe. Dass CDU-Sprecherin Thea Jüttner (in einer Pressekonferenz) bereits personelle Vorstellungen geäußert habe, verwundere und irritiere doch sehr, da diese Stelle erst noch ausgeschrieben werden müsste, so Keil.

Ingrid Rosiejka. Foto: Lothar Kaiser Verständnis für diese Irritation zeigte Ingrid Rosiejka (Foto rechts), Leiterin der Kita „Villa Kunterbunt“ und Sprecherin der "AG Kita". Auch sie betonte, die städtischen Kindertagesstätten sollten unter dem Dach des Jugendamtes bleiben. Dem schlossen sich Jutta Velte (Grüne) und Brigitte Neff-Wetzel (Linke) an. Neff-Wetzel: „Ich habe nichts erkennen können, was in diesem Fachbereich falschgelaufen wäre. Was soll also dieser Antrag der CDU?!“

Es handele sich doch nur um einen Prüfauftrag („nichts Schlimmes!“), hatte Thea Jüttner zuvor versucht, die Gemüter zu beschwichtigen. Bei dem Begriff „Ausgliederung“ hätten offenbar bei vielen die Alarmglocken geläutet. Sie verstehe die Zuordnung der Kitas zum Fachbereich Schule / Bildung als einen „innovativen Ansatz“. Wenn die Stadt Remscheid „dafür noch nicht so weit“ sei, könne man aus den Kitas ja auch ein selbständiges Amt machen, damit der neue Amtsleiter dann zu seinem Dezernenten und zum Verwaltungsspitze einen direkten Draht habe. Ob das als Kritik an der pensionierten Fachbereichsleiterin Petra Hellmann-Wien zu verstehen sei, wollte Jutta Velte wissen. Eine rhetorische Frage, auf die sie keine Antwort bekam - und auch keine erwartet hatte. Wen Thea Jüttner (CDU), die frühere Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses,  denn als neuen Amtsleiter im Sinn gehabt hatte, sagte sie ebenfalls nicht.

 

Kritik an Eigeninteressen der Stadt Wuppertal

„Wenn wir auf dem Strom der Schnelllebigkeit und der Zukunftsorientierung einen Weg für Lennep finden wollen, müssen wir ein Boot bauen  aus Phantasie, Eigensinn, Mut, Zuversicht und dem  Willen nach Veränderung.“ – Mit diesen Worten eines unbekannten Autors, die er auf Lennep umgeschrieben hatte, begrüßte gestern Abend Bezirksbürgermeister Markus Kötter zahlreiche Gäste zum traditionellen Bürgerempfang der Bezirksvertretung Lennep in der Klosterkirche.“ Nutzen wir alle die Gelegenheit zum Gedankenaustausch, um Bekanntschaften zu erneuern und zu vertiefen oder zum Kennenlernen!“ Die Bezirksvertretung Lennep verstehe sich als konstruktiv-kritischer Partner der Verwaltung. Die bisherige Zusammenarbeit kann man als vertrauensvoll bezeichnen“, sagte Kötter an die Adresse von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. „Auch wenn wir in einigen Politikfeldern nicht übereinstimmen. Wenn Sie mit an dem eingangs erwähnten Boot bauen, sollten wir gemeinsam, zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern, den Vereinen und Organisationen, die richtigen Zukunftsentscheidungen treffen.“ Aus der längeren Rede des Bezirksbürgermeisters hat der Waterbölles nachfolgend einige Themenbereiche herausgegriffen:

Flüchtlingsproblematik: „Ein deutliches Wort zu einer Thematik, die voll ist von Emotionen, Hassbotschaften und Verunglimpfung von Menschen. Die Würde des Menschen ist unantastbar – und dies gilt auch für Menschen, die bei uns Schutz und Hilfe suchen. Auch in Lennep betreuen ehrenamtlich tätige Menschen Flüchtlinge und Asylsuchende. Hierfür möchte ich ein besonders herzliches Dankeschön der BAF und allen ehrenamtlich Tätigen aussprechen. Ich bin davon überzeugt, dass wir auch im Jahr 2018, wie bereits seit 2015, den großen Herausforderungen gewachsen sind und diese mit Respekt vor den Menschen die bei uns Schutz suchen, bewältigen werden.

Und in aller Deutlichkeit: Braunes Gedankengut und Ausländerfeindlichkeit hat in unserer Stadt, hat in unserem Land nichts, aber auch gar nichts zu suchen. Dumpfe fremdenfeindliche Parolen brauchen wir weder im Bundestag – hier ein klares NEIN zur AfD, in Remscheid und auch nicht in unserem Stadtrat. Wir alle sind aufgefordert, uns mit Mut und Zivilcourage dieser angsteinflößenden Entwicklung entgegenzustellen.

Allerdings erwarten die Menschen, und dies auch zu Recht, dass gegen Kriminelle, egal welcher Nationalität, insbesondere aber gegenüber den Menschen, denen wir Hilfe anbieten, mit aller Härte durchgegriffen wird, wenn unser Rechtsstaat, unsere Werte und unser Grundgesetz nicht beachtet werden. Hier muss es heißen: Null Toleranz für Straftäter und Menschen, die unseren Sozialstaat missbrauchen.“

Designer Outlet Center (DOC): „Das Interesse der nationalen und internationalen Markenpartner am McArthurGlen Designer Outlet Remscheid ist groß. In Lennep wird gerade das Vermietungsbüro gestaltet, um im angemessenen Ambiente mit den Interessenten zu sprechen und zu verhandeln. Parallel setzen McArthurGlen und die örtlichen Behörden die enge Zusammenarbeit fort, denn das Designer Outlet Remscheid muss vor allem für die Menschen vor Ort funktionieren.

Wir müssen die großen Chancen, die uns die Ansiedlung des DOC eröffnet, nutzen. Chancen in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel, Tourismus und die Fort- und Weiterentwicklung unserer Altstadt. Unsere gesamte Tourismusförderung hat noch Luft nach oben. Wir benötigen ein Tourismuskonzept, welches weit über unsere Grenzen hinaus geeignet ist, für das DOC, für Lennep und für Remscheid zu werben. Wäre doch toll, wenn in Düsseldorf, Köln, Dortmund und vielen anderen Städten auf Bussen und Straßenbahnen für das DOC Remscheid, für Lennep geworben wird.

Verständnis habe ich für die Menschen, die von dem Bau des DOC unmittelbar betroffen sind. Sie legen Rechtsmittel ein, die ihnen zustehen - schließlich leben wir in einem Rechtsstaat. Auch wenn ich zum heutigen Zeitpunkt davon ausgehe, dass das gesamte Verfahren rechtssicher ist. Kein Verständnis kann ich dagegen für die Klagen unserer Nachbarstadt Wuppertal aufbringen. Die Stadt Wuppertal und die Verantwortlichen dort agieren nur aus Eigeninteressen heraus gegen die Planungen in Lennep.

Später, viel später als die Lenneper Pläne, entstanden eigene  FOC Pläne. An der provokanten Gegenwehr aus Wuppertal ist deutlich ablesbar, welche regionale Bedeutung die Entwicklung eines DOC in Lennep entfalten wird. Das sogenannte Oberzentrum Wuppertal muss fürchten, durch die attraktiven Lenneper Pläne wirtschaftlich, touristisch und regionalpolitisch ins Hintertreffen zu geraten.  Um das zu verhindern, scheint Wuppertal jedes Mittel Recht zu sein. Meine ausdrückliche Bitte an die Verantwortlichen Politiker in unserer Nachbarstadt: Kehren sie zurück an den Verhandlungstisch. Arbeiten Sie gemeinsam mit uns an der positiven Weiterentwicklung unserer bergischen Heimat!“

Sportpark Hackenberg: "Nach einer langen Bauphase, die mit Unannehmlichkeiten für die betroffenen Vereine verbunden sein sind, werden wir die beste Sportanlage Remscheids haben. Die Planungen laufen weiter auf Hochtouren. Der Bebauungsplan für die Erweiterung der Sportanlage Hackenberg, der im Januar die Bezirksvertretung passiert hat, wird voraussichtlich im nächsten Monat rechtskräftig werden. Die vorgestellten Konzepte wurden einvernehmlich mit den betroffenen Vereinen und dem Stadtsportbund in kooperativer und partnerschaftlicher Art erarbeitet.

Neue Polizeiwache:Nah am Bürger ist sicherlich eine Devise. Wichtig ist jedoch, dass die Polizistinnen und Polizisten ordentliche Arbeitsbedingungen vorfinden und der Standort geeignet ist, um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen. Wir sind nicht diejenigen, die die Entscheidung über den Standort fällen. Der Standort muss aber, und dies unterstreiche ich mit Nachdruck, in Lennep bleiben. Hier geht es um Vertrauen und das Sicherheitsgefühl unserer Bürgerinnen und Bürger.“

Öffentliche Sicherheit: „Es ist wichtig, dass sich Polizei und Verwaltung Gedanken darüber machen, wie bestmögliche Sicherheit gewährleistet werden kann. Klar ist aber auch: Wir können uns nicht gegen jede Gefährdung wirksam schützen. Terroristen mit wirren religiösen und politischen Ansichten können Messer, Schusswaffen, einen Rucksack mit Sprengstoff, Fahrzeuge etc. als Waffen nutzen. Terrorabwehr ist eine staatliche Aufgabe. Die Veranstalter sind nur zuständig für die Sicherheit innerhalb einer Veranstaltungsfläche. Außerhalb der Fläche sind Polizei bzw. der KOD für die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung zuständig.

Ehrenamtler sind nicht zur Terrorabwehr da. Wir dürfen sie nun nicht allein lassen. Ihr personeller und finanzieller Aufwand wird immer größer. Es ist teilweise auch schwierig für sie, zum Beispiel eine Versicherung zu finden. Die Reaktionen aus Lennep haben gezeigt, dass nun beispielsweise bei den „Machern“ von Großveranstaltungen eine gewisse Unsicherheit herrscht. Hier hat die Politik einstimmig dafür gesorgt, dass Ruhe einkehrt. Der Hauptausschuss der Stadt Remscheid hat beschlossen, dass auf die Vereine, auf die ehrenamtlich Tätigen in diesem Bereich keine weiteren finanziellen Belastungen zukommen dürfen. Seitdem werden alle Maßnahmen, die dem Terrorschutz dienen sollen, von der Stadt Remscheid finanziert.

Lenneper Vereine und Organisationen: „Herzlichen Dank für die im Jahr 2017 zum Wohle Lenneps geleistete Arbeit. Es waren wie immer hervorragende Veranstaltungen, die zum überwiegenden Teil von ehrenamtlich tätigen Menschen in unseren Vereinen organisiert wurden. Man kann es eigentlich nicht oft genug erwähnen, dass unser Stadtteil massiv von den Ehrenamtlich tätigen profitiert. Ohne die große Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern die – neben ihrer beruflichen Tätigkeit und den privaten und familiären Verpflichtungen noch zusätzliche Aufgaben übernehmen – gäbe es Veranstaltungen wie den Lenneper Sommer, das Weinfest das Oktoberfest nicht. Es gäbe auch keine St. Martinszüge oder das Osterfeuer oder eine solch phantastische Fallschirmspringerveranstaltung am Hackenberg, die auch bundesweite Beachtung fand. Nicht zu vergessen: Unser Kirchturm leuchtet, dank dem Verein „Lenneper Lichter“ auch zukünftig. Wunderschön!“

Stichwort Karneval: „Im vergangenen Jahr wurde die ausgelassene Karnevalsstimmung durch Randale im Hardtpark überschattet. Es wurden sogar Polizisten mit Flaschen beworfen. In diesem Jahr an gleicher Stelle ein ganz anderes Bild. Im Hardtpark wurde die Mobile Wache der Polizei aufgebaut, zudem wurde der Park vom Technischen Hilfswerk in den Abendstunden ausgeleuchtet. Die Randale blieb dieses Jahr glücklicherweise größtenteils aus.

Mein Appell im vergangenem Jahr, dass wir uns den Rosenmontag 2018 nicht wieder von solchen Chaoten kaputt machen lassen, dass, wer nur nach Lennep kommt, um sich sinnlos zu besaufen und anschließend zu randalieren, nicht willkommen sei, hat offenbar Wirkung gezeigt. Die Chaoten sind diesmal offenbar tatsächlich zu Hause geblieben. Mein Dank gilt an dieser Stelle den Ordnungsbehörden, die sich ein umfassendes Maßnahmenpaket überlegt haben. Ich baue darauf, dass wir auch im Jahr 2019 so umfangreich von Ihnen betreut werden.“